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Full text of "Synopsis der mitteleuropaïschen flora"

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Aus den Verh. des bot. Vereins der Prov. Brandenburg Band LH. 



SYNOPSIS 



DER 



MITTELEUROPÄISCHEN FLORA 



VON 



PAUL ASCHERSON 

DR. MED. ET PHIL., GEH. REGIERUNGSRAT 
PROFESSOR DER BOTANIK AN DER UNIVERSITÄT BERLIN 



UND 



PAUL GRAEBNER 

DR. PHIL., PROFESSOR 
< 03TOS AM K3L. BOTANISCHEN GARTEN DER UNIVERSITÄT BERLIN 



VIERTER BAND 

DlCOTYLEDONES (VeRTICILLATAE, PlPERALES, SaLICALES, MyKI- 
CALES, JuGLANDALES, FaGALES, UrTICALES, PrOTEALES, SANTAL- 

ales, Aristolochiales, Polygonales) 



LEIPZIG 

VERLAG VON WILHELM ENGELMANN 

1908—13 



Es wurden ausgegeben : 

Bogen 1 — 5 (Lieferung 58) am 11. August 1908 

30. März 1909 
26. October 1909 

31. Deeeinber 1909 

2. August 1910 
28. März 1911 
19. December 1911 

3. September 1912 
26. März 1913. 



6—10 ( 


61) 


11—15 ( 


„ 64,65) 


16—20 ( 


■ 66,67) 


21—25 ( 


„ 69, 70) 


26—30 ( 


72) 


31—40 ( 


„ 73,74) 


41—50 ( 


, 75,76) 


51—56 ( 


, 77,78) 



Druck der Künigl. Universitätsdruckerei H. Stürtz A. G., WürzburK 



Vorrede. 






Durch die Notwendigkeit, wenigstens den ersten Band in zweiter 
Auflage baldigst herzustellen, ist der Abschluss dieses Bandes ein wenig 
verzögert worden. Um diesen kleinen Zeitverlust auszugleichen, haben 
wir uns entschlossen, neben dem 5. Bande, der den Anschluss an den 
6. bringen soll, auch den 7. zu beginnen. 

Der Bearbeiter der Gattung Salix, Professor O. von Seemen, 
dessen vorzügliches Bildniss diesem Bande beigegeben werden konnte, 
da der Botanische Verein der Provinz Brandenburg das Gliche in freund- 
lichster Weise zur Verfügung stellte, starb leider, nachdem er die letzten 
Correcturen der Gattung erledigt hatte. Um sein Andenken zu ehren, 
wurden Sonderabdrücke seiner schönen Bearbeitung an die besten Kenner 
der Gattimg in allen Ländern versandt. — Ausser der Gattung Salix 
boten naturgemäss die Polygonaceae die grössten Schwierigkeiten in 
diesem Bande; die Gattungen Humex und Polygonum sind, seit man 
die polymorphen Formenkreise darzustellen begonnen hat, den in ihren 
Einzelheiten nur den wenigen Spezialisten bekannten zuzurechnen. Die 
Bearbeitung von Beck (in Rchb. Ic. XXIV) war uns von grösstem 
Nutzen. 

Unseren Freunden, die uns bei diesem Bande wieder mit Rath und 
That unterstützten, danken wir natürlich aufs Beste. 

Berlin-Lichterfelde, den 4. Februar 1913. 

P. Ascherson. P. Graebner. 



Auf S. 715 Mitte zu 2 füge hinzu: Vgl. auch 3 auf S. 722 und 
722 Mitte statt 2 setze: 3. 



2 Dicotyledones. 

ring getrennt; in den Bündeln flacher Blätter aller Gefässpflanzen 
befindel sich in der Regel «las Xylem auf der Ventral- [Ober-] das 
Phloem auf der Dorsal- [unter-] Seite). Im Holz meist eine Scheidung 
zwischen prosenehymatischen Holzzellen und weiteren Gefässen. 

J)^— Kiii Schlüssel zum Bestimmen der Dikotyledonenfauiilien nach leicht 
erkennbaren Merkmalen boI] am Sehluss des Werkes geliefert werden. 

Uebersicht der Unterclassen. 

A. Perigon ganz fehlend, einfach, d. h. nicht in Kelch- und Blumen- 
blätter unterschieden, oder meist Kelch- und Blumenblätter aus- 
gebildet, dann die letzteren getrennt, nicht zu einer Röhre oder 
Schüssel verbunden, einzeln ablösbar; sehr selten kommen bei diesen 
Gruppen deutlich verbundene Blumenblätter oder als solche er- 
scheinendes Perigon vor (vgl. Nyctaginaceae). Archichlamydeae. 

B. Fast stets 2 Kreise des Perigons deutlich als Kelch und Blumen- 
blätter ausgebildet, die letzteren dabei zu einer Blumenkrone ver- 
bunden, nichl einzeln ablösbar, sondern die Blumenkrone als Ganzes 
abfallend, sehr selten (so z. B. bei einzelnen Ericaceae), die Blumen- 
blätter fast ganz getrennt, dann aber meist noch mit dem Grunde 
zusammenhaftend. Hin und wieder der Kelch fehlschlagend. 

Nympetalae. 



1. Unterclasse. 

ARCHICHLAMYDEAE 1 ). 

(Engl. Syll. l. Aufl. 92 [1892]. Nat. Pfl. Nachtr. 344 [1897]. Dalla 
Torre u. Harms Gen. siph. 113. — Monochlamydeae DC. Syst. I. 
124 [1818]. Theor. eL 247 [1819]. — ÄpHalae 2 ) [Juss. Gen. S. LXXI 
(1789)]. Link Enum. II. 447 [1822]. Handb. IL 406 [1831]. Lindl. 
Nat. syst ed. 1 [1830]. Endl. Gen. 264 [1837J. Enchir. 147 [1841].) 

Choriptialae*) Eichl. Syll. 18 (1872). — Tolypetälae 4 ) [Juss. Gen. 

S. LXXI (1789)]. Lindl. Nat. Svst. ed. 2. II (1836). — Dialypetalae b ) 

Endl, Gen. 762 (1839). - Eleutheropetaiae*) A. Br. u. Doli in Doli 

Rhein. Fl. 541 (1843). 

S. oben. Die Gruppen dieser Abthsilung stehen in Bezug auf die 
Ausbildung des Perigons auf niedrigerer Stufe (vgl. Engler Nat. Pfl. 
Nachtr. 344). Ein Perigon ist oft noch gar nicht ausgebildet, die 
Blüthen sind noch nackt, wie bei einer Anzahl der im Anfange zu 
behandelnden Leihen. Sehr häufig ist das Perigon nur einfach, d. h. 



') Von &Qyi- (vgl. tcQ'/i] Anfang) und %Aafivg Beitermantel, liier Perigon. 

'-') Von « privativ um and n&xakov Blumenblatt, 

■ : ) Von %ojQi'£to ich trenne und TrtxaXov. 

4) Von noÄvg viel und nixaAov. 

'•>) Von diaAvü) ich löse auseinander und nixakov. 

8) Von i/.ecO^eQog frei und jit'raAov. 



Archichlamydeae. 3 

es besteht nur noch aus einem Kreise von Blättern (haplochlamydiseh 1 )), 
die entweder hochblattartig, d. h. unansehnlich gestaltet sind (bracteoid) 
oder die blumenblattartig (petaloid oder corollinisch) d. h. ansehnlich 
und meist lebhaft gefärbt sind. Die Blätter der einfachen Perigone 
sind häufig noch (der Blattstellung entsprechend) spiralig gestellt oder 
sind bereits kreisförmig, in meist 5- oder 4 zähligen Quirlen angeordnet. 
Im weiteren Verlaufe der Entwickelung entstehen mehrere Kreise von 
Blüthenhüllblättern von denen die äusseren, entsprechend ihrer Be- 
stimmung, die inneren zarten Organe anfangs zu schützen, meist derb 
und grün sind und den Kelch darstellen, der aber mitunter (vgl. Nym- 
phaea) ohne schroffe Abgrenzung in die Blumenblätter übergehen 
kann. Mitunter sind Kelch und Blumenblätter gleichgestaltet (homoeo- 
chlamydisch 2 )) , meist aber verschieden gestaltet (heterochlamydisch). 
Bei einigen Familien schlägt der innere Kreis des Perigons wieder fehl 
und verkümmert mehr und mehr, die Blüthen werden dadurch denen 
mit einfacher Blüthenhülle ähnlich, sie werden apopetal. 

Uebersicht der Reihen. 

Im Wesentlichen nach Engl er, Nat. Pflzfam. Nachtr. 344 (1897) u. Syllabus 

5. Aufl. 209 (1907). 

A. Samenanlage mit zahlreichen (etwa 20 und mehr) Makrosporen 
(Embryumsäcken). — Gehölze von schachtelhalmartiger Tracht, nur 
im südlichen Gebiete angepflanzt. Blüthen eingeschlechtlich, ein- 
oder zweihäusig. Männliche Blüthen mit 1 Staubblatt in kätzchen- 
artigen Aehren am Ende der dünnen Zweige. Weibliche Blüthen in 
kurzen Köpfchen am Ende kurzer Seitenzweige. Verticillatae. 

B. Samenanlage mit nur einer Makrospore (Embryumsack), wie bei 
den Monocotyledones. 

I. Blüthen stets ohne Perigon oder falls dies vorhanden, alle Perigon- 
blätter gleich gestaltet und hochblattartig. 

a. Sträucher oder Kräuter. Blätter ungetheilt, mit oder ohne Neben- 
blätter. Blüthenstände (meist sehr schlanke) Aehren. Blüthen 
sehr klein ohne oder mit Perigon, zwei- oder häufig eingeschlecht- 
lich. Staubblätter 1 — 10. Fruchtblätter 1 — 4 getrennt oder 
verbunden. — Nur angepflanzt. Piperales. 

b. Bäume oder Sträucher, selten fast krautartig. Blätter spiralig 
gestellt, meist ungetheilt, selten gelappt, mit Nebenblättern. 
Blüthenstände Aehren oder ährenförmige Trauben (Kätzchen). 
Blüthen ohne Perigon, stets eingeschlechtlich, zweihäusig, mit 
becherförmigen oder auf einzelne Schuppen beschränkten Drüsen 
(Discus). Männliche Blüthen mit 2 bis vielen Staubblättern. 
Weibliche Blüthen mit 2, selten bis 4 verbundenen Frucht- 
blättern. Fruchtknoten einfächerig, mit wandständigen Samen- 



1) Von &7iAovg einfach und ^Aa^ivg s. Fussn. 1. 

2) S. I. S. 264 Fussn. 3. 



Archichlainydeae. 

trägem und vielen anatropen Samenanlagen. 2 (selten bis 4) 
Narben. Frucht mit vielen Samen. Samen klein, mit grund- 
ständigem Haarschopf, ohne Nährgewebe. Salicales. 

c. Mittelgrosse (bei uns) ßträucher, selten Halbsträucher. Blätter 
spiralig gestellt, meist ungetheilt, seltener fiederspaltig. Blüthen- 
stände meist einfache, seltener (nicht bei uns) zusammengesetzte 
Aehren (Kätzchen). Blüthen ohne Perigon, mitunter am Grunde 
mit Vorblättern, eingeschlechtlich, ein- oder (bei uns) zweihäusig. 
Männliche Blüthen mit meist 4, seltener mit 2 — 6 Staubblättern. 
^\^'il)liche Blüthen mit 2 zu einem einfächerigen Fruchtknoten 
verbundenen Fruchtblättern und einer grundständigen ortho- 
tropen Samenanlage. 2 Narben. Frucht eine Steinfrucht, Wachs 
ausscheidend. Samen ohne Nährgewebe. Pflanzen meist aro- 
matisch duftend. Myricales. 

d. Bäume oder grosse Sträucher. Blätter spiralig, (bei uns stets) 
gefiedert, ohne Nebenblätter, aromatisch duftend. Blüthenstände 
Aehren (Kätzchen) oder die weiblichen oft verkürzt, wenigblüthig. 
Blüthen ohne oder mit Perigon, stets eingeschlechtlich, einhäusig. 
Männliche Blüthen mit 3 — 4 Staubblättern. Weibliche Blüthen 
mit zwei zu einem einfächerigen Fruchtknoten verbundenen 
Fruchtblättern und einer grundständigen orthotropen Samen- 
anlage. Frucht steinfruchtartig oder eine Nuss. Juglandales. 

e. Bäume oder meist grössere Sträucher. Blätter spiralig gestellt, 
mit (oft hinfälligen) Nebenblättern, meist ungetheilt, häufig ge- 
zähnt. Blüthenstände aus kleinen Trugdolden zusammengesetzten 
Aehren (Kätzchen) oder die weiblichen trugdoldig oder einzeln. 
Blüthen mit, seltener ohne Perigon, meist ein- selten zwei- 
geschlechtlich, monöcisch. Staubblätter häufig vor den Perigon- 
1 flattern eingefügt. Fruchtknoten unterständig, aus 2 — 6 ver- 
bundenen Fruchtblättern bestehend mit je 1 — 2 Samenanlagen. 
Frucht meist nussartig, mit nur 1 (selten 2) Samen ohne Nähr- 
gewebe. Fatales. 

f. Kräuter, Sträucher oder Bäume. Blätter spiralig oder gegen- 
ständig, meist ungetheilt, gelappt oder fingerförmig getheilt, mit 
Nebenblättern. Blüthenstände meist trugdoldig, seltener trug- 
doldig- ährig oder zu mannichfach verschiedenen Gebilden Ver- 
bunden. Blüthen mit im Kreise stehenden Perigonblättern, 
selten ohne solche, meist 4, selten 5 oder weniger zählig, meist 
iiktinomorph. Staubblätter vor den Perigonblättern eingefügt. 
Fruchtblätter 2 oder einzeln. Fruchtknoten oberständig, mit einer 
Samenanlage. Griffel oft getrennt. Frucht eine Steinfrucht 
oder Nüsschen. Urticales. 

II. Blüthen fast stets mit Perigonblättern, diese zumeist gleichgestaltet 

(haplochlamydisch), hochblattartig oder corollinisch gefärbt, selten 

äusserer and innerer Kreis ausgebildet und verschieden gestaltet. 

a. Bäume oder Sträucher. Blätter spiralig, ungetheilt bis fieder- 

theilig ohne Nebenblätter. Blüthenstände Aehren oder Trauben. 



Archichlamydeae. 5 

Blüthen aktinomorph oder zygomorph, zweigeschlechtlich oder 
eingeschlechtlich. Perigonblätter quirlig, meist 4 zählig, blumen- 
blattartig. Staubblätter vor den Perigonblättern, selten ganz frei, 
meist mit den Perigonblättern verbunden, nur die Staubbeutel 
frei. Fruchtknoten oberständig, aus einem Fruchtblatt gebildet. 
— Nur im südlichen Gebiete angepflanzt. Proteales. 

1). Bäume, (bei uns) Strauch er oder Kräuter, oft parasitisch. Blätter 
spiralig oder gegenständig, ohne Nebenblätter. Blüthen zwei- 
oder eingeschlechtlich, bei uns homoeochlamydisch. Perigon- 
blätter quirlig, bei uns meist 5 (4). Staubblätter vor den Perigon- 
blättern eingefügt. Fruchtknoten unterständig, aus meist 2 bis 
3 verbundenen (selten nur einem) Fruchtblättern gebildet; jedes 
Fruchtblatt mit einer vom Scheitel der Fächer oder von einem 
centralen freien Samenträger herabhängenden Samenanlage oder 
die Samenanlagen zur Blüthezeit nicht ausgegliedert. Santalales. 

c. Kräuter oder windende Sträucher. Blätter spiralig gestellt, un- 
geteilt oder mit grossen Lappen, ohne Nebenblätter. Blüthen 
oft einzeln, mittelgross bis ansehnlich, aktinomorph oder zygo- 
morph. Perigonblätter quirlig angeordnet, oft verbunden, homoeo- 
chlamydisch, blumenblattartig. Fruchtknoten meist unterständig, 
meist 3 — 6 fächerig mit centralwinkelständigen Samenträgern und 
vielen Samenanlagen. Aristolochiales. 

d. Kräuter, seltener (öfter windende) Sträucher oder (nicht bei uns) 
Bäume. Blätter spiralig angeordnet, ungetheilt, mitunter gelappt, 
mit stengelumfassenden zu einer Tute (Ochrea) verbundenen Neben- 
blättern. Blüthen stets klein, meist in zusammengesetzten Blüthen- 
ständen, homoeochlamydisch oder heterochlamydisch. Perigon- 
blätter meist 3 — 6. Fruchtknoten oberständig' mit einer meist auf- 
rechten, orthotropen, selten anatropen Samenanlage. Frucht eine 
Nuss mit reichlichem, mehligem Nährgewebe. Polygonales. 

III. Blüthen zumeist mit einfachem hochblattartigem oder gefärbtem 
Perigon, öfter aber auch schon Kelch und Blumenblätter deutlich 
ausgebildet. — Meist Kräuter mit gegenständigen oder spiraligen 
Blättern ohne oder mit Nebenblättern. Blüthen spiralig oder 
quirlig gebaut. Staubblätter oft so viel wie Perigonblätter und 
vor diesen, aber auch viele oder wenige bis nur 1. Fruchtknoten 
meist ober-, seltener unterständig aus 1 bis vielen Fruchtblättern, 
selten mehrfächerig, meist einfächerig mit 1 bis vielen kampylo- 
tropen Samenanlagen. Samen mit Nährgewebe und gekrümmtem 
Keimling. Centrospermae. 

IV. Meist Kelch- und Blumenblätter deutlich entwickelt. Blumen- 
blätter meist gefärbt. 

a. Fruchtblätter zumeist oberständig (bei Calycmithaceae scheinbar 
unterständig vgl. auch Laui'aceae), meist getrennt, nicht zu einem 
Fruchtknoten verbunden. — Kräuter oder Sträucher und Bäume 
mit meist spiraligen, seltener gegenständigen Blättern mit oder 
ohne Nebenblätter. Blüthen spiralig bis quirlig gebaut, mit 



Arohioblamydeae, 

einfachem Perigon oder mit Kelch- und Blumenblättern, letztere 
beide öfter ineinander übergehend, aktinomorph oder zygomorph. 
Staubblatter meist zahlreich. Fruchtblätter viele bis nur 1, 
meist frei. Ranalcs. 

1). Fruchtblätter meist zu einem oberständigen Fruchtknoten ver- 
bunden. 

1. Meist Kräuter, seltener Holzgewächse. Blüthen häufig in 
Trauben angeordnet, oft auch einzeln und gross, quirlig ge- 
baut, (nur die Staubblätter) selten noch spiralig angeordnet, 
fast stets mit Kelch und Blumenblättern (selten die letzteren 
leidend) aktinomorph oder zygomorph. Fruchtblätter 2 bis 
viele verbunden. Rhoeadales. 

2. Stets Kräuter. Blätter spiralig angeordnet, alle insekten- 
fangend, meist ungetheilt. Blüthen quirlig oder innen schwach 
spiralig gebaut, mit gleich- oder verschieden gestalteten Kelch- 
und Blumenblättern, aktinomorph. Fruchtblätter 3 — 5 ver- 
bunden mit wandständigen oder centralwinkelständigen Samen- 
trägern und vielen Samenanlagen. Samen klein, mit Nähr- 
gewebe. Sarraceiiiales. 

C. Fruchtblätter in einen mehr oder weniger deutlichen Kelch- 
becher eingesenkt, oft getrennt. Staubblätter und Blumen- 
blätter meist am Rande des Kelchbechers. Durch Verschmelz- 
ung des Kelchbechers mit den Fruchtblättern entsteht oft ein 
unterständiger Fruchtknoten. Kräuter, Sträucher oder Bäume. 
Blätter oft mit Nebenblättern, meist spiralig. Blüthen quirlig, 
selten innen schwach spiralig gebaut, aktinomorph oder zygo- 
morph. Kelch und Blumenblätter verschieden ausgebildet, selten 
die Blumenblätter fehlschlagend. Samenträger oft dick, mit 1 
bis vielen Samen. Ro.sales. 

«1. Blüthen meist aus 4 oder 5 Quirlen von Blüthenorganen ge- 
bildet. Fruchtblätter meist nur wenige (nicht zahlreiche), meist 
zu einem oberständigen Fruchtknoten verbunden. 

1. Kräuter, Sträucher oder Bäume. Blüthen quirlig; hetero- 
ehlamydisch, seltener die Blumenblätter oder auch der Kelch 
fehlend, meist 5 zählig. Fruchtblätter 3 — 5 (selten mehr) 
zu einem oberständigen Fruchtknoten verbunden, sich bei der 
Reife häufig wieder trennend, meist mit 2 oder einer, seltener 
mit bis vielen Samenanlagen. Samenanlagen epitrop mit ven- 
traler Raphe, die Mikropyle nach oben wendend, oder bei 
mehreren Samenanlagen mit dorsaler Raphe und Mikropyle 
nach unten. Geraniales. 

2. Meist Sträucher oder Bäume, seltener Kräuter. Der vorigen 
Reihe ähnlich gebaut, aber die Samenanlagen umgekehrt ge- 
stellt, entweih]- hängend mit dorsaler Raphe und der Mikro- 
pyle nach oben, oder aufsteigend mit ventraler Raphe und 
ihr Mikropyle nach unten. Sapimlales. 

3. Fast nur (bei uns nur) Sträucher (mitunter kletternd), seltener 



Archichlamydeae. 7 

Bäume. Blätter ohne oder mit kleinen Nebenblättern. Blüthen 
quirlig gebaut, mit Kelch und Blumenblättern, mitunter die 
letzteren fehlend, stets aktinomorph. Staubblätter in einem 
Kreise vor den Blumenblättern stehend. Fruchtblätter 5 bis 
2, zu einem oberständigen, seltener unterständigen Frucht- 
knoten verbunden, mit je 1 — 2 aufsteigenden Samenanlagen 
mit dorsaler, seitlicher oder ventraler Raphe. Rhamiiales. 
4. Kräuter, Sträucher oder Bäume. Blätter meist spiralig. Blüthen 
quirlig (die Staubblattkreise nicht immer) gebaut, meist 5 zählig, 
meist heterochlamydisch, selten ohne Blumenblätter, meist 
zwei- seltener eingeschlechtlich, meist aktinomorph, seltener 
zygomorph. Kelch in der Knospenlage meist klappig. Staub- 
blätter viele oder in 2 Kreisen, davon der innere gespalten. 
Fruchtblätter 2 bis viele, zu einem oberständigen Fruchtknoten 
verbunden, mit je 1 bis vielen Samenanlagen. Malvales. 

e. Blüthen aus 5 oder 4 Kreisen von Blüthenorganen gebildet, 
oder spiralig- quirlig. Fruchtblätter verbunden, selten (Diüenia- 
ceae) getrennt, mehrfach der Fruchtknoten in den Kelchbecher 
eingesenkt und dadurch bis unterständig. 

1. Kräuter, Sträucher oder Bäume. Blüthen quirlig oder spiralig- 
quirlig gebaut, häufig mit vielen Staubblättern und vielen 
Fruchtblättern, heterochlamydisch, selten ohne Blumenblätter. 
Fruchtknoten ober- bis halbunterständig. Fruchtblätter meist 
mehr oder weniger verbunden (vgl. Dilleniaceae), häufig mit 
wandständigen Samenträgern, die aber auch scheidewandartig 
vorspringend in der Mitte zusammentreffen können, sehr selten 
mit grundständiger Samenanlage. Parietales. 

2. Meist fast blattlose Gewächse mit fleischigem Stengel. Blüthen 
mit spiraligem äusseren und quirlig angeordneten inneren 
Organen. Kelchblätter zahlreich, spiralig angeordnet. Staub- 
blätter meist viele in dem röhrenförmigen Kelchbecher. Frucht- 
knoten unterständig aus 4 bis vielen Fruchtblättern mit vielen 
Samenanlagen. Opuntiales. 

f. Blüthen quirlig gebaut. Fruchtblätter verbunden, stets in den 
Kelchbecher eingesenkt, meist mit demselben zu einem unter- 
ständigen Fruchtknoten verbunden. 

1. Kräuter, Sträucher oder Bäume. Blüthen heterochlamydisch, 
selten mit fehlschlagenden Blumenblättern, mit einem oder 2 
Kreisen von mitunter gespaltenen Staubblättern, meist aktino- 
morph, selten zygomorph, mit mehr oder weniger vertieftem 
Kelchbecher, mit 2 bis vielen zu einem, meist unter- seltener 
oberständigen Fruchtknoten verbundenen Fruchtblättern, selten 
nur ein freies Fruchtblatt. Myrtiilorae. 

2. Kräuter, seltener Sträucher oder Bäume. Blüthen meist in 
Dolden, heterochlamydisch, selten Blumenblätter fehlschlagend, 
(öfter dagegen die Kelchblätter kümmerlich oder fehlschlagend) 
meist zweigeschlechtlich, aktinomorph oder die äusseren eines 



( 'asiiarinaceae. Chlorauthaceae. 



Blüthenstandes zygomorph, meist 5- oder selten 4- oder mehr- 
zählig. Fruchtblätter meist 2, seltener 5 — 1 oder viele, zu 
einem unterständi-ren Fruchtknoten verbunden, mit je 1, selten 
2, hängenden umgewendeten (anatropen) Samenanlagen. Samen 
mit reichlichem Nährgewebe. Uinbelliflorae. 



Reihe 

VERTICILLÄTAE. 

(Engl. Führ. Bot, Gart. Breslau 31 [1886]. Nat, Pfl. Nachtr. 344 

[18i)7j. Dalla Torre und Hanns Gen. siph. 113. — Chalazögamae 1 ) 

Engl. Syll. 1. Aufl. 64 [1892].) 

S. S. 3. Zweige kantig-furchig, die Spaltöffnungen in den Furchen. 
Männliche Blüthen mit 2 in der Mittellinie stehenden hochblattartigen. 
Perigonblättern und einem centralen Staubblatte. Weibliche Blüthen 
ohne Perigon. Fruchtblätter 2 in der Mittellinie stehend, mit 2 faden- 
förmigen Narben, zu einem 2 fächerigen Fruchtknoten verbunden, dessen 
hinteres Fach steril ist und dessen vorderes 2 — 4 aufsteigende ortho- 
trope Samenanlagen enthält. Frucht eine an der Spitze häutig geflügelte 
Schliessfrucht, von den verholzenden klappenartigen Vorblättern um- 
schlossen. 

Nur die 

Familie 

CASUARINÄCEAE. 

(Lindl. Veget. Kingd. 259 [1847]. Dalla Torre u. Harms Gen. siph. 

113. CasuaHneae Mich. Ann. Mus. Paris. XVI. 451 [1810]. R. 

Br. in Flind. Voy. II. App. III. 571 [1814].) 

( lharakter der Reihe. — Nur die Gattung 

* OASUARINA*). 

iL. Il.rh. Amboin. |1754J. Amoen. acad. IV. 143 U759] nur der Name; Adans. 
Faniil. II. 481 [17631. Nat. Pfl." III. 118.) 

Etwa 20 Arten meist in Australien, einige auch Indisch-Malayisch, eine auch 
in Ost-Africa, einige davon im Mittelmeergebiete der eigenartigen Tracht wegen 

i) Von ydAa^a Hagel und ya/necj S. I. S. 1 Fussn. 3. Der Ausdruck Cha- 
laza wurde auf den HagelhVek im thierischen Ei und auf die oft von aussen sieht- 
bare Basis des inneren Integuments bei der anatropen und orthotropeu Samenanlage, 
die sich meist an dem der Mikropyle entgegengesetzten Pol derselben findet, über- 
tragen. Bei Ccuuarma wurde von Treub der erste Fall vom Eindringen des Pollen- 
sehlauchs in die Cliala/.a (statt in die Mikropyle) nachgewiesen. Weitere Fälle werden 
bei den Jktulaccae, Juglandaceae, Ulmaceae (annähernd) durch Na was c hin, bei 
Alchimilla arvensis durch Murbeck (s. VI. 1. S. 386) bekannt. 

2) Wegen einer gewissen Aehnlichkeit der reichästigen, unten laugen, bogig 
aufstrebenden letzten Auszweigungen der Aeste mit einer Casuarfeder. 



Casuarina. Chloranthus. 9 

(die Pflanzen sehen aus wie strauchige oder baumartige dünnzweigige Schachtel- 
halme) angepflanzt, im nördlichen Gebiete nur in Töpfen. 

* C. stricta. fi. Zweige biegsam, mit deutlichen Rippen, mit 10 — 12- 
gliederigen Quirlen. Blätter kurz, zahnartig, eiförmig-lanzettlich. Männliche Blüthen- 
stände mit etwas vielspaltigen, gewimperten Hochblättern, verlängert. Weibliche 
Blüthenstände fast sitzend, länglieh mit elliptischen, am Rücken verdickten be- 
haarten Hochblättern. Fruchtstände ziemlich gross. 

Aus dem gemässigten Australien stammend, seit langem (fast 100 Jahre) in 
Gärten, dort die häufigste Art. 

C. stricta Soland. in Ait. Hort. Kew. ed. 1. III. 320 (1789). — C. quadrivalvis 
Labill. Nov. Holl. pl. II. 67 t. 218 (1806). 

* C. equisetifölia. f). Hellgrün. Zweige mit 6 — 8 gliederigen Quirlen. Blätter 
lanzettlich, angedrückt. Meist einhäusig. Männliche Blüthenstände cylindrisch bis 
etwas keulenförmig. Weibliche Blüthenstände kurz gestielt, elliptisch bis zuletzt 
fast kugelig, mit elliptischen spitzen, am Rücken unterhalb der Mitte verdickten, 
gewimperten, stark hervorragenden Hochblättern. 

In Ost-Australien, Neu-Kalcdonien, im tropischen Asien, Ost-Africa und den 
Südseeinseln heimisch, hin und wieder in Gärten. 

C. equiseti/olia L. Amoen. acad. IV. 143 (1759). 

Die mit schwach hervorragenden Hochblättern an den weiblichen Blüthen- 
ständen versehene, sonst der vorigen ähnlichen zweihäusigen G. distyla^) (Vent. 
Jard. Geis. t. 62 [1800]) seltener in Gärten. 



Reihe 

PIPERÄLES. 

(Lindl. Nix. pl. 25 [1833]. Veget. Kingd. 514 [1847]. Engl. Syll. 
1. Aufl. 93. Nat. Pfl. Nachtr. 345. Dalla Torre u. Harms Gen. siph. 114.) 

S. S. 3. 

Ausser den unten behandelten Familien werden seltener Arten cultivirt aus 
der Familie der CA loranthdce ae (Blume Enum. pl. Jav. I. 78 [1830]). Kräuter 
oder Sträucher mit gegenständigen Blättern und zweigeschlechtlichen oder ein- 
geschlechtlichen Blütheu ohne oder mit hochblattartigem Perigon. Staubblätter 1 
bis 3 untereinander und mit dem Fruchtknoten verbunden. Fruchtblatt einzeln, 
mit einer vom Scheitel herabhängenden Samenanlage. Samen mit Nährgewebe. — 
Hierzu Chlordnthus*) (Sw. Phil. Trans. LXXVII. 359 [1787]) mit etwa 10 
Ostasiatischen und Ostindischen Arten. Mitunter angepflanzt C. inconsp ieuus 
(Sw. a. a. O. [1787]). 31. Blätter ziemlich klein, eiförmig bis rundlich-eiförmig, 
entfernt kerbig gesägt. Blüthenstände aus Aehren zusammengesetzt. Staubblatt- 
apparat dreilappig, in China und Java heimisch, in Japan wohl nur verschleppt; 
die Blätter werden als Theczusatz verwendet. Von Ostindien bis zu den Philip- 
pinen heimisch ist der als Fiebermittel gebrauchte, durch grosse eiförmige oder 
schmälere scharf gesägte Blätter ausgezeichnete C officinalis (Blume Enum. pl. 
Jav. 79 [1830]). 

Uebersicht der Familien. 

A. Fruchtblätter frei oder verbunden mit 2 bis vielen Samenanlagen. 
Frucht fleischig. Saururaceae. 



i) Von 6i- zwei- und atvAog Griffel. 

2) Von %J.u)q6s grün und ävd~og Blume. 



10 Saururaceae. Piperaoeae. 

B. Fruchtblätter verbunden; Fruchtknoten mit nur einer grundständigen 
Samenanlage. Frucht eine dünnfleischige, einen grossen Samen 
enthaltende Beere. Piperaoeae. 



Familie 

SAURURACEAE. 

(LindL Nat. Syst ed. 2. LS4 [1836]. Dalla Torre u. Harms Gen. 

siph. 114.) 

S. S. 9. Kräuter mit spiralig gestellten Blättern. Blüthenstände 
A ehren. Blüthen zweigeschlechtlich, ohne Perigon. Staubblätter 3, 6 oder 
mehr. Fruchtblätter 3 — 4. Samen mit Nährgewebe. — Pflanze mit Oel- 
zcllen. 

Ausser den unten erwähnten Gattungen seltener und meist unbeständig in 
Gürten noch Anemio'p s is 1) (Anemopsis Hook. u. Arn. Ann. nat. hist. I. 136 
[1838]. Bot. Beechey's Voy. 390 t. 92 [1841]. — Anemiopsis Endl. Gen. Suppl. I. 
1374 [1841]. — Anemonopsis Pritz. Ic. Ind. 71 [1855]. — Anemia Nutt. Ann. 
Nat. hist. I. 136 [1838]). Kraut mit langgestielten, länglich-verkehrt-eiförmigeu 
grundständigen Blättern und 2 Stengelblättern. Blüthenstand eine kurze Aehre, 
am Grunde mit 6 länglich-verkehrt-eiförmigen Hochblättern. Staubblätter 5 — 6. 
Fruchtknoten tief in die Aehrenaehse eingesenkt mit 3 Narben. A. Califdmica 
(Hook. u. Arn. a. a. O. [1833]. Bot. Mag. t. 5292. — Houltuynia califomica Benth. 
u. Hook, in Wate. Bot. Calif. II. 483 [1880]) einzige Art; aus Neu-Kalifornien ; Hoch- 
blätter weiss, die 3 inueren roth gefleckt. Bl. Sommer. 

Ueber sieht der Gattungen. 

Blüthenstand mit kleinen Hochblättern. Staubblätter 6 — 8 oder mehr. Frueht- 
blätter fast bis zum Grunde getrennt. Säumnis. 

Blüthenstand am Grunde mit grossen, gefärbten Hochblättern. Staubblätter 3. Frucht- 
knoten Bjnkarp, 1 fächerig. Houttuynin. 

*t SAURÜRUS2). 

(L. Gen. pl. [ed. 1. 108 z. T.] ed. 5. 159 [1754]. Nat. Pfl. III. 1. 2.) 

Kräuter mit herzförmigen Blättern mit Nebenblättern. Blüthenstände Tranben, 
die kleinen eiförmigen Hochblätter im Blüthenstände meist mit den Blüthen ver- 
bunden. Staubblätter 6 — 8 oder mehr mit laugen Staubfäden. Fruchtblätter meist 
3 — 4 frei oder am Grunde verbunden. Samen mit reichlichem Nährgewebe, hart 
und glänzend. 

*t S. cernuus. 9|. Stengel kantig, ca. 2,5 — 6 dm hoch. Blätter herzeiförmig, 
zugespitzt, mit spreizenden Nerven. Nebenblätter undeutlich. Aehre dicht, etwa 
1 — 1,5 dm lang, oberwärts nickend, die Blätter weit überragend. Hochblätter lan- 
zettlich. Blüthen weiss. Staubfäden fadenförmig, viel länger als der Fruchtknoten. 
Frucht 4 spitzig. 



i) Wegen Aehnlichkeit des Blüthenstaudes mit der Blüthe einer Anemone 
(öipig Aussehen). 

-) Von aavQog Eidechse und ocqü Schwanz, wegen des Blüthenstandes. Der 
Name bezeichnete bei Plumier und z.T. auch beiLinne (s. Hortus Cliffortianus 
140) mehrere Americanische Piper- Arten. 



Aneiriio2isis. Säumnis. Houttuynia. 11 

In Sümpfeu und im Wasser im Atlantischen Nordämerica heimisch, bei uüs 
seit fast 150 Jahren in Gärten, hin und wieder in Springbrunnen, Fischbassins und 
Aquarien cultivirt. Bl. Juni — August. 

S. cernuus L. Spec. pl. ed. 1. 341 (1753). Britton u. Brown Illuslr. Fl. 
N.Amer. 482. Nichols. Biet. Gard. III. 368. 

Eine bemerkenswerthe, in abgeschnittenen Tonnen leicht cultivirbare und für 
Schulgärten zu empfehlende Art. 

*t S. Loureiri •). QJ. Blätter länglich-eiförmig. Aehre stets gerade, 
kaum länger als das Blatt. Staubfaden kaum länger als der Fruchtknoten. 

In Ostasien und auf den Philippinen einheimisch, seltener gepflanzt als d. v. 
War in Krain bei Laibach am Kroisenegger Weiher seit etwa 1880 längere Zeit 
in Folge früherer Anpflanzung anscheinend eingebürgert (Voss OBZ. XXXII [1882] 
285, Hock Beih. Bot. Centr.bl. XV. 403) ist aber neuerdings durch Abgrabung der 
Ufer vernichtet (Paulin br.). Bl. Juni — August. 

S. Loureiri Decaisne Ann. Sc. nat. 3. Ser. III. 102 (1845). 

HOUTTUYNIA a). 

(Thunb. Fl. Jap. 12 [1784] Nat. Pfl. III. 1. 3; Houtuynia Thunb. Fl. Jap. 234 
t. 26 [1784J; Houtouynia Pers. Syst. 556 [1797].) 

Ausdauerndes Kraut mit Ausläufern und allwechselnden bis länglichen, am 
Grunde herzförmigen Blättern mit grossen häutigen Nebenblättern. Blüthenstände 
endständige Aehren am Grunde mit blumenblattartigen Hochblättern. Die Blüthen 
mitunter in die Blüthenachse eingesenkt. Staubblätter 3. Fruchtkuoten mit 3 — 4 
Narben und 3 — 4 wandständigen Samenträgern, welche mit dem Samen abwechseln 
und je etwa 6 Samenaulagen besitzen. 

Nur 1 Art. 

* H. COl'diita. £ty. Stengel aufrecht, meist unverzweigt, hin- und hergebogen, 
kahl. Blätter herzförmig, zugespitzt, ganzraudig, kahl, nervig. Grosse Hochblätter 
am Grunde des Blüthenstandes 4, eiförmig bis ellii>tisch, weiss, weit abstehend, zu- 
letzt zurückgeschlagen. Blüthenstand länglich, dicht. 

An Wasserrändern in Japan heimisch, dort wie auch sonst in Ost- und dem 
südlicheren Asien ein gemeines Unkraut in und an Gräben; bei uns seit langem in 
Gärten. Bl. Juli, August. 

H. cordata Thunb. Fl. Jap. 234 t. 26 (1784). Bot. Mag. t. 2731. Nichols. 
Biet. Gard. II. 154. 



Familie 

PIPERÄCEAE. 

(L. C. Rieh, in Hunib. Bonpl. Kunth Nov. gen. sp. I. 46 [1815J. 
Nat. Pfl. III. 1. 3. Dalla Torre u. Harms Gen. siph. 114.) 

S. S. 10. Kräuter oder Sträucher, selten Bäume, mit meist spiralig 
gestellten, seltener gegenständigen Blättern, mit oder ohne Nebenblätter. 
Stets mit Oelzellen, daher scharf schmeckend. Blüthenstände (meist 
schlanke) Aehren. Blüthen ohne Perigon, zweigeschlechtlich oder ein- 

1) Nach dem Entdecker Joäo Loureiro, * 1715 f 1796 Lissabon, der 30 
Jahre in Cochinchina und 3 Jahre in China als Missionar zubrachte und die Flora 
erforschte. (Flora Cochinchineusis. 2 Bde. Olysipp. 1790. 2. Ausgabe cur. Will- 
denow Berol. 1793.) 

2) S. III. S. 551 Fussn. 5. 



12 Piperaceae. Salicsiceae. 

geschlechtlich. Staubblätter zu 1 — 10. Frachtblätter 1 — 4, verbunden 
zu einem einfacherigen Fruchtknoten mit nur 1 grandständigen ortho- 
tropen Samenanlage. Samen mit Nährgewebe. 

9 meist tropische Gattungen, in den Tropeu beider Hemisphären. Die haupt- 
sächlichste Gattung dieser Familie Ptpert) (L. Gen. pl. [ed. 1. 333] ed. 5. 18 
[1754] Nat. l'll. JH. 1. Ij) amfasst etwa 600 oder mehr Arten und ist fast aus- 
schliesslich in den Tropen verbreitet. Eine ganze Reihe von Arten weiden bei uns 
in deu Warmhäusern eultivirt, im Freien dürfte von diesen Wärme und Feuchtig- 
keit beanspruchenden Pflanzen wohl selbst im südlichen Gebiete keine aasdanern. 
Am bekanntesten i-t der im Indisch-Malayischen Gebiete heimische, jetzt überall in 
den Tropen gebaute Schwarze Pfeffer (niederl. Peper, dän. Peber, franz. Poivre, 
it. Pepe, poln. Pieprz, böhm. Pepr, russ. IIenepT>, ung. Bors) P. nigrum (L. 
Speo, pl, ed. 1. 28 [1753]), dessen Früchte (kugelig beerenartig in lockeren schlanken 
Aehren stehend) das bekannte Gewürz liefern. Weisser Pfetler sind die von der 
Pruchtschale befreiten Samen. — Officinell ist der Pfeffer als Piper nigrum; ausser- 
dem noch Cubebae, die Früchte des auf den Grossen Sunda-Ioseln heimischen P. 
cubtba*) (L. fil. Suppl. pl. 90 [1781]) und Herba MaticoS), die Blätter des Tropisch- 
americanischen P. angusli/olhim (Ruiz u. Pav. Fl. Pernv. I [1794]). — Auch in 
subtropischen Gegenden heimisch, deshalb auch hin und wieder auf Beeten im Mittel- 
meergebiet ausgepflanzt sind Arten von 

* PEPERÖMIA-»). 

(Ruiz u. Pav. Prodr. Fl. Peruv. Chil. 8 [1794]. Nat. Pfl. III. 1. 10. Hcuschen Nov. 
act. Ups. 3. ser. VIII. 15 [1873].) 

Ausdauernde oder einjährige Kräuter, mitunter etwas halbstrauehig mit oft 
niederliegendem bis kriechendem, oft fleischigem Stengel. Blätter mitunter gegen- 
ständig oder quirlig, oft fleischig, auf der Unterseite mit Wasserspeichergewebe. 
Blüthenstände meist schlanke, dichte bis lockere Aehren, meist endständig (oder den 
Blättern gegenüberstehend), selten traubig angeordnet. Blüthen stets zweigeschlecht- 
lich (bei Piper meist eingeschlechtlich). Staubblätter 2 mit kurzem Staubfaden. 
Fruchtknoten sitzend oder gestielt mit ungeteilter (bei Piper getheilter) oft pinsel- 
förmiger Narbe. 

Etwa 400 Arten in der Alten und Neuen Welt, in America mehrere Arten 
ausserhalb der Tropen. Bei uns eine Reihe von Arten in Warmhäusern und in 
Wintergärten als Teppich- and Einfassungspflanzen, namentlich solche mit gezeich- 
neten Blättern. Hin und wieder auch in Gewächshäusern als Unkraut auf Blumen- 
ü auftretend!! - — Besonders beliebt sind: P. rescdifldra (P. resedaeßora 
Linden n. Andre Illustr. Ilortic. XVII t. 26 [1870]) aus Neu-Granada mit gegen- 
ständigen oder zu 3 stehenden kurz herzförmigen, 7 — 9 nervigen Blättern und 
weissen, in dichten Trauben stehenden Aehren. — P. maculosa (Hook. Exot. 
Fl. 92 [1823—27]. P. variegäta Ruiz u. Pav. Fl. Per. I. 33 t. 52 fig. a [179]) von Peru 
bis Sto Domingo verbreitet, mit abwechselnd gestellten breit eiförmigen, schild- 
förmigen Blättern, rothgefleckten Blattstielen und sehr langen dichtblüthigen Aehren. 
— /'. Sa mlersii») (C. DC. in DC. Prodr. XVI. 1. 400 [1868]. — P. Ver- 
achaffclliit) Lern. Illustr. Ilortic. XVI t. 598 [1869]) aus Brasilien mit abwechselnd 



i) Schon bei Horatius und Columella Name des Pfeffers. 

'-') Eabobah der Arabischen Aerzte; Cabebo der heil. Hildegard. 

3) Angeblich nach einem spanischen Soldaten mit Vornamen Matico (Kleiner 
Matthaeus). der die Heilkraft zuerst erprobt haben soll, daher auch Yerba del 
soldado. 

*) Angeblich von Pij,cr und öfioiog ähnlich. 

5) S. III. S. :>Ö7 Fussn. 1. 

6) Nach Ambroise Coletto Alexandre Verschaffelt, * 11. Dec. 1825 f 
16. Mai 1886 Gent, hervorragendem Ilandrlsgärtner, verdient durch zahlreiche neue 
Einführungen, welcher 1854 die Illustration horticole begründete; 1870 überliess er 



Peperomia. ]B 

gestellten grossen (bis über 1 dm langen) rundlichen bis eiförmigen, dickfleischigen, 
an den Nerven hellgrünen, dazwischen silberglänzenden Blättern. — P. mar- 
morata (Hook. fil. Bot. Mag. t. 5568 [1866]) aus Süd-Brasilien, mit eiförmigen 
bis herzförmigen, lebhaft grünen, zwischen den Nerven mit grossen, weissen Flecken 
bestreuten fleischigen Blättern. — Weniger empfindlich gegen Kälte sind: 

* P. ßottcriii) (C. DC. Journ. de Bot. IV [1866J 146). Stengel schlank» 
schlaff, wenig verästelt. Blätter zu 3 quirlig, eiförmig, behaart. Blüthenstände 
schlank cylindrisch. — Mexico. 

* P. microphylla't) (H. B. K. Nov. gen. sp. I. 69 [1815]). Stengel 
schlank, dicklich, reich verzweigt. Blätter klein, länglich-verkehrt-eiförmig, meist 
zu 4 quirlig gestellt. Blüthenstände ziemlich kurz. — Neu- Granada bis Mexico. — 
Hin und wieder auf Blumentöpfen verschleppt. 



1. Reihe. 

SALICALES. 

(Lindl. Nat. Syst. ed. 2. 186 [1836] veränd. Engl. Führ, bot, Gart. 
Bresl. 31 [1886]. Nat. Pfl. Nachtr. 345 [1897]. Dalla Torre u. Harms 

Gen. siph. 115.) 

S. S. 3, 4. 
Hierher nur die 

33. Familie 

SALICÄCEAE. 

(Lindl. Nat. Syst. ed. 2. 186 [1836]. Dalla Torre u. Harms Gen. siph. 
115. — SaUcineae L. C. Rieh, in A. Rieh. Elem. bot. ed. 4. 560 

[1828].) 

Bäume oder Sträucher mit fast stets spiralig gestellten ungetheilten 
oder selten gelappten Blättern mit Nebenblättern. Blüthen zweihäusig, 
in an kurzen (öfter unbeblätterten) Zweigen endständigen A ehren oder 
Trauben (Kätzchen) in den Achseln schuppenförmiger Hochblätter 
(Tragblätter), ohne oder mit 1 oder 2 Drüsen oder mit einem becher- 
förmigen Discus, ohne Perigon. Staubblätter zu 2 — 30, meist von ein- 



sein Etablissement und diese Zeitschrift an J. Linden (s. III. S. 910). Auch sein 
Onkel Jean, * 5. Sept. 1811 f 20. April 1884 war ein bedeutender Handelsgärtner. 
Entfernt verwandt sind Eduard V., * 15. Oct. 1868 Gent (br.), Professor derPflauzen- 
physiologie an der Universität Amsterdam und sein Bruder Jules, * 27. Jan. 1870 
Gent (br.), Professor der Physik an der Universität Brüssel, Verf. eines Aufsatzes 
über einen interessanten Fall von Hygrochasie. De verspreiding der zadeu by Brunclla 
vulgaris, B. grandiflora, Salvia Honninum en S. lanceolata (Jaarboek Dodonaea II. 
148 [1890]). 

i) Nach Matteo Botteri, * 18? Lesina f 18? in Mexico, welcher sich grosse 
Verdienste um die Flora der Dalmatinischen Inseln erwarb (Vis. II. IX), später 
nach Mexico ging (1860 Professor in Orizaba) und auch dort botanisch sammelte, 

2) Von piKQÖs klein und cpvÄAov Blatt. 



14 Salicaceae. 

ander getrennt, selten mit einander verbunden. Staubbeutel auswärts 
aufspringend. Fruchtblätter 2, rechts und links stehend, selten 3 — 4, 
mit ungeteiltem, öfter sehr kurzem Griffel und 2, selten 3 — 4 Narben. 
Fruchtknoten einfächerig, mit zahlreichen, neben den Nähten am Grunde 
des Fruchtknotens stellenden Samenanlagen. Frucht durch Mitteltheilung 
2- (selten 3 — 4-) klappig aufspringend. Samen mit geradem Keimling. 

Nur unsere Gattungen. 

Uebersicht der Gattungen. 

A. Blüthen mit becher- oder krugförmigem Discus. Hochblätter im 
Blüthenstande (Tragblätter der Blüthen) zerschlitzt. Staubblätter 
zahlreich. Ponulus. 

B. Blüthen ohne oder mit einigen zahnartigen Drüsen am Grunde. 
Hochblätter im Blüthenstande ganzrandig. Staubblätter meist wenige 
(2 — 5, sehr selten mehr). Salix. 

223. PÖPULUS 1 ). 

([Tourn. Instit. 592] L. [Gen. pl. ed. 1. 317J ed. 5. 456 [1754]. Nat. 

Pfl. III. 1. 35.) 

(Pappel, Allele, Belten [im Elsass]; niederl. u. vlaem. : Populier; dän.: 

Popp<;l; franz.: Peuplier; it.: Pioppo; ligur. : Piobba, Arbora; nun.: 

Plop; poln. : Topola; wend.: Topot; Böhm.: Topol; kroat., serb. : Topola; 

russ.: Tohojil; litt.: Peple; ung. : Nyär.) 

S. oben. Fast stets baumartig, schnellwüchsig. Zweige mit Gipfel- 
und Seitenknospen. Knospen stets von mehreren Schuppen bedeckt. 
Blätter meist lang gestielt, dreieckig, elliptisch, herz- oder eiförmig, 
selten bis lanzettlich oder linealisch. Blüthenstand ährenförmige Trauben 
(Kätzchen) vor den Blättern erscheinend, cylindrisch, zuletzt hängend, 
am Grunde nicht beblättert. Hochblätter (Tragblätter der Blüthen) vor 
der Fruchtreife abfallend. Blüthen kurz, selten etwas länger gestielt. 
Frucht kahl. Blüthen am Grunde von einem becher- oder krugförmigen 
Discus (den Drüsen der Weiden entsprechend) umgeben. Staubblätter 
3 — 30. Narben meist 2, seltener 3 — 4-, meist 2 theilig. Frucht meist 2, 
^linier 3- oder 4 klappig aufspringend. 

Etwa 30 bis über 100 (Do de) Arten (je nach der Artauffassung) in den ge- 
igten Zonen beider Bemisphären, besonders in Ostasien und dein atlantischen 
Nordamerica, nicht im arktischen Gebiete, dort nur fossil gefunden, ebenso noch an 
tincr Beine von Fundorten auf der nördlichen Halbkugel, einige dieser Funde viel- 
leicht bis zum Körnen zurückreichend, im Mioeacn die Hauptentwicklung erreichend. 
Die aus dem Tertiär bekannter Arten den jetzt lebenden meist nahe verwandt. 



') Name der Pappel bei Ho rat. ins u. a. 



Populus. ]5 

Uebersicht der Sectionen und Subsectionen. 
(Nach Dode.) 

A. Discus am Grunde der Blüthen hinfällig, tief getheilt mit spitzen 
Zähnen. Blattdrüsen wenig hervorragend, warzenförmig, oft an der 
Spitze vertieft, daher beckenförmig. Turanga. 

B. Discus am Grunde der Blüthen bleibend. 

I. Discus schief abgeschnitten. Blattdrüsen hervorragend, becken- 
förmig, oft auf den Blattstiel selbst stehend. Leuce. 

II. Discus gerade abgeschnitten, mehr oder wenig tief gebuchtet oder 
gezähnt. Blattdrüsen unregelmässig beckenförmig, rundlich oder 
verlängert bis fast kannnförmig. Eupopulus. 

a. Blattdrüsen meist verlängert-beckenförmig. — Blattstiele mehr 
oder weniger seitlich zusammengedrückt, die der Schösslings- 
blätter deutlich, etwa ebenso lang als die der oberen Blätter. 
Blätter unterseits mehr oder weniger graugrün. Aeg'irus. 

b. Blattdrüsen meist rundlich beckenförmig. 

1. Blattstiele im Querschnitte viereckig, meist weniger zusammen- 
gedrückt, die der Schösslingsblätter meist kürzer als die der 
oberen Blätter. Blätter unterseits graugrün, weisslich oder weiss. 

Tacamaliaea. 

2. Blattstiele im Querschnitte rundlich-schwach 4 eckig, die der 
Schösslingsblätter etwa so lang als die der oberen Blätter. 
Blätter in der Jugend unterseits weisslich-filzig, später graugrün. 

Leucoideae. 

A. Turänga 1 ) (Bunge Reliq. Lehm. 322 [1852]. Acad. Pet. Mein, 
sav. etr. VII. 498 [1854]. Dode Mein. Soc. Hist. nat, Autun XVIII. 
13. 14 [1905]). Discus am Grunde der Blüthen hinfällig, tief ge- 
theilt, mit spitzen Zähnen. Blattdrüsen wenig hervorragend, warzen- 
förmig, oft an der Spitze vertieft, daher beckenförmig. — Blätter 
lederartig, graugrün, gleichfarbig, unterseits niemals filzig, die der 
Schösslinge von verschiedener Form, die der älteren Aeste viel 
kürzer. Blattstiele stielrund. Blattknospen klein, stumpf, mitunter 
nur eine Schuppe deutlich erkennen lassend, selten klebrig. Narben 
3, gross, karminroth. Staubblätter etwa 12. Frucht lederartig, ver- 
längert. 

Von dieser Scction (bei Dode Untergattung) kommt jetzt eine Art in 
Europa vor (vgl. S. IG), in dessen Tertiiirflora die von P. Euphralica kaum zu 
trennende P. mutabüis (Heer Fl. tert. Helv. II. 19 [1856]) wie auch in 
Nord-Ameriea verbreitet war (vgl. Staub Mag. növ. Lap. I [1877] 183, Heer 
ebend. II. [1878] 18, BV. Brand. XIX [1878] Sitzb. 36, Ascherson BV. 
Brand. XVIII [187G] Sitzb. 96), sie sind sonst auf Asien und Africa beschränkt. 
Dode unterscheidet (a. a. O.) 8 Arten in 2 Gruppen von denen hier nur er- 
wähuenswerth ist 

Euphraticae (Groupe Eu])hratica Dode Mein. Soc. Hist. nat. Autun 
XVIII. 14, 15 [1905]). Aeltere Aeste mit stärker behaarten Zweigen als an 
jungen Schösslingen. Discus nicht bis über die Mitte getheilt. — Hierher gehört 



1) Kirgisischer Name von P. Euphratica. 



16 Salicaceae. 

* P. Euphratica. |) — fj,. Junge Zweige fein hell behaart, später kahl, stiel- 
rundlich, gelbbraun bis gelbbräunlich, oder an Schösslingen röthlich bis roth. 
Knospen etwa 7 nun lang, die seitlichen angedrückt, von der Farbe der Zweige, von 
2 Schuppen bedeckt. Schuppen mit kahlen Bändern. Blattnarbcn wenig hervor- 
ragend. Blätter an Btranchförmigen Exemplaren und an Schösslingen mehr oder 
weniger weidenartig, kurz gestielt, lanzettlich-zugespitzt bis schmal lanzettlich, gauz- 
randig oder mit vereinzelten Zähnen, die älteren baumartigen Exemplare lang gestielt, 
rundlich bis breit-rundlich, gezähnt, in der Jugend behaart. 

Von Nord- und Ost-Africa bis China und zur Mongolei verbreitet, in Spanien 
bei Elche (Dode briefl., der die dortige Form als P. Illicitana beschreiben wird), 
bei uns nur selten angepflanzt und meist nur kurze Zeit ausdauernd, vielleicht im 
südlichen Gebiete besser aushaltend. 

P. Euphratica Oliv. Voy. 1. emp. Ottom. III fig. 45, 46 (1801). C. K. Schneider 
Handb. Laubholzk. I. 5. Dode Mein. Soc. Hist. nat. XVIII. 16 (1905). — P. diversi- 
folia Schrenk Enum. pl. 15 (1842). 

Diese durch ihre bald weiden-, bald pappelartigen Blätter sehr ausgezeichnete 
Art ist auch deswegen bekannt und ihre Einführung wird trotz ihrer schweren Culti- 
virbarkeit immer wieder versucht, weil zu ihr die früher fälschlich mit „ Weiden" 
übersetzten 'Aräbini D , D"1JJ an den Wassern Babels gehörten, an die die Kinder 

Israels ihre Harfen hängten, als sie um Zinn weinten (Psalm 137, 2) vgl. Ascherson 
Sitzb. Ges. Nat. Fr. Berlin 1872. 92. 
• 
B B. Discus am Grunde der Blüthen bleibend. 

I. I. Leuce 1 ) (Duby in DC. Sympl. fl. Gall. ed. 2. I. 427 [1828]. 

Rchb. Fl. Germ. exe. 173 [1831]. Aschers. Fl. Prov. Brandenb. 

1. 644. Dode Mem. Soc. Hist. nat. XVIII. 13, 18 [1905]). 
Discus schief abgeschnitten. Blattdrüsen hervorragend, becken- 
förmig, oft auf den Blattstiel selbst stehend. — Blätter Unter- 
seite heller und öfter filzig, öfter gelappt; mit stark seitlich zu- 
sammengedrückten (an den Schösslingen weniger) Stiel. Blatt- 
knospen mittelgross, mehr oder weniger spitz, wenig oder nicht 
kleberig, von mehreren Schuppen bedeckt. Schösslinge weniger 
filzig als die Zweige älterer Aeste. Narben hellrosa bis roth zu 

2. Staubblätter 5 — 20. Früchte klein, verlängert. — Stämme 
meist lange glatt bleibend. Aeste meist dick und kurz. 

a . a. Älbidae (Dode Mem. Soc. Hist.. nat. XVIII. 18, 19 [1905]). 

Ausgewachsene Blätter der Schösslinge Unterseite filzig, mehr 
oder weniger gelappt, Blätter der Zweige an älteren Aesten 
Unterseite mehr oder weniger filzig. Hochblätter im Blüthen- 
stande wenig oder mittelmässig getheilt. Meist Wurzelschöss- 
linge treibend. 

Die Arten dieser Gruppe ändern in Bezug auf die Dichtigkeit der 
Behaarung, die Farbe der Blätter und des Holzes je nach dem Standorte 
ah, an Lichten trockenen Orten ist naturgemäss die Behaarung dichter als 
an schattigen feuchten Stellen auch die Gestalt der Blätter ändert ab. 

Dode zerlegt a. a < >. diese Gruppe noch in 2: Groupe Nivea und 
Gronpe Alba (a. a. O. 19 [1905]), von denen die erste durch mehr oder 
veniger gelappte Schösslingsblätter, und unterseits weiss filzig und Unter- 
seite dicht weissen Blättern der Zweige am älteren Holz. Die Groupe 
Alba dagegen ist charakterisirt durch nicht oder nur schwach gelappte 

!) Aevxr] Name der Silberpappel bei Aristophanes u. A. 



Populus. 17 

Schösslingsblätter, die unterseits weiss oder etwas grau und flockig sind, 
die Blätter der Zweige am älteren Holz sind unterseits grün, da aber P. 
nivea und P. Bolleana in die erste, P. alba aber in die zweite Gruppe 
gehören, die unserer Meinung nach nicht als Arten zu trennen sind, so 
können wir diese Eintheilung nicht aufrecht erhalten. 

1029. (1.) P. alba. (Silberpappel, Abele, Alberbaum; niederl. u. 
vlaem. : Witblad, Witboom; dän.: Solv-Poppel; franz.: Peuplier blanc; süd- 
franz. : Aouba; it.: Alberello, Gattice; rum.: Plopalb, Pluta; ligur. : Arbera, 
Arbora ghianica nach Pen zig; poln. : Topola biala; böhm. : Linda; litt.: 
Baltoji peple.) fi. Bis über 30 m hoch. Rinde älterer Aeste und der 
Stämme weiss-grau, nur am Grunde älterer Bäume, seltener höher hinauf 
borkig aufreissend. Krone meist breit rundlich (seltener pyramidal). 
Jüngere Aeste, Knospen und Blattstiele grau oder weissfilzig, die ein- 
jährigen Zweige stielrund, unter dem sich ablösenden Filz glänzend 
olivbraun bis grau. Winterknospen eiförmig, spitzlich, meist von etwa 
5 — 6 Schuppen bedeckt, meist behaart bis fast kahl, dann nur die 
Schuppen am Rande gewimpert. Blätter, besonders die der Schösslinge 
(und Stockausschläge) buchtig gelappt, am Grunde meist etwas herz- 
förmig, oberseits glänzend dunkelgrün, unterseits dichter oder lockerer 
schneeweiss, selten gräulich-filzig, an älteren Bäumen meist 4 — 8 cm 
lang und 3 — 5 cm breit, mit meist 2 — 3 cm langem Stiel, an Schöss- 
lingen meist erheblich grösser und länger gestielt. Hochblätter im 
Blüthenstande elliptisch bis keilförmig - elliptisch , nicht oder meist 
schwach eingeschnitten, sparsam zottig gewimpert, rostfarben. Staub- 
blätter mit meist den Staubbeuteln gleichlangen Staubfäden. Frucht- 
knoten länglich. Narben gelb. Samen länglich-birnförmig. Keimling 
mit schwach herzförmigen gestielten Keimblättern. 

In Wäldern, auf Diluvialhügeln, an Waldrändern, auf Flussauen 
(Auenwälder), besonders in der Nähe grosser Flüsse, auf trockenem 
Boden meist nur strauchartig. Wirklich einheimisch wohl nur im öst- 
lichen und südlicheren Gebiete. Im norddeutschen Flachlande nur im 
Weichselgebiete, dort auf den Kämpen meist nicht selten ! ! und öfter 
zahlreich auftretend. Im südlicheren Deutschland wild, besonders in 
der Badischen Rheinebene (Klein-Seubert Exc.fl. Bad. 6. Aufl. 
103). An der oberen Donau von zweifelhaftem Indigenat, ebenso in 
der Schweiz wohl nur verwildert (Schinz u. Keller Fl. Schw. 138); 
sonst im östlichen Alpengebiet meist zerstreut, ebenso in Oesterreich 
und Ungarn im Donaugebiete und in den Karpaten. Steigt in Ungarn 
nicht über 260 m (Kern er ÖBZ. XXVI. 363), in Wallis bis 900 m. 
Im Mittel meergebiete wohl nirgends fehlend. Bl. März, April. 

P. alba L. Spec. pl. ed. 1. 1453 (1753). Koch gyn. ed. 2. 759. 
C. K. Schneider Handb. Laubholzk. I. 21. Nyman Consp. 663. Suppl. 
280. Rchb. Ic. XI t. DCXIV fig. 1270. 

Nach C. K. Schneider keimt der Same 8 — 10 Tage nach der Aussaat. 

Die Entfaltung der Blätter geschieht nach ihm etwa zwischen dem 10. April 
und dem 28. Mai, die Früchte reifen im Mai und Juni. Der Baum erreicht ein 
Alter von 300 — 400 Jahren, sein Holz ist leicht zu bearbeiten und zu leimen, ist 
jedoch wenig zäh und fest, es hat lufttrocken ein specirisches Gewicht von etwa 0,48. 

Ascherson u. Graebner, Synopsis. IV. 2 



1 s Salicaccae. 

Ziemlich veränderlich; die Formen gliedern sich in folgender Reihe: 

A. Schösslingsblätter mehr oder weniger gelappt, unterseits weiss filzig. 
Blätter der Zweige älterer Aeste unterseits dicht weiss. (Groupe Nivea 
Dode Mem. Soc. mit. Autun. XVIII. 19 [1905] z. T. vgl. oben 
S. 16.) 
I. Blätter der Schösslinge wenig gelappt. 

Eierher gehören ausser einigen Nord -Africanisch- Asiatischen Formen 
von in Europa beobachteten Formen die noch auf der Iberischen Halbinsel 
heimische Nordafricanische seit langem auf den Canarischen Inseln, auf den 
Azoren und in Mexico eingebürgerte Rasse subinteg c'rrima (Lange Pugill. 
in Medd. Nat. For. Kjebenh. 2 Aart. III. 39 [1862]. — P. monticola Braudegec 
Zoe I [1890] 274. — P. subintegerrima Dode a. a. O. 20 [1905]) mit fast kreis- 
Eörmig verbreiterten, am Grunde herzförmigen, Oberseite grünen schwach be- 
haarten, unterseits etwas weniger dicht weiss-filzigen, schwach dreilappigeu 
Sehösslingshlättern mit im regelmässigen entfernten Zahnen; Blätter der Zweige 
an älteren Aesten rundlich, fast ganzrandig, am Grunde sehr schmal und kurz 
keilförmig verschmälert mit feinen Seiteunerven. — Vielleicht auch eine Rasse 
stellt dar: Comesidna^) (P. Comesiana Dode a. a. O. 20 [1905J) aus 
Süd-Italien uud Griechenland mit fast rundlichen, am Grunde abgerundeten, 
schwach keilförmigen, oberseits graugrün behaarten, unterseits massig dicht 
w eissfilzigen , seh wach 5 — 7 lappigen unregelmässig gezähnten Schösslings- 
blättern. Blätter der Zweige älterer Aeste rundlich, etwas oval mit ab- 
gerundet-buchtigen Zähnen mit fast geraden fast parallelen Seitennerven. — 
Für uns wichtiger ist 

Treyviana 2 ). Schösslingsblätter sehr gross, verlängert, am 
Grunde fast gerade, aber nicht sehr breit, oberseits dunkelgrün, 
unterseits sehr weiss und ziemlich dicht filzig, 3 — 5 lappig mit 
besonders entwickeltem Endlappen, die Seitenlappen am Grunde 
wonig spreizend, aber an ihrer Spitze auswärts gebogen. Blätter 
der Zweige älterer Aeste gross oval-elliptisch, am Grunde ganz- 
randig, oberwärts mit buchtigen nach oben gerichteten Zähnen 
und gebogenen nicht parallelen Seitennerven. 

Im östlichen Europa verbreitet, also wohl auch im Gebiete. 

P. alba Treyviana A. u. G. Syn. IV. 18 (1908). — P. 
Treyviana Dode Mem. Soc. hist. nat. Autun XVIII. 21 t. IX 
ffg. 6 (1905). 

(Verbreitung der Rasse: Oestliches Europa.) |1T? 

II. Blätter der Schösslinge stark gelappt. 

a. Wuchs nicht ausgesprochen pyramidal. Schösslingsblätter (bei 
uns) immer 3 — 5 lappig. 

Ausser unseren Formen beschreibt Dode aus Europa noch folgende: 
Morisctiäna'-i) (P. Morisctiana Dode a. a. O. 22 [1905]) vom Balkan 



1) Nach Orazio Com es, * 1848 Monopoli (Prov. Bari), Dircctor der Kgl. 
Höheren Landwirt hschafts- Schule in Portici bei Neapel, Verfasser werthvoller bo- 
taoisoher Schriften. 

8) Nach Treyve- Marie, f Mai 100G Moulins (Allier), Baumschulbesitzer 
daselbst, «reicher die Pappel aus Ilussland mitbrachte. 

3) Nach .1. M onset, Fürstlich Bulgarischem l'ark-Director in Euxinograd 
(Dode 11). 



Populus. 19 

bis zum Himalaja verbreitet; Schösslingsblätter am Rande wellig, am 
Grunde breit und tief herzförmig, oberseits lebhaft grün glänzend, unter- 
seits weiss, nicht sehr dicht filzig, 3 — 7 lappig mit sehr spreizenden, gegen 
den Grund zurückgebogenen Lappen, stark gezähnt; Blätter der Zweige 
älterer Aeste breit-rundlich, mit starken und ziemlich spitzen Zähnen und 
wenig gebogenen fast parallelen Seitennerven. — Epirötica 1 ) (P Epi- 
rotica Dode a. a. O. 43 [1905]) aus Süd-Italien und der Balkanhalbinsel 
mit am Rande wolligen, am Grunde sehwach herzförmigen, oberseits schwach 
behaarteu dunkelgrünen, unterseits weissfilzigen, etwas flockigen, tief 3 — 5- 
lappigen Schössliugsblättern mit ziemlich spreizenden Lappen und spitzen 
Zähnen. Blätter der Zweige älterer Aeste fast dreieckig, am Grunde etwas 
herzförmig mit geraden und parallelen oberen Seitenuerven. 

1. Schösslingsblätter am Grunde nicht herzförmig. 
a. Schösslingsblätter am Grunde fast geradlinig. 

nivea. Schösslingsblätter flach oder schwach wellig, 
ziemlich tief 3 — 5 lappig, oberseits meist trübgrün bis dunkel- 
grün, unterseits sehr dicht reinweissfilzig, gezähnt. Blätter 
der Zweige älterer Aeste elliptisch, am Grunde gestutzt, mit 
meist nicht sehr zahlreichen, ziemlich kräftigen Zähnen und 
fast parallelen wenig gebogenen Seitennerven. 

Im östlichen Europa heimisch (Dode) im ganzen Ge- 
biete zahlreich angepflanzt und leicht aus diesen Culturen 
verwildernd, stellenweise völlig eingebürgert. 

P. alba a. nivea Dippel Handb. Laubholzk. II. 191 
(1892). C. K. Schneider Handb. Laubholzk. I. 22. — P. 
nivea Willd. Berl. Baumz. 227 (1796). Dode Mem. Soc. 
nat. Autun XVIII. 21 (1905). — P. acerifölia Lodd. Cat. 
1836 nach Loud. Arbor. III. 1640 (1838). — P. cänäicans 
Lodd. a. a. O. (1836, 38) nicht Ait. — P. Arembergica 2 ) 
Lodd. a. a. O. (1836, 38). — P alba £. Salmönii 3 ) Carr. 
nach Wesmael in DC. Prodr. XVI. 2. 325 (1868) vgl. 
K. Koch Dendrol. II. 484. — P. Arembergiäna der 
Gärten, P argentea-vera, P. alba macrophylla 4 ) der 
Gärten nach Dippel Handb. Laubholzk. I. 191 "(1892). 

Einigermaassen veränderlich und zwar sowohl in der Tracht als 
in der Gestalt der Blätter, neben grossblätterigen Formen, zu denen 
namentlich die oben erwähnten Namen P. Arembergica und P. alba 
macrophylla gehören, werden neuerdings in Gärten besonders Formen 



i) In Epirus, der nur theilweise zum Königreich Griechenland gehörigen Land- 
schaft westlich von Pindos gefunden. 

2) Wohl eher nach einem Herzoge von Aremberg als nach dem Stammschlosse 
dieser bekannten Familie des Deutschen und Belgischen Hochadels, der Burgruine 
Aremberg bei Dümpelfeld im oberen Ahrthale (Rheinprovinz), nicht zu verwechseln 
mit dem modernen Wallfahrtsorte Aremberg zwischen Ehrenbreitstein und Bad Ems. 

3) Nach Salmon, welcher diese Form aus Algerien einführte (Wesmael a. a. 
O.) nicht nach Karl Salomon, * 27. Oct. 1829 f 7. Febr. 1899 Würzburg (Rost 
br.), Inspector des Botanischen Gartens daselbst, Verfasser mehrerer gärtnerischen 
Schriften, wie man nach der irrigen Schreibweise balomonii bei Karl Koch (a. a. 
O.) und späterer Schriftsteller glauben sollte. 

4) Von fiaxQÖg lang, gross und (pvÄAov Blatt. 

2* 



20 Salicaceae. 

mit mittclgrossen Blättern gezogen, die eich durch einen ausserordent- 
lich dichten und bis in den Herbst schneeweiss bleibenden Filz der 
Blattunterseite auszeichnen. — Eine buntblätterige Monstrosität ist 

m. aurei-intcr tc'xta {aureo-intertexta Späth in Dippel Handb. 
Lauhholzk. II. 191 [1892]) mit ganz silberfarbigen jungen, später gold- 
gelb gefleckten Blättern. 

Dieser Rasse nahe verwandt sind 

-. Pal etsky äna '). Schösslingsblätter am Rande schwach wellig, 
oberseits lebhaft grün, unterscits etwas weniger dicht filzig, etwas 
flockig, Blätter der Zweige älterer Aeste ziemlich stark buchtig ge- 
zähnt, mit fast parallelen wenig gebogenen Seitennerven. — Nach 
Do de im östlichen Europa bis Turkestan heimisch. — P. alba 
Paletskyana A. u. G. Syn. IV. 20 (1908). — P. Paletskyana 
Dode a. a. O. 21 (1905). 

■'!. TrabutiänaS). Zweige derb und starr. Schösslingsblätter fast 
stets 5 lappig, oberseits dunkelgrün, unterseits sehr dicht filzig, mit 
spreizenden gezähnten Seitenlappen. Blätter der Zweige älterer 
Aeste elliptisch-lanzettlich, mit der vorigen Abart ähnlichen Zähnen 
und Seitennerven und starren Blattstielen. — Im östlichen Mittel- 
europa (Dode). — P. alba Trabutiana A. u. G. Syn. VI. 2. 20 
(1908). — P. Trabutiana Dode a. a. O. 22 (1905). 

(Verbreitung der Rasse: Oestliches und südöstliches 
Europa, Turkestan.) |^T 

b. Schösslingsblätter am Grunde breit abgerundet oder breit- 
keilförmig. 

1. palmata. Schösslingsblätter am Rande wellig, am Grunde 
breit abgerundet, oberseits lebhaft grün, glänzend, unterseits 
massig dicht filzig, flockig, rein weiss, mit 3 — 5 ziemlich 
tiefen gezähnten Lappen. Blätter der Zweige älterer Aeste 
elliptisch, spitz, oft dreilappig, mit starken Zähnen und ge- 
bogenen Seitennerven. 

Im Mittelmeergebiete heimisch, hin und wieder auch 
angepflanzt. 

E. alba palmata A. u. G. Syn. IV. 20 (1908). — P. 
palmata Dode Mem. Soc. nat. Autun XVIII. 22 (1905). 

(Verbreitung der Rasse: Iberische Halbinsel; Italien; 
Balkanhalbinsel.) f*] 

2. heteröloba 3 ). Sehr grosser Baum. Schösslingsblätter 
flach, mit sehr breit keilförmigem Grunde, oberseits rein 
grün, unterseits ziemlich stark weissfilzig, mit 3 — 5 ziem- 
lich tiefen, wenig spreizenden gezähnten Lappen. Blätter 
der Zweige an älteren Aesten breit-rundlich, am Grunde 
gestutzt mit starken etwas nach aussen zurückgebogenen 
Zähnen und ziemlich parallelen, wenig gebogenen Seiten- 
nerven. Staubbeutel violett. 



1) Nach dem Sammler Paletsky in Russisch-Turkestan (Dode br.). 

2) S. III.. S. 513 Fussn. 2. 

y ) Von {'regos ein anderer, verschieden und Aoj3ög Lappen. 



Populus. 21 

Im östlichen Europa heimisch, auch im Gebiete! 
P. alba heterolöba A. u. G. Syn. IV. 20 (1908). — 
P heterolöba Dode a. a. O. 22 (1905). 

Nach Dode (a. a. O. 23) hat Wierzbicki diese Rasse unter 
dem Namen P. Bachofenii vertheilt, aber nach der Reichen bach- 
schen Abbildung (s. S. 31) gehört diese Pflanze nicht hierher, die 
Reich enbach'sche Beschreibung ist zu unvollkommen. 

(Verbreitung der Rasse: Mittleres und südliches Russ- 
land und weiter?) \~% 

2. Schösslingsblätter am Grunde herzförmig. 

Peronaeäna 1 ). Schösslingsblätter herzförmig-dreieckig, 
die Seitenlappen am Grunde gestutzt, unterseits etwas grau- 
- weiss filzig, flockig, mit 3 — 5 spitzen spreizenden Lappen, 
mit vorwärts gerichteten spitzen Zähnen. Blätter der Zweige 
älterer Aeste klein, gleichseitig dreieckig, am Grunde schwach 
herzförmig, oberwärts ganzrandig mit starken spreizenden, spitz- 
lichen Zähnen. 

Nach Dode in Europa verbreitet. 

P. alba Peronaeäna A. u. G. Syn. IV. 21 (1908). 
— P Peronaeäna Dode Mem. Soc. nat. Autun XVIII. 23 
(1908). 

Nach Dode durch die Gestalt der kleinen Blätter etwas an den 
Efeu erinnernd; wir sahen hier in den Gärten mehrfach hierher gehörige 
Formen. 

(Verbreitung der Rasse : Frankreich ; Italien ; Balkanhalb- 
insel; Russland und wohl weiter?) ~? 

1). Wuchs des ganzen Baumes (oder Strauches) ausgesprochen 
pyramidal, alle längeren Zweige und Aeste aufwärts gerichtet. 

pyramidalis. Schösslingsblätter meist gross, am Grunde 
schwach sehr breit-keilförmig, abgestutzt, oberseits glänzend leb- 
haft grün, unterseits etwas weniger dicht weissfilzig, mit 5 — 7 
sehr tief einschneidenden spreizenden, unregelmässig gelappten 
und gebuchteten Lappen. Blätter der Zweige älterer Aeste 
rundlich-elliptisch, sehr unregelmässig eckig, mit spitzen Zähnen. 
Staubblätter meist zu 3 — 5, lebhaft roth. 

In Vorderasien heimisch, zuerst aus Turkestan eingeführt, 
bei uns seit langem in Gärten, in ihnen und auch ausserhalb 
derselben leicht verwildernd. 

P. alba b. pyramidalis Bunge AI. Lehmann Rel. bot. in 
Mem. pres. ä l'ac. de St. Pet. par div. sav. VII. 498 [322 1 
(1851). Dippel Handb. Laubholzk. IL 191 (1892). Beissn. 
Schelle, Zab. Handb. Laubholzben. 13. — P. alba s. croatica 
Wesm. in DC. Prodr. XVI. 2. 324 (1868) vgl. K. Koch in 



l) Nach Vittorio Perona, * 15. April 1851 Gojola (Prov. Cuneo, Piemont) 
(briefl.), Professor an der Forst- Akademie in Vallombrosa, Toscana, verdienstvollem 
Dendrologen. 



22 Salicaeeae. 

Wochensehr. f. Pflanzenk. 1865. 246. C.K.Schneider Handb. 
Laubholzk. I. 22. — P. Bolleäna 1 ) = P. alba bez. nivea var. 
Bolleana Lauche in Hüttig. D. Deutsche Gart. 500 (1878). 
Mast. Gard. Chron. 1882. 2. 96. Dode Mem. Soc. bist. nat. 
Auuui XVIII. 23 (1905). — P. alba var. Bolleana Wesm. Bull. 
Soc. bot. Belg. XXVI. 373 (1887) und vieler Gärten. 

Eine sehr eigenartige Pflanze, die eine der bekannten Pyramiden- 
pappel Behr ähnliche Tracht besitzt und deswegen in Gärten sehr beliebt ist. 
Dass diese Pllanzc mit ,P. croatica W. K." identisch sei, ist ein Irrthum 
von K. Koch, den dieser (Deudrol. II. 1. 48) stillschweigend zurück- 
genommen hat; dort ist sie richtig unter den Formen von P. nigra (s. 
:) erwähnt. 

B. Schösslingsblätter nicht oder nur schwach gelappt, unterseits weiss 
oder etwas grau, flockig. Blätter der Zweige älterer Aeste unter- 
seits zuletzt mehr oder weniger grün- oder grauflockig. — Groupe 
Alba Dode Mem. Soc. bist. nat. XVIII. 19, 24 (1905) z. T. 

Ausser den unten erwähnten Formen giebt Dode aus dem Verwandt- 
schaftskreise an: die zweifelhafte floccdsa (P. ßoccosa Dode a. a. O. 24 [1905]) 
aus Italien und dem Orient mit fast dreieckigen, am Grunde gestutzten und 
schwach dreieckigen, fast 5 — 7 lappigen, ziemlich spitz und an regelmässig säge- 
zähnigen, unterseits weissflockigen Schösslingsblättern; Blätter der Zweige älterer 
Ae.-te rundlich, mit etwas welligen, ziemlich zahlreichen, etwas spitzen nicht 
sehr tiefen sägeartigen Zähnen, lang gestielt, unterseits mit langem grauflockigem 
Filz bekleidbt (dadurch ausgezeichnet); junge Zweige anfangs ganz weiss; Hoch- 
blätter in den Blüthenständen mit zahlreichen, rein weissen starren Wimpern. 
— välida (P. ralida Dode a. a. O. 25 [1905]) aus Bulgarien, mit sehr grossen 
dreieckig-elliptischen, am Grunde herzförmigen, unregelmässig gezähnten unter- 
seits hellgrauflockigen, später verkühlenden Schösslingsblättern; Blätter der 
Zweige älterer Aeste dreieckig, ziemlich derb buchtig - gezähut. Durch die 
grossen Blätter Behr ausgezeichnet und der P. tomentosa etwas ähnlich. — 
Bei uns nur 

I. genuina. Stamm etwas rissig, an der Sonnenseite braun. Schöss- 
lingsblätter mehr oder weniger dreieckig, am Grund meist fast 
gerade; seltener schwach herzförmig, am Innenwinkel (nahe dem 
Blattstiel) oft mit 2 kleinen Läppchen, gezähnt, unterseits weiss-, 
seltener etwas grau-flockig. Blätter der Zweige fast rundlich, am 
Grunde schwach gestutzt, mit sehr unregelmässi»en zahlreichen 
spitzen Zähnen, bis zum Herbst unterseits grau-flockig behaart. 

Die hei weitem häufigste Form im östlichen und nördlicheren 
< rebiete nur diese Hasse. 

/'. alba a. genuina Wesm. in DC. Prodr. XVI. 2. 324 
(1868) erw. ('. K. Schneider Handb. Laubholzk. I. 22 (1904) 
veränd. — P. alba Dode a. a. O. (1905) erw. 

Einigermaasseo veränderlich, namentlich in der Tracht und in der 
■ der Blätter, auch in der Dichtigkeit der Bekleidung etc. Von Garten- 
formen wäre namentlich zu nennen 

1. pendula (Dippel Handb. Laubholzk. II. 191 [1892]). Zweige 
wenigstens im Alter überhängend bis hängend. — In manchen Formen sehr 
Bchön; die Richtung der Zweige ändert ab von schwach überhängend bis 



i) S. I. S. 393 Fussn. 1. 



Populus. 23 

fast gerade herabhäugend. — AVichtiger erscheinen, aber dem Typus nahe- 
stehend : 

b. inegale üce l). Sehr grosser Baum. Stamm glatt, grünlich. Schösslings- 
blätter gross, am Grunde ganz schwach herzförmig und etwas abgerundet, 
schwach 5 — 7 lappig, gezähnt, unterseits weissflockig. Blätter der Zweige 
älterer Aeste rundlich, am Grunde gestutzt mit ziemlich wenig zahlreichen 
abgerundeten unregelmässigen Zähnen. — Seit langem in Gärten, nach 
Dode (a. a. O.) in Europa heimisch. — P. alba megaleuce A. u. G. Syn. 
IV. 23 (1908). — P. megaleuce Dode Me'm. Soc. bist. nat. XVIII. 24 
(1905). — Wegen seiner grossen Blätter in Gärten beliebt; öfter unter 
dem Namen Holländische Silberpappel (franz. : Ypreau oder blanc de 
Hollande, Dode) cultivirt. 
C. Bogueäna 2 ). Rinde des Stammes und der Aeste sehr rissig, runzelig, 
etwas an die heimischen Eichen erinnernd. Krone gross. Kurzzweige 
knotig. Knospen gross. Schösslingsblätter gross, am Grunde schwach herz- 
förmig, im Innenwinkel mit deutlicheren Läppchen, mit zahlreichen starken 
und spitzen Zähnen, unterseits weissflockig. Blätter der Zweige älterer 
Aeste dreieckig-rundlich, am Grunde gestutzt, spitzlich, mit ziemlich zahl- 
reichen spitzlichen Zähnen. Hochblätter in den Blüthenständen meist fein 
grau wollig behaart. — Nach Dode von unbekannter Herkunft, ähnliche 
Formen sahen wir im nordöstlichen Gebiete in Wäldern. — P. alba Bo- 
gueana A. u. G. Syn. IV. 23 (1908). — P. Bogueana Dode a. a. O. 24 
(1905). 

(Verbreitung der Rasse: [Skandinavische Halbinsel und 
Dänemark nur verwildert.] Britische Inseln ; Frankreich ; Iberische 
Halbinsel; Italien; Balkanhalbinsel; mittleres und südliches Russ- 
land ; Kaukasus ; wohl auch Vorderasien [dort nach Dode nicht 
bekannt].) lf 

II. globosa. Zweige und Aeste aufrecht, daher einen dichten ovalen 
Strauch bis kleinen Baum bildend. Schösslingsblätter klein, drei- 
eckig, am Grunde herzförmig, schwach gelappt, unregelmässig wellig 
gezähnt, unterseits grauflockig. Blätter der Zweige älterer Aeste 
sehr klein, rundlich bis schwach-elliptisch, am Grunde herzförmig 
und dort fast ganzrandig, sonst mit zahlreichen unregelmässigen 
Sägezähnen. 

Im Orient heimisch, bei uns seit einiger Zeit nicht selten in 
Gärten. 

P. alba var. globosa Späth Catal., Dippel Handb. Laub- 
holzk. II. 191 (1892). C. K. Schneider Handb. Laubholzk. I. 
22. — P. globosa Dode Mein. Soc. bist. nat. XVIII. 27 (1905). 

Eine sehr eigenthümliche Form, die seit einer Reihe von Jahren durch 
Späth-Rixdorf-Berlin verbreitet wird und wegen ihres dichten Wuchses, 
ihrer kleinen Blätter etc. jetzt gern verwerthet wird. Die jungen Blätter 
haben eine eigenartige Färbung, die Dippel grau-rosafarbig, weiss an- 
gehaucht nennt. 

(Verbreitung der Art: [Skandinavische Halbinsel ; Dänemark 
nur eingebürgert]; Britische Inseln; Frankreich; Iberische Halb- 



1) Von fieyag gross und Xevy.i] s. S. 16 Fussn. 1. 

2) Nach Professor Einest E. Bogue am Agricultural College of Michigan in 
Ingham County. 



21 Snlicaceae. 

insel; Italien; Balkanhalbinsel; mittleres und südliches Rüssland; 

Kaukasus; Vorder-Asien; westliches Central- Asien ; Himalaja.) 

"* 

1029. X 1030. P. alba X tremula s. S. 29. 

1029. X 1031. P. alba X nigra s. S. 54. 

* P. tomentösa. %. Ziemlich stark wüchsig. Stamm glatt, weisslich-grün- 
lich. Aeltcres Holz grau, einjährige Zweige, stielrundlich, glänzend oliv-grün bis 
bräunlich, in der Jugend dicht weisslieh-filzig. Schösslingsblätter nie ge- 
lappt, dreieckig, am Grunde gestutzt und schwach herzförmig, zugespitzt, spitz 
und unregelmässig sägezähnig, Unterseite grauflockig, oberseits glänzend. Blätter 
der Zweige älterer Aeste meist in der Form denen von P. tremula ähnlich, 
schwach dreieckig, spitz grob und buch tig-sägez äh nig, oberseits sattgrün. 
Blüthenstände dichter als bei P: alba. 

tu China heimisch, bei uns hin und wieder in Gärten. Bl. März. 

P. tomentösa Carr. Rev. Hortic. 1867. 340. C. K. Schneider Handb. Laub- 
holzk. I. 21. Dode Mein. Soc. hist. nat. XVIII. 25 (1905). — P. alba denuddta 
Maxim, fragm. 49 (1879) nicht Biartig. — P. peckinc'nsis L. Henry Rev. Hortic. 
LXXV. 355 (1903). 

b. b. Trepidae (Dode Mem. Soc. hist. nat. Autun XVIII. 19, 2 

[1905]). Schösslingsblätter verkahlend, seiden- oder rauhhaarig, 
mehr oder weniger unregelmässig-sägezähnig. Blätter der Zweige 
älterer Aeste in der Jugend mehr oder weniger reichlich be- 
haart. Hochblätter in den Blüthenständen (Tragblätter der 
Blüthen) tief getheilt. Blattstiele mehr oder weniger flach ge- 
drückt (ausgenommen der Schösslingsblätter), wenn stielrundlich, 
dann die Drüsen am Blattgrunde deutlich. Knospen mehr oder 
weniger glänzend, zuweilen etwas kleberig. 

Nach Dode sind die Blätter mittellanger Zweige bei dieser Gruppe 
einander meist sehr ähnlich. Die Blätter der Zweige älterer Aeste sind 
meist verbreitert, oberwärts oft ganzrandig. Die Behaarung wechselt im 
Laufe der Entwickelung der Blätter oft sehr stark, mitunter sind die Blätter 
später ganz kahler Arten in der Jugend dicht weiss behaart. 

1. 1. Discus am Grunde der Blüthen kahl. 

a. a. Drüsen am Blattgrunde meist fehlend oder Blätter ganz 

kahl. Stiele der Blätter der Zweige älterer Aeste stark 

zusammengedrückt. 

1030. (2.) P. tremula. (Zitterpappel, Espe, Aspe; niederl. u. 
vlaem. : Klaterpeppel, Espenboom, Vrouwentongen ; dän. : Baevre-Asp; 
franz.: Tremble; it.: Alberella, Tremolo; ligur. : Arbera negra nach 
Pen zig; rum.: Plopu tremurätor; poln. : Osa, Osina; wend.: Wos, 
Wosyca; hülini.: Osyka; kroat. : Trepetljika; russ. : Ociraa.) % seltener 
1/. Meist mittelhoch, seltener bis 30 m hoch. Stamm selten bis 1 m 
dick, anfangs mit glatter gelbgrauer Rinde, später mehr oder weniger 
schwarzgrau borkig. Zweige kahl oder anfangs schwach, selten etwas 
Stärker behaart, rundlieh im ersten Jahre, glänzend gelbbraun, im zweiten 
Jahre meist oliv- oder schwärzlich-grau, dann mit deutlichen Lenticellen 



Populus. 25 

besetzt. Blattknospen meist etwa 6 — 7 mm lang und 3 — 4 mm dick, 
spitzlich, braun, mitunter mehr oder weniger klebrig, oberwärts meist 
fein behaart, durch meist 4 gewimperte Schuppen bedeckt, Blüthen 
enthaltende Knospen meist eiförmig-kugelig. Blätter fast kreis- 
rund, meist quer breiter, meist 3 — 7 cm lang und 3 — 8 cm breit (selten 
bis zu 1,5 dm lang und fast ebenso breit oder gar noch länger) grob- 
ausgesch weif t stumpf gezähnt, die oberen und die der Schöss- 
linge fast dreieckig oder rhombisch, mit abgerundeten Seitenecken, alle 
am Grunde meist gestutzt oder etwas herzförmig, anfangs seidenhaarig- 
zottig, zuletzt meist kahl, am Grunde selten mit Drüsen, mit meist 3 
bis 6, seltener bis 8 cm langem Stiel. Blüthenstände (Kätzchen) bis 
über 1 dm lang. Hochblätter in den Blüthenständen bandförmig ein- 
geschnitten, lang grauzottig gewimpert, dunkelbraun. Staubblätter 4 bis 
12, mit vor dem Verstäuben purpurnen Staubbeuteln. Fruchtknoten 
kegelförmig, spitz. Narben purpurn. 

In Wäldern, in Gebüschen, gern an Abhängen und am Ufer an 
Gewässern, meist auf Sandboden, fast im ganzen Gebiete meist nicht 
selten auf den Ostfriesischen Nordseeinseln, erst neuerdings durch An- 
flug angesiedelt (Buchenau Fl. Ostfr. Ins. 3. Aufl. 90). Von Kerner 
(ÖBZ. XXVI. 364) im Ungarischen Tieflande nicht beobachtet. Oft an- 
gepflanzt und zahlreich verwildert. Steigt in Wallis bis 2000 m (Jac- 
card 330), in Ungarn nach Kerner (a. a. O.) bis 1305 m. Bl. 
März, April. 

P. tremula L. Spec. pl. ed. 1. 1043 (1753). Koch Syn. ed. 2. 
. C. K. Schneider Handb. Laubholzk. I. 19. A. u. G. Fl. Nord- 
ostd. Flachl. 247. Nyman Consp. 664. Suppl. 280. Richter-Gürke PI. 
Eur. II. 2. Rchb. Ic. XI t. DCXVIII fig. 1274. — P. austräte 
Ten. Ind. sein. hört. Neap. 1830. 15. Nyman Consp. 664. — P. 
graeca Griseb. Spie. fl. Rum. Bith. II. 345 (1844) nicht Ait. 

Die langen seitlich flach gedrückten Blattstiele sind die Ursache der sprich- 
wörtlichen Beweglichkeit des Laubes. 

Nach C. K. Schneider entwickeln sich die Blätter meist etwas später als 
bei P. alba, die Früchte reifen meist Ende Mai, die Blätter fallen im October und 
November. — Selten erreicht dieser Baum, dessen weiches Holz im allgemeinen 
wenig geschätzt ist, ein Alter von mehr als 100 Jahren. In Gärten, an Strassen 
etc. ist er seiner zahlreichen Wurzelscliösslinge wegen, die oft grössere Strecken dicht 
bedecken, meist nicht beliebt, aus demselben Grunde ist er oft schwer aus den Wäldern 
zu entfernen. 

Einigermaassen veränderlich, namentlich in Bezug auf die Gestalt und Be- 
kleidung der Blätter. Unsere Formen gliedern sich in folgender Reihe: 

A. Blätter auch anfangs nicht dicht seidenhaarig. 

I. typica. Schösslingsblätter meist dreieckig-elliptisch, am Grunde 
gestutzt, ziemlich stark zugespitzt, mit ziemlich regelmässigen 
kleinen Sägezähnen, später unterseits meist ganz oder fast ganz 
kahl. Blätter der Zweige älterer Aeste fast rundlich, am Grunde 
gestutzt und ganzrandig, oberwärts sehr kurz zugespitzt, seitlich 
mit ziemlich kräftigen Zähnen, in der Jugend gewimpert und mit 
zerstreuten Haaren besetzt. 



26 Salicaeeae. 

Die bei weitem häufigste Rasse. 

P. tremula a. tijpica Koehne Deutsche Dendrol. 80 (1893). 
( '. K. Schneider Handb. Laubholzk. I. 1 9 erw. 

Hierzu gehören eine Reihe von Formen, die z. T. durch am Grunde 
schwach keilförmige und an der Spitze mitunter stumpfe Blätter ausgezeichnet 
sind. — Bemerkenswerth erscheinen: 

b. pubescens. Blätter beiderseits oder doch unterseits angedrückt oder uu- 
regelmässig abstellend behaart. — Seltener. — P. tremula f. pubesecns 
A. Br. Herb, nach C. K. Schneider Handb. Laubholzk. I. 19 (1904). — 
P. trau, ß, rillom Koehne Deutsche Deodrol. 80 (1893) nicht Läng. — 
Diese Form ist etwas schwierig zu bewerthen, denn an Langtrieben und 
au Stockausschlägeu bleibt die Behaarung oft lange bis dauernd, ohne dass 
darum diese Theile des Typus hierhergerechnet werden könnten, anderer- 
seits finden sich wieder mitunter ganz behaart bleibende Pflanzen, so dass 
es schwer ist, eine Grenze zwischen diesen Abänderungen zu ziehen. 

C. viridifolia. Blätter beiderseits mehr oder weniger gleichfarbig. Schöss- 
lingsblätter meist ziemlich gross, am Grunde tief herzförmig, oberwärts 
schlank zugespitzt. — Selten. — P. tremula f. viridifolia Dippel Handb. 
Laubholzk. II. 196 (1892). — In der Tracht auffällig! und auf die Con- 
stanz zu prüfen. 

d. microph ylla '). Sehr zierlich. Blätter sehr klein, noch nicht halb so 
gross als beim Typus, mit meist wenigen kleinen Zähnen. — Selten, an 
trockenen Orten. — P. tremula f. microphylla A. Br. Herb, nach C. K. 
Schneider a. a. O. (1904). 

1. pendula (Petz. u. Kirchn. Arbor. Muse. 596 [1864]). Zweige 
mehr oder weniger hängend. — Meist in Gärten, selten wild. 

Gleichfalls dem Typus scheinen sich folgende zweifelhafte Formen 

anzusehliessen : 

'1. p seudograndidentäta (P. pseudogi-andidentata Dode Me'm. Soc. 
bist. mit. Autun XVIII. 31 [1905]). Schösslingsblätter dreieckig, am 
Grunde last gerade, ziemlich stark zugespitzt, mit ziemlich kräftigen, 
sehr unregelmäßigen Sägezähnen, später unterseits kahl und graugrün. 
Blätter der Zweige älterer Triebe fast kreisrund, am Grunde gestutzt, 
kurz zugespitzt, mit sehr spitzen Sägezähnen, anfaugs besonders ober- 
wärts gewimpert. Von unbekannter Herkunft, in Gärten» 

3. parvidentäta (P. parvidentata Dode a. a. O. 30 [1905]). Zweige 
etwas grau bereift. Schösslingsblätter rundlich-elliptisch, am Grunde 
bieii abgerundet, zugespitzt, mit kleinen, ziemlich regelmässigen Säge- 
zähnen, zuletzt unterseits last kahl. Blätter der Zweige älterer Aeste 
fast meist hellgrün, kreisrund, ob am Grande und oberwärts abgerundet 
und fast ganzrandig, Btachelspitzig, seitlich mit einigen buchtigen Zähnen, 
anfangs gewimpert und spärlich behaart. — Nach Dode aus dem Orient, 
ähnliche formen sahen wir auch aus den Gärten. 

(Verbreitung der Rasse: Wie die Art.) * 

II. Frey n ii 2 ). Blätter stets denen der Schösslinge ähnlich, läng- 



1) Von ftiy.QÖ^ klein und (pvAAov Blatt. 

-') Nach Joseph Freyn, * 7. Dec. 1845 Prag f 16. Jan. 1903 Prag-Smichow, 
Fürstlich-Colloredo'schem Baurath daselbst. F. botanisirte als Civil-Ingeuieur in den 
meisten Kronländern Oesterreich-Ungarns, wo er zu ihn Insten Kennern der Flora 
gehörte; namentlich während eines mehrjährigen Aufenthaltes zu Pola (ZBG. Wien 
XXVII [1877] 211. Nachträge a. a. O. XXXI [1831] 359 und ÖBZ. L. [1900] 
195 u. 253.) Feber die Flora des Oesterr. Küstenlandes und Istriens berichtete er 
in den Florenberichten der Deutschen Botan. Gesellschaft 1885 — 1892. Ferner 



Populus. 27 

lieh (2:1), ziemlich hellgraugrün. Schösslingsblätter ziemlich lang- 
dreieckig, am Grunde schwach herzförmig, zugespitzt, mit ziemlich 
regelmässigen kleinen Sägezähnen, auch später unterseits schwach 
behaart. Blätter der Zweige älterer Aeste, oval bis dreieckig 
oder rhombisch, am Grunde deutlich keilförmig, spitz 
bis zugespitzt, mit etwas unregelmässigen, etwas entfernten 
Sägezähnen, anfangs gewimpert und unterseits behaart. 

Ziemlich selten und in ihrer Verbreitung näher festzustellen. 
Im Norddeutschen Flachlande nur in Ost- und Westpreussen. 

P. tremida var. Freyni Hervier Bull. Herb. Boiss. IV 
(1896)-. App. I. 8 (1896). Rev. gen. bot. VIII. 177 (1896). 
A. u. G. Fl. Nordostd. Flachl. 247. Ascherson DBM. XIV 
(1896) 73. C. K. Schneider Handb, Laubholzk. I. 19. - P 
tremida f. acuminäta Abrom. Sehr. PÖG. Königsberg XXVII. 
54 (1886). Ber. DBG. V (1887) LXXX (1887) (blosser Name). 

— P. Freynii Dode Mein. Soc. bist. nat. Autun XVIII. 30 
(1905). 

Eine bemerkenswerthe Pflanze, die weitere Beachtung verdient, auch in 
der Tracht recht abweichend. Eine Uebergangsfc-rin zum Typus ist P. tre- 
mula var. betuli [aej fdlia (Hausskn. Thür. BV. N. F. VIII. 33 [1895]). 
Breite: Länge des Blattes 1:1,5: Blattgrund breit-keilförmig oder abgerundet. 

— Thüringen. 

(Verbreitung der Rasse: Central-Frankreich; östliches Europa; 
westliches und Central- Asien.) 11£ 

B. Blätter anfangs unterseits seidig glänzend behaart. 

villösa. Zweige anfangs dicht seidig glänzend. Schösslings- 
blätter dreieckig, am Grunde meist herzförmig, seltener abgerundet, 
meist etwas zugespitzt mit unregelmässigen Zähnen, auch zuletzt 
unterseits mit zahlreichen Haaren. Blätter der Zweige älterer Aeste 
fast kreisrund, am Grunde etwas gestutzt, dort ganzrandig, sehr 
kurz zugespitzt, mit meist zurückgekrümmten, an den Seiten kräf- 
tigen, oberwärts kleineren Zähnen. 

Zerstreut, besonders im westlichen Europa öfter überwiegend. 

P. tremida var. villosa Läng in Rchb. Fl. Germ. exe. 173 
(1830). C. K. Schneider Handb. Laubholzk. I. 19. — P. villosa 
Läng Syll. Soc. Ratisb. I (1824). — P. tremida a. typica b. sericea 
Koehne Deutsche Dendrol. 80 (1893). 

Die seidige Behaarung ist besonders im Frühjahr am stärksten, bei den 



lieferte er grössere Beiträge zur Flora von Böhmen, Ungarn und Siebenbürgen und 
Bosnien. Sodann bestimmte er die Sammlungen mehrerer Reisenden aus dem Orient 
und Nord-Asien, so zuletzt noch die von F. Karo (s. VI. 1. S. 734 Fussn. 1). 
Endlich war er ein guter Kenner der TAIiaceae und Ranunculaccac. Vgl. E. Hackel 
ÖBZ. LIII. 99. Er hatte für die Synopsis die Bearbeitung von Rann acutus über- 
nommen, kam aber leider nicht dazu sie durchzuführen. Sein an europäisch- 
orientalischen Pflanzen sehr reiches Herbar ging in den Besitz dos Mährischen Landes- 
museums zu Brunn über. Auch die Verfasser der Synopsis sind ihrem verehrten 
Freunde Dank für vielfache Belehrung schuldig. 



28 Salicaceac. 

im Sommer neu entstehenden Blättern ist sie erheblich weniger dicht. — Hierher 
gehören 
IL sinuata. Schösslingsblätter etwas mehr rundlich, am Grunde schwach herz- 
förmig-gestutzt, mit ziemlich starken buchtigen Zähnen. Blätter der Zweige 
älterer Aeste kaum zugespitzt, mit schwachen ziemlich entfernten buchtigen 
Zähnen. — Hin und wieder. — 1'. tremula B. IL sinuata A. u. G. Syn. 
IV. 28 (1908). — P sinuata Dode Mem. Soc. hist. nat. Autun XVIII. 
29 (1905). — Nach Dode, auch in West- und Mittel-Asien. 

III. silvicola. Schösslir.trsblätter am Grunde schwach herzförmig. Blätter der 
Zweige älterer Aeste dreieckig-rundlich, oberwärts spitz-zugespitzt, ganzrandig. 

— In Wäldern zerstreut. — P. tremula B. III. silvicola A. u. G. Syn. IV. 
28 (1908). — P sylvicola Dode a. a. O. (1905). — Nach Dode auch im 
westlichen Asien. 

IV. le'pida. Schössliugsblätter am Grunde weit und schwach herzförmig. Blätter 
der Zweige älterer Aeste etwas rhombisch-rundlich, am Grunde keilförmig, 
mit starken sehr zurückgekrümmten Sägezähnen. — Ziemlich selten, hin und 
wieder in Gärten. — P. tremula B. IV. lepida A. u. G. Syn. IV. 28 (1908). 

— P lepida Dode a. a. O. 28 (1905). 

(Verbreitung der Rasse: Fast ganz Europa; westliches und 
mittleres Asien.) * 

(Verbreitung der Art: Fast ganz Europa; westliches und 
mittleres Asien; Nord-Asien; Nord-Africa.) * 

1029. X 1030. P. alba X tremula s. S. 29. 

* P. trcmuloides. % Mitunter bis 30 m hoch. Zweige in der Jugend zer- 
streut behaart, später dunkelrothbraun, im zweiten Jahre graubraun, mit wenig auf- 
fallenden Lenticellen. Knospen spitz, kegelförmig, meist 7 — 9 mm lang und 
:; nun dick, meist etwas abstehend, nur an den Schösslingen anliegend, feinkleberig, 
mit 4 — 6 roth- bis gelbbraunen Schuppen. Blüthenknospeu kürzer. Schössliugs- 
blätter gross, etwas quadratisch, am Grunde ganz schwach keilförmig, zugespitzt, mit 
meist kleinen ziemlich unregelmässigen Zähnen, in der Jugend gewimpert, später 
kahl, unterseits gelblich-grün. Blätter der Zweige älterer Aeste rhombisch-elliptisch, 
am Grunde schwach herzförmig bis schwach keilförmig, sehr kurz zugespitzt, fast 
stachelspitzig, meist 3 — 6 cm lang, seltener viel länger, mitunter sehr klein, unter- 
seits gelblich bis schwach bläulich-grün, mit sehr kleinen, öfter undeutlichen Zähnen 
und l>is fast 1 dm langen Stielen, am Blattgrunde häufig mit 2 Drüsen. Männliche 
Blüthenstände etwa 7, weibliche etwa 5 cm (später bis über 1 dm) lang. Männliche 
Blüthen mit 6 — 15 Staubblättern. 

Fast durch ganz Nordamerica verbreitet, dort nördlich bis Alaska und zur 
Eudsonsbay heimisch, bei uns seit fast 100 Jahren (1812) in Gärten und jetzt wegen 
der zierlichen Tracht beliebt. — Bl. März, April. (Mai). 

P trcmuloides Mich. Fl. Bor. Am. IL 243 (1803). C. K. Schneider Handb. 
Lanbholzk. 1 19. — P. atheniensis ^) Ludw. Neue wilde Baumz. 35 (1753)? Koehne 
Deutsche Dendrol. 80. — P. trrpida Willd. Spec. pl. IL 803 (1805). — P graeca*) 
Lauche Dendrol. ed. 2. 316 (1883) oh auch Ait.? 

Es ist sein- unsicher ob der Name f. atheniensis Ludwig's wirklich hierher 
gehört. — In Gärten neuerdings noch eine 1. pendula (C. K. Schneider a. a. O. 
[1904]) mit hängenden Aesten und Zweigen. 

b. Drüsen am Blattgrunde stets deutlich. Blattstiele meist 



l) Nach einer Stadt Athens in Nonl-America, nicht etwa nach der Hauptstadt 
des jetzigen Königreichs Griechenland, auf welcher irrthümlichen Annahme der Name 
P. graeca beruht. 



Populus. 29 

mehr oder weniger stielrundlich und behaart. Blätter fein 
und gleichmässig gesägt. 

* P. Sieböldii • ). %. Mittclboch. Junge Zweige behaart, später kahl, schwach 
kantig. Schüsslingsblätter meist dreieckig-herzförmig, am Grunde mehr oder weniger 
weit herzförmig, zugespitzt, mit kleinen Zähnen, unterseits zuletzt meist spärlich 
behaart. Blätter der Zweige älterer Aeste meist fast rundlich bis etwas länglich, 
am Grunde gestutzt, selten schwach herzförmig, kaum, seltener länger, zu- 
gespitzt, anfangs bsiderseils später, unterseits weiss-seidig-behaart, zuletzt unter- 
seits grauzottig bis ganz kahl. 

In Japan heimisch, hin und wieder in Gärten. 

P. Sieböldii Miq. Ann. Mus. Lugd. Bat. III. 29 (1867). C. K. Schneider 
Handb. Laubholzk. I. 17. Dode Mein. Soc. hist. nat. XVIII. 32 (.905). — P. tre- 
mula var. villosa Maxim. Herb, und mehrerer anderer Schriftsteller nicht Ldng. 

Aendert ähnlich unserer heimischen Zitterpappel in der Behaarung ab; 
C. K. Schneider unterscheidet danach eine Abart a. typica und einer der 
villosa analog behaarte b. subsericea (a. a. O. 17 [1904]). 

2. Discus am Grunde der Blüthen behaart. 

* P. grandidentata. Tl. (In der Heimat bis) 20 m hoch. Rinde 
glatt, graugrün, am Grunde älterer Stämme borkig. Zweige anfangs 
filzig behaart, später meist kahl, mehr oder weniger glänzend braunroth, 
zweijährige graubraun. Blätter anfangs behaart, bald verkahlend, 
nur an den Schösslingen mitunter bleibend behaart. Schösslingsblätter 
sehr gross, dreieckig, am Grunde abgerundet- gestutzt, zugespitzt, sehr 
unregelmässig gezähnt. Blätter der Zweige älterer Aeste meist 
rundlich-oval, am Grunde breit-keilförmig und ganzrandig, dort 
meist mit Drüsen, oberwärts mit sebr starken spitzen Sägezähnen 
zugespitzt. Blüthenstände bis fast 1 dm lang, die weiblichen später 
länger. Staubblätter 6 — 12. Früchte etwa 6 mm lang. 

Im Atlantischen Nordamerica heimisch, wegen seiner Belaubung 
hin und wieder in Gärten. Bl. März, April. 

P. grandidentata Mich. Fl. bor. Am. II. 243 (1803). Koehne 
Deutsche Dendrol. 79. C. K. Schneider Handb. Laubholzk. I. 17. 
Dode Mem. Soc. hist. nat. XVIII. 28 (1905). 

Bastard. 

A. 

1029. X 1030. P. alba X tremula (nieder!: Abeel; nun.: 
Plop albu cenusiu). %. Meist ziemlich grosser Baum. Blätter in der 
Gestalt meist ausserordentlich wechselnd, nach Rec hinger treten an 
demselben Baum oft sehr verschiedenartige Blattformen auf (vgl. Po- 
spichal Fl. Oesterr. Küstenl. I. 336), oft weiss filzig behaart, meist 
aber wenigstens oberseits verkahlend, mitunter auch unterseits nur an- 
fangs schwach filzig behaart und später fast völlig kahl. 



1) S. I. S. 188 Fussn. 1. 



30 Salicaceae. 

Mit den Erzeugern im Verbreitungsgebiete der P. alba meist nicht 
Belten, oft zahlreich auftretend. 

P. alba X tremula Aschers. Fl. Prov. Brandenb. I. 645 (1S64). 
— P. oanSscens Smith Fl. Brit. III. 1080 (1805). — P. hybrida 
M. Bieb. Fl. Taur.-Cauc. IL 422 (1808). Koch Syn. ed. 2. 759. Nyman 
Consp. 663. Rchb. Ic. XI t. DCXV fig. 1271. — P. tremula X 
alba C. K. Schneider Handb. Laubhol zk. I. 28 (1904). 

Ziemlich veränderlich, neben den oben erwähnten in ihren Merkmalen stark 
schwankenden Exemplaren lassen sieh auch Formen feststellen, die gewisse Eigen- 
schaften CODStant bewahren. — Bemerkenswertu sind: 

A. Stein i tina 1 ). Schösslingsblätter fast herzförmig, ganz schwach 
gelappt, mit drüsigen und unregelmässitren Sägezähnen, Unterseite 
grau-flockig filzig behaart. Blätter der Zweige älterer Aeste rund- 
lich, sehr unregelmässig buchtig gezähnt, am Rande wellig, sehr 
lang gestielt. 

Die bei weitem häufigste Form. 

P. alba X tremula A. Steiniana A. u. G. Syn. IV. 30 
(1908). - - P. Steiniana (P. alba X nigra) Bornm. Gartenfl. 
XXXVII (1888) 173 fig. 37, 38. -- P. canescens (Smith a. a. O. 
im engeren Sinne) Dode Mem. Soc. bist. nat. Autun XVIII. 2G 
(1905). Rchb. Ic. XI t. DCXVII fig. 1273. 

Nach Dode, der die Pflanze für nicht hibriden Ursprungs erklärt, gehört 
die von Bornm ü Her a. a O. (1888) beschriebene und abgebildete Pflanze 
hierher und stellt typische P. canescens dar. 

Hierher gehört 
II. <lcnu<l l <'tn (A. Braun in Hartig Lehrb. Forstl. Pflzk. 434 [1850]. Aschers. 
11. Prov. Brandenb. I. G45). Blätter unterseits zuletzt völlig verkühlend, — 
Ziemlich selten. 

B. Bachof enii 8 ). Schüsslingsblätter dreieckig-elliptisch, am Grunde 
herzförmig, unregelmässig sägezähnig und wellig, etwas zugespitzt, 
unterseits grau-flockig, in der Jugend unterseits weissfilzig Blätter 
der Zweige älterer Aeste rundlich, am Grunde schwach gestutzt 
und dort ganzrandig, oberwärts doppelt sägezähnig, wellig, lang 
gestielt, die unteren der Zweige später ganz kahl, die oberen unter- 
seits ganz weiss filzig. 

Nach Dode nur im Orient heimisch, aber sicher auch bei 
uns, wenigstens im südöstlichen Gebiete, die Form wurde auf einem 
-'■In- alten Baum beim Kloster Bazias an der Donau in Süd-Ungarn 



l) Nach Bertbold Stein, * 184G f 28. Febr. 1899 Breslau (Wittmack 
Gartenfl. XLVIII. 107), früher [nspector des Botanischen Gartens daselbst, vorher 
in Innsbruck, verdient um die Cultur und Kenntniss der Alpenpflanzen, besonders 
Primula, Kenner der Flechten, die er für die Kryptogamenflora von Schlesien be- 
arbeitet hat, 

-) Nach Franz Bachofen von Echt, * 178G Koblenz f 1849 Vorsecz (Süd- 
l Dgarn), 1809 46 kgl. Walddirector der Militärgrenze, «reicher sich 1822— 41 grosse 
Verdienste um dir Bindung*- und Cultur- Versuche der Süd-Ungarischen Flugsand- 
gebiete erwarb (WesBely, dir Europäische Flugsand und seine Cultur Wien 1873. 
237, 260 nach A. von Degen briefl.). 



Populus. 31 

begründet. Im nördlichen Gebiete ist sie wahrscheinlich nur an- 
gepflanzt und verwildert. 

P alba X tremula c. Bachofenii Aschers. Fl. Prov. Brandenb. 
I. 645 (1864). — P. Bachofenii Wierzb. in Rchb. Ic. XI. 29 t. 
DCXVI fig. 1272 (1849); (Dode Mein. Soc. hist. nat. Autun. XVIII. 
26 [1905] erw.?). 

Nach Dode gehören Exemplare von Wierzbicki nicht hierher (s. 
S. 21), dagegen stellt die Reichenbach'sche Abbildung diese Form dar. 

(Verbreitung des Bastardes: Südliches und östliches Europa; 
Vorder- Asien.) |"J" 

IL Eupöpulus (Dode Mein. Soc. hist. nat. Autun XVIII. 14, 34 H. 
[1905] als Untergattung). Discus gerade abgeschnitten, mehr 
oder weniger tief gebuchtet oder gezähnt. Blätter oberseits meist 
ziemlich hellgrün, mitunter unterseits behaart, mit niemals sehr 
tief eingeschnittenen Zähnen, niemals gelappt, die Schösslings- 
blätter von denen älterer Aeste oft wenig verschieden. Blatt- 
drüsen unregelmässig rundlich oder verlängert beckenförmig. 
Blattstiele mehr oder weniger seitlich zusammengedrückt, im Quer- 
schnitt mehr oder weniger flach bis viereckig. Knospen ziemlich 
dick, spitz, kleberig, von mehreren Schuppen bedeckt. — Zweige 
älterer Aeste meist stärker behaart als Sckösslinge. Narben 2 
bis 4, grünlich, mit mehr oder weniger gefärbten zahlreichen Pa- 
pillen. Staubblätter zahlreich, (6 bis) 8 bis viele. Früchte rund- 
lich-elliptisch, ziemlich derb. 
a. Blätter unterseits auch anfangs nicht weiss-wollig. Blattstiele a. 
mehr oder weniger seitlich zusammengedrückt. 

1. Aegirus^) (Aschers. Fl. Prov. Brand. I. 645 [1864]. — 1. 
Aigeiros 1 ) Duby in DC. Syn. pl. Gall. ed. 2. I. 427 [1828]. 
Aegiri Dode Mein. Soc. bist. nat. Autun XVIII. 34 
[1905]). Blattstiele meist ziemlich stark seitlich zusammen- 
gedrückt, auch die der Schösslingsblätter, alle etwa gleich- 
lang. Blätter unterseits mehr oder weniger graugrün. Blatt- 
drüsen meist kammförmig. — Discus am Grunde der Blüthen 
nicht zerschlitzt, höchstens ausgerandet. Staubblätter 6 bis 
über 30. Fruchtknoten und Frucht (bei uns) kahl, letztere 
2 — 4 klappig aufspringend. 

Bei dieser Gruppe finden sich nach Dode häufig schmale Blätter, 
die beiderseits verschmälert und an der Spitze meist deutlich schief sind. 
Dode nennt sie „feuilles virgulees". 

a. Blätter am Grunde mehr oder weniger herzförmig, meist a. 
sehr gross, gewimpert. Hochblätter in dein Blüthenstand 
(Tragblätter der Blüthen) nur mehr oder weniger kerbzähnig. 
Schösslinge im ersten Jahre stets flügel-kantig. Kurze Zweige 
schwachkantig. — Drüsen am Blattgrunde deutlich. Narben 



!) ai'ysiQog, Name der Schwarzpappel schon bei Homeros. 



32 Salicaceae. 

3 — 4 kraus. - Groupe Carolinensis Dode Mem. Soc. hist. 
nat. Autun XVIII. 36 (1905). 

* P. anguläta. %. Grosser bis fast 30 in In her Baum mit breiter Krone; 
Stamm dem von /'. monüifcra ähulich. Zweige mehr oder weniger olivbraun mit 
deutliches Lenticellen. Knospen bis etwa 1 cm lang und 3 mm breit, fast olivgrün. 
Blätter rundlich bis dreieckig-herzförmig, am Grunde mitunter nur flach ausgerandet, 
deutlich l>is etwas lang zugespitzt, meist 1 — 1,5 (bis 3) dm hing und 0,8 — 1,2 (bis 
2,5) dm breit, ziemlich regelmässig und ziemlich fein gesägt, anfangs Unterseite zer- 
streut behaart, mit bis über 1 cm langem Stiele. Nebenblätter lanzettlich bis über 
1 cm lang. Weibliche Blüthenständo zuletzt bis über 2 dm lang. Discus unter den 
Blüthen bald stark verschrumpfend. 

In den Atlantischen Vereinigten Staaten heimisch, bei uns neuerdings in Gärten 
beliebt. Bl. März, April. 

P. anguläta Ait, Hort. Kew. III. 405 (1789). Koehne Deutsche Dendrol. 82. 
c. K. Schneider Handb. Laubholzk. I. 9. 

Wegen ihrer grossen Blätter und ihrer Starkwüchsigkeit halber jetzt gern an- 
gepflanzt. 

Dode unterscheidet (Mem. Soc. hist. nat. Autun XVIII. 37, 38 [1905]) drei 
Arten seiner Gruppe Carolinensis und zwar die nur von ihm eultivirte P. Caro- 
linensis (Fougeroux Mem. Soc. agiic. Paris 1786, 90 [1787J) mit sehr lebhaft rothen 
Blattstielen und jungen Trieben, sowie kaum zugespitzten (spitzen) Blättern, die 
wegen ihrer geringen Widerstandsfähigkeit nur selten ist. Die zweite Art nennt er 
/'. anguläta Mich. fil. Hist. Arb. for. Ann. sept. 1813, non Aitou, sie ist im wesent- 
lichen durch rothe Blattstiele, grüne, an der Sonnenseite röthliche einjährige Zweige 
mit bräunlichen Leisten ausgezeichnet und stellt vielleicht eine Kasse dar, sie wurde 
von Dode wiedereingeführt. Die dritte Art, die nach der Angabe in Frankreich 
eultivirt sein .soll, nennt Dode (a. a. O. 38) P. Besscyänai), sie hat grüne oder 
doch nur an der Sonnenseite gefärbte Blattstiele und olivbraune mit hellgelbbraunen 
Leisten versehene einjährige Zweige, sie stellt danach den Typus der bei uns cul- 
tivirten Form dar. 

. X 1031. P. anguläta X Canadensis s. S. 4G. 

. X 1032. P. anguläta X nigra s. S. 44. 

( . X 1032.) X 1031. P. (anguläta X nigra) X Canadensis s. S. 44. 

. X (1031. X 1032.) P. anguläta X (Canadensis X nigra) s. S. 45. 

1031. X 1032. P. Canadensis X nigra s. S. 45. 

. X 1031. P. Canadensis X laiirifolia s. S. 52. 

.X . P. anguläta X Virginiana s. S. 4G. 

( . X 1032.) X . P. (anguläta X nigra) X Virginiana s. S. 45. 

b. Blätter am Grunde keilförmig verschmälert bis gerade, selten 
ganz schwach herzförmig, aber auch dann abgestutzt. Hoch- 
blätter in den Blüthenständen (Tragblätter der Blüthen) tief 
Fransig zerschlitzt. Einjährige Zweige mehr oder weniger 
stielrundlicb, auch die Schösslinge nie flügelig kantig. 
1. Schösslinge im ersten Jahre mehr oder weniger kantig. 
Blätter alle oder doch die der Sommertriebe gerade ab- 
gestutzt Narben 2 — 4. 
a. Blätter fast stets breiter als lang, am Grund und an 
der Spitze meist deutlich ganzrandig, dazwischen fein 



l) Nach Charles Edwin Bessey, * 21. Mai 1845 Milton unw. Cincinnati 
(Ohio) (br.), Professor der Botanik an der University of Nebraska in Lincoln, früher 
(1^70—84) am Agricultural-College of Iowa, verdient um die Flora von Nord-Arnerica. 



Populus. 33 

kerbig gesägt oder nur mit 5 — 10 groben Zähnen, ge- 
wimpert, am Grunde mit kräftigen Drüsen. Schösslinge 
kantig. — Groupe Fremontii Dode a. a. O. 36, 39 (1905). 

In dieser z. T. an die Arten der Section Turanya erinnern- 
den Gruppe unterscheidet Dode 5 Americanische Arten. Ausser 
der unten genannten ist neuerdings durch Dode eingeführt: P. 
Wislizenil) (Sargent Silva Amer. XIV. 71 [1902]. — P. Fre- 
montii var. ? Wislizeni Wats. Amer. Journ. sc. scr. 3. XV. 136 
[1878]) im südlicheren Nordamerica und Nord-Mexico heimisch, 
von der Folgenden durch schärfere uud mehr abgesetzte Spitze 
der Blattei - , lang gestielte lilüthen und Narben verschieden. 

* F. Fremontiil) (Wats. Proe. Amer. Acad. X. 350 [1875]) bis 30 m hoch. 
Zweige anfangs behaart, später kahl, gelbbraun. Blätter gross, in eine ziemlich 
breite Spitze zugespitzt. — Im westlichen Nordamerica heimisch, erst neuerdiügs 
hin uud wieder in Gärteu, meist im südlichen und westlichen Gebiete. 

ß. Blätter meist länger als breit, im Mittel über 6 cm lang, 
fast ringsum ziemlich gleichmässig kerbsägig, gewimpert, 
am Grunde mit kräftigen Drüsen. — Groupe Virginiana 
Dode Mein. Soc. hist. nat. Autun XVIII. 36, 41 (1905). 

Gesammtart P. Canadensis (A. u. G. Fl. Nordoste!. Flachl. 248 

[1898]). 

1031. (3.) (50.) P. Canadensis. %. Bis 45 m hoch und sehr 
schnell wachsend. Stamm meist ziemlich schlank, viel weniger wulstig 
als bei P. nigra, mit weniger dicker, mehr schwärzlich-gelbbrauner 
Borke. Krone mehr aufstrebend als bei P. nigra, die Aeste im 
spitzeren Winkel entspringend. Einjährige Zweige oliv- bis hellgelb- 
braun. Knospen gross, etwa lanzettlich, mit ziemlich wenigen sehr 
grossen Schuppen. Blätter aus kaum herzförmigem, geradem, oder meist 
kurz keilförmigem Grunde breit-eiförmig bis fast rhombisch, zugespitzt, 
am Rande ziemlich regelmässig gesägt, die unteren der Aeste am 
Grunde vorgezogen, der Vorsprung am Blattstiel meist einen 
rechten Winkel bildend, an der Einfügung des Stieles meist mit 
2 Drüsen, alle am Rande kahl oder anliegend behaart, an kräftigen 
Trieben bis über 1 dm lang und breit. Männliche Blüthenstände bis 
über 1 dm lang, weibliche zuletzt bis über 2 dm. Narbenabschnitte 
fast sitzend, zurückgerollt, dem Fruchtknoten anliegend, am 
Grunde mit aufgerichteten Lappen. 

Stammt aus dem Atlantischen Nordamerica, dort von Canada bis 
zu den mittleren Vereinigten Staaten verbreitet, bei uns seit langem in 



1) Nach Friedrich Adolf Wisli zen us , * Mai 1810 Königsee (Thiir.) f 22. Sept. 
1889 St. Louis (Mo.), Arzt daselbst, welcher 1846/7 Nord-Mexico erforschte (Trans. 
Ac. Sc. St. Louis V. 465). 

2) Nach Charles John Fremont, * 21. Jan. 1813 Sa van nah (Georgia) f 
13. Juli 1890 New York, hervorragendem Staatsmann und Militär, der 1842 und 
1843/4 als Ingenieur-Leutnant bezw. Hauptmann das Gebiet zwischen dem Missouri 
und dem Stillen Ocean geographisch und naturhistorisch erforschte. 

Asclierson u. Graebner, Synopsis. IV. 3 



34 Salicaceac. 

Gärten, namentlich aber als Alleebaum früher viel verwendet, jetzt viel- 
fach verwildert, und stellenweise namentlich an Diluvialrändern, fast 
wie ein heimischer Baum auftretend. Bl. April, Mai, kurz vor Ent- 
wickelung der Blätter. 

P. canadensis Moench Bäume Weissenst, 81 (1785). Aschers. Fl. 
Prov. Brandenb. I. 640. Koehne Deutsche Dendrol. 81. — P del- 
toides Marsh. Arb. Amer. 106 (1785). C.K.Schneider Handb. Laub- 
holzk. I. 7. — P. mariländica Bosc nach Poir. in Lam. Encycl. Suppl. 
IV. 378 (1816). — P. laevigdta Willd. nach Aschers. Fl. Prov. Brand. 
I. 646 (1804) nicht Ait. — P. monilifera (Nouv.-Duhamel [1804J) nach 
Dode Mem. Soc. hist. nat. Autun X'VIII. 42 (1905) nicht Ait. 

Namentlich die weibliche Pflanze wurde bisher vorzugsweise eultivirt; wegen 
der in Ortschaften sieh sehr unangenehm bemerkbar machenden, in grossen Massen 
umherfliegenden Samen haben neuerdings einige Baumschulen mehr männliche 
Pflanzen gezüchtet und angepriesen. — Von öffentlichen Strassen und Plätzen ist 
sie in den letzten Jahrzehnten mit Bechl häufig entfernt worden, weil sie in älteren 
Exemplaren sehr windbrüchig wird und durch die sehr starken herabfallenden Aeste 
dann gefährlich ist. 

Ueber die Nomenclatur vgl. P. candicans (S. 51) die Dode für die echte 
/ '. canadenx is M o e n ch 's erklärt. 

Aendert ziemlich wenig ab, bemerkenswert!) erscheint: 
B. creeta. Zweige stark wachsend, aufrecht. Blätter sehr gross, lebhaft grün. 
Hin und wieder in Gärten. — P canadensis f. creeta Dippel Handb. Laub- 
holzk. II. 200 (1892). — P monilifera f. creeta Selvs Bull. Soc. Bot, Belg. 
III. 11, 13 (1864). — Peupl. re'gene're Carr. Rev. hört. 1865. 58. — P re- 
generata, P. grandis und P grandifolia der Gärten. — P. Regnendna ') Catal. 
Hoit. Hesse. 

Ausserdem wären eine gelbblätterige Form m. aurca (Van Geert nach Dippel 
a. m. ().) und eine krausblätterige (in. crispa) mit am Rande schwach gekräuselten 
Blättern zu nennen, zur letzteren gehört nach Dippel wohl die vor über einem 
halben Jahrhundert als P. monilifera Idndleyäna'*) Hort, Booth verbreitete Pflanze. 
— Weiter lassen sieh Abänderungen in der Blattgrösse nicht selten feststellen, so 
namentlich kleinblätterige Formen. 

Eine zweifelhafte „Art" ist nach Dode 

etixyloni) (P. euxylon Dode Mein. Soc. hist, nat. Autun. XVIII. 41 [1905]). 
Schösslingsblätter breit last dreieckig, am Grunde fast gerade, oberwärta breit ab- 
gerundet und kurz fein zugespitzt. Blätter der Zweige älterer Aeste fast dreieckig 
bis etwas rundlich, am Grunde breit-keilförmig (etwas abgerundet), oberwärts ganz- 
randig, zugespitzt, seitlieh mit starken spitzen Zähnen. Narben wenig eingerollt. — 
Nach Dode in Frankreich eultivirt, nach ihm vielleicht ein Bastard einer Ameri- 
eanisehen Pflanze mii einer Europäischen. — Vielleicht gelullt nach demselben Schrift- 
steller hierher auch die oben erwähnte P. marylandiea Bosc nach Poir. a. a. O. (1816). 

. X 1031. P. angulala X Canadensis s. S. 44. 

. X (1031. X 1032). P angulala X (Canadensis X nigra) s. S. 45. 
( . X 1031.) X 1032. P. (angulala X nigra) X Canadensis s. S. 44. 



') Die im Botanischen Garten in Dahlem eultivirte, von Hesse bezogene 
Pflanze gehör! hierher; der Name ist wohl durch „Volksetymologie" aus Carrieres 
Peuplier regenere entstanden. 

8) S. VI. l. S. 482 Fussn. 1. 

3) Von ei gut und $c/.or Holz wegen des für Zimmererarbeiten sein- geeigneten 
Holzes (Do d >■ Iniefl.). 



Populus. 35 

1031. X 1032. P. Canadensis X nigra s. S. 45. 
1031. X . P. Canadensis X laurifolia s. S. 52. 

1031. X . P. Canadensis X Virginiana s. unten. 

*f P. Virginiana. fi. Der Leitart ziemlich ähnlich, von ihr haupt- 
sächlich durch Folgendes verschieden : Krone meist oben abgeflacht. 
Einjährige Zweige mehr oder weniger stark gebräunt. Blätter sämmt- 
lieh am Grunde gestutzt oder schwach herzförmig, am Rande 
dicht kurz steifhaarig, kleiner, meist nur bis höchstens 1 dm lang und 
etwas schmäler, mit verhältnissmässig längerem, mehr oder weniger roth 
überlaufenem Stiel. Narbenabschnitte meist zu 2, mitunter 3, 
langgestielt, fast pfeilförmig, aufgerichtet. 

Gleichfalls im Atlantischen Nordamerica heimisch und bei uns seit 
langer Zeit häufig in Gärten und an Wegen, nicht selten auch ver- 
wildert, selbst auf den Ostfriesischen Nordseeinseln neuerdings durch 
Anflug eingebürgert (Buchenau Fl. Ostfr. Ins. 3. Aufl. 90) und in 
den grossen Flussniederungen anscheinend fast völlig eingebürgert. Bl. 
April, lange vor der Entwicklung der Blätter. 

P. Virginiana Fougeroux Mem. Soc. agric. Paris 1786. 87 (1787). 
Dode Mein." Soc. bist. nat. Autun XVIII. 41 (1905). — P. monili- 
fera 1 ) Ait. Hort. Kew. III. 406 (1789). Mich. fil. Hist. arb. for. III. 
t. 10 fig. 2 (1813). Koch Syn. ed. 2. 760. Aschers. Fl. Prov. Bandenb. 
I. 646. Koehne Deutsche Dendrol. 82. C. K. Schneider Handb. Laub- 
holzk. I. 7. 

Von vielen namentlich Americanischen Schriftstellern wird diese Art mit der 
vorhergehenden vereinigt, da sich namentlich in der Heimat zahlreiche Zwischen- 
formen (oh nicht hibride?) finden. Hier bei uns zeigen sich die Arten aber stets 
so typisch, dass wir sie auch jetzt noch als solche aufrecht erhalten. Wie bemerkt, 
wurde von P. Canadensis vorwiegend die weibliche Pflanze cultivirt, von P. Vir- 
giniana hatte man aber bis vor kurzem ausschliesslich die männliche Pflanze in 
Gärten, daher ist die Bildung von Bastarden sehr verständlich. 

Die Blätter dieser Art entfalten sich am spätesten unter allen Verwandten. 

Nach Dode gehört der Name von Fougeroux hierher, nmss demnach also 

vorangestellt werden. — Eine auch nach Dode zweifelhafte Pflanze, die nach der 

Beschreibung und der Abbildung hierher gehört ist: 

B. incrassäta (P. incrassata Dode Mem. Soc. hist. nat. Autun XVIII. 41 

[1905]). Schösslingsblätter am Grunde stark herzförmig. Blätter der Zweige 

älterer Aeste am Grunde mit 2 scharf gezähnten Läppchen. — In Frankreich 

angepflanzt. 

.X . P. angulata X Virginiana s. S. 46. 

( . X 1032.) X . P. (angulata X nigra) X Virginiana s. S. 45. 

1031. X . P. Canadensis X Virginiana s. unten. 

. X 1032. P. Virginiana X nigra s. S. 46. 

.X . P. Virginiana X laurifolia s. S. 52. 

Bastard. 
B. II. a. 1. b. 1. ß. 
1031. X . P. Canadensis X Virginiana. % Die in Gärten und auch 

an Wegen, in Flussniederungen etc. mitunter auftretenden zweifelhaften Formen, die 



i) Von monile Rosenkranz (Perlenschnur) wegen der Fruchttrauben. 



36 Salicaceae. 

in der Tracht mul in den Merkmalen bald sich der einen, bald der andern Art 
nähern, sind nach <'. K. Schneider wahrscheinlich Bastarde, eine Annahme, die 
nach der soeben geschilderten Geschlechtervertheilung beider Arten in Europa wohl 
berechtig! ist. C. K. Schneider schlägt für diese Bastarden den Namen P. 
ps cu tlttc <i » ail c n 8 f 8 vor. 

Hierzu gehören anscheinend auch 

15. Krausednal) (/'. Krauseana Dode Mein. Soc. hist. nat. Antun XVHI. 4G 
[1905]). Von P, ('anadensis durch die grösseren Blätter vou der Form cuxyton 
durch die am Grunde mehr geradlinigen Blätter verschieden. Schösslingsblätter 
breit dreieckig, schwach-herzförmig, fein zugespitzt. Blätter der Zweige älterer 
Aesic dreieckig, am Grunde fast geradlinig, sehr fein zugespitzt, mit starken, 
spitzen, bogig-spreizenden bis zuriickgekrümmten Sägezähnen. Narben ähnlich 
denen von P. Ymjiniana , mit 2 Narben mit fast geraden Abschnitten, deren 
unterer zurückgerollt ist. — In Frankreich eultivirt oder entstanden. — Nach 
der Beschreibung und Abbildung dürfte gleichfalls hierhergehören: 

('. ramultisa {P. ramulosa Dode Mem. Soc. hist. nat. Autun XVIII. 46 [1905]). 
Anfrecht, ästig, mit zahlreichen kurzen Seitenzweigen. Schösslinge ziemlich 
stark kantig. Blätter wenig gewimpert, sich ziemlieh spät entfaltend. Schöss- 
lingsblätter breit-dreieckig, am Grunde fast gerade, ziemlich fein zugespitzt. 
Blätter der Zweige älterer Aeste klein, fast dreieckig, am Grunde sehr breit 
abgerundet, scharf zugespitzt, mit entfernten Zähnen. — Gleichfalls in Frank- 
reich angepflanzt oder entstanden. 

2. 2. Zweige fast stets rundlich (vgl. indessen die südmedi- 

terrane Unterart P. Neapolitana) , nur sehr kräftige 
Schösslinge mitunter mehr oder weniger kantig, kürzere 
Triebe kahl oder behaart. Blätter nur an ganz kräftigen 
Schösslingen am Grunde gerade, sonst stets keilförmig 
verschmälert. Narben stets nur 2. Frucht 2 klappig auf- 
springend. — Blattstiele meist mehr oder weniger ge- 
wimperl. Drüsen am Grunde der Blätter fast fehlend. 
Groupe Nigra Dode Mem. Soc. hist. nat. Autun 
XVIII. 37 (1905). 

1032. (4.) P. nigra (Schwarzpappel, Alberbaum; nieder!: Zwarte 

Populier; dän. : Sort Poppel; franz.: Peuplier noir; ligur. : Piboule nach 
Penzig; rum. : Plopul adeverat; poln.: Topola czarna; böhm.: Topol 
<Vrny; russ. : Ocouop'h; litt.: Jttda Peple). % seltener Fl. Meist bis 
etwa 30 m hoch., selten noch höher. Stamm bis über 2 m dick mit 
Bchwärzlicher tiefrissiger Borke, meist durch Stammausschläge stark 
wulstig. Krone meist breit und locker, mit (mitunter aus fast wage- 
rechtem Grunde) aufsteigenden Aesten, oder pyramidal-säulenförmig. 
Zweige im ersten Jahre glänzend gelb- bis hellgelb-braun, bald fein 
längsrissig, im zweiten Jahre olivgrau mit zerstreuten Lenticellen. 
Knospen ziemlich schlank -länglich -eiförmig, spitz oder die seitlichen 
zugespitzt, letztere oft mit abstehender Spitze, mit meist 4 — 6 Schuppen. 
Blätter nur bei der Entfaltung mit mehr oder weniger einzelnen Haaren 
besetzt, seltener stärker behaart, die Schösslinge breit bis fast rundlich- 

ii Nach Ilieronvmiis Krause, Apotheker und botanischem Sammler in Tasch- 
kent, Kuss. Turkestan (Dörfler Axlressbt 2, Aufl. 177). 



Popnlns. 37 

eiförmig oder fast eiförmig-rhombisch, am Grunde abgestutzt oder breit- 
keilförmig, die der Zweige älterer Aeste, rhombisch-eiförmig, zugespitzt, 
am Grunde keilförmig, 1,5 — 10 cm lang und 2,5 — 6 cm breit, am Rande 
verschieden gezähnt, mit bis zu 6 cm langem Stiel. Männliche Blüthen- 
stände bis zu 8 mm lang und etwas über 1 cm breit; Hochblätter pur- 
purn; Blüthen mit 6 — 30 Staubblättern, weisslichen Staubfäden und 
purpurnen Staubbeuteln. Weibliche Blüthenstände bis 1 dm, in der 
Frucht bis 1,3 dm lang und etwa 1 cm dick; Hochblätter wie bei den 
männlichen Blüthenständen ; Narben gelb, dem Fruchtknoten dicht auf- 
sitzend. Frucht eiförmig, mit ziemlich die Länge der Frucht erreichen- 
dem Stiele. 

In Wäldern, an Abhängen auf Diluvialhügeln und an deren Grunde 
im Gebiete meist nicht selten, doch ist ihr Indigenat vielfach unsicher 
und wird z. B. für Thüringen von Haussknecht (BV. Ges. Thür. 
VI. 34 [1888]) bezweifelt. In den Alpen bis ca. 1100 m aufsteigend. Sehr 
häufig an Dämmen, Wegen, in Parks und Gärten etc. angepflanzt und 
zahlreich verwildernd, auf den Ostfriesischen Nordseeinseln nur gepflanzt 
(Buchen au Fl. Ostfr. Ins. 3. Aufl. 90). Bl. April. Frucht Mai. 

P. nigra L. Spec. pl. ed. 1. 1034 (1753). Koch Syn. ed. 2. 760. 
Aschers. Fl. Prov. Brandenb. I. 645. Koehne Deutsche Dendrol. 81. 
C. K. Schneider Handb. Laubholzk. I. 5. Nyman Consp. 664. Suppl. 
280. Richter-Gürke PI. Eur. IL 3. Rchb. Ic. XI t. DCXIX fig. 1275. 

Ziemlich veränderlich namentlich in der Tracht und der Blattgestalt. Ausser 
den unten genannten Rassen in Europa noch die in Süd-Italien, auf der Balkan- 
halbinsel und in Nord-Africa heimische durch stark kantige Scliösslinge und völlige 
Kahlheit ausgezeichnete Neapolitdna (P. Neapolitana Tenore Fl. Nap. V. 279 
[1842]. Nyman Consp. 664. Dode Mein. Soc. bist. nat. XVIII. 47 [1905]). — Bei 
uns wären zu erwähnen Formen mit fast stielrundeu Zweigen: 

A. Blätter wenigstens in der Jugend deutlich behaart. 

Hierzu gehört wohl als Rasse Caudina^) (P. caudina Ten. Fl. Neap. 
Y. 280 [1842]. Nyman Consp. 664. Dode a. a. O. 49 [1905]) aus Italien, 
Sicilien und dem Orient mit röthlichem Holz, zierlichen Trieben, fast wollig 
behaarten, sehr breit-herzförmigen, kurz zugespitzten Schösslings blättern und 
ebenso behaarten, fast dreieckigen, am Grunde breit abgerundeten, lang spitz 
zugespitzten, ziemlich derb sägczähnigen übrigen Blättern. — Gleichfalls sehr 
stark behaart, bei uns wohl nur in Gärten gezogen ist pubesccns (Parlat. 
Fl. It. IV. 289 [1867]. C. K. Sehneider Handb. Laubholzk. I. 5. — P. hispida 
Hausskn. u. Sintenis in Sintenis exs. 1896 No. 204 nach Haussknecht Mitth. 
Thür. BV. N. F. XIII. XIV. 21 [1899]). Zweige und Blätter, besonders die 
Blattstiele abstehend borstig behaart. Vielleicht nur strauchig. 

I. Achse der weiblichen Blüthenstände nach dem Grunde aufgeblasen, 
verdickt, grau behaart. 

flexi bilis. Aeste ausgebreitet. Zweijährige Zweige hell- 
gelblich. Zweige und Knospen ziemlich dick. Blätter gross, leb- 
haft grün, die der Schösslinge fast . dreieckig, am Grunde fast 
gerade abgeschnitten, zugespitzt. Blätter der Zweige älterer Aeste 



i) Bei dem alten Caudium (bekannt durch die Niederlage der Römer im Sam- 
uiterkriege woher das „Caudiuische Joch" sprichwörtlich) gefanden. 



38 



Salicaceac. 



ungleich rhombisch, am Grunde keilförmig verschmälert, oberwärts 
spitz und fein zugespitzt, stark und scharf sägezähnig und kraus 
am Rande. 

Nach Dode in Europa verbreitet. 

P. nigra A. I. flexibilis A. u. G. Syn. IV. 37 (1908). — 

P. üexibilis Rozier Cours compt. VII. 618 (1786)? Poir. Encycl. 

V. 234? Dode Mein. Soc. hisfc nat. Autun XVIII. 47 (1905). 

II. Achse der weiblichen Blüthenstände am Grunde nicht aufgetrieben 

und nicht grau behaart. 

:i. Dodedna 1 ). Zweijährige Zweige grünlich. Blätter meist 

dunkelgrün, die der Schösslinge meist breit- dreieckig, meist am 

Grunde fast gerade abgestutzt, seltener schwach herzförmig, 

meist schwach zugespitzt. Blätter der Zweige älterer Aeste fast 

dreieckig, am Grunde meist sehr breit abgerundet, oberwärts 

fein und scharf zugespitzt, mit meist schwachen, abgerundeten, 

wenig tiefen Sägezähnen. 

Nach Dode eine der verbreitetsten Formen der Typus in 
Europa. 

P. nigra Dodeana A. u. G. Syn. IV. 38 (1908). — 

P. nigra Dode Mem. Soc. hist. nat. Autun XVIII. 48 (1905). 

Hierzu gehören eine Reihe von Formen, die in der Gestalt nud 

Grösse der Blätter abändern und wohl auch folgende nach Dode zum 

grossen Theil „zweifelhafte Arten" darstellenden: 

'1. Tschoud iana-). Zweijährige Zweige gelblich. Blätter klein, spitz, die 
der Schösslinge dreieckig, am Grunde gerade abgestutzt, fein zugespitzt, 
spitz, wellig kraus. Blätter der Zweige älterer Aeste dreieckig, am 
Gmnde breit abgerundet, spitz-zugespitzt, wellig, mit sehr krausen spitzen 
Sägezähnen. — Hin und wieder, uns nur aus Gärten bekannt. — P. 
nigra Tschoudiana A. u. G. Syn. IV. 38 (1908). — P. Tschoudiana 
Dode a. a. O. 47 (1905). 

b. Vu i 1 1 antidnaS) (P. Vaillanliana Dode a. a. O. 48 [1905] „Espece 
douteuse*. Zweijährige Zweige gelblich. Schösslingsblätler dreieckig, 
am Grunde sehr breit abgerundet, fast gerade oder schwach herz- 
förmig, sehr deutlich zugespitzt. Blätter an Zweigen älterer Aeste 
elliptisch-dreieckig, am Grunde breit abgerundet, oberwärts lang spitz 
zugespitzt mit etwas entfernten, ziemlich starken Sägezähnen. — In 
Prankreich gesammelt. 
<•. Muelleridna*) (P. Mullerüma Dode a. a. O. 48 [1905] ,Espeee 
douteuse"). Zweijährige Zweige ziemlich dunkelgelb. Zweige schlank. 



l ) Nach Louis- Albert Dode, * 15. Januar 1875 Moulius (Allier), jetzt in 
Paris, Dr. jur., Mitstifter und Schatzmeister der Soc. dendr. de France (briefl.), 
«reicher seit Jahren mit Herbarstudien und Culturversuchen über die Pappelu und 
Weiden beschäftigt i>t; den von ihm 1905 im XVII. Bande der Mein, de la Soc. 
d'histnat. d' Autun veröffentlichten Extraita d'unc monographie inedite du gcnrePopulus 
sind wir grösstentheils gefolgt. Wir danken ihm für viele briefliche Mittheilungen. 

8) Nach Jean-Baptiste-Theodore baron de Tschoudi, f 1784, ancien bailli 
in chef de la noblesse du paya de Metz, der nach Dode in der Encyelope'die me- 
thodique 1777 als Verf. des Artikels lYuplier die Form als Peuplier noir a- feuillcs 
Ondeea erwähnt. 

3) Nach Vaillant (s. I. S. 350 Fussn. 1), der nach Dode diese Form als 
/'. nigra Bammelte, 

4) Nach Professor Müller am Lyceum in Taschkent. 



Pop u ins. 39 

Schösslingsblätter breit deutlich herzförmig, deutlich zugespitzt. Blätter 
der Zweige älterer Aeste dreieckig-herzförmig, schwach-verlängert, am 
Grunde schwach herzförmig, spitz-zugespitzt, mit groben zurückgebogenen 
welligen Sägezähuen. 
d. Carreiridnai) (P. Carreiriana Dode a. a. O. 49 [1905] „Espece 
douteuse"). Stamm lange glatt bleibend. Zweijährige Zweige hell 
gelbgrau. Behaarung massig. Blätter etwas graugrün, die der Schöss- 
linge sehr verbreitert, am Grunde fast gerade, kurz zugespitzt. Blätter 
der Zweige älterer Aeste ziemlich breit dreieckig, am Grunde fast 
gerade, spitz zugespitzt, mit gebogenen spitzen Sägezähnen, am jungen 
Holz kraus, am älteren nur etwas gesägt. — Unbekannten Ursprungs, 
in Frankreich augepflauzt oder gesammelt. 

(Verbreitung der Rasse: Wie die Art.) * 

A. II. a. X B- U. Dodeana X Italica s. S. 43. 

b. Hudsonica 2 ). Zweijährige Zweige gräulich. Behaarung gelb- 
lich, ziemlich dicht. Schösslingsblätter verbreitert, am Grunde 
breit-keilförmig, plötzlich und kurz zugespitzt. Blätter der Zweige 
älterer Aeste rundlich-rhombisch, am Grunde keilförmig, ober- 
wärts plötzlich ziemlich lang zugespitzt, mit ziemlich entfernten 
wenig spitzen und wenig tiefen Zähnen. 

Aus dem Atlantischen Nordamerica in die Gärten ein- 
geführt. 

P. nigra d. hudsonica C. K. Schneider Handb. Laub- 
holzk. I. 5 (1904). — P hudsonica Mich. fil. Hist, for. III. 
293 t. X (1813). — P betulifölia Pursh Fl. Amer. 619 
(1814). Dode Mein. Soc. hist. nat. Autun. XVIII. 48 (1905). 
— P nigra c. betulaefolia Wesmael in DC. Prodr. XVI. 2. 
328 (1868). Dippel Handb. Laubholzk. IL 199. 

Eine etwas kritische Pflanze, die in America nur aus Europa ein- 
geführt ist (vgl. Britten u. Brown Hl. Fl. N. America I. 493) aber sich 
völlig eingebürgert hat. Da man in Europa diese Form nicht wild keuut, 
so scheint es sich um eine Rasse (Mutation) zu handeln, die erst in America 
entstanden ist. 

B. Blätter auch in der Jugend nur mit einzelnen Haaren oder ganz kahl. 
I. t y p i c a. Meist einen Hauptstamm bildend , der abstehende 
bis aufstrebende Aeste trägt. Krone breit bis ei- 
förmig. Blätter meist ganz kahl, die der Schösslinge meist 
breit, mehr oder weniger dreieckig bis dreieckig-elliptisch, am 
Grunde abgerundet bis schwach-herzförmig, meist kurz zugespitzt. 
Blätter der Zweige älterer Aeste oft klein, eiförmig-elliptisch bis 
mehr oder weniger dreieckig, am Grunde abgerundet bis keil- 
förmig, kurz bis etwas lang zugespitzt, schwach bis stärker säge- 
zähnig. 

Die bei weitem häufigste Kasse. 



1) Nach Dr. T. Bruno-Carreiro in Ponta Delgada, Insel S. Miguel, Azoren 
(Dode 11 u. briefl.). 

2) Am Hudson River bei New- York eingebürgert. 



40 Salieaoeae. 

/'. nigra a. typica Beck Fl. Nieder-Oesterr. 303 (1890). 
C. K. Schneider Handb. Laubbolzk. I. 5. 

Ziemlieb veränderlich, hierher gehören : 
a. Krone «les Baumes breit, Aesto nicht stark aufstrebend. Pflanze ganz kahl. 
1. Blätter unterseits massig grau. 
a. Blätter massig zugespitzt, spitz. 

1. Schösslingsblätter nicht oder kaum licrzförmig. 

u. Kuropaea. Zweijährige Zweige meist ziemlich hellgelb. Schöss- 
lingsblätter breit, am Grande sehr breit abgerundet, oberwärts 
etwas abgerundet und sehr kurz zugespitzt. Blätter der Zweige 
älterer Aeste nieist klein, eiförmig-elliptisch bis etwas rhombisch, 
am Grunde keilförmig, oberwärts etwas abgerundet und spitz- 
ZUgespitzt mit sehr schwachen und feinen Sägezähnen. — Eine 
der häufigsten Formen. Früh treibend und blühend. — P. nigra 
Europaea A. u. G. Syn. IV. 40 (1908). — P. Europaea Dode 
a. a. O. 51 (1905). 

ß. Vistule'usis '). Zweijährige Zweige grau-gelblich, an der Sonnen- 
seite etwa violett überlaufen. Schösslingsblätter dreieckig, am 
Grunde fast gerade, schwach zugespitzt. Blätter der Zweige älterer 
Aeste fast dreieckig, am Grunde breit abgerundet, spitz zugespitzt, 
mit ziemlich starken gebogenen Sägezähnen. — Hin und da, be- 
sonders in der Nähe der Weichsel, auch in Gärten. — P. nigra 
\'is(ulensis A. u. G. Syn. IV. 40 (1908). — P. Viäuhnsis Dode 
nach C. K. Schneider Handb. Laubholzk. I. 7 (1904) der Name ; 
a. a. O. 51 (1905). — Vielleicht ein Blendling mit der Basse 
Italica. 

2. Schösslingsblätter am Grunde rundlich -herzförmig. 

Viädriä). Zweijährige Zweige sehr hellgelb. Schösslings- 
blätter elliptisch, schwach spitz, nicht zugespitzt. Blätter der Zweige 
älterer Aeste ungleich-rhombisch, am Grunde keilförmig verschmälert, 
oberwärts spitz-zugespitzt, mit etwas abgerundeten, mitunter schwachen 
Sägezähnen. — In der Oderuiederung zerstreut bei Frankfurt a. O. ! ! 
— P. nigra Viadri A. u. G. Syn. IV. 40 (1908). — P. italica 
X candicans Rüdiger Mon. Mitth. Ges. geb. Naturw. Frankf. a. O. 
VII. 15ü (1890) (cand. X iL) Garcke Fl. v. Deutschi. 17. Aufl. 
554 (1895). — P. Viadri Rüdiger Abh. Naturw. Ver. Reg. Bez. 
Frankfurt a. O. VIII. Mon. Mitth. [12] (1891). A. u. G. Fl. Nord- 
OBtd. Flachl. 2-18. Dode a. a. O. 52 (1905) vgl. auch Koehne Vera. 
1!V. Brandenb. XXXVII (1895) S. XXVIII. — /'. candicans X 
nigra Koehne Deutsche Dendol. 84 (1893). Garcke Fl. Deutschi. 
18. — 20. Aufl. — Eine etwas kritische und zweifelhafte Pflanze, 
einerseits ist nicht zu leugnen, dass die von R ü dige r vielfach aus- 
gegebenen weiblichen Blüthen zweige nicht von P. nigra zu unter- 
scheiden sind, andererseits machen die Bäume in der Oderniederong 
einen reiht auffälligen Eindruck; zunächst fällt die hellgelbe Rinde 
der /«cige auf und dann die eigenartige Tracht, der ganze Stamm 
iM von oben bis unten faschinenartig mit dichten Zweigen besetzt 
und dadurch gut gegen den Eisgang geschützt, Nach Koehne 
,i. a. ( ). stellen die jungen Pflanzen der „Oderpappel" vielleicht 
Bastarde der ]'. nigra mit der auch in der Nähe wachsenden männ- 
lichen /'. Virginia/na dar. — Die ursprüngliche Deutung als Bastard 
von Pyramiden- und Ontario Pappel wird schon von Rüdiger 1891 



1) An der Weichsel, bei den 1 tomern Vistula, zuerst beobachtet. 
'-) An der Oder, bei den Römern Viadrus, beobachtet. 



Populus. 41 

bezweifelt, von Kochne 1895 widerlegt, wird aber trotzdem noch 
(als P. candicans X nigra) in der neuesten soeben erschienenen 
von Niedenzu bearbeiteten Auflage von Garcke's Flora wiederholt. 
b. Blätter sehr lang zugespitzt. 

Gallica. Zweijährige Zweige grünlich-gelb. Schösslingsblätter 
dreieckig, am Grunde fast gerade, deutlich zugespitzt, etwas spitz. 
Blätter der Zweige älterer Aeste lang, dreieckig-elliptisch, am Grunde 
gestützt, sehr spitz, mit wenig tiefen aber spitzen und dem Blattrande 
parallelen Sägezähnen. — So im Ueberschwemmungsgebiete der Seine 
und auch in Cultur. — P. nigra Gallica A. u. G. Syn. IV. 41 (1908). 
— P. Gallica Dode a. a. O. (1905). 
2. Blätter unterseits schwärzlich-grau. 

hypomelacna 1 ). Zweijährige Zweige gelblich. Schösslings- 
blätter dreieckig-elliptisch, am Grunde breit-abgerundet, plötzlich und 
fein zugespitzt. Blätter der Zweige älterer Aeste dreieckig-elliptisch, 
am Grunde keilförmig, kurz zugespitzt mit lockeren und unregelmässigen 
entfernten Zähnen. — Nach Dode in Nordost-Europa und in Nordwest- 
asien. — P. nigra hypomelaena A. u. G. Syn. IV. 41 (1908). — P. 
hypomelacna Dode a. a. O. 53 (1905). 
b. Krone eiförmig bis schlank. Aeste alle aufstrebend. Junge Blätter mit- 
unter etwas behaart. 

1. Scy thica 2 ). Zweijährige Zweige, gelblich, hell. Junge Triebe fast kahl. 
Schösslingsblätter dreieckig-herzförmig, zugespitzt. Blätter der Zweige 
älterer Aeste am Grunde fast gerade, spitz-zugespitzt, mit spitzen starken 
etwas krausen Sägezähnen. Blüthenstände dicht. Reife Fruchtkapsel 
fast sitzend. — Oestliches Europa. — P. nigra Scy thica A. u. G. Syn. 
IV. 41 (1908). — P. Scythica Dode Mem. Soc. bist. nat. Autun XVIII. 
51 (1905). 
2. bi satten u ata. Zweijährige Zweige hell, weisslich-gelb, an der Sonnen- 
seite violett überlaufen. Stets kahl. Schösslingsblätter breit-dreieckig, 
am Grunde sehr breit-abgerundet, fast gerade, zugespitzt. Blätter der 
Zweige älterer Aeste fast rhombisch, am Grunde keilförmig, zugespitzt, 
mit ziemlich starken Sägezähnen. — Nach Dode in Europa, auch an- 
gepflanzt. — P. nigra bisattenuala A. u. G. Syn. IV. 41 (1908). — P. 
bisattenuata Dode a. a. O. 50 (1905) „Espeee douteuse". 

(Verbreitung der Rasse: Wie die Art.) * 

B. I. X B. IL typiea X Italica s. S. 43. 

IL Italica (Pyramiden-, Chaussee-, Italienische, Lombardische Pappel ; 
niederl. : Italiaansche Populier; dän. : Pyramide -Poppel; franz.: 
Peuplier d'Italie; it.: Pioppo cipressino; poln.: Topola wloska). 
Bis über 30 m hoch. Stämme oft sich bald theilend, wie die 
Aeste schlank aufrecht, Pflanze daher von säulen- 
förmige m W u c h s. Zweijährige Zweige gelblich bis hellgelb. 
Blätter und Triebe in der Jugend schwach behaart oder kahl, 
die der Schösslinge meist breit-dreieckig, am Grunde abgestutzt 
bis etwas herzförmig. Blätter der Zweige älterer Aeste am Grunde 
breit-keilförmig-abgerundet bis schwach herzförmig. 

Bei uns einheimisch? nur in Dalmatien, auch auf den Inseln!! 



1) Von bno unten und /AsÄatva, fem. von (.liAag schwarz. 

2) Aus Russland, das im Alterthum theilweise von den Skythen bewohnt wurde. 



42 Salicaceae. 

sonst aus dem östlichen Europa und dem Orient eingeführt und 
vielfach verwildert. In den Alpen bis 1350 m (Jacc). 

V. nigra ß. italica Duroi Harbk. Baumz. II. 141 (1772). 

('. K. Schneider Handb. Laubholzk. I. 5. — P. italica Moench 
Bäume Weissenst. 79 (1785). — P. dilatata Ait. Hort. Kew. 
III. 406 (1789). — P pyramidalis Roz. Cours d'agric. VII. 
619 (nach 1790). — P. pyramidäta Moench Meth. 339 (1794). 
— P fastigiäta Desf. Tabl. ecol. Paris 213 (1804). — P nigra 
var. pyramidalis Spach Ann. sc. nat. 1841. 31. 

Man unterscheidet folgende Formen : 
a. Schösslingsblätter mehr oder weniger dreieckig, am Grunde nicht abgerundet. 

1. pyramidalis. Mit vereinzelten Haaren besetzt. Schösslingsblätter 
breit dreieckig, am Grunde gerade, plötzlich zugespitzt. Blätter der 
Zweige älterer Aeste fast dreieckig, am Grunde breit keilförmig, ziemlich 
plötzlich und lang zugespitzt mit etwas entfernten Sägezähnen. — Die 
bei weitem verbreitetstc Form. — P. nigra B. II. Italica pyramidalis 
A. u. G. Syn. IV. 42 (1908). — P. pyramidalis Roz. a. a. O. nach 
1790 (oder nach Dode 1786?) z. T. Dode Mem. Soc. hist. nat. Autun 
XVIII. 50 (1905). — P. pyr. a. dilatata Schur Enum. 624 (1866). 

2. Bethmon ti anal). Kahl. Kleine Blätter elegant-rundlich. Schösslings- 
blätter dreieckig-elliptisch, am Grunde gestutzt-abgerundet bis schwach- 
herzförmig, zugespitzt. Blätter der Zweige älterer Aeste klein, rundlich- 
elliptisch, am Grunde regelmässig abgerundet und schwach herzförmig, 
spitz-zugespitzt, mit schwachen und entfernten Sägezähnen, die an den 
unteren Blättern fehlen. — Im östlichen Europa und westlichen Asien 
heimisch. — P. nigra Bethmontiana A. u. G. Syn. IV. 42 (1908). — 
P. Bethmontiana Dode a. a. O. 52 (1905). — b. trapezoidea Schur a. a. O.? 

.'$. Pannonica. Zweijährige Zweige ziemlich hellgelb. Schösslingsblätter 
fast dreieckig, am Gruude breit gestutzt und schwach herzförmig, ober- 
wärts ganzrandig, fein zugespitzt. Blätter der Zweige älterer Aeste drei- 
eckig, am Grunde breit abgerundet gestutzt, ziemlich laug und spitz zu- 
gespitzt mit mächtig starken Sägezähnen. — Oestliches Europa. — P. 
nigra ct. Pannonica Dippel Handb. Laubholzk. II. 198 (1892). — P. 
pannonica „Kit." in Besser Enum. pl. Volh. 28 (1821) blosser Name. Echb. 
Ic. XI t. DCXIX fig. 1276 (1849). Schur Enum. pl. Transs. 624. Nyman 
Consp. 664. Suppl. 280. — P. Thracia Dode a. a. O. 52 (1905). — Wie 
eben S. 22 bemerkt, gehört hierher auch /'. croatica „Kit." bei Besser 
Flma XV Beil. 2. 14 (1821) (nach ihm war /'. pannonica [a. a. O.] ein 
Schreibfehler dafür). — Besser sah die Pflanze als P. croatica Kit. im 
Botanischen Garten des Theresianums in Wien. — Die von Dippel (a. 
a. O.) hierher gestellten P. Nol&lü '') und P. oväta der Gärten sind 
nach Zabel und Schneider a. a. O. Formen der P. tremuloides. 
h. Schösslingsblätter fast rundlich, am Grunde abgerundet, breit zugespitzt. 
Thevestina 3 ). Sehr schlank säulenförmig. Zweige sehr zierlich. 
Zweijährige Zweige ziemlich hellgelb. Triebe auch in der Jugend ganz 
kahl. Blätter der Zweige älterer Aeste oval elliptisch, am Grunde keil- 
förmig abgerundet, zugespitzt, mit kräftigen Sägezähnen. — Nach Dode 
in Nord-Africa und dem Orient licimiseii, selten in Cultur, ähnliche Formen 
sahen wir auch hier m Gärten, — P. nigra 'Thevestina A. u. G. Syn. IV. 



1) Nach Bethmon t, Arboretum-Besitzer, Mitglied des Conseil des Socic'te 
dendrologique de France (Dode briefl.). 

2) Ueber Nolest haben wir nichts ermitteln können. 

8) Bei Tebessa in Algerien (im Alterthum Theveste) gefunden. 



Populus. 43 

42 (1908). — P. Thevestina Dode a. a. O. 52 (1905). — Steht nach Dode 
der Pannonica nahe. 

(Verbreitung der Rasse : Oestliches Europa ; Orient, östlich 
bis Turkestan; nordwestliches Asien; Nord-Africa.) |TjT 

A. X B- Hudsonica X Italica s. unten. 

B. I. X ß- II- typica X Italica s. unten. 

Mis chlinge. 

A. II. a. X B. II. Dodeana X Italica ist sicher nicht selten. 

A. II. b. X B. II. Hudsonica X Italica. Von Italica unwesentlichen 
durch die Behaarung der Zweige, die schwächer als bei Hudsonica ist, verschieden. 

In der Baumschule von Simon-Louis freres in Plantieres bei Metz ge- 
züchtet. 

P. nigra var. italica X var. hudsonica C. K. Schneider Handb. Laubholzk. 
I. 7 (1904). — P. Plantiensis der Gärten, C. K. Schneider a. a. O. (1904). Dode 
a. a. O. 43 (1905). 

B. I. X ß- II- typica X Italica. Von der Rasse Italica 
durch deutlicheren schlankeren Stamm und besonders eine viel breitere 
meist eiförmige bis breit-eiförmige Krone verschieden. 

Hin und da in und bei Culturen der beiden Rassen, an Weg- 
und Grabenrändern auftretend. 

P. nigra var. typica X var - italica C. K. Schneider Handb. 
Laubholzk. I. 6 (1904). — P. pyr. X nigra Fig. DBM.V. 109 (1887). 

In einer ganzen Reihe von Formen auftretend, vielleicht gehören hierher auch 

die oben als Abarten den Typus aufgezählten Scythica und bisattenuata und nach 

C K. Schneider vielleicht noch Vislulcnsis. — Auch eine P. gigantca (Dode 

a. a. O. 43) mit helleren Zweigen soll ein Abkömmling der Rasse Italica sein. — 

Wahrscheinlich hierher gehört neben P. nigra media Schur Enum. 624 (1866): 

b. Ela veren sis l). Breit säulenförmig. Schwach behaart. Zweijährige 

Zweige gelbbräunlich. Schösslingsblätter rundlich dreieckig, am Grunde 

gerade abgestutzt, plötzlich stachelspitzig zugespitzt. Blätter der Zweige 

älterer Aeste breit-rhombisch, am Grunde keilförmig, kurz zugespitzt, mit 

ziemlich gleichmässigen, etwas abgerundeten, wellig-krausen Sägezähnen. — 

An den Ufern des Allier und der Loire beobachtet. — P. nigra Elavcrensis 

A. u. G. Syn. IV. 43 (1Ü08). — P. Elaverensis Dode Mein. Soc. hist. mit. : 

Autun XVIII. 49 (1905). 

(Verbreitung der Mischlinge: Wohl im ganzen gemeinsamen Ver- 
breitungsgebiete der Rassen.) |!jT 

Die aromatischen Knospen waren früher als Gemmae Populi offieiuell. 

(Verbreitung der Art: Fast ganz Europa mit Ausnahme des nörd- 
lichen [fehlt als wilde Pflanze in Irland, Schottland, der Skandinavischen 
Halbinsel und dem nördlichen Russland]; westliches Asien bis zum 
Himalaja; Sibirien östlich bis Altai; abweichende Formen auch in Ost- 
asien; Nord-Africa; Nord-America [vgl. obenj.) * 

. X 1032. P. angulata X nigra s. S. 44. 



l) Am Flusse Allier, im Alterthum Elaver. 



44 Salicaceae. 

( . X 1032.) X 1031. P. (angulata X nigra) X Canadensis 

8. unten u. S. lö. 

( . X 1032.) X • P (angulata X nigra) X Ptr- 

giniana s. ß. 45. 

1031. X 1032. P. Canadensis X w/<7»-a s. S. 45. 
. X 1032. V. Virginiana X nigra s. S. 46. 

1032. X • P. wt#ra X laurifol'ia s. 8. 52. 
1032. X • J?- «*^?"fl X suaveolcns s. S. 53. 

B a s t a r d e. 

B. II. a. 1. 

. X 1032. P. angulata X nigra. \\. Nach Dode (Mein. Soc. bist, 
nat. Antun XVIII. 4-4 [1905|) ist als Bolohe vielleicht zu deuten die wenig bekannte 
/'. serotina (Hartig Naturg. forstl. Culturpfl. 437 [1851]), er charakterisirt sie 
f olgendermaassen : Schösslingsblätter dreieckig-elliptisch, am Grunde gestutzt, ganz 
schwach herzförmig, oberwärts etwas abgerundet und plötzlich zugespitzt. Blätter 
der Zweige älterer Aeste dreicckig-schwach-herzförmig, kurz-zugespitzt, mit kleinen, 
wenig ausgeschweiften Sägezähnen. — Beblättert sich spät mit rothen jungen Blättern. 
Nach Dode ist diese nur männlich bekannte Pappel in America oder in Kuropa 
entstanden und wird seit dem 18. Jahrhundert in Europa eultivirt. — Nach II artig 
gemalint sie durch die mehr oder weniger flache Krone, den späten Austrieb, die 
Form der Hochblätter und eines Theils der Blätter an P. Virginiana, deshalb 
deutet sie C. K. Schneider auch als P. monilifera X angulata a. a. O. 11 (1904). 
Schelle spricht sie in Beissn., Seh., Zab. Handb. Laubholzben, IG (1903) als P. 
angulata X Canadensis an. Bastarde oder Abkömmlinge der P. serotina sind nach 
Dode wohl folgende: 

B. Irishidnai) (P. Irishin na Dode Mein. Soc. bist. nat. Antun XVIII. 43 [1905]). 
Schösslingsblätter breit und schwach herzförmig-rundlich, oberwärts sehr wenig 
zugespitzt und etwas ganzrandig. Blätter der Zweige älterer Aeste breit-drei- 
eckig, am Grunde gerade abgestutzt, sehr kurz zugespitzt mit kleinen schwachen 
gebogenen, sehr drüsigen und welligen Sägezähnen. — Nur aus der Cultur 
bekannt. — Nur männlich. Unterscheidet sich von P. serotina durch die frühere 
(mittelspäte) Entfaltung der Blätter, mehr ganzrandige, weniger oder mein- zu- 
gespitzte Blätter, deren obere breiter sind und schwächere Sägezähne besitzen. 
Die jungen Triebe und die Blattstiele sind sehr roth. 

C. rubra (P. rubra Poir. Kncycl. V. 239 [1812]. Dode a. a. <). 44 [1905]). Bchöss- 
lingsblätter dreieckig, fast gerade oder etwas concav am Grunde, zugespitzt. 
Blätter der Zweige älterer Aesie dreieckig, am Grunde fast gerade, spitz zu- 
gespitzt, mit ziemlich kräftigen Sägezähnen, — • Nur aus der Cultur bekannt. 
— Die Blätter entwickeln sieh ziemlich frühzeitig und sind dann (namentlich 
die Stiele) lebhaft roth, am Rande kraus wellig. — Dode hat den Poiret- 
Bchen Namen angenommen, weil er für diese Form bezeichnend erschien. 

( . x 1032.) X 1031. P. (angulata x nigra) X Canadensis. [,. 
Schösslingsblätter breit-herzförmig, am Grunde schwach herzförmig, oberwärts kurz 
zugespitzt. Blätter der Zweige älterer Aeste breit, fast dreieckig, am Grunde sehr 
breit abgerundet, schwach zugespitzl mit anregelmässigen ziemlich feinen »Sägezähnen. 

Nur in der ( ullur bekannt. 

P euxylon X serotina = titilis Dode Mein. Boo. bist. nat. Autnn. Will. 
45 (1905). 



l) Nach F. M. Irish, Professor an der Tempe Normal School in Arizona 
(Dode Brief].). 



Populus. 45 

Belaubt sich massig früh mit farbigen Blättern. Schösslinge obenvärts kantig, 
ziemlieh dunkel gefärbt. 

( . X 1032.) X . P. (angulata X nigra) X Virginiäna. %. 

Schösslinge kantig. Belaubung massig früh zwischen den Erzeugern die Mitte 
haltend. Schösslingsblätter dreieckig, am Grunde schwach herzförmig, oberwärts 
• twas abgerundet und zugespitzt. Blätter der Zweige älterer Aeste dreieckig, am 
Grunde gestutzt-herzförmig, spitz- zugespitzt mit starken Sägezähnen. 

Nur männlich in der Cultur bekannt. 

P. Virginiäna X serdtina = vegeta Dode a. a. O. 45 (1905). 

Hierher gehört wahrscheinlich auch P. excclsa Dode a. a. O. 43 (1905), auf- 
rechter/Wuchs, grosser weiblicher Baum mit gefärbten jungen Blättern und ob auch P. 
chalcoides i) Dode a. a. O. 43 (1905), weiblicher Baum, Abkömmling von P. Vir- 
giniäna, von aufrechtem "Wuchs mit jungen kupferfarbigen, später lebhaft grünen, 
am Grunde schwach herzförmigen Blättern? — Möglicherweise gehört hierher auch 
Do de 's P. ramulosa (s. S. 36). 

B. II. a. 1. b. 

1031. X 1032. P. Canadensis X nigra. %. Als diese Kreuzung ist nach 

C. K. Schneider (Handb. Laubholzk. I. 10) zu deuten die in Gärten angepflanzte 

P. CharkowiensisZ) (Schroeder in Müll. Deutsehe Gartenz. XVII. 393 [1902]) 

eine sehr starkwüchsige grossblätterige Pflanze mit bis über 11 cm langen und über 

12 cm breiten Blättern. Krone ziemlich breit. Blüthen bisher nicht bekannt. Von 

Koehne im Herbarium nach C. K. Schneider a. a. O. als P. angulafa X nigra 

italica gedeutet, während Schroeder ihn als P. nigra X nigra italica ansprach 

— Häufiger in Gärten ist 

B. Eugenii3). Stattlicher bis 50 m hoher und über 2 m dicker Baum, in der 

Tracht der P. Canadensis ähnlich. Untere Knospen der Langtriebe meist bald 

austreibend, daher eine der Rasse Italica von P. nigra ähnliche Verzweigung. 

Zweige kahl. Schösslinge sehr kantig. Blätter sich sehr frühzeitig entwickelnd, 

anfangs gewimpert. Schösslingsblätter breit-rundlich, am Grunde fast gerade, 

zugespitzt. Blätter der Zweige älterer Aeste gleichfalls gross dreieckig-elliptisch, 

am Grunde keilförmig, fein spitz- zugespitzt, mit mittelgrossen Sägezähnen. 

Männlich. 

In Gärten nicht selten, neuerdings sehr beliebt, in Plantieres bei Metz 
entstanden ! 

P. Canadensis X nigra B. Eugenii A. u. G. Syn. IV. 45 (1908). — P. 
Eugenei Sim. -Louis Catal. nach C. K. Schneider Handb. Laubholzk. I. 9 (1904). 
Dode Mein. Soc. bist. nat. Au tun XVIII. 46 (1905). — P. nigra var. italica 
X deltoides (canadensis) C. K. Schneider a. a. O. (1904). — P. cüxylon X 
•pyramidalis Dode a. a. O. (1905). 

Durch Einwirkung der Rasse Italica von P. nigra entstanden. I 'eber- 
trifft an Starkwüehsigkeit beide Erzeuger beträchtlich. In der Blattform seht 
wechselnd. 

. X (1031. X 1032.) P. angulata X (Canadensis X nigra). % Von 
/'. angulata durch die schwächer kantigen, oft fast kantenlosen Zweige. Blätter 
sich frühzeitig entwickelnd, gefärbt. Schösslingsblätter dreieckig - herzförmig , zu- 
gespitzt. Blätter der Zweige älterer Aeste sehr gewimpert, dreieckig-elliptisch, am 
Grunde keilförmig, ziemlich spitz zugespitzt mit ziemlich kräftigen Sägezähnen. 

Nach Jon in (bei Schneider) in Plantieres bei Metz aus Samen der P. 
angulata entstanden. 

P. Eugenei X angulata: P. robnsta C. K. Schneider Handb. Laubholzk. I. 
11 (1905). — P. angulata eorddta robusta Sim.-Louis Catal. nach C. K. Schneider 



1) Von %dÄKog Erz (Bronze), wegen der Kupferfarbe der junges Blätter. 

2 ) Bei Charkow im südlichen Rassland beobachtet. 

3) Nach Eugene Simon s. II. 1. S. 771 Fussn. 4. 



46 Salicaceae. 

a. a. O. — P. robiista, P. Engend X Plantierc'nsis 1 ) Dode Mem. Soc. hist. nat. 
Autun XVI II. 41! (1905). 

Dode (a. a. O.) hält Beine Deutung für wahrscheinlicher, wegen der Be- 
haarung der Zweige und der Blattstiele in der Jugend. 

. X 1032. P. Virginiäna X nigra, ti- Zweige kahl, die Schösslinge 
oberwärts ziemlich kantig. Blätter schwach gewimpert, sich massig früh entfaltend, 

ihre Stiele anfangs mit wenigen Haaren. BohöBslingsblätter dreieckig, am Grunde 
gestutzt, sehr sehwach herzförmig, zugespitzt. Blätter der Zweige älterer Aeste 
dreieckig, am Grunde gerade gestutzt, fein zugespitzt mit kräftigen rundlich-zurück- 
gebogenen SägezShnen. Weihlich. Blüthenstände kahl. Narben 2. 

In der Cultur entstanden. Nach Figert auch in Schlesien. 

/'. triangulär i«, P. Virginiäna X espece du groupe nigra Dode Mein. 
Soc. hist. nat. Antun XVIII. 45 (1905). — P. monilif. X nigra Figert ABZ. I. 
159 (1895). 

B. II. a, 1. 

. X 1031. P. anguläta X Canadensis. % D o d e deutet einen schönen 

männlichen Baum, den er /'. grandis (Me'm. Soc. hist. nat. Autun XVIII. 43 
[1905]) nennt als /'. eu.rylon X Carolinensis. 

.X . P. angnlata X Virginiäna. %. Kräftig. Schösslinge viel- 

eckig kantig. Blätter gross, sich massig früh und wenig farbig entfaltend, die der 
Schösslinge sehün elliptisch-herzförmig mit deutliehen Herzeinschnitt, deutlieh zu- 
gespitzt, mit mittelgrossen gehogenen Sägezähnen. 

In der Cultur (Mitstanden. 

P. laticoma semblant Virginiäna X Carolinensis Dode Mein. Soc. hist. nat. 
XVIII. 44 (1905). 

Wie ohen hemerkt, deutet C. K. Schneider (Handb. Lauhholzk. I. 11) 
Hart ig 's /'. serolina als P. monilifera X angnlata. 

2. 2. Tacamahäca 2 ) (SpachAnn.se. nat. 1841. 32. — Taca- 

mahacae Dode Mein. Soc. bist. nat. Autun XVIII. 34, 53 
[ 1905]). Blattstiele im Querschnitt viereckig, meist wenige 
zusammengedrückt^ die der Schösslingsblätter meist verhältniss- 
mässig kürzer als die der Blätter älterer Aeste. Blätter unter- 
-< its grau, weisslich oder weiss, kahl oder fast kahl, ihre 
Drüsen meist näpfchenförmig. — Meist dickästig, mit bald 
zerspaltender borkig werdender Rinde. Knospen meist stark 
kleberig, dann meist balsamduftend. Tragblätter der Blüthen 
zerschlitzt. Narben meist breitlappig. Fruchtknoten und Frucht 
kahl oder selten dicht behaart, in einen Theil der Blüthen 
stHs 3 oder mehr Fruchtblätter. 

a. a. Schösslingsblätter (mitunter auch die übrigen) kurz gestielt. 

1. 1. Schösslinge deutlich kantig, im Querschnitt vielkantig, mit 

einem schmalen Flügel auf jeder Kante. Schösslingsblätter 

1) Bei Simon- Louis freres in Plantieres bei Metz entstanden. 

2) Englischer Name der Balsampappe] in Nord- America. Der Name bezeichnete 
ursprünglich wohl das früher officinelle aromatische Harz einiger tropiscli-ameri- 
oanischen Burseraceen (Elaphrium) und Guttiferen (Calophylluin) und wurde auch 
auf oBthemisphärisohe Prodncte der letzteren Familie, besonders Caloplnjllum tacama- 
häca (Willd. tfagaz. Urs. Naturf. Fr. Berlin V. 79 [1811]) von den Ostairicanischen 
Inseln übertragen. 






Populus. 47 

mehr verlängert oder kaum breiter als die der Zweige älterer 
Aeste, die der mittellangen Zweige oft fast ohne Stiel, 
alle Unterseite weiss oder nur weisslich-grau. — Groupe 
Laurifölia Dode Mem. Soc. hist. nat. Autun XVIII. 54, 
57 (1905). 

* P. laurifölia. \\ — % Mitunter (wohl nicht bei uns) bis gegen 30 m hoch 
mit sparriger grosser Krone. Rinde frühzeitig borkig-rissig, graubraun, die zwei- 
jährigen Zweige grau, die einjährigen kahl, nur die Schösslinge behaart, mehr 
oder weniger flügelig-kantig, hellgrau gelb, mit vielen aber wenig auf- 
fälligen Lenticeütn meist reich verzweigt. Knospen etwa 1 cm lang, kleberig, stark 
duftend, gelbbraun bis dunkler. Schösslingsblätter meist dreieckig-lanzettlich, am 
Grunde abgerundet gestutzt, zugespitzt, die der mittellangen Zweige rhombisch, am 
Grunde keilförmig, schwach zugespitzt, spitz. Blätter der Kurzzvveige älterer 
Aeste rundlich-eiförmig bis länglich, am Grunde abgerundet, ziem- 
lich plötzlich zugespitzt, alle mit behaarten Blattstielen, gewimpert, mit sehr feinen, 
spitzen, sehr drüsigen Sägezähnen (die in der Jugend oft kraus, am älteren Holz 
oft entfernter sind), unterseits weiss. Männliche Blüthenstände bis 8, weibliche bis 
12 cm lang; 20—30 Staubblätter. 

In Sibirien heimisch, bei uns neuerdings wegen ihrer lorbeerähnlichen Blätter 
in Gärten beliebt. 

P. laurifölia Ledeb. Fl. Alt. IV. 297 (1833). Koehne Deutsche Dendrol. 85. 
C. K. Schneider Handb. Laubholzk. I. 16. Dode Mem. Soc. hist. nat. Autun XVIII. 
59 (1905). — P. balsamifera var. laurifölia AVesm. in DC. Prodr. XVI. 2. 330 
(1868). 

Die Pflanze verträgt den Schnitt etc. sehr gut und lässt sich deshalb willig 
in Kugeln, Pyramiden etc. ziehen, die während des Sommers aus geringer Ent- 
fernung täuschend den üblichen Kugellorbeerbäumen etc. ähnlich sind. 
Hierzu gehört 
B. Linäleyänal) (P. Lindleyana Carr. Rev. hortic. 1867. nicht Booth. — 
P. laurifölia a. viminalis Dippel Handb. Laubholzk. II. 209 [1892]). Schöss- 
lingsblätter länglich-elliptisch, deutlich zugespitzt, die der Zweige älterer Aeste 
oval-elliptisch, am Grunde abgerundet, zugespitzt mit behaarten Stielen, alle 
Blüthen behaart. Früchte behaart. — Selten in Gärten. 
Bastarde s. S. 52, 53. 

* P. angustifolia (James in Longs Exped I. 497 [1823]. — 7'. cana- 
densis var. angustifolia Wesm. in DC. Prodr. XVI. 2. 329 [1869]. — P. balsami- 
fera var. angustifolia Wats. in Kings Rep. V. 327 [1871]) aus dem westlichen Nord- 
america ist ähnlich und iu Gärten mitunter mit voriger verwechselt aber durch die 
weidenähuliche Tracht und die nicht flügclig-kantigeu, z. T. mehr oder weniger 
rundliehen, bräunlich-gelbgrauen einjährigen Zweige zu unterscheiden. 

* P. Simönii 2 ). %. Mittelhoher Baum. Einjährige Zweige mehr oder 
weniger stark bis flügelig kantig, oliv- oder rothbraun; Lenticellen hell. Knospen 
ziemlich gleich gross, etwa 7 mm lang von der Farbe der Zweige. Schösslingsblätter 
rhombisch-elliptisch, am Grunde keilförmig schwach zugespitzt, die mittellangen Triebe 
verkchrt-eiförmig-lanzettlieh, am Grunde stark keilförmig, oberwärts abgerundet und 
plötzlich zugespitzt. Blätter kurzer Zweige älterer Aeste oval, am Grunde 
keilförmig, plötzlich stachelspitzig zugespitzt. Blattstiele in der Jugend behaart, 
die Blätter gewimpert, später kahl, mit feineu, an den älteren Aesten breiteren 
Siigezähnen. 

In Nord-China heimisch, neuerdings öfter in Gärten. 

P. Simonii Carr. Rev. Hortic. 1867. 360. C. K. Schneider Handb. Laubholzk. 



1) S. VI. 1. S. 482 Fussn. 1. 

2) S. IL 1. S. 771 Fussn. 4. 



48 Siüicaceae. 

I. IG. Dode Mrm. Soc. hist. Dat. Autuu XVIII. 58 (1905). — P. hrevifölia Carr. 
n.idi C. K. Schneider a. a. 0. (1904). 

Eine Behr merkwürdige nnd interessante Pappel, deren Zweige im Alter stark 
hängen und die in der Tracht von den übrigen Arten der Gattung sehr abweicht, 
aus der Entfernung mehr einem wilden Birnbaum gleichend. 

2. 2. Schösslinge fast stielrund. Blätter mittellanger Zweige 

oft i'a.-t sitzend. Schösslingsblätter im Verhitltniss be- 
sonders am Grunde schmäler als die der Kurzzweige 
älterer Aeste. Blätter Unterseite weiss oder weisslich. — 
Groupe Siiaveolens Dode Mein. Soc. hist. nat. Autun 
XVIII. 54, 59 (1905). 

* P. siiaveolens. ]\. Bis über 15 m hoch. Einjährige Zweige gerbgran bis 
gelbbraun, in der Jugend zerstreut behaart. Knospen oliv-bräunlich, 8 — 15 mm 
lang, mehr oder weniger angedrückt. Blätter anfangs gewimpert, die der Schöss- 
linge eiförmig-rhombisch, am Grunde breit-keilförmig, schwach und plötzlich zu- 
gespitzt, die der mittellangen Zweige lanzettlich bis etwas verkehrt-eiförmig, am 
Grunde keilförmig, kurz zugespitzt. Blatter der kurzen Zweige älterer Aeste fast 
randlich-verkehrt-eiförmig, am Grunde abgerundet und in der Nähe des Blattstieles 
etwas geöhrt, oberwärts abgerundet und sehr plötzlich kurz zugespitzt, mit feinen 
etwas krausen Sägezähnen. Blüthenstände etwa 2 — 3 cm lang. Männliche Blüthcii 
mit 18 — 25 Staubblättern. Fruchtstände bis 1 dm lang mit dicken sitzenden Früchten. 

Von Turkestan bis nach Ostasien verbreitet, bei uns seit langem in Gärten, 
P. siiaveolens Fischer Bull. Sc Akad. Imp. Peterab. IX. 348 (1842). C. K. 

Schneider Ilandb. Laubholzk. I. 14. — P. balsamifcra var. siiaveolens Loud. Arb. 

I ii it. ed. 2. III. 1674 (1844). 
Aendert ab 

A. typica. Blätter wie oben besah rieben, bis 9 cm lang und bis 4,5cm breit 
mit etwa 4 cm langem Stiel, an üppigen Trieben bis 11 cm lang und 6 cm 
breit, dann mit kaum 2 cm langem Stiel. — Die häufigste Form. — P. siia- 
veolens f. typica C. K. Schneider Handb. Laubholzk. I. 14 (1904). — P. siia- 
veolens Dode a. a. O. Gl (1905). 

B. oblongata. Schösslingsblätter oval, am Grunde etwas keilförmig-abgerundet, 
oberwärts plötzlich und kurz zugespitzt, die mittellangen Triebe lanzettlich und 
sehr deutlich verkehrt-eiförmig (bis 1 dm lang und 3,5 cm breit), am Grunde 
sehr ausgeprägt keilförmig, oberwärts abgerundet und dann plötzlich zugespitzt. 
Blätter der kürzeren Zweige älterer Aeste dreieckig-rundlich, am Grunde ab- 
gerundet, kurz zugespitzt. Sägezähne ziemlich kräftig. Früchte kahl. — Sel- 
tener. — /'. suaveolens var. obloiujata Koehue Deutsche Dendrol. 84 (1893). 
C. K. Schneider a. a. O. /'. Imisami/cva c. oblonrjata Dippel Ilandb. Laub- 
holzk. II. 208 (1892). — P. oblonijata Dode a. a. O. (75). Errata et Addenda 
(1905). 

/'. nigra X siiaveolens s. S. 53. — Fine etwas zweifelhafte Pflanze ist: 

* P. Wölstiil) (Schroeder nach Dippel Ilandb. Laubholzk. II. 20G [1892]. 
Dode a. a. O. 60. — /'. balsamifera var. Wobstii Schroeder in Regel Bussk. Dendrol. 

[1889). — P trUtis var. elongala X laurifolia? C. K. Schneider Ilandb. Laub- 
holzk. L lb I1901J). Schösslinge schwach kantig, kürzere Triebe nur in der Jugend 
kantig, später mehr oder weniger gelbbraun. Knospen sehr kleberig, bis 1,5 cm 



l) Nach Wobst, Director der Kaiserlichen Gärten in Moskau (briefl. Mittb. 
von Karl Wobst, 12. Sept. 1842 Neukirch am Hochwalde bei Bautzen, Pro- 
fessor in Dresden, verdient um die dortige Flora, Verf. einer Programm-Abhandlung 
über die Adventivflora Dresdens). 



Populus. 49 

lang. Blätter nur in der Jugend zerstreut behaart, unterseits weisslich-grün, die 
der Schösslinge eiförmig-lanzettlich bis fast rhombisch, am Grunde keilförmig bis 
abgerundet-gestutzt, kurz zugespitzt, die mittellanger Triebe lanzettlich, am Grunde 
keilförmig, wenig-zugespitzt, Blätter der kürzeren Zweige älterer Aeste elliptisch- 
rhombisch, am Grunde breit-keilförmig-abgerundet, spitz zugespitzt, mit breiten, 
bogigen, an älteren Aesten schwächeren Sägezähnen. — Wahrscheinlich im Central- 
Asien heimisch, nicht allzuselten in Gärten. — C. K. Schneider bemerkt am 
Ende seiner Beschreibung: Wahrscheinlich eine gute Art, sicher keine Form von 
P. suaveolens, noch weniger von P. balsamifera. — Eine sehr auffällige Pflanze. 

b. Wenigstens die Schösslingsblätter lang gestielt. b. 

1. Schösslinge fast cylindrisch oder doch kaum kantig. Blätter 1. 
der mittellangen Zweige etwas kürzer gestielt. Schösslings- 
blätter verhältnissmässig etwa ebenso breit als die der 
kurzen Zweige, alle unterseits weisslich oder hellröthlich. 
— Groupe Balsamifera Dode Mein. Soc. hist. nat. Autun 
XVIII. 54, 61 (1905). 

Balsampappel ; franz. : peuplier baumier. 

* P. trist is (Fischer Bull. Sc. Acad. Imp. Petersb. IX. 343 [1842]). Ziem- 
lich kleiner Baum mit sparrigen Zweigen und dunkler Belaubung. Einjährige Zweige 
anfangs fein behaart, später glänzend dunkel braunroth. Knospen gross bis 2,5 cm 
lang mit locker anliegenden, sehr kleberigen Schuppen. Schösslingsblätter fast drei- 
eckig, am Grunde schwach herzförmig, spitz-zugespitzt, die mittellanger Triebe un- 
gleich-rhombisch-lanzettlich, am Grunde keilförmig, schwach zugespitzt. Blätter der 
kürzeren Zweige älterer Aeste fast dreieckig, am Grunde schwach-herzförmig-gestutzt, 
spitz-zugespitzt, mit sehr grossen und sehr deutlichen Sägezähnen. — Wahrscheinlich 
aus dem östlichen Asien (nach Dode aus Nord-America) stammend, wegen seines 
eigenartigen Aussehens und seiner durch die bräunlich-röthlichen Blattunterseiten 
trüben Färbung neuerdings mehrfach in Gärten. — C. K. Sehn eid e r unterscheidet 
folgende Formen: A. typica (Handb. Laubholzk. I. 13 [1904]). Blätter mehr oder 
weniger breit-oval oder eilänglich, 7 — 15 cm lang und 4,5 — 9 cm breit, am Grunde 
mehr oder weniger herzförmig. — B. elong ata (Koehne nach C. K. Schneider 
a. a. O. [1904]. — P candicans var. elong ata Dippel Handb. Laubholzk. II. 204 
[1892]). Blätter aus rundlichem oder breit-keilförmigem Grunde breit-lanzettlich 
bis eiförmig-] an zettl ich bis 1,5 dm lang und 5 cm breit. Eine etwas kritische Pflanze, 
die Koehne (Herb.) fraglich als P. candicans X laurijolia aufführte, Schelle 
nennt sie daraufhin (Handb. Laubholzben. X. 17 [1903]) P. elonrjata, nach C. K. 
Schneider ist sie aber schwerlich hibriden Ursprungs. Dode führt sie als Art auf. 
— Viel häufiger ist: 

*f P. balsamifera (Balsampappel ; nieder!: Baisem - Populier ; 
dän. : Balsam-Poppel). %. Ziemlich kräftiger, bis über 30 m hoher Baum 
mit etwas aufstrebenden Aesten, daher ziemlich schmaler Krone und 
grauer starkrissiger Rinde, die glatten jüngeren Zweige bräunlich-grün 
mit deutlichen Lenticellen. Zweige kahl. Knospen von der Farbe der 
Zweige, gerade oder mehr oder weniger gebogen, meist gleich gross, die 
keine Blüthen enthaltenden, bis 1,5 cm lang, mit 3 — 5 Schuppen, stark 
kleberig. Blätter anfangs kleberig, unterseits hellröthlich oder gelblich, 
die der Schösslinge elliptisch-lanzettlich, am Grunde abgerundet, vom 
Grunde an verschmälert, spitz, sehr wenig zugespitzt, die mittellanger 
Zweige lanzettlich, ungleich-rhombisch, scharf zugespitzt. Blätter der Zweige 
älterer Aeste elliptisch-herzförmig, spitz-zugespitzt, wie die Blattstiele 

Ascherson ö. Graehnor, Synopsis. IV. 4 



50 Salicaccae. 

anfangs etwa- behaart, mit abgerundeten kräftigen, am alten Holz 
schwächeren Sägezähnen. Männliche Blüthenstände 6 — 10 cm lang. 
Weibliche Blüthenstände zuletzt bis 1,5 dm lang. 

Im nördlichen Nordamerica von Alaska und der Hudsonbay bis 
zu den nördlicheren Vereinigten Staaten verbreitet, bei uns seit 1731 
in Cultur und stellenweise seit langem völlig verwildert, namentlich auf 
massig feuchtem Sandboden, so z. B. bei Kolbergermünde in Pommern!! 
an mehreren Orten ein lästiges Unkraut durch die zahlreichen Wurzel- 
sprosse. Sich namentlich hinter den Dünen durch Wurzelbrut und 
Samen massenhaft vermehrend. Bl. April; Frucht Mai, Juni. 

P. balsamifera L. Spec. pl. ed. 1. 1034 (1753). Koehne Deutsche 
Dendrol. 83. C. K. Schneider Handb. Laubholzk. I. 14. Dode Mein. 
Soc. bist. nat. Autun XVIII. 62. — P. Tacamahäca 1 ) Mill. Gard. 
Dict. ed. 8 no. 6 (1768). 

In America wird das Holz und die Rinde des Baumes benutzt. Hei uns früher 
die am stärksten balsamduftende Pappel (jetzt P. Irichocarpa), deren Knospen gleich- 
falls als Gemniae Populi arzneilich benutzt wurden. 

2. 2. Schösslinge deutlich bis stark kantig. Alle Blätter ziem- 

lich lang gestielt. Schösslingsblätter verhältnissinässig 
weniger breit als die der Zweige älterer Aeste, alle Unter- 
seite weiss bis hellröthlich. — Groupe Candicans Dode 
Mein. Soc. bist. nat. Antun XVIII. 54, 63 (1905). 

* P. ti'ichocärpa 2 ). %. Bis zu 30 m hoher, vom Grunde an verästelter 
schlanker Baum mit stark nach oben verjüngtem Stamm, dieser mit hellgrauer, 
schon an jungen Stämmen abblätternder Binde. Zweige anfangs fein behaart, 
später kahl, auch die oberen kantig, im ersten Jahre olivenbraun, zweijährig rundlich, 
graugelb. Knospen mehr oder weniger anliegend bis 12 mm lang, kleberig, sehr 
stark duftend, kahl oder zerstreut behaart, von der Farbe der Zweige. Blätter Ober- 
seite frisch-grün, unterseits weisslich bis schwach-röthlich, die der Schösslinge drei- 
eckig-eUiptiseh, am Grunde gestutzt, schwach zugespitzt, fast stumpf, die mittel- 
langen Triebe elliptisch, spitz. Blätter der Zweige älterer Aeste breit-herzförmig 
mit tiefem breitem Herzausschnitt, schwach zugespitzt; Sägezähne schwach, an den 
Blättern mittellanger Triebe fast fehlend. Männliche Blüthenstände bis cm lang 
Blüthen mit 40— r.'i Staubblättern. Weibliche Blüthenstände bis 9 oder zuletzt bis 
12 cm lang. Fruchtknoten mit 3 Narben, behaart. Frucht dicht behaart. 

Im Pacifischen Nord-America, von S.-Alaska bis Süd-Kalifornien verbreitet, 
bei uns neuerdings häufiger in Gärten. Bl. März, April. 

/'. triehoearpa Hooker [c. IX t. 878 (1852). Koehne Deutsche Dendrol. 85. 
C K. Schneider llandb. Laubholzk. I. 16. Dode Mein. Soc. bist. nat. Autun XVIII. 
64 (1905). 

Der Duft der Knospenschuppen und jungen Blätter dieser Art ist ausserordent- 
lich stark, namentlich zur Zeit des Austriebes; an wärmeren regnerischen Tagen 
«lüften die Bäume dann kilometerweit. — Die Tracht ist von der aller Pappeln ab- 
weichend, durch den von unten ab mit dünnen Zweigen besetzten Stamm erhält die 
Pflanze ein sehr eigenartiges Aussehen. Litt auch im nördlichen Gebiete bisher nicht 
durch Frost. 



i) S. S. 46 Fussn. 2. 

2) Von öglE; Gen. iQtyög Haar und xctQuög Frucht. 



Populus. 51 

*f P. cäntlicans (niederl. : Baisemperuboom). Tl. Kräftiger Baum, 
bis über 30 m hoch, mit ausgebreiteten Aesten, daher offener Krone 
und rissiger Rinde. Zweige nur in der Jugend behaart, im ersten 
Jahre oliven- bis mehr oder weniger rothbraun, die oberen rundlich, mit 
zerstreuten grossen hellgelblicher) Lenticellen. Knospen spitz, bis über 
1 cm lang, kahl, mehr oder weniger kleberig, von der Farbe der Zweige, 
kaum anliegend, die blüthentragenden abgebogen, stark kleberig. Blätter 
unterseits weisslich-grünlich, die der Schössliuge sehr gross, dreieckig- 
elliptisch, am Grunde sehr schwach herzförmig, zugespitzt, die mittel- 
langen Triebe eiförmig-elliptisch, am Grunde etwas keilförmig-abgerundet, 
ziemlich fein zugespitzt. Blätter der Zweige älterer Aeste stark breit- 
herzförmig, plötzlich zugespitzt, mit ziemlich stark behaarten Stielen, 
anfangs gewimpert, mit breiten, etwas zurückgebogenen, an denen mittel- 
langer Zweige feineren, Sägezähnen. 

Im östlichen Nordamerica heimisch, bei uns seit sehr langer Zeit 
(1752) angepflanzt und von allen Balsampappeln wohl am häufigsten 
in Gärten und an Wegen, nicht selten vollständig verwildert. Bl. April. 

P. candicans Ait. Hort. Kew. III. 406 (1789). Koehne Deutsche 
Dendrol. 83. C. K. Schneider Handb. Laubholzk. I. 13. Dode Mein. 
Soc. hist. nat. Autun XVIII. 65 (1905). — P ontariensis x ) Desf. Cat. 
hört. Par. 1829. Lodd. in Loud. Arbor. Brit, III. 1676 (1838). — P. 
bdlsamifera var. candicans Gray Man. Brit. Bot. ed. 2. 419 (1856) 

Nach Dode gehören zu dieser Art die von Moench als P. canadensis (vgl. 
S. 34) und P. latifolia beschriebenen Pflanzen, indessen sind die Beschreibungen 
dieses Schriftstellers zu unsicher und selbst wenn sie auf diese Art passen, in Bezug 
auf die Blüthen unrichtig. 

.X ?? P. laurifolia X candicans f? s. S. 49. 

b. Leucoideae (Dode Mem. Soc. hist. nat. Autun XVIII. 35 
66 [1905]). Blätter in der Jugend unterseits weisswollig, später 
nur grau, ihre Drüsen meist beckenförmig. Blattstiele im Quer- 
schnitt rundlich-viereckig, die der Schösslingsblätter verhältniss- 
mässig nicht länger als die der übrigen Blätter. 

Nach Dode nicht mit den Silberpappeln verwandt, zu denen man 
P hetcrophylla bisher meist stellte. 

Seltener angepflanzt wird P. lasiocdrpa-) (Oliver in Hook. Ic. 
pl. XX t. 1943 [1891]). Junge Zweige sehr fein kurz zottig. Blattei- 
gross bis über 3 dm lang und 2 — 3 cm breit, die der Schösslinge fast oval, 
am Grunde stark herzförmig, schwach zugespitzt, die kurzen Zweige eiförmig- 
elliptisch, am Grunde stark herzförmig und geöhrt, mit groben aber ziem- 
lich gleichmässigen Zähnen. Männliche Blüthenstände bis fast 1 dm lang 
mit gestielten Blüthen mit 30 — 40 Staubblättern. Weibliche Blüthenstände 
zuletzt bis über 2 dm lang mit graufilzig behaarter Achse und Früchten; 
letztere bis 8 mm lang. — In Central-China heimisch, jetzt von England 
aus verbreitet. — Interessante Pflanze. 



i) Noch heute unter dem Namen Ontario-Pappel bekannt. 
2) Von Adoiog wollig behaart und xccQTiög Frucht. 



52 Salicaeeae. 

* P. heterophylla l). Bis über 20 m hoch, mit frühzeitig reissender Rinde 
und dicken kräftigen Btumpfkantigen Zweigen, die aufanga filzig behaart, Bpäter oliv 
l>i> rnthbraun sind. Schösslingsblätter fasl dreieckig-herzförmig, am Grunde mit 2 
Läppchen, oberwärts stampf, die kürzerer Zweige fast rundlich-herzförmig, am Grunde 
schwach geöhrt, oberwärts abgerundet-stumpf, bis 1,5 dm lang und über l dm breit 
mit bis 1 dm langem Stiele. Weibliche Blüthenstände locker 5 — 30bliithig, die 
Blüthenstiele so lang wie dir Fruchtknoten, zuletzt bis fast 2 cm lang. 

Im Atlantischen Nordamerica heimisch, dort an sumpfigen Orten, iu Europa 
seil 17<i"p angepflanzt, aber in den meisten Gegenden namentlich im nördlichen Gebiete 
empfindlich and meist nur strauchartig. Bl. März. April. 

P. heterophylla L. Spec. pl. ed. 1. 1034 (1753). C. K. Schneider Handb. 
Laubholzk. 1. 21. Dode Mem. Boc. bist. uat. Antun XVII. 67 (1905). — P. eordi- 
fölia Burgsd. Anleit. Anpfl. II. 177 (1787). 

Eine sehr schöne Pflanze, die meist zu trocken eultivirt wird und z. T. des- 
halb bei uns meist nur strauchig bleibt. Besonders für Schulgärten zur Demon- 
stration der sieh schon an kleiuen Pflanzen entwickelnden Blüthen zu empfehlen. 

B as t a r d e. 
B. 

1031. X . P. Canadensis X lanrifölia. % Als dieser Bastard wird 
von C. K. Schneider eine der P. laurifolia näher stehende Pflanze der Gärten 
bezeichnet. Zweige mehr oder weniger graubiaun, meist stark kantig. Knospen an- 
liegend, kleberig, bis etwa 1 cm lang. Blätter eiförmig, verlängert-eiförmig bis 
eiförmig-lanzettlich, meist 6 — IG cm lang und fast 4 — 10 cm breit, meist am Grunde 
rundlich, oberwärts spitz bis schwach zugespitzt, mit fast 2 — 4,5 cm langem Stiel, 
mit unter stark au die von P. nigra X laurifolia erinnernd, die aber bei weitem 
nicht so stark wächst. 

Von Schroeder gezüchtet. 

P. dcltoides (canadensis) X laurifolia C. K. Schneider Handb. Laubholzk. I. 

11 (1904). — P. canadensis Q X suaveolens <$ (Pctrowskoe) Gard. Chron. IL 108 

•i. — P. Petrowskyäna*) Schroed. nach Dippel Handb. Laubholzk. 11.220 

(1892). Koehne Deutsche Dendrol. 82. Schroed. u. Regel nach C. K. Schneider 

a. a. O. (1904). 

Dippel führt die Pflanze als var. von P. Canadensis auf und denkt an P. 
canadensis X candicans. Koehne führt sich nach Schneider im Herbar als P. 
angulata X laurifolia. Nach Schneider ist mit Sicherheit P. laurifolia als der 
eine Erzeuger anzusehen, während es nicht feststeht, welche Art der Schwarzpappeln 
betheili'.'t ist. — Nach Dode (Mem. Soc. hist. nat. Autun XVIII. 55 [1905]) ist 
diese Pflanze sowie andere nicht hibriden Ursprungs, sondern sie stellen Formen der 
Asiatischen P. Przcwälskii s. S. 53 dar. 

• X . P. Virginiäna X laurifolia. fj. Im Berliner Botanischen 

Garten entstand dieser Bastard aus den Samen einer weiblichen P. laurifolia. Blätter 
etwa 1 (bis 1,4) dm lang und 7 (bis 10) cm breit, in der Gestalt und Färbung der 
P. nigra X laurifolia ähnlich, aber kürzer und breiter mit 5 — 7 cm langem Stiele, 
kahl, am Grunde breit-rundlich bis rundlich-keilförmig, selten stumpf-keilförmig. 

/'. Virginiäna X laurifolia A. u. G. Syu. IV. 52 (1908). — P. monilifera 
X laurifolia = P. Braunii*) C. K. Schneider Handb. Laubholzk. I. 11 (1904). 

1032. X . P. nigra X laurifolia. % Bis 20 m hoch, von wechseln- 
der Tracht. Zweige meist starkkautig, gelbgrau bis fast rundlich und gelblich- 



i ) Wenig passender Name von ftegog ein Anderer, verschieden und cpvAÄov Blatt. 

2) Nach dem Kaiserl. Landwirtschaftlichen Institut zu Petrowskoje-Rasunou b- 
koje bei Moskau. 

3) S. I. S. 40 Fussn. 1; die genauen Daten sind * 10. Mai 1805 Regensburg 
f 29. März 1877 Berlin. 



Populus. 53 

bräunlich. Blattstiele oberseits leicht rinnig bis seitlich zusammengedrückt, Blätter 
schlank bis rundlich oder rhombisch, bald denen von P. nigra, bald denen von P. 
laurifolia ähnlich. 

Dode erklärt die Pflanze für eine Centralasiatische Art, die er P. pseudo- 
balsamifera Fischer Balsam.-Papp. in Bull. Acad. Sc. Pe'tersb. 1841 nennt (ob 
= Turcz. Bull. Soc. Mose. 1838. I. 101?) — Hierher gehört 
B. Berolinensis^) (P. nigra var. italica X laurifolia C. K. Schneider Handb. 
Laubholzk. I. 11 [1904]. — P. hijbrida berolinensis K. Koch Wochenschr. f. 
■* Gärtn. VIII. 225 [1865]. — P. berolinensis Dippel Handb. Laubholzk. II. 210 
[1892]. — - P. eertinensis i) der Gärten). Durch den Einfluss der Rasse Italica 
entstanden, daher oft von pyramidalem Wuchs. — Die Pflanze dürfte sicher 
hibriden Ursprungs sein, da das noch heute ira Berliner alten botanischen Garten 
stehende Originalexemplar sehr deutlich den Wechsel der Blattgestalt etc. zeigt, 
die zwischen denen der Erzeuger schwankt. 

1032. X . P. nigra X suaveolens. % Zweige anfangs mehr oder 

weniger bis ziemlich scharfkantig. Knospen bis etwa 1,6 cm lang, sehr kleberig. 
Blätter oval bis eiförmig, am Grunde abgerundet bis breit-keilförmig oder schwach 
herzförmig, bis fast 1,5 dm lang und mitunter fast ebenso breit, meist viel schmäler, 
oberseits tiefgrün, unterseits heller, gelblich-grün, schmal-weisslich berandet und 
wenigstens auf den Nerven zerstreut behaart. Blattstiele 1,5 — *,5 cm lang, ober- 
wärts etwas seitlich zusammengedrückt, oben schmal- rinnig, zerstreut behaart. Blatt- 
grund häufig mit 2 Drüsen. 

Von Schroeder gezüchtet. 

P. nigra Q X suaveolens ^f, P. Rasumowskoe" 2 ) Schroed. Gard. Chron. 18S2. 
2. 108. — P. RasumoivskyänaZ) Schroed. nach Regel Russkaja Dendr. 133 (1889). 

— P. candicans X suaveolens Regel a. a. O. (1889). — P. nigra var. italica X 
suaveolens C. K. Schneider Handb. Laubholzk. I. 11 (1904). — P. italica X balsami- 
fera Koehne Herb, nach Schneider a. a. O. (1905). 

Dode erklärt auch diese Pflanze für eine centralasiatische Art, die er (a. a. 
O. 55) P. Przewälskii*) Maxim. Bull. Ac. sc. Petersb. XXVII. 540 (1882) nennt. 
Zu ihr zieht er, wie gesagt, auch die oben erwähnte P. Petrowskyana. Mit seiner 
P. pseudobalsamifera (vgl. vorigen Bastard) einiger Asiatischen und einer Ameri- 
canischen Pflanze zusammen bilden sie seine Groupe Pseudobalsamifera (a. a. O. 55). 

— Wahrscheinlich durch Einwirkung der Rasse Italica entstanden. 

1032. X ? P. nigra X candicans? Als dieser Bastard wird von 

Schelle (in Beisser, Schelle, Zabel Handb. Laubholzben. 18 [1903]) die oben als 
Rasse der P. nigra erwähnte Hudsonica (S. 39) angesprochen, nach C. K. Schneider 
(Handb. Laubholzk. I. 6) aber sicher mit Unrecht, 

B. II. 2. 
.X . P. lanrifölia X suaveolens. Als dieser Bastard wird 

nach Gard. Chron. 1882. 2. 108 eine von Schroeder gezüchtete auf der Moskauer 
Ausstellung gezeigte Pflanze angesprochen, die als P. Petrowskoe-Rasumowskoe be- 
zeichnet war und die an P. Simonii erinnern soll. 

B. II. 
.X . P. laurifolia X tristis. Als solche ist wie oben S. 48 

erwähnt die etwas fragliche P. Wobstii angesprochen woi'den. 



1) In Berlin (Berolinum) entstanden: eertinensis vielleicht Schreibfehler für 
Berolinensis. 

2) S. S. 52 Fussn. 2. 

3) Nach dem Erforscher Central-Asiens, General Nikolai Michailowitsch Prz e - 
walski, * 12. April 1839 (n. St.) im Gouv. Smolensk f 1. Nov. 1888 (n. St.) 
Karakal am Issyk-Knl. Seine wichtigsten Reisen sind 1867—9 im Ussuri-Gebiet 
1876 — 7 nach dem Lob Nor und AJtga Dagh, 1879 — 80 nach Tibet, dem Kuku- 
Nor und dem Quellgebiet des Hoang-Ho und Jantse-Kiang (Kupffer briefl.). 



5 1 Salicaceae. 

Als P. alba X nigra sind öfter Gartenpflanzen gedeutet worden, die aber 
wohl entweder verkahlende Formen der ersteren oder stärker behaarte der letzteren 
darstellen. 

224. SALIX 1 ). 

(jTourn. Inst. 590]. L. [Syst. ed. 1] Gen. pl. [ed. 1. 300] ed. 5. 447 
[1754J. Nat. Pfl. III. 1. 36.) ^ 

(Weide; nieder! u. vlaem. : Wilsr, Waarde, Werf; dän.: Pil; franz.: 
Saale; it.: Salice; ligur. : Sarso, Sarxo; nun.: Salcie; poln.: Wierzba; 
wend. : Wörba; böhm., kroat., serb. : Vrba; russ.: Ilßa; ung. : Füz.) 

(Die Weiden mit langschüssigcn, ruthenartigen Zweigen [Lucidae, Fra- 
giles, Triandrae, Albae, Viminales, Pruinosae, Incanae Subviminales 
und Purpureae] heissen in Oesterreich Feibern , franz. Osier , südfr. 
Amarinas, litt. Glösnis; alle übrigen in Oesterr. Salchern, litt. Karklas.) 

Bearbeitet von Otto von Seenien. 

S. S. 14. Bäume oder Sträucher, nur selten scheinbar krautig. 
Kospen sämmtlich seitenständig; kahl oder behaart, mitunter klebrig 
(z. B. S. fragilis, S. herbacea); Blätter meist spiralig, ungetheilt, 
meist kurz gestielt, gesägt (Sägezähne mit verdickter Spitze), kahl oder 
behaart, öfter beim Trocknen schwärzlich werdend; Nebenblätter stark 
entwickelt (z. B. S. hastata) bis fehlschlagend (z. B. S. purpureä), 
hinfällig. Blüthenstände achselständige Aehren (Kätzchen), vor den 
Blättern oder mit denselben erscheinend, sitzend oder kurz gestielt, am 
Grunde oft von kleinen schuppen- oder laubbiattartigen Blättern umgeben, 
bis lang gestielt, öfter an beblätterten, kurzen Zweigen endständig, oval 
oder kugelig bis lang cylindrisch, aufrecht oder seitwärts gebogen, be- 
ziehungsweise hängend, dicht- oder lockerblüthig; ihre Achse dünn, meist 
behaart. Blüthen von einem Hochblatte (Tragblatte) gestützt, dieses 
meist kürzer als die Blüthe, vor der Fruchtreife abfallend oder bleibend, 
häutig und geädert oder lederartig, einfarbig oder nach der Spitze zu 
dunkler gefärbt, meist behaart, selten kahl. Männliche Blüthen mit 2 
bis 24 Staubblättern, frei oder verbunden {Incanae, Purpureae). Staub- 
fäden kahl oder am Grunde behaart; Staubbeutel rundlich oder oval, 
gelb oder röthlich, mitunter nach dem Verstäuben grau oder schwärz- 
lich werdend (z. B. S. purpureä). Weibliche Blüthen mit einem läng- 
lichen Fruchtknoten; dieser sitzend bis lang gestielt, kahl oder behaart, 
aus 2 verbundenen Fruchtblättern, einfächerig, mit 2 wandständigen 
Samenträgern, an weichet) viele hängende Samenanlagen; Griffel fehlend 
oder mehr oder minder lang, mitunter oberwärts 2 spaltig; Narben zwei, 
kurz, dick, kopfig bis lang, dünn, linealisch, aufrecht oder seitwärts 
gebogen, ungetheilt, ausgerandel '»der gespalten. Drüsen am Grunde 
der Blüthen je eine vordere und hintere oder bei den weiblichen nur 
eine hintere, oder bei beiden Geschlechtern nur eine hintere, die doppelten 



i) Name der Weide bei den Römischen Schriftstellern von Varro an. 



Salix. 55 

Drüsen ringförmig die Blüthe umgebend und nur durch einen Spalt von 
einander getrennt, oder vordere und hintere freistehend, kürzer als bre*it 
bis lang, schmal linealisch, oberwärts abgerundet, gestutzt, ausgerandet 
oder gespalten. Frucht eine zweiklappige Kapsel; Klappen nach dem 
Aufspringen sichel- oder schneckenförmig. 

Etwa 200 Arten fast über die ganze Erdoberfläche verbreitet, bei weitem die 
meisten in der nördlich gemässigten Zone, wenige in den Tropen (dort meist in 
Gebirgen). 

Die männlichen, seltener auch die weiblichen Blüthen verbreiten einen an- 
genehmen, honigartigen Geruch. Sie werden reichlich von Insekten, namentlich 
von Bienen besucht. 

Die einzelnen Arten vermischen sich leicht und oft durch Bastardirung, die 
auch zwischen den Bastarden in unbeschränkter Weise fortgeführt wird (Wichura 
hat die künstliche Bastardirung bis zur Vermischung von 6 Arten ausgeführt); die 
Merkmale der bei der Bastardirung betheiligten Arten sind jedoch meist über die 
dreifache Vermischung hinaus (Tripelbastard) nicht mehr erkennbar. Der grosse 
Formenreichthum der Weiden ist zu einem guten Theil auf Bastardirung zurück- 
zuführen. 

Es kommen vielfach Missbildungen bei den Blüthenständen und Blüthen vor, 
namentlich folgende: 

1. Nach der normalen Blüthezeit tritt noch eine zweite ein, sodass die Blüthe- 
zeit scheinbar dauernd ist (m. semperflorens) ; Blüthenstände an den Gipfeln der 
Langtriebe meist nach der normalen Blüthezeit; sie sind hierbei meist am unteren 
Ende dünner und in den Zweig verschmälert. 

2. Blüthenstände nicht einzeln, sondern zu 2 und mehr gehäuft (bis zu 4 
beobachtet), hinter einer Knospenschuppe. 

3. Blüthenstände gabelig getheilt. 

4. Männliche und weibliche Blüthenstände an derselben Pflanze (m. monoeca t)). 

5. Männliche und weibliche Blüthen in demselben Blüthenstände (m. androgyna). 

6. Staubblätter und Fruchtknoten in derselben Blüthe (m. hermaphrodita '-)) ; 
auch männliche Blüthen und weibliche Blüthen mit hermaphroditen in demselben 
Blüthenstände (m. polygama). 

7. Uebergangsbildungen zwischen männlichen Geschlechtsorganen nnd weib- 
lichen in den mannigfachsten Formen. 

8. 2 Fruchtknoten mit den dazu gehörenden Drüsen hinter einem Tragblatte. 

9. Fruchtknoten mit 3 Fruchtblättern ; Vermehrung der Staubblätter. 

10. Fruchtblätter getrennt, mitunter unter gleichzeitiger Umbildung der Frucht- 
blätter in Staubblätter. 

11. Verwachsung zweier sonst freier Staubblätter (m. cladostcmon' A )). 

12. Die Drüsen bei den weiblichen Blüthen befinden sich nicht am unteren 
Ende des Kapselstiels, sondern in der Mitte desselben. 

In der Rinde mehrerer Salix- (Lucidae, Fragiles, Triandrae, Albae, Incanae, 
Purpureae ) und Populus- (alba, tremula, balsamifera) Arten, sowie in den jungen 
Blättern und weiblichen Blüthen findet sich das sehr bittere Glykosid Salicin. Die 
Weidenrinde war früher, ist theilweise noch officinell (s. unten). 

Die Weidenruthen werden vielfach'zu gewerblichen Zwecken als Binde- und 
Flechtmaterial benutzt. 

Für die Beschreibung der Blätter sind solche von normalen Sommertrieben 
und nicht solche von dem jungen ersten Anschlag (Wassertrieben, Schösslinge, Loden} 
oder von Herbsttrieben zu nehmen; dagegen bieten für die Nebenblätter die Schöss- 
linge das beste Material. 

i) Von fiövog einzeln, einzig und olzog Haus. 

a ) iQficupQÖötzog Zwitter. 

3) Von y.Xdöog Ast, Zweig und gtijuojv Staubblatt. 



56 Balicaoeae. 

Die Stiele der Fruchtknoten (Kapseln) strecken sich nach der Bliithe oft !>e- 
deutend; das für die Unterscheidung mancher Arten wichtige Verhältnise ihrer Länge 
zu der hinteren Drüse ist daher während der Blüthezeit zu beobachten. 

Uebersicht der Sectionen. 

A. Männliche und weibliche Blüthen mit je 2 Drüsen (einer vorderen 
und einer hinteren). Didymadeniae. 

I. Männliche Blüthen mit mehr als zwei freien Staubblättern. 

Pleonandrae. 

In Europa^nur: 

Griffel fast fehlend. Brachystylae. 

Hierher nur : 

Bäume oder Sträucher. Zweige glänzend. Blätter lanzettlich bis 
oval, scharf zugespitzt, drüsig gesägt, auch am oberen Ende des 
Stiels mit Drüsen versehen, kahl oder in der Jugend nur spär- 
lich behaart, oberseits glänzend, in der Jugend klebrig. Blüthen- 
stände gleichzeitig mit den Blättern erscheinend, an beblätterten 
Zweigen aufrecht oder überhängend. Tragblätter einfarbig, hell- 
braun, häutig, geädert, vor der Fruchtreife abfallend. Staubblätter 
4 — 12, meist 5, frei. Kapseln gestielt, kahl. Griffel sehr kurz 
oder fehlend. Narben kurz. Drüsen freistehend, zwischen sich 
Lücken lassend. 1. Lueidae. 

11. Männliche Blüthen mit zwei freien Staubblättern. Diandrae. 

a. Drüsen ringartig, oberwärts unregelmässig eingeschnitten. 

1. Früchte kahl. — Zwergsträucher, scheinbar krautig. Stengel 
kurz, unterirdisch, kriechend. Zweige kurz, fingerförmig ge- 
stellt, aufsteigend. Blätter rundlich, am Grunde und an der 
Spitze ausgerandet oder länglich -elliptisch, kahl, lederartig. 
Nervatur hervortretend netzaderig. Blüthenstände an beblätterten 
Stengeln endständig. Tragblätter einfarbig, oben abgerundet. 
Kapseln kegelförmig-pfriemlich, röthlich. Griffel lang. 

2. Herbaceae. 

2. Früchte behaart. — Zwergsträucher. Stengel unterirdisch. 
Zweige fächerartig niederliegend oder ein wenig aufstrebend. 
Blätter langgestielt) rundlich, ganzrandig, mit engmaschigen, 
Unterseite scharf hervortretenden, oberseits runzeligen Ader- 
netz, unterseits entweder silberig zottig behaart oder kahl und 
grau. Blüthenstände an verlängerten Stengeln endständig, 
schmal cylindrisch. Traublätter rundlich, röthlich. Klapsein 
oval, weiss behaart. Griffel getheilt, 3. Reticulalae. 

I». Drüsen nicht ringförmig, sondern zwischen einander Lücken 
lassend, oberwärts nicht anregelmässig eingeschnitten, nur die 
hintere Drüse mitunter ausgerandet. — Bäume oder Sträucher. 
Zweige schlank, glänzend, an ihrem Grunde leicht abbrechend. 
Blätter lanzettlich, zugespitzt, kahl, oberseits glänzend, in der 



Salix. 57 

Jugend kleberig, am Blattstiel häufig mit Drüsen besetzt. Blüthen- 
stände an beblätterten Zweigen, oft bogenförmig gekrümmt. Trag- 
blätter einfarbig, gelblich, vor der Fruchtreife abfallend. Frucht- 
knoten gestielt. Griffel kurz. Narben dicklich, zweilappig, ab- 
stehend. 4. Fragiles. 
B. (vgl. auch C.) Männliche Blüthen mit twei Drüsen (einer vorderen 
und einer hinteren, weibliche Blüthen nur mit einer (hinteren) Drüse. 

Heteradeniae. 
I. Männliche Blüthen mit mehr als 2 Staubblättern. Pleonandrae. 
Hierzu nur: 

Sträucher, selten Bäume. Zweige schlank, biegsam, zähe, kahl, 
mit glatter Rinde. Blätter lanzettlich, zugespitzt, gesägt, kahl 
oder mitunter in der Jugend dünn behaart. Blüthenstände ev- 
lindrisch, an kurzen oder mittellangen, beblätterten Zweigen. 
Tragblätter einfarbig, gelb geädert, häutig, nicht von der Frucht- 
reife abfallend. Staubblätter drei, frei ; Fruchtknoten lang gestielt, 
kahl. Griffel fast fehlend. Narben kurz. Die 2 Drüsen in den 
männlichen Blüthen nicht ringförmig, sondern freistehend, Lücken 
zwischen einander lassend. 5. Triandrae. 

II. Männliche Blüthen mit 2 freien Staubblättern. Diandrae. 

a. Tragblätter der Blüthen vor der Fruchtreife abfallend. — ■ Bäume 
oder Sträncher. Zweige schlank, nicht leicht abbrechend, mit 
glatter häutiger Rinde. Blätter lanzettlich, zugespitzt, unterseits 
heller bis grau, in der Jugend nicht klebrig. Blattstiele ohne 
Drüsen. Blüthenstände cylindrisch, oft bogenförmig gekrümmt, 
an kurzen, beblätterten Stengeln. Tragblätter einfarbig, gelb, 
noch vor der Fruchtreife abfallend ; Fruchtknoten sehr kurz 
gestielt. Griffel sehr kurz. Narben fast sitzend, zweilappig, 
abstehend. 6. Albae. 

b. Tragblätter der Blüthen vor der Fruchtreife nicht abfallend. 

1. Früchte kahl. — An den Boden angedrückte Zwergsträucher 
der Hochgebirge. Zweige armknospig, leicht abbrechend, glatt, 
kahl. Blätter stumpf oder ausgerandet, kahl, in der Jugend 
nicht klebrig. Blattstiele ohne Drüsen. Blüthenstände an 
kurzen beblätterten Stengeln, nicht gekrümmt, armblüthig. 
Kätzchenschuppen: nicht abfallend, meist gestülpt. Frucht- 
knoten kurz gestielt. Griffel kurz. Narben wachsartig, 2- 
lappig, abstehend. 7. Retusae. 

2. Früchte behaart. — Oft nur niedrige Sträucher, einheimisch 
nur eine Art in höheren Gebirgen. Blätter elliptisch-lanzett- 
lich, ganzrandig, weichhaarig. Blüthenstände an beblätterten 
Stengeln. Tragblätter der Blüthen einfarbig oder an der Spitze 
dunkler. Staubbeutel röthlich, später schwärzlich. Frucht- 
knoten oval-länglich, seidig behaart. Griffel gelb, meist an 
der Spitze getheilt. 8. Sericeae. 



58 Snlicaccae. 

C. Blüthen stets nur mit je einer (hinteren) Drüse. Monadeniae. 

I. Männliche Blüthen mit zwei freien oder nur theilweise verbundenen 

Staubblättern. Clioristundrae. 

a. Griffel fehlend oder nur sehr kurz. Hrachystylae. 

1. Stamm über der Erde, nicht unterirdisch und nicht kriechend. 
Niedrige Bäume oder Sträucher, meist mit dicken Aesten. 
Blätter lanzettlich bis oval, ganzrandig oder grobkerbig ge- 
sägt, in der Jugend meist dicht behaart, später oberseits trüb- 
grün, wenig behaart oder kahl mit vertieftem Adernetz, runz- 
lich, unterseits meistens grau, stark filzig behaart, später ver- 
kahlend mit stark und grob hervortretendem Adernetz ; Kätzchen 
meistens vor den Blättern erscheinend, sitzend oder kurz ge- 
stielt. Tragblätter an der Spitze dunkelbraun oder schwärz- 
lich. Staubblätter 2, frei. Staubbeutel gelb, später graugelb. 
Kapseln meist behaart, lang gestielt, lang kegelförmig, spitz 
oder stumpflich. Griffel fehlend oder kurz. Narben kurz 
oder länglich. Drüse eine (hintere), eiförmig, gestutzt. 

9. Capreae. 

2. Stamm unterirdisch, kriechend. 

a. Fruchtknoten lang gestielt. — Niedrige Sträucher. Stamm 
unterirdisch-kriechend. Zweige schlank. Blätter dünn, ellip- 
tisch oder lanzettlich, bläulich -grün, meistens kahl, netz- 
aderig, in der Jugend rosig überlaufen ; Kätzchen an be- 
blätterten Stielen, locker blüthig. Deckschuppen am oberen 
Ende nur wenig dunkler gefärbt und behaart. Kapsel 
meistens kahl, lang gestielt. Griffel sehr kurz, fast fehlend. 

10. Roseae. 

b. Fruchtknoten kurz gestielt. — Meistens niedrige Sträucher 
mit unterirdisch - kriechendem Stamm und dünnen zähen 
Aesten. Blätter meistens oblong bis lineal-lanzettlich, ober- 
seits in der Jugend meistens seidig behaart, später kahl, 
trübgrün, unterseits meitens seidig behaart, am Rande zu- 
rückgebogen, beim Trocknen mit scharf hervortretendem 
Adernetz und schwarz werdend. Kätzchen vor oder nach 
den Blättern erscheinend, sitzend oder kurz gestielt, meist 
klein, kurz-cylindrisch. Staubblätter 2, frei oder im unteren 
rinil verbunden. Staubbeutel gelb, nach dem Verstäuben 
bräunlieh. Kapseln meistens kurz gestielt, kegelförmig, dicht 
anliegend behaart. Griffel kurz. Narben kurz. Drüse (eine 
hintere), eiförmig, gestutzt. 11. Repentes. 

b. Griffel von mittlerer Länge, länger als die kurzen oder läng- 
lichen Narben, nicht länger als der halbe Fruchtknoten. 

Mesostylac. 

1. Blätter kahl, meist bogig gesägt. Früchte behaart oder kahl. 

— Niedrige bis baumartige, kurzästige Sträucher der nörd- 






Salix. 59 

liehen und alpinen Gebiete. Zweige dünn, braun. Blätter 
breit-verkehrt-eiförmig bis ei-lanzettlich, meist auf beiden Seiten 
kahl und grün, oder auch behaart, und unterseits grau, am 
Rande meistens bogig gesägt, beim Trocknen schwärzlich 
werdend. Blüthenstände oval bis cylindrisch, fast sitzend 
oder an kurzen beblätterten Zweigen. Staubbeutel nach dem 
Verstäuben schmutzig gelb. Fruchtknoten meist behaart, ge- 
stielt. Fruchtklappen nach dem Aufspringen sichelförmig 
gebogen. 12. Yirescentes. 

2. Blätter kahl oder nur in der Jugend behaart, meist scharf 
gesägt. Kapseln stets kahl. — Niedrige bis mittelhohe 
Sträucher mit sparrigen Aesten, der alpinen und subarktischen 
Gebiete. Zweige dünn, braun, kahl. Blätter elliptisch oder 
lanzettlich, kurz zugespitzt, unterseits heller, mit fein hervor- 
tretendem Adernetz, im Alter starr, beim Trocknen braun 
werdend. Nebenblätter meist gross. Blüthenstände kurz vor 
oder mit den Blättern erscheinend. Tragblätter gelb oder 
braun, an der Spitze dunkler, lang weiss bebärtet. Staub- 
beutel gelb. Fruchtknoten grün oder bräunlich, gestielt. 

13. Rigidae. 

3. Blätter nur in der Jugend behaart, später kahl, auf beiden 
Seiten stark netznervig. Fruchtknoten behaart, später kahl. 
— Auf den Alpen und im arktischen Gebiet vorkommend, 
niedrige, meist auf dem Boden niederliegende Sträucher. 
Blätter (ausgewachsene) kahl, glänzend, auf beiden Seiten 
stark hervortretend netzaderig, beim Trocknen schwärzlich 
werdend. Blüthenstände kurz cylindrisch, an beblätterten 
Stengeln. Tragblätter der Blüthen lang behaart. Drüse 
purpurroth. Staubbeutel vor dem Aufblühen roth, dann gelb, 
später schwarz werdend. Fruchtknoten kurz gestielt. Griffel 
und Narben purpurroth. Fruchtklappen nach dem Aufspringen 
sichelförmig. 14. Myrtosalix. 

C. Griffel lang, halb so lang bis länger als der Fruchtknoten. 

Dolichostylae. 

1. Früchte kahl. — Bäume oder Sträucher. Zweige meist blau 
bereift. Knospen gross, spitz. Blätter lanzettlich bis schmal 
lanzettlich, zugespitzt, meist oberseits glänzend, unterseits 
grau oder bläulich, matt, nur in der Jugend behaart, leder- 
artig. Blüthenstände vor den Blättern erscheinend, sitzend, 
dick cylindrisch. Tragblätter meist schwarzbraun, am Grunde 
hell, meist lang grau oder goldgelb behaart. Staubblätter 
frei. Kapseln sitzend oder kurz gestielt, meist kahl. Griffel 
lang. Narben länglich. Drüse lang, schmal bandförmig, 
gestutzt. 15. Priiinosae. 

2. Früchte behaart. — Bäume oder Sträucher mit zähen, bieg- 
samen Zweigen. Blätter meist lang lanzettlich, spitz, ganz- 



00 Salicaceae. 

randig oder Bchwach gesägt (Rand meisten- etwas zurück- 
gerollt), meial in der Jugend ganz und später nur Unterseite 
anliegend dicht seidig behaart Blüthenstände meist vor den 
Blättern erscheinend, sitzend oder kurz gestielt, cylindrisch, 
dichtblüthig. Tragblätter meist an der Spitze dunkler. Staub- 
blätter frei. Staubbeutel gelb, Fruchtknoten sitzend oder 
gestielt, dicht behaart. Griffel lang, dünn. Narben meist 
lang, lineal, gekrümmt. Drüse lang, lineal, gestutzt. 

16. Vimiiiales. 
II. Männliche Blüthen mit zwei ganz oder zum grössten Theil ver- 
bundenen Staubblättern. Synandrae. 
a. Griffel fehlend oder nur kurz. Brachystylae. 

1. Blätter schmal, lanzettlich, Unterseite dicht weissfilzig. Trag- 
blätter der Blüthen gelb oder grün an der Spitze nur wenig 
dunkler. — Sträucher oder niedrige Bäume, mit brüchigen 

\"sten. Blätter lanzettlich bis linealisch-lanzettlich, oberseits 
matt-dunkelgrün, Unterseite weiss-filzig. Blüthenstände sitzend, 
dünn-cylindrisch, bogig gekrümmt, Tragblätter gelb oder grün- 
lich, an der Spitze röthlich oder nur wenig dunkler gefärbt. 
Staubblätter mehr oder minder verbunden. Fruchtknoten 
gestielt. Griffel deutlich. 17. Incanae. 

2. Blätter oval bis lanzettlich, Unterseite kahl oder seidenhaarig. 
Tragblätter der Blüthen oberwärts dunkelbraun oder schwarz. 
— Niedrige bis hohe Sträucher, mit aufrechten dünnen, zähen 
Zweigen. Blätter oval bis schmal-lanzettlich, mehr oder minder 
ganzrandig, oberseits dunkelgrün, Unterseite bläulich, mitunter 
seidenhaarig. Blüthenstände dünn, cylindrisch, bogig gekrümmt. 
Tragblätter stumpf, am oberen Ende dunkel gefärbt. Staub- 
blätter ganz oder theilweise verbunden. Staubbeutel röthlich, 
nach dem Verstäuben schwärzlich. Fruchtknoten sitzend oder 
sehr kurz gestielt, meist behaart. Fruchtklappen nach dem 
Aufspringen nur schwach sichelförmig. 18. Puruureae. 

1). Griffel lang. Dolk'hostylae. 

Bierzu nur: 

Zweige nur in der Jugend behaart, sonst kahl. Blätter 
gross, Lanzettlich, spitz, oder lang zugespitzt, am Rande knor- 
pelig gesägt, in der Jugend seidig behaart, später kahl, ober- 
seits dunkelgrün, Unterseite grau bis blaugrau. Blüthenstände 
vor oder mit den Blättern erscheinend, sitzend, aufrecht, cy- 
lindrisch, dichtblüthig. Tragblätter oval, am oberen Ende ab- 
gerundet oder eiförmig zugespitzt, schwarz. 19. Subviminales. 

\. Didy m adSniae 1 ) (v. Seemen Sal. Jap. 15 [1903]). Männliche und 

weibliche Blüthen mit je 2 Drüsen (einer vorderen und einer hinteren). 



'<) Von ötöv/iog gepaart, Zwilliug und döjjv Druse. 



Salix. 61 

I. Pleouändrae 1 ) (v. Seemen a. a. O. [1903]). Männliche Blüthen 
mit mehr als 2 freien Staubhlättern. 

Hierher in Europa nur 

Brach ystylae 2 ) (v. Seemen a. a. O. [1903]). Griffel fast fehlend. 

Hierher nur 
Lücidae (Anderss. in DG Prodr. XVI. 2. 205 [1865] erw.— 
Pentandrae Anderss. a. a. O. [1865]). S. S. 56. 

In Europa nur unsere Art. 

a. Blätter mit meist scharfer aber kurzer Spitze, nicht lang zu- 
gespitzt. 

1033. (1.) S. peiitälidra 3 ) (Lorbeerweide; niederl.: Laurier-Wilg ; 
franz.: Saule-Laurier ; russ. : T lepH0xa.irc> ; litt.: Pa-upio-glosnis.) fr, % 
Meist mittelhoher Strauch, selten bis 13 m hoher Baum; Zweige dunkel- 
rothbraun, kahl, glatt, glänzend; junge Triebe kahl. Blätter gestielt 
(Stiel bis 1 cm lang, kahl, am oberen Ende drüsig), lanzettlich bis 
eiförmig-elliptisch, bis 15 cm lang, 5 cm breit, scharf zugespitzt, 
am Grunde spitz oder stumpf bis abgerundet, dicht drüsig gesägt, kahl, 
oberseits lebhaft grün, glänzend, unterseits heller, matt, im Alter leder- 
artig; der Mittelnerv oberseits wenig hervortretend, gelb, unterseits stark 
hervortretend. Seitennerven oberseits fein hervortretend gelb, unterseits 
etwas schärfer hervortretend. Adernetz wenig bemerkbar. Nebenblätter 
länglich-eiförmig, drüsig gesägt. Knospen braun, glänzend, kahl. Blüthen- 
stände mit den Blättern erscheinend (auf bis 6 cm langem, sehr kurz 
grau behaartem, beblättertem Zweige, dessen Blätter .nach dem Grunde 
stark verschmälert, kahl, drüsig gesägt), bogig hängend, die männlichen 
cylindrisch, bis 7 cm lang, 1,5 dm dick, dichtblüthig, mit sehr kurz 
dicht grau behaarter Achse. Tragblätter länglich, stumpf, häutig, ge- 
ädert, gelb, innen und aussen am Grunde stärker kurz grau behaart, 
aussen nach der Spitze zu kahler oder ganz kahl. Staubblätter 5 — 12 
(mitunter in einzelnen Blüthen 3 oder 4), frei, am Grunde behaart, 
etwa doppelt so lang als die Tragblätter. Staubbeutel rundlich, gelb; 
Drüsen 2, die vordere oval, einfach oder breiter und oberwärts uuregel- 
mässig eingeschnitten, mitunter mit schmäleren Nebenlappen, etwa 1 /3 
so lang als das Tragblatt, die hintere etwas kürzer und breiter, mit- 
unter oberwärts unregelmässig eingeschnitten. Weibliche Blüthen- 
stände cylindrisch, bis 6 cm lang, 0,8 cm dick, am Grunde lockerblüthiu;. 
Tragblätter abfallend-. Fruchtknoten kurz gestielt (Stiel kahl), aus 
ovalem Grunde lang pfriemlich verschmälert, kahl, etwa doppelt so lang 
als das Tragblatt. Griffel etwa 1 U so lang als der Fruchtknoten, am 
oberen Ende gabelig getheilt. Narben kurz, gespalten. Drüsen 2, die 
vordere sehr kurz oval; die hintere aus breitem Grunde eiförmig, ge- 



l) Von nXeiutv mehr und ävi'jQ Mann, d. h. Staubblatt. 

ü) Von ßQa%vg kurz und aivXog Griffel. 

3) Von nsvzu- 5- und ävi' t Q Mann, d. h. Staubblatt. 



62 Salicaceac. 

stutzt, oft mit unregelmässigen Nebenlappen, etwas länger als der Stiel 
des Fruchtknotens. 

Auf feuchten Wiesen, in Sümpfen und auf Mooren, aber auch zu- 
weilen auf Sandboden, von den Südabhängen der Alpen und Bosnien 
nordwärts last durch das ganze Gebiet, auch auf den Ostfriesischen 
Nordsee- Inseln Borkum (O. v. Seemen DBM. II. 61) und Juist 
(Buchenau Fl. Ostfr. Ins. 3. Aufl.), doch nach letzterem nur ein- 
geschleppt. Fehlt im Ungarischen Tieflande (auf den Alpen bis 1300 m, 
Sudeten bis '.'75 m). Bl. Mai, Juni. 

S. pentandra L. Spec. pl. ed. 1. 1016 (1753). Willdenow Spec. 
pl. IV. 2. 658. Seringe Essai d'une Monogr. des Saules de la Suisse 
68 (1815). Koch Syn. ed. 2. 739. Anderss. Salices Lapponiae 13 (1845). 
Beichenbach Ic. XI t. DCXII fig. 1268. Kerner Niederösterr. Weiden 
57 (1859). Anderss. Monogr. Salicum I. 35 (1863). Wimmer Sal. Europ. 
22 (1866). Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 206 (1868). Xyman Consp. 
664. Suppl. 280. Richter-Gürke PI. Eur. IL 5. Camus Classif. des Saules 
d'Europe et Monogr. des Saules de France 84 (1904). — S. tetrandra 1 ) 
L. Öländska och Gothl. Resa 1741. 792 (1745). — S. polyändra 2 ) Bray 
in Schrank Bayr. Fl. I. 228 (1789). — S.fragrans Salisb. Prodr. 393 
(1796). — S. fissa Dumort. Fl. Belg. 13 (1827). — S. h'icida Forb. 
Sal. Wob. 63 (1829) nicht Mühlenb. — S. Meyeriäna 3 ) Borr. in Hook. 
Brit. Fl. ed. 3. 421 (1835) nicht Rostk. — Lusekia*) laurina Opiz 
Sezn. 61 (1852). — S. I aurifbli a Wesmael in Bull. Congr. Bot. Brux. 
280 (1864). — S. hracteosa Turcz in Herb. Hort. Petersb. 

Kroatisch wird die Art Prasljika genaunt (Maly briefl.). 

Die Blätter haben namentlich in der Jugend einen starken balsamischen 
Geruch. 

Linne führt in seiner 1745 erschienenen Reisebeschreibung: Öländska och 
Gothländska Beea (1741) 13 eine Weide v Salix floribus tetrandris* auf, die dann 
in dem Index 792 Salix tetrandra genannt wird. In der von J. Chr. D. Schre ber 
1764 herausgegebenen deutschen Uebersetzuug dieses Buches werden sowohl im Text 
S. IG, als auch im index beide Bezeichnungen durch S. pentandra ersetzt. Wenn 
schon hieraus klar hervorgeht, dass die Arten-Bezeichnung tetrandra irrthümlich 
stall pentandra, erfolgt war, so Hess auch Linne selbst hierüber keinen Zweifel, 
indem er in seiner ebenfalls im Jahre 1745 herausgegebenen Flora Suecica S. 289 
u. 71)2 S. pentandra citiert und S. tetrandra auch in seinen 1753 erschienenen: 
Species plantarum nicht neben S. pentandra erwähnt. Bei Linne ist S. tetrandra 
also nur ein Irrthum und E. Fries (Novit. Fl. Suec. Mant. I. 41 [1892] und 
Summa Veget. Scahd. 56 [1846]) hatte keine Berechtigung sie als eine Varietät von 
S. pentandra ZU bezeichnen. Seine S. tetrandra, die dann auch von Andersson 



i) Von rexqa- 4- und ävtff) Mann d. h. Staubblatt. 

a ) Von TTOÄvg viel und ävrjQ. 

3) Xaeli Johann Karl Friedrich M e y e r , 1765 — 1805 Besitzer der Hofapotheke 
in Stettin (Nadelmann briefl. durch Winkelmann), welcher eifrig daselbst bo- 
tanisirte. Kr entdeckte u. a. das von ihm benannte Equisetum umbrosum (s. I. 
S. 123). 

*) Nach Peter Lauscker Edler von Lusek, * um 1783 f 24. Aug. 1855 
Rokycao, zuletzt Fürstl. Thurn und Taxisscher Forstmeister auf den Herrschaften 
Chrouatowitz und Koschumberg, früher „Waldbereiter" der Stadt Pilsen und erz- 
bischöflicher Oberförster in Rozinital, verdient um die Flora Böhmens. Verfasser 
mehrerer forst wissenschaftlicher Abhanilluugeu (Maiwald 228 und briefl.). 



Salix. 63 

(Sal. Läpp. 15 [1845]) aufgenommen worden ist, ist thatsächlich nicht S. pentandra 
L., sondern wie er selbst a. a. O. sagt, ein Synonym von Smith 's S. Ehrhartiäna 
also = »S. pentandra X alba, sowie von Smith's S. tinctöria und Schultz 's S. 
cuspidata also = S. pentandra X fragilis. S. j)olyandra Bray a. a. O. Rchb. 
Ic. XI t. DCXIII fig. 1269. — S. pentandra ß. polyandra Fiek Fl. v. Schlesien 
401 (1881) ist eine Form mit mehr als 5 Staubblättern. 

Von Formen sind bekannt geworden ausser der von Linne (Fl. Suec. ed. 2. 
346 [1755]) aufgeführten Form ß. Salix foliis serratis glabris ovatis acutis sub- 
sessilibus die folgenden, so unterscheidet (Essai Monogr. 68 [1815]) Seringe: 

A. microstächya^). Mit kurzen, dichtblüthigen Blüthenständen und langen 
schmalen Blättern. 

B. macrostdc hy a'"). Mit längeren Blüthenständen und kürzeren breiteren 
Blättern. 

C. macrophylla*). Mit sehr breiten Blättern und fast nierenförmigen Neben- 
blättern. 

Koch (a. a. 0. [1838]) unterscheidet nach der Blattform ausser einer a. 
mit eiförmig-lanzettlichen Blättern. 

II. latifölia. Mit eiförmig-elliptischen Blättern. 

G. F. W. Meyer (Cblor. Hanov. 485 [1836]) nennt eine schmal- 
blätterige Form a. angustifdlia. 

Andersson (Sal. Lappon. 15 [1845]) führt mehrere Formen an und 
zwar nach der Form der Blätter: 1. lanceolala, 2. oväta, 3. obovdla-lanceo- 
lata; in seiner Monogr. Sal. I. 36 (1863) nach der Form der Blätter: a. 
latifölia, b. angusttfolia, c. microphylla; nach der Stielung und Form der 
Blüthenstände : a. longipedunculäta mit lang-, b. brevipedunculdta mit kurz- 
gestielten, c. arre'cta mit geraden und d. recurväta mit zurückgekrümmten 
Blüthenständen. 

Bolle beschreibt in Verh. BV. Brand. V. 186 (1863): 
b. nana. Mit niederliegenden Zweigen und kleineren Blättern. — So nament- 
lich auf trockenem Sandboden in der Provinz Brandenburg. 

Eine Monstrosität ist: 

m. hermaphr oditica^) (S. hermaphroditica L. Spec. pl. ed. 1. 
1013 [1753]. — S. pentandra f. hermaphroditica Camus Classif. des 
Saules d'Europe et Monogr. des Saules de France 80 [1904]) mit Ueber- 
gängen der Blüthen von einem Geschlecht zum andern. 

Off. die Rinde Cortex Salicis Pharm. Austr., Belg., Neerl. s. S. 55. 

(Russland vom 49° N.Br. nördlich; Skandinavien bis 70,2° N.Br.; 
Dänemark; England; Schottland; Irland; Frankreich; Spanien (Pyre- 
näen) südl. bis 42° N.Br.; Balkanhalbinsel; Kaukasus und Buchara; 
vom Altai und Baikalgebiet nördlich durch ganz Sibirien bis zum 64° 
N.Br.; Mandschurei.) -X- 

1033. X 1036. S. pentandra X fragilis \ -p i 

1033. X 1037. S. pentandra X amygdalina ■, 

1033. X 1038. S. pentandra X alba j r 

1033. X 1041? 8. pentandra X cinerea? ) uattun S- 



1) Von f,ny,QÖg klein und atd%vg Aehre. 

2) Von pi-axQÖg lang und azä%vg. 

3) Von ftaxpög laug, gross und cpvÄÄov Blatt. 

4) Von iQfiacpQÖöiTog Zwitter. 



64 Salicaceae. 

1033. X 1044? S. pentandra X Silesiaca? \ p i 

1033. X 1045? S. pentandra X anrita? \ an j 

1033. X 1048? S. pentandra X repens? Gattun 

1033. X 1049? S. pentandra X nigricans? J a un ^" 

b. b. Blätter lang zugespitzt. 

f S. lucida. \i — %. Hoher, oft baumartiger Strauch; sehr ähnlich der S. 
pentandra, aber Blätter mit breiterem elliptischem Grunde, stets kahl. Nebenblätter 
breit-herzförmig, stumpf, drüsig gesägt. Staubblätter •'_> — 5, am Grunde dicht zottig 
behaart. Fruchtknotenstiel etwa so lang als die hintere Drüse. 

In Nordamerica heimisch, im Mitteleuropäischen Gebiet vielfach angepflanzt. 
Bl. Mai. 

S. lucida Mühlenberg in Neue Schrift. Ges. Naturf. Fr. Berlin IV. 239 (1803). 

f S. lasiandra 1 ). |) — %. Hoher oft baumartiger Strauch. Zweige hell oder 
dunkler braun, in der Jugend spärlich behaart, später kahl. Blätter lanzettlich bis 
schmal-lanzettlich in eine lange Spitze verschmälert, bis 20 cm lang, 35 cm breit, 
in der Jugend dünn seidenhaarig, später kahl, oberseits glänzend, grün, unterseits 
blassgrün bis hellgrau, am Bande fein gesägt. Nebenblätter klein, halb herzförmig, 
stumpf, drüsig gesägt. Blüthenstände ähnlich wie bei S. pentandra. Staubblätter 
5 — 9. auf der unteren Hälfte lang zottig. Fruchtknotenstiel bis zweimal so lang 
als die hintere Drüse. 

In Nordamerica heimisch, im Mitteleuropäischen Gebiet vielfach augepflanzt. 
Bl. Mai. 

S. lasiandra Benth. PI. Hartw. 335 (1857). — S. arguta m. lasiandra Anderss. 
Monogr. Sal. I. 32 (1863). 

II IL Diändrae 2 ) (v. Seemen Sal. Jap. 15 [1903]). Männliche 

Blüthen mit je 2 freien Staubblättern. 
a> a. Drüsen ringartig, am oberen Ende unregelmässig eingeschnitten. 

1. 1. Herbäceae (Anders, in DC. Prodr. XVI. 2. 297 [1865]). 

Früchte kahl. — Uebrige Merkmale s. S. 

In Europa ausser unserer Art noch S. polaris (Wahlenb. Fl. Läpp. 
261 [1812]) in Skandinavien, dem arktischen Russland und Spitzbergen. 

1034. (2.) S. herbäcea. h. Niedriger, niederliegender, kriechen- 
der Strauch. Zweige braun, kahl; junge Triebe mitunter an der An- 
heftungastelle am alten Holz stärker und im ganzen kurz zerstreut be- 
haart. Blätter kurz gestielt (Stiel bis 0,5 cm lang, kahl, mitunter kurz, 
spärlich grau behaart), oval bis kreisförmig, bis 2 cm lang, 2 cm breit, 
an der Spitze abgerundet oder stumpf, bisweilen ausgerandet, am 
Grunde herzförmig, abgerundet oder stumpf, bogig bis scharf einge- 
schnitten gesägt, kahl oder zuweilen unterseits spärlich grau behaart, 
bfiderseitig grün, glänzend. Nervatur auf beiden Seiten scharf netz- 
artig hervortretend. Knospenschuppen braun kahl. Blüthenstände mit 
den Blättern gleichzeitig erscheinend, an der Spitze kurzer, bis 0,7 cm 
langer, beblätterter Zweige, die männlichen köpf förmig bis 6 mm lang, 



l) Von Adaiog zottig-benaart und AvrjQ Mann, d. h. Staubblatt. 
ü) Von öi zwei und ävrfo Mann, d. h. Staubblatt. 



Salix. 65 

5 mm dick, wenigblüthig; ihre Achse kahl oder dünn grau behaart. 
Tragblätter oval, an der Spitze abgerundet und oft klein unregelmässig 
gezähnelt, häutig, geädert, gelb, kahl oder etwas behaart. Staubblätter 
kahl, etwa zweimal so lang als die Tragblätter. Staubbeutel oval, gelb. 
Vordere Drüse aus 2 — 3 gestutzten schmalen Lappen bestehend, halb 
so lang als die Tragblätter, die hintere etwas länger, breit oval, gestutzt 
oder unregelmässig gelappt. Weibliche Blüthenstände kopfförmig, bis 
1 cm lang, 1 cm dick, wenigblüthig; ihre Achse wie bei den männ- 
lichen, ebenso die Tragblätter, letztere bis an den unteren Theil des 
Fruchtknotens heraufreichend. Fruchtknoten kurz gestielt (Stiel etwa 
Vö so lang als Fruchtknoten, kahl), aus eiförmigem Grunde lang ver- 
schmälert, kahl. Griffel kurz, so lang als der Fruchtknotenstiel, ober- 
wärts getheilt. Narben kurz, dünn, getheilt, seitwärts gebogen. Vordere 
Drüse so lang als der Fruchtknoten, unregelmässig eiförmig, meist 
gespalten oder mit schmalen Nebenlappen; die hintere etwas länger und 
breiter als die vordere, eiförmig, gestutzt oder an der Spitze unregel- 
mässig, eingeschnitten und mit schmalen Nebenlappen. 

An sonnigen, felsigen Plätzen auf allen mit Krummholz be- 
wachsenen Gebirgen des Gebiets. Alpen (von den Seealpen bis Nieder- 
Oesterreich und Kroatien). Centralalpen 2212 — 2940 m, Südbayern 
1720— 2340 m, Tirol 1750— 3098 m (Dalla Torre u. Sarnthein 
VI. 2. 9), Oberösterreich 1833 — 2370 m, Sudeten bis 1330 m, Karpaten: 
Tatra und Djumbir bis zum Banat 1865 — 2275 m. 

S. herbacea L. Spec. pl. ed. 1. 1018 (1753). Villars Hist. PI. 
Dauph. 773. Willdenow Spec. pl. IV. 2. 682. Seringe Essai Monogr. 
Saul. Suisse 87. Host Salix Taf. 104. Koch Syn. ed. 2. 759. Haus- 
mann Fl. Tir. 798. Bertoloni Fl. It. X. 317. Gren. u. Godr. Fl. 
France III. 143. Kerner Niederösterr. Weiden 201. Wimmer Sal. 
Europ. 125. Pariatore Fl. It. IV. 276. Andersson in De Candolle 
Prodr. XVI. 2. 298. Nyman Consp. 671. Suppl. 281. Bouvier Fl. d. 
Alp. ed. 2 (1882) 598. Beck v. Mannagetta Fl. Nieder-Oesterr. (1890) 
278. Richter-Gürke PI. Eur. IL 36. Schinz u. Keller Fl. d. Schweiz 
133. Camus Classif. d. Saul. d'Eur. et Monogr. d. Saul. de France 
(1904) 106'. Rchb. Ic. XI t, DLVII fig. 1182. — S. retüsa ß. S. 
alpina alni rotündo fölio repens Lamark Fl. Franc,. IL 229 (1778) 
nach Camus Classif. d. Saul. d'Eur. et Monogr. d. Saul. de France 
107 (1904). — S. pümila Salisb. Prodr. 394 (1796). — S. pyrenaicola, 
S. subemarginäta, S. viticulösa, S. serupea, S. nuisco/des, S. obo- 
valifölia Gandog. Sal. nov. Nr. 162, 163, 164, 165, 166 nach Camus 
a. a. O. (1904). 

Seringe (Essai d'uno Monogr. des Saules de la Suisse [1815] 88) führt auf: 

B. macrophy IIa (Ser. Herb) eine sehr groBsblätterige Form mit lang ge- 
stielten Blüthenständen, die er auf dem Col-Ferret sammelte. 

Ruprecht (Flores Santo, cisuralensiunt [1845] 55) hebt die Form micro- 
phylla hervor, die vou Lundström Krit. Bemerk, über die Weid. Nowaja 
Semljas (1877) 30 zur S. rotundifölia gestellt wird. 

Fries (Summa vegetab. Scand. I. 58 [1846]) beschreibt: 
Aseherson u. (jraebnor, Synopsis. IV. 5 



GG 



Salicaceae. 



C. fruticosa („ad litt, tnaris'), nach Blytt (Norges. Fl. II. 451 [1874]) 
eine üppige Form mit bis 1 Zoll langen und breiten, mehr oder minder gezähnten 
Blättern und mit im Verhältnis« ebenso grossen Blüthenständen und Fracht- 
knoten. 

Hartman (Skand. Fl. 6. l'p. [1854] 227) fügt der frutie 08 a noch 2 Formen 
hinzu: ß. eriocdrpa 1 ) mit behaarten Früchten und y. subrclüsa: Blätter mehr 
eirund, am Grunde abgerundet, an der Spitze ein wenig ausgerandet. — S. erio- 
earpa gehört zu S. polaris Wahlenberg Fl. Läpp. 2G1 (1812). 

Schur (Eiuiin. pl. Transs. G23 [1866]) stellt auf die Form: 

D. nivalis (= S. nivalis Schur in Verh. Siebenb. Ver. Naturw. IV. 68 
[1853], die auf den höchsten Jochen der Arpnseher Alpen vorkommt und sich ledig- 
lich durch sehr kleine Blätter auszeichnet. 

A nderssou in DC. Prodr. XVI. 2 (1868) 298 stellt die beiden Formen auf: /?. 
flabelldris und y. subpolaris. — flabellaris wird schon von Lundst roem 
(Krit. Bemerk, über d. Weiden Nowaja Semljas 30 [1877]) zu S. rotundifolia ge- 
stellt und subpolaris, von der schon Audersson 1. c. selbst sagt: „ad S. polarem 
transitum evidentiesimum praebet", gehört zu S. herbacea X polaris (S. nöthula 
Audersson in Blytt Norges Fl. II. 484 [1874]). 

Schinz u. Keller (Fl. d. Schweiz 133 [1900]) erwähnen eine m. syn- 
ändra' 1 ) mit fast bis zur Mitte verbundenen Staubblättern. 

(Auf den Inseln im arktischen und borealen Russland südwärts 
auf dem Ural bis in das Gouvernement Perm, auf den Gebirgen der 
Skandinavischen Halbinsel vom Christiansandstift nordwärts; auf Is- 
land, den Färöer [353 — 767 m] und Spitzbergen; auf den Hochgebirgen 
Englands, Wales und Schottlands [585 — 1299 m]; Frankreich ausser 
auf den Alpen auf dem Montdore ; auf den Pyrenäen ; auf den 
Gebirgen Rumäniens und Bulgariens; in Italien auf den Apenninen; 
im arktischen und borealen Asien : im Bnikalgebiet und in Daurien ; 
im arktischen und borealen Nordamerica : an der Nordwestküste, auf 
den Inseln Und an der Küste der Hudsonstrasse; in Grönland und 
Labrador; auf dem Mount Albert; den Rocky -Mountains und den 
White-Mountains.) * 



L034. 


X 


1035. 


s. 


herbacea X reticulata 




1034. 


X 


1039. 


s. 


herbacea X retusa 




1034. 


X 


1040. 


s. 


herbacea X glauca 




1034. 


X 


1040. 


X 


1054. 8. herbacea X glauca 
X myrsinites 


siehe 


1034. 


X 


1045. 


8. 


herbacea X aurita 


■ini hjkIp 


1034. 


X 


10 18. 


s. 


herbacea X repens 


t l 1 11 1 y l l v l t 


1034. 


X 


1019. 


s. 


herbacea X nigricans 


der 


1034. 


X 


1050. 


s. 


herbacea X phylieifolia 


Gattung. 


1034. 


X 


1051. 


s. 


herbacea '/ arbuscula 




L034. 


X 


1051. 


X 


1059. S. herbacea X arbuscula 
X Lapponum 




1034. 


X 


1052. 


s. 


herbacea X hastata 





1) Von i'niur Wolle und y.UQTTÖZ Frucht. 

2) Von ovv mit dieser, verbunden und ävJJQ -Mann. d. h. Staubblatt. 



Salix. G7 



1034. X 1052. X 1059. S. herbacea X hastata ' 

X Lapponum 
1034. X 1054. S. herbacea X myrsinites 
1034. X 1054. X 1059. S. herbacea X myrsinites 

X lapponum 
1034. X 1059. S. herbacea X Lapponum 
1034. X 1059. S. herbacea X Helvetica 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



2. Reticidätae (Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 300 [1865]). 
Früchte behaart. — Uebrige Merkmale s. S. 5. 
In Europa mir unsere Art. 

1035. (3.) S. reticulata, h- Niedriger, niederliegender Strauch 
mit sparrigen Aesten. Zweige gelbbraun, kahl. Blätter gestielt (Stiel 
bis 2 cm lang, kahl oder seidig behaart) oval bis breit-verkehrt-eiförmig, 
bis 5,5 cm lang, 3,5 dm breit, an der Spitze stumpf oder abgerundet, 
bisweilen ausgerandet, am Grunde spitz oder stumpf bis schwach herz- 
förmig, ganzrandig, bisweilen mit einzelnen kleinen Sägezähnen, ober- 
seits trübgrün, kahl oder an dem Mittelnerv dünn seidig behaart, Unter- 
seite heller, graugrün, kahl oder bis lang seidig behaart, später ver- 
kahlend. Mittelnerv, die stark nach der Blattspitze gerichteten Seiten- 
nerven sowie das engmaschige Adernetz oberseits stark vertieft, sodass 
das Blatt runzelig erscheint; Unterseite stark hervortretend. Knospen- 
schuppen hellbraun, kahl oder sehr kurz und spärlich behaart. Blüthen- 
stände mit den Blättern gleichzeitig erscheinend, an beblätterten Zweigen 
endständig; die männlichen langgestielt (Stiel bis 2 cm lang, kahl oder 
kurz hellgrau behaart), dünn cylindrisch bis 2 cm lang, 3 mm dick, 
dicht; ihre Achse kurz grau behaart. Tragblätter aus verschmälertem 
Grunde oval, an der Spitze abgerundet und mitunter etwas gezähnt, 
rosig oder hellbraun, häutig, geädert, weisswollig behaart. Staubblätter 
etwa doppelt so lang als das Tragblatt, auf der unteren Hälfte weiss- 
wollig behaart, Staubbeutel rundlich, dunkelbraun. Vordere Drüse 
V3 — x h so lang als das Tragblatt, schmal oval oder breit oval, unregel- 
mässig gespalten; die hintere etwas länger, breit oval, unregelmässig 
ein- oder zweimal gespalten. Weibliche Blüthenstände langgestielt 
(Stiel bis 3 cm lang, kahl oder kurz hellgrau behaart), schmal cylind- 
risch, bis 3 cm lang, 5 mm dick, dicht, am Grunde etwas lockerer; 
ihre Achse kurz grau behaart. Tragblätter wie bei dem männlichen 
Blüthenstand. Fruchtknoten sitzend oder fast sitzend, aus ovalem 
Grunde kurz, kegelig, etwa um 1 /a die Tragblätter überragend, kurz 
zottig grau behaart. Griffel sehr kurz. Narben oval, getheilt, kopfig. 
Vordere Drüse breit oval, ausgerandet oder gespalten, nur etwas an 
dem Fruchtknuten heraufreichend; die hintere etwas länger und etwa 
doppelt so breit, ausgerandet oder gespalten, die Lappen meistens seit- 
wärts gebogen. 

In dem ganzen Alpensystem von den Seealpen bis Nieder-Oester- 
reich und Kroatien. (Niederösterreichische Alpen: 1501 — 2075 m, 



68 Salicaceae. 

Tirol 1330—2450 111 [Dalla Torre u. Sarnthein VI. 2. 16], Bayerische 
Alpen: 1705 — 2271 m. Französische Alpen!! bis 2438 m.) Auf dem 
Jura, auf den nördlichen Karpaten und den Transsilvanischen Alpen. 
Meist auf Kalk. 

S. reticulata L. Bpec. pl. ed. 1. 1018 (1753). Willd. Spec. Plant. 
IV. 2. 685. Seringe Essai d'une Monogr. des Saal, de la Suisse 27. 
Koch Syn. ed. 2. 758. Wimmer Sal. Europ. 129. Anderss. in De Can- 
dolle Prodi-. XVI. 2. 301. Nyman Consp. 671. Suppl. 281. Richter- 
Gurke PI. Europ. II. 38. A. u. E. G. Camus Classif. d. Saules 
d'Europe 129 (1904). — Chamitea 1 ) reticulata Kerner Vcrh. zool. 
bot. Ges. Wien X (1860) 275. - - 8. subdentösa Gandog. Sal. nov. 
Nr. 152, 451. — S. iodocärpa 2 ) Gandog. Nr. 154, S. nu/rioUephara 3 ), 
S. cyclophylla*), S. micrömegas% S. delphinensis 6 ), S. calceoloides 1 ), 
S. Dävidiana 8 ) Gandog. Sal. nov. Nr. 155, 156, 157, 158, 160, 161 
nach A. u. E. G. Camus Classif. d. Saules d'Eur. et Monogr. d. Saul. 
d. France 13 r ) (1904). 

Aendert ab 

A. glabra (Ledeb. Flor. Ross. III [1846] 623). — S. rotundifoli« Willd. Herb. 
Kr. 18221. Chamitea reticulata 1. integrifdlia Kerner a. a. O. 278 [1860]. — 
Ä. reticulata ß. normdlis Anderss. Sal. Boreali-Ainer. in Proeeed. Amer. Acad. 
IV [1857 — 60] 74. — S. reticulata L. a. U/pica, 1. glabra Anderss. in DC. 
Prodr. XVI. 2 [1868] 301. Blatter kahl. 

B. seri'cea (Gaudio Fl. Helv. VI. 256 [1830]). — Chamitea reticulata 2. vesiita 
Kerner a. a. O. 278 [1860] — S. blepharostdchya 9 ) Gandog. Sal. nov. Nr. 151, 
nach Camus a. a. O. 134 [1904]. Blätter anfangs seidig behaart, später ver- 
kahlend. 

Ausserdem sind an Formen aufgestellt worden: 

Beringe (Kssai d'une Monogr. des Saules 29 [1815]) führt unter B. eine 
Form subrotundat a auf, die sich durch sehr grosse, fast kreisrunde oder nieren- 
formige, oft an der Spitze ausgerandete, sehr dicke, feste Blätter auszeichnet. 

Ledebour (Fl. Ross. III. 623 [1851]) gieM an neben seiner a. glabra 
(s. oben = S. rotundifolia Willd. Herb. Nr. 18221), die aus Unalasehka stammt, 
eine ß. villosa (nach Ledebour S. vestita Pursh Fl. americ. septeutr. IL 610) auf- 
steigend. Zweige und Blattunterseite behaart. — Das Exemplar der S rotundifolia 
im Herb. Willd. Nr. 18221 ist .ine typische weibliche .S. reticulata. Pursh's 

stita als 'ine Varietät zu .S'. reticulata zu stellen, ist wegen der erheblich 
abweichenden .Merkmale nicht zulässig. Sie unterscheidet sieh sofort durch erheb- 
lich höheren, kräftigeren Wuchs, starke Behaarung der jungen Zweiire, graue Be- 
häutung der alten Zweige, kürzer gestielte Blätter sowie stärkere und längere blei- 
bende Behaarung der Blattunterseite. 

Kerner (Niederösterr. Weid. 278 [1860]) führt neben einer Form 1. mtegri- 
folia (dem Typus der Art) ebenfalls eine 2 vesiita (als Pursh's Pflanze) an, von 
der er weiterhin sagt: ,, Letztere ist in Niederösterreich nicht aufgefunden. Aus 



') Von yetuai an Boden, niedrig und lita, Namen der Weide bei den alten 
Griechen. 

-) Von lädys veilchenfarbig und Kaondg Frucht. 

3) Von iiriiiui anzählige und ßkitpaqov Wimper, 

4 ) Von y.i'y./.iK Kreis und tpüÄAov Blatt. 
&) Von m/xoo's klein und ^teyag gross, 

6) In der Dauphine gefunden von Pore David (Do de briefl.). 
'<) Wegen der vertieften sohuhähnlichen Blätter. 

8) S. VI. 2. S. 6 l'ussn. 4. 

9) Von ßAitpaQOV Wimper und Ofd%vg Aehre. 



Salix. 



69 



den Centralalpen liegen uns jedoch Exemjilare derselben vor, welche mit Lapp- 
ländischen vollkommen übereinstimmen, und von Saut er wurde diese Form 1849 
schon in der Flora 1S49 S. 662 als von Mielichhofer in den Salzburger Alpen 
gefunden, angegeben". In dem Kern er 'sehen Herbar sind die Exemplare, auf 
welche sich die vorstehende Angabe über die Form vestita bezieht, nicht vorhanden. 
Saut er (Fl. der Gefässpflanzen des Herzogth. Salzburg, 2. Aufl. 41 [1879] 
sagt bei S. reticulata: „Die zottig seidenglänzende Form mit dichtfilzigen, kurz- 
gestielten Kätzchen (S. vestita Pursh) auf den Hochalpen der Radtstadter Tauern". 
S. vestita, die im nördlichen Nordarnerica und Asien vorkommt, liegt uns weder 
aus den Alpen Europas, noch aus Skandinavien vor, wohl aber die zottig seiden- 
glänzende Form der S. reticulata, die S auter erwähnt und als S. vestita Pursh 
bezeichnet. Diese Form der S. reticulata stimmt aber in keiner Weise mit den 
vorhin als charakteristisch hervorgehobenen Merkmalen der S. vestita überein, 
sondern ist vielmehr lediglich Gaudin's Form sericea. 

Andersson (Proc. Amer. Acad. IV. 74 [1857—60]) stellt ebenfalls S. vestita 
als var. a. zur S. reticulata, indem er die beiden Formen grandifolia und parvi- 
folia trennt. Ausserdem nennt er noch die beiden Formen ß. normalis und y. nana 
(S. nivalis Hook.). 

In De C and olle (Prodr. XVI. 2. 300—301 [1868]) trennt Andersson 
S. vestita von S. reticulata als Art und führt bei S. reticulata nur ct. typica mit 
den Formen 1. glabra und 2. sericea sowie ß. nivalis (S. nivalis Hook.) die aus 
Nordanierica stammt, auf. 

Herder (Plantae Raddeanae in Acta Horti Petrop. XI. 451 [1890 — 1892]) 
bezeichnet wiederum sericea als Synonym von var. ß. villosa Ledeb. und S. vestita 
Pursh. 

Lundström (Krit. Bemerk, über d. Weiden Nowaja Semljas 31 [1877]) stellt 
eine var. dentieul ata „mit gezähnelten Blättern" aus Nowaja Semlja auf. 

Borzi (Comp. Fl. forest. Ital. 137 [1885]) nennt eine schmalblätterige ang xisti- 
f olia, die auf den Veltlin-Bergen vorkommen soll (Exemplare lagen mir nicht vor). 

Bornmüller (Mitth. Thür. BV. N. F. VIII. 39 [1895]) stellt nach Exem- 
plaren, die er in Oberbayern in Gesellschaft von S. retusa fand, eine Form 
euneata mit am Grunde keilförmigen Blättern auf, indem er hinzufügt, dass man 
leicht geneigt wäre, diese höchst auffallende Form für eine Hibride von S. reticu- 
lata und S. retusa zu halten (Exemplare sah ich nicht). 

(Island; Spitzbergen; Koljugew; Nowaja-Semlja ; Waigatsch; ark- 
tisches Rnssland, Ural vom 66 — 61 ° N. Br. ab nordwärts, bes. Basch- 
kirischer Ural ; Hochgebirge Skandinaviens vom nördlichen Theil des 
Christiansand-Stiftes (59° 48' N. Br.) nordwärts; Schottland; Pyrenäen; 
im arktischen Asien vom 67° 40' bis 70°10'N. Br. ; auf dem Altai; 
Sajangebirge ; auf den Gebirgen in Baikalien ; Daurien; Kamtschatka; 
Nordamerica: auf den Rocky Mountains, in Labrador und im ganzen 
arktischen Gebiet von Alaska bis Grönland.) 



1034. X 

1035. X 
1035. X 

1034. X 

1035. X 
1035. X 
1035. X 
1035. X 
1035. X 



1035. S. 

1039. S. 

1039. S. 

1040. S. 
1049. S. 

1051. S. 

1052. S. 
1054. S. 
1059. S. 



reticulata 
reticulata 
reticulata 
reticulata 
reticulata 
reticulata 
reticulata 
reticulata 
reticulata 



X herbacea 
X retusa 

X serpiillifolia 
X glauca 
X nigricans 
X arbuscula 
X hastata 
X myrsinites 
X Lapponuut 



siehe am Ende 
der Galtung. 



70 Salioaeeae. 

Uebcr die irrthümliohea Angaben von 8. veätita (Pureh Fl. Am. sept. II. 
G10 [1814]) in Europa vgl. S. 69. 

b. b. Fragiles (Koch Syn. ed. 1. 639 [1838] z. T.). Drüsen 

nicht ringförmig, sondern zwischen einander Lücken lassend, 
oben nicht unregelmässig eingeschnitten, nur die hintere Drüse 
mitunter ausgerandet. — Uebrige Merkmale s. S. 57 1. 

In Europa nur unsere Art. 

1036. (4.) S. fragilis (Bruch-, Knack-, Glas-, Sprock- oder Spröckel- 
Weide; nieder!.: Kattenhout; dän.: Skjor-Pil; russ. : Pauina). \i sel- 
tener }). Meist bis 15 m hoch. Zweige gelb oder braun, glänzend, 
kahl, an Bäumen oft lang, dünn, hängend, am Grunde leicht abbrechend; 
junge Triebe kahl. Blätter gestielt (Stiel bis 2 cm lang, kahl, am 
oberen Ende mit einigen Drüsen), lanzettlich bis schmal lanzettlich, 
bis 16 cm lang, 4 cm breit, lang zugespitzt, in der unteren Hälfte am 
breitesten, am Grunde abgerundet oder spitz, grob knorpelig gesägt, 
kahl, oberseits lebhaft grün, glänzend, Unterseite matt, heller bis blau- 
griin; der Mittelnerv oberseits w 7 enig, unterseits stark hervortretend, die 
Seitennerven oberseits wenig, unterseits schwach hervortretend, das Ader- 
netz weitmaschig, beiderseitig sehr wenig bemerkbar. Nebenblätter stark 
entwickelt, halbherz- oder nierenförmig, grob gesägt, kahl. Knospen 
braun, kahl. Blüthen mit den Blättern erscheinend. Männliche Blüthen- 
stände vor dem Aufblühen mit hellgrauen, glänzenden zottigen Haaren 
bedeckt, an bis 3 cm langen, oberwärts kurz grau behaarten, beblätterten 
Zweigen endständig, deren Blätter laubartig, länglich bis lanzettlich, spitz, 
in den Stiel verschmälert, ganzrandig oder nur mit wenigen, kleinen 
Sägezähnen, kahl, die zuerst erscheinenden untersten lang seidenhaarig); 
alle aufrecht oder gekrümmt; die männlichen cylindrisch, bis 5 cm 
lang, 1 cm dick, dichtblüthig, am Grunde locker, ihre Achse kurz 
grau behaart. Tragblätter oval bis länglich, häutig, geädert, gelb, dünn hell- 
grau zottig behaart, an der Spitze abgerundet. Staubblätter meist 2 
(mitunter in einzelnen Blüthen 3 oder 4), am Grunde behaart, etwa 
doppelt so lang als das Tragblatt. Staubbeutel oval, gelb. Vordere Drüse 
oval, an der Spitze abgerundet oder ausgerandet, etwa 1 ':* so lang als 
das Tragblatt, die hintere breiter. Weibliche Blüthenstände lang, cylin- 
drisch, bis 7 cm lang, 0,8 cm dick, etwas lockerblüthig, Achse und 
Tragblätter wie bei den männlichen; Tragblätter abfallend. Fruchtknoten 
gestielt (Stiel etwa 1 /s — 1 /a so lang wie der Fruchtknoten, kahl), aus 
eiförmigem Grunde lang kegelförmig verschmälert, das Tragblatt um 
2 /s überragend, kahl; Griffel kurz, dick, etwa \c, so lang als der Frucht- 
knoten, an der Spitze kurz gabelig gespalten; Narben oval, getheilt, 
seitwärts gebogen. Vordere Drüse kurz, knopfig bis schmal oval und 
etwas kürzer als der Fruehtknotenstiel (mitunter kaum bemerkbar), 
hintere breit oval, an der Spitze abgerundet oder ausgerandet, am Grunde 
breiter, den Fruehtknotenstiel etwas umfassend. 



Salix. 71 

Feuchte Wälder, Ufer, Wiesen im ganzen Gebiet; an Wegen 
u. s. w. oft als Kopfweide (Stamm in etwa 2 m Höhe gestutzt und 
Zweige regelmässig abgeschnitten); auf dem Böhmisch-Mährischen Ge- 
birge bis 743 m, im Bayerischen Walde bis 757 in, auf den Gebirgen 
Ungarns und Siebenbürgens bis 870 m, Steyerischen Alpen bis 633 m, 
in Tirol bis 1150 m (Samt he in briefl.). Auf den Ostfriesischen 
Inseln nur angepflanzt (Buchen au). Bl. (März) April, Mai. 

S. fragilis L. Sp. pl. ed. 1. 1017 (1753), Willd. Spec. PI. IV. 
2. 669. Koch Syn. ed. 2. Kerner Niederösterr. Weiden 184. Anders- 
son Monogr. Sal. I. 41. Wimmer Sal. Europ. 19. DC. Prodr. XVI. 
2. 209. Nyman Consp. 664. Suppl. 280. Richter-Gürke PI. Eur. IL 
(1897) 6. A. u. E. G. Camus Classif. Saules d'Europe Monogr. Saules 
France 76. Rchb. Ic. XI A. DCIX fig. 1264. — S. persicifolia Schleich. 
Cat. Salic. Helv. 1 (1807). — S. Wargiäna 1 ) Lej. Fl. Spaa II. 312 
(1813). — S. pendula Ser. Ess. Saul. Suisse 79 (1815) z. T. — S. 
eucläsia 2 ) Goldbach in Hofft Cat. PI. Distr. de Dmitrieff sur la Svapa 
Gouv. Koursk 63 (1826), nachLedeb. Fl. Ross. III 598 (1846). S.fragilior 
Host Sal. 6 (1828). — 8. fragiUssima [sie] Host a. a. O. (1828). — S. 
monsjjeliensis 3 ) Forb. Sal. Woburn 59, t. 30 (1829). — S. fragillima 
Schur Enum. plant. Transs. 616 (1866). — S. excelsa Tausch exs. 

Salix andrdgyna*) Roth Tent. Fl. Germ. II. 523 (1793). — S. fragilis a. 
androgyna Schur a. a. O. 615 (18G6) ist ein Lusus mit am Grunde androgynen 
oberwärts männlichen Blüthenständen. 

Ein weibliches Exemplar von S. Wargiäna gesammelt: „bords de la Warge 
sous Malmedy", — im Königlichen Herbar zu Brüssel ist <S'. fragilis X alba. 

Aendert ab 

A. latifdlia (Andersson iu DC. Prodr. XVI. 2. 209 [1868]). Blätter lanzettlich. 

B. angustifdlia (Kerner Niederösterr. Weiden 184 [1859]). Blätter schmal- 
lanzettlich. 

Ausserdem hat man folgende Formen unterschieden : 

Seringe beschreibt (a. a. O. 81 [1815]) eine S. pendula multistipulata. 
Ausser den Nebenblättern noch 2 — 3 nebenblattartige, fadenförmige, gezähnelte 
Gebilde am oberen Theile des Blattstieles. 

Gau diu (Fl. Helv. VI. 213 [1830]) unterscheidet neben der erwähnten S. 
midtistipulata noch y. putata, mit sehr grossen unterseits hellen netznervigen Blättern 
und grossen uiereuförmigen Nebenblättern und 5. furedta mit zweispaltigen männ- 
lichen Blüthenständen. 

Fries (Novit. Fl. Suec. Mant. I. 43 [1832] zieht hierher ß. S. pendula 
(Se ringe's S. pendula; diese ist aber nur zum Theil S. fragilis, zum anderen 
Theil S. alba X fragilis) und y. S. vitellina (Linue's S. vitellina gehört aber zu 
S. alba). 

Wahlenberg (Fl. Suecica II. 657 [1833]) unterscheidet eine Abart mit mehr 
graugrünen Blättern, biegsamen Zweigen und spitzen Knospen, die aber zu S. alba 
X fragilis gehört. 



1) S. unten. 

2) Von e$ gut und nÄüo) ich breche. 

•'*) Mei Montpellier (Mons Peliensis s. I. S. 215, Fussn. 3) gefunden. 

4) Von ävr'iQ Mann, Staubblatt und yvvq Weib, Fruchtblatt. 



72 Salicaceae. 

G. F. W. Meyer (Chlor. Bau. 480 [1830]) nennt «. glaucophylla 1 ) mit grau- 
grünen Blättern hierzu citirt er S. fragilis Wahlenberg Fl. suec. II. 634 (soll wohl 
heiaeen 657), S. euspiddta Schultz Fl. Btargard Suppl. 47 und S. biyemmis Iloffm. 
Fl. Genn. 200. S. cuspidata ist S. pentandra x fragilis und <S'. bigemmis ist nach 
Wimmer Sal. Europ. 4 (180G) S. dnphnoidcs. Die Form glaucophylla Meyer ist 
.ilso durchaus unsicher. 

Kni'h (Syn. ed. 1. 040 [1838] unterscheidet a. decipiens (S. decipiens 
Iloffm. Hist. Pal. IX. 9 tal>. 31 [1791]). Rinde der Aestchen lcdcrgclb. Knospen 
schwarzbraun. Die untersten Blätter der Aestchen breit-verkehrt-eiförmig, sehr 
stumpf. — ß. vulgaris (S. Wargiana Lej. a. a. O. — S. excelsa Tausch a.a.O.). 
A< Btchen rothbraun. I>ie untersten Blätter der Aestchen länglich verkehrt-eiförmig, 
— y. Uns.« Unna') N. Russeliana Willd Spec. pl. IV. 2.656 [1805]) Smith Engl. 
Fl. IV. ISO [1828], letztere gehört zu S. alba X fragilis. 

Ki iner (Niederösterr. Weid 184 [1859]) beschreibt ausser der obenerwähnten 
Abarl angustifolia noch: a. dtseolor mit aus eiförmigem Grunde lanzettlichen, später 
unterseits graugrünen Blättern. — b. co'nsolor mit aus eiförmigem Grunde länglich- 
Lanzettlichen, später unterseits hellgrünen Blättern und halbherzförmigen Neben- 
blättern. 

Neilreich (Fl. Niederösterr. 253 [1859]) unterscheidet neben a. concohr 
und »'. discolor y. polyandra 3 ): Blüthcn 2 — 5 männig in denselben Kätzchen. Diese 
Form gehört zu S. pentandra X fragilis Wimmer Flora 38 (1849), S. Po- 
Icornyi, S. sub p entandra X fragilis, Kerner a. a. O. 184. 

Andersson (in DC. Prodr. XVI. 2.209 [1868]) hat neben a. angusti- 
J'nliii. y. decipiens und den obengenannten ß. latifolia noch <$. australis 
(S. australior Auderss. Monogr. Sal. I. 43 [1863]), die im Kaukasus, in Persien 
nud bei Aleppo beobachtet wurde. 

Strobl's (Flora N. B. XXXIX [1881]) var. sicula. Blätter bis 11 cm 
lang, 0,20 cm breit, unterseits bleibend seidig behaart. Nebenblätter verschwindend 
klein, aus Sicilien, gehört zu S. fragilis X alba. B. White's (Journ. of Bot. XXVII. 
266 [1889]), b. Britanniea gehört nach einem vorliegenden Exemplar (Set of British 
Willows [1894] 77) an welchem die jungen Blätter seidig behaart sind, zu S. fragilis 
X alba. 

Beck (Fl. Niederösterr. 279 [1890]) führt neben a. discolor, ß. concolor 
and y. angustifolia, 6. Pokornyi auf, die zu S. pentandra X fragilis gehört, 

\. ii. E. G. Camus (Classic Saul. Europe 83 [1904]) C. decipiens, S. 
stipellata ist S. multi sti '.ptt lata Seringe a. a. O. 

Ueber die „Ueberpflanzen" der Kopfweiden (franz. Saules-tetards) , welche 
neuerdings vielfach beobachtet wurden vgl. u. a. R. Beyer Verh. BV. Brand. 
XXXVII (1895) 105, mit sehr vollständigem Litteratur- Verzeichnisa, aus dem wir 
besonders hervorheben E, Loew a. a. O. XXXIII (1891), der neuerdings zuerst den 
Gegenstand behandelte, Willis und Burkill Proc. Cambr. Phil. Soc. VIII. 2 
(1893) 82, A. Magnin Ann. Soc. Prot Lyon XIX (1895) 97. später kamen noch 
hinzu Witt rock Act. Hort. Bei-. II no 6. und Nathorsl Bot. Not. 1895. 257 
u. Öfr. K. Vet. Ak. Handl. 1897. 103. 

Off. der Rinde Cortex Salicis Pharm. Austr., Belg., Nied. 

s. S. 55, 57. 

(Fast ganz Europa, bis nördlich etwa zum 65 °N. Br. ; Kaukasus; 
Armenien; Kleinasien; Syrien; Persien; westliches und mittleres Sibirien; 
Altai- und Baikalgebiet; in Nordamerica angepflanzt.) * 



1) Von yÄaw.og graugrün und yvÄAov Blatt. 

2) Nach John Russell Duke oi Bedford, Gründer der Salicetum und Pinetum 
W.. Immense s. Vi. 1. S. 703 Fussn. 4. 

y ) Von yToAt's viel und v.vi\q, Mann, Staubblatt. 



siehe am Ende 
der Gattung. 



Salix. 73 

1033. X 1036. S. ßragilis X pentandra 

1036. X 1037. S. fragilis X amygdalina 

1036. X 1038. S. fragilis X alba 

1036. X • S. fragilis X Babylonica 

1036. X 1049. S. jragilis X nigricans? 

1036. X 1055. S. fragilis X daphnoides? 

1036. X 1057. S. fragilis X viminalis? 

1036. X 1061. #. fragilis X purpurea 

* S. eleganÜSSima (Japanische Trauerweide), fj Zweige peitschenartig hängend, 
braun, kahl, glänzend. Blätter gestielt (Stiel 1 — 1,5 crn lang, nur in der Längs- 
furche noch dünn behaart, sonst kahl), lanzettlich, lang zugespitzt, bis 15 cm lang, 
2 cm breit, am Rande dicht und scharf gesägt, am Uebergang zum Stiel mit kleinen 
Warzen, oberseits lebhaft grün, glänzend, unterseits blaugrün, matt, nur oberseits 
am Mittelnerven kurz dünn behaart, sonst kahl; Mittelnerv oberseits wenig, unter- 
seits stark hervortretend; Seitennerven oberseits scharf, unterseits wenig hervor- 
tretend, ebenso das engmaschige Adernetz. Nebenblätter stark entwickelt, halbherz- 
förmig, scharf zugespitzt, am Rande scharf gesägt. Blüthenstände (nur weiblich) 
mit den Blättern erscheinend, an 2 cm langen, kahlen, mit lanzettlichen, ganz- 
randigen kahlen Blättern besetzten Zweigen endständig, cyliudrisch, bis 5 cm lang, 
0,4 cm dick, hängend, etwas lockerblüthig ; Achse behaart. Tragblätter lanzettlich, 
spitz, häutig, gelb geädert, am Grunde stark, sonst schwach behaart, bis an den 
halben Fruchtknoten heraufreichend. Fruchtknoten kurz gestielt (Stiel kurz behaart), 
aus eiförmigem Grunde lang verschmälert, an der unteren Hälfte kurz dünn behaart, 
sonst kahl. Griffel kurz bis V 6 so l an g a ^ s der Fruchtknoten; Narben oval, auf- 
recht, getheilt. Vordere Drüse schmal oval, etwas länger als der Fruchtknoten, 
hintere ebenso lang, breit, an der Spitze ausgerandet oder getheilt. Fruchtklappen 
bei dem Aufspringen schneckenförmig zurückgerollt. 

Vielleicht aus Japan stammend; seit etwa 50 Jahren in Gärten angepflanzt. 
Bl. Mai. 

S. elegantissima K. Koch Wochenschr. Ver. Beförderung Gartenb. Pivuss. 
Staaten XIV. (1871) 380, Dendrol. II. 2. 505 (1872). 

K. Koch hebt a. a. O. hervor, dass S. elegantissima im Gegensatz zu *S'. Baby- 
lonica kahle Fruchtknoten haben soll. Bei dem mir vorliegendem Material von 
beiden Arten trifft diese Angabe nicht zu; im Gegentheil, die Fruchtknoten sind bei 
S. Babylonica kahl und bei S. elegantissima behaart. 

Nach K. Koch Dendrologie II. 2. 505 ist diese „wohl nur in Japan" vor- 
kommende Weide durch Siebold aus Japan in die Gärten Europas eingeführt 
worden, wo sie neben S. Babylonica vielfach als Trauerweide angepflanzt wird. 
Mir selbst hat Material aus Japan nicht vorgelegen. 

Bei ihrer grossen Aehnlichkeit in der äusseren Erscheinung mit S. Babylonica 
wird sie auch oft mit dieser verwechselt. In dem Bau der weiblichen Blüthen unter- 
scheiden sich beide Arten jedoch wesentlich. S. Babylonica zur Alba- Gruppe 
gehörend, hat in der weiblichen Blüthe nur eine (hintere) Drüse; bei S. elegantisxinm 
befinden sich in der weiblichen Blüthe zwei (eine hintere und eine vordeie) Drüsen, 
sodass diese Weide zur .FVfw/j'/fs-Gruppe zu stellen ist (vgl. auch oben). 

Auch mit dem Bastard S. Babylonica X fragilis = S. blanda Andersson 
Mouogr. Sal. I (18G3) wird S. elegantissima mitunter zusammengeworfen 
(C. K. Schneider 111. Handb. der Laubhol/.k. 34 [1904J), jedoch ebenfalls mit Un- 
recht. Sowohl *$>. fragilis als S. Babylonica haben kahle Fruchtknoten, und 
darum kann S. elegantissima mit ihren behaarten Fruchtknoten kein Bastard 
dieser Arten sein. 

Ausser dem in Mitteleuropa eultivirten Material liegt auch noch solches 
aus Nordamerica (New York) und aus Südamerica (Brasilien, Uruguay, Argentinien) 
vor. Bei diesen sind die weiblichen Blüthenstände kürzer und dünner, bis 2,50 cm 
lang, 0,4 cm dick; die Fruchtknoten sind kürzer gestielt, zuweilen fast sitzend, aus 



74 Salicaceae. 

ovalem Grunde kegelförmig (nichl lang verschmälert), die Karben ^iml dicker, seit- 
vrärta gebogen, 

B. B. (vergL auch C.) II < U radeniae 1 ) (v. Seemen Sal. Jap. 16 [1903]). 
Männliche Blüthen mit 2 Drüsen (einer vorderen und einer hinteren). 
Weibliche Blüthen nur mit einer hinteren Drüse. 
I. I. Ticona ndrae 2 ) (v. Seemen a. a. 0. [1903J). Männliche Blüthen 

mit mehr als 2 Staubblättern. 
Bierher nur 

Triändrae 3 ) (v. Seemen a. a. O. |19()3| — Amygdcdinae 
Koch Syn. ed. 1. 041 [1838]). S. S. 57. 

L037. (5.) S. amygdalina 4 ) (Mandel- Weide, Pfirsich -Weide; 
niederl.: Wervelenhout, Ruwbastwaarde; dän.: Mandel -Pil; franz.: 
Osier brun, Saule-amandier; ital.: Salcio da cesti; russ.: JloJiamiiiii.i., 
BepBa). \, selten %. Aufrecht, 1,5 bis 4 in hoch. Rinde bei alten 
Exemplaren grau. Zweige gelbgrün, roth oder braun, kahl; junge Triebe 
kahl, mitunter dünn seidig behaart. Blätter gestielt (Stiel bis 1 cm 
lang, kahl, bei jungen Blättern mitunter dünn behaart, am oberen 
Ende drüsig), länglich bis schmal-lanzettlich, bis 13,5 cm lang, 3 cm 
breit, >j itz bis lang-zugespitzt, am Grunde spitz oder stumpf, am Rande 
• lieht knorpelig gesägt, kahl (an jungen Trieben mitunter dünn seidig 
behaart), oberseits dunkelgrün, etwas glänzend, unterseits heller grün 
bis blaugrau, matt; Mittelnerv und Seitennerven auf beiden Blattseiten 
deutlich hervortretend; Adernetz engmaschig, nur bei älteren Blättern 
deutlich hervortretend. Nebenblätter nierenförmig bis halbherzförmig, 
spitz, am Rande gesägt. Knospenschuppen braun, kahl. Blüthen- 
stände kurz vor den Blättern oder mit diesen gleichzeitig erscheinend; 
die männlichen gestielt (endständig an bis 2 cm langen oberwärts kurz 
grau behaarten, mit kleinen lanzettlichen, am Rande gesägten, kahlen, 
nur mitunter dünn seidig behaarten Laubblättern versehenen Zweigen), 
aufrecht oder etwas gekrümmt bis lang cylindrisch, bis 8 cm lang, 
0,8 cm dick, am Grunde lockerblüthig; ihre Achse kurz grau behaart, 
Tragblätter oval, stumpf, häutig, geädert, gelb, kurz dünn behaart. 
Staubblätter am Grunde dicht behaart, etwa doppelt so lang als die 
Tragblätter. Staubbeutel rundlieh, gelb. Vordere Drüse schmal, linea- 
lisch, gestutzt, etwa ' s so lang als die Tragblätter; hintere eben so 
lang, aber breil oval, an der Spitze gestutzt oder etwas ausgerandet, 
fleischig. Weibliche Blüthenstände meist endständig an längeren 
(b : s I cm Langen, Bons! wie bei den männlichen beschaffenen Zweigen), 
aufrechl bis lang-cylindrisch, bis 6 cm lang, 0,8 cm dick, am Grunde 
meisl etwa- lockerblüthig; ihre Achse kurz grau behaart. Tragblätter 
wie bei den männlichen Blüthen, so lang oder etwas länger als der 



i| v..ii ;"i;tK,: ein anderer, verschieden und ä<h' t v Drüse. 

8) S. S. Gl Fasan. 1. 

•"• i Von roi-'.', and dvJfe Mann <1 li. Staubblatt. 

M Wegen einer gewissen Aehnlichkeit der Blätter mit denen des Maudclbauuis. 



Salix. 75 

Fruchtknoten. Fruchtknoten lang gestielt (Stiel l fa bis fast so lang 
wie der Fruchtknoten, kahl), aus ovalem Grunde kegelförmig, stumpf, 
kahl. Griffel sehr kurz oder fehlend. Narben dick, oval, seitwärts 
gebogen, ausgerandet. Hintere Drüse breit oval, an der Spitze gestutzt 
oder ausgerandet, am Grunde den Fruchtknotenstiel etwas umfassend, 
fleischig, etwa 1 /i — Vs so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Im ganzen Gebiet, namentlich an Gräben, Teichen und Fluss- 
ufern in den Ebenen (auf den Nordsee-Inseln angepflanzt) und in den 
Gebirgen. In den Steyerischen Alpen bis 780 m, in den Bayerischen 
Alpen bis 1095 m, in den südlichsten Alpen bis 1527 m, in den 
Schlesischen Hochgebirgen bis 650 m, in den Mährischen Gebirgen 
bis 585 m, und in den Ungarischen Gebirgen bis 280 m aufsteigend. 
Bl. April, Mai, öfter zum zweiten Male im Hochsommer und Herbst. 

S. amygdalina L. Spec. pl. ed. 1. 1016 (1753). Willd. Spec. 
pl. IV. 2. 556 (1805). Koch Syn. ed. 2. 741. Andersson Sal. Lappon. 
17. Kerner Niederösterr. Weiden 192 (1859). Rchb. Ic. XL t. DCIV 
fig. 1 256—60. — S. triändra L. Spec. pl. ed. 1. 1016 (1753). Willd. Spec. 
pl. IV. 2. 654 (1805). Seringe Essai Monogr. Saul. Suisse 75 (1815). 
Andersson Monogr. Sal. I. 23 (1863). Wimmer Sal. Europ. 12 (1866). 
DC. Prodr. XVI. 2. 202. Richter-Gürke PI. Eur. II. 4. A. u. E. 
G. Camus Classif. Saul. Eur. Monogr. Saul. France 90 (1904). — 
S. anriculäta Mill. Gard. Dict. ed. 8 u. 9 (1768). — S. amygdali- 
fölia Gilib. Exerc. IL 406 (1792). -- S. hastäta und S. pentändra 
Thuillier Fl. Envir. Paris ed. 2. 75 (1799)??. — S. Hoppeäna 1 ) Willd. 
Spec. pl. IV. 2. 654 (1805). — S. andrögyna 2 ) Hoppe in Willd. Spec. 
Plant. IV. 2. 654 (1805). - - S. incerta Lapeyr. Hist. pl. Pyren. 594 
(1813). — S. Hojfmanniäna 3 ) Sm. Engl. Bot. t. 2620 (1814). — 
S. semperflörens Host Sal. 2 t, 5, 6 (1828). — Grüner a*) amygda- 
loides Opiz Sezn. 48 (1852). — S. radieans Schur Verli. Siebenb. 
Ver. Naturw. IV. 69 (1853). — S. serölina Schur Enum. pl. Transs 
617 (1866). 

Die jungen Zweige werden als Flcchtniaterial von den Korbmachern sehr 
gesehätzt. 



l) S. II. 1. S. 241 Fussn. 2. Die genauen Daten sind * 15. Dec. 1760 
f 1. Aug. 1846. 

a ) ävÖQÖyvvog mannweibig. 

3) Nach Georg Franz Hoffmann, * 31. Jan. 1761 Marktbreit (Unterfranken) 
f 17. März 1826 Moskau, Staatsrath und seit 1804 Professor daselbst, früher (1789) 
in Erlangen und (1792) Göttingen, verdienstvollem Systematiker und Floristen. 
Von seinen Schriften sind die wichtigsten : Enumeratio Lichenum Erl. 1784, Plantae 
Lichenosae, 3 Bände, Lips. 1789 — 1801 ; Deutschlands Flora oder Botanisches Taschen- 
buch Erl. 1791, 1795, 2. Aufl., 1800, 1804; Historia Salicum, 2 Bände, Lips. 
1785, 1791; Genera plant, umbclliferarum, Mosquae 1814 ed. 2. 1816. 

4) Nach Joseph Sebastian Grüner, * 16. Febr. 1780 f 16. Jan. 1864 Eger, 
seit 1807 Magistrats- und Criminalrath daselbst, um die Landeskunde besonders die 
Geologie des Egerlandes verdient, «eiche Studien ihn in Verbindung mit dem Grafen 
Kaspar Sternberg (s. VI. 1. S. 305 Fussn. 2) und mit Goethe brachten (?. Bernh. 
Graeber in Mitth. V. für Gesch. der Deutschen in Böhmen IV. 82 (1866). Hin 
Werk von ihm: Ueber die ältesten Sitten und Gebräuche der Egerländer wurde ersl 
1901 in Prag von A. John veröffentlicht (V. Maiwald br.). 



76 Salica 

Li 11 im- Bpec. Plant. cd. 1. | 1 -7 f> 3 ] 1016) führt unter Nr. 2 S. triandra „foliis 
Serratia glabris, fioribns triandris 11 auf, indem er sie als synonym zu: „ s.ilix foliis 
elliptioo-lanceolatia atrinque glabris Serratia appendiculatis Hall. helv. 15'_ )tf 
und als in der Schweiz und in Sibirien vorkommend bezeichnet; anter Nr. G liisst 
er S. amygdalina: „foliis Serratia glabria lanceolatis, petiolatis, stipulis trapezi- 
formibus" folgen, deren Vorkommen er in Europa angiebt. In der ed. 2. 1442 u. 
1443 il7(i:'.i fügt er bei S. triandra hinzu: „perquam affinis S. amygdalinae", und 
bei S. amygdalina', „affinis nimium Salici triandrae". Linne hält mithin seine 
S. triandra und 8. amygdalina für verschiedene einander nahe verwandte Arten, 
von denen S. triandra breitere Blätter als <S'. amygdalina bat. 

Smith (Fl. Britann. III H>44 u. 1045 [1805]) weist abweichend von Linne 
S. triandra die schmäleren Blätter: ., foliis lineari-oblongis", und der X. amygdalina 
die breiteren Bllitter: ,, foliis ovatis obliquis", zu und die späteren Autoren sind 
ihm hierin gefolgt. 

Willdenow (Spec. pl. IV. 2. 654 u. 656 [1805]) fügt ausserdem noch für 
die Blätter als Unterscheidungsmerkmal hinzu hei S. triandra: „foliis .... Bubtns 
glaucescentibus" und hei -S'. amygdalina: ,, foliis .... subtus glaucis". 

Scringe (Essai Monogr. Saul. Suisse [1815] 75 — 78) berücksichtigt nur die 
X. tri« mli tt. 

Fries (Novit. Fl. Suec. Mant. T. 42 [1832]) ist der erste Schriftsteller, der 
beide Arten unter dem Namen S. amygdalina, ., foliis lanceolatis acuminatis Serratia 
glaberrimis", vereinigt, wobei er S. triandra nur als Form „b. foliis angusdoribus 
Liljehl." abzweigt. Die späteren Schriftsteller haben als gemeinsamen Namen 
theils S. amygdalina, theils S. triandra gewählt. 

A. u. J. Kerner (Herb. Oesterr. "Weiden 86 [1869]) fügen bei 8. triandra 
hinzu : „Unterscheidet sieh, abgesehen von einigen minutiösen Merkmalen, auf ihn 
ersten Blick und sehr constant durch die unteiseits glänzenden grünen Blätter von 
<S. amygdalina. Hebergänge in S. amygdalina wurden von uns niemals beobachtet. 
Die ,, L'eliergänge', deren Wimmer in Sal. Vau-, p. 15 gedenkt, sind wahrschein- 
lich Bastarde von S. amygdalina und S. triandra". A. n. J. Kern er verstehen 
mithin wie Willdenow unter & triandra die Weide mit auf beiden Seiten grünen 
Blättern und unter S. amygdalina die Weide mit unterseits helleren, grauen Blättern. 
Uebergänge zwischen beiden Formen finden sich allerdings, wie Wimmer zutreffend 
angiebt, vielfach und in den mannigfachsten Abstufungen; oh hierbei aber, wie A. 
u. J. Kerner meinen, eine Bastardirung von S. triandra und S. amygdalina 
anzunehmen ist, wird kaum festzustellen sein. 

S. hastata (Thuill. a. a. O. 513) wird von Seringe (Essai Monogr. Saul. 
Suisse 7"i [1815]) und S. pentandra und S. hastata Thuill. a. a. O. von Anders- 
son (Monogr. Sal. I. 24 [1863]) und anderen Schriftstellern als Synonym von S. 
ii in iiilra bezeichnet Da aber Th uillier in der Diagnose für S. pentandra: „floribus 
pentandris" und in der für S. hastata: „foliis Serratia glabria subovatis acutis sessi- 
lihus" jagl • > können nach diesen Merkmalen beide Arten nicht zu .S'. triandra 
gehören, 

S. Hoppeana \ Willdenow a. a. O.) und S. androgyna (Hoppe a. a, 0.) S. triandra 
androgyna (Seringe Essai Monogr. Saul. Suisse 76 [1815]) stellen nur Pflanzen mit 
männlichen und weiblichen Blüthcn in demselben Blüthenstande, oder mit Ueber- 

gangsbildungen von einem Geschlecht zum andern dar. 

■ s '. Bemperflon na ! Eosl a. a. O.) ist eine his in den späten Sommer hinein wieder- 
holt blühende (Standorts-?) Form. — Dasselbe ist wohl 8. scroti na (Schar a. a. O.). 
- S. triandra rar. c. terotina Schur sert. u. 2594, nach Schur a. a. O. 

Mitunter linden sieh an den Kätzchen birnförmige Verdickungen, hervorgerufen 
durch < 'ecidomya heterobia. 

Aendert ab 

A. vulgaris. Blätter länglich bis schmal-länglich, spitz. 
Die veihreitetste Rasse. 



Salix. 77 

S. amygdalina a. vulgaris Wimm. Sal. Europ. 14 (1866). 
— S. triandra L. Spec. pl. ed. 1. 1016 (1753). — S. amygda- 
lina Smith a. a. O. (1805). 

Hierzu gehören 

I. concolor. Blätter unterseits hellgrün. — S. amygdalina a. concolor Wimm. 
u. Grab. Fl. Siles. II. 2. 362 (1829). — S. triandra Willd. Spec. pl. IV. 
2. 650 (1805). — S. ligustrina Host Sal. 4 t. 15 (1828). 
II. gl au cophy IIa 1 ). Blätter unterseits grau bis weisslich. — S. triandra 
glaucophylla Seringe Essai Monogr. Saul. Suisse (1815) 78. — *S'. amygdalina 
Willd. a. a. O. (1805). — S. spectabilis Host Sal. 1 t. 3, 4 (1828). — S. 
vcnusta Host Sal. 3 t, 9, 10 (1828). — S. varia Host Sal. 3 t. 11, 12 (1828). 
— S. amygdalina ß. discolor Wimm. u. Grab. a. a. O. (1829). 

B. angustif ölia. Blätter länglich-linealisch bis schmal-lanzettlich, 
langverschmälert, zugespitzt. 

Seltener. 

S. triandra angustifolia Seringe a. a. O. (1815). — 
S. triandra Smith a. a. O. (1805). — S. amygdalina b. foliis 
angustioribus Liljebl., Fries a. a. O. (1832). 

Hierzu gehören gleichfalls Formen mit unterseits grünen und solche 
mit unterseits grauen Blättern (vgl. Wimmer a. a. O.), letztere sind als 
S. tenuißdra Host Sal. 2 t. 7, 8 (1S28). — <S'. undulato-amygdalina Wimm. 
Fl. Schles. Nachtr. 476 (1845) beschrieben worden. 

C. Villarsiana 2 ). Zweige kurz. Blätter klein, oval bis schmal-ellip- 
tisch, dicht und feingesägt. 

So namentlich in den Alpen. 

S. amygdalina y. Villarsiana Wimmer a. a. O. (1845). 

Auch hiervon unterscheidet Wimmer a. a. O. (1845) eine Form mit 
unterseits grünen und eine solche mit grauen Blättern, letztere ist S. Villar- 
siana Flügge in Willd. Spec. pl. IV. 2. 653 (1805). — S. triandra elliptica 
Seringe a. a. O. 74 (1815). 

Ausserdem sind an Formen aufgestellt worden von : 

Seringe (Essai Monogr. Saul. Suisse [1805] 75 — 78) ausser den bereits vor- 
stehend angeführten Formen (S. triandra B. androgyna, V. angustifolia, H. glauco- 
phylla und elliptica): — D. stipularis: Blätter gross; Nebenblätter gross un regel- 
mässig herzföimig. — E. dirersifolia: Blätter z. T. verkehrt-eiförmig-rundlich, z. T. 
doppelt so lang als breit, eiförmig, z. T. elliptisch, stumpf, sehr gross, z. T. lanzett- 
lich, stumpf und z. T. lanzettlich lang zugespitzt. — F. monstmosa, durch Inseklen 
(oder Milben ?) veränderte Blüthenstände. — G. abortiva, durch Insekten missbildete 
Zweige und Blätter. 

Gaudi n (Fl. Helv. VI [1830] 209— 2ln) unterscheidet unter S. triandra 
a. elliptica und ß. stipularis. 

Koch (Syu. ed. 1. 641 [1838]) unterscheidet nur die obenerwähnten Blattfarben- 
abänderungen. 

Reichen bach (Deutsch!. Fl. [1849] 36) : S. amygdalina a. concolor (Fig. 1256) : 
Blätter beiderseits grün, eingekrümmt Bägerandig. — ß. alopccuroides (Host a. a. O.) 
Fig. 1257, diese gehört zu S. fragilis X amygdalina. — y. ligustrina (Host a. a. O.) 
Fig 1258, Blätter beiderseits grün, fast ganzrandig. — d. dincolor Fig. 1259: Blätter 



i) Von yActvy.ög grau und (pvAAov Blatt. 

2) S. I. S. 261 Fussn. 2 und II. 1. 8. 422 Fussn. 4, die genauen Daten sind: 
14. Nov. 1745 im Weiler Villar zu Noyer (Hautes-Alpes) f 20. Juni 1814 Paris. 



78 



Snlicaceac. 



imteraeits schimmelgrün; 
oben weiblich. 



e. androgyna Fig. 1260; Blüthenstände unten männlich, 



Bartig (Vollst. Naturg. d. Forstl. Culturpflanz. Deutschi. 418 [1852]) nennt 
eine 8, amygdalina var. deeumbens mit niederliegenden Zweigen. 

Willkomm u. Lange (Prodr. Fl. Hisp. I. 226—27 [1861]) boschreiben 
ausser 8. amygdalina u. discolor. — microphylla: Niederliegend, mit kleinen blättern, 
Nebenblätter länger als der Blattstiel und unter ß. coucolor die lignstrtna Beiohen- 
ach's, mit schmal-lanzettlichen an diu Blüthentrieben ganzrandigen Blättern. 

Schur (Knuni. Plant. Transs. 617 [1866]) unterscheidet: S. triandra a. micro- 
carpa 1 ). Blüthenstände und Früchte um die Half te kleiner. — b. frnticosa : Klein, 
niederliegend, wurzelnd. — c. anguslifolia : Strauchig. Blätter schmal-länglich, lang 
zugespitzt, gleichfarbig. 

Borzi (Comp. Fl. Forest. Ital. 138 [1885]) nennt eine kurzblätterige Form 
var. brevifolia. 

S. triandra var. nipponica O. von Seem. Sal. Japon. 27 (1903). — ■ S. nippo- 
niea Franch. et. Sav. Enum. Plaut. Jap. 1. 459 (1875), II. 502 (1879); kommt Dicht 
in Mitteleuropa, sondern nur in Japan und im nordöstlichen China vor. 

(Fast ganz Europa [in Skandinavien bis zum 66 °N. Br., in Russ- 
land bis zum 67° N. Br.); in Asien durch Kaukasien und Armenien 
südöstlich bis Nord-Persien (3000 m), vom Ural östlich durch ganz 
Sibirien (im Flussgebiet des Jenissei und der Lena bis zum 66° 20' 
N. Br.); vom Kaspi-Gebiet östlich durch Turkestan, das Altai-Gebiet 
und das Amurland, in Central-, Ost- und Nord-China, Mandschurei 
und Japan.) # 



1033. X 1037. S. pentandra X amygdalina 

1036. X 1037. S. fragilis X amygdalina 

1037. X 1038. S. amygdalina X alba 
1037. X 1041. 8. amygdalina X cinerea 
1037. X 1045. S. amygdalina X aurita 
1037. X 1051.? 8. amygdalina X hastata? 
1037. x 1057. S. amygdalina X viminalis 
1037. X 1058. S. amygdalina X dasyclados 
1037. X 1061. S. amygdalina X pwrpurea 



siehe am Ende 
der Gattung. 



H II. Diändrae 2 ) (v. Seemen Sal. Jap. 16 [1903]). Männliche 
Blüthen mit 2 freien Staubblättern, 

Jl# a. AI bar (Kerner Niederösterr. Weiden 57 [1859]). Tragblätter 

der Blüthen vor der Fruchtreife abtauend. — Uebrige Merk- 
male s. S. 57. 

In Europa nur unsere Arten. 

1038. (6.) S. alba. (Silbei weide, Felber [Oesterr.]; niederl.: Witte 
Wilg; dän : Hvid-Pil; ital.: Salice biancp; nun.: Räehitä-mare; russ.: 
Ber.ia). |, oder lt. Aufrecht, bis 21 m hoch. Zweige gelbbraun bis 
dunkel-schmutzigbraun, an Bäumen meistens lang, dünn, hängend; junge 



I) Von uty.QÖg, klein und xaQ7TÖg, Frucht. 

-') Von dl- zwei- und än'^) Mann d. h. Staubblatt. 



Salix. 79 

Triebe dünn bis dicht seidig behaart. Blätter kurz gestielt (Stiel bis 
0,7 cm lang, kahl, bis dicht seidig behaart), länglich bis schmal lanzett- 
lich, bis 13 cm lang, 3,5 cm breit, beiderseits spitz und gleichmäßig 
verschmälert, am Rande dicht klein drüsig gesägt, oberseits trübgrün, 
etwas glänzend, Unterseite heller bis blaugrün, beiderseitig wenigstens 
in der Jugend mehr oder weniger dicht seidig behaart, später 
oft verkahlend; Mittelnerv und Seitennerven auf beiden Blattseiten 
deutlich hervortretend; weitmaschiges Adernetz wenig bemerkbar. Neben- 
blätter schmal-lanzettlich, spitz, gesägt, meist wenig entwickelt. Knospen- 
schuppen kahl, braun. Blüthenstände mit den Blättern erscheinend; 
männliche an bis ],5 cm langen, kurz weissgrau behaarten, mit kleinen 
gesägten oder ganzrandigen Laubblättern besetzten Zweigen endständig, 
aufrecht oder bogig, cylindrisch, bis 6,5 cm lang, 1 cm dick, dichtblüthig; 
ihre Achse dicht weissgrau behaart. Tragblätter länglich, stumpf, häutig, 
geädert, gelb, auf dem Rücken kahl oder wenig behaart, am Grunde 
und am Rande stärker behaart; Staubblätter 2 (mitunter in einzelnen 
Blüthen 3), auf der unteren Hälfte weissgrau behaart, etwa doppelt 
so lang als die Tragblätter; Staubbeutel oval, gelb. Vordere Drüse 
schmal, fast linealisch, 1 k bis 1 /4 so lang als das Tragblatt; hintere 
oval, gestutzt, fleischig, eben so lang. Weibliche Blüthenstände an bis 
2 cm langen, sonst wie bei den beschaffenen Zweigen endständig, cylin- 
drisch, bis 4,5 cm lang, 0,7 cm dick, am Grunde lockerblüthig; ihre 
Achse und die Tragblätter wie bei den männlichen; Fruchtknoten sehr 
kurz gestielt (Stiel kahl), aus ovalem Grunde kurz kegelförmig, stumpf, 
kahl, etwa doppelt so lang als die Tragblätter; Griffel kurz, meistens 
getheilt; Narben länglich, getheilt oder ausgerandet, seitwärts gebogen. 
Die eine hintere Drüse oval, am Grunde den Fruchtknotenstiel etwas 
umfassend, am oberen Ende gestutzt oder etwas ausgerandet, fleischig, 
etwas länger als der Fruchtknotenstiel. 

Namentlich in feuchten Wäldern im ganzen Gebiet; auch auf den 
Ostfriesischen Nordseeinseln wenigstens eingebürgert; steigt nur bis in 
die Voralpen und im böhmisch-mährischen Grenzgebirge bis zu 590 m, 
in Ungarn und Siebenbürgen bis 870 m, in Südbayern bis zu 840 m, 
in Tirol bis 1200 m (Dalla Torre u. Sarnthein VI. 2. 5) empor- 
steigend. Vielfach angepflanzt und wie S. Jragüis als Kopfweide 
gezogen. Bl. (März) April, Mai. 

S. alba L. Spec. pl. ed. 1. 1021 (1753). Willd. Spec. pl. IV. 
2. 710 (1805). Seringe Essai Monogr. Saul. Suisse 82 (1815). Koch 
Syn. ed. 2. 741. Kerner Niederösterr. Weiden 187 (1859). Ander- 
son Monogr. Sal. I. 47 (1863). Wimmer Sal. Europ. 16 (1866). DC. 
Prodr. XVI. 2. 211 (1868). Richter-Gürke PI. Eur. II. 7. A. u. 
E. G. Camus Classif. Saul. Europ. et Monogr. Saul. France 69 (1904). 
Rchb. Ic. XI t. DCVIII fig. 1263. — S. aürea Sulisb. Prodr. (1796) 
393. — S. paüida Salisb. Prodr. (1796) 394. — S. hoter ophi/Ua ') 
Bray in Denkschrift Bot. Ges. Regensb. I (1815) 51. 



!) Von ireQog ein anderer, verschieden und tplXXov Blatt. 



80 Salicaceae. 

Die jungen Zweige werden als gutes Bindematerial geschätzt. 
Aeiidert ab: 

A. typiea. Zweige schmutzig-braun-grün. 

Die bei weitem häufigste Forin: 

8. alba 2, Form typica Anderes. Monogr. Sal. I. 48 (1863). 

B. splendens. Blätter auf beiden Seiten dicht weissgrau bis weiss 
seidig-behaart. 

Ziemlich selten bis zerstreut. 

8. alba y. splendens Anderes, in DC. Prodr. XVI. 2. 211 
(1868). — 8. splendens Bray n. Opiz Böheim. Gew. (1823) 110. 
— S. vitellina ß. y. sericea Gaudin Fl. Helv. VI. 206 (1830). 
- S. alba S. argentea Wimm. Sal. Europ. 17 (1866). 

Hierher gehören auch : 

S. leucdphora 1 ), S. aryyrodendrou' 2 ) Gandog. Sal. novae Xo. 5, G, nach 
A. u. E. G. Camus Classif. Saul. Europe et Monogr. Saul. France 74 (1904). 

C. vitellina. Zweige gelbbraun oder röthlich. 

Hin und wieder nicht selten, namentlich an Ufern. 

S. alba vitellina Seringe Essai Monogr. Saul. Suisse (1815) 
83. — S. vitellina L. Spec. Plant. Ed. I (1753) 1016. — 8. 
lUrlbilis Gilib. Exerc. phyt. II (1792)406. — S. alba vitdlina- 
tristis Seringe a. a. O. — S. vitellina ßß. tristis Gaudin Fl. 
Helv. VI (1830) 206. — S. fragilis y. S. vitellina Fries Novit. 
Fl. Snec. Mant. prima (1832) 43. 

Hierher gehören auch : 

S. Pameachiana 3 ) Barratt. nach .1. Carey in Gray, Man. cd. 2. p. 416 
nach Anderson l'roc. Amer. Acad. IV (1860) 55. — S. alba, rami vilellini 

et laete miniati, Auderss. M )gr. Sal. I (1863) 48 — S. arnasse'nsis*) Gandog. 

Fl. Lyonn. (1875) 204 u. <S. obtusis quama Gandog. PI. nov. II. p. 10 nach 
A. ii. E. <i. Camus 1. c. 76. — $. alba vitellina -tristis Seringe a. a. 0. = 
S. vitellina ß. ß, tristis Gaudin a. a. (). zeichnet sich durch hängeiule Zweige aus. 

Neuerdings werden vielfach angepflanzt eine in der Tracht der S. Baby- 
lonica ähnliche stark hängende Form (pendula uova der Gürten) and eine 
Form mit lebhaft gelbroten Zweigen (Br i tzens i s 5 ) Späth Cat. 16 

D. coerulea. Blätter ganz verkahlend, untereeits grau oder graublau. 

Zerstreut 

8, alba ß. coerulea Koch Syn. ed. I. 641 (1838). — S. 
coerulea Sm. Engl. Bot. t. 2431 (1812). - - S. alba a. eulva 
(.. F. W. Mey. Chlor. Bannov. 487 (1836). — S. alba var. fntti- 
cösa Schur Seit PJL Transsilv. No. 2596 ß. (1853). — S. alba 
d. denudata Anderes. .Monogr. Sal. I. 48 (1863). — S. alba var. 
virescens F. Gerard in Magn., Fl. sei. No. 2839 nach A. u. E. 
G. Camus Classif. Saul. Europe et Monogr: Saul. France 75 (1904). 



i) Von Aevxdg weiss und (foQÖg tragend. 

'-') Von ä()yvQO£ Silber und SivSoov Baum. 

3) Ueher Paineach können wir nichts berichten. 

•i) Bei Arnaa (Rhone), dem Wohnsitz von Gandoger, beobachtet. 

5) Beim Dorfe Britz, bei Berlin sowie mehrfach um Berlin wild beobachtet. 



Salix. 81 

A. u. E. G. Camus a. a. O. führen hierzu noch auf: 
II. sepicola (S. sepicola Gandog. Fl. Lyon. 204 [1875]); III. violacea (Bre!biss. 
u. Moriere Fl. Normand.); IV. fansta (S. fausta Gandog. Sal. novae No. 9). 

E. ovalis. Blätter länglich-oval. 

8. alba f. ovalis Wimm. Sal. Europ. 18 (1866). 

Ausserdem wurden als Formen unterschieden vou : 

Seringe (Essai Monogr. Saul. Suisse 84 [1815]). — D. S. alba aborliva. 
Blätter durch Insekten missbildet. — E. S. alba monstruosa. Weibliche Blüthen- 
stiinde verlängert mit laubigen Tragblättern. 

S. alba hippophaefölia = S. hippophaefolia (Thuill. Fl. Par. ed. 2. 514 [1799]), 
ist S. triandra X viminalis. 

Wahlenberg (Flor. Suec. II [1833] 658): ß. virescens (Svensk Bot. t. 525 
[1819]). Blätter auch auf der unteren Seite grün und glänzend (nach Hartman 
Handbok Scand. Fl. 6 Uppl. [1854] 219); liegt nicht vor. — y. viridis. Ganz kahl, 
grün. (S. viridis Fries Novit. Fl. Suec. Mant. prima [1832] 43, ist S. alba X fragilis). 

G. F. W. Meyer (Chloris Hanoverana 487 [1836] stellt neben der „Spiel- 
art" a. calva (S. caerulea Sm. a. a. O.) die Abarten auf: A. vitellina und B. rubens 
(S. rubens Schrank Baier. Fl. I [1789] 226): letztere gehört aber nicht hierher, 
sondern zu S. alba X fragilis. 

Andersson (Monogr. Sal. I [1863] 48): neben der Form Rami 1. vitellini 
et laete miniati 2. viridi-teslacei; forma lypica. — Ferner nach der Behaarung 
und Form der Blätter: folia sericea (splendens) — den udata (coerulea) — latiuscula 
(ovalis) — augustata (zu splendens gehörend) — minima (Blätter kaum über 2 cm 
lang und 6 mm breit, Kleinasien). — Ausserdem führt Andersson S. Pameachiana 
aus Nordamerica als ,,Subspecies" auf, ebenso S. micans Anderss. Monogr. Sal. I. 
49 (1863), die im Kaukasus von Nordmann und in Kleinasieu von Weidemann 
gesammelt ist. 

Andersson in DC. Prodr. XVI. 2 (1864) 211 teilt die Art folgendermaassen 
ein: ß. vitellina, — y. splendens, — 6. caerulea, — e. rigida, in der Dsungarei, — 
f. tristis Trautv. in Ledeb. Fl. Alt. IV. 256 (1833) vgl. S. 80, — rj. ovalis Wimmer 
a. a. O., — &. microphylla Anders. Monogr. Sal. I. 48 (1863) mit sehr kleinen 
Blättern, — i. latifolia, in Kleinasien, — x. Kassanogluensis ') (S. Kassanoglu- 
ensis Kotschy It. Cilic. Kurd. 64 [1859]), in Kleinasien, — A. Pameachiana, 
— /*. micans (S. micans Andersson Monogr. Sal. I. 49 [1863], nur im Kaukasus 
und in Klcinasien. 

Boissier (Fl. Orient. IV. 1185 [1879]) f. S. Libanötica, aus Syrien. 

Haussknecht (P. Sintenis Iter Orientale 1894 No. 5696) v. macriülaZ) 
aus Armenien. Die gestielten Fruchtknoten und die lang zugespitzten Blätter deuten 
nicht auf S. alba, sondern auf 8. alba X fragilis hin. 

Gurke in Richter PI. Eur. II. 85 (1897) e. arelatensis 3) De'laveau (liegt mir 
nicht vor). 

A. u. E. G. Camus (Classif. Saul. d'Europe et Monogr. Saul. France 74 
[1904]) neben A. argentea, B. caerulea und D. vitellina noch B. acuminata (Chabert 
in Cariot Et. Fleurs, ed. 4. II. 516 [1864]), S. ChabertH) (Gandog. Fl. Lyon. 204 
[1875]). Tragblätter der weiblichen Blüthcu schmäler, zugespitzt, länger als die 
Fruchtknoten, oft röthlicb, länger bleibend als beim Typus (liegt mir nicht vor; 
gehört wohl aber kaum zu S. alba). 

(In allen übrigen Gebieten Europas, in Skandinavien bis etwa zum 
63° 52' N.'Br. (nach Blytt Norges Fl. II. 425), in der Sierra Nevada 



i) Nach dem Fundorte, dem Gebiet Kassan Oghlu in Cilicien. 
'-) Von fiaxodg lang und lovÄog eigentlich Tausendfuss, als botanischer Kunst- 
ausdruck Kätzchen. 

3) Bei Arles in der Provence (im Alterthum Arelate) gefunden. 

4) Wohl nach Pierre Chabert. S. VI. 1. S. 278, Fussn. 1. 

Ascherson u. Graebner, Synopsis. IV. 6 



32 Salicaceae. 

bis ca. 1624 m, in Rumelien bis ca. 1279 m; Africa: im nördlichen 
Gebiete in Algier und Tunis; Asien: Kaukasus bis ca. 975 m, Kleinasien, 
Syrien, Persien, Turkestan, Dsungarei, Sibirien im Ural-, Altai- und 
Baikal- Gebiet, Himalaja, Tibet; Nordamerica: ursprünglich eingeführt 
und angepflanzt (nach Andersson : Proc. Am. Acad. IV [1860] 55). 

1033. X 1038. S. pentandra X alba 

1036. X 1038. S. fragilis X alba 

1037. X 1038. S amygdalhia X alba siehe am Emle 

1038. X • S. alba X Babylonioi 
1038. X 1041? S. alba X cinerea? der Gattung. 
1038. X 1057? S. alba X viminalis? 
1038. X 1061? S. alba X purptirea? 

*f S. Babylönica 1 ). Trauer-, Thränenweide; niederl. : Treur-Wilg; 
franz.: Säule pleureur; ital. : Salice piangente; ligur. : Sarso du bottale; 
mm.: Salcie pletosa, Salcie jalnicä; böhm.: Vrba smutkovä. % Niedriger 
oder mittelhoher bis über 10 m hoher Baum. Zweige lang, dünn, 
hängend, braun, kahl, nur die Spitzen der jungen Triebe kurz fein grau 
behaart. Blätter kurz gestielt (Stiel bis 0,5 cm lang, bei den jungen 
Blättern kurz fein grau behaart, später nur oberseits in der Furche kurz 
behaart, oder kahl), lanzettlich bis lineal-lanzettlich, bis 17,5 cm lang, 
2,5 cm breit, lang zugespitzt, am Grunde spitz, am Rande dicht knorpelig 
gesägt, oberseits dunkelgrün, unterseits graugrün oder grau, kahl (nur 
die jungen Blätter an der Spitze der Zweige dünn grau seidig behaart); 
Mittelnerv und Nervatur beiderseitig hervortretend. Nebenblätter selten 
vorhanden, aus schief eiförmigem oder lanzettlichem Grunde lang zu- 
gespitzt, am Rande gesägt. Knospenschuppen braun, kahl, zuweilen 
dünn kurz behaart. Blüthenstände mit den Blättern erscheinend, die 
männlichen aufrecht, gekrümmt, dichtblüthig, sehr kurz gestielt, fast 
sitzend (Stiel dicht grau behaart, mit zwei kleinen länglichen bis lanzett- 
lichen, spitzen, ganzrandigen oder spärlich klein gesägten, auf der untern 
Seite dünn seidig behaarten Blättern), cylindrisch, bis 4 cm lang, 0,6 cm 
dick; ihre Achse gelbgrau zottig behaart. Tragblätter bis 3 U so lang 
als die Staubblätter, länglich oder schmal eiförmig, stumpflich, häutig, 
gelb, geädert, dünn lang seidig gelbgrau behaart, nach der Spitze zu 
kahl. Staubblätter am Grunde etwas verbunden, unterwärts behaart. 
Staubbeutel oval, dunkelgelb. Drüsen etwa */ß so lang als die Staub- 
fäden, fleischig, vordere schmal oval oder linealisch, hintere breiter oval 
oder länglich. Weibliche Blüthenstände kurz gestielt (Stiel kurz grau 
zottig behaart, mit kleinen lanzettlichen oder länglichen, spitzen, ganz- 
randigen oder spärlich klein gesägten, unterseits spärlich behaarten 
Blättern), cylindrisch, bis 2 cm lang, 0,3 cm dick, nach der Spitze zu 
wenig dünner, gekrümmt, dichtblüthig; ihre Achse zottig, gelbgrau 

l) Dieser Name beruht auf der irrigen Meinung, dass die Psalm 137, 2 er- 
wähnten 'Arfiliim s. S. 16) zu dieser Art gehörten. Dies ist aber kein Grund den 
Namen durch S. pendula zu ersetzen, wie K. Koch gethan hat. 



Salix. 83 

behaart. Tragblätter fast so lang als die Fruchtknoten, länglich oval, 
stumpflich, gelb, häutig, geädert, nur am Grunde etwas behaart, sonst 
kahl. Fruchtknoten sitzend oder sehr kurz gestielt, eiförmig, kurz 
kegelig, kahl. Griffel sehr kurz, dick. Narben länglich, dick, unge- 
tbeilt, seitwärts gebogen. Drüse breit oval, mitunter an der Spitze aus- 
gerandet oder verschmälert, fleischig, 1 js so lang als der Fruchtknoten. 

In Mitteleuropa nur angepflanzt, namentlich auf Kirchhöfen und 
in Pai'ks, im Mittelmeergebiet hin und wieder verwildert. Die eigent- 
liche Heimat der Trauerweide soll nach K. Koch (Dendrologie II. 1. 
507 [1872]) Ost-Asien sein. Dieselbe wurde im Orient (auch in 
Aegypten) seit Jahrhunderten vielfach als Zierbaum angepflanzt; die 
einschränkenden Angaben Koch 's sind z. T. irrthümlich. lieber die 
Einführung der S. Babylonica in England bezw. Mitteleuropa be- 
stehen zwei Ueberlieferungen. Nach der einen sollen die in Europa 
wachsenden Exemplare von einer Rute abstammen, die der englische 
Dichter Pope zu Anfang des 18. Jahrhunderts in einen an Lady 
Suffolk in Twickenham bei London aus Spanien oder der Türkei 
erhaltenen Korb geflochten noch lebend antraf und einpflanzte. Nach 
der andern sandte der englische Kaufmann Vernon im Jahre 1730 
diese Weide aus Aleppo in Syrien nach seinem heimatlichen Landsitze 
Twickenham, wo sie angepflanzt wurde (Karl Koch a. a. O. 509). 
Bl. April, Mai. 

S. babylonica L Spec, pl. ed. 1. 1017 (1753). Willd. Spec. pl. 
IV. 2. 671. Andersson Monogr. Sal. I. 50. De Candolle Prodr. XVI. 
2. 212. Richter-Gürke Plant. Europ. II. 8. A. u. E. G. Camus Classif. 
Saul. Europe et Monogr. Saul. France 65. — S. japonica Thunb. Fl. 
Jap. 24 (1784) z. T. (vgl. unten). — S. pendula C. Kocli Wochenschr. 
Ver. Beförd. Gartenb. Preuss. Staat XIV (1671) 381 (Dendrol. IL 1. 
507 [1872J) vgl. die unten aufgeführte S. pendula Moench. 

Thunberg hat einzelne Exemplare der <S'. Babylonica als die von ihm auf- 
gestellte S. japonica in Herbarien ausgegeben (siebe 0. von Seerneu Saliccs Japonicae 
30 [1903]), und in Folge dessen sind auch von späteren Schriftstellern diese beiden 
Arten vielfach zusammengeworfen. 

S. Babylonica wird vielfach verwechselt mit S. fragilis B. angusti/olia, den 
beiden Bastarden S. fragilis X Babylonica und S. alba X Babylonica und sogar 
mit der künstlich als Trauerweide (hochstämmig mit dünnen, hängenden Zweigen) 
gezogenen S. purpurea, häufig auch mit S. elegantissima (s. S. 73). Exemplare der 
S. Babylonica kommen angepflanzt im nördlichen und mittleren Gebiete nur selten 
vor; im Mittelmeergebiete ist sie häufig. Südslav. Name: Strmogled. 

Aendert ab : 

A. pendula. Blätter flach, gerade — die häufigste Form. — S. babylonico f. 
pendula Anderss. Monogr. Sal. I. 51 (1863). — S. pendula Moench Meth. 330 
(1704). — S. perpe'ndens Seringe Ess. Saul. Suisse 73 (1815). — S. babylonica 
L. ß. eulta Anderss. in De Candolle Prodr. XVI. 2. 213 (1868). 

B. annuläris. Blätter zusammengefaltet, ring- oder spiralförmig rückwärts 
gekrümmt. 

S. babylonica L. f. annuläris Aschers. Fl. Prov. Brandenb. (1804) 630. 
— <S'. cochledta Dumortier Prodr. 13 (1827). — S. annuläris Forbes Sal. Woburn. 

0* 



84 Salicaceae. 

t. 41 (1829). — S. circinata Forbea a. a. O. (1829). — S. Napokönüi) 

F. Schultz Arch. Fl. 239 (185G). 
Ausserdem >tellt Andersson Monogr. Sal. 1 (1863) 51 als Formen auf: 
typica, mit den beiden Blattformenabänderungen angustifolia u. lati/olia, ist die 
wildwachsende; pendula; — circinnata; — axillaris. Bliithenstände in den 
Achseln alter Blätter. 

(Asien: Kaukasien, am Caspi-See, Nord-Persien, Süd-Turkestan, 
China, Korea. Japan.) 

1036. X • S. fragilis X Babylonica \ siehe am Ende 

1038. X • S. alba X Babylonica ) der Gattung. 

\ tt b. Tragblätter der Blüten nicht vor der Fruchtreife abfallend. 

1. 1. Retusae (Kerner Niederöst. Weiden 46 [1859]). Früchte 

kahl. — Uebrige Merkmale s. S. 57. 
In Europa nur unsere Art. 

1039. (7.) S. retüsa. f). Niedrig, mit niederliegenden wurzelnden 
Zweigen. Zweige braun, kahl, später dünn behäutet, leicht abbrechend. 
Blätter kurz gestielt (Stiel bis 0,5 cm lang, kahl, mitunter dünn kurz 
grau behaart), länglich bis breit-verkehrt-eiförmig, 3,5 cm lang, 2 cm 
breit, stumpf, oder abgerundet, mitunter spitz oder ausgebuchtet, nach 
dem Grunde zu stark verschmälert und spitz, ganzrandig oder an der 
unteren Hälfte schwach gesägt, kahl oder mitunter unterwärts schwach 
behaart, auf beiden Blattflächen grün, etwas glänzend; Mittelnerv, die 
steil nach der Blattspitze gerichteten Seitennerven und das weitmaschige 
Adernetz oberseits wenig, unterseits schärfer hervortretend. Knospen- 
schuppen hellbraun, kahl. Bliithenstände mit den Blättern erscheinend, die 
männlichen an bis 0,8 cm langen, beblätterten, kahlen oder dünn grau 
behaarten Zweigen endständig, oval bis cylindrisch, bis 1,70 cm lang, 
0,7 cm dick, sehr lockerblüthig; ihre Achse kahl oder spärlich grau 
behaart. Tragblätter länglich bis oval, mantelartig, abgerundet oder 
ausgerandet, häutig, geädert, gell), an der Spitze etwas dunkler, kahl 
oder spärlich lang behaart, Staubblätter kahl, bis dreimal so lang als 
die Tragblätter; Staubbeutel oval, gelb. Vordere Drüse schmal, läng- 
lich oder oval, gestutzt, mitunter mit kleinen Nebenlappen, 1 /s bis x / 2 
so lang als das Tragblatt; hintere ebensolang aber breiter als die vordere, 
gestutzt, mitunter mit kleineren, unregelmässigen Seitenlappen. Weib- 
liche Bliithenstände an bis 1,3 cm langen, kahlen oder dünn grau be- 
haarten, beblätterten Zweigen endständig, oval bis cylindrisch, bis 2 cm 
lang, 0,5 cm dick, am Grunde lockerblüthig; ihre Achse kahl oder 
dünn grau behaart, Tragblätter oval, mantelartig, vorn abgerundet oder 
eingeschnitten, gelb oder hellbraun, häutig, geädert, kahl oder am oberen 

i) Soll von der Trauerweide herstammen, die auf dem Grabe Napoleons I. 
auf St. llili na stand. Diese Annahme ist jedoch nicht zutreffend; die Trauerweide 
auf dem Grabe Napoleons I. gehörte vielmehr zu der gewühulieh eultivierten 
I oi in S. Babylonica A. pendula (vgl. Loudon Arbor. et Frutic. Boit. III. 1511 
[1838]). 



Salix. 85 

Rande dünn lang behaart, bis etwa auf 1 /s des Fruchtknotens herauf- 
ragend. Fruchtknoten gestielt (Stiel V-t so lang als der Fruchtknoten, 
kahl), aus eiförmigem Grunde kegelig verschmälert, kahl; Griffel l /z so 
lang als der Fruchtknoten, an der Spitze gabelig getheilt. Narben kurz, 
oval, getheilt. Drüse oval, gestutzt, so lang als der Fruchtknotenstiel. 

An Felsen und steinigen Abhängen, auf Kalk, in der Krumm- 
holz- und alpinen Region des ganzen Alpensystems mit Einschluss des 
Jura, von den Seealpen bis Nieder-Oesterreich, Bosnien, Hercegovina und 
Montenegro, wächst in Wallis zw. 1500 (1260) und 2500 m (Jaccard 
323), in Tirol zw. 1700 u. 2641 m (Dalla Torre und Sarnthein 
VI. 2. 12), in den Bayrischen Alpen bis 2469 m, in Nieder-Oesterreich 
bis 1600 m, in den Karpaten vom Rozudec bis zum Banat. Bl. Juli, 
August. 

S. retusa L. Spec. pl. ed. 2. 1445 (1763). Willd. Spec. pl. IV. 
2. 684 (1805). Seringe Essai d'une Monogr. des Saules de la Suisse 
85 (1815). Koch Syn. ed. 2. 759. Kerner Niederösterr. Weiden (1859) 
196. Wimmer Sal. Europ. (1866) 121. DC. Prodr. XVI. 2 (1868) 293. 
Nyman Consp. 670. Richter-Gürke PI. Europ. II (1897) 35. A. u. E. 
G. Camus Classif. des Saules d'Europe et Monogr. des Saules de France 
(1904) 117. Rchb. Ic. XL 20 t. DLVIII fig. 1186 u. 7.— S. elon- 
gätula, S. Iseriensis 1 ), S. Biehettii 2 ), S. odontophylla 3 ) Gandog. Sal. 
nov. No. 147, 148, 149, 150 nach A. u. E. G. Camus Classif. des 
Saules d'Europe et Monogr. des Saules de France (1904) 118. 

Aendert ab : 

A. genuina. Blätter breit-verkehrt-eiförmig, au der Spitze ausgerandet. — S. 
retusa ß. genuina Reichenbach a. a. O. (1849). — S. retusa a. vulgaris Wim'mer 
a. a. O. 122. — S. retusa 1. integrifolia Kerner a. a. O, 2. denticulata Kerner 

a. a. 0. z. T. 

B. Kitai beli äna4). Wuchs in allen Theilen üppiger als bei A. Blätter länglich 
bis länglich-verkehrt-eiförraig, nach dein Grunde zu keilförmig, an der Spitze 
ausgerandet, stumpf oder spitzlich, gesägt. — S. retusa y. Kitaibehana Keichen- 
bach a. a. 0. (18491 — S. Kitaibeliana Willd. a. a. O. (1805). — S. retusa 

b. serruldta Rochel Plant. Banat. 78 t. XXXVIII fig. 80 (1828). — 8. retusa 
y. multißöra Gaudin Fl. Helv. VI (1830) 219. — S. retusa ß. major Koch 
a. a. O. — S. retusa g. folia oblonga vel oblongo-obovata Kerner a. a. O. 

Ausserdem sind an Formen und Varietäten aufgestellt von : 
Se ringe a. a. 0. 86 die beiden Abarten: B. angusti folia, Blätter schmal, 
am oberen Ende stumpf, ausgerandet, und C. serpillifdlia, dieses die S. serpilli- 
folia Willd. Spec. pl. IV. 2. 684 (1805). [Scopoli hat die Priorität vor Will- 
denow, da er bereits in seiner Flora Carniolica II (1772) 255 die S. sc rpylli folia 
beschreibt.] Diese Weide zeigt namentlich durch die viel längereu und schmäleren 
Drüsen so erhebliche Verschiedenheit von der 8. retusa, dass es nicht angängig 
erscheint, sie als Abart oder Form zu dieser Art zu stellen, sondern es dürfte an- 
gemessener sein, sie als Unterart zu 8. retusa zu stellen (siehe S. 87). 

Fries (Novit. Fl. Suec. Maut, prima 75 [1832]). S. retusa sarmentacea, 
die jedoch von Andersson in DC. Prodr. XVI. 2 (1868) 298 als Synonym zu 

!) Nach dem Flusse Isere in der Dauphine. 

2) lieber Bichetti haben Mir Näheres nicht erfahren können. 

3) Von ööovs Zahn und (pvAAov Blatt. 

4) S. II. 1. S. 118, Fussn. 1. Die genauen Daten sind * 3. Febr. 1757 
t 13. Dez. 1817. 



S6 Salicaoeae. 

^«•iiiem (Andereson Sal. Lappon. 52 [1845]) Bastard <S'. herbacea X hastata ange- 
sehen wird. 

Reiehenbach (a. a. O.): neben den drei Formen: ct. serpyllifolia ß. gennina, 
Blätter breit-umgekehrt-eirnnd-ausgeschweift, und y. Kitaibeliana noch 6. Thoma- 
siana i), die er selbst als den Bastard S, reticulata X retusa bezeichnet. 

Ledebour (Fl. Rosrica 111. 624 [1851]) stellt unter S. die 8. rotundifolia 
Trautvetter in Mein, de la Soc. des Nat. d. Mose. VIII. :)04, als Varietät zur S. 
retusa L. ; dasselbe tliut Herder: Plantae Raddeanae in Act. horti Petrop. XI 
(1890—92) 446. 

F. v. Hausmann (Fl. von Tirol IV. 798 [1852]): ß. major [S. Kitaibeliana) 
und ■'. minor (S. serpyllifolia). 

Kerner (Niederösterr. Weiden 19(3 [1859]): a. folia obtuaa, oblougo-obovata, 
b. folia marginata, obovata. c. folia oblougo-euncata. emarginata, in basi denticulata, 
d. folia oblonga, acuta, coriacea, in basi denticulata, e. folia obovato-euneata, emar- 
ginata, in basi denticulata, f. folia oblonga, obtusa vel acuta, in basi denticulata, 
g. folia oblonga vel oblongo-obovata vel acuta, basin versus attenuata et serrata. 
Die Formen a. und 1). bezeichnet Keiner als 1: integrifolia, die Formen c, d, e 
und f als 2: denticulata. Die Formen c und d sollen S. serpyllifolia und g S. 
Kitaibeliana sein. 

Schur (Euum. pl. Transs. G23 [1866]) nennt S. serpyllifolia S. retusa 
ct. microphylla. 

Andersson (in DC. a. a. O. 294) beschreibt nach einem von Wichura auf 
der Tatra gesammelten Exemplar die Form y.? regeln, indem er hinzufügt, dass 
die Merkmale nicht nur auf S. retusa, sondern auch auf S. hastata hinweisen, 
und dass diese Weide vielleicht zu S. alpigcna (Kerner in Oesterr. bot. Zeitschr. 
XIV [1867J 369 also S. hastata X retusa) gehöre. 

K. Beyer (Beitr. Fl. Thaler Grisanche u. Rheines in YVissensch. Beil. Pro- 
gramm des Andreas- Rcal-Gymnasiums Berlin 1891. 27) stellt die Abart pedemon- 
tdna auf uud zwar nach einer auf dem Col de Tei gesammelten Weide, die 
durch geringe Behaarung und geringe Zähnelnng der Blätter, sowie durch die Blatt- 
nervatur von der normalen Form abweicht uud in dem Bastard S. retusa X herbacea 
übergehen soll (Exemplare hiervon liegen nicht vor). 

Beck (Flora Südbosnieu Herzeg. in Ann. K. K. Natnrhist. llofmus. VI. oll 
[1891]): pilösula mit am Bande gewimperten Blättern. 

Schinz u. Keller (Flora der Schweiz II. 54 [1905]) neben serpyllifolia 
und Kitaibeliana noch Var. trichoedrpa-) Grenili, Fruchtknoten behaart und Var. 
rotundato-oborala Keller, Laubblätter randlich-verkehrt-eiförmig, mit 7 bogig zum 
Rande verlaufenden Nervenpaaren, die zum Theil durch Anastomosen verbunden 
sind, Blattrand ganz oder selten selbst bis über die Mitte drüsig gezähnelt. 

(Russisch Lappland?; Schottisches Hochgebirge; Pyrenaeen; Apen- 

ninen ; Albanien; Griechenland.) *|? 

1034. X 1039. 8. herbacea X retusa 

1035. X 1039. S. reticulata X retusa 
1039. X 1040. S. retusa X glauca 
1039. X 1040. X 1043. S. retusa X glauca siehe am Ende 

X grandifdia der Gattung. 

1039. X 1049. S. retusa X nigricans 
1039. X 1050. S. retusa X phylieifolia 
1039. X 1051. S. retusa X arbuscula 



i) S. II. 1. s. 97 Fussn. 1. 

-) Von i r >p/c Gen. tQl%6g Haar und xuqtiö^ Frucht. 



Salix. 87 

1039. X 1052. S. retusa X hastata \ 

1039. X 1053. S. retusa X gldbra [ siehe am Ende der 

1039. X 1054. 8. retusa X myrsinites J Gattung. 

1039. X 10595. S. retusa X Helvetica J 

Durch längere und schmälere bis auf 1 ; i des Fruchtknotens heraufragende 
hintere Drüse ist ausgezeichnet die Unterart : 

B. S. sevpyllifolia. \\. Niedrig, mit niederliegenden, wurzeln- 
den, dicht beblätterten Zweigen. Zweige braun, kahl. Blätter sehr 
kurz gestielt, länglich bis verkehrt-eiförmig, bis 0,8 cm lang, 0,3 cm 
breit, nach dem Grunde zu keilförmig verschmälert, spitz oder stumpf, 
an der Spitze ausgerandet oder abgerundet bis spitzlich, ganzrandig oder 
am Grunde zerstreut klein gesägt, kahl, oberseits etwas glänzend, unter- 
seits etwas heller. Mittelnerv und die steil nach der ßlattspitze gerich- 
teten Seitennerven oberseits deutlich, unterseits schärfer hervortretend. 
Knospen gelbbraun, kahl. Blüthenstände mit den Blättern erscheinend, 
an kurzen bis 0,5 cm langen beblätterten Zweigen endständig, die 
männlichen klein, rundlich, bis 0,5 cm lang und dick, wenigblüthig ; 
ihre Achse kahl. Tragblätter länglich bis oval, an der Spitze stumpf, 
etwas eingeschnitten, häutig, gelb oder hellbraun, geädert, kahl. Staub- 
blätter kahl, etwa l 2 /3 so lang als die Tragblätter. Staubbeutel oval, 
gelb, später braun. Drüsen lang, schmal, fast linealisch, gestutzt, die 
hintere etwa 2 J3 so lang als das Tragblatt, die vordere etwas kürzer. 
Weibliche Blüthenstände klein, rundlich, bis 0,5 cm lang und dick, 
wenigblüthig; ihre Achse kahl. Tragblätter länglich, stumpf, ausgerandet, 
häutig, geädert, gelb oder hellbraun, kahl. Fruchtknoten gestielt (Stiel 
bis Y* so lang als der Fruchtknoten, kahl), aus eiförmigem Grunde 
verschmälert, spitz, kahl, das Tragblatt J /3 überragend. Griffel V* so 
lang als der Fruchtknoten, an der Spitze gabelig. Narben kurz, geteilt. 
Hintere Drüse aus breiterem Grunde lang pfriemlich verschmälert, bis 
auf l /i des Fruchtknotens heraufreichend. 

Wie die vorige, meist auf kalkarmem Substrat ; in den Alpen in 
Wallis bis 2700 m (Jaccard 321), in Tirol zw. 1180 und 2686 m 
(Dalla Torre u. Sarnth. VI. 2. 13), östlich bis zur Hercegovina 
zwischen 1500 und 2000 m, Karpaten Siebenbürgens. 

S. serpyllifolia Scop. Fl. Garn. IL 255 (1772). Willd. Spec. 
IV. 2. 684. Nyman Gonsp. 679. — S. retusa G. serpyllifolia Seringe 
Essai d'une Monogr. des Saules de la Suisse 86 (1815). Koch Syn. ed. 1. 
658. ed. 2. 759. Wimmer Sal. Europ. 123 (1866). Anderss. in DG. 
Prodr. XVI. 2 (1868) 294. Richter-Gürke PI. Eur. II. 35. A. u. E. 
G. Camus Classif. des Saules d'Europe et Monogr. des Saules de France 
(1904) 122. Rchb. Ic. XI. 20 t.DLVIII fig. 1185. — S. retusa y. minor 
Hausmann Fl. Tirol II. 708 (1852). — S. retusa 2. äentieuläta Kerner 
Niederösterr. Weiden 196 (1859) z. T. S. retusa v. microphylW) 
Schur Enum. pl. Transs. 623 (1866). — S. thymoides, S. cenisia, 

1) Von (.ny.qog klein und (pvAÄov Blatt. 



88 Salicaceae. 

S. Gfuinändi M. S. mi&romeriaefolia, S. Pierrieri 1 ) Gandog. Sal. nov. 
No. 141 — 14ü nach A. u. E. G. Camus a. a. O. (1904). 

S. scrpyUifoUn unterscheidet sich namentlich durch folgende Merkmale von 
<S relusa: kleineren, gedrungeneren Wuchs; viel kleinere Blätter und Blüthenstiinde, 
verhalt nissmüssig viel lungere und schmälere Drusen. 

(Nur im Gebiete.) j"jjTj 

1034. X 1039 JB. S. herbacea X serpyllifolia \ 

1035. X 1039 5. S. reticulata X serpyllifolia | s. am Ende 
1039 5. X 1049. S. serpyllifolia X nigricans der Gattung. 
1039 5. X 1051. S. serpyllifolia X arbusada J 

2. 2. (S. auch 3.) Sericeae (Anders*, in DC. Prodr. XVI. 2. 280 

[1868]). Früchte behaart. — Uebrige Merkmale s. S. 57. 
In Europa noch S. Py renale a (s. S. 89) und S. reptans (s. 
S. 91. arktisch). 

1040. (8.) S. glauca. ft. Bis 1 m hoch, stark und breit ver- 
ästelt. Zweige braun bis gelbbraun, glänzend; junge Triebe lang 
seidig hellgrau bis kurz weissfilzig behnart. Blätter gestielt (Stiel bis 
l,f) cm lang, lang seidig hellgrau bis kurz vveissfilzig behaart), lanzett- 
lich bis verkehrt-eiförmig, bis 8 cm lang, 1,5 cm bis 3 cm breit, beider- 
seits spitz oder zuweilen stumpf, ganzrandig, oberseits seidig anliegend 
oder locker hellgrau behaart, später verkahlend bis kahl, unterseits dünn 
seidig hellgrau bis dicht filzig weiss behaart, mitunter verkahlend, ober- 
seits nach der Verkahlung dunkelgrün, etwas glänzend, unterseits heller, 
graugrün oder blaugrau, bis fast rein grün. Mittelnerv und Adernetz 
oberseits etwas vertieft, unterseits der Mittelnerv stark, das weitmaschige 
Adernetz nur wenig hervortretend. Nebenblätter wenig entwickelt, schief 
oval, spitz, ganzrandig oder am Rande spärlich gesägt, behaart wie die 
Laubblätter. Knospenschuppen braun, kahl, glänzend. Blüthenstiinde 
mit den Blättern erscheinend, aufrecht; die männlichen an bis 3 cm 
langen, dünnen, lang hellgrau bis kurz filzig weiss behaarten mit laub- 
artigen Blättern besetzten Zweigen endständig, cylindrisch, bis 4,5 cm 
lang, 1 cm dick, dichtblüthig; ihre Achse hellgrau behaart. Tragblätter 
länglich bis oval, an der Spitze stumpf oder abgerundet, an der oberen 
Hälfte dunkler bis schwarzbraun, dünn lang hellgrau behaart und be- 
bärtet. Staubblätter frei, am Grunde behaart oder kahl, etwa doppelt 
so lang als das Tragblatt. Staubbeutel oval, gelb, dunkelbraun werdend. 
Drüsen etwa halb so lang als das Tragblatt; vordere schmal oval bis 
st ift förmig; hintere unregelmässig eiförmig, am oberen Ende meist schief, 
ein- oder zweimal eingeschnitten oder ganz gespalten. Weibliehe Blüthen- 
Btände aufrecht, an bis 4 cm langen, sonst wie bei den männlich be- 
schaffenen Zweigen endständig, cylindrisch, bis 4 cm lang, 1 cm dick, 
dichtblüthig, am Grunde etwas lockerer; ihre Achse hellgrau behaart. 
Tragblätter länglich bis oval, stumpf, bis auf ' 3 oder 1 /s des Frucht- 

1) Ueber Qu in and und Pierrier haben wir nichts erfahren können. 



Salix. 89 

knotens herauf ragend, hellbraun, an der oberen Hälfte dunkler, lang 
dünn hellgrau behaart und bebärtet. Fruchtknoten kurz gestielt (Stiel 
dick, bis */* so lang als der Fruchtknoten, lang seidig bis weiss filzig 
behaart), schmal eiförmig, kurz oder etwas länger kegelig verschmälert, 
hellgrau seidig bis dicht filzig weiss behaart; Griffel bis l \z so lang 
als der Fruchtknoten, nur an der Spitze bis ganz gabelig gespalten. 
Narben länglich, tief ausgerandet. Hintere Drüse oval bis breit lineal, 
am oberen Ende gestutzt, ausgerandet oder gespalten mit schmalen, 
gabelig seitwärts gebogenen Lappen, so lang oder etwas länger als der 
Fruchtknotenstiel. 

An sumpfigen Stellen der Abhänge und Thäler der Hochalpen 
des östlichen und westlichen Tirol 1770 bis 2534 m (vgl. Dalla 
Torre und Samt hein VI. 2. 17, 18) (Venediger, Naudererthal, Oetz- 
thal, Suldenerthal), Kärntens, der Schweizer Centralalpen (Canton Grau- 
bünden, Tessin, Wallis 2000 (1500)— 2560 m (Jaccard 327), Freiburg, 
Bern, Waat), der Alpen im östlichen Frankreich (Dauphine) und im 
nördlichen Italien. 

Andersson (Salices Boreali-Americanae in Proc. Am. Acad. IV 
[1857 — 60] 68) giebt das Vorkommen der S. glauca auch für Schlesien 
an; aber bereits Wimmer (Salices Europaeae 94 [1866]) weist darauf 
hin, dass Andersson bei dieser Angabe S. glauca mit S. Lapponum 
verwechselt hat. Dieser Irrthum ist augenscheinlich dadurch entstanden, 
dass An dersson eine von Günther in den Sudeten gesammelte und 
als S. arenaria bestimmte Weide für S. glauca hielt und als solche 
ausdrücklich bezeichnete (siehe Herb. Mus. Bot. Berol.). Bl. Juni, Juli. 

S. glauca L. Spec. plant, ed. 1. 1019 (1753). Willd. Spec. 
plant. IV. 2. 687 (1805). N. C. Seringe Essai d'une Monogr. des 
Saules de la Suisse 30 (1815). Koch Syn. ed. 2. 757. Fr. Wimmer 
Sal. Europ. 91 (1866). Andersson in De Candolle Prodr. XVI. 2. 
280 (1868). Richter-Gürke PI. Eur. IL 30. A. u. E. G. Camus 
Classification des Saules d'Europe et Monographie des Saules de France 
143 (1904). Rchb. Ic. XI t. DLXXI fig. 1214 [2011]. S. appendiculata 
Vahl in Fl. Danica 6 (1792) fig. 1056 nicht Villars. — S. tomentosa Host 
Salix 28 (1828). — S. glauca a. microcarpa Ledeb. Fl. Alt. IV. 280 
(1833). — S. lanata Baer Bull, scient. de l'Acad. des sc. d. S. Petersb. 
III. 181, 190) nach Trautv. nicht L.). 

Linue bezeichnet seine S. glauca sowohl in seinen Species plantar am, als 
in der zwei Jahre später erschienenen zweiten Auflage seiner Flora Suecica 350 
(1755) als synonym mit der in der Flora Lappouica 290 (1737) als No. 363 und 
in seiner ersten Ausgabe der Flora Suecica 292 (1745) als No. 802 aufgeführten 
Art: „Sali?; foliis inlcgris subtus tenuissimc villoxis ovatis". In den Species pl. 
zieht er ausserdem S. alpina pgrenaica Bauhiu Pinax 474 (1G71), die später von 
Gouan (Illustr. et obs. bot. 77 [1773]) als eigene Art S. pgrenaica (Pyrenäen) 
aufgestellt wurde, zu seiner S. glauca hinzu, lässt sie aber in der zweiten Ausgabe 
seiner Flora Suecica wieder fort. 

Linne hat seine S. glauca nicht hinreichend scharf von seinen beiden Arten 
S. Lapponum und S. arenaiia getrennt, in Folge dessen ziehen spätere Autoren 
einzelne Formen dieser beiden Arten zu S. glauca. Zunächst fügt Wahlenberg 
(Flora Lappouica 264 [1812]) der S, glauca die beiden Varietäten hinzu: ß. appen- 
diculdla: foliis subovalibus stipulatis, squamis feiuineis elongatis S. appendiculata 



90 Salicaceac. 

VabJ in Flor. Dan. G 1, 1056 (1787) S. arenaria Flor. Dan. 2 t. 197 (1765) S. 
obscura Viborg; y. lapponum : foliis cinereo-toinentosis acuininatis S. lapponum Linn. 
Fl. Suec Xo. 893 ( 1 7 4 r>J . Flora Läpp. No. 366, Taf. 8, Fig. t. (1737), Flora Dan. 
6. Taf. H>58. ßeorgi flor. Baikal, pag. 255. 

In seiner Flora Sueeica II. 662 (1833) behält Wahlenberg diese beiden 
Varietäten, sie nur in der Reihenfolge umstellend, bei. Ebenso werden sie von 
Fries Mantisaa I. 44 (1832) und von Koch Syn. ed. 1. 658 angeführt. Fries 
nennt hierbei jedoch die Varietät lapponum nivalis. 
Wir unterscheiden : 

A. vulgaris. Blätter dünn bis dicht abstehend, etwas gekräuselt 
weissgrau behaart. — Die bei weitem häufigste Form — S. glauca 
A. vulgaris v. Seem. in A. u. G. Syn. IV. 90 (1908). 

Hierzu gehören : 
I. angusli/olia (O. v. Seem. in A. u. G. IV. 90 [1908]). Blätter schmal lan- 

zettlich bis lauzettlich. 
II. latifolia (v. Seem. in A. u. G. Syn. IV. 90 [1908]). Blätter länglich bis 
breit- verkehrt-eiförmig. 

B. sericea. Blätter dünn bis dicht einliegend gerade (schlicht) seidig 
weissgrau behaart. — S. glauca b. sericea Anderss. in DG Prodr. 
XVI. 2. 280 (1868). — S. sericea Vill. Hist. pl. Dauph. III. 782 
(1789). — S. Pugeti 1 ), S. brigantiaca-), S. Bourdini 3 ) Gandog. 
Sal. nov. No. 116, 117, 118 nach A. u. E. G. Camus Classif. d. 
Saul. d'Eur. et Monogr. d. Saul. d. Fr. 43 (1904). 

Aendcrt ähnlich der vorige ab: 
I. angusti f olia. Blätter schmal lanzettlich bis lanzettlich. — So namentlich 
auf den Schweizer und Tiroler Alpen. — <S*. glauca, a. sericea, 4. angusti- 
folia Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 280 (1868). 
II. latifolia. Blätter länglich bis breit verkehrt-eiförmig. — S. glauca B. II. 
latifolia v. Seem. in A. u. G. Syn. IV. 90 (1908). 
Villars (Hist. PI. de Dauph. III. 782 [1789]) bezeichnet seine S. sericea 
als „an S. Lapponum f Linn. und als zu No. 366 in Liane" Fl. Läpp. 292 (1737), 
die synonym mit S. Lapponum Spec. PI. ed. 1. No. 20 (1753) 1019 ist, gehörend. 
Willdenow Spec. pl. IV. 2. 688. No. 70 (1805) führt ebenfalls i. sericea als 
eigene Art neben S. glauca auf. Erst Seringe (Essai d'uue Monographie des Saules 
de la Suisse 30 [1815] zog sie als Synonym zu S. glauca. 

Ausserdem sind zu dieser formeureichen Art noch als Formen und Varietäten 
aufgestellt : 

Willden 0« (Spec. pl. IV. 2. 687 [1805]) giebt die beiden Formen an: 
S. foliis oblongo-lanceolatis acutiusculis integerrimis, supra viridibus pubescentibus, 
sulitus villosis albis, amentis ellipticis villosis; S. foliis integerrimis, subtus tenu- 
issime villosis ovato-oblongis. 

Fries (Novit. Fl. Suec. Maut. I. 45 [1832]) hebt neben den beiden bereits 
erwähnten Formen b. appendiculata und c. nivalis die Varietät ß. pallida foliis 
oblongis lanceol.itiscpje nitidis glaberrimis, subtus glaucis" hervor, die später in 
Beiner Summa Veget. I (1846) 209 für den Bastard S. phylieifolia X glauca ge- 
halten wird. 

Wahlenberg stellt in seiner Fl. Sueeica II. 662 (1833) den beiden Formen 
ß. lapponum u. y. ajipendiculala noch eine Form ,,dcnudata foliis glabris subtus 
eximie glaucis" voran, die wohl mit Fries f. pallida identisch sein dürfte. 



1) B. VI. 1. S. 55 Fussu. 1. 

2) S. VI. 2. S. 132 Fasan. 1. 

3) Ueber Bourdin haben wir nichts erfahren können. 



Salix. 91 

Ledebour (Fl. Altaica IV. 280 [1833]) führt die beiden Formen auf a. micro- 
carpa.1) (als Synonym S. glauca) und ß. macrocarpa'') mit den beiden Unterformen 
a. pellaiole.pis'J) (als Synonym S. marrocarj>a Ledebour in Trautv. Sal. frig. No. 5) 
und b. melanölepis ■*) (S. melanolepis Ledeb. in Trautv. Sal. frig. No. 6). 

Sehr ausführlich und viel zu ausführlich, um hier wiedergegeben zu werden, 
behandelt Andersson (Salices Lapponicae 72 — 75 [1845]) streng schematisch die 
verschiedenen Formen, wobei er die beiden von W ahlenbcrg aufgestellten Varie- 
täten appendieulata und lapponum erläuternd einfügt. Hiernach zeichnet sich die 
Varietät appendieulata durch die breiteren, verkehrt-eiförmigen, die Varietät 
lapponum durch die schmäleren, lanzettlichen bislanzettlich- linealischen 
Blätter aus. — In De Candolle Prodi*. XIV. 2 (186S) 280 behält Andersson 
diese schematische Formen-Einteilung der S. glauca nicht bei, sondern führt die 
vier Varietäten auf: u. sericea mit den Formen 1. grandifolia, 2. ovalifolia, 3. lanceo- 
lata, 4. angustifolia; ß. pullata mit den beiden Formen ovalifolia, angustifolia ; 
y. virescens mit den beiden Formen lalifolia, ienuifolia ö. alpina. Bei ß. pullata 
steht hinzugefügt: „ad *S. Amandae transiens" und bei y. virescens: ,,ad S. Wichurae 
transiens". S. Amandae Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2 (1868) 283 ist der Bastard 
S. glauca X nigricans, der schon von Fries Summa Veget. Scand. I. 209 (184ü) 
als S. glauca — pullata bezeichnet wird, und S. Wichurae Andersson in DC. Prodr. 
XVI. 2. 284 (18(38) ist der Bastard S. glauca X phylieifolia, mithin gleich S. glauca 
ß. pallida (S. glauca — pallida) Fries a. a. O. 

A. Blytt (Norges Fl. 444 [1874]) giebt die drei Formen: a. cinerascens mit 
den beiden Unterformen: crassijulis, tenuijulis; b. nigrescens; c. virescens an, ohne 
hierbei auf die von den früheren Autoren aufgestellten Varietäten und Formen 
Rücksicht zu nehmen. 

A.N. Lundström (Kritische Bemerkungen über die Weiden Nowaja Semljas 
38 [1877] stellt die Varietät subaretica mit der Subvarietät lanataefolia auf und 
weist gleichzeitig S. 39 darauf hin, dass S. glauca auf Nowaja Semlja durch zahl- 
reiche Mittelformen mit S. Brownei^) (And.) Lundstr. S. reptans (Rupr.) Lundstr. 
und S. ovalifolia (Trautv.) Lundstr. verbunden ist. 

S. glauca c. macrocarpa Ledeb. Fl. Alt. IV. 280 (1833) (S. macrocarpa Trautr. 
Mem. Soc. Mose. VIII. 292 — S. melanölepis Trautv. a. a. O. 293 — S. glauca 
v. alpina Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 281 [1868]) wird von Gürk e (Richter- 
Gurke) PI. Eur. II. 31 [1897]) als in Europa vorkommend aufgeführt, ist jedoch 
nur im Altai-Gebiet heimisch. 

Schleicher No. 831 und No. 833, die als S. arenaria v. obtusifolia, bez. 
S. arenaria v. macrostaehys ausgegeben sind, hat Andersson (in Herb. Mus. Bot. 
Berol.) abändernd als S. glauca bestimmt; beide Exemjdare gehören jedoch, wie 
die mikroskopische Untersuchung ergiebt, zu S. Lapponum B. S. Helvetica. 

(Island ; Norwegen und Schweden [vom nördlichen Christiansandstift 
und von Dalarne nordwärts von 1500 m Höhe theilweise bis in die 
Waldregion herabsteigend]; im Norden Russlands: Enare- Lappland, 
Halbinsel Kola, Murman'sche Küste, finnisches Lappland und Nord- 
Finnland südwärts bis 66° 45' N. Br., Solowczky-Inseln, im Osten des 
Weissen Meeres längs der Küste des Eismeeres, Insel Kolgujew, nörd- 
licher Theil des Samojeden-Landes, Insel Waigatsch, Nowaja Semlja 
bis über 74° N. Br. hinaus, im Uralgebirge südwärts bis zum 54° N. Br. 
nicht selten bis in die Waldregion hinabsteigend ; im arktischen Sibirien 
vom 67° 20' N. Br. nordwärts bis zum Eismeer, im Hochgebirge des 



i) Von )aihqÖ£ klein und HaQn6$ Frucht. 

2) Von [ictHQÖg lang, gross und xctQJiög. 

8) Von neÄÄalos = neAÄög schwärzlich, bleifarben und Aenig Schuppe. 

4) Von [teAag schwarz und Aenig. 

5) S. IL 2. S. 224 Fussn. 3. Die genauen Daten sind * 21. Dec. 1773 f 
10. Juni 1858. 



\y> 



Salicaceac. 



Altai und Jablonnoi-Chrebet, Kamtschatka, Nordostküste Asiens, auf 
den zwischen dieser und der Nordwestküste Americas gelegenen Inseln; 
Nord-America: Nordwestküste, Quebec [Mingan-Inseln, am Mistassini- 
See], Labrador und Grönland.) |*. 



1034. 
1035. 
1039. 
1040. 
1040. 
1039. 

1040. 
1040. 
1040. 
1040. 

1040. 
1040. 



X 1040. 
X 1040. 
X 1040. 
X 1041. 
X 1043. 
X 1040. 

X 1047. 
X 1049. 
X 1050. 
X 1049. 

X 1051. 
X 1043. 



1040. X 1050 



X 



v 



1040. 
1040. 

1040. 
1034. 



X 1052 

X 1043 

X 1054 

X 1040 



1040. X 1049 



1040. 
1040. 
1040. 
1040. 

1040. 
1040. 



X 1057 

X 1059 

X 1059 

X 1043 

X 1060 

X 1062 



S. herbacea X glauea 

S. reticulata X glauea 

S. retusa X glauea 

S. glauea X cinerea 

S. glauea X grandifolia 

X 1043. S. retusa X glauea X 

grandifolia 
S. glauea X myrtilloides 
S. glauea X nigricans 
S. glauea X phylieifolia 
X 1050. 8. glauea X nigricans 

X phylieifolia 
S. glauea X arbuscula 

1051. S. glauea X grandifolia 

X arbuscula 
1051. 8. glauea X phylieifolia 
X arbuscula 
S. glauea X hastata 
X 1052. 8. glauea X grandifolia 

X hastata 
S. glauea X myrsinites 
, X 1054. 8. herbacea X glauea 

X myrsinites 
, X 1054. 8. glauea X nigricans 
X myrsinites 
S. glauea X viminalis 
, S. glauea X Lapponum 
B. S. glauea X Helvetica 
, X 10595. S. glauea X grandifolia 

X ffrlreliea 
, S. glauea X incana 
. S. glauea X caesia 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



* S. argyrocarpa !). |j. Niedrig, üstij,'. Zweige braun, in der Jugend fein 
seidig behaart, später kahl. Blätter lanzetÜich, l>is 4 cm lang, 1 cm breit, beider- 
seits spitz, oder am Grunde keilförmig, ganzrandig oder schwach bogig gesägt; Rand 
zurückgebogen, oberseits kahl (nur in der Jugend dünu seideahaarig), Unterseite 
seidig behaart, grau; Mittelnerv gelbbraun; Adernetz oberseits im Alter vertieft, 
Unterseite scharf hervortretend. Knospenschuppen gelbbraun. Blüthenstände mit 
den Blättern erscheinend, endständig au kurzen seidig behaarten, mit kleinen, unter- 
seits und am Rande dicht seidig behaarten, ovalen Blättern besetzten Zweigen, klein; 






l) Von äQyvQog Silber und nagnög Frucht. 



Salix. 93 

die männlichen oval, bis 1,5 cm laug, 0,5 cm dick, dichtblüthig; ihre Achse dicht 
grau behaart. Tragblätter oval, an der Spitze abgerundet, hell, in der oberen 
Hälfte dunkler (braun), dünn lang grau behaart. Staubblätter kahl, etwa dreimal 
so lang als das Tragblatt. Staubbeutel rundlich, gelb. Vordere Drüse schmal, stift- 
förmig, etwa l /z so lang als das Tragblatt, hintere breit oval, tief eingeschnitten, 
dreilappig, etwa halb so lang als das Tragblatt. Weibliche Blütheustände endstän- 
digen bis 1 cm langen, grau behaarten, mit kleineu, uuterseits seidig behaarten Blättern 
besetzten Zweigen, schmal oval bis 2 cm lang, 0,5 cm dick, dichtblüthig, ihre Achse 
und Tragblätter wie bei den männlichen. Fruchtknoten laug gestielt (Stiel fast so 
lang als der Fruchtknoten, dünn anliegend grau behaart), aus ovalem Grunde kurz 
kegelig verschmälert, anliegend seidig grau behaart. Griffel l / 3 so ^ an g a ^ s der 
Fruchtknoten ; Narben oval, aufrecht, eingeschnitten. Hintere Drüse eiförmig ge- 
stutzt, halb so lang als der Fruchtknotenstiel. 

In Nordamerica heimisch, in Mitteleuropa vielfach angepflanzt. 

S. argyrocarpa Anderss. Monogr. Sal. I. 107 (1863). 

Ander sso n, wie die späteren Autoren berücksichtigen in der Beschreibung 
nur die weibliche Pflanze und ziehen diese zu den Argenteae. Die Untersuchung 
einer in dem Heibar des Königlichen Botanischen Museums zu Berlin befindlichen, 
am Lake of the Clouds, Halbinsel Washington, gesammelten männlichen Pflanze 
ergiebt jedoch, dass sie zwei Drüsen (eine vordere und eine hintere) hat, und dass 
sie zu der Gruppe Sericeae gehört. 

. X 1050. S. argyrocarpa X phylieifolia s. Ende der Gattung. 

C. Monadeniae 1 ) (v. Seemen Sal. Jap. 17 [1903]). Blüthen alle C. 
stets nur mit je einer (hinteren) Drüse. 

I. Choriständrae 2 ) (v. Seemen a. a. O. [1903]). Männliche I. 
Blüthen mit zwei freien oder nur teilweise verbundenen Staub- 
blättern. 

a. Br aehystyl ae 3 ) (v. Seemen a. a. O. [1903]). Griffel fehlend a. 
oder sehr kurz. 

1. Cäpreae (Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 215 [1869]). 1. 
Stamm über der Erde, aufrecht bis aufsteigend, nicht unter- 
irdisch und nicht kriechend. — Uebrige Merkmale s. S. 58. 
In S. -Europa noch S. pedi cell ata s. S. 96 ; und in SO.-Europa 
S. phlomoides s. S. 100. 

a. Ein- und zweijährige Zweige und Knospen grau- oder #, 
schwarz-filzig; Blätter anfangs glanzlos grau-filzig; Griffel 
meist so lang als die Narben. 

Werftweide; wend. : Rokit; russ. : CiiBLiit Ta.TBHitKt. 

1041. (9.) S. cinerea, I). Bis 6 m hoch, selten baumartig; 
sparrig, dickästig. Zweige rauh, bräunlich oder grau, junge Triebe 
kurz filzig aschgrau bis schwarz behaart. Blätter gestielt (Stiel bis 
1,5 cm lang, kurz grau- filzig behaart, später kahl), lanzettlich oder 
verkehrt-eiförmig-lanzettlich, länglich bis breit oval, bis 10,5 cm lang, 
4,5 cm breit, spitz oder kurz zugespitzt, am Grunde spitz oder stumpf 
bis abgerundet, am Rande unregelmässig bogig gesägt oder gekerbt, 

') Von fiöfog einzeln und döt'jv Drüse. 

2) Von %(i)Qi£io ich trenne und ävt]Q Mann (Staubblatt). 

3) Von PQa%v$ kurz und oivAog Griffel, 



94 Salicaceae. 

anfangs beiderseitig kurz grau-filzig behaart, später ganz oder nur theil- 
weise verkahlend, oberseits schmutziggrün, glanzlos, unterseits grau bis 
blaugrau; Mittelnerv oberseits wenig, unterseits breit und stark hervor- 
tretend; Seitennerven und engmaschiges Adernetz oberseits wenig hervor- 
tretend, später etwas vertieft, unterseits scharf hervortretend. Neben- 
blätter meist stark entwickelt, halbherz- oder nierenförmig, am Rande 
gesägt. Knospenschuppen graubraun, kurz grau- oder schwarz-filzig 
behaart. Blüthenstände vor den Blättern erscheinend, vor dem Auf- 
blühen in einen dichten Haarfilz gehüllt, aufrecht, sitzend oder endständig 
an kurzen mitunter etwas längeren filzig grau behaarten, am Grunde 
mit kleinen, lanzettlichen bis ovalen, grau seidig behaarten Blättern 
oder kleinen Laubblättern besetzten Zweigen. Männliche Blüthenstände 
oval bis cylindrisch bis 5 cm lang, 2 cm dick, dichtblüthig; ihre Achse 
grau behaart. Tragblätter länglich, stumpflich, am Grunde verschmälert, 
nach der Spitze zu dunkelbraun bis schwarz, am Grunde hell, dünn 
lang grau behaart und bebärtet. Staubblätter am Grunde behaart, etwa 
mit J /3 die Tragblätter überragend; Staubbeutel oval, gelb; hintere 
Drüse schmal eiförmig, etwa 1 \z so lang als das Tragblatt. Weibliche 
Blüthenstände cylindrisch bis lang cylindrisch, bis 9 cm lang, 1,5 cm 
dick, dichtblüthig; ihre Achse wie bei den männlichen. Tragblätter 
länglich, nach dem Grunde verschmälert, stumpflich, nach der Spitze 
zu dunkelbraun bis schwarz, nach dem Grunde zu hell, bis auf den 
unteren Teil des Fruchtknotens heraufreichend. Fruchtknoten gestielt 
(Stiel etwa Vs so lang als der Fruchtknoten, grau behaart, mitunter 
fast kahl), aus eiförmigem Grunde kegelig (später aus verdicktem Grunde 
pfriemlich verlängert), dünn anliegend bis filzig grau behaart, mitunter 
fast kahl bis kahl; Griffel kurz; Narben oval, etwa so lang als der 
Griffel, ausgerandet oder geteilt, aufwärts gabelig; hintere Drüse oval, 
gestutzt, etwa 1 /3 so lang als der Stiel des Fruchtknotens. 

Auf Wiesen und Sümpfen, an Flussufern, feuchten Wiesen-, Wald- 
und Wegerändern im ganzen mitteleuropäischen Gebiet, auch auf den 
Nordsee-Inseln; in den Central- Alpen und Bayrischen Alpen bis 650 m, 
in den Niederösterreichischen Alpen bis 685 m, Tirol bis 1362 m (Sarnt- 
hein br. ), ^'allis bis 2100 m (Jaccard 328), Karpaten und Böhmisch- 
Mährisches Gebirge 875 m. Bl. März, April. 

S. cinerea L. Spec. pl. ed. 1. 1021 (1753). Willd. Spec pL 
IV. 2. 690. Koch Syn. ed. 2. 748. Andersson Sal. Läpp. 35 (1845). 
Kerner Niederöst. Weiden. 250 (1859). Andersson Mongr. Sal. I. 71 
(1863). Wimmer Sal. Europ. 47 (1866). Andersson in DC. Prodr. 
XVI. 2. 221 (1868). Richter-Gürke pl. Eur. II. 1. 11. A. et E.G. 
Camus Classif. Saul. d'Eur. et Monogr. Saul. France 181 (1904). Rchb. 
Ic XI t, DLXXVI fig. 1222 (irrig 2022). — S. acuminata MOL 
Gard. Dict. n. 14 (1768). — S. spadkea Chaix in Vill. Ilist. pl. Dauph. 
I. 373 (1786). — S. Cäprea Vill. pl. Dauph. 774 (1789) nicht L. — 
S. lanäta Vill. Hist pl. Dauph. III. 777 (1789) nicht L. — S. dume- 
torum Sut. Fl. Helv. II. 284 (1802). — S. atroeinerea Brot. Fl. 
Lusit. I. 31 (1804). — 8. aquätica Sm. Fl. Brit. III. 1065 (1804). 






Salix. 95 

— S: oleifolia Sm. Fl. Br. III. 1065 (1804) nicht Vill. — S. rufi- 
nervis DC. Fl. Fr. ed. III. V. 341 (1815). — S. ambigua Poll. Fl. 
Veron. III. 162 (1824) nicht Ehrh. — S. Hotfmanniäna 1 ) Bluff et 
Fingern. Comp. Fl. Germ. II. 568 (1825). — * S. tortuösa Host Sal. 
15 (1828). — 8. polymörpha*) Host Sal. p. 21 (1828) z. T. — S. in- 
canescens Forb. Sal. Wobur 239 (1829). — Capraea 3 ) cinerea Opiz 
Sezn. 25 (1852). — S. aurita Spad. Xil. 3. p. 114 nach Bertol. Fl. 
Ital. X. 333 (1854) nicht L. — 8. constricta Guss. En. pl. Inar. 403 
(1855). — S. variegäta Hortul. ex Anderes. Monogr. Sal. I. 72 (1863). 

— S. polygama*) Schultz ex Wimm. Sal. Europ. 49 (1866). — S. 
acuminata Hoffmann Herb. XIV. Nr. 7672 u. Maxim. Herb. XVI. 
Nr. 910 nach Petunnikow Krit. Uebers. Moskauschen Flora III (1895 
bis 1902). — S. aria 5 ), S. Tholeyroniäna 6 ), S. Sieben 1 ), S. trac- 
tabilis, S. megalophylla*), S. lugdunenHs 9 ), S. Aesculus™) Gandg. 
nach A. et E. G. Camus Classif. Saul. d'Europe et Monogr. Saul. 
France 182 (1904). 

Wird als grobe Korbweide verwandt. 

Boissier: Fl. Orient. IV. 1189 (1879) und F. v. He rd er PI. Radd. in Acta 
Hort. Petrop. XI. 400 (1890—92) stellen S. phlomoides M. Bieb. : Fl. Taur. Cän. 
II, 415 (1808), die nicbt in Mitteleuropa, sondern im östlichen Europa und Asien 
vorkommt, als Synonym zu S. cinerea, während Ledebour Fl. Altaica IV. 
269 (1833) sie als Synonym zu S. caprea aufführt. S. phlomoides zeigte jedoch 
so wesentlich abweichende Merkmale von diesen beiden Salix- Arten , dass sie wohl 
als eine der S. cinerea und S. caprea nahestehende, aber eigene Art zu betrachten ist. 

Bei S. cinerea kommen vielfach folgende abnorme Blüthenbildungen vor : 
Blüthenstände mit normalen uud androgynen Blüthen G. androgyna^). (S. Rothii^'') 
Schkuhr Handb. IV. 249 [1808]) mitunter androgynen oben männlichen Blüthen- 
ständen, 8, Timmiim) Schkuhr n. a. O. [1808] mit oben weiblichen Blüthen- 
ständen. (S. poiygama Schultz in Wimm. Sal. Europ. 49 [1866]) männliche und 
weibliche Blüthenstände auf derselben Pflanze (C. monoica A. et E. G. Camus 
Class. Saul. d'Eur. et Monogr. Saul. France 188 [1904]). Weibliche Blüthen mit 
ganz oder theilweise verbundenen Staubblättern (C. cladoste'mma). Blüthenstände 
mit Uebergangsbildungen von einem Geschlecht zum andern [C. monstrosa) (forma 
mufala-laxiflora A. et E. G. Camus a. a. O.). 

Die Form mit fast bis ganz kahlen Fruchtknoten ist C. liocarpa (leiocarpos 
Gaudin Fl. Helv. II. 242 [1830]). 

Besonders bemerkenswerthe abweichende Formen: 



i) S. S. 75 Fussn. 3. 

-) noAvpoQcpog vielgestaltig. 

8) S. S. 98 Fussn. 1. 

4 ) TTOÄvyafiog vielehig. 

5) Wegen Aehnlichkeit der Blätter mit Firns aria VI. 2. S. 95 Fussn. 2. 

6) Ueber Tholevron haben wir nichts erfahren. 

7) S. VI. l.S. 37 Fussn. 2. 

8 ) pe'yag gross und cpvAÄov Blatt. 

'•*) Bei Lyon (im Alterthum Lugdunum) beobachtet. 

] 0) aesculus (esculus) classischer Name einer Eichenart 

lj ) dvÖQoyvvog mannweibig. 

12) S. II. 1. S. 118 Fussn. 2. 

!3) Nach Johann Christian Timm, * 7. Dec. 1734 Wangerin (Hinterpommern) 
f 1805 Malchin (Meckl.), seit 1760 Apotheker Ansellitz, Verf. des grundlegenden Prti- 
dromus Florae Megapolitanae Lips. 1788. Er war ein guter Kryptogamen- bes. 
Mooskenner nach dem Hedwig (Descr. masc. frond. I. 83 t. 31 [1787]) die Laub- 
moosgattung Timmia benannt hat. 



96 Balicaceae. 

B. spüria. Blätter lanzettlich oder schmal verkehrt eiförmig-lanzettlich, 
am oberen Ende dreieckig spitz. 

S. cinerea ß. spuria Wimmer Fl. v. Schlesien. 3. Aufl. 168 
(1857). — S. nana Schleicher Catal. Sal. Helv. 1 (1807) und 
Seringe Es-. Monogr. Saul. Suisse 14 (1815). S. cinerea G. vir- 
gnttösa Fries Mantdssa I. 55 (1832). 

C. aquätica. Blätter breit verkehrt eiförmig bis breit verkehrt ei- 
förmig elliptisch. (Schwer von der breitblättrigen Form von S. aurita 
X cinerea zu unterscheiden.) 

S. cinerea ß. aquätica cf. Koch Syn. ed. 1. 650 (1837). — 
S. aquätica 8m. Fl. Brit. III. 1065 (1804). — S. cinerea b) 
rotundifolia Rhein. Fl. 268 (1843). . 

Ausserdem sind als Formen und Varietäten aufgestellt worden von : 

Seringe Ess. Monogr. Saul. Suisse 15 (1815). B. S. aeuminala ovalifolia 
Blätter kurz, fast elliptisch und kurz gestielt. C. >S'. obovata. Blätter ver- 
kehrt eiförmig, stachelspitzig, die der Blüthenstaudsstiele ganz gestutzt. D. 
S. variegata. Blätter gelb gefleckt. 

Gau din (Fl. Helv. VI. 242 [1830]): 

ß. ovalifolia, y. obovata, 6. leiocarpos, e. variegata, f. oleifolia. 

E. Fries (Novit. Fl. Suec. Mant. I. 55 [1832]): a. acuminatn. 
Blätter lauzettlich bis verkehrt-eiförmig-lanzettlicb, wellig gekerbt, zugespitzt, 
unterseits weiss-grau. Nebenblätter gross (S. acurninala Mill.). — b. aquätica. 
Blätter verkehrt-eiförmig, fein gekerbt, gesägt, die unteren ganz stumpf, ganz- 
randig, unterseits bleich-grau. Nebenblätter kleiner (S. aquätica). — c. virgul- 
tosa, zierlicher. Blätter lanzettli^h-verkehrt-eiförmig, häutig, schwach behaart, 
fast ganzrandig, beiderseits grün. 

G. F. \V. Meyer (Chloris Hanov. 492 [1836J: 

Spielarten: a. latifölia, b. obovata, c. calva (S. cinerea v. dura G. F. 
W. Meyer Hannöv. Mag. 1824. 22. 175). 

N. J. Andersson Sal. Lapponiae (1845) 36 erwähnt eine Form S. 
limosa-cinerea Laestadius mit lanzettlichen, oberseits b>aungrüneu, fein kraus 
behaarten Blättern mit eingedrückten, unterseits weisslich-grau behaarten Nerves, 
die er für S. cane'scens (Fries Novit. Fl, Suec. Mant. I. 58 [1832] ähnlich hält. 

A. Kern er Niederösterr. Weiden 251 (1859): variat foliorum formis. 
a. latifölia, b. anguslifolia. 

N. J. Andersson Monogr. Sal. I. 71 (1863) unterscheidet nach den 
Blättern: latifölia, longifolia, brevifolia und brevifolia microphylla (S. auritac 
von dissimilis) ; nach den Bliithenständen : densiflora, laxijlora. 

E. Boissier (Fl. Orient. IV. 1189 [1879]) unterscheidet: ß. Mede'mii^) 
(S. Medemii Boiss. Diagn. Ser. I. 7. 100 [1846]). S. Medemii läest namentlich 
an dem lang gestielten Fruchtknoten (Stiel fast so lang als der Fruchtknoten) 
und von der schmalen langen Drüse (' i so lang als der Frachtknotenstiel) er- 
kennen, dass sie nicht zu £. cinerea gehöret) kann, sondern der <S. pedicelldta 
(Desf. Fl. Atl. II. 362 [1800]) nahe steht. 

C. C. Babington (Man. Brit. Bot. ed. 8. 327 (1881): o. 8. cinerea. 
Blätter lanzettlich- verkehrt -eiförmig, dicklich, unterseits röthlich. — ß. S. 
aquätica. Hlätter eiförmig-elliptisch dünner unterseits etwas graugrün, y. S. 
oleifolia. Blätter lanzettlich-verkehrt-eiförmig, derb, starr und unterseits graugrün. 



1) Nach Alexander Grafen von Medem, * 1803 f 24. Aug. 1859 Shanghai, 
(Kupffer br.), 1838 nissischer Gesandter in Teheran, welcher den Beiseuden Th. 
Kotschv s. II. 1. 8. 7<~>7 Fussn. 2 unterstützte. 



Salix. 



97 



A. et E. G. Camus (Classif. Saul. d'Eur. et Monogr. Saul. France 187 
[1904]): 

a. ovalifolia Gandog. a. a. O. — /?. obovata Gandog. a. a. O., S. var. 
humilis Ser. a. a. O. = S. brevicaulis Gandog. Sal. nouv. Nr. 73. — y. an- 
gustifolia Doli Rhein. Fl. 268 (1843). = S. cinerea L. spuria Wimmer 
a. a. O. — 6. brevi/olia = brevifolia microphylla Andersson Monogr. Sal. 72 
(1863). — e. leiocarpa Gandog. a. a. O. 

(In ganz Europa nordwärts bis zur Südgrenze Lapplands 
(Torneä und Archangelsk), südwärts bis Süd-Spanien, Süd-Italien, 
Griechenland und der Krim; westwärts bis zur atlantischen Küste; 
Asien : im Kaukasus (bis 1 700 m), Nord-Persien und Kleinasien 
und vom mittleren Ural ostwärts durch das ganze mittlere Asien 
bis Kamtschatka (bis 67,40° N. Br.); Africa: in Algerien.) * 



1033 

1037 

1040 

104 

104 

104 

104 

104 

104 

104 
104 
104 

104 

104 

104 
104 

104 



X 1041. 
X 1041. 
X 1041. 
X 1042. 
X 1043. 
X 1044. 
X 1045. 
X 1042. 

X 1046. 

X 1047. 

X 1048. 

X 1045. 

X 1045. 



X 1042. X 



X 1049. 
X 1042. 

X 1045. 



1041 


X 


1050 


1041. 


X 


1042 


1041 


X 


1052 


1041 


X 


1053 


1041 


X 


1054 


1041 


X 


1055 


1041 


X 


1056 


1041 


X 


1057 


1041 


X 


1042 



S. pentandra ? X cinerea 

S. amygdalina X cinerea 

8. glauca x cinerea 

S. cinerea X caprea 

S. cinerea X grandifolia 

S. cinerea X Silesiaca 

S. cinerea X aurita 

X 1045. S. cinerea X caprea X 

aurita 
S. cinerea X depressa 
S. cinerea^ myrtilloides 
8. cinerea X repens 
X 1048. S. cinerea X aurita X 

repens 

[ 1048. X 1041. S. cinerea X 

aurita X repens X cinerea 

1045. X 1048. S. cinerea X 

caprea X aurita X repens 

S. cinerea X nigricans 

X 1049. S. cinerea X caprea X 

nigricans 
X 1049. S. cinerea X aurita X 

nigricans 
S. cinerea X phylicifolia 
X 1050. S. cinerea X caprea X 

phylicifolia 
S. cinerea X hast ata 
S. cinerea X glabra 
8. cinerea X myrsinites 
S. cinerea X daphnoides 
S. cinerea X acutifolia 
S. cinerea X viminalis 
X 1057. S. cinerea X caprea X 

viminalis 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



Aschers ön u. Gra ebner, Synopsis. IV. 



93 



Salicaceae. 



1041. 


X 


1045 


1041. 


X 


1048 


1041. 


x 


1050 


1041. 


X 


1056 


1041. 


X 


1058 


1041. 


X 


1059 


1041. 


X 


1060 


1041. 


X 


1061 


1041. 


X 


1057 



X 1057. S. cinerea X aurita X 

viminalis 
X 1057. S. cinerea X repens X 

viminalis 
X 1057. S. cinerea X phylicifoUa 

X viminalis 
X 1057. 8. cinerea X acutifolia 

X viminalis 
S. cinerea X dasyclados 
S. cinerea X Lapponum 
S. cinerea X incana 
S. cinerea X purpurea 
X 1061. S. cinerea X viminalis 

X purpurea 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



b. Ein- und zweijährige Zweige, sowie Knospen kahl oder 

schwach kurz behaart; Blätter anfangs seidenglänzend, weiss- 

filzig; Griffel sehr kurz, meistens ganz fehlend. S. auch c. 

1. Blätter obersei ts glatt, glänzend; Adernetz untersei ts stark 

hervortretend. 



Gesammtart S. cäprea 1 ) (No. 1042—4 [3 Arten!]). 

1042. (10.) S. cäprea (Sool- Weide 2 ), Sahl- Weide 2 ), Palm- Weide 3 ), 
Salcher 2 ) [Oesterr.]; niederl. : Wervelwaard, Ruige Wilg ; dän.: Vidie- 
Pil; franz.: Marsault; it.: Salica; ligur.: Ligagnoe; poln.: Iwa, Iwowa 
palma; böhm. : Jiva; kroat. u. serb. : Iva, Mackovina; russ.: BpejuiKa ; 
lit. : Gudkarklas). \i — % Meist kurz- und dickästiger Strauch, bis 
3 m hoch, seltener baumartig, bis 9 in hoch. Zweige braun, 
glänzend, kahl; junge Triebe kurz grau behaart. Blätter gestielt 
(Stiel bis 2 cm lang, nur an jungen Blättern hellgrau zottig be- 
haart, sonst kahl), länglich bis breit oval, bis 11 cm lang, 5,5 cm 
breit, spitz, am Grunde spitz, stumpf, oder mitunter abgerundet, ganz- 
randig oder ungleich bogig oder ausgebissen gesägt, obersei ts dunkel- 
grün, glänzend, Unterseite graugrün oder grau, matt; junge 
Blätter obersei ts kurz dünn-, Unterseite dicht hellgraufilzig -behaart, 
später oberseite ganz kahl, Unterseite verkahlend; Mittelnerv oberseits 
wenig, Unterseite stark hervortretend; Seiten nerven breit sprei- 



i) Zuerst vou Linnti so benannt, weil die Blätter von Ziegen (capra) und 
Schafen gern gefressen werden. Bei den Alten bedeutete caprea (gewöhnlich capre- 
olas) das Heb. 

2) Nach Pritzel und Jessen vom altdeutschen sval schwanket], = dem 
latein. saü.\ ; also nieht vom niederdeutschen Sool Sumpf. 

i Diese An liefert hauptsächlich die in Goethe's bekanntein Gedichte ge- 
nannten Weidenzweige, die im nördlichen Europa die im Süden am Palmsonntag ge- 
bräuchlichen echten Palmen (-. II. 2. S. 350) ersetzen müssen. 



Salix. 99 

zend von dem Mittelnerven abgehend, ebenso wie das weitmaschige 
Adernetz oberseits vertieft, unterseits scharf hervortretend. Neben- 
blätter schief nierenförinig, spitz, am Rande gesägt. Knospenschuppen 
gelbbraun bis braun, anfangs sehr kurz behaart, später ganz kahl. 
Blüthenstände vor den Blättern erscheinend, vor dem Aufblühen in 
dichten, weissen Haarfilz gehüllt; die männlichen sitzend, am Grunde 
von kleinen, lanzettlichen dick und lang hellgrau behaarten Blättern 
umgeben, aufrecht, oval, bis 3 cm lang, 2 cm dick, dichtblüthig; ihre 
Achse hellgrau behaart; Tragblätter lanzettlich, spitz oder stumpflich, 
dunkelbraun, am Grunde heller, auf den Flächen dünner, am Rande 
dicht und lang hellgrau behaart; Staubblätter 2 — 3 mal so lang als 
die Tragblätter, kahl oder am Grunde spärlich behaart; Staubbeutel 
oval, gelb. Hintere Drüse kurz eiförmig, gestutzt, etwa 1 /s so lang als 
das Tragblatt. Weibliche Blüthenstände sitzend, später kurz gestielt, 
am Grunde von kleinen lanzettlichen, spitzen, dicht und lang hellgrau 
behaarten Blättern umgeben, aufrecht, dicht-, später etwas lockerblüthig, 
cylindrisch, bis 6 cm lang, 1,6 cm dick (bei der Fruchtreife bis 10 cm 
lang), an der Spitze etwas verschmälert, aufrecht ; ihre Achse grauzottig 
behaart. Tragblätter lanzettlich, spitz oder stumpflich, nach dem Grunde 
zu verschmälert, dunkelbraun, am Grunde heller, auf den Flächen 
dünner, am Rande dichter lang hellgrau behaart. Fruchtknoten gestielt 
(Stiel 2 ls bis ebenso lang als der Fruchtknoten, grau behaart, so lang 
als die Tragblätter), aus ovalem Grunde scharf spitz verschmälert, dicht 
hellgrau behaart; Griffel fehlend oder sehr kurz ; Narben oval, aufrecht, 
ausgerandet oder getheilt. Hintere Drüse kurz, oval, gestutzt, 1 je bis 
l \i so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Im ganzen Gebiet, auch auf den Nordsee-Inseln (vielleicht nur 
eingebürgert, vgl. Buchenau Fl. Ostfr. Ins. 3. Aufl.), in der Ebene 
und im hügeligen Gelände an Flussläufen, auf Wiesen und in Wäldern 
auf fruchtbarem Lehmboden, aber auch höher hinauf im Gebirge, so 
im Riesengebirge bis 1186 m, in den Karpaten bis 1410 m, im Böhmer- 
walde bis 1334 m, im Bayrischen Walde bis 1354 m, in den Schweizer 
Alpen bis 2000 m, in den Bayrischen Alpen bis 1732 m, Tirol bis 
1600 m (Dalla Torre und Sarnthein VI. 2. 28) und in den 
Niederösterreichischen Alpen bis 1321 m, in der Biharia bis 1350 m 
(Kern er ÖBZ. XXVI. 333). Fehlt im Tieflande Ungarns (Kerner 
a. a. O.). Bl. März, Apr., mit am frühesten von allen Weiden. 

S. Caprea L. Spec. pl. ed. 1. 1020 (1753). (S. caprea) Fl. Suecica 
ed. 2. 352 (1755). Willd. Spec. pl. IV. 2. 703. Seringe Ess. Saul. 
Suisse 15 (1815). Koch Syn. ed. 2. 750. Anderss. Salic. Lappon. 
31 (1845). Kerner Niederösterr. Weid. 247 (1859). Anderss. Monogr. 
Salic. I. 75 (1863). Wimmer Salic. Europ. 55 (1866). Anderss. in 
DC. Prodr. XVI. 2. 222 (1868). Richter-Gürke Plant. Eur. IL 10. 
v. Seemen Sal. Japon. 33 (1903). A. et E. G. Camus Classif. Saut. 
Europ. et Monogr. Saul. France 202 (1904). Rchb. Ic. XI t. DLXXVIT 
fig. 2224 [2024]!— S.hybrida Vill. Hist. Plant. Dauph. III. 778(1789).— 
S. Ülmißlia Thuill. Fl." Paris ed. 2. 518 (1799), nicht Vill. — S. acumi- 



1U0 Salicaoeae. 

näta Thuill. a. a. O. (1799) nicht Smith. — 8. praecox Salisb. Prodr. 394 
( 1 796). — S. sphaceläta Sm. Fl. Brit. III. 1066 (1 804). — S. aurigeräna ' ) 
Lapeyr. Hist. Fl. Pyren. 598 (1813). — 8. tomentösa Ser. Ess. Saul. 
Suisse 14 (1815). — S. silesiasa Fries Novit. Fl. Suec. Blaut prima 
52 (1832), nicht Willdenow. -- S. grandißliä Fries Bot, Not. 186 
(1840), nicht Ser. — Capraea vulgaris Opiz Sezn. 25 (lö52). — 
S. caprina Dulac Fl. Haut. Pyr. 148 (1867). — 8. latifölia Bubani 
Fl. Pyr. I. 58 (1897). 

Ledeboiir (Fl Altaica IV. 269 [1833]) zieht S. phlomoides (M. Bieb. Fl. 
Tanr. Cauc. 11. 415 [180SJ) als Synonym zu S. caprea; S. phlomoides zeigt jedoch 
so wesentliche abweichende Merkmale von dieser Art, wie auch von $. cinerea (siehe 
S. 95), dass sie zwar als eine der <S'. caprea und S. cinerea verwandte, aber 
eigene Art zu halten lat. 

F. Herder Plantae Raddeanae (Acta Horti Petrop. XI. 402 [1890 — 1892]) 
stellt S. phlomoides (Bunge Reliq. Lehm.) als Synonym zu S. caprea und giebt 
als Standort für die von Lehmann 1841 gesammelte Weide (S. 403) an: „aus dem 
Gouv. Oreuburg und dem südl. Baschkirenlande, von Slatoust und in montibus 
Uralenibus mer. ubique". Bunge (Alex. Lehm. reli(|u. bot, in Beitrag zur Kenntn. 
Fl. Russl. 497 [1851]) giebt hingegen für 8. phlomoides M. B. Fl. Taur. Cauc. IL 
p. 415 als Standort an ,,Ini Gouv. Orenburg bei Spaskoje 4 , 8 und 9. Juni 1839". 
Die Standortsangaben, Herder's und Bunge's stimmen mithin namentlich in der 
Jahreszahl nicht überein, und es ist daher nur anzunehmen, dass Herder unter 
S. phlomoides Bunge Exemplare meint, die Bunge in seiner Publication gar nicht 
als S. phlomoides M. B. bezeichnet hat. 

S. Fischeri '-') Wimm. in Herb, (jetzt Bot. Museum Berlin). Ein von Fischer 
aus Irkutsk mitgetheiltes Exemplar, das aber nur aus einem kleinen Laubblatt und 
einem sehr kümmerlichen weiblichen Blüthenstände besteht, gehört, soweit nach 
diesem unvollständigen Material zu erkennen ist, zu S. caprea. 

Die Zweige der «S'. caprea werden als grobes Material in der Korbflechterei 
verwandt. 

Bei S. caprea kommen vielfach monströse Bildungen der Blüthenstände und 
Blütheu vor. Hiervon sind unterschieden : S. tomentösa terndta Seringe Ess. Saul. 
Suisse 15 (1815). S. caprea 2 forma ternata Camus Classif. Saul. d'Europe et 
Monogr. Saul. France 204 (1904). Blüthenstände zu 2 oder 3 stehend. — S. caprea 
forma claddnlha't) Camus a. a. O. (1904). Blüthenstände am Ende beblätterter 
Zweige. — S. tomentösa geminata Seringe a. a. O. (1815). = S. caprea forma 
geminata Camus a. a. O. in den weiblichen Blüthen die Fruchtknoten gauz oder 
nur an der Spitze getheilt. — S. Caprea var. mondndra Celakovsky Prodr. Fl. 
Böhm. 774 (1867). Die 2 Staubfäden bis zur Hälfte verbunden. — S. tomentösa 
nioiistrudsa Seringe a. a. O. 16 (1815). Die zu Anfang normal angelegten männlichen 
ßlüthen werden durch Insectenstiche derartig monströs umgebildet, dass die einzelnen 
Blüthentheile nicht mehr zu unterscheiden sind. — 8. tomentösa andrdgyna Seringe 
a. a. O. 16 (1815). <S'. caprea androgyna v. Seemen in A. u. G. Fl. Nordost- 
deutsch]. Flachl. 241 (1898). Männliche und weibliche Blüthen in demselben 
Blüthenstände. — S. caprea 3 forma monoiea Camus a a. O. (1904). Männliche 
und weibliehe Blüthenstände auf derselben Pflanze. — S. caprea 5 forma psettdo- 
heitnaphrodita Camus a. a. (>. (19041. Einhäusig und mit zweigeschlechtlichen Blüthen. 

Als bemerkenswerthe abweichende Formen sind hervorzuheben : 

B. angustif 61ia, Blätter länglich, beiderseits verschmälert. 

i) Aurigera, modern lateinischer Name der A i !■«_:<- [Marcailhon d' A y - 
in e r i c br ). 

2) S. II. 2. S. 47:; Fuasn. 1. 

3) Von v.Aätiog Zweig und äi-frog Blüthe. 



Salix. 101 

S. caprea ß. angustifolia Gaudia Fl. Helv. VI. 240 (1830). 

— S. tomentosa angustifolia Seringe Ess. Monogr. Saul. Suisse 
17 (1815). 

Ist in Norwegen mit S. grandifolia verwechselt. (Blytt Norges Fl. 420 
[1874]). 

C. rotundif 61ia. Blätter breit, rundlich, am Grunde oft etwas 
herzförmig, Spitze kurz und meist zurückgekrümmt. 

S. caprea y. rotundifolia Gaudin 1. c. — S. tomentosa rotundi- 
folia Seringe 1. c. — S. caprea b. rotundäta Anderss. Sal. Lappon. 
32 (1845). — S. caprea a. orbiculäta A. Kerner Niederösterr. 
Weiden 248 (1859). — S. caprea form, latifölia, -subcordata 
N. J. Anderss. Monogr. Sal. I. 76 (1863). 

D. villosa (O. v. Seemen in A. u. G. Syn. IV. 101 [1908]). Zweige bis dicht 
filzig grau behaart; Blätter meistens breit oval; fast kreisrund, am Grunde 
abgeruudet oder herzförmig, am oberen Ende abgerundet, ganzrandig, oberseits 
wenig behaart, unterseits dicht fast filziggrau behaart. — So nur im nordöst- 
lichen Asien in der Mandschurei (Sinzew 1908). 

Ausserdem sind als Formen und Varietäten aufgestellt von : 

Seringe (Essai Monogr. Saul. Suisse 15 [1815]): B. tomentosa geminata ; 
C. monstruosa ; D. androgyna; E. ternata (vgl. S. 100); F. macrostachia ') Blüthen- 
stände oft sehr lang; G. tenuifolia. Blätter sehr dünn, fast durchscheinend. 
H. rotundifolia (s. oben) I. macrophylla-). Blätter gross und breit. J. an- 
gustifolia (s. oben). K. brevistachia :i ). Blüthenstände sehr kurz, sehr stumpf, 
die Fruchtknoten sehr gross. L. abortivas Blüthen durch Insectenstiche fehl- 
schlagend. 

G. Wahlenberg (Fl. Carpat. 319 [1814]). ß. sphacelata (S. sphacelata 
Smith a. a. O.). Blätter ganzrandig, länglich verkehrt-eiförmig. 

Gaudin (Fl. Helv. VI. 240 [1830]): ß. angustifolia; y. rotundifolia 
(s. oben). — ö. alpina (S. sphacelata Sm. a. a. O.). Blätter verkehrt-eiförmig, 
spitz, am Grunde keilförmig, fast ganzrandig, beiderseits filzig. 

Fries (Novit. Fl. Suec. Manlissa I. 54 [1832]): 
b. sphacelata (S. sphacelata Willd. Sp. pl. IV. 2 [1805] 702, welche gleich 
S. sphacelata Smith a. a. O. ist). Blätter fast ganzrandig, an der Spitze unter- 
seits weissfilzig. 
C. aipestris. Blätter länglich-verkehrt-eiförmig gekerbt, beiderseits zugespitzt, 
unterseits grauhaarig. 

G. F. W. Meyer (Chlor. Hanov. 493 [1836]): Spielart a. moutdna. 
Hat schmälere, elliptisch-eiförmige, auch nicht umgekehrt-eiförmig-elliptische, 
ferner filzige, im Alter auch wohl kahlwerdeude, und weniger bestimmt gesägte 
Blätter. Wird vom Autor selbst mit Unrecht mit S. grandifolia identificirt. 

N. J. Andersson (Sal. Lappon. 32 [1845]) unterscheidet nach der Form der 
Blätter: a. subcordata, — b. rotundäta, — c. elliptica, — d. ovato-lanceoläta, 

— e. lanceoldta mit den Unterformen : a. subgrandifjlia, ß. subdcpre'ssa, — 
f. obovato-obldnga. 

L. Reichenbach (Deutschi. Fl. X. 27 [1849]): var. parvifolia (S. sphace- 
lata Sm. u. a. O.). 

0. W. Sonder (Fl. Hamburgensis 538 [1851]) ß. oblongdta. Blätter 



l) Vou [laxQÖs l an & gi'oss und otä%v$ Aehre. 

V) Von ftctHOÖg und (pvAÄov Blatt. 

3) Bastardwort vom latein. brevis kurz und aid%vg. 



102 



Salicaceae. 



läoglich, >}>it/. wellig gezähnt, weiss-filzig. — y. parvifolia (vgl. Ileichenb. 
a. a. 0.). 

Th. Hurtig (Vollst." Naturg. Foretl. Culturpfl. Deutsohl. [1852] 403): 
var. aphaeelata ; — var. landta. Die jüngeren Blätter beiderseits filzig, die 
älteren auch oberseits zerstreut behaart. — var. flava. Blattkiel, Blattstiel, 
Knospen und die Spitze der jungen Triebe lebhaft goldgelb. 

('. .1. Hartman (Handb. Skandin. Fl. 6. Uppl. 224 [1854]): ß. hiimilis: 
strauchig, Blätter fast ganzrandig, an der Spitze braun. — y. alpestris: 
strauchig, Blätter breit lauzettlich, wenig behaart. 

A. Kern er (Niederösterr. Weiden 248 [1859J) unterscheidet nach der 
Blattform: a. orliimlala. Blätter fast rundlich, zurückgekrümint, zugespitzt, 
am Grunde fast herzförmig. - b. ellyptica. Blätter elliptisch, beiderseits gleich- 
massig verschmälert, doppelt SO lang als breit. 

N. J. A n d eis so n (Mouogr. Sal. I. 76 [1863]) unterscheidet zunächst nach 
der Blattform: latifolia mit den Unterformen subrordata , ovata und ovalis, 
parvifolia und angustifolia. — Ausserdem stellt er an Varietäten auf: alpestris 
mit den beiden Formen: rotundifolia und angustifolia; tenuifolia, orbicnldris, 
subserdtina ; xcricea mit den beiden Formen : arborescens und depressa; coryli- 
fdlia, laxifldra mit den beiden Formen: capsulis brevibus und capsulis subulatis 
et valde elongatis. 

Schur (Enum. Plant. Trauss. 620 [1866]): a. aurigera (vitellina Schur 
Herb. Transsilv.). Zweige goldgelb. — b. parvifolia: Zweige braun. Blätter 
kleiner, ganzrandig, länglicb-eiförmig, oft braun bcrandet. 

Andersson in DC. Prodr. XVI. 2. 223 (1868): ß. orbicularis; y. 
capre'ola (S. capreola Kerner Herb.); dies ist aber S. caprea X aurita. 

Th. T. Marssou (Fl. Neu-Vorpom. [1869] 439): ß. covdifdlia Lasch. 
Blätter gross, eiförmig, am Grunde fast herzförmig; y. oblongata Sonder a. a. 
O. ; ö. parvifolia Reichenb. a. a. O. 

Sagorski und Schneider (Fl. Ceutralkarp. II. 458 [1891]): Wahlcn- 
bcryiii); weicht von 8. caprea ß. sphacelata Wahlen berg a. a. 0. ab durch 
ganzrandige, länglich-verkehrt-eiförmige Blätter. 

(Durch ganz Europa: nördlich bis Island, Skandinavien [bis 69" 40' 
N. Br.], Russland [bis 66° 15 N. B.], südlich bis Süd-Spanien, Süd- 
Italien, Griechenland, Krim; Asien: Kleinasien, Kaukasus und Trans- 
kaukasien [bis 2334 m], Nord- und Ost-Persien; vom Ural östlich durch 
Nord- und Mittelasien [nördlich bis 66° N.B.] bis Kamtschatka und 
Sachalin; in Ost- Asien : nach Süden hin durch Mandschurei; Koreabis 
Nord-China; Japan.) * 



1041. X 1042. S. cinerea X caprea 

1042. x 1043. S. caprea X grandifolia 
1042. X 1044. S. caprea X Süesiaca 
1042. X 1045. S. caprea X aurita 

1042. X 1041. X 1045. 8. caprea X cinerea X 

aurita 
1042. X 1044. X 1045. S. caprea X Süesiaca 

X aurita 
1042. X 1046. S. caprea X depressa 
1042. X 1048. S. caprea X repens 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



i) S. II. 2. S. 512 Fusan. 1. 



Salix. 



103 



1042. X 1041. 



1042. 
1042. 

1042. 
1042. 



X 1049. 
X 1041. 

X 1050. 
X 1050. 



1042. X 1045. 

1042. X 1052. 

1042. X 1054. 

1042. X 1055. 

1042. X 1050. 

1042. X 1056. 

1042. X 1057. 

1042. X 1041. 

1042. X 1057. 

1042. X 1048. 

1042. X 1050. ) 

1042. X 1058. 

1042. X 1059. 

1042. X 1059. 

1042. X 1059. 



1042. 
1042. 
1042. 



X ioeo. 

X 1061. 
X 1057. 



X 1045. X 1048. S. caprea X 

cinerea X aurita X repens 
S. caprea X nigricans 
X 1049. S. caprea X cinerea X 

nigricans 
S. caprea x phylicifolia 
X 1050. S. caprea X cinerea X 

phylicifolia 
X 1050. S. caprea X aurita X 

phylicifolia 
S. caprea X hastata 
S. caprea X myrsinites 
S. caprea X daphnoides 
X 1055. S. caprea X phylicifolia 

X daphnoides 
S. caprea X acutifolia 
S. caprea X viminalis 
X 1057. S. caprea X cinerea X 

viminalis 
X 1042. S. caprea X viminalis 

X caprea 
X 1057. S. caprea X repens X 

viminalis 

S. caprea X phylicifolia 

X viminalis 
S. caprea X dasyclados 
S. caprea X Lapponum 
X 1042. S. caprea X Lapponum 

X caprea 
X 1057. S. caprea x Lapponum 

X viminalis 
S. caprea X incana 
S. caprea X purpurea 
X 1061. S. caprea X viminalis X 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



1043. (11.) S. grandiiolia. \\. Kurzästig, sparrig, bis 3 m hoch, 
ausnahmsweise Baum. Zweige kahl, braun ; junge Triebe kurz dicht 
grau behaart. Blätter kurz gestielt; (Stiel bis 1 cm lang, kurz dicht 
grau behaart, später verkahlend), breit oval bis lanzettlich-verkehrt- 
eiförmig, bis 14 cm lang, 5 cm breit, oben spitz, am Grunde spitz oder 
stumpf, am Rande ungleich kerbig oder ausgebissen gesägt, mitunter 
fast ganzrandig, in der Jugend beiderseitig kurz grau behaart, 
später auf den Flächen kahl und nur auf dem Mittelnerven spärlich 
kurz behaart, oberseits dunkelgrün, mitunter glänzend, unterseits heller 
bis grau; Mittel- und Seitennerven oberseits deutlich vertieft, unter- 
seits ebenso wie das engmaschige Adernetz stark hervortretend, 



lu| Salicaceae, 

hellbraun. Nebenblätter meist stark entwickelt, herzförmig, zugespitzt 
oder nieren form ig, am Rande gesägt. Knospenschuppen gelb- oder 
rothbraun, etwas behaart oder kahl. Blüthenstände vor oder mit dem 
Laube erscheinend; die männlichen aufrecht, von kurzen, dicht hell- 
oder gelbgrau seidig behaarten, mit kleinen, länglichen, hell- oder gelb- 
grau seidig behaarten, schuppenartigen Blättern besetzten Zweigen end- 
ständig oder fast sitzend, cylindrisch, bis 2,5 cm lang, 0,8 cm dick, 
dichtblüthig; ihre Achse dicht gelbgrau seidig behaart. Tragblätter 
eiförmig bis lanzettlich, stumpflich, an der oberen Hälfte braun, am 
Grunde hell, gelb, dünn, lang seidig gelbgrau behaart und am Rande 
bebärtet. Staubblätter 2, frei, bis doppelt so lang als die Deckschuppe, 
an der unteren Hälfte behaart. Staubbeutel oval, gelb; hintere Drüse 
schmal-eiförmig, gestutzt, etwa x \s so lang als das Tragblatt. Weibliche 
Blüthenstände aufrecht, an sehr kurzen, dicht, hell- oder gelbgrau be- 
haarten, mit kleinen schuppenartigen, länglichen, hell- oder gelbgrau 
seidig behaarten Blättern besetzten Zweigen endständig oder der sie 
tragende Zweig länger bis 1,5 cm lang, kurz hell; oder gelbgrau be- 
haart, mit kleinen, länglichen, oberseits spärlich, unterseits dicht, kurz 
grau behaarten laubartigen Blättern besetzt, cylindrisch, bis 3 cm lang, 
1 cm dick, etwas lockerblüthig (namentlich am Grunde) ihre Achse 
dicht hellgrau behaart. Tragblätter lanzettlich, stumpflich, an der 
oberen Hälfte braun, am Grunde hellgelb, auf den Flächen dünn, 
am Rande dichter lang, hellgrau behaart. Fruchtknoten lang gestielt 
(Stiel so lang oder länger als die Fruchtknoten, bis doppelt so lang 
als das Tragblatt, kurz dicht hellgrau behaart), aus schmal-eiförmigem 
Grunde laug verschmälert, dicht hellgrau behaart), aus schmal-eiförmigem 
Grunde lang verschmälert, dicht hellgrau behaart. Griffel sehr kurz. 
Narben oval, ausgerandet oder getheilt, gespreizt fast köpf ig; hintere 
Drüse oval, fast rechteckig, gestutzt, 1 k — V 4 so lang als der Frucht- 
knotenstiel. Fruchtblätter bei der Fruchtreife schneckenförmig zurück- 
gerollt. 

Auf Alpen und Voralpen des Alpensystems und der Karpaten 
und einiger benachbarter Mittelgebirge, in die montane Region her- 
absteigend, hier eine wahre Uferweide, im Hochgebirge an feuchten 
Abstürzen, Quellen und Bachufern (Kerner Niederöst. Weiden 245). 
In den Alpen von der Dauphine bis Nieder-Oesterreich , in den Nord- 
alpen bis zur Linie Memmingen, München, Laufen a. d. Salzach, 
Gmunden, auch im Jura, Schwarzwald (Feldberg) sowie im Böhmer- 
wald (Schneewand über den Schwarzen-See), südöstlich auch in Kroatien, 
Bosnien und Montenegro. Südliche Siebenbürgische Karpaten. Steigt 
in Bayern bis 1912 m, findet sich in Tirol zwischen 1200—2200 m 
(Dalla Torre u. Sarnth. VI. 2. 29), steigt in Niederösterreich bis 
1795 m, in Siebenbürgen bis 1897 m. Bl. März, April, in höheren 
Lagen Juni, Juli. 

S. grcmdifolia Seringe Ess. Monogr. Said. Suisse 20 (1815). 
Koch Syn. ed. 2. 750. Anderes. Sal. Lappon 33 (1845). Kerner Nieder- 
österr. Weiden 242 (1859). Anderes. Monogr. Sal. I. 60 (1863). 






Salix. 105 

Wimmer Sal. Europ. 64 (1866). Anderes, in DC. Prodr. XVI. 2 
(1838) 217. Richter-Gurke PI. Eur. IL 1. 8. A. et E. G. Camus 
Classif. Saul. Eur. et Monogr. Saul. France 208 (1904). Nyman Consp. 
667. Suppl. 280. Rchb. Ic. XI t. DLXXVIII fig. 1225 [2025]. - 
S. appendiculäta Vill. Hist. PI. Dauph. III. 775 (1789)? — S. 
cineräscens Willd. Spec. pl. IV. 706? (1805). — S. stipuläris Seringe 
Saul. Suisse (1805) Nr. 2 nicht Smith. — S. acuminäta und S. spha- 
celäta Schleich. Cat. (1807) 22. — 8. acuminäta b. alpina Schleich. 
Cat. Salic. (1807) exs. no. 837. — S. acuminäta grandifdlia Seringe 
Saul. Suisse (1808—9) Nr. 41 u. 55. — S. aurita und 3. poly- 
mörpha 1 ) Poll. Fl. Veron. III. 163 (1824). — S. sphacelata Loisel. 
Fl. Fr. IL 343 (1828) nicht Smith. - - & crispa Forb. Sal. Woburn. 
42, t. 83? (1829). — S. Schle icher iana 2 ) Forb. a. a. O. 195 t, 98 
(1829). — Capräea grandifdlia Opiz Sezn. 25 (1852). — S. Hechen- 
bergeriäna 3 ) Hinterhub. nach Wimmer Sal. Europ. 64 (1866) und var. 
parviflora Schleich, exs. Nr. 838 (in Herb. Mus. Bot. Berol.). 

S. grandifolia steht wie »$'. Süesidca der S. caprea so nahe, dass .sie oft nur 
schwer von ihr zu unterscheiden ist. Es wäre daher auch gerechtfertigt, beide 
Arten nur als Unterarten zu S. caprea zu stellen. 

Seringe nimmt bei der Aufstellung seiner S. grandifolia auf S. appendi- 
culäta nicht Bezug, sondern stellt diese vielmehr mit einem ? als Synouym zu seiner 
S. slylaria, ebenso wie Willdenow (Spec. pl. IV. 2. 660 [1805]) sie bereits als 
Synonym zu seiner S. phylieifolia gestellt hatte. S. stylaris Seringe und S. phyliei- 
folia Willd. nicht L. sind S. nigricans (siehe dieselbe). Erst Grenier u. Godron 
(PI. France III. 135 [1855]) führen Villars S. appendiculäta als Synonym bei 
S. grandifolio auf, und zwar auch nur mit einem ?. Wim m er (Sal. Europ. 67 
[1866]) nimmt hierauf Bezug. Audersson (Monogr. Sal. I. 60 [1863]) und in 
DC. Prodr. XVI. 2. 217 [1868]) führt S. appendiculäta ohne Vorbehalt als Syno- 
nym bei S. grandifolia auf. — Wir halten jedoch dafür, dass die ganz unvoll- 
ständig gegebene Diagnose nicht erkennen lässt, ob Villars S. appendiculäta zu 
8. nigricans oder zu S. grandifolia gehört, und dtfss es somit auch nicht angängig 
erscheint, den jüngeren Namen S. grandifolia durch den älteren S. appendiculäta 
zu ersetzen. 

S. cineräscens wird von Willdenow (Spec. pl. IV. 706 [1805]) als von 
„Link in litt." mitgetheilt und „in paludibus Lusitaniae" vorkommend, bezeichnet. 
In dem Herbar Willdenow 's (Mus. Bot. Berol.) befindet sich S. cineräscens als 
Nr. 18211. Auf dem Umschlagbogen steht ebenfalls als Heimat angegeben „in 
paludibus Lusitaniae", es liegt jedoch nur ein von Flügge „a Bagnere de Luchon 
(Py rein- es)" gesammeltes Blattexemplar vor, das dem Anscheine nach sehr wohl zur 
S. grandifolia gehören kann, von Koch (Syn. ed. 1. 652 [1837]) aber irrthüm- 
lich für eine Varietät der S. phylieifolia mit länglichen Blättern gehalten wird. 
Die von Willdenow gegebene Diagnose und das vorliegende Material erscheinen 
nicht ausreichend, um S. cineräscens sicher festzustellen; sie muss somit als zweifel- 
haft betrachtet weiden. 



i) Von 7ioÄvj.ioQ(poc; vielgestaltig. 

2) 8. I. S. 143 Fussn. 2. 

3) Nach II e eben berger, * 1770 Dochberg f 18?, 1805 Pfarrerund Fi'wstl. 
Chiemsee'scher geistl. Rath in Brisen (Hoppe Bot. Taschenbuch 1805). Die 
Autorität von S. Hechcnbergcriamt wird von Sauter (Fl. v. Salzburg 4), Hoppe, 
von Hinterhuber (Prodr. 193) Willdenow zugeschrieben; beide Autoren haben 
diese Art aber nicht veröffentlicht (F ritsch br.). 



106 Salicaceae. 

S. mondndral) (Host Sal. 22 t. 71, 72 [1828]) soll in den männlichen Blüthen 
nur ein Staubblatt (?) haben. 

S. montäna (Host a. a. O. t. 73 [1828]) ist eine Form mit androgynen Blüthen- 
ständen. 

Als besonders auffallende Formen sind hervorzuheben : 
B. lancifölia. Blätter breit lanzettlich, spitz, nach dem Grunde zu 
lang verschmälert. — S. grandifolia ß. lancifölia Wimmer Sal. 
Europ. 66 (1866). 
C. fagifölia. Blätter gross, breit oval, an beiden Enden abgerundet. 
— S. grandifolia y. fagifölia Wimmer a. a. O. (1866). 

Ausserdem sind als Varietäten und Formen aufgestellt von : 

Seringe a. a. O. : B. S. albicans Ser. Said. Suisse N. 56; diese ist S. 
glauca X grandifolia ('. macrostipuldris mit langen krausen Blättern und grossen 
Nebenblättern. D. iardißdra ist S. glauca X grandifolia. 

Gaudi n (Fl. Helv. VI. 247 [1830]) a. stipularis: Blätter elliptisch, zuletzt 
derb, die dünnfilzig, etwas zweifarbig. Nebenblätter sehr gross. Bliithentragende 
Zweige kahl. Fruchtknoten verlängert-pfriemlich, sehr dünn graufilzig. — ß. landta 
ist S. glauca X grandifolia. 

Kerner (Niederösterr. Weiden 243 [1859]) a. latifdlia: Blätter länglich-ver- 
kehrt-eiförmig, mit kurzer oder zurückgebogener Spitze, 2 — 3 mal länger als breit. 
— b. angustifölia: Blätter lanzettlich-verkehrt-eiförmig, 1 mal länger als breit. 

Ander sso n (Monogr. Sal. I. Gl [1SG3]: 1. S. pubescens ist S. glauca X 
grandifolia. 2. S. vire'scens ist S. grandifolia. — Nach der Form und Beschaffen- 
heit der Blätter werden [als Formen unterschieden: grandifolia — acutifdlia — 
brevifdlia — tcnuifölia — latifdlia — obtusdta ■ — acutdta. 

Wimmer (Sal. Europ. CG [1866]) u. vulgaris: mittlere Blätter länglich- ver- 
kehrt-eiförmig, beiderseits kurz spitz. — ß. lancifölia. — y. fagifölia s. oben. 

Borbds (Erdesz. Lap. XXIV. 403 [1885] vgl. Hirc Rad Jugosl. Akad. 
Zagreb knjiga 159 160 [237] [1904]) var. Velebitica: Blätter kleiner, rundlich- 
elliptisch, au der Basis abgerundet, nicht keilförmig, mehr runzelig-adrig, kurz- 
gestielt, beinahe ganzrandig, auf der Unterseite beinahe kahl, nicht zugespitzt. — 
Vertritt am Velcbit in Kroatien die Stelle der Krummholzkiefer. 

Schinz u. Keller (Fl. Schweiz 135 [1900]) var. microphijllaZ): Laub- 
blätter 2 — 6 cm lang. — var. fagifölia: 10 — IG cm lang. — var. cinerascens: 
Laubblätter beiderseits flaumhaarig. 

(Pyr enäen ; auf den Apenninen in Mittelitalien und in Calabrien 
auf deneGebirgen in Serbien und Bulgarien; Russland?: Petersburg, 
Gouvernment Minsk, Kreis Slutzk [Koppen Geogr. Verbreit. Holz- 
gewächse Europ. Russl. IL 262 [1889]). |"*? 

(Für Skandinavien wird die S. grandifolia Fries Bot. Not. 11840] 186, von 
Ander sson Sal. Lappon. [1845] 33 und Hartman Handb. Skaudin. Fl. G. Uppl. "224 
| I8")4j angegeben. Wie jedoch bereits Kerner Niederösterr. Weiden [1859] 245 mit- 
theilt, gebort die aus Skandinavien stammende S. grandifolia nach den im Herb, 
norm, befindlichen Exemplaren zu dem Bastard S. caprea X Silesiaca [S. Silesiaca 
kommt in Skandinavien nicht vor s. S. 110]. Ferner 6agt Andersson Monogr. 
Sal. I [1863] 61, dass die in Schweden gefundene S. grandifolia nur eine Form 
von S. caprea sei, und Blytt Norges Fl. II. 426 [1874] bezeichnet diese Form 
al> S. Caprea anguslifolia. In dem Herb. Mus. liotan. Berol. befindet sich ein 
Exemplar: „»S. grandifolia Ser. Lapponia — N. J. Andersson", das zweifellos <S\ 
caprea ist. S. grandifolia Seringe kommt mithin in Skandinavien nicht vor.) 






1) Von pövog einzeln und ävi'jQ Mann (Staubblatt). 

2) Von ftixQÖs klein und (pvAAov Blatt. 



Salix. 



107 



Kerner (Niederösterr. Weiden 245 [1859]) hält S. grandifolia für eine kli- 
matische Parallelform der S. Silesiaca. 



glauca X grandifolia 
1043. S. retusa X glauca 

X grandifolia 
cinerea X grandifolia 
caprea X grandifolia 
grandifolia X aurita 
grandifolia X repens 
grandifolia X arbuscula 

1051. #. glauca X grandi- 
folia X arbussata 

grandifolia X hastata 

1052. #. grandifolia X 
nigricans X hastata 

1052. £. glauca X grandi- 
folia X hastata 
grandifolia X glabra 
grandifolia X daphnoides 
S. grandifolia X Helvetica 
1059 J5. S. glauca X grandi- 
folia X Helvetica 
grandifolia X incana 
grandiflora X purpurea 



1040. 


X 


1043. 


S. 


1039. 


X 


1040. 


X 


1041. 


X 


1043. 


8. 


1042. 


X 


1043. 


S. 


1043. 


X 


1045. 


S. 


1043. 


X 


1048. 


S. 


1043. 


X 


1051. 


S. 


1040. 


X 


1043. 


X 


1043. 


X 


1052. 


s. 


1043. 


X 


1049. 


X 


1040. 


X 


1043. 


X 


1043. 


X 


1053. 


s. 


1043. 


X 


1055. 


s. 


1043. 


X 


1059 5. 


1040. 


X 


1043. 


X 


1013. 


X 


1060. 


& 


1043. 


X 


1061. 


& 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



1044. (12.) S. Silesiaca 1 ). fj bis 1,5 m hoch mit aufrechten Aesten, 
selten höher oder baumartig. Zweige braun, kahl; junge Triebe kurz 
grau behaart. Blätter kurz gestielt (Stiel bis 0,8 cm lang, kurz be- 
haart, später kahl), lanzettlich bis eiförmig oder verkehrt-eiförmig, bis 
14 cm lang, 6 cm breit, spitz (nur die untersten Blätter an den Zweigen 
mitunter stumpf oder abgerundet), am Grunde spitz oder stumpf, selten 
abgerundet, kerbig (meistens ungleich) gesägt, oberseits dunkelgrün, 
unterseits etwas heller bis grau, in der Jugend röthlich, seidig behaart, 
später kurz dünn grau behaart und verkahlend, im Alter kahl; Mittel- 
nerv und engmaschiges Adernetz oberseits wenig, unterseits stark her- 
vortretend. Nebenblätter nieren- oder schief herzförmig spitz, tief gesägt. 
Knospenschuppen braun, kurzflaumig behaart, später verkahlend. Blüthen- 
stände vor den Blättern oder mit denselben erscheinend, fast sitzend 
oder am kurzen, kurz grau behaarten mit länglichen, spitzen, dünn 
seidig behaarten kleinen Blättern besetzten Zweigen endständig, auf- 
recht; männliche cylindrisch, bis 3 cm lang, 0,75 cm dick, dichtblüthig ; 
ihre Achse kurz grau behaart; Tragblätter lanzettlich, spitz, an der oberen 
Hälfte dunkelbraun, an den unteren hell, dünn seidig behaart, an der 
Spitze länger bebärtet. Staubblätter etwa doppelt so lang als die Trag- 



1) Zuerst in Schlesien (Silesia) unterschieden. 



106 Salicaceai 

blätter, am Grunde spärlich behaarl ; Staubbeutel oval, gelb. Hintere 
Drüse länglich-eiförmig, an der Spitze rund, Va so lang als der Frucht- 
knotenstiel, an der oberen Hälfte dunkelbraun, an der unteren hell, auf 
der oberen Fläche Bpärlich behaart, am Rande dicht lang hellgrau be- 
bärtet. Fruchtknoten lang gestielt (Stiel fast so lang als der Frucht- 
knoten, kahl oder seltener behaart), aus schmal eiförmigem Grunde, 
meist lang kegelig verschmälert, kahl oder seltener kurz grau behaart; 
Griffel kurz; Narben oval, gabelig, aufrecht, ausgerandet oder getheilt; 
Hintere Drüse breit-eiförmig gestutzt, 1 /i — 1 /s so lang als der Frucht- 
knotenstiel. 

In der montanen und subalpinen Region, in den Wäldern und an 
den Wasserläufen der Gebirgsthäler, sowie an Berghängen bis hinauf 
zu den Kämmen oberhalb der Baumgrenze. Nur auf den Sudeten und 
den Karpaten, von Oesterr.-Schlesien bis Siebenbürgen sowie auf den 
Gebirgen Bosniens, der Hercegovina und Montenegros. Sudeten von 
450 bis 1350 m, Karpaten von 520—1620 m. Schleicher (Cat. 
pl. Helv. 22 [1807] und Sah Helv. 2 [1807]), sowie Seringe (Ess. 
Monogr. Saul. Suisse 62 [1815]) geben 8. Silesiaca auch für die 
Schweiz an, und zwar stellt Seringe sie hierbei als Synonym zu seiner 
S. stylaris. Da nun aber S. stylaris gleich S. nigricans ist, so ist 
anzunehmen, dass nicht nur Seringe, sondern auch Schleicher 
S. nigricans für S. Silesiaca, die in der Schweiz nicht vorkommt, 
gehalten haben. — Reichenbach (Ic. XL 20 [1849]) gibt S. Si- 
lesiaca für Steiermark an; sie kommt aber auch hier nicht vor. Bl. 
Ende April, Mai, in höheren Lagen Juni, Juli. 

S. silesiaca Willd. Spec. pl. IV. 2. 660 (1805) u. Herb. Nr. 
18116. Koch Syn. ed. 2. 749. Andersson Sal. Lappon. 40 (1845). 
Kerner Niederösterr. Weiden 245 (1859). Andersson Monogr. Sal. I. 
65 (1863). Wimmer Sal. Europ. 60 (1866). Anderss. in DC. Podr. 
XVI. 2. 218 (1868). Nyman Consp. 697. Suppl. 280. Richter-Gürke 
PI. Eur. IL 9. Rchb. Ic. XI t. DLXXIV fig. 1219 [2019]. — S. fagißlia 
Waldst. u. Kit. in Willd. 8p. Plant. IV. 2. 704 (1805)? — S. Lud- 
wigii 1 ) Schkuhr Bot. Handb. Ed. 2. 227 (1808). — S. ritbens J. 
u. C. Presl Fl. Cech. 203 (1819). — S. lu'ibrida Opiz (Tausch in 
litt.) nach Wimmer u. Grabowski Fl. Sil. IL 2. 376 (1829). — S. 
Mauckschii*) Hartig Vollst. Naturg. Forstl. Culturpfl. Deutschi. 396 
(1851). — S. pseudo-aurita = S. depressa var. villosissima Schur 
Enum. Plant. Transs. 620 (1866). — S. pentandra X silesiaca Ko- 
tula in S. Korn. Fiz. Krakau XVII (1883) 147 nach Woloszczak 
ÖBZ. XLI (1891) 235. 

S. Sileslai" steht mit 8. grandifolia der .S'. caprea so nahe, dass sie oft 



i) Nach Karl Ludwig, * 17? f 18? » Gärtner in Meffersdorf, Kr. Lauban, 
verdient um die Flora des Riesengebirges, besonders die Kenntnis« der Moose; er 
gab 2 Centimen „Cryptogamische Gewächse des Riesengebirges" heraus (Kiek 116, 
Maiwald 152). 

2) S. II. 2. S. 9 Fussn. 1. 



Salix. 109 

nur scli wer von dieser zu unterscheiden ist. Es winde daher auch hier gerecht- 
fertigt, sie als Unterart zu S. caprea zu stellen. 

S. fagifolia ist bei Willdenow a. a. O. nur nach Blattzweigen aufgestellt 
wordeu, und in dem Herbar Willdenow Nr. 18206 befindet sich auch nur ein 
solcher. Beschreibung und Material erscheinen darum so unvollständig, dass 
<S. fagifolia nur als eine zweifelhafte Pflanze anzusehen ist. Die Blätter des Will- 
denow 'sehen Originalexemplars zeigen zwar einige Aehnlichkeit mit S. Silesiaea, 
ob aber S. fagifolia und S. Silesiaea zu einer Art vereinigt werden können, lässt 
sich hiernach nicht mit Sicherheit entscheiden. Koch (Syn. 651 [1837]) hat zwar 
von S. Silesiaea eine Form: „ß. Fruchtknoten mit seidigem Filze bedeckt", die 
er in seiner Synops. ed. 2. 749 (1844) „erioeärpa >)" nennt, als S. fagifolia be- 
zeichnet; da jedoch, wie bemerkt, Willdenow die Beschreibung seiner S. fagi- 
folia nur nach Blattzweigen gegeben und die Blüthenstände und Blüthen ganz un- 
erwähnt gelassen hat, so ist diese Kennzeichnung der S. fagifolia nach der Be- 
haarung der Fruchtknoten durch Koch eine ganz willkürliche. Ebenso willkürlich 
erscheint es, dass Andersson (Monogr. Sal. I. 67 [1863]) die S, fagifolia als 
Synonym zu seiner S. subcaprea = S. Caprca X Silesiaea stellt. 

Als Formen sind zu unterscheiden: 
A. lioeärpa 2 ). Fruchtknoten kahl. — S. silesiaea a. liocarpa 

O. v. Seemen, A. u. G. Syn. IV. 109 (1908). 
ß. erioeärpa. Fruchtknoten dünn seidig bis dicht filzig behaart. 

Steht der S. ca/prea näher. — S. silesiaea ß. erioeärpa Koch 

Syn. ed. 2. 749 (1844). — S. silesiaea ß. Koch Syn. ed. 1. 649 

(1837). 

Wichtiger ist 
a. Caucäsica. Nicht in Mitteleuropa, nur in Transkaukasien. — S. silesiaea 
ö. caucäsica Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 219 (1868). — S. caucasiea 
Anderss. Monogr. Sal. I. 68 (1863). 

Ausserdem sind an Varietäten und Formen aufgestellt von: 
Wimmer u. Grabowski (Fl. Lil. II. 2. 376 [1829]): ß. crassifdlia. Blätter 
eiförmig, etwas derb, oberseits glänzend, unterseits fast kahl. „S. hybrida Opiz 
(Tausch in litt.)". — y. rotunddla. Blätter rundlich-eiförmig, an der Spitze ab- 
gerundet, am Grunde fast herzförmig. — 6. lancifdlia. Blätter lanzettlich-verkehrt- 
eiförmig, fast kahl, unterseits graugrün. „$. striata Host (Tausch in litt.)." 

Hartig (Vollst. Naturg. Forstl. Culturpfl. Deutschi. 404 [1852]): var. fagi- 
folia „mit filzigen Fruchtknoten und sitzenden Narben" (siehe oben). — var. grata 
Jan „mit deutlicher und länger bleibender Behaarung des Blattkiels und der Blatt- 
rippen, mit stärkerem, meergrünen Reif der unteren Blattseite und einem Fracht- 
knotenstiele, der die halbe Länge der hinfällig seidenhaarigen Fruchtknoten mit 
sperrenden kurzen eiförmigen Narben erreicht". In Parma, also nicht in Mittel- 
europa, Ob diese var. grata wirklich zu S. Silesiaea gehört, ist bei dem Fehlen 
von Material nicht festzustellen, muss aber um so mehr hezweifelt werden, als das 
Vorkommen des S. Silesiaea in Italien und in den nördlich angrenzenden Gebieten 
nicht bekannt ist. 

Andersson (Monogr. Sal. I. 66 [1863J): latifdlia: lejocarpa; hebecarpa. — 
tfipica. Blätter länglich-verkehrt-eiförmig, t enuifd lia: er assifd Ha: hebecarpa, 
lejocarpa; meist densißdra. — angustifdlia: hebeearpa, lejoearpa; meist rari- 
ftdra. - — parvifdlia. — rariflora: „Capsulis longissime pcdicellatis". 

Wimmer (Sal. Europ. 61 [1866]): var. ß. lasioedrpa. Weibliche Blüthen- 
stände dicht. Fruchtknoten kürzer gestielt. Griffel fehlend. „S. Silesiaea ß. Koch 



1) Von k'Qiov Wolle und y,a.Q7tög Frucht. 

2) Von Aeiog glatt, kahl und y.ctQ.TÖ*;. 



110 Salicaceae. 

Syn. p. 651". Da Kocli seine Form ß. aurdrücklich dahin bezeichnet: „ovariis 
touiento sericea tcctis", Wimnier aber über die Behaarung der Fruchtknoten nichts 
sagt, so nehme ich Abstand davon, Wimmer 's Varietät lasiocarpa als synonym 
mit Koch's Form ß. zu bezeichnen. 

Anderssou (in DC. Prodr. XVI. 2. 219 [1868]): ß. subcdprea = S. 
caprea X Sile&iaca. y. subcinerea = S. cinerea X Silesiaca. 6. subaurita 
= S. aurita X Silesiaca. e. caucasica: Kommt, wie bemerkt, nicht in Mittel- 
europa vor, nur in Transkaukasien. Ist gleich S. caucasica Anderss. Monogr. Sal. 
I. 68 (1863). 

A. Strahler iu Deutsch. Bot. Monatsschr. XV (1897) 9: S. silesiaca f. 
rhomboidalis. Blätter rhomboidal-eiförmig, unterseits graugrün, fein behaart. So im 
Eulengebirge bei Dorfbach. 

Beck (Glasnik zemlj. muz. u Bosn. i Herc. XVIII. 99 [73] [1906]) beschreibt 
folgende Abart') aus der alpinen Region der Hochgebirge Bosniens: 

Bosni aca. Zwergstrauch mit kurzen Zweigen Blätter nur 1,5 — 3 cm lang, 
halb so breit, elliptisch, stumpflich, kaum spitz, unterseits mehr oder weniger grau- 
grÜD, bis auf den seidigen Mittelnerven kahl, beim Trocknen leicht schwarzwerdend ; 
männliche Blüthenstände kaum 1 cm lang; Staubfäden etwas behaart; weibliche 
Blüthenstände 1,5 — 4 cm lang, länger als die Blätter. Fruchtknoten kahl, Griffel 
sehr kurz. Hierzu die Unterabart petrdgena "<*). Aeste knorzig. "Weibliche 
Blüthenstände 1 — 1,5 cm, kürzer als die Blätter. Fruchtknoten dicht seidenhaarig. 
Von S. grandifolia schwer zu unterscheiden durch die elliptischen unterseits grau- 
grünen, kahlen, trocken etwas schwärzlichen Blätter, und dem kürzereD, nicht 
schneeweiss-ranhhaarigem Stiel des Fruchtknotens. 

(In Transkaukasien [hier in der Rasse Caucasica]). 

(Fries [Novit. Fl. Suec. Mant. prima 52 (1832)] und nach ihm Andersson 
[Sal. Lappon. 40 (1845)] geben S. Silesiaca auch für Skandinavien an; sie kommt 
hier jedoch nicht vor. Hartman [Handb. Skandin. Fl. 6. Uppl. 222 (1854)] zieht die 
für Skandinavien angegebene S. Silesiaca zu S. laurina, und Andersson [Monogr. 
Sal. I. 65 (1863)] sowie Blytt [Norges Fl. II (1874) 426] bezeichnen sie als zu 
S. caprea gehörend. — Die Angabe von Ledebour [Fl. Ross. (1851) 608] dass 
S. Silesiaca auch im mittleren Russland vorkommen soll, wird bereits von An- 
dersson [Monogr. Sal. I. 65 (1863)] dahin richtig gestellt, dass die vermeintliche 
S. silesiaca zweifellos nur als eine Form der S. caprea anzusehen sei. Koppen 
[Geogr. Verbreit. Holzgew. Europ. Russl. II. 263 (1889)] stimmt dieser Ansiche 
bei. -- Die von Tenor e [Fl. Nap. V. (1835—36) 275] für Süd-Italien [Monte 
Ceraso, in eonfinio Aprutii ulterioris] angegebene S. Silesiaca ist nach Pariators 
[Fl. Ital. IV (1867) 251] gleich S. nigricans. — Die von Hart ig [a. a. O.] alt 
bei Parma vorkommend angegebene S. Silesiaca var. grata erscheint zweifelhaft 
s. oben S. 109.) HTj 

1033. X 1044? S. pentandra X Silesiaca? 
1041. X 1044. S. cinerea X Silesiaca 

S. caprea X Silesiaca 

X 1045. S. caprea X Silesiaca 
X aurita 

S. Silesiaca X aurita 

S. Silesiaca X depressa 

S. Silesiaca X phylisifolia 

S. Silesiaca X hastata 



1042. 


X 


1044. 


1042. 


X 


1044. 


1044. 


X 


1045. 


1044. 


X 


1046. 


1044. 


X 


1050. 


1044. 


X 


1052. 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



1) Die Febersetzung der kroatischen Beschreibungen verdanken wir K. Maly. 
'*) Von xirQa Fels und -gena abstammend. 



Salix. 111 



1044. X 1053. S. Silesiaca X glabra 

1044. X 1054. S. Silesiaca X myrsinites 

1044. X 1057. S. Silesiaca X riminalis 

1044. X 1059. S. Silesiaca X Lapponum 

1044. X 1060. S. Silesiaca X incana 

1044. X 1061. S. Silesiaca X purpurea 



siehe 
am Ende 

der 
Gattuno,'. 



2. Blätter oberseits runzlig, trübgrün, unterseits grau mit stark 2. 
hervortretendem, engmaschigem Adernetz. 

1045. (13.) S. aurita. (Salbei- Weide; wend. : Roket.) h, meist 
niedrig bis 1,80 m hoch, selten höher bis 3 m, mit meist kurzen, 
sparrigen Aesten. Zweige dünn, braun oder schwärzlich, kahl; junge 
Triebe dünn-filzig. Blätter gestielt (Stiel bis 1 cm lang, behaart, später 
verkahlend), rundlich-verkehrt-eiförmig bis verkehrt-lanzettlich, nach dem 
Grunde zu keilförmig verschmälert, bis 9 cm lang, 4 cm breit, an 
der Spitze abgerundet oder spitz (Spitze meist gefaltet), am Grunde 
spitz oder stumpf, mitunter etwas herzförmig, am Rande grob oder aus- 
gebissen, oder unregelmässig bogig gesägt, oberseits trübgrün, mit kurzen 
Härchen bestreut oder kahl, unterseits grau oder blaugrau bis filzig 
grau behaart, später verkahlend, nur mitunter kahl; Mittelnerv ober- 
seits vertieft, unterseits stark hervortretend; Seitennerven und Adernetz 
oberseits runzelig vertieft. Nebenblätter stark entwickelt, nierenförmig, 
gesägt, abstehend. Knospenschuppen braun oder purpurn, meist mit 
kleinen Härchen bestreut. Blüthenstände vor den Blättern erscheinend, 
aufrecht, sitzend, am Grunde mit kleinen länglichen, dünn grau be- 
haarten Blättern (mitunter an etwas oder bis 1,2 cm gestreckten, grau be- 
haarten mit kleinen Laubblättern besetzten Zweigen endständig). Männ- 
liche Blüthenstände meist klein, oval bis kurz cylindrisch, bis 2,5 cm 
lang, 1 cm dick, dichtblüthig; ihre Achse grau behaart. Tragblätter 
klein, oval, am Grunde verschmälert, hellgelb oder bräunlich, an der 
Spitze dunkler braun, dünn lang grau behaart und bebärtet. Staub- 
blätter am Grunde behaart, etwa 4 mal so lang als die Tragblätter. 
Staubbeutel oval, gelb oder röthlich. Hintere Drüse schmal oval, nur 
wenig kürzer als die Tragblätter. Weibliche Blüthenstände oval bis 
cylindrisch, bis 3 cm lang, 1,5 cm dick, dichtblüthig, meist am Grunde 
etwas lockerblüthig (später ganz lockerblüthig) ; ihre Achse grau be- 
haart. Tragblätter kürzer als der Fruchtknoten, sonst wie bei den 
männlichen. Fruchtknoten lang gestielt (Stiel bis l /i länger als der 
Fruchtknoten, grau behaart, selten kahl), aus eiförmigem Grunde kegelig 
(später aus verdicktem Grunde pfriemlich verlängert, abstehend), dünn 
anliegend bis filzig grau behaart, selten kahl. Griffel fehlend oder nur 
sehr kurz. Narben kurz, oval, ausgerandet oder getheilt, kopfig, gelb, 
mitunter röthlich. Hintere Drüse oval, etwa 1 U so lang als der Stiel 
des Fruchtknotens. 

In den Ebenen namentlich in feuchten Wäldern und an Weg- 
rändern, auf Wiesen und Mooren, in Gebirgen auf thonigem, kalk- 



112 Salicaccae. 

armem Gestein über den grössten Theil des Gebiets verbreitet, auch 
auf den Nordsee-Inseln; fehlt bei uns im Mittelmeergebiet (die An- 
gaben in Dalmatierj .-ehr fraglich), in Bosnien, den Ungarischen Ebenen 
(auch noch in der Ebene des Wiener Beckens) und im Berglande Mittel- 
Ungarns. Steigt im Biesengebirge bis 1250 m, im Bayerischen Walde 
bis 1423 m, in den Bayerischen Alpen bis 1499 m, in Tirol bis 1700 m 
(Dalla Torre und Sarnth. VI. 2. 24), in Nieder-Oesterreich bis 
1012 m. Bl. April. Mai. 

S. aurita L. Spec. pl. ed. 1. 1019 (1753). Willd. Spec. pl. IV. 
2. 700 (1805). Koch Syn. ed. 2. 750. Anderss. Sal. Lappon. 36 (1845). 
Kerner Nietlcrösterr. Weid. 253 (1859). Anderss. Monogr. Sal. I. 69 
(1863). Wimmer Sal. Europ. 51 (1866). Andersson in DC. Prodr. XVI. 
2. 220 (1868). Nyman Consp. 667. Suppl. 280. Richter-Gürke PI. 
Eur. II. 9. A. et E. G. Camus Classif. Said. d'Eur. Monogr. Saul. 
France 171 (1904). Rchb. Ic. XI t. DLXXV fig. 1 220 1 2020]. — S. Caprea 
d. aurita Hudson Fl. Angl. 430 (1762). — S. ulmifölia Vill. Hist, 
pl. Dauph. III. 776 (1789). — S. spathuläta Willd. Spec. pl. IV. 
2. 700 (1805) z. T. — S. rugösa Seringe Ess. Saul. Suisse 18 (1815). 
— S. cinerea, S. conförmis Schleich. Catal. Sal. Helv. 1 (1807) nach 
Seringe a. a. 0. 19. — S. iseräna 1 ) J. u. C. Presl Fl. Cech. 204 
(1819). — S. paludösa Link Enum. pl. Hort, Berol. II. 419 (1822) 
nicht Hartm. — S. heterophylla Host Sal. 26, t. 87, 88 (1828). — 
S. nnnorösa Fries Bot, Not. 187 (1840). — Capraea aurita Opiz 
Sezn. 25 (1852). — S. mollis, S. spiraeaefölia, 8. einnamumea 
Schleich, exs. nach N. J. Andersson Monogr. Sal. I. 69 (1863). 

In dem Willd c n o w 'sehen Herbar (in dem Königlichen Botanisehen Museum 
zu Berlin) befinden sich 5 Exemplare von S. spathuläta und zwar ein Exemplar 
mit männlichen, eins mit weiblichen Blüthenständen und zwei Exemplare nur mit 
Blättern. Hiervon gehören drei Exemplare (die beiden Blüthenexemplare und 1 
Blattexemplar) zweifellos zu S. aurita, während die 2 anderen ßlattexemplare, 
namentlich iu Rücksicht auf die schmalen, zugespitzten Nebenblätter, zu S. aurita 
X repens zu rechnen sind. S. spathuläta gehört mithin theils zu S. aurita, theils 
zu S. aurita X repens. 

Nach der vielfach vorkommenden abnormen Bildung der Blüthenstände uud 
Blüthen sind folgende Formen aufgestellt worden : 

m. cladostc'mma'i) (Reichenbach Ic. XI. 20 [1849]. S. cladostcmma Hayne 
Dendrol. Fl. Umg. Berl. 190 [1822]). Staubfäden mehr oder minder verbunden. 

in. b i capsul a r i s (Lannbolim Plantac Fennicae nach A. et E. G. Camus 
a. a. O. 177 [1904]). Die Fruchtknoten mehr oder minder in zwei Fruchtblätter 
getbeilt. 

m. pseudohermaphrod i tu (A. et E. G. Camus a. a. O. 177 [1904]). 
Staubblätter mehr oder minder verbunden mit Uebergangsbildungen zu Frucht- 
blättern. 

in. monocea (monoica Gagnepain Bull. Soc. Hist, Nät. Antun XIII pl. IV 
[1900]). Männliche und weibliche Blüthenstände auf derselben Pflanze. 

in. andrögyna (S. ruyosa androgi/na Beringe Ess. Monogr. Saul. Suisse 20 
[1815]). Männliche und weibliche Blüthen in demselben Blüthenstände. 

Die Form mit last kahlen Fruchtknoten ist lioeärpa. 

i) Nach dem in den Sudeten (Isergebirge) entspringendem Flusse Iser. 
2) Von x./l((<So.,' Zwerg und ateu/Au Kranz, liier Staubblatt. 






Salix. 113 

Eine Form mit abnormer Bildung der Laubblätter ist : 

fimbriata (Lange Haandbog i den Danske Fl. 4 Udg. [1854]). Blätter tief 
und scharf gefranst gezähnt; Zähne ungleich gross, wellig, oft zurückgebogen. 

Als bemerkenswerthe abweichende Formen sind hervorzuheben : 

B. spathuläta. Niedriger, kurzästiger Strauch. Blätter klein, länglich 
bis länglich-lanzettlich, unterseits grau bis blaugrau. — S. aurita 
— spathuläta Wimmer Sal. Europ. 53 (1866). — - S. spathuläta 
Willd. a. a. O. (1805) z. T. — S. rugosa microphijlla 1 ) Seringe 
Ess. Monogr. Said. Suisse 20 (1815). 

C. uliginosa. Höherer Strauch mit verlängerten, braunen, glänzen- 
den Aesten. Blätter grösser, verkehrt-eiförmig, am Grunde keil- 
förmig. Blüthenslände cylindrisch. 

8. aurita ß. uliginosa Gaudin Fl. Helv. VI. 246 (1830). — 
S. uliginosa Willd. Enum. pl. Hort. Berol. II. 1007 (1809). — 
S. aurita Spielart a. major G. F. W. Meyer Chlor. Hanov. 494 
(1836). 

D. rhomboidälis. Blätter breit- verkehrt-eiförmig bis fast kreisförmig, 
an der Spitze abgerundet, nur dünn behaart. 

S. aurita — rhomboidälis Wimmer a. a. O. (1866). — S. 
aquätica Seringe Exs. Saul. Suisse Nr. 37 (1808) nicht Smith. — 
S. rugosa grandijölia Seringe Ess. Monogr. Saul. Suisse 20 (1815). 

E. cordifolia. Blätter oval, bis breit oval, meistens am oberen Ende 
abgerundet, am Grunde schwach herzförmig, unterseits kurz, grau 
filzig behaart. — S. aurita — cordifolia Wimmer a.a.O. (1866). 

Ausserdem sind als Formen und Varietäten aufgestellt von : 

E. Fries (Novit. Fl. Suec. Mant. 1. 55 [1832]) führt zunächst an Formen 
auf : a. Blätter verkehrt-eiförmig, wellig gekerbt, rauh, runzelig, unterseits etwas 
grau. n S. aurita (minor). S. uliginosa (major), S. cinerdscens (maxima) Willd." 
S. cinerascens Willd. ist nach Seringe (Ess. Monogr. Saul. Suisse 20 [1815]) 
S. grandifolia. — b. Blätter verkehrt-eiförmig, spärlich, gekerbt, häutig, fast glatt, 
beiderseits grün. — c. ambigna. Dies ist S. aurita X repens. — Als Varietät wird 
genannt ß. subh'vida Laestad. Dies ist S. aurita X livida. 

G. Wahlenberg (Fl. Suec. II. 670 [1833]): ß. „parvifolia et niagis angusta"; 
dies ist S. aurita X repens. 

N. J. Anderson (Sal. Läpp. 37 [1845]): 1. palustris. 3 — 4 Fuss hoch, sehr 
selten höher, obere Zweige dicht verwebt und beblättert. Blätter grubig- runzelig. Hierzu 
a. [folia] obovata: a. majora: aa. Unterseits mit dichtem grauem Filz (S. canescens 
Willd. a. a. O). — Ueber S. canescens des Wil ld eno w'schen Herbars vgl. a. a. O. 
eines der Exemplare aus einem Blattzweig bestehend, wird von Wimmer (Sal. 
Europ. 193 [1866]) für S. acuminata gehalten. Ob diese Bestimmung richtig ist, 
lässt sich nach dem sehr dürftigen Blattzweig nicht feststellen. Mit Bestimmtheit 
ist nur zu sagen, dass dieser Blattzweig zu S. aurita nicht gehört. — bb. Filz- 
bekleidung sehr spärlich, etwas bläulich (S. uliginosa Willd.) ist S. aurita uliginosa. 
— ß. minora, aa. unterseits wie vorige, bb. Filzbekleidung ganz fehlend, ganz 
bläulich. Fruchtknoten ganz kahl. S. aurita sublivida (Laest.) Fr. u. Hartm. a. 
a. O. gehört also nicht zu S. aurita, sondern zu #. aurita X livida. — b. breit- 
lanzettlich aus breiterer Mitte zugespitzt, a. integ&rima, ß. erispato-crendta. — 



l) Von (,iiy,qÖ£ klein und (pvÄAov Blatt. 
Ascherson u. Graebner, Synopsis. IV. 



114 



Salicaecae. 



2. BÜvestria fast fusshoch, Stamm bald in zahlreiche spreizende dem Boden an- 
gedrückte knotige Zweige gel heilt. Blätter dicht gestellt, wie die vorigen abändernd. 

— 3. nemorösa. Fast baumartig, mit grosser Krone, ausgebreitet ästig. Blätter wie 
hei den vorigen. 

Th. II artig (Vollst. Naturgesch. Forstl. Culturpfl. Deutschi. 402 [1852]): 
uliginosa Willd. a. a. O. — vdlida: Blätter in Form und Grösse wie bei uliginosa, 
ungewöhnlich dick. Knospen seidig behaart, oberste Herbstblätter rostroth behaart. 
Blattstiele und junge Triebe mehlig-filzig behaart. — cladostt'nnnu ltayue a. ;i. ( >. 

C. J. Hartman (Handb. Skand. Fl. üppl. G. 223 [1854]): ß. snblirid« gehört 
zu S. aurita X lidda. 

A. Kerner (Nicderösterr. Weiden 254 [1859]): a. rotundifdlia. Blätter rund- 
lich-verkehrt -eiförmig. — b. oblongifölia. Blätter länglich- bis lanzettlich- verkehrt- 
eiförmig, doppelt so lang als breit. 

N. J. Andersson (Monogr. Sal. I. 70 [1863]): a. nemorösa Fries Bot. Not. 
187 (1840). S. nemorösa Anderson Sul. Lappon. 38 (1845). — b. uliginosa (Willd. 
a. a. O.) (iaudin a. a. O. • — c. minor. S. aurita 1. palustris, a. [folia] oborata, ß. 
minora Andersson Sal. Lappon. 37 (1845). 

N. J. Andersson (in HC. Prodr. XI. 2. 220 [1868]): a. nemorösa Fries a. a. O. 

— ß. uliginosa S. aurita ß. uliginosa Gaudin a. a. O. — y. microphylla umfasst 
forma spalhulata und cordifolia "NVimmor a. a. O. 

Tb. Fr. Marsson (Fl. Neu-Vorpom. 439 [1869]): ß. orbiculdta G. F. Meyer: 
niedrig. Blätter kleiner, fast rundlich-verkehrt-eiförmig. — y. uliginosa (AVilld.) 

J. Lange (Haandb. Danske Fl. 4 Udg. 258 [1886]): ß. fimbriata. Blätter 
tief und spitz fransig gezähnt. 

(Nordwärts durch ganz England, in Skandinavien bis Lappland, 
in Russland bis Archangelsk ; südwärts durch Frankreich über die Py- 
renäen bis in das südöstliche Spanien [Murcia], Corsica, Norditalien, 
Balkangebiet durch die Türkei bis Macedonien [Halbinsel Chalcidice]; 
in Russland östlich bis zur Grenze des Gouvernements Orenburg [Süd- 
ost-Ural], südlich bis Jekaterinoslaw und Saratow; Asien: im Westen 
Kleinasiens |Lydien], Kaukasus und Transkaukasien [bis 2160 m), 
Altai.) * 



1033. X 1045. S. pentandra X aurita 

1034. X 1045. S. herbacea X aurita 
1037. X 1045. S. amygdalina X aurita 

1041. X 1045. S. cinerea X aurita 

1042. X 1045. S. caprea X aurita 

1041. X 1042. X 1045. S. cinerea X caprea 

X aurita 

1043. X 1045. S. grandifolia X aurita 

1044. x 1045. S. Silesiaca X aurita 

1042. X 1045. X 1044. 8. caprea X Silesiaca 

X aurita 

1045. X 1046. 8. aurita X depressa 
1045. X 1047. 8. aurita X nupiiUoides 

1040. X 1048. S. aurita X repens 

1041. X 1045. X 1048. S. cinerea X aurita 

X repens 



siehe 

'am Ende 

der 

Gattung. 



Salix. 



115 



1041. X 1045. X 1048. X 1041. S. cinerea X 

aurita X repens X cinerea 
1041. X 1045. X 1042. X 1048. S. cinerea X 

aurita X repens X caprea 
1045. X 1048. X 1045. S. aurita X aurita X 

repens 
1045. X 1046. X 1048. 8. aurita X depressa 

X repens 
1045. X 1049. & aurita X nigricans 

1041. X 1045. X 1049? & cwerea X awnfo 

X nigricans? 
1045. X 1050. S. aurita X phylicifolia 

1042. X 1045. X 1050. & caprea X aeen'ta 

X phylicifolia 
1045. X 1052. 5. aurita X hastata 
1045. X 1054. 5. aurita X myrsinites 

1044. X 1049. X 1054. & asenta X nigricans 

X myrsinites 

1045. X 1057. #. aurita X viminalis 

1041. X 1045. X 1057. & cinerea X am'to 

X viminalis 
1045. X 1048. X 1057. ' & awnta X repews X 

viminalis 
1045. X 1059. >S'. aurita X Lapponum 
1045. X 1060. #. aurita X incana 
1045. X 1061. #. aurita X purpurea 
1045. X 1048. X 1061. & a?mta X repens 

X purpurea 
1045. X 1050. X 1061. & awnVa X phylici- 
folia X purpurea 
1045. X 1057. X 1061. Ä awn'fa X viminalis 

X purpurea 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



c. Zweige und Blätter meistens auch in der Jugend kahl; c. 
Blätter mit feinem, wenig hervortretendem Adernetz. 

1046. (14.) S. depressa. I;. Niedrig, selten bis 1 m hoch, dünn- 
ästig, oder bis 8 m hoher, strauchartiger Baum. Zweige lang, dünn, 
grünlich oder braun, kahl, meist glänzend (junge Triebe kahl oder kurz 
grau behaart). Blätter gestielt (Stiel bis 0,5 cm lang, meist kahl oder 
kurz grau behaart) breit lanzettlich, länglich bis rundlich verkehrt- 
eiförmig, bis 6 cm lang, 3,5 cm breit, spitz oder mit kurzer gefalteter 
Spitze, am Grunde keilförmig, spitz, nur mitunter etwas herzförmig; 
ganzrandig oder wellig gesägt oder gekerbt nach dem Grunde ganz- 
randig, in der Jugend kahl oder seidig bis filzig behaart, später ober- 
seits kahl oder verkahlend bis filzig grau behaart, sattgrün, glänzend ; 
Unterseite kahl oder kurz sammetartig bis filzig grau behaart, matt 



HG Salicaceao. 

grau oder blaugrün ; Mittelnerv hell, Oberseite wenig, Unterseite stark 
hervortretend; Seitennerven hell, oberseits sehr wenig, Unterseite fein 
und scharf hervortretend; Adernetz weitmaschig, beiderseits kaum be- 
merkbar, selten scharf hervortretend. Nebenblätter meist stark ent- 
wickelt, halbnierenförmig, grob gesägt. Knospenschuppen röthlich, kald 
oder spärlich kurz grau behaart. Blüthenstände deutlich vor oder nur 
kurz vor den Blättern erscheinend, aufrecht; die männlichen an kurzen 
bis 0,8 cm langen, grau behaarten mit kleinen lanzettlichen bis läng- 
lichen, spitzen, kahlen oder dünn seidig behaarten Blättern besetzten 
Zweigen endständig, meist kurz, schmal cylindrisch, bis 2,5 cm lang, 
1 cm dick, etwas lockerblüthig; ihre Achse grau behaart. Tragblätter 
schmal oval, stumpf gelb, an der Spitze dunkler, meist spärlich be- 
haart, am Rande lang bebärtet. Staubblätter etwa 2 — 3 mal so lang 
als die Tragblätter, kahl oder am Grunde spärlich behaart; Staub- 
beutel oval, anfangs goldgelb. Hintere Drüse schmal- eiförmig, ge- 
stutzt, etwa 1 / 3 so lang als die Tragblätter. Weibliche Blüthenstände 
auf meist etwas längeren (bis t cm ausnahmsweise bis 3 cm langen) 
Zweigen als die männlichen, 1 cm, ausnahmsweise bis 2 cm dick, 
namentlich am Grunde etwas lockerblüthig (verblüht sehr locker); ihre 
Achse grau behaart. Tragblätter etwa 2 /3 so lang als der Frucht- 
knotenstiel, sonst wie bei den männlichen. Fruchtknoten lang gestielt 
(Stiel meist länger als der Fruchtknoten, grau behaart, selten kahl) aus 
schmal-eiförmigem Grunde kegelig, später lang pfriemlich, abstehend, 
dünn anliegend bis filzig grau behaart, mitunter kahl; Griffel kurz; 
Narben oval, ausgerandet oder getheilt, aufrecht abstehend, gelb. Hintere 
Drüse schal-eiförmig, gestutzt, 1 ,c — 1 /ö so lang als der Stiel des Frucht- 
knotens. 

Auf Mooren und Sumpfwiesen meist sehr zerstreut, hauptsächlich im 
nordöstlichen Gebiete: Ostpreussen (häufiger nur im Kreise Memel und 
in Masuren (Abromeit br.), Polen, besonders in der Nordhälfte, 
seltener in Westpreussen (Kr. Strasburg, Thorn, Stuhm, Bereut, Konitz) 
und Posen (Kr. Bromberg, Hohensalza, Schubin, Czarnikan, Posen- 
Ost, Schlimm); vereinzelt noch in Brandenburg (Sommerfeld) und 
Schlesien (Gr. Tschirnau bei Guhrau früher). Ausserdem nur in Baden 
(Pfohren bei Donaueschingen), in Oberbayern (Berg am Laim bei 
München), ferner auch angegeben im Elsass (Weissenburg), auf der 
Schwäbischen Alb, in Kärnten und bei Brzezany in Galizien ; die An- 
gabe in Siebenbürgen nach Simon kai 494 unrichtig, ebenso die in 
der Schweiz bei Einsiedeln und bei Karlsruhe. Bl. April. 

8. depressa L. Fl. Suec. ed. 2. 352 (1755) (erweitert). Koch 
Syn. ed. 2. 751. Nyman Consp. 668. Suppl. 280. Anderss. Sal. Läpp. 
52 (1845 ). Kehl). Ic. XI t, DLXVII fig. 1 208 [2008]. — S. Uvula Wahlen- 
berg Fl. Läpp. 272 (1812). Wimmer Sal. Europ. 108 (1866). Richter- 
Gurke PI. Eur. II. 13. — S. vagans Ander--. Sal. boreali-Americ. 
Anderss. Monogr. Sal. I. 86 (1863). Anderss. in DG Prodr. XVI. 2. 
226 (1868). 



Salix. U7 

Limit (a. a. O.) meint mit seiner 8. deprcssa die Form mit ganzrandigeu, 
Unterseite wolligen Blättern. Wali len be rg (a. a. O.) mit seiner <S'. livida die 
Form mit länglichen, fast gauzrandigen kahlen Blättern, der er die Form ß. 
cineraseens mit beiderseits gran behaarten Blättern hinzufügt. Andersson (a. a. 
O.) umfasst mit seiner S. vagans diese beiden Formen, welchen er ausserdem die 
in Nordamerica vorkommende S. rostrata Richardson hinzufügt. — Wenn Linne's 
<S'. depressa mithin auch nur die eine Form mit behaarten Blättern bezeichnete, 
während "Wah le n berg's S. livida und Andersson 's S. vagans sowohl die Form 
mit behaarten, als die mit kahlen Blättern umfassten, so bleibt doch S. depressa 
immerhin der älteste Name, den auszuschliessen kein Grund vorhanden ist. 

Bei *S'. depressa sind 3 Formen zu unterscheiden : 

A. livida. Niedriger, nur selten bis 1 in hoher Strauch. Zweige 
und Blätter kahl (junge Blätter mitunter unterseits dünn seidig- 
behaart). 

S. depressa ß. livida Fries Novit. Fl. Suec. Mant. I. 58 
(1832). — S. arbÜSGula ß. „foliis integris glabris ovatis confertis 
pellucidis L. Sp. PI. ed. 1. 1018 (1753). — S. arbuscula y. 
„foliis integris glabris, ovatis confertis pellucidis" L. Fl. Suec. Ed. 
2. 348 (1755), nach Wahlenb. Fl. Läpp. 272 (1812). — S.folio- 
lösa Afzelius handschr. in L. Fl. Lappon. ed. 2 (1792) 295, nach 
Wahlenb. Fl. Läpp. 272 (1812). — S. livida a. „cum foliis ac ra- 
mulis glaberrima est" Wahlenb. Fl. Lappon. 273 (1812). — S. bicolor 
Fries Novit. Fl. Suec. ed. 2. 284 (1828) nicht Ehrh. — S. de- 
pressa L. y. bicolor Fries Novit. Fl. Suec. Mant, 1. 58 (1832). — 
S. vagans 3. livida Anderss. Monogr. Sal. I. (1863) 90. — S. 
ragans 2. glabrescens var. a. intermedia Anderss. Monogr. Sal. 
I (1863) 90. 

Bei S. bicolor Fries a. a. O. (S. depressa y. bicoler Fries a. a. O.) sind 
die Blätter unterseits stärker netzaderig und meistens blaugrau ; diese Form ist 
nur schwer von der gewöhnlichen Form zu unterscheiden. 

S. depressa a. livida Fries a. a. O. kommt mit behaarten criocdrpa 
und mit kahlen Fruchtknoten liocdrpa vor. 

Als besondere Form ist hervorzuheben: 

II. Starkeäna 1 ). Höherer Strauch. Blätter grösser, rundlich-ellip- 
tisch, unterseits meist graugrün. — S. depressa y. Starlceana 
Reichenb. Ic. XI t. DLXVII fig. 1209 [2009] ß (1849). — S. 
Stariceana Willd. Sp. Plant. IV. 2 (1805) 677. — S. uliginosa 
Starke nach Willd. 1. c. — S. malifölia Besser Primit. Fl. Gal. 
II (1809) 312, nicht Smith. — S. vagans 2. glabrescens var. ß. 
orientalis Anderss. nach Anderss. Monogr. Sal. I (1863) 91. 

Ausserdem sind an Formen aufgestellt von : 
Andersson (Sal. Lappon. 54 [1845]): 
«. hcbcciir p « -). Meist etwa 3 dm hoch, mit gelbbraunen, deutlich spreizen- 

1) Nach dem Sammler Johann Christian Starke, f 180S, ev. Pfarrer in 
Gross-Tschirnau, Kr. Guhrau, um die Flora der dortigen Gegend, besonders auch 
die Kenntniss der Kryptogamen verdient. 

2) Von >" ; j) t wie das lateinische pubes Mannbarkeit und die dieselbe bezeichnende 
Behaarung und nuQnog Frucht. 



118 Salicaceae. 

den und knotigen Ae-ten und aufrechten, beblätterten, ratbenförmigen 
Zweigen. Blätter anfangs zart, dann starr verkehrt-eiförmig (oft keilförmig), 
am Grande verschmälert, an der spitze kurz zugespitzt, Oberseite lebhaft 
grün, mit eingedrückten weisslichen Nerven gezeichnet, flach, Unterseite 
bläulich oder bläulich-grau mit hervorragenden parallelen rauhen Nerven, 
am Rande ganzrandig oder ganz klein gezähnt. Blüthenstände wie bei 
cinerascens, in welche sie auch übergeht. 
ß. leiocdrpa i). Der vorigen sehr ähnlich, aber Blüthenstände aufrecht, 
früher am Grunde mit 4 sehr kleinen Blättern und mit sehr sparsam be- 
haarter oder ganz kahler Achse und Fruchtknoten. 

Nach der Form der Blätter: 1. subroti'mda et minima, 2. elliptica, 3. 
lanceolata. 

Anderssou (Monogr. Sal. 1.90 [1863]): tenuior. Blätter anfangs ge- 
fältelt, dünn, bald ganz glatt, starr, ganz kahl, parallelnervig, Unterseite 
bläulich-grau. Dieses ist die typische Form. — bicolor (Fries). — Starkeana 
(Willd.). — ameriedna. Blätter gross, 6 — 9 cm lang, breit-lanzettlich bis fast 
herzförmig, am Bande wellig, anfangs dünn und unterseits z. T. graugrün, 
dann etwas starr und beiderseits grün, von helleren Nerven schön netzförmig 
durchzogen. — Kommt nicht im Gebiet, sondern nur in Nordamerica, am 
Saskatcha wan (B ourgean) vor. 

Wim m er (Sal. Europ. [1866] 110): var. ß. orbicnldris. Blätter kreis- 
rund, gekerbt. Blüthenstände kegelförmig, kahl. — Wim in er hat diese 
Form nur nach Material aufgestellt, welches von einem Standort bei Moskau 
herstammte. Wenn er hierbei hinzufügt: „Unterscheidet sich daher von allen 
Formen der »S'. livida durch kahle Fruchtknoten ; alle Formen der S. livida 
haben behaarte Fruchtknoten, die mit kahlen sind nicht typisch," so befindet 
er sich im frrthum. Wie schon Anderssou (s. oben) anführt, kommt 
bei S. livida neben der Form mit behaarten Fruchtknoten (hebecarpa) 
auch eine solche mit kahlen (leiocarpa) vor. 

Anderssou (in DC. Prodr. XVI. 2. 227 [1868]) nennt die typische 
Form, die er Monogr. Sal. tenuior nannte, hier livida. . 

B. eudepressa. Niedriger Strauch. Junge Zweige und Blätter 
kurz sammetartig bis filzig grau behaart. 

S. depressa B. eudepressa O. v. Seemen in A. u. G. Syn. IV. 
118 (1908). — S. depressa L. Fl. Suec. ed. II. 352 (1755) im 
engeren Sinne. — S. sphaceläta Sominerfelt Suppl. Fl. Lappon. 
(1826) 42, nicht Smith. — S. livida ß. foliis subserieeis Wahlenb. 
Fl. Suec. II. 670 (1833). — S. vagans var. cinerascens JA nderss. 
Sal. Boreal. Am. 121 (1858). — S. vagans 1. cinerascens a. 
Linnaeana Anderss. Nordamerik. Sal. 1. c. 121, nach Anderss. 
Monogr. Sal. I. 88 (1863)? — S. livida y. pilösa Wimmer Sal. 
Europ. 110 (1866). 

Als Formen sind besonders hervorzuheben: 

1. velütina. Blätter sammetartig behaart, oberseita zuletzt kahl. — S. depressa 
a. relutina Koch Syn. ed. 1. 65 ' (1837). — S. depressa a. cinerascens Fries 
Novit. Fl. Suec. Maut. 1. 57 (1832). 
II. cinerascens. Blätter auf beiden Seiten bis filzig grau behaart. — S. 
livida ß. cinerascens Wahlenb. Fl. Lappon. 273 (1812). — S. landta ß. 
depressa L. Spec. pl. ed. 2. II. 1446 (1763). — S. depressa b. depressa 
Fries Novit. Fl. Suec. Mant. I. 57 (1832). — Linnc hat 8. depressa, die 



') Von Ätio^ glatt, kahl und kuqtiö^. 



Salix. 119 

er in seiner Fl. Suec. ed. 2 (1755) 352 unter Nr. 899 „foliis iutegris subtna 
villosis lauceolato-ovatis utrinque acutis" als eigene Art aufstellte, merk- 
würdigerweise in seineu Spec. Plant, ed. 2. II. 1446 (1763) mit Hinzufügung 
der gleichen Diagnose als Form ß. zu S. lanata gestellt. — Roth (Tent. 
Fl. Germ. I. 418 [1788]) stellte ebenfalls eine S. lanata ß. depressa auf; 
hier ist S. lanata aber nicht Linne's S. lanata, sondern gleich S. arenaria 
L. Spee. pl. ed. 1. 1019 (1753) unserer S. repens eurepens ß. arenaria 
Anderss. Monogr. Sal. I (1863) 115. In seinem T. II. P. II (1793) 513 
lässt Roth ß. depressa mit der Bemerkung fort: „Var. ß. depressa deleatur 
in Fl. Germ, quae non occurrit in locis allegatis", gleichzeitig führt er aber 
nun S. 516 eine im T. I nicht erwähnte S. depressa auf, die gleich S. 
repens ist. 

Ausserdem sind an Varietäten und Formen aufgestellt von : 

Andersson (Sal. Lappon. 54 [1845]) nach der Form der Blätter: 
1. oboväta. Blätter an der Spitze stumpf vorgezogen beiderseits filzig, völlig 
ganzrandig. — b. eil ipliea. Blät'er wellig gezähnt, unterseits netznervig, 
sehr stark weiss-filzig. Narben nierenförmig. 

Andersson (Monogr. Sal. I [1863]): 

capre'iformis (Laestadius in Herb.). Blüthenstände grösser, die 
weiblichen zuletzt schlaff hängend. Fruchtknoten am Grunde verdickt, 
kürzer gestielt. Blätter grosser, am Grunde lang verschmälert, oberseits 
glänzend grün, unterseits matt-filzig. 

aurilo : ides. Niedrig. Aeste wulstig, spreizend, braun, kahl, Zweige 
schwach filzig. Blätter klein, länglich-verkehrt-eiförmig, am Grunde schwach 
verschmälert, mitunter schwach herzförmig, zart, beiderseits fast kahl, unter- 
seits bleich, mit erhabeneren rauhen Nerven. Blüthenstände sehr kurz ge- 
stielt, kurz. Fruchtknoten kegelförmig-pfriemlich. 

obscüra. Blätter lanzettlich, dünn, verkahlend, matt. 

fldrida. Weibliche Blüthenstände mit deutlich beblätterten Stielen, 
sehr verlängert und sehr wenigblüthig; mit sehr dünnen, verlängert-pfriem- 
liehen Tragblättern. Fruchtknoten schmal, fein behaart, grünlich, sehr lang 
gestielt, der Stiel länger als der Fruchtknoten, behaart; Griffel ziemlich 
deutlich aber kurz. Blätter verlängert-lanzettlich, beiderseits alter oberseits 
spärlicher behaart, unterseits heller, ganzrandig. — S. depressa cinerascens 
Maxim. Mein. Acad. St. Petersb. IX." 244. 

C. rosträta. Niedriger Strauch (im Gebirge) bis 8 m hoher strauch- 
artiger Baum. Blätter grösser, meistens behaart, oberseits verkahlend 
oder kahl, seltener ganz kahl. Fruchtknoten behaart. 

Kommt nicht in Mitteleuropa, sondern nur in Nordamerica vor. 

S. depressa c. rosträta O. v. Seemen in A. u. G. Syn. IV. 
119 (1908). — S. rosträta Richards, in Frankl. Journ. App. 753 
(1823). — S. vagans var. occidentälis Anderss. Sal. Bor. Am. 
62 (1858)? — S. vagans var. rosträta (Richards.) Anderss. 
Monogr. Sal. I. 87 (1863). — S. livida var. occidentälis Gray 
Man. Bot. ed. 5. 464 (1867)? — 8. Bcbbiäna 1 ) Sarg. Gard. and 
For. VIII. 463 (1895). -- S. perrostrata Rydberg in Bull. N. Y. 
Bot. Gard. II. 163 (1901)? 

In den Gebirgen von Colorado steigt die var. rosträta (S. Bebbimm) 
nach Sargent (Manuel of the Trees of North-America 184 [1905]) als niedriger 

i) Nach Michael Schenk Bebb, * 23. December 1833, f ■"'• December 1895 
Rockford (Illinsis), vorzüglichen Kenner der Weiden Nord-Arnericas (Sargent br.). 



120 



Salicaceae. 



Strauch bis 3000 m empor. Wie sich diese niedrige Form der var. roxtrata 
zu den var. livida und cit'h jirrasn verhält, bleibt noch genauer festzustellen. 

(Im alpinen Gebiet Skandinaviens nördlich bis zum Torneä-Lapp- 
land ; in Russland nordwärts bis zum Enare-Lappland, zur Halbinsel 
Kola und zum Fusse des Arktischen Urals nahe der Jugor-Strasse ; 
Dach Süden hin durch ganz Russland, Finnland, die Ostsee-Provinzen 
bis zur Linie Gouv. Kiew, Poltawa, Charkow, Saratow und Thäler des 
südlichen Urals. Asien : vom Ural, dem Flusse Ilek und dem Mu- 
godshar Gebirge [49° N. Br. | ostwärts durch ganz Sibirien bis nach 
Kamtschatka; nach Norden hin bis zum 66° N. Br., nach Süden hin 
im Westen noch über Sibirien hinaus bis zu den Gebirgen des östlichen 
Turkestans und im Osten bis in die Mandschurei hinein. Nordamerica : 
nur var. Americana Anderss. Monogr. Sal. I [1863] ( .)1 am Saskat- 
chawan [Bourgeau] und var. rostrat a [Richards. 1. c.| vom ark- 
tischen Gebiet südwärts im Osten bis Pennsylvanien und Minnesota; 
im AVesten durch die Black Hills von Dakota und West-Nebraska 
und die Rocky Montains von Nord-Montana und West- Washington 
südwärts durch die Gebirge von Colorado bis Nord- Arizona.) {_* 



1041. X 1046. S. cinerea X depressa 

1042. X 1046. S. caprea X depressa 

1044. X 1046. S. Süesiaea X depressa 

1045. X 1046. S. aurita X depressa 

1046. X 1047. S. depressa X vnyrtilloides 

1047. X 1048. S. depressa X repens 

1045. X 1046. X 1048. S. aurita X depressa 

X repens 

1046. X 1049. S. depressa X nigricans 
1046. X 1050. S. depressa X phylicifolia 
1046. X 1051. S. depressa X arbuscula 
1046. X 1057. S. depressa X viminalis 
1046. X 1048. X 1057. S. depressa X repens 

X viminalis 

1046. X 1061. 8. depressa X purpurea 



siehe 

am Schlüsse 

der 

Gattung. 



2. Stamm (resp. Stengel) unterirdisch kriechend. 

a. Itöseae (Anderss. in DU Prodr. XVI. 2. 229 [1868]). 
Fruchtknoten lang gestielt. — Uebrige Merkmale s. S. 58. 
In Europa nur unsere Art. 

1047. (15.) 8. myrtilloi'des 1 ). \i. Niedrig, 0,3— 0,5 m hoch, mit 
unterirdisch kriechendem Stamm. Zweige aufrecht, braungrau behäutet, 
kahl; junge Triebe braun, kahl oder kurz behaart. Blätter kurz ge- 
stielt (Stiel bis 0,3 cm lang, kurz behaart, später kald), rundlich bis 



') Wegen (ziemlich geringer) Aehnlichkeit mit der Heidelbeere (Vaecinium 
myrtillus). 



Salix. 121 

schmal-elliptisch, bis 3,5 cm lang, 1,8 cm breit, mit kurzer, gerader oder 
gefalteter Spitze, nach unten hin keilförmig, spitz bis schwach herz- 
förmig, am Rande zurückgebogen, ganzrandig oder sehr fein gezähnt, 
(junge Blätter etwas seidenhaarig, violett angelaufen, später kahl), ober- 
seits sattgrün, unterseits grau- bis blau-grün; Mittelnerv oberseits flach, 
unterseits hervortretend ; Seitennerven und weitmaschiges Adernetz ober- 
seits kaum bemerkbar, unterseits deutlich hervortretend. Nebenblätter 
selten vorhanden, klein, lanzettlich bis halb-eiförmig. Knospenschuppen 
gelblich oder braun, an der Spitze oft röthlich, kurz behaart oder kahl. 
Blüthenstände mit den Blättern erscheinend ; die männlichen an bis 
1 cm langen, spärlich behaarten oder kahlen mit kleinen Laubblättern 
besetzten Zweigen endständig, aufrecht oder etwas seitwärts gekrümmt, 
am Grunde etwas lockerblüthig, cylindrisch, bis 2,5 cm lang, 0,8 cm 
dick; ihre Achse spärlich behaart. Tragblätter breitoval, an der Spitze 
abgerundet, mitunter etwas ausgerandet, gelb oder bräunlich, oberwärts 
röthlich, spärlich behaart. Staubblätter kahl, etwa 4 mal so lang als 
die Tragblätter. Staubbeutel rundlich, zuerst röthlich, dann gelb, zu- 
letzt schwärzlich. Hintere Drüse schmal-eiförmig, gestutzt, etwa Y^ so 
lang als die Tragblätter. Weibliche Blüthenstände an bis 2 cm langen, 
spärlich behaarten oder kahlen, mit kleinen Laubblättern besetzten 
Zweigen endständig, aufrecht oder etwas seitwärts gekrümmt, nament- 
lich unterwärts lockerblüthig, cylindrisch, bis 2 cm lang, 0,7 cm dick; 
ihre Achse spärlich behaart. Tragblätter länglich oval, an der Spitze 
abgerundet, gelb oder bräunlich, oberwärts röthlich, spärlich behaart, 
nur 2 Jz so lang als der Fruchtknoten. Fruchtknoten lang gestielt (Stiel 
so lang oder etwas länger als der Fruchtknoten, kahl), am eiförmigem 
Grunde kegelig, spitz verschmälert, später lang pfriemlich, abstehend, 
kahl, dunkelgrün, später blau angelaufen und bereift. Griffel kurz, 
kaum 1 /i so lang als der Fruchtknoten. Narben kurz, oval, aus- 
gerandet oder getheilt, abstehend, rosen- oder purpurroth. Hintere 
Drüse schmal eiförmig, gestutzt, Y* — Ys so lang als der Stiel des 
Fruchtknotens. 

Auf Torfsümpfen und Mooren, namentlich auf schwimmenden 
Sphagnum-Mooren sehr zerstreut. Auf der Oberbayerischen Hochebene 
mehrfach; Bayrischer Wald (Oswald) und Böhmer Wald (Fürstenhut). 
Celakovsky (Prodr. 775) bezweifelt wohl mit Recht das Vorkommen 
bei Ellbogen *). Sudeten : Iserwiese früher ; Schles. Friedland ; im Böh- 
mischen Mensegebirge bei Treschendorf (Trökov). Heuscheuer: Grosser 
See. Nördliche Karpaten: Borysümpfe und Moore in Zips. Galizische 
Ebene: Zw. Lelechowka, Stawki und Zorniska (Knapp 90). Hochmoor Ko- 
pytowicz bei Poturzyska unw. Sokal im Kreise Zolkiew (Reh mann). 
Schlesische Ebene: Bei Bunzlau einmal gefunden ; Oppeln: Königshuld; 
Trenczin. Posen: Schubin; Bartschin; früher auch Kr. Bromberg. West- 
preussen : Kr. Tuchel, Schwetz, Kulm, Strassburg und Löbau. Ost- 

1) In Südböhmen zwischen Wittiugau und Chlunetz wurde der Bastard .V. 
aurüa X myrtMoides gefunden. 



122 Salieaeeae. 

preussen: Gilgenburg, Kernsdorfer Höhe, Orteisburg, Sensburg, nach 
Abromeit br. auch iu den Kreisen Lötzen und Goldap. Polen: Im 
nördlichen Gebiet z. B. bei Sejny (Rostafinski 170). Schweiz: Chur- 
firsten. Tirol a. d. Bayr. Grenze (Kern er! nach DallaTorre u. Sarnth. 
VI. 2. 22) sehr unsicher. Auch die Angaben in Salzburg und Kärnten 
werden von F ritsch (Excursionsflora) nicht bestätigt. Bl. Mai, Juni. 
S. myrtiUoides L. Spec. pL ed. 1. 1019 (1753). Willd. Spec. pl. 
IV. 2. 686 (1805). Koch Syn. ed. 2. 753. Anderss. Sah Lappon. 67 
(1845). Anderss. Monogr. Sah I. 95 (1863). Wimmer Sal. Europ. 112 
(1866). Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 229 (1868). Nyman Consp. 
668. Suppl. 280. Richter-Gurke Plant. Europ. II. 13. Rchb. Ic. XI t. 
DXCIII fig. 1244 [2044]. — S. arbuscuhi Pall. Fl. Ross. II. 83 
(1788) nicht L. — S. elegans Bess. Enum. Plant. Volhyn. 77 (1821). 

— S. campestris Fries nach Koch Syn. ed. 1 (1837) 653? — S. 
caesia Rupr. Fl. Petr. diatr. Beitr. z. Pfl.kunde Russ. 4. Lief. 90 
(1845) nach Anderss. Monogr, Sal. I. 95 (1863). — S. violäcea Brav 
Exsicc. nach Anderss. a. a. O. — S. Weinmanninna *) Sprengel nach 
Anderss. a. a. O. 

Nach Koch (Syn. 055 [1837 1) und Andersson (Sal. Lappon. 68 [1845]), 
Andersson (Monogr. Sal. I. 96 [1863]) soll S. myrtiUoides auch mit behaartem 
Fruchtknoten vorkommen. Ich habe nur ein als S. myrtiUoides bestimmtes, aus 
Lappland stammendes Exemplar mit behaarten Fruchtknoten gesehen; die Frucht- 
knoten waren jedoch so kurz gestielt, dass das Exemplar nicht zu dieser Art ge- 
hören konnte ; es gehörte vielmehr zu S. repens. 

Als Formen stellt auf: 

Andersson (Sal. Lappon. 68 [1845]) nach der Form der Blätter: 1. sub- 
rotundo-ovdta. Blätter am Grunde herzförmig, rundlich-eiförmig. Spitze sehr stumpf. 

— 2. ovdta. Am Grunde gerade oder etwas abgerundet, länglich, stumpflich. — 3. 
obldnga (fast linealisch) beiderseits verschmälert, spitzlkh. 

Als besondere Varietät ß. stellt Andersson (in DC. Prodr. XVI. 2 [1868]) 
S. pedicelldris (Pursh Fl. Amer. septentr. II. 611 [1814J) auf, welche er in seiner 
Monogr. Sal. I (1863) 96 als Unterart aufführte. Diese in Nonlamerica vorkommende 
Weide giebt in ihrem grösseren, stärkeren Wuchs, sowie in ihren viel länger ge- 
stielten Fruchtknoten ein von »S'. myrtiUoides so erheblich abweichendes Bild. dass 
es nicht möglich erscheint, sie als eine Abart zu dieser Art zu stellen. Es dürfte 
richtiger sein, sie als eine Unterart zu betrachten. 

(Im nördlichen Skandinavien zwischen dem 67° 15' und 69° 45' 
N. Br.; in Russland nördlich bis zum Enare Lappland, Finnischen 

1) Nach Johann Anton Weinmann, * 1782 (nach Lindemann 1784 in 
Bayern), f 17. Aug. 1858 Pawlowsk, seit 1823 Kaiserl. Hofgarteu-Direktor daselbst, 
früher botanischer Gärtner in Dorpat, um die Petersburger Flora, auch um die 
Kenntnis* der Pilze Russlauds verdient, Verfasser von Elenchus plantarum horti 
imperialis Pawlowskiani et agri Petropolitani. Petr. 1S24. Hymeno- et Gastero- 
tnycetes hiiiusquc in imperis rossico observatos recensuit. Petr. 1836. Enumeratio 
stirpium in agro Petropolitano spontecrescientium. Petr. 1^37. Die zu den Cuno- 
niaceae (früher zu den Bazifragaceae) gerechnete grösstenteils südhemisphärischc 
Gattung Weinmarmia iL. Syst. ed. 10. 1005 [1750] Windmannia Patr. Br. Hist. 
Jamaic. 212) ist nach Johann Wilhelm YV., Apotheker in Kegensburg, Verf. von 
Phytanthozoiconograpbia etc. IV Bände Batisb. 1737 — 45 und Thesaurus rei her- 
bariae etc. Aug. Vind. 1787 benannt. 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



Salix. 123 

Lappland und westlichen Theil der Halbinsel Kola; östlich bis Ar- 
changelsk, Flusslauf der Dwina, im westlichen Theil des Gouv. Wologda; 
südlich bis zum nordwestlichen Theil des Gouv. Kasan, dem Gouv. 
Nizui-Nowgorod, Tambow, Tschernigow, Kiew und Wolhynien ; west- 
lich bis zu den Ostseeprovinzen und Finnland ; ausserhalb diesen 
Grenzen noch südöstlich in den Gouv. Perm und Orenburg, sowie süd- 
lich im Gouv. Charkow. Asien: im nördlichen und arktischen Sibirien 
in den Flussgebieten des Ob, Jenissei und der Lena zwischen 65° 50' 
und 69° 25' N. Br., Kamtschatka, am unteren Amur. Nordamerica: 
Kotzebuesund, Alaska, arktisches, westliches Nordamerica, Lake Superior, 
Winipegsee, Hudsonbai, Saskatchawan, Sklavensee, Mackenzie, Fräser- 
River, im östlichen brit. America nördlich vom Polarkreis und auf dem 
Gipfel des Mount Albert.) \*_ 

1040. X 1047. S. glauca X myrtilloides 

1041. X 1047. S. cinerea X myrtilloides 

1045. X 1047. S. aurita X myrtilloides 

1046. X 1047. S. depressa X myrtilloides 

1047. X 1048. S. myrtilloides X repens 
1047. X 1049. S. myrtilloides X nigricans 
1047. X 1051. S. myrtilloides X arbuscula 
1047. X 1052. S. myrtilloides X hastata 
1047. X 1059. S. myrtilloides X Lapponum 

1047. X 1061. S. myrtilloides X purparea 

b. Argenteae (Anderss. in DC. .Prodr. XVI. 2. 233 [1868]. 
— Bepentes Anderss. a. a. O. [1868J). Fruchtknoten kurz 
gestielt. — Uebrige Merkmale s. S. 58. 
In Europa nur unsere Art. 

1048. (16.) S. repens (Kriechweide; niederl. : Kruipwerf, kleine 
Werf; dän.: Krybende Pil). fi. Niedrig, 0,3 — 1 m hoch, mit unter- 
irdischem Stamm, kriechend, mitunter ausgedehnte Polster bildend, nur 
selten bis 2 m hoch. Zweige aufrecht, dünn, kahl, braun, selten (nament- 
lich bei alten Sträuchern) gelb; junge Triebe kurz oder filzig behaart. 
Blätter kurz gestielt (Stiel bis 0,3 cm lang, kurz seidig hellgrau be- 
haart, später verkahlend oder ganz kahl), schmal pfriemlich lineal, bis 
lanzettlich, länglich oder breit oval, bis 6,5 cm lang, 2,2 cm breit, lang 
zugespitzt oder mit kurzer gerader oder gefalteter Spitze, nur selten an 
der Spitze stumpf oder abgerundet und ausgerandet, am Grunde spitz, 
stumpf oder abgerundet und ausgerandet, nur selten etwas herzförmig, 
ganzrandig; Rand flach oder zurückgerollt, nur selten mit einzelnen kleinen, 
aufgesetzten Zähnchen; (junge Blätter beiderseitig hellgrau, seidig bis dicht 
seidig filzig behaart) ; später oberseits meistens verkahlend, unterseits nur 
selten verkahlend, oberseits satt- oder trübgrün, etwas glänzend, unterseits 
bleich- oder graugrün, matt, oft beim Trocknen schwärzlich werdend; Mittel- 
nerv hell, oberseits flach, unterseits stark hervortretend; Seitennerven hell, 



124 Salicaceae. 

beiderseitig scharf hervortretend; Adernetz weitmaschig, oberseit> scharf 
(namentlich beim Trocknen), nnterseits wenig hervortretend. Neben- 
blätter meisl nur bei Schösslingen vorhanden, schmal-lanzettlich oder 
elliptisch. Knospenschuppen braun oder purpurroth, kurz behaart. 
Blüthenstände meist kurz vor den Blättern erscheinend, mitunter gleich- 
zeilig mit denselben; die männlichen an kurzen bis 0,3 cm langen, hell- 
grau seidig behaarten, mit kleinen lanzettlichen bis oblongen, spitzen, 
seidig behaarten Blättern besetzten Zweigen endständig, aufrecht, dicht- 
bis etwas lockerblüthig, oval bis kurz cylindrisch, bis 1,5 cm lang, 
0,5 cm dick; ihre Achse hellgrau seidig behaart. Tragblätter oval, am 
oberen Ende stumpf oder abgerundet, an der Spitze dunkelbraun oder 
dunkelpurpurrot, am Grunde hell, seidig behaart und am Rande länger 
bebärtet. Staubblätter kahl oder am Grunde mit einigen Härchen, 
etwa 3 mal so lang als die Tragblätter. Staubbeutel ov^d, röthlich, gelb, 
später schwärzlich. Hintere Drüse schmal oval, gestutzt, über 1 : 2 so 
lang als die Tragblätter. Weibliche Blüthenstände an kurzen, bis 1 cm 
langen, sonst wie bei den männlichen beschaffenen Zweigen endständig, 
aufrecht, dicht bis etwas lockerblüthig, oval bis cylindrisch, bis 3,5 cm 
lang, 1,5 cm dick; ihre Achse hellgrau behaart. Tragblätter länglich 
bis oval, nur 2 /3 so lang als der Fruchtknotenstiel, sonst wie bei den 
männlichen. Fruchtknoten lang gestielt (Stiel 2 /& bis ganz so lang als 
die Fruchtknoten, seidig bis filzig hellgrau behaart, selten kahl), aus 
eiförmigem Grunde kegelig, stumpf, später sehr verlängert, seidig bis 
filzig, hellgrau behaart, selten kahl; Griffel sehr kurz; Narben läng- 
lich-oval, ausgerandet oder getheilt, kopfig, gelb oder röthlich. Drüse 
schmal-oval, gestutzt, */» — 1 /s so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Auf Mooren und Sümpfen, torfigem Boden, aber auch auf nassem 
Sand und trockenem Heideboden, sowie auf den Dünen an der Meeres- 
küste; hier oft ausgebreitete, niedrige, dichte Polster bildend (so nament- 
lich auf den Nordseeinseln); im ganzen Gebiete ausser Montenegro, über- 
wiegend in der Ebene bleibend, seltener auf den Gebirgen (auf den 
Alpen, den Hochmooren in Oberbayern bis 910 m, auf dem Böhmer- 
walde und dem Plateau des böhmisch-mährischen Waldes bis 1137 m), 
in Tirol bis 1700 m (Dalla Torre u. Sarnth. VI. 2. 24 u. br.). 
Fehlt bei uns im eigentlichen Mittelmeergebiet. Bl. April, Mai. 

S. repens L. Spec. pl. ed. 1. 1020 (1753) erw. Wimmer u. Grab. 
Fl. Siles. II. 380 (1829). Koch Syn. ed. 2. 754. Kerner Niederösterr. 
Weid. 2K6 (1859). Wimmer Sal. Europ. 114 (1866). Anderss. in DC. 
Prodr. XVI. 2. 237 (18K8). Nyman Consp. 668. Suppl. 280 erw. 
Richter-Gurke PI. Eur. II. 14. Camus Olassif. Said. Europ. Monogr. 
Said. France 161 (1904). 

Bei S. repens sind l Hassen zu unterscheiden: 
A. eu repens. Blätter lanzettlich bis breit-oval mit zurückgebogener 
Spitze oder am oberen Ende abgerundet, seltener ausgerandet, am 
Rande zurückgerollt, mit 6-8 Paar Seitennerven. Blüthenstände 
länglich bis cylindrisch. 






Salix. 125 

Kommt nach Kerner Niederösterr. Weid. (1859) 270 in 
Niederösterreich sowie auch in den südöstlich an Niederösterreich 
sich anschliessenden Gebieten (ungar. Flachland, Banat, Sieben- 
bürgen, Serbien, Südrussland) nicht vor. 

S. repens A. eurepens O. v. Seemen in A. u. G. Syn. IV. 
124 (1908). — S. repens L. Spec. pl. ed. 1 (1753) 102 im 
engeren Sinne. Willd. Spec. pl. IV. 2 (1805) 693. Rchb. Ic. XI 
t. DLXXXIXfig. 1239 [2039]. Anderes. Monogr. Sal. I. 113 (1863). 

— S. fusca L. a. a. O. (1753). — 8. depressa Hoffm. Hist. Sal. 
I. 63, tab. 15, 16 (1787) nicht L. — S. prosträta Smith Fl. 
Brit. III. 1060 (1804). — S. polymorpha 1 ) Ehrb. Arb. n. 49, 
Seringe Saul. Suisse (Exsicc.) II. Nr. 11 (1805). — S. nana 
Schleicher Cat. Sal. Helv. ed. 1 (1807). — 8. repens b. latifolia, c. 
microphylla Schleicher Cat. Sal. Helv. ed. 2 (1807) nach Seringe 
Essai Monogr. Saul. Suisse (1815) 10. — 8. depressa B. micro- 
phylla Seringe Essai Monogr. Saul. Suisse 10 (1815). — S. de- 
pressa D. elatior Seringe a. a. O. (1815). (S. polymorpha elatior 
Seringe Saul. Suisse [exsicc] V. Nr. 36 [1808]). — S. adscendens 
Smith Comp. Fl. Brit. ed. 2. 147 (1816). — 8. parinßlia 
Smith a. a. O. (1816) nicht Anderes. — 8. foetida Smith Engl. 
Fl. III. 208 (1828) nicht Schleicher. — S. decwnbens Forb. Sal. 
Woburn. Nr. 88 (1829). — S. versicolor Forb. a. a. O. Nr. 153 
(1829). — S. repens erw. ß. repens, y. ericetorum, s. fusca 
Wimmer u. Grab. Fl. Sil. II, II. 380 (1829). — S. fusca ß. 
repens Wahlenb. Fl. Suec. II. 671 (1833). — S. fusca Spielart 
a. leiocarpa, c. nuda, d. repens G. F. W. Meyer Chlor. Hau. 
496 (1836). — S. repens a. vulgaris, ß. fusca, d. leiocarpa Koch 
Syn. 656 (1837). — S. repens ß. gl abrät a Hartman Handb. Skand. 
Fl. 6. Uppl. 221 (1854). — S. repens a. angustifölia, ß. fusca 
Doli Fl. Grossherz. Baden II. 502 (1859). — S. repens i. cy- 
lindrica Kerner Niederösterr. Weid. 268 (1859). — 8. repens a. 
vulgaris „Koch erw." Ascherson Fl. Prov. Brand. 636 (186 4). — 
S. repens b. fusca, c. vulgaris Wimmer Sal. Europ. 117 (1866) 

— S. repens a. genaina Celakovsky Prodr. Fl. Böhm. 136 (1867). 

— S. repens excl. ß. rosmarinifblia und y. ßävißäns Anderes, 
in DC. Prodr. XVI. 2. 237 (1868). — S. repens f. incubücea 
und fusca Blytt Norg. Fl. II. 434 (1874). — S. repens a. repens, 
ß. fusca, y. prosträta, d. ascendens, e. incnbacea Bab. Manual Brit. 
Bot, 8 ed. 329 (1881). — S. repens var. latifolia, var. angustifölia 
(?) Schinz u. Keller Fl. Schweiz 135 (1900). — S. repens erw. A. 
vulgaris, B. fusca Camus Classif. Saul. Eur. Monogr. Saul. France 
167 (1904). — 8. vendedna 2 ), S. iodophylla 3 ), S. Eoffavieri% S. 



i) Von 7ioÄi\uoQ(pog vielgestaltig. 

2) Die Bedeutung dieses Namens ist uns unbekannt. 

3) Von l&Stjg veilchenfarbig und (pvÄAov Blatt. 

4) Ueber Roft'avier ist uns nichts bekannt, 



12G Salicaceae. 

Magistri 1 ), S. binäta, S. alpestrivaga, S. humilior, 8. dolabri- 
fölia und 8. MaHchälii 2 ) Gandog. nach Camus a. a. 0. 163 (1904). 

Finne 's S. fusca, S. repens s. fusca Wimmer u. Grab. a. a. O. ist 
eine Form ron höherem Wuchs uud mit elliptischen bis elliptisch-lanzettlichen, 
obereeits kahlen, unterseits seidig behaarten Blättern. S. repens 6. leiocarpa 
Koch a. a. O. ist die Form mit kahlen Fruchtknoten (mit behaarten Frucht- 
knoten f. hebecarpa oder eriocarpa). Form mit theilweise verwachsenen Staub- 
blättern m. ein dost emma. 

Blytt a. a. O. fügt seiner var. ineubacea die Beschreibung hinzu: 
„niedcrliegender kleiner Strauch mit unterirdischen .Stämmen und aufsteigen- 
den Acsten". Hieraus ist nicht zu ersehen, ob er damit Linne's S. in- 
eubacea, die gleich S. repens h. rosmarinifolia ist, gemeint hat. 

Als Abarten sind hervorzuheben : 
II. arenaria. Blätter länglich bis breit oval, spitz oder am oberen Ende ab- 
gerundet, in der Jugend auf beiden Seiten dicht weissgrau seidig bis seidig- 
wollig behaart, später auf der Oberseite meistens verkahlend. 

S. repens f. arenaria Anderss. Monogr. Sal. I. 115 (1863). — <S'. 
arenaria L. Spec. pl. ed. 1. 1019 (1753) z. T. — S. lanata Roth Enum. Fl. 
Germ. I. 418 (1788). Thuill. Fl. Paris ed. 2. 516 (1799). — S. argentea 
Smith Fl. Brit. III. 1059 (1804). Willd. Spec. pl. IV. II. 693 (1805). — 
S. depressa ('. nitida Seringe Saul. Suisse (exsicc.) VII. Nr. 62 (1814) u. 
Ess. Saul. Suisse 10 (1815). — S. repens S. argentea Wimmer u. Krause 
Fl. Siles. II. II. 380 (1829). — S. repens y. sericea Gaudin Fl. Hclv. VI. 
234 (1830). — S. fusca y. arenaria Wahlenb. Fl. Suec. II. 671 (1833). - 
S. fusca Spielart b. argentea G. F. W. Meyer Chlor. Hau. 446 (1836). — 
S. repens y. latifolia Doli Rheinische Flora II. 502 (1843). — S. repens 
C. lanata Camus Classif. Saul. Eur. Monogr. Saul. France 168 (1904). — 
Subspecics S. argentea Camus a. a. O. (1904). — S. obovdta Gandog. nach 
Camus a. a. O. (1904). 

Li nn< ; hat (a. a. O.) bei seiner S- arenaria Formen der S. repens 
und >S. Lapponum durcheinander geworfen. 
III. Rieseana' ! ). Blätter klein, fast kreisrund, mittlere und obere an der Spitze 
herzförmig eingeschnitten. — In der Provinz Brandenburg bei Spremberg 
gefunden. — S. repens f. Rieaeana Straehler ÖBZ. XXVII (1877) 373. BV. 
Brand. XIX. 14 (1878). 

Ausserdem sind noch als Formen aufgestellt von : 

A. G. Roth (Tent. Fl. Genn. I. 418 [1788]): S. lanata ß. depressa (ohne 
nähere Beschreibung). 

Hartig (Vollst. Naturg. Forstl. Culturpflanz. Deutschi. 412 [1852J): S. 
argentea var. lute'ola. Triebe leuchtend dottergelb. 

Blytt (Norg. Fl. IL 434 [1874]): zu S. repens f. ineubacea die Unterformen 
latifolia, angustifolia , parvifolia; und zur f. ftisca die Unterformen longifolia, 
brevifolia, 

Ascherson (Fl. Prov. Braudenb. 637 [1864]): a. vulgaris 5. vitellina G. 
Meyer. Aeste dottergelb. Blätter schwächer behaart, zuletzt auch unterseits kahl, 
blassgrün, meist lanzettlich. 

Celakovsky (Prodr. Fl, Böhm. 137 [1867J): a. genuina 6- lutc'scens. Trag- 
blätter ungewöhnlicher Weise auch gleichfarbig rostgelblich. 

Camus (Classif. Saul. Europe Monogr. Saul. France 167 [1904J): S. repens 
A. vulgaris S -var. angustifolia. Blätter länglich-lanzettlich. Gehört ZU B. rosmarini- 






1) Nach welchem „ Magister" (oder Maitn)? 

2) lieber Marichal ist uns nichts bekannt. 

3) Nach dem Entdecker Hermann Biese, s. 11. s. i'üü Fussn. 1. 



Salix. 127 

Jolia. — S.-var. latifolia. Blätter länglich-ovale. — S.-var. microphylla. Niedrig, 
mit schlanken Aesten. Blätter sehr klein, am Grunde verschmälert, spitz. (S. 
empetrifdlia Gandog.). — S.-var. Mauriana*). Blätter schmal, länglich-lanzettlieb, 
laug zugespitzt, graugrün, unterseits fast kahl. (S. Mauriana Gandog.) 

B. rosra arinif 61 ia (russ. : Heia-ia). Blätter linealisch bis länglick- 
lanzettlich, mit gerader Spitze, flach oder am Rande nur wenig 
zurückgerollt; Seitennerven 8 — 12 Paare. Blüthenstände eiförmig 
oder fast kugelig. 

S. repens a. rosmarinifolia Wimmer u. Grab. Fl. Siles. 
IL 380 (1829). Kerner Niederösterr. Weid. 266 (1859). Wimmer 
Sal. Europ. 117 (1866). Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 237 
(1868). — 8. incubaeea L. Spec. Plant, ed. 1. 1020 (1753) (?). 
— S. rosmarinifolia L. a. a. O. (1753). Willd. Spec. IV. 2. 697 
(1805). Koch Syn. ed. 2. 755. Reichenb. Ic. XI t. DXCI fig. 1242 
[2042] (als Subsp.). Anderss. Monogr. Sal. I. 115 (1863). — S. an- 
gustifolia Wulf, in Jacq. Coli. III. 48 (1789) nicht Willd. Nyman 
Consp. 668. — S. rosträta Thuill. PI. Par. 2 ed. 517 (1799). — S. 
arbuscula Smith Fl. Brit. III. 1050 (1804) nicht L. — S. hetero- 
phylla 2 ) C. F. Schultz Suppl. Prodr. Fl. Starg. 51 (1819). — S. 
tenuis Host Sal. 14, tab. 47, 48 (1828). — S. pratensis Host 
a. a. O. 15 tab. 51 (1828). — S. littorälis Host a. a. 0. 15 tab. 
52 (1828). — S. Schultziäna z ) Willd. in Link Handb. IL 453 
(1831). — S. fusca Spielart e. longifölia G. F. W. Meyer Chlor. 
Han. 496 (1836). — S. repens a. angustifolia Gren. u. Godr. 
Fl. France III. 157 (1855). Camus Classif. Said. Europe Monogr. 
Saul. France 168 (1904). — S. diversifölia Rochel nach Anderss. 
Monogr. Sal. 116 (1863). — S. Willdenowiäna*) Dipp. Handb. 
Laubholzk. IL 262 (1892). 

S. repens B. rosmarinifolia ist von den verschiedenen Schriftstellern nicht 
in gleicher Weise aufgefasst und vielfach mit der schmalblätterigen Form der 
A. eurepens sowie mit dem Bastard S. repens X riminalis zusammengeworfen 
worden. Hier die abweichenden Auffassungen der einzelnen Autoren in jedem 
Falle genau klar zu stellen, erscheint unmöglich. Es sei darum hier nur auf 
die von Kern er a. a. O. vortrefflich durchgeführte Scheidung von S. repens 
1. cylindrica und 2. rosmarinifolia hingewiesen. 

Mit kahlen Fruchtknoten liocdrpa^), mit behaarten Fruchtknoten hebe- 
carpaG) oder criocarpaT). Mit theilweise verwachsenen Staubblättern — cWo- 
stemma*). 



1) Ob nach der Provinz Maurienne in Savoyen? 

2) Von i'reQog verschieden und cpvAAov Blatt. 

3) Nach Karl Friedrich Schultz, * 17G5 Stargard f 27. Juni 1837 Neu- 
brandenburg, Arzt und Hofrath daselbst, Verf. der für die Flora von Mecklenburt;- 
Strelitz grundlegenden Prodromus Florae Stargardiensis Berol. 180G, Suppl. I. 1819, 
verdientem Bryologen (De Barbula et Syntrichia Acta Ac. Leop. Curol. XL. 1. 1823, 
sowie Beiträge in Sylloge pl. Ratisbou. I, II). 

4) S. II. 1. S. G28 Fussn. 1. 

5) Von Aelog glatt, kabl und y.aQ.TÖg Frucht. 

6) S. S. 11?" Fussn. 2. 

7) Von I'qiov Wolle und naoTiög. 

8) S. S. 112 Fussn. 2. 



128 Balicaceae, 

Als besondere Formen .sind aufgestellt vou : 

Wahlenberg (Fl. Suec. II. 672 [1833]): S. rosmarinifolia ß. mit längeren 
Aesten und Blättern. 

II artig (Vollst. Natnrgescb. Forstl. Culturpfl. 413 [1852]): S. angustifolia. 
var. canaliculata Besser mit ungetheilten fadenförmigen Narben. (S. canaliculata 
Besser Kniun. pl. Volhyn. 77 [1822] ) — var. Medusa i) mit ungewöhnlich verlängerten 
gespaltenen Narben. — var. cinerascens mit auch oberseita bleibend angepi-esst seiden- 
haarigen Blättern. — S. rosmarinifolia var. heteromdrpha-). Derselbe Strauch ent- 
hält linear-lanzettliche und breit-elliptische, beiderseits zugespitzte Blätter. 

Kerner (Niederösterr. Weiden 26G [1859]): S. repens 2. rosmarinifolia a. 
ialifolia. Blätter länglich oder länglich-lanzettlich, etwa 5 mal so lang als breit. — 
b. angitstifolia. Blätter linealiseh, bis linealisch-lanzettlich 5 — 10 mal länger als breit. 

Andersson (Monogr. Sal. I. 116 [1863]): S. rosmarinifolia var. latifolia. 
Blätter länglich bis länglich-lanzettlich. — var. angustifolia. Blätter linealisch bis 
linealisch-lanzettlich. — discolor. Blätter unterseits bläulich, meist seidig. — cön- 
color. Blätter beiderseits grün, fast gleichfarbig. — var. laxißora. Blüthenstände 
sehr armblüthig. — var. ßavicans. Jüngere Blätter unterseits gelblich seidenglänzend. 
— Kommt nicht im Gebiet vor, nur im Amurgebiet ; siehe unten C. ßavicans. 

Ascherson (Fl. Prov. Brandenb. [1864]): S. repens b. rosmarinifolia 2. 
laeta. Aeste dottergelb; Blätter schwächer behaart, zuletzt auch unterseits kahl. 
(S. laela C. F. Schultz Suppl. Fl. Starg. 51 [1819]). 

M. Servit (Mag. Bot. Lap. VI [1907] 162): var. vaccinio'idcs. Aeste breiter 
bis 0,5 m hoch, dick, dicht behaart. Blätter länglich-elliptisch, au der Spitze stumpf, 
derb lederartig, am Bande etwas zurückgerollt, oberseits braungrün, Nerven un- 
deutlich. — Sehr spärlich auf Torfwiesen bei Pohledec (Mähren) (!). 

C. flävicans. Blätter in der Jugend unterseits gelblich-seidig behaart, später 
auf beiden Seiten kahl; Nervatur unterseits hervortretend, gelb. Blüthenstände 
länger, kurz gestielt. Griffel deutlich. 

Nur im Amurgebiet heimisch. 

S. repens y. ßavicans Anderss. in PC. Prodr. XVI. 2. 238 (1868). — 
S. rosmarinifolia var. ßavicans Anderss. Monogr. Sal. I. 116 (1863). 

D. subopposita. Niedrig. Blätter kurz gestielt lanzettlich bis lineal-lanzettlieh, 
ganzrandig, unterseits kurz seidig behaart, oberseits kahl. Nebenblätter stark 
entwickelt, lanzettlich, lang zugespitzt. Blüthenstände vor den Blättern er- 
scheinend, kurz gestielt, cylindrisch. 

Nur in der Mandschurei und in Japan vorkommend. 

S. repens var. subopposita O. v. Seemen Sal. Japon. (1903) 35. — S. 
subopposita Miq. An. Mus. Bot. Lugd. Bat. III. 28 (1867). — S. repens ß. 
rosmarinifolia Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 238 (18HS). 

(Nach Norden hin durch England und Schottland, Skandinavien 
[in Norwegen bis Hjerdalen 63° 38' N. Br., in Schweden bis Umeä, 
etwa ebenso weil nördlich], Russland in Finnland [Oesterbotten ], bis 
zum Oneua-See, Gouv. Wologda [etwa 62° 40' N. Br.]; nach Süden hin 
durch ganz Frankreich bis in das nördliche Spanien [Catalonien, Ga- 
licien] und das nördliche Portugal, Norditalien bis Venedig, Serbien, 
durch ganz Russland hindurch bis zur Mündung des Dnjestr und bis 
zum untern Lauf des Dnjepr, des Don und der Wolga (aber nicht in 
der Krim); vom Westen von Frankreich bis östlich zum Ural. Asien: 



i) Nach der Medusa der griechischen Mythologie, einer der drei schlangen - 
haarigeii Gorgonen. 

^) Von £Veno£ verschieden and /««<«/ >\ Gestalt. 



Salix. 



129 



im nördlichen Kleinasien, im Lande der Ural-Kosaken, vom Ural öst- 
lich durch ganz Sibirien, südlich bis Turkestan [Samarkand], im Tian- 
schan [bis 3000 m], in der Dsungarei, im Altaigebiet, in Baikalien im 
Amurland, in der Mandschurei und in Japan [hier nur subopposita]. 
— Der Typus der Art kommt nicht in Serbien vor, und ist in Russ- 
land nicht ganz so weit nördlich und südlich [hier etwa nur bis 49° 30' 
N. Br.] wie die Rasse rosmarinifolia verbreitet.) * 



1033. X 1048? S. penlandra X repens? 

1034. X 1048. S. herbacea X repens 

1041. X 1048. S. cinerea X repens 

1042. X 1048. 8. caprea X repens 

1043. X 1048. S. grandifolia X repens 
4045. X 1048. S. aurita X repens 

1041. X 1048. X 1045. S. cinerea X repens 

X aurita 
1041. X 1048. X 1045. X 1048. 8. cinerea X 

repens X aurita X cinerea 
1041. X 1048. X 1045. X 1042. 8. cinerea X 

repens X aurita X caprea 
1045. X 1048. X 1045. S. aurita X repens X 

aurita 
8. depressa X repens 
X 1046. 8. aurita X repens X 

depressa 
8. myrtilloides X repens 
8. repens X nigricans 
8. repens X phylicifolia 
S. repens X hastata 
S. repens X daphnoides 
8. repens X viminalis 
X 1057. 8. cinerea X repens 

X viminalis 
X 1057. 8. caprea X repens 

X viminalis 
X 1057. 8. aurita X repens X 

viminalis 
X 1057. 8. depressa X repens 
X viminalis 
X 1059. S. repens X Lapponum 
X 1060. S. repens X incana 
X 1061. S. repens X purpurea 
X 1048. X 1061. S. aurita X repens X 

pnrpurea 
1048. X 1055. X 1061. S. repens X daph- 
noides X purpurea 



1046. 
1045. 

1047. 
1048. 
1048. 
1048. 
1048. 
1048. 
1041. 



X 1048. 
X 1048. 

X 1048. 
X 1049. 
X 1050. 
X 1052. 
X 1055. 
X 1057. 
X 1048. 



1042. X 1048. 

1045. 

1046. 



X 1048. 
X 1048. 



1048. 
1048. 
1048. 
1045. 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



A schers on o. Graebner, Synopsis. IV. 



130 Salicaceae. 

1048. X 1057. X 1061. S. repens X viminalis X purpurea 
siehe am Ende der Gattung. 

* S. petiolaris. |/. Niedrig bis mittelhoch. Zweige dünn, zähe, braun, in 
der JugeDd sehr kurz grau behaart, später kahl. Blätter lanzettlich bis schmal 
lanzettlich, bis 10 cm lang, 2,5 cm breit, beiderseits verschmälert, spitz, am Rande 
fein hakig gesägt, oberseits kahl, trübgrün, unterseits kahl oder sehr kurz schimmernd 
behaart, heller Ins grau (nur die jungen Blätter etwas stärker behaart). Neben- 
blätter wenig entwickelt, eiförmig, zugespitzt, gesägt. Kuospenschuppen braun. 
Blüthenstände vor oder kurz vor den Blättern erscheinend, aufrecht; die männlichen 
sitzend, am Grunde von kleinen schuppenartigen Blättern umgeben, kurz cylindriscb, 
bis 2 cm lang, 0,8 cm dick, dichtblüthig, ihre Achse dicht weissgrau behaart ; Trag- 
blätter oval, stumpf, braun, am Grunde heller, lang weissgrau behaart. Staubblätter 
frei oder am Grunde bis ' i verwachsen, kahl, etwa dreimal so lang als die Trag- 
blälter. Staubbeutel oval, gelb. Hintere Drüse schmal oval, gestutzt, etwa halb 
so lang als die Tragblätter. Weibliehe Blüthenstände wie die männlichen sitzend oder 
an kurzen, grau behaarten, mit kleinen Blättern besetzten Zweigen endständig, aufrecht 
oder etwas gekrümmt, kurz cylindriscb, bis :-! cm lanj,', 1 cm dick, dichtblüthig; 
ihre Achse dicht behaart. Tragblätter wie bei den männlichen ; Fruchtknoten lang 
gestielt (Stiel etwa so lang wie der Fruchtknoten, anliegend kurz grau behaart), 
aus ovalem Grunde kegelig verschmälert, anliegend grau behaart: (iriffel kurz; 
Narben oval, dicklich, getheilt, kopfig. Hintere Drüse schmal eiförmig gestutzt, 
etwa '/3 so lang als der Stiel des Fruchtknotens. 

In Nordamerica beimisch, im Mitteleuropa vielfach angepflanzt. Bl. Mai. 

S. petiolaris Smith Trans. Lin. Soc. VI 122 (1802). 

Diese Weide wird als S. amygrlalina americana seit mehreren Jahren in den 
Korbweiden-Plantagen vielfach angepflanzt und liefert in ihren glatten zähen Ruthen 
ein vortreffliches Flechtmaterial, 

.X . S. petiolaris X sericea s. am Ende der Gattung. 

* S. sericea. Ist der vorstehenden Art sehr ähnlich und von derselben nur 
unterschieden durch die dicht seidige Behaarung der jungen Blätter und der unteren 
Seite der entwickelten Blätter, powie durch die dichte seidig-filzige Behaarung des 
Fruchtknotens. Ausserdem sind die entwickelten Blätter oberseits dunkelgrün und 
etwas glänzend. 

Ebenfalls in Nordamerica einheimisch und im Mitteleuropäischen Gebiet viel- 
fach augepflanzt. Bl. Mai. 

8. sericea Marshai Arbust. Am. 140 (1785) nicht Vill. — S. petiolaris rar. 
sericea Anderss. Monogr. Sal. I. 110 (1863). 

.X . S. petiolaris X sericea \ -. , , n .. 

., o • vy j . \ s. am Ende der Gattung. 

.X . o. sencea X coraata I 

b. b. Meiostylae 1 ) (v. Seemen Sal. Jap. 17 [1903]). Griffel von 

mittlerer Länge, länger als die kurzen oder länglichen Narben, 

nicht länger als der halbe Fruchtknoten (s. auch c). 

1. 1. Virescentes (Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 240 [1868]. 

— Phylicifoliae Anderss. a. a. O. [1868]). Blätter kahl, 

meist bogig gesägt. Früchte kahl oder behaart. — Uebrige 

Merkmale s. S. 59. 

In Europa nur unsere Arten. 
a. a. Fruchtknoten gestielt, ihre Stiele von mittlerer Länge. 



l) Von [telov weniger [lang] und avvÄog Griffel (nicht Mesostylae S. 58). 



Salix. 131 

1049. (17.) S. nigricans, fi. Bis 4 m hoch, selten baumartig. 
Zweige dunkelrothbraun, gelbbraun oder grünlich, dicht kurz grau 
flaumig oder filzig behaart, zuweilen kahl ; junge Triebe dicht grau 
behaart, selten kahl. Blätter gestielt (Stiel bis 2 cm lang, grau be- 
haart, später verkahlend, mitunter kahl), rundlich-eiförmig, elliptisch 
oder verkehrt eiförmig bis länglich-lanzettlich, bis 10 cm lang, 5 cm 
breit, kurz zugespitzt oder spitz, am Grunde abgerundet und mitunter 
etwas herzförmig, stumpf oder spitz, am Rande unregelmässig gesägt 
oder wellig gezähnt, mitunter ausgebissen gezähnt, oberseits kahl oder 
nur etwas behaart, dunkelgrün und etwas glänzend, unterseits kahl 
oder behaart, mitunter dicht filzig, heller, graugrün, bis blaugrau, matt, 
beim Trocknen schwärzlich werdend, (junge Blätter an der Spitze der 
Triebe meistens dicht kurz seidig oder filzig behaart); Mittelnerv hell, 
oberseits wenig hervortretend, sjniter etwas vertieft, unterseits breit her- 
vortretend; Seitennerven hell, oberseits etwas vertieft, unterseits fein 
und oft scharf hervortretend. Adernetz weitmaschig, oberseits etwas 
vertieft, wenig bemerkbar, unterseits wenig bis scharf hervortretend. 
Nebenblätter halbnieren- oder schiefeiförmig, spitz, am Rande gesägt. 
Knospenschuppen rothbraun, kurz dicht behaart, verkahlend. Männ- 
liche Blüthenstände kurz vor, selten mit den Blättern erscheinend, an 
kurzen bis 0,5 cm langen, bis dicht filzig grau behaarten, mit kleinen 
länglichen, spitzen, dünn seidig behaarten und bebärteten Blättern be- 
setzten Zweigen endständig, oval bis kurz cylindrisch, bis 2,5 cm lang, 
1,8 cm dick, aufrecht, oder etwas gekrümmt, dichtblüthig; ihre Achse 
kurz grau behaart. Tragblätter schmal oval, stumpflich, braun, an der 
Spitze dunkelpurpurroth oder schwärzlich, dünn lang grau behaart und 
bebärtet. Staubblätter 2 — 3 mal so lang als die Tragblätter, unterwärts 
stark behaart. Staubbeutel oval, gelb. Hintere Drüse breit, stark ge- 
stutzt, fast rechteckig, an der Spitze mitunter flach ausgerandet, etwa 
x h so lang als die Tragblätter. Weibliche Blüthenstände kurz vor, 
meist mit den Blättern erscheinend, an etwas längeren, bis 1 cm langen, 
sonst wie bei den männlichen beschaffenen Zweigen, aufrecht oder seit- 
wärts gekrümmt, oval bis cylindrisch, bis 6 cm lang, 1,5 cm dick, meist 
etwas lockerblüthig; ihre Achse grau behaart. Tragblätter wie bei den 
männlichen und meistens bis an den unteren Theil des Fruchtknotens 
heraufragend, Fruchtknoten gestielt (Stiel 1 /z — 2 / 3 s0 ^ an g a ^ s der 
Fruchtknoten, meist kahl, seltener behaart), aus eiförmigem Grunde 
spitz verschmälert, meist kahl, seltener ganz oder theilweise grau be- 
haart. Griffel l /* — 2 \z so lang als der Fruchtknoten, an der Spitze 
meist gespalten, gelb. Narben länglich, ausgerandet oder gespalten, 
seitwärts abstehend. Hintere Drüse wie bei den männlichen und 1 /3 
bis V2 so lang als der Stiel des Fruchtknotens. 

In der Ebene auf Wiesen, Mooren und Waldsümpfen, an Wasser- 
gräben und Bachufern ; auf Gebirgen an quelligen Stellen, Bächen, auf 
Hoch- und Wiesen-Mooren; in dem grössten Theil des Gebiets, aber 
sehr ungleichmässig verbreitet. Sie fehlt ganz als urwüchsige Pflanze 
im nordwestlichen Deutschland (in Hannover, Westfalen, Rheinprovinz, 



132 Salicaceae. 

an dem von Herrenkohl bei Kleve in der Rheinprovinz angegebenen 
Standort ist die Art wohl nur angepflanzt und verwildert wie auch 
sonst vielfach im übrigen Gebiet), im Schwarzwald, Bayerischen Wald, 
im grössten Theile Böhmens (dort nur bei Wittingau) und in Mähren, 
im Ungarischen Tieflande und in Montenegro. Nur zerstreut kommt 
sie vor: von Westpreussen und Posen westwärts bis zur Grenze von 
Hannover, Westfalen und Rheinprovinz, in Sachsen, Schlesien, im 
Donauthal, in Siebenbürgen (Rodnaer Alpen), in Kroatien, in den [franz.) 
Vogesen (bei Rambervillers und Retournemer). Häufig ist sie in < >-t- 
preussen, Polen, auf den Rheininseln und im Rheinthal bei Strassburg, 
am Bodensee, im Jura, im ganzen Alpengebiet (Oberbayern bis 1364 in. 
Oberösterreich bis 1660 m, Niederösterreich bis 1260 m, Tirol bis gegen 
1800 m), in Wallis über 2300 m (Dalla Torre u. Sarntheiu VI. 
2. 26, 27 u. br.) und in den nördlichen Karpaten. Bl. April, Mai. 

8. nigricans Smith Trans. Linn. Soc. VI (1802) 120. Fl. Brit, 
III. 1047 (1804) erweit. Willd. Spec. pl. IV. 2. 659 (1805). Wahlen- 
berg Fl. Lappon. (1812) 271. Seringe Saul. Suisse (Exsicc.) H. 7 Nr. 73 
(1814). Seringe Ess. Monogr. Saul. Suisse 42 (1815) erw. Fries Novit, 
Fl. Suec. Mant. 1. 52 (1832). Koch Syn. ed. 2. 748. Anderss Sal. 
Läpp. 56 (1845). Kerner Niederösterr. Weid. 238 (1859). Wimmer 
Sal. Europ. 70 (1866). Anderss. Monogr. Sal. I. 125 (1867). Anderss. 
in DC. Prodr. XVI. 2. 240 (1868). Nyman Consp. 668. Suppl. 281. 
Richter-Gürke Plant. Eur. II. 17. A. et E. G. Camus Classif. Saul. 
Europ. Monogr. Saul. France 194 (1904). Reichenbach Ic. Fl. Germ. 
XI t. DLXXIII fig. 1217 [irrthümlich 2017]). — S. phylicifalia ß. L. 
Spec. pl. ed. 1. IL 1016 (1753). Wahlenb. Fl. Läpp. '270 (1812) z. 
T. Koch Salic. Europ. Commentatio 40 (1828) z. T. — S. spadicea 
Vill. Hist. Plant. Dauph. I. 373 (1786)? — 8. myrsimtes Hoffm. 
Hist, Sal. I. 71 (1787) nicht L. — 8. hastata Vill. Hist, plant. 
Dauph. III. 774 (1789) nicht L. Hoppe Plant, rar. Cent. IV nach 
Seringe Essai Monogr. Saul. Suisse 62 (1815) nicht L. — S. myrsini- 
fölia Salisb. Prodr. 394 (1796). — 8. hybrida Hoffm. Deutschi. Fl. 
ed. 2. II. 263 (1804). — S. cotinifölia 8m. Fl. Britann. III. 1066 
(1804). — 8. hirta 8m. Engl. Bot. XX. 1404 (1805). — 8. phyhci- 
fölia Willd. Spec. pl. IV. 2. 659 (1805) nicht L. — S. tenu'ifölia 
Willd. a. a. O. 662 (1805). — S. Amanfnjiäna 1 ) Willd. a. a. O. 2. 
663 (1805). — S. silesiaca Schleicher Cat. Plant. Helv. 22 (1807). 
Sal. Helv. 2 (1807). Tenore Fl. Nap. V. 275 (1835—36) nicht Willd. 
— 8. rupestris (Donn) 8m. Engl. Bot. XXXIII. 2342 (1812). — 



i) Wohl nach Johaun Amman n, * 1707 Sehaffhausen f 1741 Petersburg, 
Professor der Botanik daselbst. Verf. von Stirpium rarioruin in iniperio ßutbeno 
gponte provenientinm iconea et descriptiones. Petropoli 1739. — Nicht zu verwechseln 
mit l'anl Am mann, * 30. August 1G34 Breslau f 4. Februar 1G91 Leipzig, Pro- 
Fessor daselbst, der eine Reihe von Werken über wildwachsende und Coltur- bes. 
Gartenpflanzen sehrieb. 



Salix. 133 

& Andersoniäna 1 ) Sm. a. a. O. 2343 (1812). — S. Forsieriäna 2 ) 
Sm. a. a. O. 2344 (1812). — S. crataegifölia Bertol. in Desv. Journ. 
Botan. III. 76 (1813). — 8. oväta Spreng. Pugill. I. 62 (1813). — 
8. carpinifölia Schleicher ex Spreng. Pugill. II. 89 (1815). — S. 
stylösa Lam. et DC. Fl. Fr. ed. 3. V. 239 (1815). Nyman Consp. 
668. — 8. styJäris Seringe Saul. Suisse (Exsicc.) 7 Nr. 86—88 (1814) 
u. Seringe Essai Monogr. Saul. Suisse 62 (1815). — S. onüsta var. 
lithuanica Besser Euum. pl. Volh. 79 (1821). — 8. cerasifölia Nocca 
u. Balb. Fl. Ticin. IL 201 (1821) nicht Schleicher. — S. obtitsa 
Schleicher n. Link Enum. Hort. Berol. II 415 (1822). — 8. spiraei- 
fölia Willd. in Link a. a. O. 416. — S. oväta Host Sal. 23, t. 74, 
75 (1828) nicht Seringe. — S. glaucescens Host a. a. O. 23 t. 76, 
77 (1828). — S. aurita Host a. a. O. 24 t. 78 (1828) nicht L. — 
S. menthaeßlia Host a. a. O. 24 t. 79, 80 (1828). — 8. riväJis 
Host a. a. 0. 25 t. 81, 82 (1828), — S. prunifölia Host a. a. O. 
25, t. 83, 84 (1828). — 8. parietariaeföUa Host a. a. O. 26 t. 85, 
86 (1828). — 8. Willdenoiciäna 3 ) Forb. Sal. Wobur. 41 (1829). — S. 
crispa Forb. a. a. O. 42 (1829)? — 8. reflexa Forb. a. a. O. 94 
(1829)? — S. grisonensis*) Forb. a. a. O. 99 (1829). — S. rotündata 
Forb. a. a. O. 104 (1829). — 8. Änsoniäna b ) Forb. a. a. O. 107 (1820). 

— 8. atropurpürea Forb. a. a. O. 156 (1829). — S. Helvetica Forb. 
a. a. O. 159 (1829) nicht Villars. — 8. mutäbilis Forb. a. a. O. 160 
(1829). — S. damascena (Forb.) Sm. Engl. Bot. XXXVIII. 2709 
(1834). — 8. petraea (Anders.) Sm. a. a. O. 2725 (1834). — S. 
septentrionälis Lodd. nach G. Don in Loud. Hort. Brit. Suppl. IL 
671 (1839). — S.pilösa Bray in Ledeb. Fl. Ross. III. 608 (1851). — 
8. Lndivigii*) Bonj. nach Bertol. Fl. Ital. X. 313 (1854). — 8. albo- 
virens Anderss. in Vet. Acad. Handl. Stockh. VI n. 1, 127 (1867). 

— 8. divaricäta Anderss. a. a. O. (1867). — 8. ilicifölia Anderss. 
a. a. O. (1867). — S. nummulär iaefölia Anderss. a. a. O. (1867). 

— 8. scpiäria Anderss. a. a. O. (1867). — *S'. värians Anderss. 
a. a. O. (1867). — S. nigricans Subsp. S. protea Anderss. Monogr. 
Sal. I. 128 (1867). — S.BudbecMäna 7 ) Fries nach Anderss. in DC. 

1) Nach William Anderson, * 1766 Easter Wariston (Edinburgh) f 6. Oct. 
1846 Chelsea bei (jetzt in) London, Ourator des dortigen Gartens. 

2) S. II. 2. S. 492 Fussn. 2. 

3) S. II. 1. S. 628 Fussn. 1. 

4) Aus Graubünden (Grisons). 

5) Nach welchem Ansou die Pflanze benannt wurde, haben wir nicht er- 
mitteln können. 

6) S. S. 108 Fussn. 1. 

7) Nach Olof Rudbeck, * 15. März 1660 f 23. Mcärz 1740 Upsala, wie 
sein gleichnamiger Vater (* 13. Sept. 1030 f 12. Dec. 1702) Professor der Anatomie 
und Botanik au der dortigen Universität, Lehrer und Gönner Linne's. Er bereiste 
Lapplaud. Von seinem grossangelegten Reisewerk Lapponia Illustrata Ulis. 1701 
erschien nur der erste Band, da das Manuscript der Fortsetzung bei einem «rossen 
Brande zerstört wurde. Linne benannte nach ihm (Gen. pl. 262 [ 1 737 J) die be- 
kannte Compositengattung Rudbeckia. 



134 Salicaceae. 

Prodr. XVI. 2. 241 (18(58). — S. glabra var. ß. 1 ) crataegifolia 
Anders?, in DC. Prodr. XVI. 2 (1868) 259 Exp. — S. pectinäta 
Hort, ex Dippel Handb. Laubholzk. 111(1892) 276. — 8. Chenauxii*) 
Lagger nach Grcmli Excure.fl.Schw. 7. Aufl. 375 (1893). — 8. Ohara- 
nisii 6 ) und 8. pseudopyrus Gandog. nach A. et E. G. Camus Clas>if. 
Saul. Eur. et Monogr. öaul. Fr. 195 (1904). — S. eardiqphyllos*) 
Gandog. nach A. et E. G. Camus a. a. O. 200 (1904). 

Schleicher (Cat. pl. Helv. [1807]. — Cat. Sal. Helv. [1807] — und Exsicc.) 
fühlt ausserdem folgende Arten auf, welche Synonyme von S. nigricans darstellen: 
S. alatcriio)'>lcx Wühl., S. albe'secns, S. alnifdlia Willd., S. arbuscula Will«!.?, S. 
atrorirens, S. aubonc'nsisä), S. austrdlis, S. cawltdula Willd., S. carpinifolia Willd., 
S. cinerdscens Willd.? S. cletliracfdlia, S. edneolor, S. cordato-ovdta, S. corideea, 
S. crassifolia, S. crispa-serrätaf S. cydoniifdlia, S. denuddta Wühl., .S'. diffusa, S. 
dura, S. degans?, S. elliptica Willd., S. fagifolia Willd., S. firma, S. ßave'scenst 
S. frängula Willd., S. glabricdrpa, S. glaredsa, S. glauecscens, S. glaucophf/lla 
Willd., <&'. grisaphf/lla, S. gryonensis i; ), S. Haller i"<), S. heterophyflaf, S. inedna, 
S. juratcnsisK), S. lacnslris, S. laxa, S. lemdna$), S. ligustro'ides, S. lutc'scens, 
S. macrostipuldris, S. malifdtia Willd. (nicht Sm.), S. mcspilifdüa, S. microddnta "') 
Willd., >S'. mollis, S. monldna Willd., S. nervosa, S. nigrc'seens Willd., S. obltis« 
Willd, S. obtuso-serrdta, S. pallc'scens, S. pdllida Willd.?, S. paluddsa, S. panndsa, 
S. pätula, S. pectinatoserrdla, S. petrösa, S. pilösa Wühl.. S. polygonifdlia, S. 
plntipliylla, S. populifdlia Willd., S. pruindsa Willd., S. psilocdrpa Willd., S. y.<<- 
mila Willd., S. pyrifdlia Willd., S. pyrolaefdlia S. recurvdta, S. Iihddani^), S. 
rivuldrw, S. rostrdta, S. rugdsa, S. rvguldsa, S. Schleicheridna 1S ) Willd., S. 8ör- 
dida, S. teniiijiiliii, S. tiliaefdiia, S. tomcntella, S. torfdeea, S. trichocdrpa 13) Willd., 
S. lürgida, S. ulmifdlia Willd., S. unduldta, S. vaceinio'ides Willd., S. vallesiaca^), 
S. villdsa, S. villdsula, S. virgdta. (Die von Willdenow aufgestellten Arten be- 
finden sich im Herbar Willdenow in Dahlem-Berlin.) 

Smith (a. a. ().) verstand unter seiner S. nigricans nur die Form mit he- 
ll a arten Fruchtknoten (germinibus pedicellatis lanceolatis acuminatis serieeis) 
uud Willdenow a. a. O., Wahlen berg (a. a. O.) und Seriuge (a. a. O.) 
folgten ihm in dieser Auffassung. Erst Fries a. a. O. sowie die spateren Schrift- 
steller erweiterten die Art dabin, dass sie auch die Form mit kahlen Frucht- 
knoten dazu rechneten. 

Für S. spadicca bezeichnet Villars (Hist. Danpb. 1. 373 1 1 786]) sich selbst 
(mihi) als Autor, während er Ilist. PI. Daupb. II (1789) 777 Chaix als solchen 
nennt. Die von ihm gegebene Diagnose ist so anvollständig, und Beine eigene An- 
sicht über diese Weide ist so unsicher (Ilist. PI. Daupb. II. [1789] 777: Cette 



1) Andersson I.e. führt zuerst ß. crataegifolia und dann ß. snbglabra auf; 
bei crataegifolia ist somit ;) '. augenscheinlich irrthümlich statt ct. gesetzt. 

2) Nach Jean-Joseph Chenauz, * 6. Juni ls2-_> Bry (Canton Freiburg) f 
14. Dec. 1883 Vuadens hei Bulle, Dechant daselbst, gutem Kenner der Flora, Verf. 
populär-bot. Schriften (Schinz br. ). 

3) Ueber Charanis ist uns nichts bekannt. 
*) Von y.uQÖia Herz und tpvXAov Blatt. 

• : ») Bei Aubonne (Canton Waat) am Genfer See gefunden. 
G) Von Gryon im Ct. Waat (unweit Bez) gefanden, 

7) S. 1. s. 62 Fasan. 1. Die genauen 1 d sind 10. Oet. 1708 r 12. Dec. 1777. 

8) Vom Jorat, einem Bergzuge im Ct. Waat. 

0) Am Genfer See (Lacus LemanuB, Lac Leman) gefunden. 
10) Von (MtQÖg klein und 6doi'£ Zahn. 
!i) An der Rhone (Rhodanus) gefunden, 
18) S. I. S. 14:; Fussn. 2. 

13) Von #o*'$ Gen. iQr/ü^ Haar und y.ccQ.-rög Frucht. 

14) S. II. US. 273 Fossn. 3 und S 3'A Fussn. G. 






Salix. 135 

espece n'est peut-etre qtrune variete interrnediaire eutre le S. hastaia Linn. et le 
S. lanata), dass seine S. sjmdicea Dicht als sicher angesehen werden und auch 
nicht mit Sicherheit als Synonym von S. nigricans betrachtet werden kann. 

Von S. tenuifolia (Willd. a. a. O.) befindet sich im Hei bar Willdenow 
Nr. 18119 ausser einem Blattzwcig, welchen Andersson ganz richtig als S. nigri- 
cans bestimmt hat, noch ein weibliches Blüthenexemplar, dem von Wimmer die 
Bemerkung hinzugefügt ist: „scheint zu S. livida Wahlenb. zu gehören", und das 
so beschädigt ist, dass eine sichere Bestimmung ausgeschlossen erscheint. S. tenui- 
folia Willd. ist somit nicht mehr mit Sicherheit festzustellen. 

S. crataegifolia (Bert. a. a. O ) kommt nicht in Mitteleuropa vor, sondern 
nur in Italien in den Apeuninen. Sie zeichnet sich durch die grossen breit-ovalen, 
bis 10 cm langen, 5 cm breiten, klein keibig gesägten, oft fast ganzrandigen, mit 
einer dichtmaschigen und fein hervortretenden Nervatur versehenen, in der Jugend 
unteiseits lang seidig behaarten Blätter aus, die den Blättern von <S. grandifolia 
ähnlich sind. Wimmer (Sal. Europ. 70 [1866]) hat S crataegifolia bereits zu 
.!>. nigricans gestellt. Andersson (Monogr. Sal. I. 175 [1863] und in DC. Prodr. 
XVI. 2 [1868]) stellt sie jedoch als Varietät zu S. glabra. Hierzu kann sie jedoch 
schon wegen der behaarten jungen Blätter nicht gehören. S. glabra ß. crataegifolia 
Andersson in DO. Prodr. XVI. 2 (1868) 259 umfasst neben der in den Apenninen 
vorkommenden S. crataegifolia Bertol. noch eine in „Austria" (Tirol) gefundene 
Weide, die durch ihre länglichen, beiderseitig spitzen, mit weitmaschigem, scharf 
hervortretendem Adernetz versehenen Blätter erheblich von der S. crataegifolia 
Bertol. abweicht und für S. nigricans X glabra zu halten ist. 

S. carpinifolia (Schleich, nach Spreng, a. a. O.) wird auch von Seringe (Ess. 
Monogr. Saul. Suisse 93 [1815]) angeführt; die von Sprengel und Seringe ge- 
gebenen Diagnosen stimmen aber bezüglich der Blätter nicht überein. Nach 
Sprengel sollen dieselben „supra glabra, subtus incano-tomentosa venosa", — 
nach Se ringe „face supe'rieure tres-reticulee, ordinairement glabre, excepte les 
nervures qui sont tomeuteuses ; face inferieure grisätre, garnie de petits poils distincts 
sur les nervures" — sein. Sprengel und Seringe haben somit augenscheinlich 
zwei verschiedene Formen der S. nigricans gemeint. Schleicher (Cat. Sal. Helv. 
1 [1807]) bezeichnet S. carpinifolia ausdrücklich als von W. (Willdenow) auf- 
gestellt, und in dem Herbar Willdenow Nr. 18233 befindet sich ein von Schleicher 
(Nr. 39) herstammendes männliches Exemplar dieser Art, das in den Blättern genau 
der von Seringe a. a. O. gegebenen Diagnose entspricht; die von Se ringe auf- 
geführte S. carpinifolia Schleich, kann somit als die richtige <S. carpinifolia (Willd. 
nach Schleich. Cat. Sal. Helv. 1 [1807]) angesehen werden. 

S. obtusa (Schleich, nach Link a. a. O.) stimmt in der Diagnose bezüglich 
der Form der Blätter nicht mit der in dem Herbar Willdenow Nr. 18143 für die 
S. obtusa (Willd. nach Schleich. Cat. Sal. Helv. 1 [1807]) gegebenen Diagnose 
überein. Link bezeichnet die Blätter als „ovatis acutis serrulatis", während AVil 1 - 
denow sie als „ellipticis obtusis creuatis" beschreibt. — Ausserdem ist hervor- 
zuheben, dass sich in dem Herbar Willdenow als Nr. 18245 noch eine zweite S. 
obtusa W. (Willdenow) befindet, der eine Diagnose jedoch nicht beigefügt ist. Ein 
Unterschied zwischen beiden Nummern besteht nur darin, dass bei Nr. 18143, wie 
auch in der beigefügten Diagnose hervorgehoben ist, die Fruchtknoten kahl, bei 
Nr. 18245 dagegen behaart sind. 

Der grosse Formenreichthum der S. nigricans hat, wie das Verzeichniss der 
Synonyme zeigt, die älteren Schriftsteller theilweise verleitet, in aussehreitendster 
Weise besondere Arten aufzustellen ; ebenso sind auch zahlreiche Formen aufgestellt 
worden. 

Von dieser Art sind zwei Formengruppen zu unterscheiden : 
A. borealis. Meist hoher Strauch oder baumartig mit dicken auf- 
rechten Aesten. Junge Zweige oft dicht filzig behaart. Blätter 
gross, oft dick und in der Jugend bis dicht filzig behaart. Blüthen- 
stände mit den Blättern erscheinend, an längeren beblätterten Zweigen, 



136 Salicaceae. 

meist lang und dick. Fruchtknoten meist lang gestielt min nur 
langem Griffel. 

S. nigricans a. borealis Anderss. Sal. Läpp. 57 (1845). DC. 
Prodr. XVI. 2. 241 (1868). Richter-Gurke PI. Eur. II. 18. — 8. 
nigricans subsp. S. borealis Fries Bot. Notis. (184U) 193. Anders?. 
Monogr. Sal. I. 128 (1863). Nyman Consp. 668. 
B. campestris. Meist niedriger bis mittelhoher Strauch mit dünnen, 
sparrigen Aesten. Blätter kleiner, meist nur an den Nerven be- 
haart. Blüthenstände meist vor den Blättern erscheinend, auf 
kurzen Zweigen oder sitzend, am Grunde beblättert, kleiner; Frucht- 
knoten kürzer gestielt. 

S. nigricans b. campestris Anderss. Sal. Läpp. 59 (1845). 
Richter-Gürke PI. Europ. II. 18. — S. phyUcifolia a. campestris 
Fries Fl. Hallandica 146 (1817). — 8. nigricans subsp. S. cam- 
pestris Wahlenberg nach Fries Bot. Notis. (1840) 194. — S. nigri- 
cans subsp. S. protea 1 ) Anderss. Monogr. Sal. I. 128 (1867). — 
S. nigricans ß. protea Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 241 (1868). 

Ausserdem sind nach der Bekleidung der Fruchtknoten die beiden Formen 
zu unterscheiden : 

I. liocärpa 2 ). Fruchtknoten kahl. 

8. nigricans a. leiocarpa Neilreich Fl. Nieder-Oesterr. 263 
(1859). — S. phyUcifolia Willd. Spec. pl. IV. 2 (1805) 659 
nicht L. — 8. nigricans b. capsulis glabris Fries Novit. Fl. 
Suec. Mant. 1. 52 (1832). — 8. nigricans a. nuda Grenier et 
Godron Fl. France III. 138 (1855). 
II. eriocärpa 3 ). Fruchtknoten behaart. 

8. nigricans (Fries) ß. eriocärpa Koch Syn. ed. 1. 651 
(1837). — S. nigricans Sm. Fl. Brit. III (1804) 1047 im 
engeren Sinne. — S. nigricans ß. vestita Gren. et Godr. Fl. 
France 138 (1855). — 8. nigricans a. capsulis villosis Fries 
Novit. Fl. Suec. Mant. 1. 52 (1832). 

Willdenow (Spec pl. IV. 2) bat neben der S. phyUcifolia S. 659 nicht 
nur S. 659 S. nigricans aufgeführt, sondern auch S. G78 S. Weigclidna neu auf- 
gestellt, die als Synonym zu S. phyUcifolia (Fries Novit. Fl. Suec. Mant. 1. 50 
[1832]) wie diese nach der Abtrennung der von Fries (a. a. O.) erweiterten £. 
nigricans übri,' geblieben war, anzusehen ist. \V i 1 1 de n o w 's 8. phyUcifolia ist 
somit der Tlieil der Li nue 'sehen S. phyUcifolia mit kahlen Fruchtknoten, der zu 
der von Fries a. a. O. erweiterten S. nigricalu gehört. 

Von den verschiedenen Autoren sind mich folgende Abarteu und Formen von 
der S. nigricans unterschieden woiden und zwar von: 

Beringe (Saul. Suisse [Exsicc.] Cah. 7 [1814J): Nr. 73 S. nigricans firma ; 
— Nr. 86 S. slylaris multifltia; — Nr. 87 8. elylaria unduldta; Nr. 88 S. 

Blylai it conlifilia. 

Beringe (Ew. Monogr. Saul. Suisse 43—44 [1815]): S. nigricans angusti- 
fo'lia, — latifiliii, — parvifolia, — clhplirn, - firma (mit dicken, uuterseits dicht 

i) Nach dem Meergotte Proteus, der zahlreiche Gestalten annehmen konnte. 

2) Von ,foros glatt, kahl und xaQTTÖg Frucht. 

3) Von I'qlov Wolle und naQnög. 






Salix. 137 

behaarten Blättern), subrolunda, — cancscens (Fruchtknoten, Blattunterseite und 
junge Triebe mit verwebten Haaren besetzt). 

Seringe (a. a. O. 62 — 68): S. stylaris lancifdlia, — abortiva (eiue durch 
Insectenstich veranlasste Verkümmern ug der Sprosse), — tomcnidsa, — angustifdlia, 

— undulata, — tardifldra, — ovdta, — multifdlia, — cordifdlia, — elliptica. 

Gaudin (Fl. Helv. VI. 220-224): ausser den von Seringe a. a. O. auf- 
gestellten Formen : 

Bei S. phylicifoha I. stylosa (mit kahlen Fruchtknoten; S. stylaris Seringe 
a. a. O.): s. microphylla Seringe ined. (Blätter schmal-elliptisch, beiderseits spitz, 
ganz kahl, lorbeerähnlich, unterseits graugrün, etwa 3 cm lang). — 1. mixta (Frucht- 
knoten an demselben Zweige kahl uud deutlich behaart, sonst wie Seringe's tomen- 
tosa). — x. rhaetica (Blätter dünn, elliptisch bis oval, kahl, gesägt Zweige bereift. 
Fruchtknoten bald kahl, bald behaart.) 

Bei II. nigricans (mit behaarten Fruchtknoten): a. intermedia (Fruchtknoten 
gelblich, unterwärts kahl, oberwärts grau behaart). — ß. lappdnica (Blätter ellip- 
tisch-lanzettlich, sehr undeutlich gezähnt, beiderseits mit grauen angedrückten, an- 
fangs gelblichen schwärzlichen Haaren besetzt, später verkahlend. Fruchtknoten 
weiss wollig [nicht seidig] am Grunde dunkel, ganz kahl.) — &. Cotonedster (baum- 
artig. Blätter gauzrandig oder wellig gezähnt, sehr breit-verkehrt-eiförmig, weich, 
grau-filzig oder graugrün.) — 1. incdna (Blätter unterseits und jüngere Zweige grau. 

— S. nigricans g. cancscens Seringe a. a. O ) 

Fries (Novit, Fl. Suec. Mant. 1. 52 [1832]): ß. prunijdlia (Blätter rund- 
licher, dünn, beiderseits grün. Fruchtknoten behaart und kahl. Liljebl. ed. 2. D.) 

Fries (Bot. Notis. 193 [1840]): Subsp. borealis; S. rupe'stris Sm. {S. nigri- 
cans einer eaefdrrnis Laest.) eine alpine Form mit auf beiden Seiten grauen, rauh- 
haarigen Blättern. — Subsp. campestris Wahlenberg (vgl. oben). — Subsp. majdlis 
Wahlenberg Suec. excl. syn. Fl. Läpp. (Blüthenstand sitzend und unbeblättert.) — 
Subsp. prunifolia Liljebl. 

Anderssttn (Sal. Läpp. 56 — 60 [1845]): 

a. S. nigricans borealis (Fries a. a. O.) nach der Bekleidung der Frucht- 
knoten: a. glabe'rrimae, b. villdsae — nach der Form der Blätter: elliptica, — 
obovdta, — rotundata- ovdta, — obovato lanceoldta, — obldnga, — lineari-lanccoldta. 

b. S. nigricans campestris (Fries a. a. 0.) nach der Bekleidung der Frucht- 
knoten : glabrae, — villdsae — nach der Form der Blätter : cor dato -rotundata, — 
ovata, — elliptica, — obovata, — obovata- oblong a, — lanceoldta. 

c. S. nigricans subphylicaefdlia (Laest.) nach der Form der Blätter : lanceo- 
lata, — obovato- laneeol ata gehört zu *S'. phylieifolia X nigricans. 

Fries (Summa Veget. Scand. 57 [1846]): prunifolia Lilj., — coaeidnea Herb. 
N. Form XI. 62. 

Hartig (Vollst. Naturg. Forstl. Culturpfl. 405—407 [1852]): S. nigricans 
genuina: mit var. trifida, — subvar. hamdta, — Anderssoniana Sm., — punctata 
Htm., — S. nuddta Willd. h. b. Goetting, S. phylieifolia h. b. Berol., S. Borre- 
ridna ') Sm., — S. vaccinifolia h. b. Gttg. : mit subvar. reeärva, — pubescens, — 
parvifdlia, — stylosa Dec, — eubcorddta, — cotinifolia Sm. syn. populifolia Willd. 
h Berol., — rotundata Forb., — edneolor, — Forsteridna Sth. (?); — S. rupe'stris 
Sin.; — S. hirta Sm. mit subv. melanlhe'ros, — Schleicher iana Forb.?? — Amaniana 
Willd. Taf. 115 (41 c.), — div'isa, — Kesmarkiensis'), — var. macrophytla. 

Hartman (Handb Skandin. Fl. 222. 6. Uppl. [1854]): ß. villdsa (Frucht- 
knoten weiss behaart; Blätter unterseits weisshaarig). — y. subphylicifolia (Blüthen- 
stlinde blattlos. Fruchtknoten kahl. Blätter lanzettlich.) — ö. prunifolia (Blätter 
klein, länglich, am Rande dicht gesägt, unterseits blasser). — e. borealis Fries. 



1) S. IL 1. S. 458 F'ussn. 1. 

2) Nach der Stadt Kesmark im Comitat Zips (Nord-Ungarn). 



13S , Salicaccae. 

Kerner (NiederQflbecr. Weid. [1859J 239): a. roUtndifölia (Blätter rundlich' 
eiförmig, ein- bis eineinhalbml länger ala breit, am Grand scliwach herzförmig, 
kerbig-geaägt, anfangs beiderseits behaart, später oberseits kabl, anterseits auf den 
Nerven behaart, grau bis grün.) — 1). mcntkaej'dlia (Blätter rnndlicb bis elliptisch, 
ein- liis eineinbalbmal länger als breit, mit zurückgckrümmter S]»itze, am Grund 
rundlich his Bchwach herzförmig, am Rande wellig bis btmu gesägt, oberseits rauh, 
schwach behaart, anterseits grau behaart, Bpäter oft beiderseits kahl und grün.) — 
e. cöncolor (Blätter eiförmig, ein- bis eineinhalbmal länger als breit, kurz ragesjpitzt, 
am Grunde abgerundet, am Rande flach, kerbig-geaägt, die jüngeren behaart, die 
älteren oberseits ganz kahl, Unterseite kahl oder auf deu Nerven behaart, grau, ober- 
wärts oft gräulich.) — e. parictariaefdlia (Blätter eiförmig bis eiförmig-lanzettlich, 
beiderseits verschmälert, kurz zugespitzt, zwei- bis zweieinhalbmal länger ate breit, 
kerbig gesägt, die jüngeren beiderseits behaart, später oberseits kahl, graugrün, ober- 
wärts grünlich.) 

Wimmer (Sal. Europ. 72 — 74 [1866]): Vax. ß. borcalis Kries. — y. macro- 
phylla Hartig (Blüthenstände gleichzeitig, die männlichen umhüllt. Blätter sehr 
gross, breit-eiförmig, ganz kahl.) — Form firma (Blätter länglich-elliptisch, spitz, 
oberseits schwach behaart, unterseits grau schwach filzig. Junge Zweige weissfilzig.) 

— lanci/olia (Blätter länglich-lanzettlich, kurz spitz, sehwach gesägt, kahl, unter- 
seits meist grünlich.) — borussica^) (Blätter beiderseits sehr schwach behaart, 
unterseits hellgrün, starr. Fruchtknoten grau. Blüthenstände kürzer.) — parvifolia 
(Blätter klein, lebhaft grün, unterseits graugrün, kahl. Blüthenstände kurz, ei- 
förmig. Fruchtknoten kahl.) — scrt'cca (Blätter klein, länglich, unterseits silber- 
weiss. Blüthenstände lang. Fruchtknoten silbergrau.) — grandis (Blätter gross, 
länglieh, unterseits grau, fast kahl. Blüthenstände kürzer, dick. Fruchtknoten 
silberweiss, auf mittellangem Stiel. Griffel kurz. — • inpestris (Blätter bleich, oval, 
anterseits grau, behaart. Blüthenstände lang. .Fruchtknoten silbergrau. Griffel 
mittellang.) — crassifolia (Blätter rundlich-eiförmig, zugespitzt, unterseits graugrün, 
behaart. Fruchtknoten kahl. 

Andersson (Monogr. Sal. I. 128—130 [1867]): * S. borealis Fr.: a. In 
der Frucht abändernd: arborcscens, — frutescens. — b. Nach der Blattgestalt: 
grandifdtia, — crassifolia, — tenuifolia. — c. Nach den Blüthenständen : crassi- 
jülis [hebecarpa — lejoearpa), — tennijulis (hebecarpa — Icjocarpa). — ** S. protea: 
a. Nach der Tracht : virgultosa, - frutescens. — b. Nach der Blattgestalt : liitijolia, 

— elliptiea, — angustifolia. — c. Aendert ab mit längeren oder kürzeren, mehr 
oder weniger dichtblüthigen Blüthenständen, die am Grunde kleine Laubblätter, 
Hochblätter tragen oder ohne solche. — d. Nach den Fruchtknoten: hebecarpa, - 
lejoearpa. 

Andersson (in DC. Prodr. XVI. -. 241 [1868]): a. borealis vor. 1. grandi- 
folia, — 2. crassifolia, — 3. tenuifolia. — ß. protea var. 1. lejoearpa, — 2. 
hebecarpa. 

Babington (Man. Brit. Bot. 8. ed. 327 [1881]): et. Fruchtknoten und Stiel 
silberig. Zweige aufrecht : a. S. cotinifolia Sin. (Blätter rundlich-elliptisch oder schwach 
herz-förmig.) — b. S. nigricans Sin. (Blätter elliptisch-lanzettlieh.) — 0. S. Forsteriana 
Sin. (Blätter elliptisch-eiförmig, spitz. Nebenblätter gewfdbt Blüthenstände lang.) — 
ß. S. rupestris (Bonn.) (Fruchtknoten pfriemlich zugespitzt, wie der stiel silberig 
oder unterwärts kahl. Zweige niedergestreckt. Blätter elliptisch-verkehrt-eiförmig.) 

— y. Fruchtknoten kahl, sein Stiel behaart oder kahl. Zweige aufrecht. — d. S. 
Anderssoniana Sm, 'Blätter länglich-elliptisch, spitz. Fruchtknoten mit pfriemlicher 
Spitze, nicht runzelig) — e. S. damascena Forb. (Blätter breit-elliptisch oder fast 
rhombisch, spitz. Fruchtknoten nicht runzelig.) — f. S. petraea And. (Biälter 
länglich oder fast lanzettlich. Fruchtknoten oberwärts runzelig.) 

Borzi (Comp. Fl. Forest. Ital. 142 [1885]): ß. apj>eniiina (Apenninen- 
Mittelkettei. 

Schatz (ABZ. I [1895] 193) nennt „S. pseudoglabra" die kahlen Formen 



i) In Ostpreussen (Borussia orientalis) gefunden. 



Salix. 



139 



der S. nigricans, die in Württemberg noch jetzt irrthümlich für S. glabra (s. diese) 
gehalten werden und in Gradina nu (Pflanzenl. in d. Schwab. Alb. 1. Aufl. II. 
102 [1898] 2. Aufl. II. 100 [1900]) als S. glabra Unterart S. glabroides Scheuerle 
aufgeführt werden. 

Camus (Classif. Saul. d'Europe Monogr. Saul. France 199—201 [1904]): 
A. leiocarpa: S. var. lanci/olia, — undulata, — angustifolia, — elliptiea, — micro- 
phylla, — ovata, — crassifolia, — cordi/olia, — Cornuaültii) (S. divaricata Cor- 
nuault in Bull. Soc. Bot. Deux-Sevres 210 [1878]. — *S'. Cornuaultii (triandra <[ 
cinerea?) Eouy Rev. Bot. syst, et Gc'ogr. bot. No. 23. 17 [1904]). — B. hebecarpa: 
S. var. firma Gaud., — lati/olia, — parvifolia Seringe, — elliptica Gaud. 

Ausserdem als Monstrositäten (die übrigens nicht selten vorkommen): Form 1 
bicapsularis, — 2 androgyna. 

(Auf den Britischen Inseln; Skandinavien im Gebirge [bis 1330m] 
durch das ganze Land nördlich bis Magerö [71° N. Br.] und Waranger 
bis über die Birkengrenze; Dänemark bei Sorö [ausserdem noch an- 
gepflanzt und verwildert an einzelnen Stellen bei Kopenhagen] ; Russ- 
land nördlich bis Enare-Lappland ; Halbinsel Kola [f. borealis bis zur 
Birkengrenze fast unter 70° N. Br., f. campeslris über 69° N. Br.], 
Archangelsk, Kanin-Noss [68° 40' N. Br.], Gouvernement Wologda; 
nach Süden hin durch das ganze Reich bis zu den Gouvernements 
Orenburg, Ufa, Kasan, Pensa, Tambow, Charkow, Wolhynien, [im süd- 
lichen Theil des Gouvernement Jekaterinoslaw am Flusse Kaschlagatsch 
angepflanzt und verwildert]; bis östlich zum Ural [hier bis in die untere 
Alpenregion hinauf]. Im Süden Europas: Spanien: in Estremadura; 
Corsica; Italien; in Calabrien auf den Apenninen bis 2000 m; Balkan- 
gebiet. In Asien : Syrien, Dsungarei [am Tarbagabai und am Fl. Baskun |, 
West-Sibirien [Uralgebiet, Samojedenland, am Polui, unteren Ob und 
Jenissej], am Baikal und in Kamtschatka [Ledebour Flora Rossica 
III. 609]). * 



pentandra X nigricans? 
herbacea X nigricans 
reticulata X nigricans 
fragilis X nigricans? 
rehisa X nigricans 
S. serpyllifolia X nigricans 
glauca X nigricans 
cinerea X nigricans 
caprea X nigricans 
1042. S. cinerea X nigricans 

. X caprea 
aurita X nigricans 
1045? 8. cinerea X nigricans 

X aurita? 
depressa X nigricans 



i) Nach Pierre Cornuault, * 28. Nov. 1856 Saint-Loup sur Thouet (Dcux- 
Sevres) (br.), Directeur des travaux de la Societe' d'Encouragment (Jockey-Club in 
Chantilly [Oise]). 



1033. 


X 


1049 ? 


S. 


1034. 


X 


1049. 


s. 


1035. 


X 


1049. 


s. 


1036. 


X 


1049? 


s. 


1039. 


X 


1049. 


s. 


1039 .B. : ' 1049. 


1040. 


X 


1049. 


s. 


1041. 


X 


1049. 


s. 


1042. 


X 


1049. 


s. 


1041. 


X 


1049. 


X 


1045. 


X 


1049. 


8. 


1041. 


X 


1049. 


X 


1046. 


X 


1049. 


8. 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



140 



►Salicaceae. 



1047 
1048 
1048 
1049 
1040. 

1049. 
1049. 
1039. 

1043. 

1049. 
1049. 
1049. 

1049. 
1040. 

1049. 

1045. 

1049. 
1049. 
1049. 
1049. 
1049. 
1049. 



. X 1049. 8. myrtil/uides X nigricans 

. X 1049. 8. repens X nigricans 

B. X 1049. S. rosmarinifolia X nigricans 

. X 1050. S. nigricans X phylicifolia 

. X 1049. X 1050. 8. glanca X nigricans 

X phylicifolia 
. X 1051. S. nigricans X arbuscula 
. X 1052. S. nigricans X hastata 
. X 1043. X 1052. S. retusa X nigricans X 

hastata 
X 1049. X 1052. S. grandifolia X nigri- 
cans X hastata 
X • 8. nigricans X cordata 

X 1053. 8. nigricans X glahra 
X 1052. X 1053. S. nigricans X hastata 

X glahra 
X 1054. #. nigricans X myrsinites 
X 1049. X 1054. & glanca X nigricans 

X myrsinites 
X 1050. X 1054. & nigricans X phylici- 
folia X myrsinites 
X 1049. X 1054. #. aurita X nigricans 

X myrsinites 
X 1055. #. nigricans X daphnoides 
X 1056. >S V . nigricans X acutifolia 
X 1057. >S'. nigricans X viminitis 
X 1059. #. nigricans X Lapponum 
X 1061. & nigricans X purpurea 
X 1062. 6'. nigricans X caesia 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



1050. (18.) S. phylicifolia 1 ). [j. Aufrecht, kurzästig, bis 1 m (aus- 
nahmsweise bis 3 m) hoch. Zweige kastanienbraun, glänzend, kahl; 
junge Triebe kahl oder an der Spitze sehr kurz, dünn grau behaart. 
Blätter gestielt (Stiel bis 1,5 cm lang, kahl, nur bei den jungen Blättern 
an der Spitze der Triebe mitunter kurz dünn seidig behaart), elliptisch 
oder verkehrt-eiförmig bis lanzettlich, bis 10 cm lang, 3,5 cm breit, spitz 
oder kurz zugespitzt, am Grunde spitz oder stumpf, ganzrandig oder am 
Rande ungleich fein selten gröber gesägt, oberseits sattgrün glänzend, 
unterseits graugrün bis bläulich-weiss, auf beiden Seiten kahl (nur die 
jungen Blätter an der Spitze der jungen Triebe fein seidig behaart); 
Mittelnerv hell, oberseits flach, unterseits .-tark hervortretend; Seitcn- 
iMTven hell, oberseits etwas hervortretend oder vertieft, unterseits scharf 
hervortretend; Adernetz weitmaschig, oberseits kaum bemerkbar, unter- 
seits fein hervortretend. Nebenblätter selten vorhanden, halb nieren- 



i) Wegen der Aelmlichkeit der Art mit breitblätterigen Arten der Bham/in- 
^fen-Gattung Phylica (L. Spec. pl. ed. 1. 195 [1753]). 



Salix. 141 

förmig, am Rande gesägt. Knospenschuppen braun, kahl oder nach 
der Spitze zu sehr kurz dünn behaart. Blüthenstände kurz vor oder 
mit den Blättern erscheinend ; die männlichen an kurzen bis 0,5 cm 
langen, dicht grau behaarten, mit kleinen ovalen bis oblongen ganz- 
randigen, seidig behaarten Blättern besetzten Zweigen endständig, auf- 
recht oder etwas gekrümmt, oval oder kurz cylindrisch, bis 2,5 cm lang, 
1 cm dick, dichtblüthig ; ihre Achse kurz grau behaart. Tragblätter 
oval bis länglich, stumpflich, dunkelbraun bis schwarz, am Grunde 
hell, dünn lang seidig behaart und bebärtet. Staubblätter kahl bis 
4 mal so lang als die Tragblätter. Staubbeutel oval, gelb. Hintere 
Drüse oval, stark gestutzt, mitunter an der Spitze ausgerandet, bis l fe 
so lang als die Tragblätter. Weibliche Tragblätter an etwas längeren 
bis 1 cm langen, sonst wie bei den den männlichen beschaffenen Zweigen 
endständig, aufrecht oder etwas gekrümmt, cylindrisch, bis 4 cm lang, 
1,3 cm dick, dichtblüthig; ihre Achse und die Tragblätter wie bei den 
männlichen, diese bis auf den unteren Theil des Fruchtknotens herauf- 
ragend; Fruchtknoten gestielt (Stiel bis fast so lang als der Frucht- 
knoten, kurz grau behaart) aus eiförmigem Grunde kegelig verschmälert, 
dicht anliegend, hellgrau behaart, selten kahl; Griffel bis 1 Jb so lang 
als der Fruchtknoten ; Narben länglich-oval, ausgerandet oder getheilt, 
gabelig. Hintere Drüse oval, stark gestutzt, mitunter an der Spitze 
ausgerandet, l /s — 2 h so lang als der Fruchtknoten. 

Auf quelligen und sumpfigen Wiesen und Abhängen. Selten in 
den westlichen und mittleren Central-Alpen der Schweiz, in Tirol bis 
1900 m (Dalla Torre und Sarnthein VI. 2. 25). In den Vogesen 
(nur Frankenthal am Hohneck). Im Harz (Brocken), hier zu Ehrhart's 
Zeit auch männlich, jetzt nur weiblich; im Riesengebirge (Schneegraben am 
Brunnenberge). Nicht selten gepflanzt und verwildert, so in Schleswig- 
Holstein (Prahl Krit. Flora IL 196). Galizische Karpaten. Die Angaben 
in Montenegro sind sehr zweifelhaft, nach Rohlena (br.) findet sich in 
letzterem Lande an dem von Pantocsek (Nat. V. Presb. N. F. IV. 32) 
angegebenen Standort Sinjavina Planina nur S. Sil. was S. 108 nachzu- 
tragen ist; letztere auch am Berge Ranisava im Dormitorgebiet. Die An- 
gabe in Polen (bei Maciejowice und an den Ufern der Kamienna Rosta- 
finski 169) bedarf sehr der Bestätigung; die in Süd-Böhmen bei 
Gratzen bezieht sich nach Celakovsky (Böhm. Ges. Wiss. 1888 [29]) 
auf vermuthlich angepflanzte Sträucher von „S. Schraderiana (aurita 
X phylicifolia)". Bl. Mai, Juni. 

S. phyliäfolia L. Spec. pl. ed. 1. 1016 (1753). 6m. Fl. Brit, 

III. 1049 \l804). Wahlenberg Fl. Läpp. 270 (1812). Smith Engl. Fl. 

IV. 170 (1828). Koch Salic. Europ. Commentatio 40 (1828) z. T. Fries 
Novit, Fl. Suec. Maut. 1. 50 (1832). Wahlenberg Fl. Suec. IV. 667 
(1833). Anderss. Sal. Läpp. 42 (1815). Koch Syn. ed. 2. 751 (1844). 
Ledebour Fl. Ross. III. 611 (1846—51). Reichenbach Deutschi. Fl. 
X. 23 (1849). Anderss. Monogr. Sal. I. 131 (1867). Anderss. in DC. 
Prodr. XVI. 2. 241 (1868). Camus Classif. Saul. Europ. et Monogr. 
Said. France 189 (1904). — S. arbuscula „S. foliis serratis glabris 



142 Salicaccac. 

obovatis" L. Sp. plant, ed. 1. 2. 1018 (1753). — S. arbüscula a. 
„S. foliis serratis glabris verticaliter ovatis" L. Fl. Suec. ed. 2. 348 
(1755). — 8. conifera Wangenh. Beür. 123, t. 31 (1787)? — S. 
pluiUcaefolia Wulf, in Jacquin Collect. IL 139 (1788). — S. bicolor 
Ehrh. Beitr. V. 162 (1790). Sm. Fl. Brit, III. 1048 (1804). Koch 
Syn. ed. 1. 653. Richter-Gurke PI. Eur. II. 16 (1897). — S. Crowe- 
äna 1 ) Sm. Fl. Brit. III. 1043 (1804). — 8. tenuifölia L. herb, nach 
Sm. a. a. O. 1052 (1804). — S. radicans Sm. a. a. O. 1053 (1804). 

— S. Weigeliäna*) Willd. Spec. pl. IV. 2. 678 (1805). Wimmer Sal. 
Eurod. 76 (1766). Rchb. Ic. XI t. DLXIII fig. 1202 [2002] — S. laurinea 
Loisel. Fl. Gall. II. 343 (1807). — S. hümilis Willd. Berl. Baumz. 
ed. 2. 439 (1811). S. vioUcea Willd. a. a. O. 443 (1811) nicht 
Anderss. — S. arbüscula Wahlenb. Fl. Läpp. 263 (1812) z. T. (forma 
major) et Wablenberg in Fl. Dan. t. 1055 nicht L. — S. majälis 
Wahlenb. a. a. O. 270 (1812) nicht Wahlenb. Fl. Suec. IL 668 (1833). 

— S. Borreri 3 ) S. F. Gray Nat. Arr. Brit. pl. IL 732 (1821). — 
8. arbüscula Koch Sal. Europ. Comment. 44 (1828). — S. Borreri- 
äna 3 ) Sm. Engl. Fl. IV. 174 (1^28). — S. Bavalliäna 4 ) Sm. a. a. 

0. 175 (1828). — S. nitens (G. Anders.) Sm. a. a. O. 175 (1828). 

— 8. Wulfeniäna 6 ) Sm. a. a. O. 176 (1828) nicht Willd. — S. patens 
Forb. Sal. Wobur. 77 t. 39 (1829). — 8. floribünda Forb. a. a. O. 
107 t. 54 (1829). — S. tenüior Borr. in Engl. Bot. Suppl. IL 2650 
(1831). — S. philli/reifölia Borr. a. a. O. 2660 (1831). — S. pro- 
pinqua Borr. a. a. O. 2729 (1831). — S. laxißöra Borr. a. a. O. 
2749 (1831) nicht Kerner. — 8. discolor Chamisso in Linnaea IV. 
538 (1831) nach Ledebour Fl. Ross. III. 611 (1846 — 51). — S. For- 
besiäna 6 ) Loud. Arb. Brit. III. 1581(1838). — S. tenuifölia L. mscrpt. 
nach Anders. Sal. Läpp. 42 (1845). — S. macrocärpa 7 ) Anderss. 
Vet. Acad. Handl. Stockh. 479 (1850). — 8. phylicifolia X hastata 
Wimm. in Denkschr. Schles. Ges. 168 (1853) z. T. — S. arbüscula 
2. Weigeliana Kerner Niederösterr. Weiden 208 (1859) in Verhandl. 
Zool. Bot. Gesellsch. Wien X. 208 (1860). — S. hastata X Weigeli- 
ana Wimmer Sal. Europ. 218 (1866) z. T. — S. semicordäta Dulac 
Fl. Haut. Pyr. 147 (1867). — 8. arbüscula var. brevijülis Trautv. 
in Herb. Ledeb. nach F. v. Herder PI. Raddeanae in Acta Horti Petrop. 
XL 414 (1891). 

Unsere S. phylicifolia ist derjenige Theil der S. phylicifolia L. Spec. PI. ed. 

1. 2. 1016 (1753), der nach der Abzweigung der <S'. nigricans übrig geblieben ist. 



l) Nach James Crowe, f 1807 Lakenhain 1>. Nor wich, beschäftigte sich mit 

Moosen, Pilzen und Weiden, er besass eiu Salicetum und arbeitete mit an English 

Botany. Smith nannte nach ihm die Rutacecn-Gattung Crowea (1798). 

"-') S. VI. 1. S. 601 Fnssn. 2. 

3) S. II. 1. S 458 Fussn. 1. 

4) S. I. S. 711 Fussn. 2. 

£>) S. II. 1. s. 312 Fussn. 1. Die genauen Daten sind * 5. Nov. 1728 f 
17. März 1805. 

6) S. VI. 1. S. 703 Fussn. 4. 

1) Von ficr/.QÖg gross, lang und y.aQXÖg Frucht 



Salix. 148 

Diese Arl ist vielfach von den Schriftstellern mit S. nigricans und S. arbuscula 
zusammengeworfen worden und in der That auch nicht immer leicht von diesen 
beiden Arten zu trennen. Ausserdem haben einige Schriftsteller, namentlich S mith, 
Forbes und Borrer, neben dem Typus noch einige Arten aufgestellt, die sich 
kaum als eigene Abarten aufrecht erhalten lassen. 

P. Lack sc he wit z , Herbarium Salicum, giebt für 3 in Estland bei Hapsal 
gesammelte Exemplare der S. Weigeliana als Höhe des Strauchs an: Nr. 5509 (auf 
einer 'Wiese) 4', Nr. 5561 (auf einer Wiese) 5', Nr. 5542 (auf Grünmoor) 10' also 
über 3 m. 

Kerner (Niederösterr. Weiden 208 [1859]) stellt seine S. arbuscula 2. Wei- 
geliana (S. Weigeliana Willd.) nur als eine in allen Theilen grössere, üppigere 
Parallelform neben S. arbuscula 1. Waldsteiniana (S. Waldsteiniana Willd.), indem 
er 2. Weigeliana als die Thalform, 1. Waldsteiniana als die alpine Form der S. 
arbuscula bezeichnet. Dieser Ansicht kann ich nicht zustimmen. S. Weigeliana 
(S. phylicifolia) steigt ebenfalls bis in das alpine Gebiet empor, wenn sie hier auch 
hauptsächlich in Thälern und an Gletscherbächen wächst, während S. Waldsteiniana 
(arbuscula) hauptsächlich auf Abhängen zu finden ist. Aber selbst hier wird die 
aufrechte, wenn auch verhältnissmässig niedrige S. phylicifolia von der niederliegen- 
den S. arbuscula, dereu Aeste kaum bis zu 1 m emporragen, als eigene gute Art 
sicher zu unterscheiden sein, namentlich nach den weiblichen Blüthenständen. Die 
gestielten Fruchtknoten (Stiel bis fast so lang als der Fruchtknoten) der S. phylici- 
folia bieten immer ein sicheres Unterscheidungsmerkmal gegenüber den sitzenden 
oder fast sitzenden Fruchtknoten der S. arbuscula. 

Wimmer (Sal. Europ. 218 [1866]) stellt S. tenuifolia L. herb, nach Sm. 
Fl. Brit. III. 1052 (1804) und S. majalis Wahlenberg Fl. Läpp. 270 (1812) als 
Synonym zu seiner S. hastata X Weigeliana (S. phylicifolia X hastata Wimmer 
in Denkschrift Schles. Gesellsch. 168 [1853]); gleichzeitig bezeichnet er S. Hegetsch- 
weileri (Heer nach Hegetschweiler Fl. Schweiz 963 [1840]) als hierzu gehörig. Wie 
schon Andersson (Monogr. Sal. I. 134 — 135 [1867]) treffend darlegt, zeigen S. 
tenuifolia und S. majalis keinerlei Merkmale von S. hastata, sondern erscheinen 
lediglich als eiue zu S. nigricans hinneigende *S'. phylicifolia. Beide Arten können 
somit auch nicht der Mischling S. hastata X Weigeliana (S. phylicifolia X hastata), 
sondern lediglich S. phylicifolia sein. — S. Uegetschweileri lässt allerdings sowohl 
an den Blättern als an den Blüthenständen Merkmale von IS. phylicifolia und S. 
hastata erkennen und ist darum S. phylicifolia X hastata. — Nr. 140. Wimmer 
u. Krause Herb. Salicum trägt die Bestimmung : »S. majalis Wahlenberg (S. hastata 
X phylicifolia Wimmer) mit dem Hinzufügen: „Aus dem Königl. Bot. Garten zu 
Berlin; wahrscheinlich von Wahlen berg stammend. 4 ' Diese Vermuthung wird 
durch nichts unterstützt und erscheint durchaus willkürlich. Auf einem andern 
aus dem Königl. Bot. Garten zu Berlin stammenden Exemplar steht die von An- 
dersson gegebene Bestimmung: S. phylicifolia, während Wimmer darunter ge- 
schrieben hat: „videtur S. hastata X phylicifolia esse". Im Widerspruch mit der 
vorstehenden Bestimmung (S. phylicifolia) sagt Andersson (Monogr. Sal. I. 135 
[1867]) über diese Weide ans dem Bot. (iarten in Berlin: „quare hanc libentius e 
S. hastata et S. phylicifolia primitus ortam crederem". Meiner Meinung nach, die 
ich mir namentlich auch aus der Beobachtung der lebenden Weide im Salicetum 
des alten B't. Gartens in Berlin gebildet habe, ist diese lediglich eine weibliche 
S. phylicifolia, die in der Cultur einen ungewöhnlich kräftigen Wuchs angenommen 
hatte. — 

Als Formen sind hervorzuheben : 

A. latifolia. Blätter verkehrt-eiförmig bis breit oval. 

S. phylicifolia a. latifolia Anderss. Monogr. Sal. I. 133 (1867). 

B. angustif ölia. Blätter lanzettlich oder schmal-verkehrt-eiförmig 
bis schmal zunp-enförmirr. 

S. phylicifolia ß. angitstifolia Anderss. a. a. O. (1867). 



144 Salicaceae. 

Nach der Bekleidung der Fruchtknoten sind die beiden Formen zu unter- 
scheiden : 

I. eriocärpa. Fruchtknoten behaart. — So am häufigsten. 
IL liocarpn. Fruchtknoten kahl. — So seltener. 

Von andern Schriftstellern sind noch folgende Formen aufgestellt: 

Fries (Novit. Fl. Suec. Mant. I. 50 [1832]) zweigt von S. phylieifolia mit 
eiförmigen oder lanzettlichen entfernt gesägten, verkablenden, unterseits graugrünen 
Blättern und halbherzförinigen an der Spitze schiefen Nebenblättern, die Form : b. 
capsulis ylabris ;il>. Ausserdem stellt er hinzu die Unterart S. tenuifolia mit ver- 
kehrt-eiförmig-elliptischen bis lanzettlichen gesägten kahlen, unterseits graugrünen 
Blättern und lanzettlichen Nebenblättern und zwar in den beiden Formen: a. cap- 
sulis ylabris (S. tenuifolia Sm., S. corriiseans Willd. (?) S. majalis Wahlenb. [S. 
coru8cans Willd. Spec. Plant. IV. 2. 681 (1805) ist S. glabra]). b. capsulis villosis 
(S. arbuscula major Wahlenb.) — 

Wahlenberg (Fl. Suec. II. G68 [1833]) zweigt von S. phylieifolia die beiden 
Formen ab: ß. campestris. Blätter besonders unterseits behaart. — y. majalis. 
Blüthenstände sitzend, ohne Hochblätter, — die beide zu S. nigricans gehören. 

Koch (Syu. ed. 1. 653 [1837]) führt als , Abänderungen ■ der S. bicolor, S. 
radieans Sm. und S. Dicksonidna Sin. auf (S. Dicksoniana Sm. ist S. arbuscula 
X phylieifolia). 

Fries (Bot. Notis. 1840. 193): leplophylla '). Blätter tunna hinnaktiga, wozu 
die Unterart »S. tenuifolia gehört. — majalis (Wahlenb. Fl. Läpp. 270 [1812]). 
(Nr. 483 S. majalis) nicht S. phylieifolia y. majalis Wahlenb. Fl. Suec. II. 668 
(1833). 

Andersson (Sal. Läpp. 42 [1845]) theilt S. phylieifolia zunächst in die 
beiden Varietäten : S. phylieifolia (major) Blätter gesägt, kahl, lanzettlich mit 
welligen Buchten und <S'. tenuifolia. Blätter gesägt, kahl, flach, eiförmig; sodann 
werden als Formen angegeben: nach dem Wuchs: bioryyalis — bipedulis ; Zweige 
bald aufrecht, bald spreizend; — nach den Zweigen: a viimnales (1. stricti, — 2. 
nutantes), — b. torulosi foliati; — nach den Blüthenstäuden : 1. vulijnlissime sub- 
praecocia, 2. coaetanea vel serotina; — nach den Fruchtknoten: 1. pilis strictis 
adpressis serieeis tomentosae; — 2. omnino glaberrimae, saturale virideS; — nach 
den Blättern: 1. rolundato-obovata minima, — 2. obovala (a majora, — b. minima), 
— 3. obovato-lanceolata, — 4. clliptica, maxima, — 5. lanceolala beiderseits ver- 
schmälert (a. major?, — b. minora), — ü. lincaria, laneeolota derb aber wellig 
gesägt. 

Koch (Sm. ed. 2. 751. 1752 [1844]) zweigt die beiden Varietäten ab: ß. laurmn 
(S. laurina Sm., <S'. Cdprea X phylieifolia Wimmer). — y. 7tiajalis (S. tenuifolia 
Sm., S. majalis Wahlenberg Fl. Läpp. [1812] 270). 

Reichenbach (Ic. X. 22 [1849]) führt getrennt die 3 Arten auf: S. majalis. 
Blätter länglich, wellig sägerandig, unten bläulich-grün. Blüthenstände fast stiellos, 
ohne Hochblätter. Fruchtknoten kahl in langen Griffel verdünnt, Narben meissel- 
förmig gespalten. — S. Wcigcliana. Blätter elliptisch spitzig, kahl, am Grunde 
ganzrandig, gegen die Spitze sägerandig, unten bläulich -grün. Blüthenstände kurz- 
gestielt, gestreckt. Blüthenstände kegelförmig, fein behaait, Griffel langgestreckt, 
tief meisselförmig, ausgebreitet gespalten. — S. phylieifolia. Blätter oval oder um- 
gekehrt eirund, vom Grunde aus etwas entfernt gesägt, unterseits schimmelgrün und 
kahl werdend. Blüthenstände fast sitzend, etwas beblättert. Fruchtknoten eiförmig 
verdünnt, langzottig, (iriffel gestreckt, Narben gespalten. [8. bieolor Ehrh.) 

Bartig (Vollständ. Naturgesoh. Foibü Cnltnrpfl. Deutschi. 391 [1852]) giebt 

als Typus der S, phylieifolia die im Harz vork mende var. hereynica an: mit 

kleineren ovalen oder verkehrt-eiförmigen, an der Spitze häufig rückwärts gekrümmten 
und in Folge des Fressens an der Spitze sich iu eine Längsfalte legenden, oberseits 



!) Von /.f.rrö^ dünn und ff rAÄnr Blatt. 



Saiix. 145 

kahlen, glänzend grünen Blättern, mit fast sitzenden, fast blattlosen Blüthenständen, 
sehr langhaarigen Fruchtknoten. — Ausserdem werden von Hart ig als Varietäten 
aufgeführt: a. Weigeliana Willd.; b. majalis Wahlenb. ; c. pelraea Anderss. mit 
streifenweise behaartem Fruchtknoten (ist S. nigricans); d. Crovcana Sm., Staubfäden 
bis zur Hälfte verwachsen, Blätter verkehrt-eiförmig-lanzettlich ; e. radicans Sm., 
Blätter lanzettlich, grösste Breite über der Mitte wellig-sägezähnig: f. humilis Willd., 
Blätter oblong-elliptiscb, stumpf-sägezähnig; g. gemmdla, Blätter oval, über der Mitte 
etwas breiter, ganzrandig, beiderseits bleibend behaart; h. rho'mbica, Blätter verkehrt- 
eiförmig-elliptisch, über der Mitte sehr breit; i. petioldta, Blattform der S. aurita, 
Blattstiele ungewöhnlich lang; k. aeieuidta, Blätter verlängert-elliptisch mit keil- 
förmig zulaufender Basis und gerader Spitze, deutlich wellig-sägezähnig, beiderseits 
mit mikroskopischen Seidenhärchen, oberseits glanzlos; 1. apicdlis ähnlich der vorigen, 
mit grösseren Nebenblättern und auf der unteren Seite grünen Blattspitze ; m. violacea 
Willd. (S. bicolor bort.), Blätter elliptisch oder oval-elliptisch, meist ganzrandig, 
oberseits dunkelgrün, unterseits weisslich-meergrün bereift. 

Schur (Enum. pl. Transs. 620 [1866]): S. phylieifolia var. (ranssilniniea 
Blätter oberseits schwach, unterseits dicht behaart (? Nach Simoukai 8. hast ata). 

Andersson (Monogr. Sah I. 131 [1867]) : nach dem Wuchs: eldtior, — 
frulescens; — nach den Blättern: latifolia, — angustifolia mit Unterformen : major, 

— minor; nach den Blüthenständen praecocia, — subserdtina; nach den Frucht- 
knoten: hebecdrpa mehr oder weniger dicht, weissfilzig, — lejocdrpa kahl, gelblich 
bis röthlich. — Ausserdem fügt Andersson als Unterart hinzu : S. Hegetschweileri 

•Heer und S. rhaetica Kerner, die aber beide S. phylieifolia X hastata sind. 

Andersson (in DO. Prodr. XVI. 2. 241 [1868]): 1. latifolia, — 2. angusti- 
folia und fügt als Varietäten hinzu: ß. Hegetschweileri, — y. Rhaetica (s. oben). 

Blytt (Norges Fl. II [1874]) theilt S. phylieifolia in die beiden Formen: 
* hebecarpa mit grau behaartem Fruchtknoten a. latifolia, — b. angustifolia, — c. 
Blätter schmal-lanzettlich-eiförmig bis linealisch-lanzettlich. — ** Icioearpa: Frucht- 
knoten kahl oder zerstreut feinhaarig: a. virc'scens: Blätter ziemlich dick, grün. 
Fruchtknoten röthlich (S. tenuifolia). — b. nigrescens: Blätter dünn, klein, Kapseln 
grün (S. majalis z. T.). 

Babington (Manual Brit. Bot. 8. ed. 328 [1681]): S. phylieifolia var. a. 
S. radicans Sm. Blätter länglich oder elliptisch-lauzettlich, mehr oder weniger nieder- 
liegend. — b. S. Davalliana Sin. Blätter länglich-lanzettlich, gespitzt. Griffel so 
lang als die Narbe. — c. S. Weigeliana. Blätter rundlich oder elliptisch. Griffel 
Griffel länger als die gespaltene Narbe. — 6. S. nitens Sm. Blätter elliptisch-lan- 
zettlich. Griffel länger als die ungetheilte Narbe. — e. tenuior Borr. Blätter ver- 
kehrt-eiförmig-lanzettlich. Griffel so lang als die Narbe. — f. S. tetrapla Sm. (ist 
S. phylieifolia X nigricans). — g. S. laurina Sm. (ist *S'. Cdprea X phylieifolia). 

— h. S. laxifiofa Borr. Blätter breit-verkehrt-eiförmig, zugespitzt. Griffel etwa so 
lang als die gespaltene Narbe. — i. S. propinqva Borr. Blätter elliptisch. Griffel 
länger als die gespaltene Narbe. — k. S. Borreriana Sm. Blätter lanzettlich, beider- 
seits verschmälert. — 1. jjhillyrcifolia Borr. Blätter elliptisch, beiderseits spitz. — 
m. S. tenuifolia Borr. Blätter elliptisch mit zurückgebogener Spitze. 

A. <"). Kihlman (Kola Exped. [1887], exsicc. Nr. 60): 8. phylieifolia var. 
folidsa (nur ein Zweig mit jungen Blättern und weiblichen Blüthenständen). Blätter 
laazettlich beiderseits gleich spitz, am Bande fein gesägt, unterseits bläulich-grün. 
Weibliche Blüthenstände aufrecht, gestielt (Stiel bis 1 cm lang, seidig behaart, mit 
kleinen Laubblättern), cylindrisch, bis 2 cm lang, 0,6 cm dick, dichtblüthig. Frucht- 
knoten dicht grau behaart. Griffel lang. Narben sehmal- lineal, getheilt. 

(Auf den Bergen Englands und Schottlands; Färöer-Inseln ; Island; 
Norwegen und Schweden nordwärts bis zum 71° N. Br. ; Dänemark 
[einzelne Stellen, ob wild?]; Russland: im Norden bis Enare-Lapp- 
land, Kola, Archangelsk, nördlicher Ural bis 67 1 /2°N. Br.; nach Süden 
hin im Westen durch Finnland bis zu dem nördlichen Theil der Ost- 
Asch erson u. Graebner, Synopsis. IV. 10 



146 



Siüicaceae. 



seeprovinzen, im Osten durch das ganze Reich bis in die Gouverne- 
ments Orenburg [Ural], Samara, Saratow, Tambow und Orel [weiter 
südlich und westlieh fehlt sie); in Frankreich auf den Monts Dores, 
du Cantal, du Forez und in den Central-Pyrenäen, in diesen nach 
Spanien übergehend. Asien: in Sibirien auf dem Altai, Sajangebirge 
und auf den Gebirgen am Baikal, Dauriens, Ostsibiriens und Kamt- 
schatkas bis 70° N. Br.; in Nord-China.) * 

herbacea < phylicifolia 
retusa X phylicifolia 

glauca X phylicifolia 
8. aYgyrocarpa X phylicifolia 
cinerea X phylicifolia 
caprea X phylicifolia 
1050. 8. cinerea X caprea X 

phylicifolia 
Silesiaca X phylicifolia 
aurita X phylicifolia 
1050. S. caprea X aurita X 

phylicifolia 
depressa X phylicifolia 
repens X phylicifolia 
nigricans X phylicifolia 

1050. S. glauca X nigricans 
X phylicifolia 

phylicifolia X arbuscula 

1051. S. glauca X phylicifolia 
X arbuscula 

phylicifolia X hast ata 
phyl. X myrs. fX glauc; X »«#*%) 
phylicifolia X daphnoides 
1055. /S'. caprea X phylicifolia 

X daphnoides 
phylicifolia X viminalis 
1057. & cinerea X phylicifolia 

X viminalis 
1057. & cajwea X phylicifolia 

X rimina/is 
phylicifolia X La/iponuiu 
1059. & phylicifolia < arbus- 
cula X Lajt/touum 
phylicifolia X pnrpun ■« 
1061. N. aurita ^phylicifolia 

X purj)urea 



1034. 


X 


1050. 


8. 


1039. 


X 


1050. 


S. 


1040. 


X 


1050. 


8. 


1040 5. • 


X 1050. 


1041. 


X 


1050. 


S. 


1042. 


X 


1050. 


s. 


1041. 


X 


1042. 


X 


1044. 


X 


1050. 


s. 


1045. 


X 


1050. 


s. 


1042. 


X 


1045. 


X 


1046. 


X 


1050. 


8. 


1048. 


X 


1050. 


s. 


1049. 


X 


1050. 


s. 


1040. 


X 


1049. 


X 


1050. 


X 


1051. 


8. 


1040. 


X 


1050. 


X 


1050. 


X 


1052. 


8. 


1050. 


X 


1054. 


S. 


1050. 


X 


1055. 


s. 


1042. 


X 


1050. 


X 


1050. 


X 


1057. 


8. 


1041. 


X 


1050. 


X 


1042. 


X 


1050. 


X 


1050. 


X 


1059. 


s. 


1050. 


X 


1051. 


X 


1050. 


X 


1061. 


8. 


1045. 


X 


1050. 


X 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



1051. (19.) S. arbuscula. 1/. Niedrig, kurz- und dünnästig, bis 
über 0,5 m hoch. Zweige braun oder grünlich-braun, kahl, später dünn 



Salix. 147 - 

hellgrau behäutet; junge Triebe braun, kahl oder dünn kurz grau be- 
haart. Blätter gestielt (Stiel bis 0,7 cm lang, kahl, nur an jungen 
Trieben mitunter kurz dünnseidig behaart), oval oder verkehrt-eiförmig 
bis lanzettlich, bis 4,5 cm lang, 2 cm breit, spitz, am Grunde spitz 
oder stumpf, am Rande ungleich, klein, mitunter drüsig gesägt, ober- 
seits sattgrün, glänzend, unterseits heller bis grau, matt, beiderseitig 
kahl (die jungen Blätter an der Spitze der jungen Triebe mitunter 
unterseits und am Stiel dünn kurz seidig behaart und am Rande fein 
drüsig gesägt); Mittel- und Seitennerven oberseits deutlich, unterseits 
schärfer hervortretend. Adernetz weitmaschig, beiderseits fast unbemerk- 
bar. Nebenblätter selten entwickelt, klein, eiförmig. Knospenschuppen 
braun, kahl oder an der Spitze spärlich sehr kurz behaart. Blüthen- 
stände mit den Blättern erscheinend; die männlichen an bis 0,7 cm langen, 
kurz grau behaarten, mit verkehrt-eiförmigen oder länglichen, spitzen, 
am Rande spärlich gesägten oder bedrüsten, kahlen oder mitunter am 
Stiel und auf der unteren Fläche dünn kurz seidig behaarten Blättern 
besetzten Zweigen endständig, aufrecht oder etwas seitwärts gekrümmt, 
länglich oval bis kurz cylindrisch, bis 2,5 cm lang, 1 cm dick, dicht- 
blüthig, unterwärts lockerer; ihre Achse dünn grau behaart. Tragblätter 
oval, nach dem Grunde zu stark verschmälert, an der Spitze abgerundet, 
hellbraun oder gelb, nach der Spitze zu dunkler braun, dünnseidig be- 
haart und bebärtet. Staubblätter kahl, bis 3 mal so lang als die Trag- 
blätter. Staubbeutel oval, bläulich, später gelb. Hintere Drüse eiförmig, 
stark gestutzt, l J2 — 2 /s so lang als die Tragblätter. Weibliche Blüthen- 
stände an etwas längeren (bis 1 cm langen), sonst wie bei den männ- 
lichen, beschaffenen Zweigen endständig, aufrecht oder etwas seit- 
wärts gekrümmt, cylindrisch, bis 4 cm lang, 0,7 cm dick, dichtblüthig, 
am Grunde mitunter etwas lockerer; ihre Achse dünn grau behaart. 
Tragblätter wie bei den männlichen und bis x ji oder 2 /3 des Frucht- 
knotens heraufragend ; Fruchtknoten sitzend oder sehr kurz gestielt, 
fast sitzend (Stiel dicht grau behaart), aus eiförmigem Grunde kurz 
kegelig verschmälert, kurz graufilzig behaart. Griffel 1 /b — 2 /s so lang 
als der Fruchtknoten, mitunter an der Spitze gespalten, gelb. Narben 
länglich oval, dick, getheilt, kopfig, gelb. Hintere Drüse oval, stark 
gestutzt, mitunter an der Spitze ausgerandet oder gespalten, bis auf 
\'4 oder 1 /3 des Fruchtknotens heraufragend. 

In den Alpen, an mit Krummholz bewachsenen Berglehnen, hier 
mit Vaccinium und Rhododendron eine eigenartige Strauchformation 
bildend. Im ganzen Alpensystem (excl. Jura) von der Dauphine bis 
Nieder-Oesterreich, Steiermark, Krain, Kroatien, Bosnien und Montenegro. 
Central-Karpaten? s. S. 148. Die Angabe im Schwarzwald (an der 
Zastler Wand am Feldberg) (A. Braun in Herb. Mus. Berlin!) wird 
von Schatz (Abh. Bad. BV. 1882—8 No. 41, 42, 365 [1887]) mit 
Unrecht bezweifelt. Wächst im Wallis zw. 1700 und 2300 m (Jac- 
card 326), in Oberbayern zw. 1397 und 2157 in, in Tirol zw. 1300 
bis 1400 und 2200 m (Dalla Torre u. Sarnth. VI. 2. 14, 15), in 
Ober-Steiermark zw. 1300 und 2000 m. Bl. Juni, Juli. 

10* 



HS Salicaceae. 

S. arbuscula L. Sp. ed. 1. 1018 (1753). Fl. Suec. ed. 2. 348 
(1765) z. T. Smith Fl. Brit. III. 1050 (1804). Lam. et DC. Fl. France 
ed. 3. III. 295 (1805). Willd. Sp. pL IV. 2. 681 (1805). Wahlenb. 
Fl. Läpp. 263 (1812) z. T. Fries Novit. Fl. Suec. Mant. I. 49 (1832). 
Wahlenb. Fl. Suec. II. 661 (1833) z.T. Koch Syn. ed. 2. 756. Anden». 
Sal. Lappon. 79 (1845). Ledeb. Fl. Ross. III. 622 (1846 — 1851). 
Kerner Niederosterr. Weid. 206 (1859) z. T. Ander.ss. Monogr. Sal. I. 
145 (1863). Wimmer Sal. Europ. 102 (1866). Anderss. in DC. Prodr. 
XVI. 2. 247 (1868). Nyman Consp. 669. Suppl. 281. Richter-Gurke 
PI. Eur. II. 19. Camus Qassif. Saul. d'Europe et Monogr. Saul. France 
123 (1904). Rchb. Ic. XI t. DLXI fig. 1196—8. — S. coruscans Jacq. 
Flor. Austr. V t, 408 (1778) nicht Willd. — S. wi/rt/ ttoides Vill. 
Hist. PI. Dauph. III. 770 (1789). Nyman Consp. 669 nicht L. — S. 
glauca Willd. Berl. Baumz. 388 (1796). — S. glaucescens Moench 
Meth. Suppl. 116 (1802). — S. carinäta Sm. Fl. Brit. III. 1055 
(1804). — S. Myrsinites Kit. nach Willd. a. a. O. 679 (1805). — 
S. alpestris Wulfen nach Willd. a. a. O. 680 nicht Anderss. — 8. 
Hosteäna 1 ) Willd. Mag. Ges. Naturf. Fr. Berl. IV. 53 (1810) (?). 
S. hastata ß. jol. lanceolatis subintegerimis Wahlenberg Fl. Lappon. 
268 (1812). — 8. arbuscula glandulösa Ser. Saul. Suisse (Exsicc.) 
(1814) Nr. 64. — 8. alpina Suter Fl. Helv. IL 354 (1822). — 8. 
Hausmäwni 2 ) Tappeiner nach Rchb. Ic. X. 22 (1849). — S. tirolmsis 
Tappeiner nach Rchb. a. a. O. (1849) z. T. — 8. arbuscula 1. Wald- 

steimäna 3 ) Kerner Niederosterr. Weid. 206 (1859). — S. intermedia 
Thomas Exsicc. nach Anderss. Monogr. Sal. I. 145 (1863). — S. 
appropinguäta Gandog. Sal. nov. Nr. 130 nach Camus Classif. Saul. 
d'Europe et Monogr. Saul. France 124 (1904). — S. nubicola Gandog. 
Sal. nov. Nr. 131 nach Camus a. a. O. (1904). — 8. obtusiÜSGula 
Gandog. Sal. nov. Nr. 129 nach Camus a. a. O. 128 (19D4). 

Entgegen den älteren Autoren giebt Woloszezak in <>r,z. KJJ (1891) 233 
l)is 2:;."> an, dass S. arbuscula nicht in den Karpaten vorkommt, sondern S.phylici- 
folia für diese Art gebalten worden ist. Pax äussert sieh bandschriftlich in gleicher 
Weise. In dem Herbar des Mos. Bot. Berol. befinden sich allerdings 2 Exemplare 
der 8. arbuscula, für welche die Karpaten als Standort angegeben sind; das eine 
davon ist nur ein Blattzweig, der von lt. Fritze in der Tatra (Drechaelhäuschen) 
gesammeil ist, und das andere, ans einem männlichen und einem weiblichen Blüthen- 
zweig bestellend, ist von Tb. Kotschy in den Central-Karpaten gefunden. Ob das 
von Fritze heimgebrachte Blattexemplar wirklich zu S. arbuscula gehört, ist mit 
Bestimmthtit nieht festzustellen, und ob, bei dem von Kotschy gesammelten Blüthen- 
exemplar der Standort Central-Karpaten richtig angegeben i~t, erscheiat nach Be- 
schaffenheit des beigefügten Bestimmungszettels zweifelhaft. Sowohl das Fritze- 
selie, wie ciüs K o t sc h y 'sein Kxeni |ilar können ^"iiiit als ein sicherer Beweis für «las 
Vorkommen der S. arbuscula in den Karpaten nicht angesehen werden. 

X. arbuscula ist namentlich mit S. phylieifolia vielfach \ len Schriftstellern 

und in den Berbarien zusammengeworfen. Das sicherste rnterschcidum_'smerkmal 
ihr 8. arbuscula von .S'. phylieifolia liegt in den weiblichen Blüthenatänden, dem 






J) S. II. 1. s. 35 Fusan. 1. 

2) S. I. S. 47 Fussn. 1. Die genauen Daten sind * 10. Sept. 1810 r 1. Aug. 1878. 

3) S. II. 1. S. 418 Fussn. 1. Die genauen Daten sind »24. Febr. 1759 Wien 
•:• 24. Mai 1823 Oberieitensdorf. 



Salix. 149 

sitzenden oder nur sehr kurz gestielten behaarten Fruchtknoten, bei der der etwa 
vorhandene Stiel stets kürzer als die Drüse ist. — Kern er (Niederösterr. Weid. 
20G [1859]) stellt S. arbuscula als 1. Waldsteiniana und S. phylicifolia als 2. 
Weigeliana nur als Parallelfonnen der »S'. arbuscula auf, was nicht angängig ist 
(s. S. phylicifolia S. 143). — Willdenow hat unter Nr. 18164 seines Herbars 
S. arbuscula a. mit seiner S. coruscans, die nach der in Willd. Spec. pl. IV. 2. 
681 (1805) gegebenen Diagnose ein Synonym der S. glabra ist, vermengt, trotzdem 
S. arbuscula als Nr. 18165 noch in dem Herbar besonders vorhanden ist. Auf der 
äusseren Seite des Umschlagbogens steht auf dem Artenzettel: S. coruscans, während 
auf einem zweiten auf der inneren Seite des Bogens befindlichen Zettel S. arbus- 
cula steht. Von den 4 vorhandenen Exemplaren ist eines von Hoppe als S. 
arbuscula bestimmt, ist jedoch augenscheinlich S. glabra; ein zweites Exemplar ist 
von Anders son als S. glabra sowie ein drittes als S. arbuscula zutreffend be- 
stimmt; das vierte, unbestimmte Exemplar ist ebenfalls S. arbuscula. 

Von Kitaibel's /S. myrsinites liegt das aus den Alpen Kroatiens stammende 
Originalexemplar in dem Herbar Willdenow Nr. 18161 bei S. Waldsteiniana. 

Als Formen sind hervorzuheben : 

A. ereeta. Ueber 0,5 bis fast 1 m hoher Strauch. Zweige aufrecht. 
Blätter 2 — 4 cm lang. Blüthenstände cylindrisch. 

8. arbuscula 1. ereeta Anderss. Monogr. Sal. I. 146 (1863). 

Mit den Unterformen : 
I. grandifdlia {S. flavescens Host Sal. 30 t. 101 [1828]). 
II. ovatifdlia (S. Waldsteiniana Willd. Spec. pl. IV. 2. 679 [1805]. Koch 
Sal. Eur. 57 [1828]. Nyman Consp. 669). 
III. angustifdlia (S. alpi'na Scop. Fl. Carn. ed. 2. 255 [1772J. Nyman Consp. 
6G9. — S. pnmifolia Sm. Fl. Brit. III. 1054 [1804]. Rchb. Ic. X t. DLXII 
fig. 1200. — S. formdsa Willd. Spec. pl. IV. 2. 680 [1805]. — S. pul- 
chella Host Sal. 30 t. 98 [1828]). 

B. hümilis. Kleinerer, oft niederliegender Strauch, mit mehr oder 
minder unterirdischem Stamm und peitschenförmig seitwärts ge- 
streckten Zweigen. Blätter kürzer, auf der unteren Fläche grau; 
Blüthenstände anfangs kürzer, oval, von den Stützblättern eingehüllt. 

S. arbitscida 2. humilis Anderss. a. a. O. (1863). 

Mit den Unterformen : 
I. parvifdlia {S. renuldsa Sm. Fl. Brit. III. 1055 [1804]. — S. foelida 

Schleich, in Lam. u. DC. Fl. Franc, ed. 3. III. 296 [1805]). 
II. brevifo'lia {S. vaccinifdlia Sm. Engl. Bot. XXXIII t. 2341 [1812]). 
Ausserdem sind an Formen aufgestellt worden : 

Linne (Spec. pl. ed. 1. 1018 [1753]): S. arbuscula: (?) Salix foliis serratis 
glabris obovatis; Flor. Läpp. 352 t. 8 f. E. — ß. Salix foliis integris gl abriß ovatis 
confertis pellucidis Flor. Läpp. 356. — y. Salix foliis serratis glabris lanceolatis 
utrinque acutis ; Fl. Läpp. 360 t. 8 f. M. Die erste Form: (?) S. foliis serratis 
glabris obovatis ist S. phylicifolia, die Form ß: S. depressa livida. 

Linne (Fl. Suec. cd. 2. 348 [1755]): S. arbuscula: a. Salix foliis serratis 
glabris verticaliter ovatis, Läpp. t. 8 f. E. - — ß. Salix foliis serratis glabris lanceo- 
latis utrinque acutis, Fl. Läpp. 360 t. 8 f. M. — /. Salix foliis integris glabris 
ovatis confertis pellucidis, Fl. Läpp. 356. — Hier ist die Form et. S. phylicifolia, 
die Form y. S. depressa livida. — Von seiner S. arbuscula gehört mithin nur die 
Form y. L. Sp. pl. ed. 1. 1018 (1753), die mit der Form ß. Fl. Suec. ed. 2. 348 
(1755) identisch ist, zu der jetzigen S. arbuscula. 

Seringe (p:ssai Monogr. Saul. Suisse 49 [1815]): S. prunifilia Smith Fl. 
Brit. III. 1054 (1804). mit eiförmigen, gesagten, kahlen, oberseits kahlen, unterseits 



150 Salieaceae. 

graugrünen Blättern, Bchwacb behaarten Zweigen und eiförmigen, seidenhaarigen 
Fruchtknoten. — I!. obtuaa mit sehr stumpfen Blättern. — C. angusta (S. thyme- 
laeoides B. actUifolia Schi. Cat. Sal. 1809). p — D. microphylla. Blätter von der Grösse 
der der gem. Myrte. — *S\ thymelaeo'ides Schleich, ist S. arbuscula X glauc«. 

Lamarck u. DC. (Fl. Franc, ed. 3. III. 296 [1805] V. 347 [1815]). — S. 
foe'tida Schleich. Cent. E.\>. I. Nr. 95. Nyman Consp. 069. — ct. acuta die typische 
Forin. — ß. obtiisa Seringe s. oben. — y. angüata Seringe (S. thymelaeoidcs aculi- 
fölia Schi. s. oben. — 6. prunifdlia Sohl, mit breit-ovalen, denen der Pflaume sehr 
ähnlichen Blattern mit stark gezähnten Nebenblättern. — e. ? deauitbcns Schi, mit 
ovalen, beiderseits zugespitzten Blättern ohne Nebenblätter. 

Gaudin (Fl. Helv. VI. 265 [1830]): S. foetida DC. ß. obtusa mit sehr 
stumpfen Blättern. — y. acuta nicht schmalen spitzeren Blättern (S. pruni/olia C. 
angusta Ser. Ess. 51 s. oben). — ö. microphylla s. oben. 

Fries (Novit. Fl. Suec. Mant. I. 49 [1832]): S. arbuscula ß. vaccinifilia 
klein. Blätter elliptisch, sehr klein, unterseits etwas behaart. Fruchtknoten grösser. 
verkahlend [S. vaccinifolia Smith). 

Koch (Syn. ed. 1. 658 [1837] ed. 2. 756 [1844]): 8. arbuscula a. Wald- 
steiniana, die Sägezähne der Blätter entfernter, mehr angedrückt; Griffel sehr oft 
tief-getheilt (S. Waldsteiniana Willd. — S. ovata Ser. — S. arbuscula Jacq. a. t. 
108). — ß. foe'tida, Sägezähne der Blätter häufig, mit einer Drüse endigend, darum 
mehr genähert; Griffel meist nicht gespalten. (S. foetida Schleich. — S. alpina 
Sut. — S. pruni/olia Ser. — S. vaccinifolia Engl. Bot.) — y, prunifolia, Säge- 
zähne der Blätter etwas wellig. Griffel kurz, nach der Blüthezeit nur wenig ver- 
längert; Tragblätter graubraun (S. prunifolia Sm. — S. venulosa Sm., — S. carindta 
Sm.). Zu a. Waldsteiniana ist S. ovdta Seringe als Synonym gestellt; S. ovata 
Seriuge ist aber S. Helvetica X herbacea. 

Andersson (Sal. Läpp. 79 [1845]): S. arbuscula 1. Blätter eiförmig-lanzett- 
lich, etwa doppelt so gross als bei den übrigen Formen, ziemlich tief und reich 
rundlich-gesägt, dünn, unterseits bläulich. Blüthenstände sehr lang gestielt und be- 
blättert, schmal lincalisch-cylindrisch. Fruchtknoten wie beim Typus. — 2. Blätter 
wie beim Typus, aber Blüthenstände kürzer. Fruchtknoten sehr kurz gestielt, doppelt 
so gross, glänzend, fast kahl, mit braunen Tragblättern. — 3. Blätter liuealisch- 
lanzettlich, unterseits seltener mit silberigen Ilaaren, entfernt wellig-gesägt, stumpf- 
lieh. Blüthenstände dick. Fruchtknoten kurz gestielt. Tragblätter behaart, kürzer 
als der Griffel. (S. prunifolia Sm., — S. venulosa Sm., — S. carinata Sm.) — 
4. Blätter sehr klein, elliptisch. Fruchtknoten verkahlend, grösser, kurz gestielt. 
Griffel sehr kurz. Pflanze klein, niederliegeml. (S. vaccinifolia Sm.) 

Iteichenbach (Ic. Germ. XI. 17 [1849]): S. arbuscula a. Waldsteiniana. 
Sägezähne der Blätter entfernter und angedrückter (S. arbtiscula Jacq. Fl. Austr. 
t. 108, — S. coruscans Sturm lieft 25, — S. ovata Seringe [vgl. darüber oben].) 
— ß. venulosa (Smith Engl. Bot. 1362). Blätter etwa- wellig, Griffel kürzer, Trag- 
blätter bräunlich-gelb. — y. arbuscula genuina. Blätter deutlich kerbig-gesägt, Griffel 
vom Grunde aus getheiit. — Ausserdem führt Reichen b ach noch als besondere 
Art S. jminifolia Smith auf. 

Cerner (Niedcrösterr. Weid. 206 [1859]): <S\ arbuscula 1. Waldsteiniana 
Koch Syn. ed. 2. 576 (richtig 756) ist S. arbuxeula. — 2. Weigelinna (5. Weigeliana 
Willd. Spec. pl. IV. 678). Diese Form 2. ]\'cigcliana ist S. phylieifolia. 

Wimmer (Sal. Europ. 105 [1866]): S. arbuscula a. Waldsteiniana. Höher, 
Aeste derb. Blätter etwas grösser, undeutlich, gesägt, verkehrt-eiförmig-elliptisch, 
unterseits etwas graugrün. [8. Waldsteiniana Willd, Sp. 50 ) — ß. formösa. Stamm 
höber mit verlängerten besten. Blätter länglich, beiderseits spitz, fein gesägt, anter- 
seit- graugrün (S. formosa Willd. Spec. 51). — y. joetida. Niedrig, mit kurzen 
dünnen Aesteu. Blätter klein, olliptisch-lanzettlich, deutlich fein gesägt, unterseits 
graugrün oder grünlich. [8. foetida Schleich., S. venulosa Smith, 8. vaccinifolia 
Smith, letztere mit elliptischen stumpfen Blättern.) 



Salix. 



151 



Andersson (in ,D0. Prodr. XVI. 2. 247 [1868]): S. arbuscula ct. eiecta; 
ß. humilis; y. thymelaeoides (S. thymelaeoides Schi.) Dach ihm eine schwach behaarte 
Abänderung, wohl kein Bastard mit S. glauca, vgl. aber S. 150. 

Blytt (Norges Fl. II. 438 [1874]): S. arbuscula * gracilescens. Ziemlich 
hoher Strauch mit kastanienbraunen, glänzenden, aufrechten Zweigen. Blätter licht- 
grün, bisweilen blaugrün, kaum einen Zoll lang, lanzettlich oder verkehrt-eiförmig, 
kurz gestielt. Blüthenstäude von wenigen langen, schmalen Blättern gestützt u. s. w. 

Babington (Man. Brit. Bot. ed. 8. 329 [1881]): S. arbuscula a. S. carinata Smith. 
Blätter oval, fein gezähnt, undeutlich geädert, in einen Kiel gefaltet. Blüthenstände 
cylindrisch mit rundlichen behaarten Tragblättern. — ß. S. prunifolia Smith. Blätter 
breit-eiförmig, gezähnt, beiderseits weich behaart. Stamm aufrecht, ästig. — y. S. 
venulosa Smith. Blätter eiförmig gezähnt, kahl, oberseits mit hervorragenden Nerven. 
Stamm aufrecht, ästig. — ö. S. vaccinifolia Smith. Blätter lanzettlich-eiförmig, ge- 
sägt, weichhaarig, unterseits oft seidig. Stamm niederliegend. 

Camus (Classif. Saul. d'Europe et Mon. Saul. France 123 [1904]): S. arbus- 
cula A. Waldsteiniana Koch. — B. foelida Koch. — C. formosa Wimmer. — D. 
prunifolia Koch. — S. var. obtusa (Var. oblusa Seringe. — S. obusiuscula Gandg. 
Sal. nov. Nr. 129). Blätter sehr stumpf. 

Gortand (Bull. Soc. Bot. Ital. 264 [1903]): S. arbuscula f. integrijölia (in 
Kärnten). 

(Auf den Pyrenäen, dem Balkan, auf den Bergen Schottlands und 
Skandinaviens, Lappland, Samojedenland [im Flussgebiet der Petschora 
und Kolwa bis 68° N.B.], in der Alpenregion des Urals nach Süden 
hin bis 60° N. B., im Kaukasus zwischen 2000 — 3330 in Höbe. Asien: 
im Alatau und Thianschan, im Süden Sibiriens im Sajan-Gebirge, in 
Baikalien und Daurien südlich bis Nord-China hinein, nordwärts bis 
zum unteren Ob [Stschutschja, Graf von Waldburg-Zeil, 1876!], unteren 
Jenissei, der unteren Lena [bis 68° N. B.] und dem Anadyr. Nord- 
america: Unalaschka, Grönland.) * 



1034. X 1051. 8. 

1035. X 1051. S. 

1039. X 1051. S. 
1039 7?. X 1051. 

1040. X 1051. S. 
1043. X 1051. 8. 
1040. X 1043. X 

1046. X 1051. S. 

1047. X 1051. S. 

1049. X 1051. 8. 

1050. X 1051. S. 
1040. X 1050. X 

1051. X 1052. S. 
1051. X 1054. S. 
1051. X 1059. 8. 
1034. X 1051. X 



herbacea X arbuscula 
reticulata X arbuscula 
retusa X arbuscula 
S. serpyllifolia X arbuscula 
glauca X arbuscula 
grandifolia X arbuscula 
1051. S. glauca X arbuscula X 

grandifolia 
depressa X arbuscula 
myrtilloides X arbuscula 
nigricans X arbuscula 
phylicifolia X arbuscula 
1 05 1 . S. glauca X arbuscula 

X phylicifolia 
arbuscula X hastata 
arbuscula X tnyrsinites 
arbuscula X Lapponum 
1059. S. herbacea X arbuscula 
X Lapponum 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



152 Salicaceae. 

1050. X 1051.' X 1055). 8. phylicifolia X arbus- 

cula X Lapponum 

1051. X 1050 7/. S. arbuscula X Helvetica 
1043. X 1051. X 1059 B. S.grandifoliay arbus- 
cula X Helvetica 

1051. X 1061. 8. arbuscula X purpurea 
1051. X 1062. S. arbuscula X caesia 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



2. Rigidae (Anderes, in DC. Prodr. XVI. 2. 251 [1868].— 
Hastatae Anderss. a. a. O. [1868]). Blätter kahl oder nur in 
der Jugend behaart, meist scharf gesägt. Früchte stets kahl 
(s. auch 3.). — Uebrige Merkmale s. S. 59. 

In Europa ausser unseren Arteu noch S. pirol i/olia (S. pyroli- 
folia Ledeb. Fl. Alt. IV. 270 [1833]) im arktischen Russland, Sibirien 
und Central-Asien. 

a. Zweige und Blätter in der Jugend behaart. 

1052. (20.) S. liastiita. t>. Niedrig, bis 1,5 m hoch, dichtästig. 
Zweige braun, kahl; junge Triebe dünn lang hellgrau behaart, selten 
kahl. Blätter gestielt (Stiel bis 0,8 cm lang kahl, nur bei jungen 
Blättern lang dünn hellgrau behaart), breit-oval, verkehrt-eiförmig bis 
länglieh, bis 7,5 cm lang, 5 cm breit, spitz, am Grunde ebenfalls spitz 
oder stumpf, mitunter schief-herzförmig, am Rande klein unregelmässig 
gesägt, kahl (die jungen Blätter meist oberseits dünn, unterseits dichter 
lang zottig hellgrau behaart), oberseits dunkelgrün, unterseits blassgrün 
bis grau; Mittelnerv oberseits flach, unterseits breit hervortretend, hell; 
Seitennerven und weitmaschiges Adernetz oberseits wenig bemerkbar, 
unterseits deutlich fein hervortretend. Nebenblätter meist stark ent- 
wickelt, schief eiförmig, am Rande gesägt. Knospenschuppen kastanien- 
braun, kahl oder an der Spitze dünn zottig behaart. Blüthen stände mit 
den Blättern erscheinend. Die männlichen an kurzen bis 0,8 cm langen, 
hellgrau zottig behaarten, mit kleinen ovalen bis länglichen, ganzrandigen 
oder gesägten, am Stiel dicht, auf den den Flächen dünn hellgrau zottig 
beliaarten Blättern besetzten Zweigen endständig, aufrecht oder etwas 
gekrümmt, kurz eylindrisch, bis 3,8 cm lang, 1 cm dick, dichtblüthig; 
ihre Achse dünn hellgrau behaart. Tragblätter lanzettlich, mitunter 
länglich, stumpflich, braun, an der Spitze dunkler und lang hellgrau 
gekräuselt bebärtet. Staubblätter kahl, etwa doppelt so lang als die 
Tragblätter. Staubbeutel oval, gelb. Hintere Drüse breit viereckig, 
fast quadratisch, etwa V-* so lang als das Tragblatt. Weibliche Blüthen- 
stände an etwas längeren (bis 2 cm langen), sonst wie bei den männ- 
lichen beschaffenen Zweigen endständig, aufrecht oder gekrümmt, ey- 
lindrisch, bis 6 cm lang, 0,8 cm dick, dichtblüthig; ihre Achse dünn 
hellgrau behaart. Tragblätter wie bei den männlichen, auf den unteren 
Theil des Fruchtknotens heraufragend. Fruchtknoten gestielt (Stiel 
etwa 1 /a so lang als der Fruchtknoten, kahl), aus eiförmigem Grunde 
kegelig spitz verschmälert, kahl ; Griffel 1 /ö bis fast l /i so lang als 






Salix. 153 

der Fruchtknoten, mitunter an der Spitze getheilt. Narben länglich 
oval, getheilt, seitwärts gebogen. Drüse wie bei den männlichen, 1 J2 
bis fast so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Auf feuchten, sumpfigen Stellen und an Wasserläufen in der 
Waldregion bis über die Fichtengrenze hinauf. Im Alpensystem (incl. 
Jura) von der Dauphine bis Ober-Oesterreich, Kärnten, Krain, Kroatien 
und Bosnien; Karpaten von der Tatra bis zu den südlichen Sieben- 
bürgischen Karpaten. Sudeten (nur Gesenke). Harz (nur Alter Stolberg 
bei Nordhausen). Vogesen (nur Frankenthal am Hohneck). In Wallis 
1600—2400 m (Jaccard 325). Oberbayern 1040—2150 m. Tirol 
1800—2200 m (Dalla Torre u. Sarnth. VI. 2. 19, 20). Hoch- 
Sudeten (1137 — 1299 m). Bl. Mai, in höheren Lagen Juni, Juli. 

S. hastata L. Spec. pl. ed. 1. 1017 (1753). L. Fl. Suec. ed. 2. 
347 (1755). Willd. Spec. pl. IV. 2. 664 (1805). Wahlenb. Fl. Lappon. 
268 (1812) z.T. Lam. u. DC. Fl. Franc. V. 338 (1815). Koch Comment. 
42 (1828). Fries Novit. Fl. Suec. Mant. I. 48 (1832). Wahlenb. Fl. 
Suec. IL 666 (1853) z. T. Koch Syn. ed. 2. 752. Anderss. Sal. Lappon. 
48 (1845). Ledeb. Fl. Ross. III. 612 (1846—1851). Reichenb. Ic. XI 
t. DLXXfig. 1213. Anderss. Monogr. Sal. I. 170 (1863). Wimmer Sal. 
Europ. 83 (1866). Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 257 (1868). Blytt 
Norges Fl. IL 434 (1874). Nyman Consp. 669. Suppl. 281. Richter- 
Gürke PI. Eur. IL 22. Camus Classif. Saul. d'Europe, Monogr. Saul. 
France 155 (1904). — 8. arbutifölia Pallas Fl. Ross. I. 2. 79 (1788). 

— S. Pontederae 1 ) Vill. Hist. pl. Dauph. III. 76ö (1789). — 8. 
malifölia Smith Fl. Brit. III. 1053 (1804). Nyman Consp. 669. — 
8. lignsiro'ides Schleich Cat. Sal. 1 (1807). — 8. Pontederdna 1 ) Loisel. 
Fl. Gall. II. 343 (1807). — S. tenuiföUa Seringe Saul. de la Suisse 
Nr. 14 (1805), Nr. 50 (1809) nicht Smith. — 8. criäntha 2 ) Schleich, 
nach Link Enum. Hort. Berol. IL 415 (1822). — 8. elegans Host 
Sal. 29 (1828). — S. glabra ß. cenisia 3 ) Reichenb. Ic. XI.' 19 (1849). 

— S. Stoiber gensis*) Wallr. in Hartig Naturg. Forstl. Culturpfl. 393 
(1852). — S.phylicifolia L. d. ajanensis Regel u. Tiling Fl. Ajanensis 
117 (1858). — S. heterophf/tta*) Schur Verh. Sieb. Ver. Naturw. X. 
141 (1859). ■ — - S. eriölepis 6 ) t Less. Herb, nach Anderss. Monogr. Sal. 
I. 171 (1863). — 8. tiirneröides Gandog. Sal. nov. Nr. 20 nach Camus 
Classif. Saul. d'Europe, Monogr. Saul. France 159 (1904). — 8. Cle- 
menti 1 ) Gandog. Sal. nov. Nr. 18 nach Camus a. a. O. 160. — 8. 
Jayetiäna 8 ) Gandog. Nr. 9 (Exsicc. Billot 3899) nach Camus a. a. O. 

Die lange gekräuselte, zottige Behaarung der Blüthenstände ist ein besonders 
charakteristisches Merkmal dieser Art. 



i) S. II. 2. S. 411 Fussn. 1. 

2) Von bqlov Wolle und ävd-og Bliithe. 

3 ) Am Mont Cenis gefunden. 

4 ) Nach dem Fundort im Südharz s. oben. 

5 ) Von i'tsQog verschieden und (pvÄAov Blatt. 

6) Von k'Qiov Wolle und Aenig Schuppe. 

7) Ob nach dem Mykologen Charles Clement in Autun (Saoue-et-Loire)? 

8) Ueber Jayct ist uns nichts bekannt geworden. 



154 Balicaceae. 

S. malifoiia Smith a. a. 0. wurde von den späteren Schriftstellern als eine 
and breitblätterige Form der S. hastata betrachtet. Als Standort ist von 
Smitli (Fl. Brit III. 1053 [1804]) nur ganz allgemein und unbestimmt: „in 
montosiB?" angegeben, und in Smith (Engl. Fl. IV. 180 [1828]) heisst es auch 
nur, dass man glaube, die S. malifoiia sei in Norfolk und in Schottland gesammelt 
worden. Bentham (Handb, Brit. Fl. II. 757— 768 [1805]) und Babington (Man. 
Brit. Bot. 8. od. 323 — 332 [1881]) erwähnen diese Snlix-Art gar nicht mehr, sodass 
man annehmen inuss, dass sie das Vorkommen der S. malifoiia und damit das 
der S. hastata für die Britischen Inseln nicht mehr aufrecht erhalten. 

Se ringe (Saules de la Suisse) hat 1805 Nr. 14 und 1809 Nr. 50 als S. 
tcnulfolia Smith ausgegeben, die S. phylieifolia ist. Beide Exemplare gehören je- 
doch, wie bereits Andersson (Monogr. Sal. I. 171 [1863]) angegeben hat. zweifel- 
los zu S. hastata. 

S. glabra ß. cenisia Reichenb. a. a. O. wird als Synonym von S. Pontederae 
Vill. angegeben, and würde demnach zu S. hastata gehören. Zu dieser Art, und 
nicht zur X. gtabra, stimmen auch die unterseits an den Nerven fein behaarten 
Blätter, sowie die sehr langzottigen Tragblätter, vgl. auch S. 159, 160. 

Als besondere Formen sind hervorzuheben: 

A. vegeta. Bis 1,5 m hoher Strauch. Blätter sehr breit oval oder 
fast kreisrund, am Grunde herzförmig, an der Spitze kurz zugespitzt, 
dicht gesägt. Nebenblätter stark entwickelt, sehr breit. 

So in den niedrigeren Gebieten auf fruchtbarem Boden und 
an den Gebirgsflüssen vorkommend. 

S. hastata a. vegeta Anderss. Monogr. Sal. I. 172 (1863). — 
S. malifoiia Smith a. a. O. (1804). — S. hastata Willd. a. a. O. 
(1805). — S. viburnoides Schleich. Cat. Sal. 2 (1807). 
B. subalpin a. Strauch niedriger, nur bis 1 m hoch. Blätter läng- 
lich, elliptisch oder eiförmig, an beiden Enden spitz oder am Grunde 
stumpf, fein gesägt. Nebenblätter klein oder ganz fehlend. 

So auf dem niedrigeren Theil der alpinen Region. 

S. hastata b. subalpina Anderss. a. a. O. (1863). — S. 
cerasifölia Schleich. Cat. Sal. 1 (1704). — S. serruläta Willd. 
Spec. pl. IV. 2. 664 (1805). Nyman Consp. 669. 
C. alpestris. Niedriger, mitunter niederliegender, fast kriechender 
Strauch. Blätter klein, dünn, lanzettlich, fast ganzrandig. Neben- 
blätter nur selten vorhanden. 

So auf den hohen Alpen (und im arktischen Gebiet). 

8. hastata c. alpestris Anderss. a. a. O. (1863). — 8. arbus- 
citla Vill. Hist. PI. Dauph. 771 (1789). 

Ausserdem sind als Formen und Varietäten aufgestellt von: 

Wahlenberg (Fl. Lappon. 268 [1812]): ß. foliis lanccolatis subintegerrirnis 
ist S. arbtueula. 

Seringe (Saules de la Suisse [1814]): Nr. 84 S. hastata angustifilia. — 
Nr. 85. macrophi'/lla '). 

Seringe (Essai Monogr. Sani. Suisse 68 [1815]): B. #. hastata angustifolla 
mit schmalen lanzettlichen Blättern. — C. macrophylla bis 2 m hoch. Blätter gross, 
herzförmig, derb. Nebenblätter und Blüthenstände sehr gross. — 1). pilu'sa. Blätter 



] ) Von fidXQÖ;; lang, gross und (pvAÄov Blatt. 



Salix. 155 

lang seidenhaarig. — E. tardißdra. Männliche Blüthenstände zufällig im Herbst er- 
scheinend. 

Wimmer u. Grabowski (Fl. Siles. II. 2. 378 [1829]): a. foliis ovato- 
ellipticis. — ß. foliis lanceolato-elliptieis. 

Gaudin (Fl. Helvet. VI. 225 [1830]): ct. lappdnica. Vielgestaltig, unseren 
ähnlich. — ß. maritima. Klein. Blätter fast sitzend, sehr gross, derb, fast rundlich- 
herzförmig mit unterseits stark vorstehenden Nerven. Nebenblätter sehr gross. - 
y. vibumo'ides. Blätter breit elliptisch bis verkehrt eiförmig, spitz, schwach gesägt, 
unterseits graugrün, derb und dick, mit etwas vorstehenden Nerven. Mit den beiden 
Unterformen: wadul ata und macrostdehya 1). — <5. tenuifolia. Blätter breit-elliptisch 
bis oval, dünn und zart, mit unterseits kaum vorstehenden Nerven, meist zweifarbig. 
Mit den beiden Unterformen : angustifolia und seri'cea. 

Andersson (Sal. Lappon. 48 [1845]): I. subsylvatica. Breitblätteriger und 
grösser als der Typus. Mit den Abänderungen: subcorddta, obovato-oblo'nga und 
elliptico-lanceoldta. — II. alpestris. Fast kriechend, niederliegend, mit knotigen 
Aesten. Blätter schmäler und dünner. Mit den Abänderungen: ovato-lanceotdta, 
obovato-lanceoldta und lanceoldta. 

Ausserdem führt er die Varietäten: 1. reticuloides, 2. herbacedides auf, die 
die Bastarde S. hast ata X reticulata und S. hastata X herbacea sind, und als 
„Subspecies (hybridae?)" : 1. S. hyperborea?) (S. 51 Fig. 12) Nyman Consp. 669. 
Blüthenstände gestielt, ihr Stiel klein beblättert, kahl. Fruchtknoten fast kegel- 
förmig mit kurzen, die Drüse kaum überragendem Stiel. Griffel sehr kurz, von der 
Länge des Stieles. Narben ungetheilt, spreizend. Tragblätter verkehrt-eiförmig, fast 
kahl. Blätter fast wie bei II. alpestris. — 2. S. herbaeeo-hastata. Etwa 1,5 dm 
hoch, dicht verzweigt. Zweige knotig aufrecht, fast kahl. Stamm unterirdisch, dick, 
schwarz glänzend. Blätter eiförmig bis rundlich-eiförmig, mit gelbem vorspringendem 
Mittelnerv, spitz, kaum gesägt. Blüthenstände an etwa 3 blätterigen Seitenzweigen 
oder am Ende längerer Zweige mit schwach behaarter Achse. Fruchtknoten kegelig- 
eiförmig, braungrün, kurz gestielt. Griffel mittellaug mit 2 spaltigen Narben. Hoch- 
blätter braun-häutig, schwach weiss seidig gewimpert. 

Andersson (Monogr. Sal. I. 172 [1863]) stellt «S. hyperborea zu S. hastata 
f. densifiora, dagegen in DC. Prodr. XVI. 2 (1868) 258 zu f. alpestris. Es er- 
scheint jedoch die von Wimmer (Sal. Eur. 86 [1866]) ausgesprochene Ansicht, dass 
S. hyperborea nicht zu *S*. hastata gehört, als die richtige. Ob diese Weide ein 
Bastard ist, und welcher, bleibt dahingestellt. — Die Unterart 2. S. herbacca-hastata 
ist ebenso wie S. hastata-herbaeeoides der Bastard S. hastata X herbacea. 

Hartig (Vollst. Naturgesch. Forstl. Culturpfl. Deutschi. 292 [1852]): var. 
sligmdtica. Narben ungewöhnlich dick, sperrend, nicht gespalten. — var. hyper- 
borea Fries. Blütheustandsstiele kleinbeblättert, unbehaart. Griffel sehr kurz. Narben 
sperrend, ungetheilt. Tragblätter nackt. Blätter ei-lanzettlich. — var. stolbergensis 
Wallr. Grossblätterig. Blätter aus eiförmiger, rundlicher Basis lanzettlich zugespitzt. 
Griffel verlängert. Narben tief 2 spaltig, walzig verlängert, an der Spitze etwas ver- 
dickt. Blüthenstände massig gestielt, klein beblättert. Stiel fast kahl. — var. vi- 
burnoides Gaud. Grossblätterig. Blätter sehr breit, rundlich oder oval, kurz zu- 
gespitzt oder stumpf, am Grunde herzförmig. Nebenblätter sehr gross. — var. 
integrifdlia. Blätter fast ganzrandig, verlängert umgekehrt-eirund-elliptisch. Neben- 
blätter sehr klein, oft fehlend. — var. speetdbilis. Blätter gross, verlängert-eiförmig, 
zugespitzt, stets mit tiefherzförmiger Basis. Blüthenstände früh blühend, kurz gestielt, 
klein beblättert. Haare nicht oder kaum gekräuselt. Griffel lang. Narben sehr kurz, 
knopfartig, schwach gekerbt. — var. elongdla. Blätter lanzettlich, bis 4 Zoll lang, 
1 Zoll breit, sehr lang gestielt. 

Hartman (Handb. Skand. Fl. 6. Uppl. 219 [1854]): ß. minor. Blätter klein, 
länglich, fast ganzrandig. — y. subarbüscula, — <5. subherbdeea, — e. subretieuldta 



') Von f,taKQÖ£ lang und oxä%vg Aehre. 
2) S. I. S. 45 Fussn. 2. 



156 Salicaceae. 

tind als besondere Varietät: *hyperborea Fr. Fusshoher Strauch. Blattei- eiförmig- 
lanzettlich. Blüthenstände au klein beblätterten Stielen, fast kahl. — Die Formen: 
aubcu'bw&da, tubkerbacea and subreticulata sind Bastarde: S. hastata X arbuscula, 
S. heutata X herbacca und S. hastata X reticulata. — Die Varietät hyperborea 
ist 8. hyperborea Anderes. Sal. Lappon. (1845). 

Andersson (Monogr. Sal. I. 170 [1863]): a. vegeta, — b. subalpina, — c. 
alpeslri*, mit den beiden in Finmarken gesammelten Mittelformen. — deusiflora. 
Blüthenstände etwa 1 Zoll lang, dicht cylindrisch, mit etwas kahlerer Achse und 
Hochblättern. Prachtknoten eiförmig, sehr genähert. (S. [hastata] hyperborea 
Anderes. Sal. Lappon. p. 53, fig. 12.) — gracile'srens. Mehr aufrecht mit sehr zier- 
lichen Zweigen. Blätter schmal linealisch-lanzettlich, fast ganzrandig oder entfernt 
und undeutlich gekerbt, spitzlicher, am Grunde lang und deutlich verschmälert, die 
jüngeren dünner röthlich-durcbscheinend. Blüthenstände gestielt, sehr armblüthig, 
von den übrigen ähnlichen Blättern gestützt. Tragblätter ganz kahl. Frucht. — 
d. Himiitai/i'nsis. — e. viridula. — Die beiden letztgenannten Formen kommen 
nicht in Mitteleuropa vor, f. llimalayensis in Tibet und im Himalaja und f. viri- 
dula {S. hastata X phylieifolia) in Sibirien. 

Blytt (Norges Fl. II. 434 [1874J): Neben den Formen a. vegeta, b. subalpina, 
c. alpeslris werden noch als Mittelformen aufgeführt: *densiflora Anderss., **<7?-a- 
cilescens Anderss. und ***subrösea, ausgezeichnet durch kleine am Bande ruthliche 
Blätter, die au S. myrtilloides erinnern. — Die Mittelforni gracilescens wird von 
Blytt für S. hastata X myrtilloides gehalten, und die Mittelforni subrosea gehört 
wohl gleichfalls hierher. 

Boissier (Fl. Orient. IV. 1191 [1879]): ß.? Pdntica, im Lazischon Pontus 
(2200 m). — Diese in Mitteleuropa nicht vorkommende Weide gehört sowohl den 
Blättern als den Blüthenständon nach nicht zu S. hastata, sondern steht vielmehr 
der S. amygdalina nahe. 

Gurke (PI. Eur. II. 22 [1897]): 1. malifolia (Sm.), — c. serrulata (Willd.), 
— d. hy perbor ea (Anderss.). 

»am us (Classif. Saul. d'Europe et Monogr. Saul. France 155 [1904]) stellt 
nach den 3 Formen : A. vegeta Anderss., B. subalpina Anderss. und C. alpestris 
noch 2 monströse Formen, die bereits Wimmer (Sal. Europ. 86 [1866]) erwähnt 
hat, auf: 1. bicapsuldris Anderss., Wimmer: Fruchtknoten 2 spaltig. — 2. bracteat« 
Wimmer: Männliche Blüthenstände am Grunde mit Hochblättern, oberwärts mit 
den Laubblättern ähnlichen eiförmig-lanzettlichen Blättern. 

(Pyrenäen und im Innern Spaniens auf den Gebirgen Granadas 
[auf der Sierra Nevada 2667 — 3000 m] ; auf den Britischen Inseln? 
[siehe S. malifolia S. 154]; in Dänemark auf der Jütischen Halbinsel 
auf Mooren und Heideland hier und da, aber nicht allgemein, auf den 
Inseln seltener; in Skandinavien [im südlichen Theil Schwedens und an 
der Ostsee-Küste seltener] und auf den Loffoten; im nördlichen Russ- 
land, im Enare Lappland und Finnischen Lappland, im Samojeden- 
lande an Flussufern und auf Torfmooren, über die Waldgrenze hinaus- 
gehend, auf der Tundra am Fusse des Uralgebirges bis unter 6HV2 N. B., 
nach Süden hin sicher im nördlichen Finnland [Oesterbotten], weiter 
nach Süden hin nicht sicher nachgewiesen. Asien: im Alatau, Altai, 
Baikalgebiet und Dahurien ; im Norden Sibiriens bis zum unteren Ob 
[Stschutschja], unteren Jenissei, an der Boganida, unteren Lena, am 
Onolek, an der Kolyma und am Anadyr [zwischen 59 und 69°25' N. B.]; 
im linieren Asiens: in Tibet, im Himalaja [3000 — 5000 in] und in Sikkim 
[3830 m]. In Kleinasien komm! S. lutstüta nicht vor [siehe S. hastata 
ß, ? Pontica Boissier].) * 



Salix. 



157 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



herbacea X hastata 
reticulata X hastata 
amygdalina X hastata? 
retusa X hastata 
glauca X hastata 
cinerea X hastata 
caprea X hastata 
grandifolia X hastata 
1043. S. grandifolia X glauca 

X hastata 
SHesiaca X hastata 
aurita X hastata 
myrtüloides X hastata 
repens X hastata 
nigricans X hastata 
1049. £. nigricans X retusa X 

1049. 6'. nigricans X grandi- 
folia X hastata 
phylicifolia X hastata 
arbuscula X hastata 
1053. #. f/Iabra X nigricans 

X hastata 
hastata X mgrsinites 
S. hastata X Helvetica 
li«st<ita X caesia 

*f S. cordata. f). Niedrig, sich weit ausbreitend. Zweige in der Jugend 
behaart, später kahl, braun. Blätter Lanzettlich bis oval, bis 15 cru lang, 5 cm breit, 
scharf zugespitzt, am Grunde keilförmig, stumpf oder herzförmig, am Rande dicht 
1111. 1 scharf gesägt, oberseits dunkelgrün, unterseits heller bis grau, kahl oder nur 
auf der Mittelrippe behaart ; Adernetz fein und deutlich hervortretend. Nebenblätter 
stark entwickelt, schief herzförmig, spitz, am Rande gesägt. Kuospenschuppen gross, 
braun. Blüthenstände vor den Blättern erscheinend, auf kurzen, mit kleinen Blättern 
besetzten Zweigen endständig, aufrecht. Männliche Blüthenstände cylindrisch, l>is 
4 cm lang, 1 cm dick; ihre Achse lang und dicht gekräuselt behaart. Tragblätter 
oval, hell, an der Spitze dunkler, lang gekräuselt grau behaart. Staubblätter a m 
Grunde oder bis zur Hälfte verbunden, kahl. Drüse schmal länglich, 
gestutzt, etwa halb so lang als die Tragblätter. Weibliche Blüthenstände schmal 
cylindrisch, bis 3,5 cm lang, 0,6 cm dick. Tragblätter wie bei den männlichen. 
Fruchtknoten gestielt (Stiel l /z so lang als der Fruchtknoten, kahl), aus ovalem 
Grande lang kegelig verschmälert, kahl. Griffel l /s so laug als der Fruchtknoten. 
Narben länglich, ausgerandet, gabelig. Drüse wie bei den männlichen '/? — l /a so 
lang als der Fruchtknotenstiel. 

In Nordamerica einheimisch, in Mitteleuropa angepflanzt und verwildert, so 
bei Berlin mehrfach. Bl. April, Mai. 

S. cordata Mühlenberg Neue Schrift. Ges. Naturf. Freunde Berlin IV. 236 
[1803]. — S. myneoides Mühlenberg a. a. O. 235 (1803). — S. rt'gida Wilid. 
Spec. pl. IV. 667 (1805). 

• X • S. sericea X cordata \ siehe am Ende der 

1049. X • S. nigricans X cordata j Gattung. 



1034. 


X 


1052. 


8. 


1035. 


X 


1052. 


S. 


1037. 


X 


1052? 


s. 


1039. 


X 


1052. 


s. 


1040. 


X 


1052. 


s. 


1041. 


X 


1052. 


s. 


1042. 


X 


1052. 


s. 


1043. 


X 


1052. 


s. 


1040. 


X 


1052. 


X 


1044. 


X 


1052. 


s. 


1045. 


X 


1052. 


s. 


1045. 


X 


1052. 


s. 


1048. 


X 


1052. 


s. 


1049. 


X 


1052. 


s. 


1039. 


X 


1052. 


X 


1043. 


X 


1052. 


X 


1050. 


X 


1052. 


s. 


1051. 


X 


1052. 


s. 


1049. 


X 


1052. 


X 


1052. 


X 


1054. 


s. 


1052. 


X 


1059 B. 


1052. 


X 


1062. 


s. 



158 Salicaceae. 

. X 1061. S. corclata X purpurea \ siehe am Ende der 
. X 1062. 8. corclata X caesia j Gattung. 

ß. Zweite und Blätter stets kahl. 

1053. (21.) S. glabra. I). Niedrig, aufrecht, bis 1,4 m hoch, mit 
kurzen, dicken, wenig beblätterten Aesten. Zweige kastanienbraun, kahl; 
junge Triebe braun, kahl. Blätter gestielt (Stiel bis 1 cm lang, kahl), 
breit oval, verkehrt-eiförmig bis länglich, bis 9 cm lang, 3,5 cm breit, 
spitz, seltener stumpf oder abgerundet, am Grunde meist spitz, seltener 
stumpf, am Rande dicht klein-kerbig, mitunter ausgebissen gesägt, kahl, 
oberseits dunkelgrün, glänzend, unterseits heller bis bläulich-grau, matt, 
beim Trocknen schwärzlich werdend; Mittelnerv hell, oberseits flach, 
unterseits breit hervortretend ; Seitennerven ober- und unterseits fein 
und deutlich hervortretend; Adernetz weitmaschig, oberseits fast un- 
bemerkbar, unterseits fein, deutlich sichtbar. Nebenblätter wenig ent- 
wickelt, halbberzförmig, am Rande gesägt. Knospenschuppen braun, 
kahl. Blüthenstände mit den Blättern erscheinend; die männlichen an 
kurzen, bis 0,5 cm langen, grau behaarten, mit kleinen ovalen, gesägten, 
kahlen Blättern besetzten Zweigen endständig, aufrecht, kurz cylindrisch, 
bis 3 cm lang, 1 cm dick, dichtblüthig; ihre Achse dünn grau behaart; 
Tragblätter oval, stumpf, gelb bis braun, lang dünn grau bebärtet, sonst 
kahl; Staubblätter am Grunde behaart, bis 4 mal so lang als die Trag- 
blätter. Staubbeutel oval, violett, später gelb. Drüse oval, stark ge- 
stutzt, etwa x ,2 so lang als die Tragblätter. Weibliche Blüthenstände 
an längeren bis 2 cm langen, grau behaarten, mit länglichen, am Rande 
dicht klein gesägten, kahlen Blättern besetzten Zweigen endständig, auf- 
recht oder seitwärts gebogen, cylindrisch, bis 5 cm lang, 0,8 cm dick, 
dichtblüthig, am Grunde etwas lockerer; ihre Achse dünn grau behaart. 
Tragblätter wie bei den männlichen auf 1 /3 des Fruchtknotens herauf- 
ragend. Fruchtknoten gestielt (Stiel bis l \s so lang als der Frucht- 
knoten, kahl), aus eiförmigem Grunde lang kegelig verschmälert, kahl. 
Griffel bis */•* so lang als der Fruchtknoten, mitunter an der Spitze 
gespalten; Narben länglich oval, getheilt, bogig abstehend. Drüse ei- 
förmig, stark gestutzt, bis fast so lang als der Stiel des Fruchtknotens. 

An feuchten Stellen in der subalpinen und alpinen Region (auch 
an Bächen in die Waldregion hinabsteigend), auf Kalkunterlage (daher 
in den Centralalpcn selten), in den mittleren und östlichen Alpen und 
den östlich angrenzenden Gebirgen. In den Nordalpen von der West- 
grenze Tirols bis Nieder-Oesterreich, Steiermark, Kärnten und Krain. 
in den Süd-Alpen von Val Antigorio ostwärts (Christ Pflanzenleben 
der Schweiz 57) (die Angaben von Pariatore Fl. It. IV. 253 von 
Meint Cenis (s. S. 154 und S. 159) und an der Allee Blanche sind 
unrichtig) u. a. auf den Grigne di Mandello am Lago di Lecco, in 
Yeltlin, in Süd-Tirol, Venetien, Litorale, Kroatien, Bosnien und Herce- 
govina. Findet sich in Oberbayern zwischen 1397 und 1982 m, in 



Salix. 159 

Tirol zw. 300 und 2100m (Dalla Torre u. Sarnth. VI. 20, 21), 
in Nieder- Oesterreich zw. 601 und 1872 m. Bl. Juni, Juli. 

8. glabra Scop. Fl. Carn. ed. 2. IL 255 (1772). Koch Syn. ed. 
2. 752. Kerner Niederösterr. Weid. 235 (1859). Anderss. Monogr. Sal. 
I. 173 (1863). Wimmer Sal. Eur. 81 (1866). Anderss. in DC. Prodr. 
XVI. 2. 259 (1868). Nyman Consp. 669. Suppl. 281. Richter-Gurke 
PI. Eur. II. 22. Rchb. Ic. XI t. DLXVIII fig. 1211. — 8. phylici- 
Jolia Wulf, in Jacq. Coli. IL 139 (1788) nicht L. — S. Pontederae 1 ) 
Bellardi Append. Fl. Pedem. 45 (1794) nicht Vill. — 8. Wulfeniäna 2 ) 
Willd. Sp. PI. T. IV P. II (1805) 660. — S. corüseans Willd. a. 
a. O. 681, nicht Jacq. — S. liastata var. „foliis subtus glaucis evi- 
dentius serratis" Koch Comment. (1828) 43. — S. nigricans Bertol. 
Fl. Ital. X (1854) 312 z. T. — S. phylicifolia ß. glabra Ambrosi 
Fl. Tirolo meridionale IL 177 (1857). 

Dass Schur die S. glabra in Siebenbürgen auf dem Fogaraser Gebirge ge- 
funden hat (Willkomm Forstl. Fl. Deutschi. Oesterr. [1887] 495) erscheint un- 
wahrscheinlich. — Die von Garcke in der 19. Auflage seiner illustrirten Flora 
von Deutschland (1903) 565 und von Kirchner und Eichler in ihrer Excursions- 
flora für Württemberg und Hohenzollem 111 (1900) sowie von Gradmaun (Pfl.- 
leben der Schwab. Alb 1. Aufl. II. 102 [1898] 2. Aufl. 100 [1900]) als S. glabra 
Unterart S. glabroides Scheuerle gemachte Angabe von mehreren Standorten des 
S. glabra Scop. in Württemberg und Hohenzollern ist bereits von Schatz iu der 
ABZ. I. 192 (1895) dahin berichtigt, dass die hier gefundene Weide nicht S. glabra 
sondern S. nigricans pseudoglabra (s. S. 138, 139) ist. 

F. v. Herder PI. Radd. in Act. Hort. Petrop. XI (1890/92) 416 bezeichnet 
S. glabra als Synonym der S. chlorostdchya A ) (Turcz. Bull. Soc. nat. Mose. XXVII. 
I. 373 [1854]) und S. podophylla -») (Anderss. Vetensk. Acad. Handl. Stock VI. 
142 [1867]) und a. a. O. 422 iu Anmerkung 2 stellt er S. glabra als Synonym 
neben S. Schrenkidna?) (Anderss. a. a. O. 179); die Angaben erscheinen nach dem 
liier vorliegenden Material nicht zutreffend. S. podophylla ist in den Blättern der 
S. myrtilloides ähnlich , und S. Schrenkiana weicht in den schmal-lanzettlichen 
Blättern und den lang gestielten Fruchtknoten so erheblich von S. glabra ab, dass 
beide nicht zu derselben Art gehören können. 

Die völlige Kahlheit der Blätter, auch der jungen und der Zweige, ist ein 
besonders bemerkenswerthes Merkmal der S. glabra. 

Als Formen der S. glabra sind hervorzuheben : 

A. latifulia. Blätter oval-elliptisch, bis doppelt so lang als breit. 

S. glabra 1. latifolia Anderss. Monogr. Sal. I. 174 (1863). 

B. angustifolia. Blätter verkehrt-eiförmig oder lanzettlich, 3 — 4- 
mal so lang als breit, am unteren Ende lang verschmälert, leicht 
schwärzlich werdend. 

8. glabra 2. angustifolia Anderss. a. a. O. (1863). 

Ausserdem sind in Formen und Varietäten aufgestellt: 

Pveichen bach (Ic. XI. 19 [1849]): ß. cenisia. Form vom Munt Cenis. 
Blätter unterscits an den Nerven fein behaart weissgraulich, Tragblätter sehr lang- 



i) S. IL 2. S. 411 Fasan. 1. 

2) S. II. 2. S. 512 Fussn. 1. 

3) Von yAojQÖg grün uud otayyg Aehre. 

4) Von noug hier Blattstiel uud (pvAAov Blatt. 

5) S I. S. 201 Fussn. 3. 



1(50 Salicaeeae. 

zottig. Die wenn auch mir untereeita feine Behaarung der Blätter sowie die lang- 
zottige Behaarung der Tragblätter passen nicht zu S. glabra, soudcrn deuten auf 
S. hastata hin, sie i-t deshalb auch S. 154 zu dieser Art gestellt wurden. 

Hartig (Vollst. X'aturgesch. Forstl. Culturpfl. Deutschi. [1852]): var. cenisia 
B., var. multiglandulöm Tausch. Blätter verlängert umgekehrt-eirund-elliptisch mit 
keilförmiger Basis, nnterseits weniger lebhaft meergrün bereift, beiderseits hinfällig 
behaart, dichter und schärfer gesägt. Die Schuppen dicht und bleibend mit langen 
Silberhaaren besetzt. Wie bei voriger passen die wenn auch nur hinfällige Be- 
haarung der Blätter, sowie die dichte und lange Behaarung der Tragblätter nicht 
zu S. glabra. Nach \\ immer (Sal. Europ. 196 [18üü]) ist S. mnltiglandulosa 
Tausch S. Silesiaea X Lapponum. 

Andersson (Monogr. Sal. I. 173 [1863]) stellt zur Form : lalifolia noch die 
beiden Unterformen : oboväta. Blätter eiförmig bis verkehrt-eiförmig bis zu 7 cm 
lang. — rotundifdHa. Blätter fast kreisförmig, etwa 1,5 cm lang und breit, fast am 
ganzen Umfange gezähnelt Blüthenstände kürzer, etwas gekrümmt. — Niedriger 
Strauch höherer Alpen und zu der Form anguslifolia noch die beiden Unterformen : 
oblong a. Blätter eiförmig-länglich oder länglich-eiförmig, kaum 2,5 cm lang. — 
lemceoldta. Blätter beiderseits verschmälert. — Ausserdem werden als Varietäten 
zu <S\ glabra die 5 Arten gestellt: 1. S. crataegifdlia Bertol. s. S. 135. 2. S. sub- 
glabra (Kerner Nieder-Oesterr. Weiden 437 [1869]. Nyman Consp. 609). 3. S. lo.ri- 
jbini (Kerner a. a. O. [1859}. Nyman Consp. 669). — 4. $. stenostdehya ') (Kerner 
a. a. O. [1859]. Nyman Consp. 669). — 5. S. Mielichhqferi -) ( Saute r Flora 
-XXXII [1849] 662). S. crataegifolia Bertol. Journ. Bot. III. 76 (1813), die nur 
in Italien in den Apcnninen vorkommt, geheut wegen der behaarten jungen 
Blätter nicht zu 8. glabra und wird hier in Uebereinstimmung mit Wimmer (Sal. 
Kur. [1866] 70) zu 8. nigricans gestellt. — S. snbglabra wird von Kerner Nieder- 
österr. Weiden (1859) 237 selbst als S. glabra X nigricans bezeichnet. — S. laxi- 
jlora Keiner ist S. glabra X grandijolia. — S. stenostaehya Kerner soll nach Herb. 
Oesterr. Weiden Xr. 63 der Bastard S. glabra X hastata oder »S*. glabra X nigri- 
cans oder S. glabra X hastata X nigricans sein. Zu einer bestimmten Entscheidung 
hierüber vermag Keiner bei einer sehr ausführlichen Untersuchung nicht zu kommen. 
Es erscheint jedoch am bereehtigstes den Tripelbastard S. glabra X hastata X nigri- 
cans als zutreffend gelten zu lassen, da auf alle 3 Arten charakteristische Merkmale 
hinweisen: auf S. glabra deuten die starren, oberseits stark glänzenden völlig kahlen 
Blätter hin; auf S. hastata die langen Blüthenstände und die lange Behaarung der 
Tragblätter; auf S. nigricans der höhere Wuchs, die schlanken reiebbeblätterten 
Zweige und die zeitweilig Baumartige Behaarung der Zweige und Knospen. — Bei 
S. MieHchhqferi sind die jungen Zweige kurz grau behaart, die Knospenschuppen 
theilweise ebenso, die Blätter länglich, an beiden Enden spitz, in der Jugend am 
Grunde und auf dem Stiel theilweise schwach kurz grau liehaart; Nebenblätter L'Ut 

entwickelt, schief eiförmig, spitz gesägt; Blüthenstände kurz cylindriseh; Staub- 
blätter fast kahl, am Grunde nur spärlich behaart. Fruchtknotenstiel etwa ' a SO 
lang als der kahle Fruchtknoten ; Griffel ebenso lang. 

Kerner (Herb. Oesterr. Weiden (>_' sagt zwar: die einfarbigen, beiderseits 
glänzenden, ganz kahlen Blätter, bei den von ihm ausgegebenen Exemplaren ist eine 
Behaarung der Blattstiele und des unteren Endes der jungen Blätter jedoch theil- 
weise deutlich zu bemerken. — Die kurze graue Behaarung der jungen Zweige, der 
Knospenschuppen und der jungen Blätter, sowie die kurzen Blüthenstände, <\cr ver- 
hältnissmässig lange Fruehtknotenstiel, der lange Griffel und die kahlen Staubblätter 
passen nicht zu S. glabra, sondern die fast kahlen Staubblätter (sowie die Beschaffen- 
heil der alten Blätter) deuten auf S. hastata und die andern Merkmale auf £f. nigri- 
cans, zu der auch der hohe Wuchs, 1 ' :i — 3' ;; in (Kerner Herb. ()e-terr. Weiden 
passen würde. — Schon Santer a. a. O 663 sagt, S. Mit lichhoferi vermittelt 
die S. hastata und nigricans und spricht die Vermuthung aus, dass sie ein Bastard 



1) Von (Jitvög schmal und aiä%vg Aehre. 

2) S. II. 2. S. 178 Fussn. 1. 



Salix. 161 

zwischen diesen beiden Arten sei. Diese Vermuthung kann nach dein reichlich vor- 
liegenden Herbarmaterial nur für zutreffend gehalten werden. S. Mielichhoferi wird 
deshalb zu £. nigricans X hastata gestellt. 

Andersson (in DC. Prodr. XVI. 2. 259 [1868]) stellt seiner Monogr. Sal. 
entsprechend die 5 Varietäten auf: ß. crataegifolia, — ß. subglabra, — y. laxiflora, 
— 6. stenostaehya, — s. Mielichhoferi. Die erste Varietät umfässt hier nicht nur 
die in den Apenninen vorkommende S. crataegifolia (Bertol. in Desv. Journ. de 
bot. II. 70 [1813] Ainoen. it. 103), die zu S. nigricans gehört, sondern auch 
eine in „Austria" (Tirol) gefundene Weide, die von S. crataegifolia in den Blättern 
so erheblich abweicht, dass sie mit derselben nicht zusammengestellt werden kann 
(siehe S. crataegifolia Bertol. S. 135). Aber auch zu S. glabra kann sie trotz 
mancher Aehnlichkeit nicht gehören, da die jungen Zweige, die jungen Blätter, 
namentlich am Stiel und theilweise auch die Kuospenschuppeu kurz grau behaart 
sind. Diese Merkmale, wie die verhältuissmässig langen Fruchtknotenstiele und 
Griffel (sie sind fast V 2 s0 ^ an S a ^ s der Fruchtknoten) weisen auf S. nigricans hin. 
Die in Tirol vorkommende S. glabra ß. crataegifolia ist deshalb zu S. nigricans 
X glabra zu stellen. Hut er hat von dieser Weide 7. 7. 1872 Exemplare, die in 
„ Tirol austr. Orient. Sexten in Pusteria in fissuris rupium dolomit. montis Poppern- 
kofel in Kreuzberg 1600' c." gesammelt sind, als S. crataegifolia (Bert.) Kerner = 
S. glabra ß. crataegifolia (Bert.) ausgegeben. 

Ueber S. glabra Unterart S. glabroides Scheu erle in Gradmann Pßanzeul. 
Schwab. Alp 1. Aufl. IL 102 (1898) s. S. 139. 

Beck (Flora Bosn. Herc. in Glasn. zemlj. Mus. Bosn. i Herc. XIX. 72 
[98]) beschreibt aus den Gebirgen der Hercegovina die Abart : 

obtusifolia. Blätter fast verkehrt -eiförmig, vorn stumpf abgerundet. 

(Die Angabe von Ledebour [Fl. Ross. III. 612], dass S. glabra 
im arktischen Russland, in Kola vorkommen soll, ist bereits von An- 
dersson [in DC. Prodr. XVI. 2. 259 (1868)] als falsch bezeichnet 
worden. — Die Angabe von F. v. Herder PI. Radd. in Acta Horti 
Petrop. XI [1890—92] 422, dass 8. glabra Scop. „S. SchrenHana 
Anderss." und als diese in dem nördlichen Finnland, Lappland und in 
den Tundren der Samojeden gesammelt sei, ist nach dem vorliegenden 
Material nicht zutreffend. — Ebenso erscheint die Angabe von F. v. 
Herder a. a. O. 416, S. glabra sei S. podophylla Anderss. und 
unter diesem Namen in Südost-Sibirien gesammelt, nicht richtig.) 

El 

1034. X 1035. S. herbacea X glabra 

1039. X 1053. S. retusa X glabra 

1041. X 1053. S. cinerea X glabra 

1043. X 1053. S. grandifolia X glabra 

1044. X 1053. S. Silesiaca X glabra 
1049. X 1053. S. nigricans X glabra 
1049. X 1053. X 1052. S. nigricans X glabra 

X hastata 
1052. X 1060. S. glabra X incana 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



3. Myrto salix 1 ) (Kerner Niederösterr. Weiden 47 [1859]). 3. 
Blätter nur in der Jugend behaart, später kahl, auf beiden 



i) Von Myrtus (s. S. 162 Fussn. 1) und Salix, richtiger ist Myrtisalix. 
Ascherson u. (Jraebner, Synopsis. IV. 11 



1 1 '■_' Salicaceac. 

Seiten stark netznervig. Fruchtknoten behaart, später kahl. 

— Uebrige Merkmale s. S 59. 

In Europa ausser unserer Art S. arctica (Pall. Fl. Ross. II. 8ii 
[1788J,i auf den Färöer, Luppland, Finnland, arktischen Russland, Nowaja 
Bemlja, Waigatsch, dem arktischen Sibirien, Nord-Ainerica und Grönland. 

— S. BrowneU) ([Anderss.] Lundstr. N. Act. Soc. Ups. ser. 3. XVI. 
2. 2b6 [1S68]) in Nowaja Semlja, dem arktischen Sibirien und Nord- 
America. — S. ovalifolia (Traut v. Mem. Soc. nat. Mose. VIII. 300 
[1834]) ebendort, 

1054. (22.) S. myrsiiiites 2 ). \i. Niedrig, niederliegend oder auf- 
recht, bis etwa 0,4 m hoch, mit kurzen, sparrigen, dichtbelaubten Aesten. 
Zweige dunkelbraun, glänzend; junge Triebe kurz grau bis zottig be- 
haart. Blätter kurz gestielt (Stiel bis 0,5 dm lang, kahl, nur bei jungen 
Blättern dünn bis dicht zottig grau behaart), breit oval, verkehrt-eiförmig 
lii< schmal lanzettlich, bis 5 cm lang, 3 cm breit, beiderseits spitz oder 
stumpf, am Rande klein-, meist drüsig -gesägt oder ganzrandig, in 
der Jugend spärlich bis dicht lang grau behaart, später ganz kahl, auf 
beiden Seiten gleich freudig grün und glänzend, beim Trocknen schwarz 
werdend; Mittelnerv oberseits flach, Unterseite breit und stark hervor- 
tretend; Seitennerven und weitmaschiges Adernetz auf beiden Seiten 
scharf hervortretend. Nebenblätter wenig entwickelt, halbeiförmig oder 
lanzettlich spitz, am Rande gesägt. Knospenschuppen gelb, braun bis 
dunkelbraun, kahl oder an der Spitze spärlich behaart. Blüthenstände 
mit den Blättern erscheinend, vor dem Aufblühen in einen dichten 
Haarpelz gehüllt; die männlichen an bis 1,5 cm langen, grau zottig 
behaarten, mit ovalen bis lanzettlichen, ganzrandigen oder fein drüsig 
gesägten, kahlen oder spärlich grau behaarten Blättern besetzten Zweigen 
endständig, aufrecht oder seitwärts gekrümmt, oval bis kurz cylindrisch, 
bis 4 cm lang, 1,8 cm dick, dichtblüthig; ihre Achse grau zottig behaart. 
Tragblätter oval, stumpf, purpurroth, an der Spitze schwärzlich, am 
Grunde hell, spärlich lang grau behaart und dichter lang bebärtet. 
Staubblätter kahl, gelb oder purpurn, etwa 3 mal so lang als die Trag- 
blätter. Staubbeutel länglich oval, purpurn, nach der Bestäubung schwärz- 
lich. Drüse länglich-eiförmig bis lang verschmälert-eiförmig, stark gestutzt, 
etwa x /3 so lang als die Tragblätter, purpurn. Weibliche Blüthenstände 
an längeren (etwa bis 3,5 cm langen, sonst wie bei den männlichen be- 
schaffenen) Zweigen endständig, aufrecht oder seitwärts gekrümmt, oval 
bis cylindrisch, bis 5 cm lang, 1 cm dick, dichtblüthig; ihre Achse grau 
zottig behaart. Tragblätter wie bei den männlichen und bis etwa auf 
die Mitte des Fruchtknotens heraufragend. Fruchtknoten sehr kurz bis 
kurz gestielt, der Stiel bis 1 jb so lang als der Fruchtknoten, grau be- 
haart, aus eiförmigem oder ovalem Grunde kegelig verschmälert, röth- 
lich, später purpurroth, dünn bis dicht filzig grau behaart, später ver- 
kahlend. Griffel l /j — 1 J2 so lang als der Fruchtknoten, mitunter an 
der Spitze getheilt, purpurn. Narben schmal länglich, gespalten, auf- 



i) S. II. 2. S. 224 Fussn. 3 (! nicht nach dem Grönlandforscher). 
2) Von /ivpatvrj Myrte, wegen der myrtenähnlichen Blätter. 



Salix. 163 

recht gabelig gebogen, purpurn. Drüse länglich bis lang verschmälert, 
eiförmig, stark gestutzt, so lang als der Fruchtknotenstiel, bis auf 1 /s 
des Fruchtknotens heraufragend, purpurn. 
Es sind 2 Rassen zu unterscheiden : 

A. serräta. Blätter drüsig gesägt. 

An feuchten Stellen der höheren Gebirge. An felsigen Ab- 
hängen auf kalkarmem Substrat, in den Alpen von den Seealpen 
bis Tirol (zw. 1300 und 2600 m Dalla Torre und Sarnt- 
hein VI. 2. 10, 11), Salzburg und Kärnten. Bl. Juni, Juli. 

S. myrsinites a. serräta Neilreich Fl. Nied.Oesterr. 266 (1859). 
Kerner Niederösterr. Weid. 204 (1859). Wimmer Sal. Europ. 99 
(1866). Camus Classif. Saul. d'Europe et Monogr. Saul. France 
115 (1904). — S. myrsinites L. Sp. pl. ed. 1. IL' 1018 (1753). 
L. Fl. Suec. ed. 2. 348 (1755). Willd. Sp. pl. IV. 2. 678 (1805). 
Koch Commentat. 60 (1828). Koch Syn. ed. 2. 758 z. T. Anders. 
Sal. Lappon. 76 (1845). Kerner Niederösterr. Weiden 203 (1859). 
Wimm. Sal. Europ. 97 (1866). Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 
289 (1868). Nyman Consp. 670. Suppl. 281 z.T. Gurke PI. Eur. 
IL 33 (1897). Camus Classif. Saul. d'Europe et Monogr. Saul. 
France 111 (1904). Rchb. Ic. XI t. DLIX fig. 1188—90. — S. re- 
tüsa With. Arr. Brit. PI. T. 31 (1776). — S. dubia Sut. Fl. 
Helv. II (1802) 283. — S. arbutifölia Willd. Spec. Plant. IV. 
2. 692 (1805). — S. pilösa Schleich. Cat. Sal. 1809, n. Seringe 
Ess. Saul. Suisse (1815) 47. — S. procümbens Forb. Sal. Wob. 
(1829) 121 T. 61. Nyman Consp. 670. — S. laevis Hook. Brit, 
Fl. ed. 1. 482 (1830). — S. rectijülis Trautv. in Mem. Soc. Mose. 
VIII (1834) 313. — S. Bräyi 1 ) K. E. v. Baer in Bull. Ac. Imp. 
St. Petersb. III Nr. 11 u. 12 (1838). Nyman Consp. 670 nicht 
Ledeb. — S. myrsinites a. typica Koehne Deutsche Dendrol. 
(1893) 95. — S. acridentäta Gandog. Sal. nov. N. 136 nach 
Camus Classif. Saul. d'Europe et Monogr. Saul. France (1904) 112. 

Als Abarten sind hervorzuheben: 
I. latifölia (Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 289 [1868]). Blätter breit oval 
oder verkehrt-eiförmig. 

l) Nach Franz Gabriel Grafen von Bray zu Steinburg, * 24. Dec. 1765 
Rouen ■}■ 3. Sept. 1832 auf seinem Gute Irlbach bei Straubing in Niedevbayern. 

B. brachte einige Jahre als Ordensritter auf Malta zu, kam dann 1789 als Fran- 
zösischer Gesandter beini Deutschen Reichstage nach Regensburg, wo er während 
und nach der Revolution verblieb und Mitstifter der Botanischen Gesellschaft wurde. 
Er wurde später Bayerischer Staatsrath und Kämmerer, ging 1808 und 1815 als 
Gesandter nach Petersburg, 1823 nach Paris und 1826 nach Wien. Er hielt sich 
auch längere Zeit in Livland auf. B., vielfach naturwissenschaftlich thätig, botani- 
sirte besonders mit seinem Lehrer Duval (s. VI. 2. S. 320 Fussn. 1) eifrig in 
Bayern und den Alpen ; er ist Verf. von Voyage aux salines de Salzbourg et Reichen- 
hall et dans une partie du Tirol et de la haute Baviere. Berlin 1807 3 nie gdit. 
Paris 1825. Nach ihm wurde von Stern berg und Hoppe die bekannte Cruci- 
feren-Gattung Braya (Denkschr. der Bot. Ges. Regensb. I. 1. 65 [1815]) benannt. 
Vgl. Wissenschaftliches Vermächtniss au die Kgl. botanische Gesellschaft in Regeus- 
burg. Regensb. 1833 mit Bild. 

11* 



164 Salicaceae. 

II. anyiist i/o I ia (Andtr—. a. a. 0. [1868]). Blatter schmal-lauzettlich. 

B. J a c q uini ;i n a '). Blätter ganzrandig oder nur spärlich klein gesägt. 

Wie vorige, meist auf kalkreichem Substrat der östlichen Alpen 
und der Karpaten. Von der östlichen Schweiz (Graubünden) bis 
Nieder-Oesterreich (1502 — 2076 m Kern er Niederöst. Weiden 204), 
Steiermark (bis 2276 m Kern er a. a. O.), Krain, Kroatien; steigt 
in Tirol bis 2400 m (DallaTorre und Sarnth. VI. 2. 12). In 
der Tatra von Rozudec an ostwärts (zw. 1581 u. 1897 m Kern er 
a. a. 0.). Siebenbürgische und Rumänische Karpaten auf Glimmer- 
schiefer zw. 1897 u. 2213 m. Bl. Juni, Juli. 

S. myrsinites d. Jaquiniäna Koch Syn. ed. 2. 758 (1844). 
Rchb. Ic. XI t. DLIX fig. 1191. Kerner Niederösterr. Weid. 
(1859) 204. Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2 (1868) 289. — 
S. alpina Scop. Fl. Carn. ed. II Vol. II (1772) 255 z. T. — 
8. arbuscula Jacqu. Fl. Austr. V. F. 408 (1778). — S. fusca 
Jacqu. a. a. 0. T. 409. — S. Jacquini Host Syn. PI. Austr. 
(1797) 529. Nyman Consp. 670. Koch Comment. (1828) 61. — 
S. Jacqniniana Willd. Sp. Bauh. IV. II. (1805) 692. Seringe 
Essai Monogr. Saul. Suisse (1815) 100. Koch Syn. 659 (1837). 

— S. dasycärpa Turcz. ex Ledeb. Fl. Ross. III (1849—51) 618. 

— S. myrsinites var. integrijölia Neilr. Fl. Xieder-Oesterr. (1859) 
266. — S. myrsinites var. Jacquini Wimm. Sah Europ. (1866) 
99. Richter-Gürke PI. Europ. II (1897) 33. Camus Classif. Saul. 
d'Europe et Monogr. Saul. France (1904) 116. — S. myrsinites 
var. alpina Koehne Deutsche Dendrol. (1893) 95. 

S. myrsinites a. serrata entspricht dem Typus von *S'. myrsinites neben welcher 
Host a. a. O. erst 1797 S. Jaqnini als eigene Art aufstellte (von Willdenow 
Spec. Plant. IV [1805] 692 S. Jacquiniana genannt). Koch führt in der ersten 
Ausgabe seiner Synopsis 659 (1837) noch beide Arten getrennt auf, während er 
in der zweiten, 1844 erschienenen Ausgabe die letztere nur als var. S. Jacquiniana 
zu S. myrsinites stellt. 

S. myrsinites ist eine alpine und arktische Weide, die nur im arktischen Ge- 
biet von den hohen Gebirgen in die Ebene herabgestiegen ist. 

Bemerkenswerth erscheint, dass die Rasse serrata hauptsächlich auf Schiefer, 
die Rasse Jacquiniana hingegen auf Kalkboden vorkommt. 

Als Varietäten und Formen sind ausserdem noch aufgestellt worden von : 

Villars (Hist. PI. Dauph. III. 769 [1789]: B. Varietes? foliis lanoeolatia 
integerrimis, inferne hirsutis. — Hinzugefügt wird zum Schluss: „La Variete B. a 
sis feuillea tivs-entieres, et eile est tres-petite; j'ignore si eile peut faire une espece 
differente." 

Schleicher (Catal. 22 [1807]): S. myrsinites b. scricea S. Catal. Sal. Helv. 
— b. angustifolia L. 

Beringe (Essai Monogr. Saul. Suisse 44 [1815]): B. S. arbutifolia pilosa 
Ser. Blätter wollig behaart. — C. leiocdrpa Ser. Blattei wenig kleiner, sehr (ein 
geeähnelt. Fruchtknoten ganz kahl, etwas violett. — D. anausta Ser. Klein mit 
kleinen schmalen Blättern. — E. macrostdcliia Ser. Blütheustäude lang und gestielt. 

l) S. II. 2. S. 384 Fussn. 4. 



Salix. 165 

Gaudin (Fl. Helv. VI. 2G2 [1830]): a. latifolia. Blätter z. T. lanzettlich, 
z. T. grösser, breit, fast eiförmig, am Grunde keilförmig verschmälert. — ß. angusti- 
folia. Blätter kleiner, lanzettlich und schmal. — y. grandifölia. Blätter zerstreut, 
bis über 2 cm lang, verkehrt-eiförmig, besonders oberseits behaart. Nebenblätter 
lanzettlich, länger als der Blattstiel. — ö. landta. Blätter meist grösser, beiderseits 
reichlich, schwach seidenglänzend wollig. — e. pube'scens. Fruchtknoten verlängert, 
seidig behaart, zuletzt verkahlend. — £. leiocarpa. Fruchtknoten verlängert, kahl, 
schwach violett. 

Fries (Novit. Fl. Suec. Maut, prima 73 [1832]): b. Blätter beiderseits stumpf, 
abgerundet, c. Blätter kahler, fast ganzrandig. 

Wahlenberg (Fl. Suec. II [1833] 6G1): ß. S. arbutifolia Willd.: foliis 
magis coriacis rnajoribus. 

Andersson (Sal. Lappon. 77 [1845]): Fruchtknoten ändern ab: 1. weiss 
seidig-filzig, 2. am Grunde kahl, schwarz, 3. ganz kahl. — Blätter ändern ab: 1. 
latifolia, 2. angustifolia, 3. grandifolia (nach Gaudin). — Ausserdem wird als 
Unterart aufgeführt: procumbens Fries. Blüthenstäude kurz gestielt, Fruchtknoten 
pfriemlich. Griffel kurz. Narben stumpf. Blätter oval bis eiförmig, stumpflich, 
in der Jugend seidig-behaart, wenig gesägt, etwas weich, flach. 

Reiche nbach (Ic. XI. 16 [1849]): a. genuina, — ß. leiocarpa die kaklf nich- 
tige, — y. pilosa die behaarte ; Blätter beiderseits behaart, — 6. Jacquiniana Blätter 
ganzrandig, — s. incana die graue, Blätter ganzrandig, graulich seidenhaarig, — 
£. arbutifolia erdbeei baumblätterige, Blätter grösser umgekehrt eirundoval, etwas 
spitzig, Blüthenstäude ziemlich lang. Tragblätter kurzrundlich, Narben gespalten. 

Hartig (Vollst. Naturgesch. Forstl. Culturpfl. Deutschi. 389 [1852J): a. arbuti- 
folia, — b. lanata, — c. pilosa, — d. leiocarpa, — e. Jacquiniana, — f. incana, 

— g. prosträta mit Blättern, die denen der S. herbacea täuschend ähnlich sind, 
aber mit sehr kurzen, kurz gestielten seitenständigen Kätzchen ; der Griffel und die 
Narben kurz, letztere stumpf und wenig gespalten. — h. carpdthica. Eine Vorlage 
aus dem Ma u ksch 'sehen Herbar der Karpaten möchte ich hierher stellen, ob- 
gleich der Kapselsticl V 4 der Länge des Fruchtknotens fast erreicht und der kurze, 
auf 1 3 der Länge gespaltene Griffel zwei sehr kurze keulenförmige Narbenpaare 
trägt. Kätzchenstiel bis zu.n Zweige dicht seidig- filzig; Blätter elliptisch zugespitzt, 
an der Spitze oft gekrümmt-gefaltet, weitläufig schwach sägezähnig. 

Hartman (Skand. Fl. 6. Uppl. 226 [1854]): ß. procumbens. 3— 6 Zoll hoch, 
niedergedrückt; Griffel kürzer. — y. subglauca. Blüthenstände an der Spitze end- 
seitenständig; Fruchtknoten dicht weiss behaart. 

Andersson (in DG Prodr. XVI. 2. 289 [1868]): 1. latifolia. Blätter rund- 
lich-oval bis verkehrt-eiförmig, entweder grösser, oft mit ziemlich grossen Neben- 
blättern oder kleiner, diese ist S. procumbens Forbes, S. retusa With. Arr. ; S. 
levis Brit. Fl. ed. 1. — 2. angustifolia. Blätter schmal-lanzettlich, öfter schief 
sichelförmig, grösser oder kleiner. — 3. puberula. Blätter mehr oder wenig wollig. 

— 4. pedunculata. Blüthenstände lang, gestielt bis sitzend, die Blüthenstände fast 
in den Blättern verborgen. — 5. eriocarpa. Fruchtknoten mehr oder weniger weiss- 
rauhhaarig. — ß. Jacquiniana 1. major mit aufsteigenden Zweigen. Blätter breit- 
lanzettlich, etwa zolllang oder länger, düuner. 2. minor niedrig. Blätter nur etwa 
halb so lang, kahl oder angedrückt behaart, verkehrt-eiförmig. 

Blytt (Norges Fl. II. 450 [1874]): latifolia, Grösserer Strauch mit oval- 
läuglichen, oft mehr als 's — 3 ,U Zoll breiten, beiderseits rein grünen, glänzenden 
Blättern. Weibliche Blüthenstände ziemlich gross, nicht selten seitenständig. — 
angustifolia. Meist niedriger Strauch mit schmal-lanzettlichen, meist beiderseits 
grünen, glänzenden, schwach rinnenförmig zusammengefalteten Blättern. — parvi- 
fölia. Niedriger, niederliegender, kriechender Strauch mit sehr dicht stehenden 
Zweigen, die dicht besetzt sind mit kleinen l / a Zoll langen, bald schmalen, bald 
breiten Blättern. Blüthenstände immer endständig. — Die beiden letzteren Varie- 
täten {angustifolia und parvifolia) kommen in 2 Formen vor : eriophylla. Blätter 
mehr oder minder, oft ziemlich lang und dicht grau behaart. — eriocarpa. Kapseln 
oft ziemlich dicht gräulich oder bläulich behaart. 



10Ü 



Salicaceae. 



Ena n der (Sal. Scandin. Exsioc Fase. II Nr. 51 — 61 [1905]): var. lätifrona. 
Blätter rhombisch*eiförmig bis eiförmig. — var. roliindifrons. Blätter fast rundlich. 
— var. angüstifrons. Blätter Behmal-lanzettlicb. 

(Auf den Pyrenäen, auf den Apenninen und Abruzzen, auf den 
Karpaten in Rumänien, auf dem Schottischen Hochgebirge, auf der 
Insel Island, auf den Gebirgen Skandinaviens vom nördlichen Theil 
des Stiftes Christiansand ab nordwärts bis zum 71°, besonders häufig 
auf losem Glimmerschiefer in der Birken- und "Weiden-Zone, im süd- 
lichen Theil des Gebiets bis zum Meere herabsteigend ; in Russland im 
Nordwesten des Onega-Sees [an dem Soutajärvi- und Mundjärvi-See, 
etwa 62°, 15 n. Br.], im Finnischen und Enare-Lappland bis zur Birken- 
grenze, auf der Halbinsel Kola, auf der Halbinsel Kanin, im Samo- 
jeden-Lande, auf der Insel Kolgujew, am Fusse des arktischen Ural, 
auf dem Ural selbst auf dem Berge Ssizup [nach Kr y low!], an der 
Jugor-Strasse, auf den Waigatsch-Inseln und dem südlichen Theil von 
Nowaja-Semlja. Asien : in Sibirien auf dem Altai- und Sajan-Gebirge, 
sowie auf den Hochgebirgen Baikaliens und Dahuriens, auf Kamtschatka 
und der Tschuktschen-Halbinsel [im Tieflande zwischen 68 und 70° 30 
N. Br.]. Nord-America: Labrador, Grönland.) * 

herbacea X myrsinites 

1054. S. herbacea X glauca 

X myrsinites 
1059. S. herbacea X Lapponum 

X -myrsinites 
reticulata X myrsinites 
retusa X myrsinites 
glauea X myrsinites 
1054. S. glauca X nigricans 

X myrsinites 
1054. S. glauca X phylicifolia 

myrsinites 
cinerea X myrsinites 
caprea X myrsinites 
Silesiaca X myrsinites 
aurita X myrsinites 
1054. S. aurita X nigricans 

X myrsinites 
nigricans X myrsinites 
1054. S. phylicifolia X nigri- 
cans X myrsinites 
phylicifolia X myrsinites 
arbuscula X myrsinites 
hastata X myrsinites 
myrsinites X Lapponum 
8. myrsinites X Helvetica 



1034. 


X 


1054. 


s. 


1034. 


X 


1040. 


X 


1034. 


X 


1054. 


X 


1035. 


X 


1054. 


s. 


1039. 


X 


1054. 


s. 


1040. 


X 


1054. 


s. 


1040. 


X 


1049. 


X 


1040. 


X 


1050. 


X 


1041. 


X 


1054. 


s. 


1042. 


X 


1054. 


s. 


1044. 


X 


1054. 


s. 


1045. 


X 


1054. 


s. 


1045. 


X 


1049. 


X 


1049. 


X 


1054. 


s. 


1050. 


X 


1051. 


X 


1050. 


X 


1054. 


8. 


1051. 


X 


1054. 


s. 


1052. 


X 


1054. 


s. 


1054. 


X 


1059. 


s. 


1054. 


X 


1059 5. 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



Salix. 167 

e. Dolichostylae 1 ) (v. Seemen Sal. Jap. 19 [1903]). Griffel c. 
lang, halb so lang bis länger als der Fruchtknoten. 

1. Pruinosae (Anders, in DC. Prodr. XVI. 2. 261 [1868]). 1, 
Früchte kahl. — Uebrige Merkmale s. S. 59. 

In Europa nur unsere Arten. 

1055. (23.) S. daphnoides 2 ) (Schimmelweide; dän.: Pommersk Pil; 
russ. : CimeTa.TL.) fi bis JOm hoch, seltener f). Zweige brüchig, gelb- 
lich oder bräunlich, blau bereift, im Alter grünlich, kahl ; junge Zweige 
mitunter kurz dunkelgrau behaart. Blätter kurz gestielt (Stiel bis 
0,4 cm lang, bei jungen Blättern kurz behaart, später kahl), lanzett- 
lich bis schmal-lanzettlich, bis 10 cm lang, 2,5 cm breit, 
scharf zugespitzt, am Grunde spitz oder stumpf, am Rande dicht 
fein drüsig gesägt, in der Jugend grau oder braun-zottig oder nur 
spärlich behaart, später kahl, lederartig, oberseits dunkelgrün, glänzend, 
unterseits graugrün oder graumatt; Mittelnerv oberseits wenig, unter- 
seits stärker hervortretend, oberseits braun; Seitennerven breit gespreizt 
vom Mittelnerv sich abzweigend, ebenso wie das weitmaschige Ader- 
netz beiderseidig fein und scharf hervortretend, oberseits braun; 
Nebenblätter stark ausgebildet, schief herzförmig, am Rande 
fein drüsig gesägt. Knospenschuppen braun, kahl. Blüthenstände 
vor den Blättern erscheinend, vor dem Aufblühen mit langen silber- 
glänzenden oder grauen Haaren dicht bedeckt; die männlichen sitzend, 
am Grunde mit kleinen lanzettlichen am Grunde und unterseits 
dicht, oberseits dünn lang gelbgrau behaarten Blättern umgeben, auf- 
recht, etwas gekrümmt, cylindrisch, bis 4 cm lang, 1,7 cm dick, 
beiderseits etwas verschmälert, dichtblüthig; Achse kurz behaart. Trag- 
blätter oval, stumpf, nach dem unteren Ende verschmälert, schwarz- 
braun, am Grunde hell, auf den Flächen dünn, am Rande dicht lang 
hellgrau behaart. Staubblätter kahl, bis dreimal so lang als die Trag- 
blätter; Staubbeutel länglich, gelb; Drüse linealisch bis länglich-linealisch, 
bandförmig, gestutzt, etwa V* so lang als die Tragblätter. Weibliche 
Blüthenstände sitzend, am Grunde wie die männlichen mit kleinen 
Blättern umgeben, aufrecht, gekrümmt, cylindrisch, bis 6 cm lang, 
1,5 cm dick, nach beiden Enden zu etwas verschmälert, dichtblüthig; 
Achse kurz behaart. Tragblätter wie bei den männlichen, aber am 
unteren Theil mitunter etwas drüsig berandet, bis zu den Narben 
hinaufreichend. Fruchtknoten gestielt (Stiel bis 1 /-2 so lang als die 
Fruchtknoten, kahl oder spärlich behaart), aus schmal eiförmigem Grunde 
kurz und spitz verschmälert, kahl oder mitunter am Grunde spärlich 
behaart; Griffel etwa V2 so lang als der Fruchtknoten, gelb; Narben 
schmal lineal, aufrecht, ungetheilt. Drüse linealisch bis länglich-linealisch, 
bandförmig, gestutzt, 2 /3 bis eben so lang als der Fruchtknotenstiel. 



1) Von öoÄi%ög lang und ozuÄog Griffel. 

2) Von dd(pv)] Lorbeer, wegen der lorbeerähulichen Blätter. 



168 Salicaceae. 

In den Kiesbetten der in den Alpen, nördlichen Karpaten und 
< Ist-Sudeten entspringenden Buche und Flüsse, oft mit S. incana, 
Sippophaes und Myricaria, mit den Flüssen oft weit in die Fbene 
hinabsteigend und öfter an denVNebenflüssen; steigt am Mont Cenis bis 
2000 m, in Wallis bis 1380 m'(Jaccard 325), in Bayern bis 1299 m, 
in Tirol bis 1630 m (Dalla Torre u. Sarnthein VI. 2. 32), in 
Nieder-Oesterreich bis 666 m. Geht abwärts am Ticino bis zum Po, am 
Rhein bis Mannheim, an der Oder bis Ohlau (Oppa und Mora bei 
Troppau), an der Weichsei bis Thorn (ob bei Bromberg ursprünglich?), 
an der Donau bis Pressburg. In Bosnien bei Banjaluka. Ausserdem 
(die Abart Pomeranicä) auf Dünen und Sandstrand der Ostsee von 
der Ostküste Rügens bis Memel. Häufig angepflanzt und verwildert, 
sowohl auch bei Kassel und an der Sauer bei Weilerbach (Preuss.) un- 
weit Echtcrnach im Grossh. Luxemburg, dort nach F. Wirtgen (br.) 
nicht mehr; die Ursprünglichkeit des von Wirt gen mitgetheilten 
Vorkommens bei Mirbach unw. Gerolstein in der Eifel ist kaum an- 
zunehmen. Bl. März, April, die früheste von allen unseren Arten. 

S. daphnoides Vill. Hist. pL Dauph. III. 765 (1789). Smith 
Brit. Fl. III. 1063 (1804). Willd. Spec. pl. IV. 2. 691 (1805). Koch 
Comment. 231 (1828). Koch Syn. ed. 2. 743 (1844). Andersson Sal. 
Lappon. (1845) 90. Kerner Niederösterr. Weiden 231 (1859). Wimmer 
Sal. Europ. 4 (1866). Anderss. in DG Prodr. XVI. 2. 261 (1868). 
Nyman Consp. 665. Suppl. 280. Richter-Gürke PI. Europ. IL 24 
(1897). O. v. Seemen Sal. Japon. 49 (1903). Camus Classif. Saul. 
d'Europe et Monogr. Saul. France 225 (1904). Rchb. Ic. XI t. DCII 
fig. 1253. - S. bigemmis Hoffm. Deutsch. Fl. IL 260 (1804). - 
S. praecox Hoppe in Willd. Spec. PI. IV. 670 (1805). Seringe Essai 
Monogr. Saul. Suisse 55 (1815). — S. compressa Seringe Saul. Suisse 
Nr. 20 (1806). — S. coerulescens Turcz. PI. exsicc. 1828, nach Lede- 
bour Fl. Ross. III. 502 (1846—1851). - - S. jaspidea der Gärten 
nach Koch Dendrol. IL 2. 501 (1872). — S. lagopina Gandog. FI. 
Lyon. 207 (1875) Sal. Nov. 46. — S. longiramea Gandog. a. a. O. 
Nr. 46, beide nach Camus Classif. Saul. d'Europe et Monogr. Saul. 
France 228 (1904). 

Als Rassen sind hervorzuheben : 

B. cinerea. Zweige behaart. 

S. daphnoides var. cinerea Koch Comment. (1828) 23. — 
S. cinerea Willd. Berl. Baumz. ed. 1. 350 (1796) nicht L. Smith 
Brit. Fl. III. 1063 (1804). Willd. Spec. pl. IV. 2. 691 (1805). 

C. Pomeranicä *). Meist Strauch mit schmäleren Blättern und 
dünneren Blüthenständen. — An der Ostsee. 

S. daphnoides var. pomeranicä Koch a. a. 0. (1828). — 
S. pomeranicä Willd. Enutn. pl. Hort. Berol. Suppl. 66 (1813) 
nur der Name; Link Enum. PI. Hort. Berol. II. 414 (1821). Rchb. 
Ic. XI t. DCII fig. 1254. 

i) In Pommern (Pomerania) zuerst gefunden. 



Salix. 169 

D. pulchra. Baum mit aufrechten, dicken Aesten. Blätter unter- 
seits nur wenig bläulich, fast grün; Griffel und Narben kürzer, 
die letzteren länglich. 

S. daphnoides var. pulchra A. u. G. Fl. Norddeut. Flachl. 
237 (1898). — S. pulchra Wimm. Sal. Eur. 7 (1866). Nyraan 
Consp. 666. 

S. daphnoides ist meist ein stattlicher Baum, dem die vor dem Aufblühen in 
einen dichten Silberpelz gehüllten Blüthenstände, sowie die in der Blüthezeit grossen 
goldgelben, männlichen Blüthenstände ein prächtiges Aussehen geben. Für die 
Korbflechterei liefert diese Weide nur grobes, minderwerthiges Material. 

Bei der in Mitteleuropa vorkommenden S. daphnoides sind die Tragblätter in 
den weiblichen Blüthen nur mitunter am Grunde etw-as drüsig gesägt; bei den in 
Japan und in der Mandschurei gesammelten Exemplaren erschien diese Bedrüsung 
hingegen stets dicht und stark. 

Das weibliche Exemplar der S. daphnoides in A. u. J. Kerner (Herb. Oesterr. 
Weiden Nr. 57 [1869]) zeichnet sich dadurch aus, dass die Tragblätter abgerundet 
oder ganz kreisrund und nur kurz behaart, die Fruchtknoten am Grunde wimperig 
behaart sind. 

Sowohl Smith (Fl. Brit. III. 1063 [1804]) wie Willdenow (Sp. pl. IV. 2. 
C91 [1805]) stellen S. daphnoides als Synouym zu ihrer S. cinerea. 

In dem Willden o w'schen Herbar befindet sich S. cinerea als Nr. 18179 
mit der von Willdenow eigenhändig geschriebenen Diagnose: „foliis elliptico- 
acuminatis, subserratis, inferne glaucis, superne nititis, Julia brevibus dense tomen- 
tosis". Von den 6 beiliegenden Exemplaren gehören jedoch nur 2 Blattexemplare 
zu S. daphnoides; von den andern 4 Exemplaren gehört je eins zu S. cinerea, S. 
laurina, S. phylicifolia und <S'. hastata. Diese Zusammenlegung 5 verschiedener 
Arten beweist wohl deutlich genug, dass Willdenow seine S. cinerea nicht scharf 
begrenzt und auch nicht immer richtig bestimmt hat. 

Babington (Manual of British Flora 8. cd. 327 [1881]) stellt S. cinerea 
Smith ohne jede Erwähnung der S. daphnoides als Varietät a. „1. ovate-lanceolate 
rather thick reddish beneath stip. V 2 cordate acute, style very short thick" zu S. 
cinerea. 

Wimm er hat seine S. pulchra nur als Unterart zu S. daphnoides aufgestellt. 

Als Varietäten oder Formen sind ausserdem noch aufgestellt von: 

Se ringe (Essai Monogr. Saul. Suisse 58 [1815]): B. S. praecox gemmdta 
Ser. Saul. Nr. 83. Blatttriebe sehr entwickelt, mit dicken, von grossen Neben- 
blättern umhüllten Blüthenknospeu. Blattstiele länger als beim Typus. — C. S. 
praecox pildsa Ser. Pflanze mit Ausnahme der Geschlechtstheile oft mit später ab- 
fallenden Wollhaaren besetzt. Blätter anfangs sehr stark behaart, später kahl. 

Koch (Comment. 23 [1828]): Varietät mit behaarten Zweigen ist S. cinerea 
Willd. — mit schmäleren Blättern und dünneren Blüthenständen : S. pomeranica 
Willd. — Blüthenkuospen im Herbst sehr gross S. praecox gemmala Ser. 

Doli (Rhein. Flora 263 [1843]) : a) leiocarpos mit kahlen, b) lasiocärpos mit 
behaarten Fruchtknoten. 

Reichenbach (Ic. a. a. O.) führt neben S. daphnoides S. pomeranica als 
besondere Art auf. 

Hart ig (Vollst. Naturg. Forstl. Culturpfl. Deutschi. 574 [1852]) führt in 
seinen Nachträgen als zu S. daphnoides gehörend auf: 1. S. pomeranica. Griffel 
gespalten, Narben fadenförmig, sperrend, ■ Fruchtknoten ganz kahl. — var. glauces- 
cens. Narben länger als der Griffel, wagerecht ausgebreitet, dunkler schmutzig gelb; 
Blätter unterseits grün-blau bereift. — var. co'ncolor. Narben kürzer als der Griffel, 
etwas aufgerichtet, leuchtend gelb; die Blüthenstände wie bei glauc. l x /2 — 2" lang, 
aber schlanker. Blätter wenigstens au meinen Vorlagen, unterseits ohne blauen Duft, 



170 



Salicaceae. 



etwas seidig glänzend. — 2. S. praecox Hoppe. Fruchtknoten kahl, der Stiel mit 
einem Kranz steifer Seidenhärclien. Die Endblätter kräftiger Triebe and diese selbst 
mit einer leicht abwischbaren, hinfälligen Behaarung aus anliegenden, laugen Seiden- 
härchen. — 3. S. maritima. Fruchtknoten und der etwas längere Fruchtknotenstiel 
zerstreut seidenbaarig. Blütbenstände sehr klein, kaum hall) so lang als die der 
vorigen Arten. Die oberen Blätter kräftiger Triebe dicht seidenbaarig, silberglänzend 
wie S. lanata, lappunum oder arenaria. S. maritima Hartig ist S. daphnoides 
repens. 

Doli (Fl. Grossh. Baden II. 492 [1859]): b. mierdstaehya. Blüthenstände 
kaum halb so gross als bei der gewöhnlichen Form, kaum einen halben Zoll lang. 
— ß. acutifolia ist S. acutifolia. 

Kern er (Niederösterr. Weiden 231 [1859]): var. a. lalifoUa. Blätter 3—4- 
mal länger als breit, länglich-lanzet.tlich, plötzlich zugespitzt, unterseits graugrün, 
anfangs wie die Zweige behaart. Nebenblätter halbherzförmig. — var. b. arujusti- 
fölia, Blätter 4- 5 mal länger als breit, verkehrt-lanzettlich, über der Mitte am 
breitesten und plötzlich in eine feine Spitze ausgezogen, ganz kahl, unterseits sehwach 
graugrün bis grün werdend. Nebenblätter lanzettlich bis linealisch-lanzettlich. Zweige 
ganz kahl (?). 

Marsson (Fl Neu-Vorpomm. Rüg. 435 [1809]): a. pedicilldta Marss. Fracht* 
knoten gestielt, der Stiel so lang als die Drüse. 

Schinz u. Keller (Fl. Schweiz 135 [1900]): var. cinerea. Zweige gleich 
den Knospenschuppen rauhhaarig. — var. trichophjjlla l). Laubblätter mehr oder 
weniger dicht anliegend behaart. — var. trichocarpa?). Fruchtknoten behaart. 

K. R. Kupffer (Sched. Herb. Fl. Ross. IV [1902] 11 Nr. 939): f. erythro- 
stt'/la3). Grifl'el purpurroth. 

(Italien auf dem nördlichen Theil der Apenninen; auf den Britischen 
Inseln? auf der Skandinavischen Halbinsel im südöstlichen Theil nord- 
wärts bis zum 62° 29 N. Br. und bis zu 534 m Höhe am Ufer der 
Flüsse, aber nicht allgemein ; in Russland von der Linie Kiew-Saratow 
nordwärts bis Petersburg-Perm. Asien im südlichen Ural, Turkestan, 
West-Tibet, Affghanistan, Himalaja in 800 — 5000 m Höhe, Altai, Ost- 
sibirien, Amurland, Mandschurei, Sachalin.) | : ; : 

Von den Britischen Inseln liegt nur ein Exemplar von S. daphnoides vor, 
und zwar aus der Sammlung „Set of British Willows (1894)'' von Edward F. Linton. 
Es stammt aus dem Hort. Bournmouth Nr. 33, und ausserdem ist hinzugefügt: „Not 
native". 



1036. X 1055? S. fragilis X daphnoides? 

1041. X 1055. S. cinerea X daphnoides 

1042. X 1055. S. caprea X daphnoides 

1043. X 1055. 8. grandifolia X daphnoides 

1048. X 1055. 8. repens X daphnoides 

1049. X 1055. 8. nigricans X daphnoides 

1050. X 1055. 8. phylieifolia X daphnoides 
1042. X 1050. X 1055. S. caprea X phylieifolia 

X daphnoides 

1055. X 1057. S. daphnoides X viminalis 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 






l) Von #pt'| Haar und cpvAAov Blatt. 

-) Von &qi'§ und v.ciQnög Frucht. 

3) Von (QV&QÖg roth und crit'Aog Griffel. 



Salix. 171 

1055. X 1060. 8. daphnoides X incana \ siehe 

1055. X 1061. 8. daphnoides X purpurea \ am Ende 

1048. X 1055. X 1061. S. repens X daphnoides der 

X purpurea ) Gattung. 

*f 1056. (24.) {51.) S. acutifölia. (Kaspische Weide; russ.: 
Ille-iiora.) h selten Tl. Aufrecht, selten bis 10 m hoch. Zweige dünn, 
zähe biegsam, dunkel oder rothbraun, oft bläulich bereift, kahl; junge 
Triebe rothbraun, kahl oder spärlich kurz seidig behaart. Blätter 
gestielt (Stiel bis 1,5 cm lang, kahl, nur bei ganz jungen Blättern mit- 
unter dünn seidig behaart), lanzettlich bis lineal-lanzettlich, 
bis 12 cm lang, 2,5 cm breit, lang und scharf zugespitzt, am Grunde 
verschmälert, spitz, am Rande knorpelig gesägt, oberseits dunkelgrün, 
glänzend, untersei ts heller bis graugrün, matt, kahl, nur die jungen 
Blätter an der Spitze der Triebe mitunter dünn seidig behaart; Mittel- 
nerv oberseits flach, gelblich, Unterseite breit hervortretend; Seitennerven 
und weitmaschiges Adernetz beiderseitig deutlich hervortretend. Neben- 
blätter lanzettlich, lang zugespitzt, am Rande fein knorpelig 
gesägt. Knospenschuppen braun oder rothbraun, kahl oder theilweise 
sehr kurz und dicht grau behaart. Blüthenstände vor den Blättern 
erscheinend, von einander entfernt stehend, vor dem Aufblühen mit 
langen weissgrauen, glänzenden Haaren dicht bedeckt; die männlichen 
endständig an sehr kurzen Zweigen, fast sitzend, am Grunde von sehr 
kleinen, länglichen, spitzen lang grau oder gelbgrau behaarten Blättern 
umgeben, aufrecht oder etwas gekrümmt, oval bis kurz cylindrisch, bis 
3,5 cm lang, 1,7 cm dick, nach der Spitze und dem Grunde zu etwas 
verschmälert, dichtblüthig, ihre Achse grau behaart. Tragblätter oval, 
spitz oder stumpflich, dunkelbraun oder schwarz, am Grunde hell, dünn, 
lang grau oder gelbgrau behaart und am Rande dichter bebärtet. Staub- 
blätter kahl, 2 — 3 mal so lang als die Tragblätter. Staubbeutel läng- 
lich oval, gelb. Drüse schmal oval, bandförmig, gestutzt, etwa V* so 
lang als die Tragblätter. Weibliche Blüthen an sehr kurzen, sonst wie 
die männlichen beschaffenen Zweigen, wie die männlichen aufrecht oder 
etwas gekrümmt, cylindrisch bis 3,5 cm lang, 1,2 cm dick, dichtblüthig; 
Achse wie bei den männlichen. Tragblätter wie bei den männlichen 
und auf den halben Fruchtknoten hinaufragend. Fruchtknoten gestielt 
(Stiel bis 1 /z so lang als der Fruchtknoten, kahl), aus schmal ovalem 
Grunde verschmälert, stumpf, kahl; Griffel 1 /± — x \z so lang als der 
Fruchtknoten, gelb; Narben länglich oval, aufrecht, gabelig ausgerandet; 
Drüse schmal oval, bandförmig, gestutzt, 2 /z bis so lang als der Frucht- 
knotenstiel. 

In Mitteleuropa nur als Zier- und Nutzstrauch vielfach angepflanzt 
und so im Gebiete eingebürgert. Bl. März, April. 

S. acutifölia Willd. Spec. pl. IV. 2. 668 (1805). Koch Svn. ed. 
2. 743. Nyman Consp. 666. Rchb. Ic. XI t. DCIII fig. 1255."— 8. 
cäspica Hort, nach Willd. a. a. O. nicht Pallas. — 8. violäcea An- 
drews Bot. Repos. IX tab. 581 (1809). — S. pruinösa Bess. Cat. 



172 Salicaceae. 

Hort. Bot. Crem. 121 (1816). Wimmer Sal. Europ. 9 (1866). — S. 
dqphnoides var. angustifolia Weinm. Enum. Stirp. Petrop. 96 (1837). 
— S. daphnoides var. ß. acutifolia Doli Fl. Grossherz. Baden 492 
(1859). Anderes, in DC. Prodr. XVI. 2. 282 (1868). Richter-Gurke 
PL Eur. II. 24. — S. pyramidalis Budistschew in Acta Hort. Petrop. 
IX (1884) 184, nur der Name; nach Komarow Fl. Mandschurica in 
Acta Horti Petropol. XXII. 34 (1904) wahrscheinlich hierher. 

S. acutifolia ist der S. daphnoides ähnlieh und steht ihr auch verwandt- 
schaftlich sehr nahe; trotzdem ist sie aber namentlich durch den schlankeren Wuchs, 
die viel schmäleren nach der Spitze laug verschmälerten und auch nach dem Stiel 
zu verschmälerten Blätter, die schmalen lang zugespitzten Nebenblätter und die 
kleineren von einander entfernt stehenden Blüthenstünde von S. daphnoides deut- 
lich und wesentlich verschieden. Da ferner auch ihr Verbreitungsgebiet sowie ihre 
Wachst hu insverhältnisse wesentlich andere als bei S. daj)hnoides sind, so kann sie 
mit vollem Recht als eine eigene Art neben dieser augesehen werden. 

S. caspica der Gärten darf nicht mit S. caspica Pall. Fl. Ross. I. 2. 74 (1788) 
verwechselt werden, welche zu den Purpureae gehört. 

Die Angaben von Reichenbach (Ic. XI. 27 [1849]) und Hartig (Vollst. 
Naturgesch. Forstl. Culturpfl. Deutscht. 416 [1852]), dass S. acutifolia wild- 
wachsend in Ostpreussen an der Ostseeküste auf der Frischen Nehrung bei Königs- 
berg vorkommt, sind nicht zutreffend. Ebenso ist die Angabe von Doli a. a. O., 
dass er 8. daphnoides ß. acutifolia 1847 in der Schweiz auf den Höhen zwischen 
St. Gallen und dem Bodensee gefunden habe, wohl dahin aufzufassen, dass diese 
Weide damals doit angepflanzt gewesen ist. 

S. acutifolia gedeiht besonders gut auf leichtem Sandboden, in welchem sich 
ihre Wurzeln weithin ausbreiten. Deshalb wird sie vielfach zur Befestigung von 
Saudflächen angepflanzt. Im Gebiete findet sie diese Verwendung namentlich auf 
den Dünen der Ostseeküste. Ausserdem wird sie auch vielfach als Korbweide ver- 
wandt, wenngleich ihre Ruthen nur ein gröberes Flechtmaterial liefern. 

(Dänemark [schwerlich ursprünglich] im ausgetrockneten Becken 
des Lersees [nach Lange Handb. Danske Fl. 4. Udg. 251]; Russland: 
da auch hier die Weide vielfach zur Befestigung des Sandbodens an- 
gepflanzt ist und sich so eingebürgert hat, ist es schwer festzustellen, 
wo sie wirklich wildwachsend vorkommt. Nach Herder [Act. Hort. 
Petrop. XI. 424 (1891)] ist ihre Verbreitung in den Ostseeprövinzen, 
in dem Gouv. St. Petersburg und Wiborg am Westufer des Ladoga- 
sees, im Gouv. Archangel an der Dwina, „und soll auch am Weissen 
Meer vorkommen", nach Süden hin in den meisten Gouvernements bis 
zum südlichsten Standort im Gouv. Orenburg am Uralfluss, 49 1 2° N. Br. 
Asien im Karatau und Altai, in der Dsungarei, in Baikalien und Da- 
hurien, in der Mandschurei.) 

1041. X 1056. S. cinerea X acutifolia 

1042. X 1056. S. caprea X acutifolia 
1049. X 1056. S. nigricans X acutifolia siehe 

1041. X 1056. X 1057. S. cinerea X acutifolia am Ende 

X viminalis der 

1056. X 1061. S. acutifolia X 2 )l "'J""'"' Gattunj 

1042. X 1056. X 1061. S. caprea X acutifolia 

X purpurea 



Salix. 173 

2. Vi min dies (Anderes, in DC. Prodr. XVI. 2. 264 [1868]). 2. 
Früchte behaart. — Uebrige Merkmale s. S. 60. 
In Europa nur unsere Arten. 
a. Fruchtknoten sitzend oder sehr kurz gestielt. «• 

1057. (25.) S. viininalis (Korb-, Elb- Weide; Band- Weide; niederl.: 
Rijswaard, Bindwilg, Kat-Wilg; dän. : Baand-Pil; franz.: Osier, Osier 
blanc; it.: Brillo, Vimine, Vetrice, Vinco; rum.: Mlaje, Rächiticä alba; 
poln.: Wierzba Witwa ; kroat. : Vezovi; russ. : Ba3iiHHUKi> ; litt.: Zil- 
wiltis). h selten fi. Bis 4 m hoch, mit langen, aufrechten Aesten, 
selten bis 10 m hoch. Zweige grünlich grau oder braun, anfangs kurz 
grau behaart, später kahl, innere Rinde grün; junge Triebe kurz dünn- 
grau bis kurz dichtfilzig grau behaart. Blätter kurz gestielt (Stiel bis 
1 cm lang, bei jungen Blättern kurz hellgrau behaart, später kahl), aus 
keilförmigem Grunde schmal- oder lineal-lanzettlich, bis 1 3 cm 
lang, 1,8 cm breit, nach der Spitze zu lang verschmälert, spitz, fast 
ganzrandig, am Rande undeutlich ausgeschweift, etwas zurückgerollt, 
oberseits trübgrün mit kleinen Härchen bestreut, unterseits dicht 
w eissgrau seidig behaart (junge Blätter auf beiden Seiten dünn 
lang weissgrau seidig behaart); Mittelnerv oberseits wenig, unterseits 
stark hervortretend ; Seitennerven breit gespreizt von den Mittelnerven 
sich abzweigend, oberseits wenig hervortretend oder vertieft, unterseits 
scharf hervortretend; Adernetz weitmaschig, beiderseitig wenig hervor- 
tretend oder oberseits vertieft. Nebenblätter schmal lanzettlich, lang 
zugespitzt. Knospenschuppen braun, dünn und kurz grau behaart. 
Blüthenstände vor den Blättern erscheinend, vor dem Aufblühen dicht 
seidig zottig behaart; die männlichen sitzend, am Grunde von kleinen 
schmal lanzettlichen, lang hellgrau behaarten Blättern umgeben, auf- 
recht, cylindrisch, bis 3,5 cm lang und 1 cm dick, dichtblüthig ; ihre 
Achse dünn hellgrau behaart. Tragblätter länglich bis länglich-eiförmig, 
spitz oder stumpflich, braun, am Grunde heller, dünn lang weiss-grau 
behaart. Staubblätter bis 2V2mal so lang als die Tragblätter, kahl; 
Staubbeutel länglich, gelb; Drüse lineal, bandförmig, gestutzt, l /z so 
lang als die Tragblätter. Weibliche Blüthenstände wie die männlichen 
sitzend und am Grunde von kleinen Blättern umgeben, aufrecht- 
cylindrisch, bis 2,5 cm lang, 0,6 cm dick; ihre Achse hellgrau behaart. 
Tragblätter länglich bis länglich-eiförmig, spitz oder stumpflich, braun, 
am Grunde heller, lang weiss-grau behaart. Fruchtknoten sehr kurz 
gestielt oder sitzend, eiförmig, kurz kegelig verschmälert, etwas länger 
als die Tragblätter, anliegend hellgrau behaart; Griffel so lang als der 
Fruchtknoten, dünn, gelb; Narben linealisch, ausgerandet oder getheilt. 
Drüse lineal, bandförmig, gestutzt, bis auf 3 ji des Fruchtknotens herauf- 
ragend. 

Im grössten Theile des Gebiets, namentlich in den Ebenen an Fluss- 
ufern, auf angeschwemmtem, tiefgründigem Boden. Höher hinauf in den 
Gebirgen seltener und nur bis zu massiger Höhe. — So im Bayerischen 
Walde bis 401 m und in Oberbayern bis 471 m (Willkomm Forstl. 



174 Salicaceae. 

Fl. Deutschi. Oesterr. [1887] 480); in Tirol bis 1600 m (Dalla Torre 
u. Samthein VI. 2. 31) ausserdem vielfach angepflanzt; nur so auf 
den Nordsee-Inseln und im Mittelmeergebiet vorhanden. Bl. März, April. 
S. viminalis L. Spec. pl. ed. 1. 1021 (1753). Smith Fl. III. 
1070 (1304). Willd. Spec. pl. IV. 2. 706 (1805). Seringe Essai Saul. 
Suisse 35 (1815). Koch Comment. 29 (1828). Koch Syn. ed. 2. 746. 
Kerner Niederösterr. Weiden 211 (1859). Wimmer Sal. Europ. 36 (1866). 
Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 264 (1868). Nyman Consp. 666. 
Richter-Gurke PI. Eur. II. 25. v. Seemen Sal. Japon. 50 (1903). Camus 
Glassif. Said d'Europe et Monogr. Saul. France 214 (1904). Rchb. Ic. 
XI t. DXCVII fig. 1248. — S. Jongifölia Lam. Fl. Franc. IL 232 
(1778). Vill. Hist pl Dauph. III. 785 (1789). Hart. Naturg. Forstl. 
CulturpfL 568 (1852). — S. Idanensis Gandog. Fl. Lyon. 208 (1875). 
— S. valdenüens Gandog. a. a. O. — S. belluJa Gandog. Sal. nov. 
Nr. 41 nach Camus a. a. O. 215, 219. 

S. viminalis liefert ein vorzügliches Material zu Bandstöcken und zur Korb- 
flechterei und wird deshalb vielfach in Weidenhegern angepflanzt. 

S. virescens Vill. Hist. pl. Dauph. III. 785 (1789) mit länglichen, unterseits 
am Rande zurückgekrümmten grauen Blättern . pfriemlichen Nebenblättern und 
grünlichen Schösslingen, (vimine virescente) ist von Villars neben S. viminalis auf- 
gestellt, sie ist eine breitblätterige Form der S. viminalis. 

S. viadrinal) Wimm. in Hartig Naturg. Forstl. Culturpfl. 568 (1852): Blatt- 
rand weitläufig drüsig, zwischen den Drüsen an den grösseren Blättern stark gerollt. 
Afterblätter nierenförmig, buchtig-sägezähnig; Behaarung sehr vereinzelt, filzig-seidig, 
fast angepresst-seidig, ist wohl kaum als eine reine S. viminalis anzusehen. 

S. calodendron Gandog. a. a. O. (1875) nicht Wimmer und S. bcllula Gandog. 
a. a. O. gehören zu einer schmalblätterigen Form; S. laneifera Gandog. a. a. O. zu 
einer Form mit kurzen Blättern und schmalen, kurzen Blütlienständen. 

Als Formen sind hervorzuheben: 

A. linearifdli a (Wimm. u. Grabowski Fl. Siles. II [1829] 368): Blätter schmal 
linealisch; so seltener. 

B. abbrevidta (Doli Fl. Grossherz. Baden II. 494 [1859]): Kätzchen liueal- 
länglich, weit kleiner als beim Typus. — Zuerst von A. Braun bei Freiburg 
in Baden an der Dreisam gefunden ; nicht selten vorkommend, in Schlesien bei 
Breslau häufig (nach Wimmer Sal. Europ. [1866] 36). 

Als Abart ist hervorzuheben: 

II. Gmelini-). .Innge Zweige und Knospen behaart oder kahl. Junge 
Blätter länglich-verkehrt-eiförmig mit kurzer Spitze oder abgestumpft, oberseits grau- 
grünlich, unterseits dicht wollig; entwickelte Blätter schmal-lanzettlich, beiderseits 
gleichmässig verschmälert, mit kurzer Spitze, oberseits dünn behaart, grünlich-grau, 
unterseits mit Härchen dicht bedeckt oder seidenhaarig, silberig glänzend. Blüthen- 
stände gleichzeitig mit den Blättern erscheinend, kurz gestielt (Stiel am Grunde mit 
kieinen oder längeren Blättern). Tragblätter an der Spitze breit, abgerundet oder 
ausgerandet. Fruchtknoten stets sitzend, kurz kegelförmig, fast eiförmig, stumpf, 
dicht weiss-filzig. Griffel mehr oder weniger kurz und dick. Narben mehrmals 
länger als der (iriffel. 

Kommt nicht in Mitteleuropa vor, nur im östlich angrenzenden Russland. 
I»(.it ist Bie westwärts bis zum Thal der Diina verbreitet. 



1) An der Oder (Viadrus) gefunden. 

2) S. III. S. 498 Fussu. 1. 



Salix. 175 

S. viminalis y. Gmelini Anderes, in Prodi - . XVI. 2. 266 (1868). — S. nitida 
Ginelin Reise durch Russland III. 283 (1774)? - S. serdtina Pall. Reise III. 759 
(1776). — S. Gmelini Pall. Fl. Ross. II. 153 (1788). — S. Gmclinidna Willd. 
Spec. pl. IV. 2. 709 (1805) nicht Turcz. — S. splendens Led. Fl. Ross. III. 605 
(1851). Turcz. PI. exs. 1829 nach Ledeb. Fl. Ross. III. 605 (1846—51). -- S. 
rufescens Turcz. PI. exs. 1830 nach Ledeb. a. a. O. — S. stipularis Trautv. in 
Herb. Ledebour nach F. v. Herder Plantae Radd. in Acta Horti Petropol. XI 
(1891) 425. Kaufmann nach Petunnikow Krit. Uebers. der Moskau'schen Flora III 
(1895—1902) nicht Sni. 

Petunnikow (Kritische Uebersicht der Moskau'schen Flora III [1895 — 1902]) 
ist mit Teplouchow , dem vortrefflichen Kenner der Weiden Russlands, der gleichen 
Ansicht, dass S. Gmelini eine Parallelart (Parallel form) der S. viminalis ist und die 
typische S. viminalis, die in Russland nicht vorkommt, hier vertritt; auch bei der 
Bastardbildung. — Nach dem mir vorliegenden Material ist S. Gmelini namentlich 
in ihren schmalblätterigen Formen nur schwer von S. viminalis zu scheiden. 

Ausserdem sind von verschiedenen Schriftstellern noch folgende Formen auf- 
gestellt : 

Linne (Spec. pl. ed. 1. II. 1021 [1753]): ß. Salix foliis ex lineari-lanceo- 
latis integris subtus incanis. 

Koch (Comment 29 [1828]): ß. cortice nigrofusca. 

Wimmer u. Grabowski (Fl. Siles. II. 2. 368 [1829]): neben ß. lineari- 
folia noch y. opaca: Blätter länglich-lanzettlich, die mittleren am breitesten, unter- 
seits dünn grau behaart. 

Fries (Novit. Fl. Suec. Mant. I. 61 [1832]) stellt S. stipularis Smith als 
Unterart zu S. viminalis. 

Kern er (Niederösterr. Weiden 211 [1859]): a. vulgaris. Blätter verlängert, 
lanzettlich, etwa 10 mal länger als breit. — b. tenuifdlia. Blätter linealisch, sehr 
lang, 12 — 18 mal so lang als breit. 

Ander sson (in DC. Prodr. XVI. 2. 264 [186S]) stellt von y. Gmelini noch 
ß. splendens (S. splendens Turcz.) auf. S. splendens gehört zu II. Gmelini. 

Babington (Man. Brit. Bot. 8. ed. 326 [1881]): ß. intricala (Leefe). Blätter 
breiter; Fruchtknoten kürzer und breiter. Griffel sehr kurz. Narben rückwärts ge- 
bogen, wirr (reflexed and entangled). — y. stipularis (Leefe). Blätter lanzettlich ; 
Nebenblätter linear-lanzettlich, gesägt oder halbherzförmig, zugespitzt. Narben laug. 
Diese Form stipularis ist nicht synonym mit S. stipularis Smith, die von Ba- 
bington gleich darauf als eigene Art aufgeführt wird. 

Lange (Handb. Danske Fl. 4 Udg. 254 [1886]): ß. angustissima. Blätter 
schmal-lineal. 

F. v. Herder (PI. Radd. in Acta Horti Petropol. XI [1891] 425): var. 
splendens Gmelini latifolia Regel, glabrcscens Trautv. — Ausserdem unterscheidet 
Regel bei der in Turkestan vorkommenden S. viminalis die Formen: ß. songdrica, 
y. latifolia, 8. Gmelini. 

Wolf in Bericht. Kaiserl. Forst-Inst. Petersb. XIII (1905) 10—12: var. longi- 
jölia, latifolia, strobildcea, semivimindlis. — Material von diesen Formen hat mir 
nicht vorgelegen. 

(Im nördlichen Theil von Spanien und Portugal [Galizien, Ca- 
stilien, Aragonien, Catalonien] ; Frankreich [namentlich im nördlicheu 
und westlichen Theil j; im nördlichen Theil Italiens [angepflanzt]; von 
Griechenland durch die ganze Balkanhalbinsel u. s. w. nordwärts bis 
zur Ostsee; Britische Inseln ; Dänemark; im südlichen Theil der Skan- 
dinavischen Halbinsel [in Norwegen bis 64° 12' N. Br. und 136 m, in 
Schweden bis 60° N. Br.j, nach Wahlenberg und Schübeier ur- 
sprünglich nicht einheimisch; Russland: im Süden bis zur Linie von 



176 



Salicaceae. 



Podoüen ostwärts über das Land der Donischen Kosaken bis zur Wolga 
und dem Uralflusse nach Norden hin bis zur Waldgrenze im Samo- 
jedenlande, 67 1 a° N. Br. [nicht sicher]. Asien: Transkaukasien bis 216<)m; 
Armenien: Turkestan ; Dsungarei; Pendshab; Himalaja [1660 — 3000 m]; 
Kaschmir [3330m]; China; Mandschurei; Amurland; in ganz Sibirien 
bis 72° 15' N.Br. ; Kamtschatka; Japan; Insel Sachalin. Nord- und 
Südamerica [hier in Chile] vielfach angepflanzt.) 



1036. 
1037. 
1040. 
1041. 
1041. 

1041. 

1042. 

1044. 
1045. 
1041. 

1046. 
1048. 
1041. 

1042. 

1045. 

1046. 

1049. 
1050. 
1041. 



1055. 
1041. 

1057. 
1057. 
1042. 

1057. 
1057. 



X 1057? S. fragilis X viminalis? 

X 1057. S. amygdalina X viminalis 

X 1057. S. glcutca X viminalis 

X 1057. S. cinerea X viminalis 

X 1057. X 1041. S. cinerea X viminalis 

X cinerea 
X 1042. X 1057. S. cinerea X caprea X 

viminalis 
X 1057. X 1042. S. caprea X viminalis 

X caprea 
X 1057. S. Silesiaca X viminalis 
X 1057. S. aurita X viminalis 
X 1045. X 1057. S. cinerea X aurita X 

viminalis 
X 1057. S. depressa X viminalis 
X 1057. S. repens X viminalis 
X 1048. X 1057. S. cinerea X repens X 

viminalis 
X 1048. X 1057. S. caprea X repens X 

viminalis 
X 1048. X 1057. S. aurita X repens X 

viminalis 
X 1048. X 1057. S. depressa X repens X 

viminalis 
X 1057. S. nigricans X viminalis 
X 1057. S. phylicifolia X viminalis 
X 1050. X 1057. 5. cinerea X phylicifolia 

X viminalis 
1057. S. caprea X phylicifolia 
X viminalis 
X 1057. *S. daphnoides X viminalis 
X 1056. X 105 7 . £. cinerea X acutifolia 

X viminalis 
X 1058. 5. viminalis X dasy ciados 
X 1059. /S. viminalis X Lapponum 
X 1057. X 1059. 6'. caprea X viminalis 

X Lapponum 
X 1060. #. viminalis X incana 
X 1061. & viminalis X purpurea 



1042. X 1050. X 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



Salix-, 177 

1041. X 1057. X 1061. 8. cinerea X viminalis 

X purpurea 

1042. X 1057. X 1061. S. caprea X viminalis 

X purpurea 
1045. X 1057. X 1061. 8. aurita X viminalis 

X purpurea 
1048. X 1057. X 1061. S. repens X viminalis 

X purpurea 
(1044. X 1059.) X (1057. X 1061.) S. (Silesiaca 

X Lapponum) X {viminalis X purpurea) 
(1042. X 1057.) X (1057. X 1061.) S. (caprea X 
viminalis) X {viminalis X purpurea) 

1058. (23.) S. dasyclados x ). fr selten Tl. Aufrecht, bis 4 m hoch. 
Zweige dick, schmutzig gelbbraun, sehr kurz weissgrau - filzig behaart, 
selten kahl; junge Triebe dicht grau- bis schwarz-filzig behaart; Blätter 
gestielt (Stiel bis 2 cm lang, kurz dicht grau filzig behaart, später ver- 
kahlend), gross, lanzettlich bis langlanzettlich, bis 24 cm 
lang, 5 cm breit, lang zugespitzt, am Grunde spitz oder stumpf, am 
Rande etwas ausgeschweift und ausgerandet, mitunter etwas gesägt, 
anfangs beiderseitig dicht seidig-filzig weissgrau behaart, 
später verkahlend, oberseits nur an dem Mittelnerven und unter- 
seits an Mittel nerven und Sei tenner ven bleibend behaart, 
oberseits dunkel trübgrün, unterseits grau bis blaugrau ; Mittelnerv hell, 
oberseits wenig, unterseits stark hervortretend ; Seitennerven hell, fast 
rechtwinkelig sich von dem Mittelnerv abzweigend, oberseits wenig, 
unterseits scharf hervortretend; Adernetz weitmaschig, oberseits kaum 
bemerkbar, unterseits deutlich fein hervortretend. Nebenblätter breit- 
lanzettlich, zugespitzt, am Grunde abgerundet, am Rande gesägt. Knospen- 
schuppen grau-braun, kurz grau filzig behaart. Blüthenstände vor den 
Blättern erscheinend ; die männlichen fast sitzend, am Grunde von kleinen 
länglichen bis ovalen, spitzen, lang hellgrau behaarten Blättern umgeben, 
aufrecht, mitunter etwas gekrümmt, breit-cylindrisch, bis 4,5 cm lang, 
1,7 cm dick, dichtblüthig; ihre Achse hellgrau behaart. Tragblätter breit 
oval, spitz, auf der oberen Hälfte dunkelbraun bis schwarz, am Grunde 
dünn hellgrau behaart, am Rande dicht und lang bebärtet. Staubblätter 
kahl, bis 3 mal so lang als die Tragblätter; Staubbeutel oval, gelb. 
Drüse schmal lineal, gestutzt, Vs so lang als die Tragblätter. Weib- 
liche Blüthenstände an kurzen, bis 0,5 cm langen, zottig hellgrau be- 
haarten, mit kleinen länglichen bis ovalen spitzen, spärlich hellgrau 
behaarten und dicht lang bebärteten Blättern besetzten Zweigen end- 
ständig, aufrecht, oft etwas seitwärts gekrümmt, cylindrisch, bis 5,5 cm 
lang, 1,3 cm dick, dichtblüthig; ihre Achse hellgrau zottig behaart. 
Tragblätter wie bei den männlichen und bis so lang als der Frucht- 
knoten. Fruchtknoten sehr kurz gestielt, fast sitzend (Stiel dicht hell- 



!) Von öaavg dicht behaart und %Ää5og Ast. 
Ascherson u. Graebner, Synopsis. IV. 12 



178 Salicaceae. 

grau zottig behaart), aus ovalem Grunde kegelig verschmälert, hellgrau 
filzig behaart. Griffel so lang als der Fruchtknoten, gelb. Narben 
lang lineal, V 2 so l an » ais c ' er Griffel, ungetheilt, gabelig seitwärts ge- 
bogen. Drüse wie bei den männlichen, länger bis doppelt so lang als 
der Fruchtknotenstiel, bis auf l /s des Fruchtknotens heraufragend. 

An Gewässern, namentlich grosse an Flussufern und auf sumpfigen 
Wiesen ; im Gebiete nur theilweise ursprünglich wild, vielfach angepflanzt; 
in Nordost-, (Mittel- und Süd-??)deutschland wild, in Schleswig?? Pommern: 
Falkenberg am Stadtparpel-See (nach Winkelmann); Westpreussen : 
in der Weiehselniederung auf den Kämpen nicht selten, östlich der 
Weichsel seltener, westlich derselben meist fraglich, anscheinend sicher 
ursprünglich nur in der Nähe der Ostsee bis in den Kreis Putzig; in 
Posen in der Weichselniederung. Ostpreussen: an dem Ufer des Pregel 
bei Königsburg und an dem Ufer der Memel bei Tilsit; Russisch-Polen 
im AVeichselgebiet bei Cichocinek etc. im Gouvern. Warschau. Schlesien 
an der Oder bis Breslau, Teschen am Olauufer, Troppau, Görbersdorf bei 
Friedland. Ob ursprünglich wild in Galizien, Böhmen bei Prag, in 
Niederösterreich an der Donau bei Mautern ? Die Angaben in den Berg- 
wäldern Oberösterreichs (nach Host), in Tirol, Kärnten erscheinen un- 
wahrscheinlich. Wird vielfach angepflanzt, namentlich in Parks. Bl. 
März, April. 

S. dasyclados Wimm. in Flora XXXII. 35 (1849). Kerner 
Niederösterr. Weid. 217 (1859). Nyman Consp. Suppl. 280. — S. 
moüissima Koch Comment. 28 (1828) z. T. — S. acuminata (Smith) 
Koch a. a. O. (1828). Patze Fl. Prov. Preussen 135 (1850), nach 
Wimm. in Denkschr. Schles. Ges. Vaterl. Cultur 160 (1653) vgl. 
Petunnikow Uebers. der Moskau'schen Flora III (1895—1902) z. T. 
— S. longifolia Wimmer s. unten (1861). — Caprea acuminata 
Opiz Sezn. 25 (1852). — S. stipidäris Trautv. in Maximowiez 
Prim. Fl. Amur. 243 (1859). Koch Syn. ed. 2. 746. Nyman 
Consp. 606. — S. stipuläris Sanio Herb. - S. (Caprea X vimi- 
nälis) X cinrrea Wichura Die Bastardbefruchtung im Pflanzenreich 
(1865) 60. — S. Smithiana y. acuminata Anderes, in DC. Prodr. 
XVI. 2. 268 (1868) z. T. — S. mollissima Cent. Siles. nicht Ehrh. 
nach Fiek Fl. von Schles. 410 (1881). - - S. cinerea X viminälis 
d. (lasyclados (Wimmer) Richter-Gürke PL Eur. IL 27. 

S. dasyclados liefert grobes Material zur Korbflechterei uud zu Bandstöcken 
und wird deshalb vielfach in Weidenhegern angepflanzt. 

Bei den constanten Merkmalen und dem bestimmt abgegrenzten Verbreitungs- 
gebiet kann diese Weide wohl für eine eigene Art gehalten werden. 

S. dasyclados ist vielfach mit ihrer Unterart S. stipuläris und mit S. vimi- 
nälis >'' caprea und .S'. viminälis X cinerea zusammengeworfen wurden. Zur sicheren 
Unterscheidung der S. dasyclados von den beiden genannten P'tminoKs-Bastarclen 
ist daran festzuhalten, dass bei S. dasyclados der Fruchtknoten fast sitzend, der Griffel 
und die Narben lang und die Drüse lang und schmal sind. 

Sanio (in Herb.) bestimmte die in Ostpreussen am Pregel vorkommende S. 
dasyclados als S. stipuläris. — Von S. stipuläris Trautv. in Maximowiez Prim. Fl. 
Amur. (1859) 243 befindet sich im Flerbar des Mus. Bot. Berol. ein weibliches 



Salix. 179 

Exemplar, das zweifellos S. dasyclados ist. Ausserdem liegen in diesem Herbar 
noch 3 von Ehrenberg in Sibirien und in Orenburg-Astrabhan-Saratow gesammelte 
Exemplare, sowie je ein von Er man bei Ochotok und A. Lebmann in Turkestan 
(Alexandri Lebmanni Reliquiae botanicae) gesammeltes Exemplar, welche ebenfalls 
als S. siipularis bestimmt sind, aber zweifellos zu <S'. dasyclados gehören. 

Wimmer bezeichnete seine 1849 aufgestellte S. dasyclados 1861 in Abh. 
Schles. Gesellscb. Vater! . Cultur I. 130 als S. longifolia Host und wollte nun diesen 
Namen als den älteren gelten lassen, jedoch mit Unrecht, denn S. longifolia Host 
ist S. caprea X viminalis und 8. cinetea X viminalis. — Wimmer (Sal. Europ. 
43 [18G6]) bezeichnet S. longifolia Host als Synonym der S. dasyclados, S. acumi- 
nata Patze a. a. O., <S'. mollissima Koch Comment. 28, S. acuminata Koch Syn. 
648 z. T. — Kerner (Niederösterr. Weid. 216 [1859]) sagt: die S. dasyclados 
Wimm., sowie die S. dasyclados-viminalis stellen nach unserer Ansicht zwei näher 
gegen S. viminalis hinneigende Blendlinge aus S. viminalis und S. cinerea dar. 
— Hartig (Vollst. Naturgesch. Forstl. Culturpfl. Deutschi. 569 [1852]) stellt 8. 
dasyclados : Griffel kürzer als die nicht gespaltenen Narben, als eine Form zu S. 
acuminata. — Wimmer (Denkschr. Schles. Ges. Vaterl. Cultur 160 [1853]) sagt, 
dass Patze a. a. O. S. dasyclados für S. acuminata halte. — Wichura hält 
a. a. O. zwar S. dasyclados für den Bastard : 8. (Caprea X viminalis) X cinerea, 
fügt jedoch ausdrücklich hinzu : die wiederholten Versuche, denselben Bastard künst- 
lich zu erzeugen, sind leider erfolglos geblieben. — Andersson a. a. O. hält S. 
dasyclados „sine dubio affinis si non cum ea identica" mit S. stipularis (S. 180) 
y. acuminata (Sm.) und als Synonym der S. acuminata Lange Dausk. Fl. ed. 2. 
658 und S. longifolia Host. — Petunnikow (Krit. Uebers. der Moskau'schen 
Flora III [1895 — 1902]) weist nach, dass die im Gouv. Moskau als S. acuminata 
Koch aufgeführte Weide S. dasyclados Wimm. resp. S. Caprea X Cmelini Tep- 
louchow ist. 

S. acuminata wurde zuerst von Smith Fl. Brit. III. 1068 (1804) als Art 
aufgestellt. Die hierbei gegebene Diagnose lässt namentlich durch die Worte: „Cap- 
sulae pedicellatae . . . Stigmata subsessilia", die auf der folgenden Seite 
1069 bei der späteren Beschreibung noch dahin ergänzt werden: „Capulae longius 
pedicellatae . . . Stylus brevissimus. Stigmata obtusa, indivisa, subinde 
bifida", erkennen, dass mit S. acuminata S. caprea X viminalis oder 8. cinerea 
X viminalis gemeint ist. Späterhin ist 8. acuminata von den Autoren in der ver- 
schiedenartigsten Weise auf S. cinerea, S. grandifolia, S. dasyclados, S. stipularis, 
S. caprea X viminalis, S. cinerea X viminalis u. s. w. bezogen worden, sodass 
eine Verwirrung mit diesem Arten-Namen eingetreten ist, die ihm jeden Wertli 
nimmt. Es erscheint deshalb, wie schon Wimm er (Denkschr. Schles. Gescllsch. 
Vaterl. Cultur 160 [1853]) meint, dringend zu rathen, den Namen S. acuminata 
ganz fallen zu lassen und nur die Bezeichnung „Acuminatae* für die Bastard- 
Gruppe: Arten der Yiminalis-Gruppe mit den Arten der C'«»rea-Gruppe beizu- 
behalten. — Nicht minder vieldeutig und darum unsicher sind S. mollissima, die 
zuerst von Smith Fl. Brit. III (1804) 1070 für diese Bastardgruppe gehalten wurde, 
und S. longifolia Host a. a. O ; es dürfte daher rathsam sein, auch diese beiden 
Namen nicht anzuwenden. 

A. v. Hayek (Fl. Steierm. I [1908] 141) giebt an: Ein nicht blühender 
Strauch am Ufer des Kreisbaches in der Schubertstrasse in Graz (ob jetzt noch ?) 
(Preism ann !). — Eine sichere Bestimmung dieser nicht blühenden Weide dürfte 
wohl nicht möglich sein ! 

Als Rasse ist hervorzuheben : 
B. angustifolia (Heidenreich in Herb.). Blätter lang schmal lan- 
zettlich. 

Als Abart ist herverzuheben : 
II. Bdltica (Lackschewitz Herb. Sah). Zweige dünn, kahl, glänzend braun oder 
olivengrün. Blüthenstände schlank. — So in Ostpreussen an der Memel und 
namentlich in dem Nachbargebiet: an den grösseren Flüssen in den Bussi- 
schen Ostsee-Provinzen bis nach Petersburg (Newa-Mündung) bin. 

12* 



180 Salicaceae. 

Es Bcheinl aichl unmöglich, dass die Form BaUica durch Beimischung 
einer andern Arl entstanden ist. Ob dies wirklich der Fall gewesen, und 
welche andere Art dabei betheiligt ist, lässt sich nach dem vorliegenden 
Material und naeli den von Lackschewitz bisher gemachten Beobachtungen 
jedoch nicht feststellen. 

([Jütische Halbinsel und Dänische Inseln, Seeland, Laaland wohl 
nicht heiniisch Lange Danske Fl. 4 Udg. 256], Rumänien [?]; Russland; 
Ostseeprovinzen, Gouv. Moskau, Orenburg, Astrachan, Saraiow. Asien: 
West-Sibirien [Ehrenberg|; Amurgebiet [Max im owiez]; Ochotskisches 
Gebiet [Erman]; Mandschurei [Berteis]). \% 

Bei der Zusammenwerf ung der S. dasyclados mit S. Smühiana und S. stipu- 
laris bei der Bearbeitung der Russischen und Sibirischen Flora ist anzunehmen, dass 
noch viele der für diese beiden letztgenannten beiden Arten angegebenen Standorte 
der S. dasyclados zukomme. 

Hierher gehört die Unterart : 

JB. S. stijtiih'lt'is. Dem Typus sehr ähnlich, aber durch Folgen- 
des verschieden: Blätter schmäler, unterseits stärker, fast seidenfilzig be- 
haart; Seitennerven auch von dem Mittelnerven breit abgehend, aber 
gröber, nach dem Rande zu schwächer hervortretend. Nebenblätter lan- 
zettlich, spitz, gesägt, am Grunde kurz verschmälert. Griffel länger. 
Narben länger, sehmäler. Drüse schmäler. 

In Nord-Deutschland sicher wild wohl nur auf den Ostfriesischen 
Inseln Borkum und Norderney, in Oldenburg bei Varel. Ferner in 
Belgien und Holland: Brabant. Siebenbürgen? Sonst mitunter an- 
gepflanzt und verwildert. 

S. stipularis Smith Fl. Brit. III. 1069 (1804). Willd. Spec. pl. IV. 
2. 708 (1805). Koch Comment. 29 (1828) z. T. Koch Syn. ed. 2. 746. 
Kerner Niederösterr. Weid. 217 (1859). Wimm. Sal. Europ. 184 (1866). 
Anderss. in DO Prodr. XVI. 2. 266 (1868). v. Seemen Sal. Japon. 
51 (1903). Camus Classif. Saul. d'Europe et Monogr. Saul. France 
318 (1904). Rchb. Ic. XI t. DXCVIII fig. 1249. — S. longifölia Host 
Sal. z. T. (1828). — S. macrostipidäcea Forb. Sal. Wob. Tai 130, 
132 (1829). — S. Caprea X viminaUs f. stipularis Wimm. in Flora 
42 (1849). — S. Höstii 1 ) Kerner in Oesterr. Bot. Zeitschr. 217 (1860) 
z. T. — S. vimindlis X dasyclados Wimm. Denkschr. Schles. Ges. 
Vaterl. Cultur 162 (1853). — S. superviminalis X cinerea Kerner 
Verh. ZBG. Wien X. 217 (1860). — S. opäca Anderss. in Herb. 
Ross. (Petersburg) nach F. v. Herder PI. Radd. in Acta Horti Petrop. 
XL 428 (1891) (?). — S. dasyclados Hort, nach Dippel Hand!). 
Laubholzkunde IL 294 (1892) nicht Wimm. — S. cinerea X rimi- 
nalis e. S. stipidaris Richter-Gürke PI. Eur. IL 27 (1897). 

S. stipularis stellt in ihren Merkmalen der S. viminalis näher als S. dasy- 
clados Wimmer (Denkschr. Schles. Ges. Vaterl. Cultur [1853] 162) hält sie deshalb 
für S. niminalis X dasyclados. Auch Kerner (Niederösterr, Weiden 217 [1859]) 

hält sie als >S'. xiijia viminalis X cinerea für der S. liminalis näher stehend. 



i) s. II. i. s. :;ä Fussn. 1. 



Salix. 181 

S. stipularis ist nicht nur vielfach mit den Bastarden: S. caprea X vimi- 
nalis und <S'. cinerea X viminalis, sondern auch mit S. dasyclados (siehe oben 
S. 178) zusammengeworfen und verwechselt worden. — Zu ihrer sicheren Unter- 
scheidung von den Bastarden S. caprea X viminalis und S. cinerea X viminalis 
ist wie bei S. dasyclados daran festzuhalten, dass bei ihr die Fruchtknoten fast 
sitzend („Gerrnen ovate, nearly sessile", Smith Engl. Fl. IV. 230 [1828]) die Griffel 
und Narben lang, die Drüse lang und schmal sein müssen. 

S. stipularis (Seiinge Saul. Suisse [exsicc] Nr. 2 [1805]) ist S. grandifolia. 

Fries (Novit. Fl. Suec. Mant. I. 61 [1832]) stellt S. stipularis als Unterart 
zu S. viminalis; Andersson (in DC. Prodr. XVI. 2. 266 [18G8]) thut dasselbe. 

S. stipularis wird von F. v. Herder (PI. Radd. in Acta Horti Petropol. XL 
428 [1891]) als Synonym zu S. opaca Anderss. a. a. O. gestellt, und ich habe in 
meinen Sal. Japon. 51 (1903) dasselbe gethan, aber mit Unrecht. S. opaca hat 
gestielte Fruchtknoten. Stiel so lang oder länger als die schmale; lange Drüse 
und kann nach diesem Merkmal nicht S. stipularis sein. <S'. opaca gehört augen- 
scheinlich zur S. caprea X viminalis oder steht diesem Bastard wenigstens sehr nahe. 

Petunnikow (Krit. Uebers. der Moskau'schen Flora III [1895 — 1902]) weist 
auf Grund der von Teplouchow angestellten Untersuchungen nach, dass die im 
Gouv. Moskau vorkommende und von Kaufmann als S. stipxclaris beschriebene 
Weide nicht zu dieser Art, sondern zu S. Gmeiini s. S. 174 gehört. 

Andersson (in DC. a. a. O.) führt als eine bei Petersburg vorkommende 
Form an : ß. vestila. Blätter bis 6 — 8 Zoll lang, unterseits sehr dicht gelblich grau 
behaart. Zweige dicht, dicht filzig. Nebenblätter gross, sehr spitz. Weiter fügt 
er hinzu: „quos sub hoc nomine ex variis partibus Sibiriae (ut baikalensis, altaicae 
et ex Davaria, Fl. Boss.) in herbariis asservatas videre lieuit formas sequentes 
saepissime pertinent, et ad .V. Smithianam adhuc evidentius transeunt". Diese Form 
kann also wohl kaum zu S. stipularis gehören. 

(Frankreich [nach Camus a. a. O.]: an den Ufern des Cher bei 
Chateauneuf, zwischen Rambervilliers und Bru in den Vogesen und in 
der Normandie; in England und Schottland [häufig]; in Dänemark 
[nach Lange a. a. 0.]: auf Seeland und Falster; für Russland giebt 
Koppen [Geogr. Verbreit. d. Holzgärten d. Europ. Russl. u. d. Kau- 
kasus II. 327 (1889)] Standorte von Kurland und Livland östlich bis 
zum Ural, sowie nordwärts bis zum Samojedenlande über den Polar- 
kreis hinaus an und fügt hinzu, dass sie im westlichen, südwestlichen 
und südlichen Theil ganz zu fehlen scheine. Petunnikow a. a. O. 
gibt an, dass S. stipularis im Gouv. Moskau ganz fehle [siehe oben] 
und hier mit S. Gmeiini verwechselt sei. Mir selbst hat zweifellose 
S. stipularis nur aus Kurland, bei Libau von Lackschewitz 1900 
bis 1901 gesammelte, eultivirte Exemplare vorgelegen ; die anderen mir 
aus Orenburg, Astrachan, Saratov als S. stipularis vorliegenden Exem- 
plare gehören zu S. dasyclados [siehe S. 179]. Asien: nach Koppen 
a. a. O. 329 in Turkestan, in der Dsungarei, in Sibirien am Ojan und 
an der Lepsa, in Baikalien, Dahurien und im Amurlande; nach F. v. 
Herder a. a. O. als 8. opaca auf Sachalin. Alle mir als S. stipu- 
laris oder S. opaca aus Asien vorliegenden Exemplare [siehe bei S. 
dasyclados Wimm. und S. stipularis] gehören nicht zu dieser Art, 
sondern zur S. dasyclados oder zu einem Bastard, der der S. caprea 
X viminalis nahe steht.) *. 



182 Salicaceae. 

1037. X 1058. S. amygdalina < dasyclados 

1041. X 1058. S. cinerea X dasyclados 

1042. X 1058. S. caprea X dasyclados 

1057. x 1058. S. viminalis X dasyclados 

1058. X 1059. 8. dasyclados X Lapponum 
1058. X 1061. S. dasyclados X purpurea 



siehe am Ende 
der Gattung. 



/,. b. Fruchtknoten gestielt, Stiel bis fast S V2 so lang als der 

Fruchtknoten. 

1059. (24.) S. Lappönum x ) (im Riesengebirge: Sohlen). \\. Niedrig, 
kurz und diekästig, bis 2 m hoch. Zweige braun, glänzend, kahl; junge 
Triebe weissgrau behaart. Blätter gestielt (Stiel bis 1 cm lang, bei 
jungen Blättern dicht weiss-grau behaart, später verkahlend), oval, 
schmal verkehrt-eiförmig bis lanzettlich, bis 9 cm lang, 4 cm breit, spitz, 
am Grunde spitz oder stumpf, selten abgerundet, ganzrandig oder am 
Hände Bchwach wellig gekerbt, in der Jugend beiderseits dicht bis filzig 
weiss-grau behaart, später oberseits verkahlend und dunkelgrün ; Mittel- 
nerv, Seitennerven und weitmaschiges Adernetz oberseits vertieft, unter- 
seits hervortretend. Nebenblätter selten vorhanden, sichelförmig. Knospen- 
Schuppen braun, kahl. Blüthenstände vor dem Aufblühen hellgrau zottig 
behaart; die männlichen vor oder mit den Blättern erscheinend, fast 
sitzend oder an kurzen bis 1,5 cm langen, dicht weissgrau behaarten, am 
Grunde mit kleinen, lanzettlichen, lang dünn weiss-grau behaarten Blättern 
besetzten Zweigen endständig, aufrecht, mitunter etwas gebogen, oval 
bis kurz cylindrisch, bis 3 cm lang, 1,5 cm dick; ihre Achse weiss- 
grau behaart. Tragblätter länglich bis lanzettlich, spitz oder stumpf- 
lich, an der Spitze schwärzlich, auf den Flächen fast kahl, am Rande 
lang weissgrau behaltet Staubblätter kahl, etwa 3 mal so lang al> die 
Tragblätter; Staubbeutel länglich, gelblich, später braun. Drüse schmal 
oval, fast lineal, gestutzt, etwa ! .i so lang als die Tragblätter. "Weib- 
liche Blüthenstände kurz vor oder mit den Blättern erscheinend, fasl 
sitzend oder an kurzen, wie bei den männlichen beschaffenen Zweigen 
endständig, aufrecht, mitunter etwas gebogen, oval bis cylindrisch, bis 
5,5 cm lang, 1,5 cm dick, dichtblüthig ; ihre Achse und die Tragblätter 
wie bei den männlichen, letztere bis etwa an die Mitte des Frucht- 
knotens hinaufragend. Fruchtknoten sein- kurz oder länger gestielt 
(Stiel bis last l /i so lang als der Fruchtknoten, weiss-grau behaart), 
aus ovalem Grunde kegelig verschmälert, weiss-grau anliegend bis filzig 
behaart; Griffel etwa 2 '3 so lang als der Fruchtknoten, dünn; Narben 
lang, lineal, getheilt, aufrecht gabelig, gelb. Drüse wie bei den männ- 
lichen und etwa bis an l /s des Fruchtknotens hinaufragend oder etwa 
so lang als der Fruchtknotensti.-l. 

Im tieferen Gelände auf Mooren und schlammigen Wiesen, in der 
oberen Wald- und subalpinen Region der Gebirge an sunvpfigen Bach- 



i) In Lappland, «lein Lande der Lappen (Lappones) gefunden. 



Salix. 183 

ufern und quelligen Stellen, auf den Centralalpen in Steiermark, Kärnten 
und Tirol (bis 1949 m); auf den Bayerischen Alpen. In den Karpaten 
sehr selten: Tatra: Mlinica- und Grosses Kohlbachthal (S chn ei d er- 
Sago rski 460). [Die Angabe in den Mährischen Karpaten neuerlich 
nicht bestätigt.] In den Sudeten häufig im Riesengebirge, bis 1050 m 
herabsteigend (Fiek 404), im Gesenke selten (Altvater, Peterstein). In 
der nördlichen Ebene bisher nur im östlichsten Gebiet in Galizien: Ko- 
pytovv bei Sokal (Kr. Zolkiew) (Reh mann Spraw. kom. fiz. IV. 229 
nach Knapp 89). Südost-Polen: Zwischen Krynice und Krasnybröd 
(Jastrz^bowski nach Rostafinski 170) und Ostpreussen: Kr. Jo- 
hannisburg: Czarny Rock (Potonie), Sensburg: Prawdowen bei Niko- 
laiken (Keller), Lötzen: bei Lötzen (Gross), Widminner Moor bei 
Orlowen (Range), abgelassener See bei Spiergsten (Gr aebner 1903!), 
Ragnit (Moor bei Popelken Abromeitund Drude 1899) und Heyde- 
krug (Medszokel-Moor) (Führer), alle Angaben nach Abromeit 
Phys. Oek. Ges. IL (1908) 256 [67] und H. Preuss br. Bl. in der 
Ebene April, im Gebirge (Mai) Juni, Juli. 

S. Lapponum L. Spec. pl. ed. 1. 1019 (1753) z. T. Willd. Spec. 
pl. IV. 2 (1805) 689. Koch Syn. ed. 2. 757. Anderss. Sal. Läpp. 
22 (1845) z. T. Wimmer Sal. Europ. (1866) 38. Anderss. in DC. 
Prodr. XVI. 2. 276 (1868) z. T. Nyman Consp. 670. Suppl. 281. 
Richter-Gürke Plant. Eur. IL 28. Camus Classif. Saul. d'Europe, Monogr. 
Saul. France 147 (1904). — S. arenaria L. Sp. pl. ed. 1. 1019 (1753) 
z. T. Smith Fl. Brit. III. 1058 (1804) z. T. Willd. Sp. Plant. IV. 2. 
H89 (1805) z. T. -- S. nitens Gilib. Exerc. phyt. IL 408 (1792), nicht 
Gren. et Godr. — S. leucophylla *) Willd. Berl. Baumz. ed. 2. 444 
(1811). — S. limösa Wahlenb. Fl. Läpp. 265 (1812) z. T. — S. 
läctea Brav in Denkschr. Regensb. Bot. Ges. IL 43 (1818). — S. 
ylaiicophfila Bess. Enum. Plant, Volhyn. 39 (1821). — S. cistifölia 
Tausch nach Opiz Böhm. Gew. (1823) 111. — S. Gmeliniäna Turcz. 
Plant, exsicc. (1828) nach Ledeb. Fl. Ross. III. 618 (1846—51) nicht 
Willd. — S. glauca Koch Comment. 55 (1828) z. T. — S. Stuarti- 
äna 2 ) Smith Engl. Fl. IV. 203 (1828). — S. sudetica Host Sal. 28 
(1828). — S. Daphneola Tausch in Regensb. Fl. 343 (1837). Nyman 
Consp. 606. — S. lappbnica St. Lag. in Ann. Soc. Bot. Lyon VII. 
134 (1880). — S. oWongella, S. canifölia Gandog. Sal. nov. No. 100 
u. 104, nach Camus a. a. O. 148. — S. pulverulenta Tausch in Sched. 
Herb. Wimm. 

Limit'' (Spec. pl. ed. 1. 1019 [1853]) giebt für seine »S. Lapponum die Dia- 
gnose: „foliis integerrimis hirsutis lanceolatis" und für S. arenaria: „foliis integria 
ovatis acutis supra subvillosis, subtus tomentosis". Beide unterscheiden sich mithin 
hauptsächlich nur dadurch, dass die Blätter bei S. Lapponum behaart und lanzettlich, 
bei S. arenaria hingegen oberseits dünn wollig, unterseits filzig und eiförmig spitz 



') Von Xevv.ög weiss und cpvAÄov Blatt. 

2) Nach Rev. John Stuart, * um 1750 f vor 1832, Pfarrer in Killin 
(Breadalbane), später in Luss bei Dunibarton, welcher die Hochlande Schottlands 
erforschte, und schon Light foot für seine Flora Scotica Beiträge lieferte (B ritten 
u. Boulger in Journ. of Bot. XXVIII. 347). 



184 Salicaceae. 

sind. In der Fl. Suec. ed. 2. 550 (1755) weist er auf diese geringe Verschieden- 
heit beider Arten hin, indem er hei S. Lappontlffl hinzufügt: „Adeo afl'mis est Salici 
arenariac, ut forte sola varietas, a qua differt foliis supra niagis villosis, foliisque 
longioriboa et undulatis". Es Hegt kein Grund vor, beide Arten neben einander 
bestehen zu Isssen. — Linne hat seine »S*. Lapponum tbeilweise mit seiner S. glauca 
und S. arenaria theilweise mit S. repens vermengt. 

Wahlenberg sagt (a. a. O.), dass Linne auf seiner Reise durch Gotland 
S. arenaria mit S. arge'ntca durcheinander geworfen habe, uud stellt deshalb statt 
der S. arenaria seiue S. limosa neu auf. 

Seringe stellt, (a. a. O. 31) S. Lapponum als Synonym zu S. glauca, während 
er S. 51 als Synonym der S. arenaria, S. helvetica und *S'. limosa die S. nivea 
neu aufstellt. 

Von S. cistifolia und S. pulvcrulenta Tausch a. a. O. befinden sich im Herb. 
"W immer (jetzt Mus. Bot. Berol.) je ein aus dem Riesengebirge stammendes weih- 
liches Exemplar, die zweifellos zur S. Lapponum gehören. 

Koch (Comment. 54, 55 [1828]) führt 37. S. limosa Wahlen!). Synonym 
S. arenaria und S. Helvetica Villars auf und stellt S. Lapponum als Synonym zu 
38. S. glauca. Diesen Fehler berichtigt Koch (Syn. 650 [1838J) dadurch, dass 
er S. limosa Wahlenb. ganz fortlässt und 39. S. Lapponum und 40. S. glauca als 
eigene Arten hinter einander aufführt. 

Aendert al> : 

B. marrubif ölia. Blätter oval-länglich, am Rande etwas wellig, ober- 
seits grau, unterseits weiss filzig behaart. Blüthenstände sehr dick. 

Schlesien, nicht häufig. 

S. Lapponum b. marrubifolia Wimmer Sal. Europ. 41 (1866). 

— S. arenaria i>. marrubifolia Tausch Flora XX. 339 (1837). 

C. daphneola 1 ). Niedriger, bis 0,30 m hoher Strauch. Blätter breit 
bis schmal lanzettlich, ganzrandig, stets kahl, oberseits schwach 
glänzend. Blüthenstände schlanker. Fruchtknoten kahl. 

Auf der Pantschewiese im Riesen gebirge, spärlich. 

S. Lapponum c. Daphneola Wimmer Sal. Europ. 41 (1866). 

— 8. Daphneola Tausch a. a. O. 343 (1837). 

Ausserdem sind von den verschiedenen Schriftstellern noch folgende Formen 
aufgestellt von: 

Schleicher (Exsicc. No. 831) S. arenaria v. obtusifolia und No. 833 <S'. 
arenaria v. macrostaehys sind von Andersson (in Herb. Mus. Bot. Berol.) als 
<S'. glauca bestimmt; beide Exemplare gehören aber, wie die mikroskopische Unter- 
suchung ergiebt, zu $. Helvetica. 

Wimmer u. Grabowski (Fl. Siles. III. 383 [1829]): -S. limosa «. acumi- 
näta. Blätter elliptisch-lanzettlich oder lanzettlich, zugespitzt, mitunter am Rande 
etwas wellig. — a. oberseits grün, fast kahl, unterseits graugrün, dünnfilzig; — 
b. oberseits grau- unterseits weissfilzig. — ß. elliptica. Blätter länglieh- oder eiförmig- 
elliptisch, spitz. — a. oberseits grün, fast kahl, unterseits dünn graugrün, behaart; 

— b. oberseits grau-, unterseits weissfilzig; — c. beiderseitig fast gleich weissfilzig. 

— y. ovalifdlia. Blätter länglich-verkehrt-eiförmig, mitunter stumpf und an der 
Spitze abgerundet, auf beiden Seiten grün und behaart. 

Tausch (a. a. O. 338 [1837]): S. arenaria ß. lati/dlia. Blätter eiförmig. {S. 
eudetiea linst.) — y. vitellina. Zweige gelb. — ö. alropurpwea. Zweige dunkel- 
purpurroth. — e. nivea. Blätter oberseits grau-, unterseits weiss behaart. — £. 
splenden.s. Blätter beiderseitig fast gleichfarbig, von langen anliegenden Haaren 
etwas seidig glänzend. (S. lactea Bray). — r\. denuddta. Blätter beiderseits grün, 



l) Deminutiv von öäcpvq Lorbeer. 



Salix. 185 

mehr oder minder verkahlend, später an der Spitze ganz kahl. — #. marrubifolia. 
Blätter rundlich, etwas am Rande etwas wellig, oberseits runzelig. 

Koch (Syn. 65G [1837]): S. Lapponum ß. nur die jüngeren Blätter schwach 
filzig, die entwickelten beiderseits kahl, mit einem filzig-flaumigen Rande. (S. are- 
naria ß. denudata Tausch, S. glauca Sin.) — Ob diese Form S. Helvetica ist, 
bleibe dahingestellt. 

Andersson (Sal. Lappon. 22 [1845]) theilt S. Lapponum nach Behaarung 
und Form der Blätter sehr ausführlich in Formen und Unterformen, welchen er 
aber nicht besondere Namen giebt. 

Hartig (Vollständ. Naturgesch. Forstl. Culturpfl. Deutschi. 388 [1852]) giebt 
von S. Lapponum folgende Varietäten an : var. Lapponum. Blätter so dicht behaart, 
dass die Grundfarbe unklar wird, oval oder elliptisch. — var. limosa Wahleub. 
Blätter verlängert-elliptisch, scharf zugespitzt. — var. cancscens Willd. Blätter 
unterseits dicht filzig, oberseits glatt, glänzend. S. canescens Willd. ist nach Aus- 
weis eines im Herbar Willdenow sub Nr. 18174 befindlichen männlichen Exemplars 
S. Seringeana. — var. leucophylla Willd. Blätter unterseits dicht filzig, oberseits 
weichhaarig, runzelig. — var. riphae'a 1 ) Tausch. Blätter grösser, oft bis grösser als 
Buchenblätter, oberseits kahl, unterseits wenig behaart bis ganz kahl. Ist S. Silesiaca 
X Lapponum. — var. arenaria L. Blätter kleiner, an der Spitze oft „cornprimirt", 
oberseits faltig, beiderseitig glänzend seidenhaarig, ganzrandig. — var. veldta (in 
den botanischen Gärten unter dem Namen limosa, Lapponum, fusca oder glauca). 
Blätter oval, elliptisch oder verkehrt-eiförmig, am Rande deutlich, oft wellig gesägt, 
an der Spitze oft gefaltet, beiderseitig seidenhaarig, unterseits netzadrig, Blattstiele 
und Knospen gelb. Nebenblätter gross, lange bleibend. — var. albens. Blätter ver- 
kehrt-eiförmig-lauzettlich, gesägt, oberseits hinfällig flaumig, unterseits angepresst 
seidenhaarig; silberglänzend, Blattkiel, Blattstiel und die jungen Triebe weiss-mehlig- 
filzig. Nebenblätter lanzettlich hinfällig. Blüthenstände sitzend. Fruchtknoten fast 
sitzend, seidig. Griffel kurz; Narben tulpenförmig gestellt, kurz gespalten. — 
Hartig fügt hinzu: „ich habe nichts dagegen, dass diese Weide als ein Bastard 
der S. purpurea und cinerea angesehen wird, möchte sie aber eher zwischen S. 
purpurea und S. Lapponum stellen". Mir hat kein Exemplar vorgelegen, und 
vermag ich mich daher auch nicht über diese var. albens zu äussern. 

Andersson (in DC. Prodr. XVI. 2. 276 [1808]) stellt zu S. Lapponum 
S. Helvetica als Varietät ß. Helvetica. 

Babington (Man. Brit. Bot. 8. ed. [1881]): S. Lapponum cc. S. arenaria (L.) 
Blätter eiförmig-lanzettlich, oberseits netzig und etwas filzig, unterseits adrig und 
wollig; Griffel ebenso lang als der sitzende wollige Fruchtknoten; Narben lineal. 

— ß. 8. Stuartiana (Smith). Blätter eiförmig-lanzettlich, oberseits zottig, unterseits 
dicht-seidenhaarig; Griffel ebenso lang wie der nahezu sitzende wollige Fruchtknoten, 
Narben haarförmig dünn, tief getheilt. — y. S. glauca (Smith) : Blätter eiförmig 
lanzettlich, oberseits glatt und fast kahl, unterseits wollig und schneeweiss, Frucht- 
knoten sitzend, wollig; Griffel zuerst sehr kurz mit dicken eiförmigen Narben; bei 
Fruchtreife Fruchtknoten stumpfer, Griflel sich verlängernd und die Narben lineal 
und tief gespalten. S. glauca Smith gehört nicht zu S. Lapponum, sondern zur 
Unterart S. Helvetica. 

F. v. Herder (PI Radd. IV in Acta Horti Petropol. XI. 430 [1891]) be- 
zeichnet S. speadsa Hook. u. Arn. als Synonym der S. Lapponum var. speciosa 
Trautv. und S. speciosa y. Ajanensis Anderss. als S. Lapponum Regel Fl. Ajan. 

— S. speciosa Hook. u. Arn., welche im arktischen Nordamerica, sowie in Asien, 
im nordöstlichen Sibirien und im Altai vorkommt, steht der S. lanata näher als 
der S. Lapponum und unterscheidet sich von dieser sehr wesentlich. 

Gurke (Richter-Gürke Plant. Eur. II. 29 [1897]) führt neben den beiden 
Varietäten b. marrubifolia (Tausch) und c. daphneola (Tausch) noch d. ro'sea Behui 
Bot. Not. 1887. 170 auf. 



i) S. II. 1. S. 402 Fussn. 1. 



186 



Salicaccae. 



(Spanien in den Pyrenäen; Frankreich [nach Camus a. a. O.]: 
in den Pyrenäen, auf den Gebirgen der Auvergne, Plomb du Cantal; 
Nord-Italien: in der subalpinen Region der Alpen; Britannien auf den 
Gebirgen; Skandinavien: vom Christiansandstift nordwärts bis zum 71° 
N.Br. , in dem subalpinen, südlichen Theil 1600 — 2100 m; Island 
[E. Sinogowitz 1881]; Russland im ganzen mittleren und nördlichen 
Theil; nach Süden hin bis Wolhynien [Kreis Kowel], Kiew, Tscherni- 
gow, Charkow, Woronesch '?, Tambow, Saratow, nach Norden hin bis 
zur Birkengrenze in Lappland [fast 70° N. Br. | und Samojedenland ; 
in Bulgarien ; Asien : im Altai-Gebiet und westlichen Sibirien [nicht in 
Ost-Sibirien].) * 



1034. X 1059. S. herbacea X Lapponum 

1035. X 1059. S. rcticulata X Lapponum 

1040. X 1059." S. glauca X Lapponum 

1041. X 1059. S. cinerea X Lapponum 

1042. X 1059. S. caprea X Lapponum 

1044. X 1059- 8. Siles. X Läpp. (X vim. Xpurp.) 

1045. X 1059. S. aurita X Lapponum 

1047. X 1059. S. myrtilloides X Lapponum 

1048. X 1059. S. repens X Lapponum 

1049. X 1059. S. nigricans X Lapponum 

1050. X 1059. S. phyiicifoUa X Lapponum 

1051. X 1059. S. arbuscula X Lapponum 
1034. X 1051. X 1059. 8. herbacea X arbuscula 

X Lapponum 
1050. X 1051. X 1059. S. phyiicifoUa X arbus- 
cula X Lapponum 
1034. X 1052. X 1059. S. herbacea X hastata 

X Lapponum 
1054. X 1059. S. myrsinites X Lapponum 
1034. X 1054. X 1059. S. herbacea X myrsinites 

X Lapponum 

1057. X 1059. S. viminalis X Lapponum 

1042. X 1057. X 1059. S. caprea X viminalis 

X Lapponum 

1058. X 1059. S. dasyclados X Lapponum 

1059. X 1061. S. Lapponum X purpurea 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



Hierher gehört die Unterart : 

B. S. Helvetica. Niedriger, etwa bis 0,7 m hoher Strauch mit 
sparrigen Zweigen. Blätter länglich oder elliptisch-lanzettlich, ganzrandig, 
mitunter schwach gezähnelt, oberseits schwach behaart oder kahl, unter- 
seits meistens kurz dicht weissfilzig; Blüthenslände gleichzeitig mit den 
Blättern, an kurzen beblätterten Zweigen endständig, sonst wie die 
Haupt art. 



Salix. 187 

Auf den hohen Alpen Savoyens, der Schweiz, in den Cantonen 
Wallis (über 2600 m), Waat, Tessin, Uri, Schwyz, Unterwaiden, Glarus, 

Graubünden (Schinz, Keller u. Wilceck Fl. de la Suisse [1909] 
166); auf den Centralalpen Tirols (zwischen 1852 und 2534 m), auf 
den Alpen der Lombardei und Venetiens. 

S. helvetica Vill. Hist. PL Dauph. III. 783 (1789). Gaudin Fl. 
Helv. VI (1830) 267. Wimmer Sal. Europ. 89 (1866). Nyman Consp. 
670. Suppl. 281. Richter-Gürke PI. Eur. IL 29. Schinz u. Keller Fl. 
Schweiz 136 (1900). Camus Classif. Saul. d'Europe et Monogr. Saul. 
France 151 (1904). — S. Lapponum L. Spec. pl. ed. 1. 1019 (1753). 
Koch Syn. ed. 1. 658 (1838) ed. 2. 757 (1844). Anderss. Sal. Lappon. 
22 (1845) alle z. T. Rchb. Ic. XI t. DLXXIIfig. 1216. — S. arenaria 
(helvetica) Willd. Sp. PI. IV. 2 (1805) 690. — S. arenaria Schleicher 
Cat. (1807). — S. arenaria var. obtusifölia Schleicher exs. No. 831. 

— S. arenaria var. macrostächys Schleicher exs. No. 833. — S. 
glauca Smith Engl. Bot. XXVI tab. 1810 (1808) nicht L. — S. 
nivea Seringe Saul. Suisse exs. (1814) No. 67. Seringe Essai Saul. 
Suiss. (1815) 51. — S. nivea veliitina Seringe Saul. Suisse exs. 
(1814) No. 68. — S. nivea grandifolia Seringe a. a. O. No. 69. — 
S. veliitina Schleicher exs. 863. — S. tomeniösa Host Sal. 28 (1828). 

— S. Lapponum ji. Helvetica Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 277 
(1868). — S. Lapponum (L.) y. glauca Babington Man. Brit. Bot. 
330 (1881). — S. vesula, S. Euthymei 1 ), S. stilhöphylla-), S. lac- 
täris, S. bichroophytta 3 ) Gandog. Sal. nov. No. 101, 102, 103, 106, 
108 nach Camus a. a. O. 152. 

S. Helvetica ist eine alpine Weide. 

Die von Villars gegebene Diagnose lautet: „ Salix foliis lanceolatis, superne 
atro viridibus reticulatis, inferne niveis: julis oblongis basi foliosis; capsulis sericeis". 

Nacb Villars haben nur wenige Schriftsteller S. Helvetica als eigene Art 
oder wenigstens als Varietät von S. Lapponum bez. S. arenaria getrennt: Gaudin 
(Fl. Helv. VI. 267 [1830]), Wimmer a. a. O , Andersson (in DC. Prodr. XVI. 
2. 277 [1868]), Gurke a. a. O., Schinz u. Keller a. a. O., Camus a. a. O. 

Seringe hat a. a. O. statt der S. Helvetica seine S. nivea neu aufgestellt. 

Andersson (in DC. Prodr. XVI. 2. 277 [1868]) hält S. Helvetica für eine 
Mittelform zwischen S. Lapponum und S. glauca, indem er schreibt: „Est ita S. 
Lapponum et S. glauca intermedia forma ut nunc huic nunc illi speciei Synonyma 
dicta sit". Wenn S. Helvetica auch in ihrer äusseren Erscheinung grosse Aelinlich- 
keit mit S. glauca bat, so kann sie schon deshalb nicht zu dieser gehören, weil sie 
in den männlichen Blüthen nur eine (hintere) Drüse hat, während bei S. glauca 
zwei (eine hintere und eine vordere) vorhanden sind. 

Schleicher exs. No. 831 S. arenaria v. obtuxifolia und No. S33 S. arenaria 
v. macrostächys, von welchen zwei im Herb. Mus. Bot. Berol. befindliche Exemplare 
von Andersson als S. glauca in ihrer Bestimmung berichtigt worden sind, ge- 
hören, wie die genauere mikroskopische Untersuchung ergeben hat, zu S. Helvetica. 

Aendert ab : 

B. denudata. Laubblätter unterseits grünlich. 



i) Der Grund dieser Benennung ist uns nicht bekannt. 
2) Von ariAßr] Glanz, Schimmer und (pvAAov Blatt. 
8) Bastardwort von bi- zwei, %q6os Farbe und cpvAÄov. 



lsv Salicaoeae. 

S. Helvetica var. denudäta (O. Buser) Schinz u. Keller Fl. 
Schweiz. 2. Aufl. II. 55 (1905). 

C. velütina. Laubblätter beiderseitig weisswollig behaart. 

8. Helvetica var. velütina (Schleicher) Schiuz u. Keller a. a. O. 
(1905). 

Ausserdem sind noch als Formen und Varietäten aufgestellt von : 

Seringe (Essai Monogr. Saul. Suisse 51 [1815]): S. nivea B. velütina. Obere 
Fläche der Blätter mit kurzen, in einander verschlungenen Haaren besetzt, welche 
ein sammetartiges Aussehen geben ; in der Nähe des Aar-Gletschers. S. velütina 
Schleicher Cat. Sal. (1809). — C. obtusifolia. Blätter breit und sehr stumpf. S. 
arenaria obtusifolia Schleicher Cat. Sal. (1809). — D. grandifölia. Blätter gross, 
bis 2 Zoll lang und mehr als 1 Zoll breit, am Rande gesägt; bei Eysendaz und am 
Aar-Gletscher. S, arenaria dcntdta Schleicher Cat. Sal. (1809). — E. macrostiichia. 
Blüthenstände 3 Zoll lang. Blätter mitunter oberseita in der Mitte kahl, nur nach 
dem Bande zu sammetartig behaart. Am Aar-Gletscher, Grimsel. S. arenaria, 
maerdstaehys Schleicher Cat. Sal. (1809). — F. subedneolcr. Blätter Unterseite etwas 
heller als gewöhnlich. S. spiiria a. b. Schleicher Cat. Sal. (1809). — G. cdneolor. 
Blätter Unterseite ganz ohne filzige Haare, nur auf den Nerven mit verlängerten, 
nicht dicht stehenden, seidigen Haaren bedeckt. S. buxifolia Scheicher Cat. Sal. 
(1809). S. nova species L. Thom. br. 

De Candolle (Fl. France V. 343 [1815]) fügt den von Seringe (a. a. O.) 
bei seiner S. nivea aufgestellten Formen bei S. Helvetica noch hinzu : ö. anguxti- 
fdlia. Blätter schmal, spitz und ganzrandig. 

Gaudin (Fl. Helv. VI. 2G7 [1830]): S. Helvetica a. discolor. Blätter später 
oberseits fast kahl und sattgrün, unterseits weissfilzig. — ß. velütina S. velütina 
Schleicher; y. obtusifolia S. arenaria b. obtusifolia Schleicher; — 6. serrdta S. 
nivea D. grandifölia Seringe; — e. macrostaehys S. nivea E. macrostachia Seringe; 
— f. spuria S. nivea F. subconeolor Seringe. 

(Für Grossbritannien fraglich. Babington fügt bei S. Lappomun 
y. S. glauca Smith, die gleich S. Helvetica ist, hinzu, dass sie wahr- 
scheinlich nicht einheimisch sei; Smith habe sie aus Mr. Crowe's 
Garten erhalten.) [*] 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



1034. X 1059 5. S. Herbacea X Helvetica 

1039. X 1059 5. S. retusa X Helvetica 

1040. X 1059 5. S. glauca X Helvetica 
1043. X 1059 5. S. grandifölia X Helvetica 
1040. X 1043. X 1059 5. S. glauca X grandi- 
fölia X Helvetica 

1051. X 1059 5. S. arbuscitlaX Helv. (Xgr(t)Kl) 

1052. X 1059 5. S. hastata X Helvetica 
1054. X 1059 5. S. myrsinites X Helvetica 
1059 5. X 1060. S. Helvetica X incana 

Aus der verwandten Gruppe der Lanatae (AndersB. in DC. Prodr. XVI. 2. 

[1869]) in Europa noch S. lanata (L. Spec. pl. ed. 1. 1019 [1753]) auf den 

Färöer, Sehottland, Skandinavien bis Nord-Sibirien und Nord-America. — S. Taimy- 

rensis (Trautv. in Middend. Reise I. 2. 24. 24 [1847]) in Nowaja Semlja und dem 

arktischen Sibirien. 



Salix. 189 

II. Synandrae 1 ) (v. Seemen Sal. Jap. 20 [1903]). Männliche II. 
Blüthen mit 2 ganz oder doch grösstenteils verbundenen Staub- 
blättern. 

a. Brachy stylae 2 ) (v. Seemen a. a. 0. [1903]). Griffel fehlend a. 
oder ganz kurz. 

1. Incänae (Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 302 [1869]). 1. 
Blätter schmal, lanzettlich, unterseits dicht weissfilzig. Trag- 
blätter der Blüthen gelb oder grün, an der Spitze einnervig, 
dunkler. — Uebrige Merkmale s. S. 60. 
In Europa nur unsere Art. 

1060. (28.) S. incana (Lawendel- Weide, Rosmarinblätterige Weide, 
an der Riviera: Sgorino [Pen zig]). \i bis 6 m hoch oder % bis 16 m 
hoch mit aufrechten dünnen Zweigen. Zweige gelbbraun bis dunkel- 
braun. Junge Triebe dünn hellgrau behaart. Blätter aufrecht, kurz 
gestielt (Stiel bis 0,5 cm lang, kurz weissgrau behaart), lanzettlich bis 
schmal-lineal, lang verschmälert, bis 1 1 cm lang, 1 cm breit, beiderseits 
spitz, am Rande nach der Spitze zu fein gesägt, zurückgerollt, dicht 
weissgrau filzig behaart, später oberseits fast ganz oder ganz verkahlend, 
dunkelgrün, glänzend, unterseits kurz weissgrau filzig oder spinnwebig 
behaart bleibend, unter den Haaren blaugrau ; Mittelnerv oberseits breit, 
vertieft, unterseits breit stark hervortretend, gelb; Seitennerven oberseits 
vertieft, unterseits hervortretend; Adernetz engmaschig, auf beiden Seiten 
kaum bemerkbar. Nebenblätter meist fehlend. Knospenschuppen röth- 
lich oder braun, spärlich kurz flaumig behaart. Blüthenstände vor oder 
kurz vor den Blättern erscheinend; die männlichen an sehr kurzen bis 
0,5 cm langen, dicht weissgrau behaarten, mit kleinen lanzettlichen, dünn 
hellgrau seidig behaarten Blättern besetzten Zweigen endständig, auf- 
recht und nach aussen gekrümmt, cylindriscb, bis 3 cm lang, 0,6 cm 
dick, dichtblüthig; ihre Achse kurz grau behaart. Tragblätter oval; an 
der Spitze etwas schief gestutzt und etwas ausgerandet, häutig, gelb 
oder bräunlich, mitunter au der Spitze röthlich, spärlich grau behaart 
und stärker bebärtet. Staubblätter zwei, am Grunde oder bis über die 
Hälfte verbunden, am Grunde oder auf dem unteren Theil behaart, 
etwa doppelt so lang als die Tragblätter. Staubbeutel oval, gelb. Drüse 
oval, 1 ji — l h so lang als die Tragblätter. Weibliche Blüthenstände 
an etwas längeren (bis 1 cm), sonst wie bei den männlichen beschaffenen 
Zweigen, aufrecht und nach auswärts gekrümmt, schmal, cylindriscb, bis 
6 cm lang, 0,8 cm dick, dichtblüthig; ihre Achse kurz grau behaart. 
Tragblätter wie bei den männlichen, aber stets einfarbig gelb oder bräun- 
lich und bis etwa zur Hälfte des Fruchtknotens heraufragend. Frucht- 
knoten kurz gestielt (Stiel etwa V* so lang als der Fruchtknoten, kahl), 
aus eiförmigem Grunde lang kegelig verschmälert, kahl; Griffel bis Vs 



!) Von avv mit und ö.vf(Q Mann, Staubblatt, d. h. mit verbundenen Staub- 
blättern. 

2) Von ßQa%vg kurz und atvAog Griffel. 



190 Salicaceao. 

so lang als der Fruchtknoten ; Narben länglich, schmal, getheilt, gabelig, 
gelb. Drüse oval, am Grunde breiter und den Fruchtknotenstiel etwas 
uinschliessend, V- J bis etwa so lang als dieser. 

An kiesigen und steinigen Ufern der Flüsse und Gebirgsbache 
von der subalpinen Region bis in die Ebene herabsteigend, namentlich 
gern auf kalkhaltigem Kies und Gestein, oft mit S. daphnoides s. 
S. 168. Durch das ganze Alpensystem von den See- Alpen bis Nieder- 
Oesterreich, Steiermark, Krain, Kroatien, Bosnien, Hercegovina und 
Montenegro. Karpaten von Pressburg bis zum Banat. Am Rhein und 
dessen Nebenflüssen bis Karlsruhe, an der Donau bis Pressburg; auch 
in Oberbaden und Oberschwaben sowie in Württemberg (Geisingen, an 
der Wurm und Nagold) und Bayern nördlich von der Donau (bis Altorf), 
ob überall ursprünglich (vgl. Schwarz Fl. v. Nürnb. 722). Steigt in 
den Alpen Oberitaliens bis 1300 m, in Tirol bis 1600 m (Da IIa Torre 
u. Sarnth. VI. 2. 31), in den Alpen Niederösterreichs bis 980 m 
(Kern er), in den Bayerischen Alpen 1299 m, in Oesterreichisch-Schlesien 
(erreicht hier bei 49° 51' den nördlichsten Punkt) bis 1000 m. Häufig 
angepflanzt und zuweilen verwildert, so wohl bei Weilerbach (Preussen) 
bei Echternach, wo die Art wie S. daphnoides neuerdings nicht be- 
obachtet wurde (F. Wirtgen br.). Bl. April, im Süden schon im März. 

8. ineana Schrank Baier. Fl. I. 230 (1789). Koch Comment. 
32 (1828). Syn. ed. 2. 747. Kerner Niederösterr. Weid. 226 (1859). 
Wimmer Sal. Europ. 25 (1866). Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 302 
(1868). Nyman Consp. 666. Suppl. 280. Richter-Gürke Plant. Europ. 
IL 39 (1897). Camus Classif. Saul. d'Europe et Monogr. Said. France 
211 (1904). Rchb. Ic. XI t. DXCVI fig. 1247. — 8. Elaeagnos 1 ) Scop. 
Fl. Carniol.II (1772) 257? — S. viminalis Villars Hist. PL Dauph. 
III. 785 (1789) nach Herb. Willd. No. 18194 nicht L. — 8: rosmarini- 
fblia Braune in Herb. Willd. No. 18194 nicht L. — S. ripäria Willd. 
Spec. pl. II. 698 (1805). — S. angustifölia Poir. Nouv. Duham. Trait. 
Arbr. ed. 2. III. 128 (1806) nicht Willd. — S. lavandulaefölia La 
Peyr. Hist. PI. Pyren. 601 (1813). — 8. linearis Seringe Essai 
Monogr. Saul. Suisse 79 (1815). Forb. Sal. Wob. 177 (1829) Tab. 89. 

— 8. affinis Schur Enum. PI. Transsilv. (1866) 619. — S. cyllenea 
Boiss. u. Orph. in Boiss. Fl. Orient. IV. 1188 (1879). — S. campto- 
stachya 2 ) Gandog. Fl. Lyon. 205 (1875) nach Camus a. a. O. 226. 

— S. Talenceana 3 ) Gandog. a. a. O. nach Camus a. a. O. 222. — 
S. heteromörpha*) Gand. Sal. nov. Nr. 25, nach Camus a. a. 0. 222. 

S. ineana wird den Blättern nach mitunter mit S. viminalis und S. repens 
rosmarinifolia verwechselt. Zur richtigen Bestimmung ist daran festzuhalten, dass 
die I '.lütter der S. viminalis und der S. repens rosmarinifolia unterseits seidig, 
glänzend behaart sind, während die Behaarung hei <S'. ineana unterseits kurz weiss 
filzig, oben weiss spirmwebig ist. 



!) zÄutayvog, bei Theoph rastos Name eines Strauches, der dem Oelhaum 
(iAaia) und dem Vitcx agnus castus (äyvog) ähnlich ist. 
2) Von xafiTiiög gekrümmt und aid%vg Aehre. 
:; ) lieber Tale nee ist uns nichts bekannt. 
•*) Von £zeQo\uo()(pos vielgestaltig. 



Salix. 191 

Für S. Elaeagnos Scop. a. a. O. ist nur die kurze Diagnose: „Filamentuni 
unieum, bifidum ; ramis antheriferis" gegeben, welcher nur noch eine kurze Be- 
schreibung der Blüthenstände beigefügt ist; diese Angaben reichen für eine sichere 
Bestimmung nicht aus. 

In dem Will den o w 'sehen Herbar befindet sich bei S. riparia No. 1819-A 
ein von Flügge in Bareges gesammeltes weibliches Exemplar, dem die Bestimm- 
ung gegeben ist : S. viminaUs Vill., S. incana Schrank, S. rosmarinifolia Braun. 

Aendert ab : 
B. angustissima. Blätter lang, schmal lineal, bei 9 cm Länge, 
kaum 0,5 cm breit. — So namentlich viel angepflanzt. — S. in- 
cana ß. angustissima Wimm. in Herb. Mus. Berol. 1854. 

Ausserdem sind an Formen aufgestellt von : 

Seringe (Ess. Monogr. Saul. Suisse 70 [1815]): S. lavandulaefolia Lapeyr. 
a. a. O. B. andrugyna. Mit männlichen und weiblichen Blüthen in denselben. 
Blüthenstände aus Turin (Bonjean). — C. fragifera. Blätter auf dem Mittelnerven 
mit Anschwellungen bedeckt. — D. brevifdlia. Blätter kaum 1 Zoll lang und 2 
Linien breit, an der Spitze fast stumpf. Von Gaudin gefunden. 

Gaudin (Fl. Helv. VI. 230 [1830]): ß. brevifolia Seringe wie vorige. — y 
lasioedrpa. Fruchtknoten behaart, Schleicher Cat. 1821 (?). — <S. macrophylla 
Seringe ined. Blätter fast Va Fuss lang. 

Kerner (Niederösterr. AVeid. 227 [1859]) giebt an, dass die S. incana in 
den Voralpen, wo sie auch zuweilen als Felsenpflanze mit S. glabra und S. grandi- 
folia zusammen auftritt, zwergig wird und kaum eine' Höhe von 4 Schuh erreicht; 
ihre Blätter und Blüthenstände werden hierbei auffallend kurz. Diese Zwergform 
entspricht wohl der Form D. S. lavendulaefolia brevifolia Seringe a. a. O. 

Schinz u. Keller (Fl. Schweiz 2. Aufl. II. 55 [1905]): v. mondndra O. 
Buser. Staubblätter fast bis zur Spitze verbunden. 

Camus (a. a. O. 226): ß. macrophylla Seringe. — y. viridis Chabert in 
Car. Et. Fl. ed. 5. II. 557. Rinde der Aeste gelb. Blüthenstände gekrümmt, viel 
dicker als bei der typischen Form; — S. camptos taehya Gand. a. a. O. — d. 
brevifolia Seringe. — y. angnstifolia Poir. Blätter schmal-lineal. Ist angustissima 
Wimmer. 

(Spanien [südlichster Standort 37° N. Br.] ; Frankreich: Pyrenäen, 
Cevennen von der Ebene bis 1800 in die Berge hinaufsteigend; 
Corsica; ganz Italien, in den Apenninen, besonders in der Kastanien- 
und unteren Buchen-Region, selten in der Region des Oelbaums [Par- 
iatore]; in Griechenland und auf der Balkanhalbinsel nordwärts bis 
zum Balkan. Asien : in Kleinasien.) TjTl 



1040. X 1060. S. glauca X incana 

1041. X 1060. S. cinerea X incana 

1042. X 1060. 8. caprea X incana 

1043. X 1060. 8. granclifolia X incana 

1044. X 1060. S. Silesiaca X incana 

1045. X 1060. S. aurita X incana 
1048. X 1060. 8. repens X incana 
1053. X 1060. S. glabra X incana 
1055. X 1060. S. daphnoiäes X incana 
1057. X 1060. S. viminaUs X incana 
1059 #. X 1060. S. Helvetica X incana 
1060. X 1061. S. incana X purpurea 



siehe am Ende 
der Gattung. 



192 Salicaccae. 

1041. X 1060. X 1061. S. einend X incana X purpurea 
siehe am Ende der Gattung. 



2. 2. Purpur eae (Anderes, in DC. Prodi. XVI. 2. 306 [1869]). 

Blätter oval bis lanzettlich, Unterseite kahl oder seidenhaarig. 

Tragblätter der Blüthen oberwärts dunkelbraun bis schwarz. 
Uebrige Merkmale s. S. 60. 

In Europa ausser unseren Arten noch <S'. Wo Igensis (Anderes, 
in DC. Prodr. XVI. 2. 314 [1868]) in Süd-Ost-Russland und S. angusti- 
folia (Willd. Spec. pl. IV. 699 [1805]) von Süd-Ost-Russland bis Persien, 
Himalaja, Central-Asien und Sibirien. 

1061. (29.) S. purpurea (Krebs- Weide, Purpur- Weide ; niederl. : 
Fijne, Bittere Wilg; dän. : Purpur-Pil; franz.: Osierrouge; ital. : Salcio 
da vimini, Vimini ; in Triest Vencher; nun.: Rächitä, Richitä-rosie ; 
serb. : PaKirra; russ. : KpacH0.i03HiiKT>). I) bis 6 m hoch, mitunter baum- 
artig. Zweige dünn, biegsam, zähe, gelblich braun oder röthlich, kahl; 
junge Triebe mitunter dünn behaart. Knospenschuppen kald, oder nur 
spärlich kurz behaart; Blätter oft gegenständig, sehr kurz gestielt (Stiel 
bis 0,5 cm lang, kahl), verkehrt-lanzettlich oder lineal-lanzettlich, bis 
11,5 cm lang, 1,5 cm breit, nach dem Stiel zu lang, nach der Spitze 
zu kurz verschmälert, spitz (vgl. indessen F. amplexicaulis mit ab- 
weichend gestalteten Blättern), klein scharf gesägt, nach dem Stiele zu 
ganzrandig, oberseits dunkelgrün oder etwas blaugrün, wenig glänzend, 
unterseits blaugrün oder grau matt, beim Trocknen schwärzlich werdend, 
kahl (nur die jungen Blätter mitunter seidig behaart); Mittelnerv ober- 
seits wenig, unterseits stark hervortretend; Seitennerven und dicht- 
maschiges Adernetz: beiderseitig fein und scharf hervortretend; Neben- 
blätter meistens fehlend, wenn vorhanden, lanzettlich. Blüthenstände 
vor oder mit den Blättern erscheinend, oft gegenständig, die männ- 
lichen sitzend, am Grunde von kleinen lanzettlichen oder lineal-lanzett- 
lichen, kahlen, mitunter etwas seidig behaarten Blättern umgeben, auf- 
recht, cylindrisch, bis 2,5 cm lang, 0,8 cm dick, meistens gekrümmt, 
dichtblüthig; ihre Achse dünn grau behaart; Tragblätter verkebrt-eiförniiL: 
oder breit-oval, stumpf oder breit abgerundet, schwarzbraun, am Grunde 
hell, spärlich bis stärker lang grau behaart und bebärtet; Staubblätter 
zwei, ganz verbunden oder ausnahmsweise an der Spitze gegabelt, 
etwa doppelt so lang das das Tragblatt, am Grunde behaart; Staub- 
beutel rundlich, gelb, später schwärzlich ; hintere Drüse eiförmig oder 
oblong, gestutzt, bis l lz so lang als das Tragblatt. Weibliche 
Blüthenstände sitzend, am Grunde von kleinen lanzettlichen oder schmal 
lanzettlichen, kahlen oder etwas seidig behaarten Blätter umgeben, 
aufrecht, mitunter gekrümmt, cylindrisch, bis 2 cm lang, 0,5 cm dick, 
dichtblüthig; ihre Achse kurz grau behaart; Tragblätter breit oval, 
stumpf oder abgerundet, schwarzbraun, am Grunde hell, spärlich bis 
stärker laug grau behaart und bebärtet; Fruchtknoten sitzend, aus 
eiförmigem Grunde kurz kegelförmig, dicht grau behaart, bis doppelt 



Salix. 193 

so lang als das Tragblatt; Griffel sehr kurz, dick oder fehlend; Narben 
kurz, dick, ausgerandet oder getheilt, köpf ig; hintere Drüse schmal ei- 
förmig, gestutzt, bis 1 js so lang als der Fruchtknoten. 

Fast über das ganze Gebiet verbreitet, auch auf den Nordseeinseln; 
in der Ebene, namentlich in den Flussthälern als Ufergebüsch, auf 
Wiesen und Mooren, an Wald- und Wegerändern ; aber auch an Flüssen 
und Bächen in die Gebirge aufsteigend: Wallis bis 2350 m (Jaccard 
326), in den Bayerischen Alpen bis 1095 m, Tiroler Alpen bis 1934 m 
(Sarnthein u. Dalla TorreVI. 2. 17), Böhmisch-Mährische Gebirge 
bis 812 m und im Bayerischen Walde bis 780 m (nach Sendtner); 
Karpaten bis 853 m (nach Kerner), Biharia 950 m (Kern er ÖBZ. 
XXVI. 334). Vielfach angepflanzt. Bl. April (im Süden schon im März). 

S. purpitrea L. Spec. plant, ed. 1. 1017 (1753). L. Fl. Suec. 
ed. 2. 347 (1755). Smith Fl. Brit. III. 1039 (1804). Willd. Spec. pl. 
IV. 2. 672 (1805). Koch Comment. 24 (1828); Syn. ed. 2. 744. Kerner 
Niederösterr. Weid. 272 (1859). Wimmer Sal. Europ. 29 (1866). Anderss. 
in DC. Prodr. XVI. 2. 306 (1868). Nyman Consp. 665. Suppl. 280. 
Richter-Gürke PI. Europ. II. 40. O. v. Seemen Sal. Japon. 54 (1903). 
Camus Classif. Saul. d'Europe et Monogr. Saul. France . 98 (1904). 
Rchb. Ic. XI t. DLXXXII fig. 1230—35. — S.Helix 1 ) L. Spec. pl. 
ed. 1. 1017 (1753)?? Nyman Consp. 665. — S. monänclra 2 ) Ard. Mein. 
I. 67 Tab. 11 (1766). Seringe Essai Monogr. Saul. Suisse 5 (1815). 
— S. pratensis Scop. Fl. Carn. IL 252 (1772)? — S. juratensis 3 ) 
Schleich. Cat. Sal. Helv. (1809) teste Koch. — S. fissa Wahlenb. Fl. 
Carpat. 316 (1814)? — S. rösea S. F. Gray Nat. Arr. Brit. IL 231 
(1821). — S. viminea in Sched. Herb. Kunth 1830. — S. Wool- 
gariäna*) Borr. in Engl. Bot. Suppl. Tab. 2651 (1831). — Knaßa b ) 
purpurea Opiz Seznam 56 (1852). — S. multinervis Franch. u. Sav. 
Enum. pl. Jap. II. 504 (1879). — S. ebürnea Dippel Handll Laub- 
holzk. IL 291 (1892)? 

S. purpurea ist sehr reich an Saliciü. — Die Ruthen liefern ein feines, vor- 
treffliches Material für die Korbflechterei und zum Binden. 

An älteren Sträuchern treten mitunter an den Zweigen durch einen Pilz, 
Pestalozzi/* gonyrogena, Gallenbildungen auf, die zunächst als knospenartige Wucher- 
ungen und später als knollige Verdickungen erscheinen. 



1) Von iJLi§ Gewinde, wegen der zähen Ruthen. 

2) Von pövog einzeln und äv/]Q Mann, Staubblatt. 

3) S. S. 134 Fussn. 8. 

4) Nach Thomas Woolgar, der um 1800 in Lewes lebte; er beschäftigte sich 
besonders mit Weiden; sein Material stellte er der Engl. Bot. zur Verfügung (Britten 
u. Boulger Journ. of Bot. XXIX [1891] 375). 

5) Nach Joseph Knaf, * 2. Oct. 1801 Petsch bei Komotau (Böhmen) f 
11. Juni 1865 Komotau (Mai wald 168), Arzt daselbst, hoch verdient um die Flora 
Böhmens, besonders seiner Wohnorte Jarornef und Komotau; er verfasste zahlreiche 
botanische Aufsätze. Sein Sohn Karl, * 1852 Komotau f 2. April 1878 Prag (Cela- 
kovsky br.), Assistent am Botanischen Garten, Custos am Böhmischen Museum, 
hatte ebenfalls grosse Verdienste um die Böhmische Flora. Vgl. L. Celakovsky 
sen., der mit einer Tochter Jos. Knaf's verheirathet war, in seinem Prodromus 
S. 918. 

A.sohorson u. Graebner, Synopsis. IV. 13 



194 Salicaceae. 

S. purpurea ist in ihrem Wuchs, der Form und Bekleidung der Blätter, so- 
wie in der Form der Blüthenstände eine sehr formenreiche Art. Zur sicheren 
Unterscheidung von ihren Bastarden, namentlich von S. viminalis X purpurea 
(S. rubra Iluds ) ist daran festzuhalten, <lass bei den männlichen Blüthen die beiden 
am Grunde behaarten Staubblätter ganz verbunden, oder nur ausnahmsweise an 
dem oberen Ende etwas gegabelt sind, und dass bei den weiblichen Blüthen die 
behaarten Frachtknoten angestielt, die Griffel sehr kurz oder fehlend und die Narben 
ebenfalls sehr kurz und kopfig siud. 

Linne (a. a. O.) hat dadurch, dass er neben S. purpurea noch S. Helix auf- 
führt, zweifellos seine Ansicht dahin zum Ausdruck gebracht, dass er beide Weiden 
für verschiedene Arten hielt. Aus den sehr kurzen, nur die Blätter berücksich- 
tigenden Diagnosen ist nicht genügend zu ersehen, in welchem Umfange eine Ver- 
schiedenheit zwischen den beiden Arten bestand. Erst Smith (Fl. Brit. III. 1039 
und 1040 [1804]) gab nach dem im Herbar Linne vorhandenen Material eine voll- 
ständigere Beschreibung, in welcher auch die Blüthen erwähnt wurden. So sagt er 
bei S. purpurea: „ Stylus brevissimus, ut fere nullus. Stigmata parva, sessilia, sub- 
ovata, indivisa, sulco superne exarata" und bei S. Helix: „Stylus elongatus lili- 
formis, glabratus. Stigmata ovato-linearia, elongata, patentia, sulcata, emarginata". 
Willdenow (Spec. pl. IV. 2. G72 [1805]) giebt diese Merkmale in gleicher Weise 
an. Diese Verschiedenheit der Griffel und Narben bedingt allerdings zweifellos eine 
Trennung beider Arten von einander, wie sie auch von Smith uud Willdenow 
beibehalten ist. S. Helix kann mit dem verlängerten Griffel uud den schmalen 
verlängerten Narben nicht zu S. purpurea gestellt werden, sondern gehört viel- 
mehr, wie auch die übrigen Merkmale zeigen, zu S'. purpurea X viminalis (S. rubra 
Iluds.). Wenn Seringe a. a. O. trotzdem beide Arten als Synonym seiner S. 
monandra ansieht, so kann dies als richtig nicht anerkannt werden. Ebenso erscheint 
es nicht berechtigt, S. Helix als Form der <S. purpurca zu betrachten, wie dies zu- 
erst Koch (Comment, 25 [1828]) und Koch (Syn. 644 [1838]) gethan haben. Es 
dürfte sieh unter den obwaltenden Umständen empfehlen, den Gebrauch des Namens 
Helix bei S, purpurea zur Vermeidung von Irrthümern ganz zu unterlassen. 

Scopoli giebt (a. a. O.) zu seiner S. pratensis eine so unvollständige Dia- 
gnose, dass ein sicheres Urthcil über die Zugehörigkeit dieser Art zu S. purpurea 
nicht möglich ist. 

Nur die von Koch gesehene S. juratensis Schleicher gehört zu S. purpurea ; 
im übrigen ist .$'. juratensis gleich S. nigricans (s. S. 131 . 

Wim m er (Sal. Europ. 30 [1806]) stellt S. fissa Wahlenberg a. a. O. als Syno- 
nym zu S. purpurea, trotzdem Wahlenberg selbst seine S. fissa als gleichbedeutend 
mit Hof fm an n 's S. fissa bezeichnet, die Wimmer a. a. O. 173 zu <S'. viminalis 
X purpurea stellt. Da Wahlenberg ausserdem in der Diagnose angiebt: „stig- 
matibus subsessilibus linearibus", so dürfte seine <S\ fissa nach diesem Merkmal wohl 
nicht zu S. purpurea, sondern auch zu S. viminalis X purpurea gehören. 

Im Berliner Herbarium befindet sieh ein weibliches Exemplar des „Herbier 
de Mauritanie", bezeichnet: S. aegyptiaca Willd. Alger, bords des ri vieres N. Bove 
März 1837, welches Wimmer für S. purpurea erklärt und welches auch sicher 
hierher gehört. 

Aendcrt ab : 
B. gräcilis. Strauch niedrig, Zweige sehr dünn, Blätter fast lineal. 
S. purpurea a. gracilis Greru u. Godr. Fl. Fr. III (1855) 
129. — S. juratensis Schleicher teste Koch. — S. purpurea var. 
uralensis 1 ) der Gärten. — S. Deucälion*) Gandog. u. S. de- 
<prömpta Gandog. Fl. Lyon 206 (1875) nach Camus a. ä. O. 103. 
— 8. corsica Gandog. Sal. nov. no. 36 nach Camus a. a. O. (1904). 



1) Am rjralfluase gefunden. 

2) Deukalion, nach dem griechischen Mythus der erste Mensch. 






Salix. 195 

C. Lamberti äna 1 ), Strauch höher, Zweige dicker, Blätter grösser 
und breiter, verkehrt-eiförmig-lanzettlich, mit sehr kurzer Spitze (diese 
Form hat die breitesten Blätter). 

S. purpurea ß. Lambertiana Koch Syn. ed. 1. 647 (1837). 
S. Lambertiana Smith Fl. Brit. III. 1041 (1804). Nyman Consp. 
665. — S. oppositifölia Host Sal. 11 (1828). — S. parisiensis 2 ) 
Gandog. Sal. nov. no. 37 nach Camus a. a. O. 104 (1904). 

Bei der S. oppositifolia Host a. a. O. sind die Blätter gegenständig. 

D. an gustif olia. Aeste aufrecht, wenig abstehend, Blätter linealisch- 
lanzettlich. 

S. purpurea b. angustifolia Kerner Niederösterr. Weid. 272 
(1859). — S. purpurea y. Helix Koch Syn. ed. 1. 617 (1837) excl. 
Synon. L. 

E. sericea. Junge Blätter seidig behaart, später verkahlend. 

S. purpurea s. sericea Koch Syn. ed. 1. 617 (1837). — 
S. monandra sericea Seringe Essai Monogr. Saul. 8 (1815). — 
S. mutäbilis Host Sal. 12 (1828). 

F. amplexicaulis. Blätter sitzend oder sehr kurz gestielt, länglich 
oder länglich-lanzettlich, sehr scharf zugespitzt, am Grunde abgerundet 
oder herzförmig den Zweig umfassend. 

Montenegro. 

S. purpurea d. amplexicaulis Boissier Fl. Orient. IV. 1187 
(1879). — S. amplexicaulis Bory u. Chaub. in Exp. scient. Moree 
III. 2. 277 (1832). — S. purpurea f. obtusifolia Zaikoff in Herb. 
(1891). 

(Verbreitung der Rasse : Bulgarien; Griechenland; Kleinasien.) 

Steht der in Japan und Korea vorkommenden S. purpurea y. multinervis 
Matsumura Shokubutsu Mei-J. (1895) 261 — S. multinervis Franch. et Savat. 
Euum. PI. Jap. II (1879) 504 ausserordentlich nahe. 

Formen mit abnorm gebildeten Blüthen und Blüthenständeu : 
m. monade'lpha'i) (S. purpurea 6. monadelpha Koch Syn. ed. 1. 617 
[1837]. — S, carniolica Host Sal. 13 [1828]. — S. purpurea i.furcdta Wimmer 
Sal. Europ. 32 [1866]). Staubblätter an der Spitze gabelförmig. 

m. andrdgyna {S. purpurea f. androgyna Dippel Handb. Laubholzk. 
II. 236 [1892]). — S. miräbüis Host Sal. 13 [1828]). Blüthenstände mit männ- 
lichen und Meiblichen Blüthen. 

Als Gartenformen werden häufig cultivirt: 

IL mit hängenden Zweigen: 1. pendula (S. purpurea f. pendula Dippel 
a. a O. [1892]. — S. purpurea f. ScharJ enber gidna *») Bolle Gartenfl. XLH 
[1893] 378. — $. nigra pendula, S. americana pendula, S. Napolednis^) der 
Gärten). 



1) S I. S. 207 Fussn. 3. 

2) Bei Paris gefunden. 

3 ) fiovdSeÄcpog elnbrüderig, d. h. mit sämmtlich verbundenen Staubblättern. 
i) Nach der unserem Freunde Dr. K. Bolle (s. I. S. 393 Fussn. 1, f 17. Febr. 

1909) gehörigen Insel Scharfenberg im Tegeler See bei Berlin, auf der derselbe eine 
ausserordentlich reiche Sammlung von Holzgewächsen zusammengebracht hat. 
•*>) S. S. 84 Fussn. 1. 

13* 



19G Salieaceae. 

III. Pyramidenförmig (5. Helix pyramidalis, S. purpurea pyramidalis 

Eugenie und Josephinc Dippel a. a. O. [1892]). 

Ausserdem sind an Formen aufgestellt worden von: 

S.eringe (Essai Monogr. Saul. Suisse 8 [1815]): B. S. monandra subrerticil- 
lata (Ser. Saul. Nr. 31). Blätter quirlständig, 3 zählig. — C. sericea (Ser. Saul. 
N. 32): Blätter auf der unteren uud mitunter auch auf der oberen Seite mit röth- 
liehen seidigen Haaren bedeckt. 

Koch (Comment. 25 [1828]): a. S. purpurca Smith. Strauch niedriger, 
Zweige mehr ausgebreitet, Blüthenstände dünner. — ß. S. Lamberliana Smith. 
Blüthenstände doppelt so dick, Blätter grösser und breiter. — y. S. Helix Willd. 
En. P. 1004): aufrecht-ausgebreitet, Blätter mehr verlängert. — 6. „Staininibus 
singulis ad medium fissis seu potius ut in S. rubra staminibus 2 ad medium tantum 
connatis". Diese Form entspricht der S. purpurca f. monadclpha. — e. S. mon- 
andra scricca: junge Blätter dicht behaart, später verkahlend. 

Fries (Novit. Fl. Suec Maut. I. 03 [1832]): ß. Helix: „elatior, ramis luteo- 
virescentibus, amentis subpeduneulatis duplo majoribus, 4-bracteatis, stylo evidentiori, 
S. Helix L." Gehurt zweifellos zu S. purpurca X viminalis. — y. latifdlia (S. 
purpurca f. Lambertiana). 

Reichenbach (Ic. XI. 29 [1849]): ß. monadelpha. — y. S. Helix L. 
Griffel deutlich. Gehört zu S. purpurca X viminalis. — 6. sericea ist eine 6'. 
repens X purpurea (?). — e. semitridndra. Halbdreimännige Weide; Blätter grün, 
stärker netzadrig. Wahrscheinlich eine purpurco X triändra". (?) 

Hart ig (Vollst. Naturgesch. Forstl. Culturpfl. Deutschi. 413 [1852]): var. 
monandra Hoffm — var. divariedta. Nur die jüngsten Blätter etwas behaart. 
Narben auf deutlichem Griffel. Rinde rein aschgrau. Wuchs niedrig, strauchartig, 
mit sperrigen, theils niedergebeugten, sehr schlanken Zweigen. In 12 Jahren nicht 
über 4 — Fuss hoch, auf festem Boden nur 3 — 4 Fuss. Blattausbruch und Blüthe 
fast um 14 Tage später als bei allen übrigen Purpurweiden. Wahrscheinlich <S'. 
purpurca Smith." Ist nach dieser Diaguose sicherlich keine S. purpurea! — var. 
sericea Seringe. — var. monadelpha Reichen!). — var. semitriandra Lasch. „Wuchs 
aufgerichtet, Staubfäden nicht bis zur Spitze verwachsen, Blätter breiter und ver- 
bältnissmässig kürzer, dunkelgrün, das Geäder der Unterseite mehr hervortretend, 
untersei ts hinfällig flaumig behaart, Afterblätter bleibend elliptisch." (???) — var. 
Lambertiana Smith. — var. Helix L. Fruchtknoten nach oben zugespitzt, allmäh- 
lich in den deutliehen Griffel verlaufend; Narben etwas verlängert, fast fadenförmig, 
länger als der Griffel. Ist zweifellos S. purpurca X viminalis. 

Doli (Fl. Grossherzogth. Baden II. 493 [1859]): a. genuina. Aeste kürzer, 
sperrin;. Blätter lanzettlich. Blüthenstände klein, schlank. Kapsel eiförmig. Griffel 
sehr kurz. Narben eiförmig, ungetheilt. — b. Lambertiana. — c. Helix. Griffel 
etwas verlängert, mit längeren, meist länglichen, oft gespaltenen Narben. Gehört 
sicherlich nicht zu S. purpurea, sondern zu »S'. purpurca X viminalis. — (?) ß. 
sericea Seringe. 

Neil reich (Fl. Nieder-Oesterr. 25G [1S59]): a. monandra. Die 2 Staub- 
fäden sammt den Staubkölbchen in ein Staubgefäss zusammengewachsen. — ß. 
monadclpha. Die 2 Staubfäden bis zur Mitte zusammengewachsen, dann gabel- 
spaltig mit 2 freien Staubkölbchen. 

Wimmer (Sal. Europ. 31 [1SGG]): eridnlha. „Julis majoribus propter brae- 
teolas dense vestitas maxime villosis. — Cum reliquis formis in salicetis nostris, sed 
multo rarior oecurrit." — gracilis. — Lambertiana. — styligera. „Germiuibus acutius- 
culis xtylo brevi termiuatis." Wimmer bezeichnet diese Form als Synonym der 
S. purpurea c. Helix Doli und sie gehört wohl auch wie diese zu S. viminalis X 
purpurca. — sericea. — furcata. 

Andersso n (in DC. Prodr. XVI. 2. 306 [1868]) stellt zu a. gracilis, ß. 
Lambertiana, y. Helix noch die beiden in Asien im Kaukasus vorkommenden 
Formen S. palle'scens und e. vire'scens auf. 






Salix. 



197 



Babington (Man. Brit. Bot. 8. ed. 325 [1881]): a. S. purpurea Sm, Nieder- 
liegend. Zweige purpurfarbig, weibliche Blüthenstände sehr dick. — ß. Woolgariana 
Borr. Aufrecht, Zweige gelblichgrau, Blätter keilförmig lanzettlich, unterseits blaugrau, 
Narben dick. — ■ y. S. ramuldsa Borr. Aufrecht, Zweige blassgelb, länglich-lanzett- 
lich, unterseits heller; Narben sitzend, getheilt. — S. S. Lambertiana Sm. Auf- 
recht, Zweige röthlichgrau, Blätter länglich-lincalisch-lanzettlich, nach dem Stiel zu 
verschmälert und hier etwas abgerundet, Narben eiförmig, ausgerandet. — e. S. 
Helix L. Fruchtknoten länglich-eiförmig, Narben fast linear, ausgerandet, Zweige 
blassgelb oder röthlich. Gehört zu S. viminalis X purpurea. 

Dippel (Handb. Laubholzk. II. 236 [1892]): a. pendula. — b. longifölia. 
Weit verbreiteter, baumartiger Strauch mit aufstrebenden Aesten und gelblichen 
oder röthlichen Zweigen. Blätter verkehrt-lanzettlich bis verkekrt-lineal-lanzettlich, 
spitz bis zugespitzt, unterseits meist stark hell-blaugrün. G — 12 cm lang, im oberen 
Drittel 7—10 mm breit. Gehört zur S. viminalis X purpurea. — c. Lambertiana. 
— c). gracilis. — e. sericea. — f. androgyna. 

Nicht in Mitteleuropa kommen vor: S. purpurea y. eburnea Borzi Comp. F!. 
Forest. Ital. 140 (1885) (S. eburnea Dippel Handb. Laubholzk. II. 291 [1892]) in 
Italien auf den Abruzzen (???). S. purpurea y. pallida Boissier FI. Or. IV. 11 S6 
(1879) ist die in Mittelasien vorkommende, der S. purpurea sehr nahe verwandte 
S. Ledcbouriana Trautv. — S. purpurea y. multinervis Matsumura Shokubutsu 
Mei~J 261 (1895) {S. multinervis Frauch. u. Sav. Euum. PI. Jap. II. 504 [1875]) 
in Japan, Korea und in der Mandschurei (s. S. 195). 

(Vom südlichen Spanien und Portugal nordwärts durch Frank- 
reich ; Britische Inseln; Dänemark, im südlichen Theil der Skandi- 
navischen Halbinsel bis 59° 55' N. Br. [weiter nördlich angepflanzt], in 
ganz Italien bis 1300 m, Sicilien, Sardinien, Corsica; vom südlichen 
Griechenland nordwärts durch die Balkanhalbinsel und Russland nörd- 
lich bis zu folgender Linie : aus dem südlichen Kurland durch das 
südliche Livland, den Norden des Gouvern. Wilna, die Gouvern. Mohi- 
lew, Orel, Tambow und Saratow zur unteren Wolga und zum Uralfluss 
bei Orenburg [Koppen] [nördlich von dieser Grenzlinie oft angepflanzt]. 
Asien: West- Sibirien [Graf Waldburg-Zeil!], Kaukasus, Armenien, 
Anatolien, Nord-Persien, Dsungarei, Saissan-Gebiet, Turkestan, Baikal- 
Gebiet, Dahurien, Mongolei, Mandschurei, Korea, China, Japan. Nord- 
America nur angepflanzt. Nord-Africa : Marokko, Algerien.) * 



1036. X 1061. S. fragilis X purpurea 

1037. X 1061. S. amygdalina X purpurea 

1041. X 1061. S. cinerea X purpurea 

1042. X 1061. S. caprea X purpurea 

1043. X 1061. S. grandifolia X purpurea 

1044. X 1061. 8. Silesiaca X purpurea 

1045. X 1061. S. aurita X purpurea 

1041. X 1045. X 1061. S. cinerea X aurita X 

purpurea 

1046. X 1061. S. depressa X purpurea 

1047. X 1061. S. myrtilloides X purpurea 

1048. X 1061. £'. repens X purpurea 

1045. X 1048. X 1061. 8. repens X aurita X 

purpurea 



siehe 

am Ende 

der 

Gattung. 



198 



Salicaccae. 



1049. X 1061. 8. nigricans :■( purpurea 

1050. X 1061. S. phylicifolia X purpurea 
1045. X 1050. X 1061. S. aurita X phyhcifoUa 

X purpurea 

1051. X 1061. S. arbuscula X purpurea 
. X 1061. S. eordata X purpurea 

1055. X 1061. S. daphnoides X purpurea 

1056. X 1061. S. aculifolia X purpurea 

1042. x 1056. X 1061. S. caprea X aeutifolia 

X purpurea 

1048. X 1055. X 1061. £. repens X daphnoides 

X purpurea 

1057. X 1061. #. viminalis X purpurea 

1041. X 1057. X 1061. & cinerea X viminalis 

X purpurea 

1042. X 1057. X 1061. #. caprea X viminalis 

X purpurea 
(1042. X 1057.) X (1057. X 1061.) S. {caprea X 

viminalis) X {viminalis X purpurea) 
1045. X 1057. X 1061. 5. flwnVa X viminalis 

X purpurea 
(1044. X 10 •) X (1057. X 1061.) & (Silesiaca 

X Lapponum) X {viminalis X purpurea) 
1048. X 1057. X 1061. 5. repew* X viminalis 

X 2 mr 2 )urea 
X 1061. #. dasyclados X purpurea 
X 1061. 5. Lapponum X purpurea 
X 1061. & incana X purpurea 
X 1060. X 1061. & cinerea X «wcaw« X 

pwrpwrea 



1058. 
1059. 
1060. 
1041. 



siehe 
am Ende 

der 
Gattung. 



1062. (30.) S. caesia. Ii. Niedrig, bis 1 m hoch, dicht belaubt, 
mit niederliegendeni oder aufsteigendem Stämmchen. Zweige braun, 
glänzend, .später glänzend grau behäutet; junge Triebe braun, kahl, 
nur selten spärlich sehr kurz grau behaart. Blätter sehr kurz gestielt 
(Stiel etwa 0,2 cm lang, kahl), breit oval, verkehrt-eiförmig bis läng- 
lich, bis 4 cm lang, 2 cm breit, spitz oder mit kurzer aufgesetzter Spitze, 
selten stumpf oder abgerundet, am Grunde spitz, stumpf oder zuweilen 
etwas herzförmig, ganzrandig, am Rande später etwas rückwärts gebogen, 
kahl (nur die Blätter an der Spitze der jungen Triebe mitunter etwas 
zerstreut seidig behaart), oberseits graugrün, matt, unterseits heller bis 
blaugrau; Mittelnerv gelb, oberseits wenig, unterseits stark hervortretend; 
Seitennerven und weitmaschiges Adernetz beiderseitig fein hervortretend. 
Nebenblätter nur selten vorhanden, lanzettlich, spitz. Knospenschuppen 
gelbbraun bis braun, kahl oder spärlich kurz grau flaumig behaart. 
Blüthenstände klein, mit den Blättern erscheinend; die männlichen an 
kurzen bis 0,3 cm langen, kurz dicht grau behaarten, mit kleinen, 



Salix. 199 

länglichen bis ovalen, spitzen oder stumpfen, ganzrandigen, kahlen oder 
dünn seidig grau behaarten Blättern besetzten Zweigen endständig, auf- 
recht oder seitwärts gebogen, oval bis kurz cylindrisch, bis 1,5 cm lang, 
0,5 cm dick, dichtblüthig; ihre Achse grau behaart; Tragblätter oval; 
an der Spitze abgerundet oder stumpf, dünnhäutig, gelb, nach der 
Spitze zu dunkler, spärlich seidig behaart; Staubblätter meist am 
Grunde verbunden, selten frei , nur mitunter ganz ver- 
bunden, am Grunde behaart, bis 3 mal so lang als die Tragblätter. 
Staubbeutel oval, violett, später .braun. Hintere Drüse schmal-eiförmig 
gestutzt, etwa 2 \z so lang als das Tragblatt. Weibliche Blüthenstände 
den männlichen ähnlich. Tragblätter breit-eiförmig, an der Spitze ab- 
gerundet oder stumpf, dünnhäutig, gelb, oberwärts dunkler, spärlich 
seidig behaart, bis etwa auf 1 /s des Fruchtknotens hinaufragend. Frucht- 
knoten sehr kurz gestielt (Stiel grau behaart), aus ovalem Grunde kegelig 
verschmälert, stumpf, anliegend oder filzig grau seidig behaart; Griffel 
kurz, roth. Narben kurz, dick, ausgerandet, kopfig, roth. Drüse schmal 
eiförmig, gestutzt, etwa bis auf 1 /s — 1 I± des Fruchtknotens heraufragend 
und etwa 2 Jz so lang als das Tragblatt. 

In den westlichen und mittleren Alpen, an moorigen Stellen an 
Gebirgsbächen, selten und nur stellenweise von der Dauphine und Sa- 
voyen durch die Schweiz 1299 — 1624 m (Waat, Wallis, Graubünden), 
Piemont, Lombardei bis Tirol (bis 2300 m Sarnthein und Dalla 
Torre VI. 2. 17). Das Vorkommen in Kärnten (Müller 1826 nach 
W i m m e r Sal. Eur. 101) bedarf neuerer Bestätigung (F r i t s c h briefl.) ? 
Bl. Juli. 

S. caesia Villars PI. Dauph. III. 768 (1789). Koch Comment. 
59 (1828) Syn. ed. 2. 758. Gaudin Fl. Helv. VI. 254 (1830). Haus- 
mann Fl. Tirol II. 796 (1852). Wimmer Sal. Europ. 100 (1866). Par- 
iatore Fl. Ital. IV. 264 (1867). Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 317 
(1868). Nyman Consp. 665. Richter-Gürke PL Eur. IL 41. Schinz 
u. Keller Fl. Schweiz (1900) 136. Camus Classif. Saul. d'Europe et 
Monogr. Saul. France 139 (1904). Rchb. Ic. XI t. DLXV fig. 1205. 
— S. myrtilloides Willd. Spec. PL IV. 2. 686 (1805) nicht L. — 
S. prosträta Ehrh. PL Sei. 159, Seringe Essai Monogr. Saul. Suisse 
24 (1815). — S. minutiflöra Turcz. PL exs. a. 1829. — S. sibirica 
Pall. Fl. Ross. II. 78 (1788). a. glabra Ledeb. Fl. Ross. III. 622 
(1846 — 51). — S. Wimmerii 1 ) Hartig Vollst. Naturgesch. Forstl. 
Culturpfl. 565 (1852) (?). — S. subcaesia Brügg. in Jahrb. Naturf. 
Ges. Graubünd. XXIX. 159 (1886). — S. ichnöclada 2 ), S. alpivaga, 
S. dendröcharis 3 ), S. bactiacensis*), S. Frayi 5 ), S. latiüscula Gandog. 
Sal. nov. 123—128 nach Camus a. a. O. 140. 



i) S. II. 2. S. 98 Fussn. 1. 

2) Von X%vog Spur und xÄdSog Ast, Zweig. 

3) Von S^vSqov Baum und %aQig Reiz, Anmuth. 

4) Der Grund dieser Benennung ist uns nicht bekannt. 

5) Nach dem (f) Abbe Jean-Pierre Fr ay. Pfarrer iu Guercins bei Montmerie(Aiu). 



200 



Salicaceae. 



S. caesia ist eiue Alpenweide, die mit der in demselben Gebiet vorkommen- 
den S. arbuseula in der Tracht Aehnlichkeit hat. Um Verwechselungen zu ver- 
meiden, ist darauf zu achten, dass bei S. caesia die Blätter graugrün und glanzlos 
(matt) sind. 

Willden ow a. a. O. hat S. caesia mit S. myrtilloides verwechselt und des- 
halb auch ihr Vorkommen „in alpibus Lapponiae" augegeben. In seinem Herbarium 
Nr. 1S172, 5 Exemplare enthaltend, hat er ebenfalls <S. caesia S. myrtilloides benannt. 

Seringe (Saules de la Suisse No. 23, 57 und 64 [1806 — 1814]) sind richtig 
als S. prostrnta Ehrh. ausgegeben. Die von W immer Bai. Europ. (1866) 103 ge- 
gebene Berichtigung auf S. arbuseula trifft nicht zu, wie die fast sitzenden, ganz- 
randigen Blätter und die auf der unteren Hälfte behaarten, theihveise verbundenen 
Staubfäden zeigen. 

Ledebour a. a. 0. hat S. caesia als die Form: a. glabra zu S. Sibirien 
Pall. gestellt und hierdurch eine arge Verwirrung zwischen diesen beiden wesentlich 
von einander verschiedenen Arten herbeigeführt. 

Hartig stellt neben der S. caesia noch seine S. Wimmerii mit folgender 
Diagnose auf: Blätter reingrün, unter>eits lebhaft meergrün bereift; die gelben 
Knospen stets dicht und bleibend filzhaarig, auch die jungen Triebe schwach be- 
haart und die Blätter au der äussersten Spitze nicht selten etwas haarig. Wim m er 
(Sal. Europ. [1866] 102 [1866]) selbst stellt S. Wimmerii mit der Bemerkung zur 
S. caesia: „mihi nullo certo charactere differre videtur". 

Aendert ab: 

B. angustifdlia (Mutel Fl. Franc. III. 180 [1836]). Blätter länglich-lincal, 
1,5 — 1,8 cm laug, 0,2 — 0,4 cm breit. — Bormio: Livigno 1875 m. 

Ausserdem sind als Formen aufgestellt von : 

Gaudin (Fl. Helv. VI. 254 [1830]): ß. macrophylla: „eulta, foliis uncialibus/ 

Andersson (in DC. Prodr. XVI. 2. 317 [186S]): ß. minulifldra. Niedrig, 

mit zierlichen Zweigen, Blätter 3 — 5 cm lang, am Grunde etwas breiter, spitz-nervig. 

Blüthenständc halb zolllaug. S. minutiflora Turcz. : In allen Theilen kleiner als 

der Typus. 

(Für Spanien früher als auf den Pyrenäen vorkommend angegeben, 
dann aber nicht wieder gefunden. Russland : auf dem südlichen Ural- 
gebirge auf dem Plateau des Iremel [Lessing]. Asien: auf den Vor- 
alpen des Altai und des Dsungarischen Alatau, auf dem Thianschan, 
Mussartgebirge [2660 — 3666 mj, Sajangebirge und den Voralpen Bai- 
kaliens und Dahuriens, im Olekma-Gebiet.) I"* 



1040. X 1062. S. glauca X caesia 
1049. X 1062. S. nigricans X caesia 

1051. X 1062. >S'. arbuseula X caesia 

1052. X 1062. S. hastata X caesia 
*f. X 1062. S. cordata X caesia 



siehe am Ende der 
Gattung. 



b. b. Bolichostylae 1 )^. Seemen Sal. Jap. 20[1903]). Griffellang. 

Hierher nur 

8 nhrimi nales (v. Seemen a. a. 0. [1903]). Merkmale 
s. S. 60. 



i) Von 6o?u%6g lang und oii<?.os Griffel. 



Salix. 201 

* S. Pierötii i). fj,. Mittelhoch. Zweige braun, kahl (nur bei den jungen 
Trieben kurz weissgrau behaart). Blätter kurz gestielt (Stiel bis 0,5 cm lang, bei 
jungen Blättern dicht weissgrau behaart, später verkahlend), bis 12 cm lang, 2 cm 
breit, lanzettlich, lang zugespitzt, am Grunde verschmälert, am Rande dicht und 
fein gesägt (Zähne mit scharfer knorpeliger Spitze), oberseits dunkelgrün, etwas 
glänzend, uuterseits grau, matt, in der Jugend fein anliegend weissgrau behaart, 
später ganz verkahlend; Mittelucrv oberseits wenig, unterseits stark hervortretend, 
braun ; Seitennerven dicht, parallel, wenig gekrümmt, schräg aufwärts nach dem 
IUattrande verlaufend, wie das feinmaschige Adernetz beiderseitig deutlich hervor- 
tretend. Nebenblätter aus eiförmigem Grunde lang und fein zugespitzt, fein gesägt. 
Blüthenstände mit den Blättern gleichzeitig erscheinend, sitzend, die männlichen am 
Grunde von kleinen, länglich-lanzettlichen, schwach gesägten, fast kahlen Blättern 
umgeben, aufrecht, cylindrisch, bis 2,5 cm lang, 0,5 cm dick, dichtblüthig; ihre Achse 
schmutzig braungrau behaart. Tragblätter breit oval, stumpf, braun, auf den Flächen 
wenig, am Rande dicht lang schmutzig braungrau behaart. Staubblätter 2, voll- 
ständig bandförmig verbunden, doppelt bis 3 mal so lang als das Tragblatt, am 
Grunde dicht schmutzig braungrau behaart; Staubbeutel breit oval, dunkelbraun. 
Drüse schmal-eiförmig, gestutzt, 1 /s so lang als das Tragblatt. Weibliche Blüthen- 
stände am Grunde von kleinen, breit lanzettlichen, stumpfen, schwach gesägten 
Blättern umgeben, aufrecht, kurz cylindrisch, bis 1,5 cm lang, 0,5 cm dick, dicht- 
blüthig; ihre Achse grau behaart. Tragblätter eiförmig, stumpf, fast so lang als 
der Fruchtknoten, braun, am Grunde stark, sonst schwach schmutzig braungrau be- 
haart. Fruchtknoten sitzend, eiförmig, fast oval, dicht zottig grau behaart; Griffel 
so lang als der Fruchtknoten, dick; Narben länglich, ausgerandet, seitwärts gekrümmt. 
Drüse eiförmig, fast oval, gestutzt auf etwa V*— V 3 des Fruchtknotens herauf ragend. 

In Japan sowie in dem östlichsten Theil des Asiatischen Continents einheimisch; 
in Mitteleuropa angepflanzt. Bl. Mai. 

S. Pierötii Miquel Ann. Mus. Bot. Lugd. Bat. III. 27 (1867). 

Diese Art ist in den Blättern der S. fragilis sehr ähnlich, ist aber an den 
kleinen sitzenden Blüthenständen sofort zu erkennen. 

Bastarde. 

Vorstehend konnten bei den Erzeugern nicht alle Bastarde namentlich auf- 
geführt werden. 

Bei den Bastarden kommen die Merkmale der Erzeuger in der 
verschiedenartigsten Zusammenstellung zur Erscheinung, sodass fast ein 
jedes Exemplar einen eigenartigen Eindruck macht. Deshalb ist es 
auch nicht möglich, für die Bastarde erschöpfende Diagnosen zu geben, 
vielmehr muss man sich in den meisten Fällen nur auf eine allgemein 
gehaltene Diagnose oder nur einen Hinweis auf die Beschaffenheit des 
Bastards beschränken, und dem Beobachter im Übrigen überlassen, von 
Fall zu Fall die einzelnen Exemplare mit denjenigen Erzeugern, von 
welchen Merkmale vorhanden sind, genau zu vergleichen, um auf diese 
Weise die Abstammung des Bastards festzustellen. Wer Weiden- 
Bastarde richtig bestimmen will, muss sich zunächst mit den Merk- 
malen der Erzeuger genau vertraut machen ! 

Der grosse Formreichthum der Bastarde lässt es auch nicht nütz- 
lich und möglich erscheinen, die einzelnen Formen in ausgiebiger Weise 
hervorzuheben. Es würde dadurch nur eine solche Ueberfülle in der 
Formen- Auf Stellung herbeigeführt werden, dass dabei die Uebersicht- 
lichkeit und Verständlichkeit der Darstelluno- beeinträchtigt werden 



l) Nach Pierot, der die Art auf Kiusiu sammelte. 



202 Salicaceae. 

müsste. Darum werden wir uns hier bei der Hervorhebung von Formen 
auch nur auf das knappste Maass beschränken, selbst auf die Gefahr 
hin, in Verdacht zu geraten, die /Saför-Litteratur nicht genügend ge- 
kannt und gewürdigt zu haben. 

Die Salix-Basinvde kommen meist in Gesellschaft der Erzeuger 
vor; mitunter werden sie jedoch auch an Standorten gefunden, auf 
welchen die Erzeuger ganz oder theilweise fehlen. In diesem Falle ist 
anzunehmen, dass entweder der Bastard auf irgend eine Weise einge- 
führt ist (z. B. durch die weit fliegenden Samen), oder dass die zur 
Zeit fehlenden Stammeltern früher an dem Bastard-Standort vorhanden 
waren. 

Ueber die Merkmale der Sectionen s. S. 56 ff. 

A. 

Bastarde der Didijmadeniae. 

II. Diandr ae. 

Herbaceae X Reticitlatae. 

1034. X 1035. S. herbäcea X reticuläta. \ } . Niedrig, nur 
wenige cm hoch; Stamm knorrig, kastanienbraun, etwas glänzend. 
Blätter gestielt (Stiel etwa l /s so lang als die Spreite, rinnig, röthlich), 
fast kreisrund, am Rande schwach zurückgebogen, gekerbt-gesägt, nur 
in der Jugend mit einzelnen langen Haaren besetzt, sonst kahl, ober- 
seits dunkelgrün, glänzend, mit vertieftem Adernetz, unterseits dunkel- 
grün, matt, Mittel- und Seitennerven stark hervortretend. Weibliche 
Blüthenstände an eben so langen, gebogenen Zweigen endständig, doppelt 
so lang als breit, locker 7 — 12blüthig. Tragblätter breit oval, braun, 
beiderseitig schwach behaart, am Rande gewimpert. Fruchtknoten aus 
eiförmigem Grunde kegelig, seidig behaart; Griffel braunroth, so lang 
als die gespaltenen, gespreizten Narben. Drüsen 2, die hintere gespalten, 
bis auf den unteren Theil des Fruchtknotens heraufragend; vordere 
kürzer, ungeteilt, cylindrisch oder kegelförmig. 

Tirol auf der Seiser Alp 2200 m (Toepffer). 

S. herbäcea X reticidata Floderus Bih. Sv. Vet. Akad. Handl. 
XVII. Afd. 3. 52 (1891). — S. onychiophyUa 1 ) Anderss. in Bot. 
Notis. (1867) 119. 

Die Pflanze der Seiser-Alp, nach der die Diagnose gegeben ist, steht in ihren 
Merkmalen in der Mitte zwischen den beiden Erzeugern. 

(Gross-Britannien und Skandinavien.) *J 

I. X II- Pleonandrae X Diandrae (S. 56). 
Lucidae X Fragiles. 
1033. X 1036. S. pentandra X fragilis. |, bis hoher f 7 . 
Meist der S. pentandra viel ähnlicher als der S. Jragilis. Zweige 

l) Von övvyiov kleiner (Finger-) Nagel, wegen der Blattform. 









Salix. 203 

leicht abbrechend, kahl mit glänzender brauner Rinde. Blätter bal- 
samisch riechend, länglich, lanzettlich, spitz oder lang zugespitzt, am 
Grunde entweder spitz oder stumpf, grob gesägt, kahl, oberseits glänzend, 
unterseits heller, matt; an der Spitze des Stiels drüsig. Neben- 
blätter nierenförmig oder halbherzförmig spitz. Blüthenstände mit den 
Blättern erscheinend, an beblätterten Zweigen endständig, ähnlich wie 
bei S. pentandra, aber schmäler und länger; die Blätter dieser Zweige 
theils ganzrandig, theils gesägt. Tragblätter gelb, häutig, am Grunde be- 
haart, oder dann mit langen Haaren besetzt. Staubfäden 2 — 8 in dem- 
selben Blüthenstände, am Grunde behaart. Fruchtknoten kahl, kurz 
gestielt, Griffel gespalten, gabelig. Narben kurz ausgerandet, Drüsen 
stets zwei (vordere und hintere). 

S. pentandra X fragilis Wimm. Flora XXXII. 38 (1849). Sal. 
Eur. 134 (1866) erweit. 

Es sind drei Formen zu unterscheiden: 

A. Friesii 1 ) steht in allen Merkmalen der S. pentandra näher. — In Nord- 
deutschlaud, in der Schweiz und in Schweden. — S. Friesii (S. supcrpentandra 
X fragilis) Kerner Niederösterr. Weiden (1859) 183. 

B. cuspidäta hält in ihren Merkmalen etwa die Mitte zwischen den beiden Er- 
zeugern. — In Deutschland, Böhmen, Siebenbürgen, Tirol, Salzburg, Kärnten, 
Niederösterreich. Weiter in Schweden, Norwegen, Dänemark, England, Frank- 
reich, Russland. — S. cuspidata Schultz Prodr. Fl. Starg. Suppl. 47 (1819). 

— S. Meyeridna?) Rostkov. in Willd. Berl. Baumz. ed. 2. 422 (1811) z. T. 

— S. tinctdria Sm. in Rees Cycl. XXXI. 13 (1815). — S. tetrdndra Fries 
Nov. Fl. Suee. Maut, prima 41 (1832); z.T. nicht L. — S. pentandra-fragilis 
Wimm. Regensb. Fl. XXXII. 38 (1849). — S.fragili X pentandra Ritschi Progr. 
Friedr.-Wilh.-Gymn. Posen 1857. 3. — S. elongata Dumortier in Bull. Soc. 
Roy. Belg. I. 144 (1862). 

C. PokornyiS) steht der <S'. fragilis näher. — In der Schweiz, in Böhmen und 
Niederösterreich. — S. Pokomyi (S. subpentandra X fragilis) Kerner Nieder- 



i) S. I. S. 224 Fussn. 1. 

2) S. S. 02 Fussn. 3. 

3) Nach Alois Pokorny, * 22. Mai 1S26 Iglau (Mähren) f 29 Dec. 1886 
Innsbruck, Director des Communal-Realgymnasiums im 2. Bezirk der Leopoldstadt 
in Wien. Ausser seinen Leistungen als Schulmann und Verf. geschätzter botanischer 
Lehrbücher hat P. einen grossen Theil Oesterreich-Ungarns floristisch durchforscht 
und über mehrere Zweige der Botanik zahlreiche und werthvolle Schriften ver- 
öffentlicht. Ich nenne nur einige der wichtigsten. Pflanzengeographie: Die Vege- 
tationsverhältnisse von Iglau. Auf Kosten der Ak. der Wiss. Wien 1852. Moor- 
forschung: U. a.: I. — III. Bericht derCommission zur Erforschung der Torfmoore Oester- 
reichs. Abh. Zool. Bot. Ges. Wien VIII— X (1858—1860). Untersuchungen über 
die Torfmoore Ungarns, Sitzb. Ak. Wiss. Wien 1861. 57. Naturselbstdruck: Mit 
C. v. Ettingshausen : Physiotypia plantarum austriac. Wien 1855. 5 Foliobände 
mit 500 Tafeln und ein Quartband Text mit 30 Tafeln. Plantae lignosae imperii 
austriaci. Mit 80 Tafeln. Wien 1864. Kryptogamen, bes. Moose und Pilze: Vor- 
arbeiten zur Kryptogamenflora von Unter-Oesterreich, Verb. Zool. Bot. V. Wien 1854. 
35. Unterirdische Flora der Karsthöhlen a. a. O. 1853. 114. Vgl. Skofitz ÖBZ. 
XIII (1863). 209 mit Bild. A. P.'s älterer Bruder Franz, f 1. Juli 1S73 Wien, 
64 Jahre alt, Hof- und Gerichts- Advocat daselbst, welcher ihn zuerst zur Botanik 
anregte, sammelte eifrig Pflanzen und hinterliess ein vorzügliches Herbar. Auch 
mehrere andere Träger dieses in Böhmen sehr verbreiteten Namens (pokorny bedeutet 
„demüthig") haben sich botanisch bethätigt. Johann P. (Celakovskf Prodr. 920) 



204 Salicaoeae. 

österr. Weid. 181 (1850). — S. fragilis y. polywndra Neureich Fl. Nieder- 
Oesterr. 259 (1859). — S. fragilis ö. Pokornyi Be<k FI. Nieder-Oeßterr. 279 
1890. 

(Skandinavische Halbinsel; Dänemark; England; Frankreich; Russ- 
land.) *. 

B. 

Bastarde der H et er a deni ac 

IL Diandr ae. 

Albae. 

1038. X *f. s - alba X Babylonica. Soll von S. Bali/Jon ica 
durch Folgendes abweichen : Zweige dicker, zum Theil seidig behaart. 
Aeltere Blätter breiter, unterseits weisslich blaugrün, meistens anliegend 
behaart; junge Blätter weiss seidig behaart. Blüthen stände dicker uud 
stärker behaart. Tragblätter meist halb so lang, nur spitz, nicht zu- 
gespitzt. 

Ungarn : Arad und Schweden angepflanzt. 

S. alba X Babylonica Simonkai Termesz. Füz. XII. 157 (1889). 

— S. alba var. Iristis Trautv. in Ledeb. Fl. Alt. IV. 255 (1893) (?) 

— S. sepulcrälis Simonkai 1. c. — S. Salomönii 1 ) der Gärten nach 
Schneider Illustr. Handb. Laubholzk. 36 (1904). 

Nach den vonSimonkai angegebenen Unterscheidungsmerkmalen steht S. sejntl- 
cralis der S. alba näher als der S. Babylonica. Ein aus Schweden vorliegendes, 
ebenfalls cultivirtes Exemplar steht der S. Babylonica näher. 

Dode (Bull. Soc. Bot. Fr. LV. 055 (1908) stellt die in den Bpäth'schen 
Baumschulen bei Berlin cultivirte S. alba vitellina pendula (s. S. 80) als S. cht 
com« 2) (babylonica X vitellina) hierher. Diese von Späth bereits seit vielen 
Jahren verbreitete und genau bekannte Weide ist lediglich eine ohne jede Bei- 
mischung entstandene Form der S. alba C. vitellina. 

Retusae X Sericeae. 

1039. X 1040. S. retüsa X glauca. ft. Niedrig, sparrig. 
Zweige braun, oft glänzend, kahl, nur die jungen Triebe behaart. 
Blätter starr, lanzettlich oder länglich, spitz, nur mitunter stumpf, nach 
dem Stiel zu keilförmig verschmälert, ganzrandig, in der Jugend 
meistens behaart, später verkahlend und ganz kahl, oberseits dunkel- 
grün, matt, unterseits heller oder blaugrün, matt; Adernetz oberseits 
scli wach, unterseits deutlich, fein hervortretend. Seitennerven: stark nach 
der Spitze des Blattes zu gerichtet. Blüthenstände mit den Blättern 
erscheinend, an kurzen beblätterten Zweigen endständig, länglich 



K. K. Beamter in Saaz, f in Prag, botanisirte um Saaz. Kr führte mich 1853 
bei Opitz (S. Vi. 1. S. 740 Fussn. 1) ein. Karl 1'. (Dalla Torre u. Sarnth. Litt. 
Fl. Tirol 220), K. K. Forstwart in Trutz, machte 1829 Angaben über die Ver- 
breitung der wichtigsten Waldbäume im Ober-Innthal. Rudolf P. s. VI. 1. S. 251 
Fussu. 2. A. 

i) s. 19 FusSn. 3. 

2) Von xqvoö: Gold und ziiin, Haupthaar. 



Salix. 205 

oder kurz cylindrisch ; Tragblätter länglich, gestutzt, rostbraun, mehr 
oder minder behaart. Staubblätter zwei, am Grunde behaart. Frucht- 
knoten kurz gestielt, kurz kegelig, mehr oder minder hellgrau behaart; 
Griffel kurz oder bis fast halb so lang als der Fruchtknoten; Narben 
länglich, gabelig, ausgerandet oder gespalten ; Drüsen in den männlichen 
Blüthen zwei (vordere und hintere); in den weiblichen Blüthen eine 
(hintere), kurz. 

Schweiz: Graubünden und Wallis; Tirol: Pusterthal; Prägraten 
2200 m. " 

S. glauca-retusa Wimmer Denkschr. Schles. Ges. Vaterl. Kult. 
1853, 172. — S. Ausserdorf eri 1 ) Huter Exs. (1872). Oesterr. Bot. 
Zeitschr. XXIII. (1873) 127 (nur der Name). — S. lagopina 9 -) Woloszcz. 
in Kerner Fl. Exe. Austro-Hung. (1886) Nr. 1446; nicht Ausserdorf. 

Ausserdorf e r hat eine im August 1879 ebenfalls in Prägraten gesammelte 
hierher gehörige Weide nicht als S. glauca X retusa, sondern irrthümlich als glauca 
X hastata ausgegeben (Herb. Mus. Bot. Berol.). 

Ausserdem gehören hierher: 

B. buxifdlia (S. buxifolia Willdenow in Schleicher Cat. Sal. 1 [1809]. Coli. 
Sal. Cas. No. 832, Herb. Willdenow No. 18 255. — S. nivea cöncolor Seringe 
Ess. Saul. Suisse 54 [1815]. — S. helvetica var. cöncolor DC. Fl. Fr. Suppl. 
344 [1815]). Blätter breit-länglich. "Weibliche Blütheustände dick; Frucht- 
knoten dicht behaart. — Schweiz. 

C. elaeagnoid.es (S. elaeagnoidcs Willdenow in Schleicher. Cat. Sal. a. a. O. 
Coli. Sal. Exs. No. 841). Blätter breit-lanzettlich, spitz, stärker seidig behaart. 
Blättchen schlanker. — Schweiz. 

D. pseudo- Ausser dorf er i (S. Ausserdorferi Woloszcz. in Kerner Fl. exs. Austro- 
Hung. No. 1445 [188G], nicht Huter. — S. superretusa X glauca Woloszcz. 
a. a. O.). Steht der S. retusa näher. — ■ Tirol: Prägraten, 2700 m. 

E. euryadenia't) (S. euryadenia [S. superglauca X retusa] Woloszcz. a. a. O. 
No. 1447. — 8. lagopina Ausserd. Exs. 1S73 nicht Woloszcz. — S. reedndita 
Ausserd. Exs. 1874 nicht Woloszcz.) Steht der S. glauca näher. — Tirol: 
Prägraten, 2500 m. 

Dalla Torre u. Sarnthein (Fl. Tir. VI. 2. 42 [1909]) stellen, sich auf 
briefliche Mittheilungen von Huter stützend, S. lagopina Ausserd. zu S. Ausser- 
dorferi Woloszcz.; im Herbar des Königl. Bot. Museums zu Berlin befindet sich 
jedoch ein von Ausserdorf er im August 1874 gesammeltes weibliches Exemplar, 
welches als „S. lagopina Ausserd. 1879 (superglauca X retusa)' ausgegeben ist 
und auch augenscheinlich zu dieser Form des Bastards gehört. 

Ebenfalls im Herbar des Königl. Bot. Museums zu Berlin befinden sich zwei 
von Ausserdorf er im Juli 1875 in Prägraten gesammelte weibliche Pflanzen, 
welche als „S. recondita Ausserd. 1874 (S. helvetica X retusa)' ausgegeben sind; 
sie stimmen jedoch mit dem von Ausserdorf er im Jahre zuvor (Aug. 1874) an 
demselben Standorte gesammelten und als 9 S. lagopina Ausserd. 1879 (superglauca 
X retusa)' ausgegebenen Exemplar so vollständig überein, dass alle drei Exemplare 
nur den gleichen Bastard, und zwar für S. superglauca X retusa darstellen können. 

(Nur im Gebiete.) \x\ 



i) S. II. 1. S. 261 Fussn. 1. Die genauen Daten sind * 11. März 1836 Auras 
bei Lienz f 16. Sept. 1884 Hall (Dalla Torre u. Sarnth. I. 353). 

2) S. II. S. 59 Fussn. 1. 

3) Von eiQv; breit und öo"?/v Drüse. 



206 Salicaceae. 

B. I. X IL 

Pleonandrae X Diandr ae. 
Iriandrae X Alb a e. 

1037. X 1038. S. amygdalina X a,ba - Meist hoher, der 
S. amygdalina ähnlicher ti oder baumartig. Zweige kahl (nur die 
jungen Triebe fein behaart). Blätter breit oder schmal lanzettlich, an 
beiden Enden spitz, meist ungleich gesägt, kahl, nur in der Jugend 
anliegend fein behaart, oberseits wenig glänzend oder trubgrün, unter- 
seits heller oder blaugrün. Nebenblätter halbherzförmig, spitz. Blüthen- 
stände mit den Blättern erscheinend, wie bei den Erzeugern an kurzen 
beblätterten Zweigen, dünn, lang, cylindrisch. Tragblätter länglich, 
häutig, gelb, am Grunde stärker, sonst spärlich behaart und bebärtet. 
Staubblätter 2 oder 3 (in einem Blüthenstande gemischt), am Grunde 
behaart. Fruchtknoten kegelig, stumpf, kahl, gestielt. Griffel kurz; 
Narben gespreizt, ausgerandet; Drüsen in den männlichen Blüthen- 
ständen 2 (vordere und hintere), in den weiblichen 1 hintere, die etwa 
halb so lang als der Fruchtknotenstiel ist. 

Oldenburg, Hannover, Thüringen, Brandenburg, Lausitz, Schweiz, 
Tirol (Trient, Bozen?, Dalla Torre u. Sarnthein a. a. O. 33), 
Oesterreich (?), Ungarn. 

S. alba X amygdalina Aschers. Fl. Prov. Brandenb. I. 630 (1864). 
Buchenau Fl. Nordwestdeutsche Tiefebene 166 (1894). — S. undulata 
Ehrh. Beitr. VI. 101 (17091). — S. lanceolata Smith Engl. Fl. IV. 
168 (1828). — S. triandra-viminalis var. undulata Wimmer Flora 
XXXII. 39 (1849) z. T. — S. triandra-alba Wimmer u. Krause 
Collect. Sal. ed. L. n. 16 (1858). Sal. Eur. 144 (1866). — S. ery- 
throclados 1 ) Simonk. Termesz. Füz. XII. (?) 158 (1889). — S. süb- 
dola 2 ) F. B. White Journ. Linn. Soc. XXVII. 354 (1890). 

S. undulata wurde von dem Autor selbst, wie Wimmer (Sal. Europ. 145 
[1866]) mittheilt, mit S. hippophaifolia, also mit S. amygdalina X riminalis zu- 
sammengeworfen, und dann auch von Andersson (Monogr. Sal. 1.28 [1863] und 
in DC. Prodr. XVI. 2. 204 [1S68] in dieser Weise aufgeführt, Erst Wimmer und 
Krause stellten fest, wie Wimmer (Sal. Europ. 144 [1860]) ausführlich darlegt, 
dass Ehr hart ursprünglich unter S. undulata S. alba X triandra verstanden hat 
und dass S. triandra X viviinalis als S. hippophaifolia davon getrennt gehalten 
werden muss. Der von Wimmer ausgesprochenen Ansicht kann ich nach dem 
vorliegenden umfangreichen Material um- zustimmen. Die vollständig kahlen Frucht- 
knoten und fast fehlenden Griffel bei S. alba X triandra einerseits und die be- 
haarten Fruchtknoten und längeren Griffel bei S. amygdalina X viminaM» anderer- 
seits bilden untrügliche Trennungsmerkmale zwischen diesen beiden Bastarden. 

Es ist bei S. amygdalina X alba festzuhalten, dass sie stets gemischt männ- 
liche Blüthen mit 2 oder 3 Staubblättern und in den weiblichen Blüthen kahle 
Fruchtknoten, deren Stiel etwa doppelt BO lang als die Drüse ist, nur sehr kurze 
Griffel und kurze, seitwärts gebogene Narben haben muss. 

Simon kai (a. a. O.) giebl an, dass seine S. erythroclados elliptisch-lanzett- 
liche Blätter habe; sie ist mithin eine breitblättrige Form der .S'. amygdalina X alba. 



l) Von iov&QÖg roth und y.Adöog Ast. 
-) Bubdolus, betrügerisch, 



Saiix. 207 

(Frankreich; Grossbritannien; Skandinavische Halbinsel; Russland: 
Esthland.) * 

A X B. 

Bastarde der Didymadeniae X Heteradeniae. 
Lucidae X Triandrae. 

1033. X 1037. S. pentändra X amygdälina. t), hoch. Zweige 
gelb oder graubraun, kahl; Blätter balsamisch riechend, lanzettlich bis 
länglich; beiderseits spitz oder am Grunde stumpf, dicht drüsig gesägt, 
am Stiel stark drüsig, kahl, oberseits dunkelgrün, glänzend, unterseits 
graugrün. Seitennerven fein und scharf hervortretend. Nebenblätter 
halbherzförmig -spitz, gesägt, Blüthenstände (nur weibliche bekannt) 
mit den Blättern erscheinend, an kürzeren oder längeren beblätterten 
Stielen (Blätter nur spärlich klein gesägt), schmal cylindrisch; Trag- 
blätter häutig, gelb, kurz dünn behaart, Fruchtknoten gestielt (Stiel 
etwa 1 /s so lang als der Fruchtknoten), kahl; Griffel fast fehlend; 
Narben kurz ausgerandet. Meistens zwei Drüsen, hintere etwa 1 k so 
lang als der Fruchtknotenstiel, breit, gestutzt, oft unregelmässig ge- 
spalten, vordere, wenn vorhanden, niedriger und schmäler. 

Provinz Brandenburg: bei Berlin; Hannover(?), Polen (?). 

S. pentändra X amygdalina O. v. Seemen in A. u. G. Syn. 
IV 206 (1909). — 8. pentändra X triandra (S. Schumanniäna x ) 
O. v. Seemen DBM. VII (1889) 36. — 8. Wagae 2 ) Zalewski Kosmos 
V, VI (1896) ABZ. III. 13, 111 (1897) (?). 

Bei drei von mir in der Provinz Brandenburg bei Berlin beobachteten Exem- 
plaren zeigen namentlich die Blätter in ihrer oberseits glänzenden Färbung, in der 

i) Nach Professor Karl Moritz Schumann, * 17. Juni f851 Görlitz f 22. März 
1904 Berlin, seit 1884 Custos am Botan. Museum, seit 1893 Docent an der Universität 
daselbst, Verf. ebenso zahlreicher als werthvoller morphologischer, systematischer 
und pflanzengeographischer Schriften, die ihm eine hervorragende Stelle unter den 
zeitgenössischen Botanikern sicherten. Um nur die wichtigsten zu nennen, so be- 
arbeitete er zahlreiche Familien für die Flora Brasiliensis, Engler-Pr antl's Natür- 
liche Pflanzenfamilien und Mtisaceae, Marantaceae und Zingiberaceae 1900, 1902, 
1904 für Engl er 's Pflanzenreich, sowie 1900 Sterculiaceae, für dessen Monogr. 
ausgew. afrik. Pfl. Farn. (Neudamm 1897 — 9), endlich selbstständig die Cactaceae, über 
welche er 1892—1903 (z. T. 1904) den IL— XIII. Jahrg. der Monatsschrift für 
Kakteenkunde herausgab und grösstenteils selbst, verfasste, ferner die Flora von 
Kaiser Wilhelmsland (mit Hollrung 1889), Neu Pommern (1898) und der Deutschen 
Schutzgebiete in der Südsee (mit Lauterbach 1900). Von 1898—1903 gab er 
Just 's Botanischen Jahresbericht heraus, ferner 1896 — 9 mit Arth. Meyer eine 
neue Bearbeitung von Berg-Schmidt's Darstellung und Beschreibung der Arznei- 
pflanzen. Von seinen morphologischen Arbeiten ist das Werk Neue Untersuchungen 
über den Blüthenanschluss Leipzig 1890 das wichtigste. Erwähnung verdienen 
auch seine kritischen Untersuchuugen über die Zimmtländer (Peterm. Mitth. Erg.heft 
73 [1883]) und Beitr. zur Kenntn. d. Etymologie und Gesch. der Gewürznelke (Jahrb. 
Bot. G. Mus. Berlin III (1884) 119. Die Verf. der Synopsis verdanken S. manche 
Förderung ihrer Arbeiten. Vgl. Volkens Bot. V. Brand. XLVI LIX mit Bild 
und Bcr. D. Bot. G. XXII mit Schriftenverzeichniss von E. Koehnc. 

'-') Nach Jakob Waga, f 23. Febr. 1872, 72 Jahre alt, l'.omza, Professor 
daselbst, Verf. der werthvollen Flora Polonica Phanerogama, 3 Bände 1847, 1848. 
Vgl. Rostafifiski ZBG. Wien XII (1872) 84. 



208 Salicaceae. 

[einen Nervatur, der dichtet drüsigen Zahnung, der starken Bedrüsung an der Spitze 
lies Blattstiels sowie in dem starken balsamischen Geruch Merkmale, die auf S.pent- 
andra hinweisen. Ebenso deuten die meist vorhandenen 2 Drüsen in den weiblichen 
Blüthen und die oft unregelmässig gespaltene hintere Drüse auf <S'. pentandra hin. 
Für S. «niygdalina spricht die Form der Blätter und Blütheiistände. 

Ausserdem wurde ein weibliches Exemplar beobachtet, welches neben den bei 
den vorher erwähnten 3 Exemplaren vorhandenen Merkmalen noch eine feine Be- 
haarung der jüngsten Blätter zeigte. Es ist wohl anzunehmen, dass bei diesem 
Exemplar noch eine Beimischung der S. alba stattgefunden hat. 

(Bisher nur im Gebiete.) j"*j 

Lucidae X Albae. 

1033. X 1038. S. pentandra X alba- })■ Zweige braun oder 
gelbbraun, nur die jungen Triebe dünn seidig behaart ; Blätter bal- 
samisch riechend, lanzettlich oder schmal-lanzettlich, spitz oder zuge- 
spitzt, am Grunde spitz, dicht drüsig gesägt, am oberen Ende des Blatt- 
stieles drüsig ; junge Blätter seidig behaart, später kahl, oberseits glänzend, 
Unterseite grün oder graugrün, matt. Blüthenstände mit den Blättern 
erscheinend, an beblätterten kurzen Zweigen endständig, Blätter der- 
selben feiu drüsig gesägt. Tragblätter gelb, häutig, am Grunde und 
am Rande behaart. Staubblätter 2 — 6 in demselben Blüthenstände, 
am Grunde stark behaart. Fruchtknoten kahl, fast sitzend oder kurz 
gestielt; Griffel sehr kurz oder fehlend; Narben dicklich ausgerandet, 
seitwärts gebogen ; Drüsen in den männlichen Blüthen eine vordere und 
eine hintere, in den weiblichen neben der hinteren meist auch eine vordere. 

Deutschland, Niederösterreich, Tirol. 

S. alba X pentandra Kerner in Sched. und Wimmer Sal. Europ. 
139 (1866). — S. Ehrhartiana Sm. in Rees Cyclop. (1819); Meyer 
Chloris Hanov. 486 (1836) z. T. — S. tetrandra Fries Novit. Fl. 
Suec. Mant. prima (1832) 41, z. T. nicht L. — S. pentandra X alba 
Ritschi. Fl. Bo. 291 (1850). 

Der balsamische Geruch der Blätter, die drüsige Sägung des Blatt randes, die 
Bedrüsung des oberen Endes des Blattstieles und die veränderliche Zahl der Staub- 
blätter von 2 — G deuten sofort auf S. pentandra, während die Behaarung der jungen 
Blätter und Triebe, sowie die fast sitzenden kahlen Fruchtknoten und die sehr 
kurzen oder fehlenden Griffel auf S. alba hinweisen. Die vordere Drüse bei den 
weiblichen Blüthen wird oft nur schwer zu finden sein. 

Meyer hat (a. a. O.) seine S. Ehrhartiana mit S. Russcliana „der meisten 
Autoren", also S. pentandra X alba mit S. alba X fragitis zusammengeworfen. 

Dieser Bastard hat viel Aehnlichkeit mit S. alba X fragilis, und darum ist 
eine genaue Prüfung der Merkmale durchaus erforderlieh. Von vorneherein ist zu 
beachten, dass bei S. alba X pentandra die Zweige nicht leicht abbrechen und die 
Blätter einen balsamischen Geruch haben, während bei S. alba X fragilis die Zweige 
wie bei S. fragilis leicht abbrechen und die Blätter nicht balsamisch riechen. 

(England; Schweden; Norwegen; Russland.) *. 

Lucidae X Fragiles X Albae. 

1033. X 1036. X 1038. S. pentandra X fragilis X alba. 
tl. Zweige braun, glänzend, kahl. Blätter lanzettlich, lang zugespitzt, 



Salix. 209 

am Grunde spitz, fein gesägt, an der Spitze des Stieles mit Drüsen be- 
setzt, oberseits lebhaft grün, glänzend, Unterseite etwa graugrün, nur in 
der Jugend etwas behaart, später kahl. Männliche Blüthenstände mit 
den Blättern erscheinend, gestielt (Stiel mit kleinen lanzettlichen Blättern), 
cylindrisch, etwa so dick wie bei S. fragilis, aber kürzer. Tragblätter 
eiförmig, häutig, geädert, gelb, spärlich behaart. Staubblätter 3 — 7 an 
der Spitze wollig behaart. Drüsen 2 (vordere und hintere). 

Provinz Hannover: Freudenberger Wiese in Bassum einige d' 
Sträucher ; jetzt verschwunden. 

S. alba X fragilis X pentandra Buchenau Fl. Nordwestd. Tiefeb. 
106 (1894). — S. 'herandra Ehrh. Beitr. VII (1791)138. — 8. (fra- 
gilis X alba) X pentandra Beckmann Herb. (1882). — S. viridis 
(fragilis X alba) X pentandra Beckmann in Herb. Baenitz 1888. 
— S. 'pentandroides Rouy Rev. Bot. Syst. et Geogr. Bot. IL 168 
(1904). — 

L*i 

Herbaceae X Retusae. 

1034. X 1039. S. herbäcea X retusa. Wuchs und Form 
des Strauches an S. retusa, Färbung, Berandung und Adernetz der 
Blätter an S. herbäcea erinnernd. — Stämmchen bis 20 cm lang, 
4 mm dick, theilweise unterirdisch kriechend; Aeste 2 — 11 cm lang, 
braun. Blätter kurz gestielt, elliptisch oder verkehrt-eiförmig-rundlich, 
stumpf oder spitzlich, oder flach ausgerandet, am Rande auf der unteren 
Hälfte (selten bis zur Spitze) entfernt drüsig oder kerbig gesägt, beider- 
seitig glänzend ; Adernetz ähnlich wie bei 3. herbäcea, aber weniger 
hervortretend. Weibliche Blüthenstände 0,5 — 1 cm lang, an eben so 
langen beblätterten kurzen Zweigen endständig. Fruchknoten aus ei- 
förmigem Grunde kegelförmig, kahl, kurz gestielt; Griffel kurz; Narben: 
gespalten, spreizend, lineal, länglich. Drüsen (ob vordere und hintere?) 
so lang oder kürzer als der Fruchtknotenstiel. 

Karpathen: Hohe Tatra 2020 m (Pa^ 1905); Schweiz: Bevers in 
Oberengadin und Segnes-sura ob Flims; Piemont: Col de Tei. 

S. herbäcea X retusa (S. subnivälis) Brügger XXV. Jahresb. 
Naturf. Ges. Graubünden 106 (1882). ?? — S. retusa var. pedemontäna 
R. Beyer Beiträge Fl. Thäler Grisanche und Rheines, in Wissensch. 
Beitr. Progr. Andreas-Real-Gymn. Berlin 1891. 27. 

E. Buser in Grenili: Neue Beiträge zur Flora der Schweiz IV (18S7) 79 
hält S. herbäcea X retusa Brügger für S. retusa L. /. latifolia. 

Hierzu gehört: 

B. S. herbäcea X serpyllifölitl (Grenili Exeursionsfl. Schweiz 7. Ann. 
375 [1893]). Ist ohne Diagnose aufgestellt. Material liegt nicht vor. — Schweiz: 
Albula. 

(Nur im Gebiete.) |*J 

Ascherson u. Graebner, Synopsis. IV. 14 



210 Salicaceae. 

Herbaceae X Sericeae. 

1034. X 1040. S. herbacea X glauca. ft. Niedrig, mit kriechen- 
dem Stamm und kurzen sparrigen Aesten. Junge Zweige kurz behaart, ältere 
braun, kahl. Blätter breit verkehrt-eiförmig, an der Spitze abgerundet, 
oder breit-oval mit kurzer Spitze, ganzrandig oder ungleich gesägt; junge 
Blätter grau •wollig behaart, ältere nur am Stiel und am Mittelnerven be- 
haart; beiderseitig trübgrün, unterseits nur wenig heller. Adernetz eng- 
maschig, oberseits deutlich, unterseits scharf hervortretend. Blüthenstände 
mit den Blättern gleichzeitig erscheinend, an kurzen beblätterten Zweigen 
endständig, kurz eylindrisch, dichtblüthig. Tragblätter breit, oval, gelb- 
braun, oberseits spärlich lang behaart, am Rande dicht hellgrau be- 
haltet. Staubblätter lang, kahl. Fruchtknoten kurz gestielt, schmal, 
kegelig, dicht hellgrau behaart: Griffel: etwa l /'a so lang als der Frucht- 
knoten; Narben länglich, getheilt, gabelig. 2 hintere Drüsen schmal- 
oval, gestutzt, vordere kürzer. 

Tirol: Villnöss-Alpe („ein Sträuchlein im Kalkgeröll", Dalla 
Torre u. Sarnthein Fl. Tir. VI, 2. 43 [1909]). 

S. glauca X herbacea Anderss. in Prodr. XVI. 2. 288 (1868). 
— S. pyrenäica norvegica Fries Novit. Fl. Suec. Mant. prima 74 
(1832). — 8. alpestris Anderss. Sal. Bor. Amer. 24 (1858). — 
S. Blyttii 1 ) Kerner Niederösterr. Weiden (1859) 210. — S. intricäta 
Huter Herb, nach Dalla Torre u. Sarnthein Fl. Tirol VI. 2. 43 (1909). 

Andersson stellt S. Pyrenäica norvegica und mit ihr S. glauca X herbacea 
zu S. ovata Seringe ; diese ist jedoch S. herbacea X Helvetica. 

Kerner hält a. a. O. S. jiyrenaica norvegica Fr. irrthümlich für S. herbacea 
X orbuscula, welchen er „nach dem Entdecker Prof. M. Blytt" S. Blyttii nennt. 
S. Blyttii ist ebenso wie S. pyrenäica norvegica Fries S. glauca X herbacea. 

" (Skandinavien; Island: Nordamerika.) |_jfr| 

-i 

Reticulat'ae X Retusae. 

1035. X 1039. S. retieuhita X retüsa. t? Niedrig, kurzästig. 
Zweige braun, kahl (nur die jungen Triebe sehr kurz und zerstreut 
behaart). Blätter starr, breit verkehrt-eiförmig oder länglich, an der 
Spitze abgerundet oder stumpf, am Grunde verschmälert, ganzrandig, 
oberseits grün, glänzend, kahl; unterseits matt, graugrün, mit langen 
Seidigen Haaren dünn besetzt; Adernetz weitmaschig, oberseits schwach, 
unterseits scharf hervortretend. Blüthenstände an kurzen, beblätterten 
Zweigen endständig, kurz oval, wenigblüthig. Tragblätter breit, oval, 
ä?tig, dünn grau behaart, bis zur Mitte des Fruchtknotens herauf- 
ragend. Fruchtknoten sehr kurz gestielt, eiförmig, stumpf, röthlich, 
dünn behaart; Griffel kurz; Narben kurz, seitwärts gebogen. Drüse 
etwas länger als der Fruchtknoten. 

Schweiz: Bagnethal. Tirol: KitzbüchlerHorn; Starzen wiesen in Inner- 
viÜgraten (Dalla Torre u. Sarnthein Fl. Tirol VI. 2. 44 [1909J. 



i) S. II. 1. S. 35 Fussn. 1. 



Salix. 211 

S. retusa X reticulata (S. Thomäsii) 1 ) Anderss. in DC. Prodr. 
XVI. 2. 297 (1868). — S. retusa y. Thomasiäna 1 ) Reichenb. Ic. 
XL 16. (1828). 560 fig. 1192. — S. Eichen/ekln 2 ) Gander nach 
Richter in Zool. Bot. Ges. XLI (1891) 21. — S. Thomasiäna Gurke 
in Richter-Gürke PI. Eur. II. 36 (1897). 

Die im Bagnethal vorkommende Weide wird von Gremli (Excursionsfl. 
Schweiz 7. Aufl. 376 [1893]) und von Bus er (Neue Denkschr. Schweiz. Gesell. 
Gesammte Naturwiss. 1895. 330) für S. reticulata X serpyllifolia gehalten. 

Hierzu gehört: 

B. S. reticulata X serpyllifolia (Gremli Excursionsfl. für die Schweiz 
7. Aufl. 37G [1893]). — Schweiz: Bagnethal. 

(Nur im Gebiete.) - \~%\ 

Beticulatae X Sericeae. 

1034. X 1040? S. reticulata X glauca? Fritze in Herb. Mus. Berol. Bis- 
her nur in Norwegen. 

Beissner, Schelle, Zabel (Handb. Laubholzbenenn. 43 [1903]) führen 
nur den Namen S. glauca X reticulata ohne Beschreibung auf. 

Fragiles X Triandrae. 

1036. X 1037. S. fragilis X amygdälina. Ti. Meist hoch. 
Zweige braun oder gelb, kahl. Blätter länglich oder lanzettlich, kurz 
oder lang zugespitzt, nach dem Stiel zu verschmälert, am Rande grob 
gesägt, kahl, oberseits dunkelgrün glänzend, Unterseite matt, etwas 
heller oder blaugrün. Blüthenstände mit den Blättern erscheinend, an 
kurzen beblätterten Zweigen endständig, lang, dünn, cylindrisch. Trag- 
blätter gelb, häutig, oval, behaart; Staubblätter 2 und 3 am Grunde 
behaart. Fruchtknoten lang gestielt, kahl, Griffel kurz; Narben seit- 
wärts gebogen. Drüsen in den männlichen Blüthen 2 (vordere und 
hintere), in den weiblichen Blüthen meist nur eine hintere, die vordere, 
wenn vorhanden, nur sehr klein. — Die Zweige und Blätter sind stets 
kahl. 

Provinz Brandenburg: Lausitz; Sachsen; Hannover; Bayern; 
Böhmen; Oesterreich; Ungarn; Siebenbürgen. 

S. fragilis X amygdälina v. Seemen in A. u. G. Fl. Nordostd. 
Flachl. 237 (1898). — S. amijgdalina-fragilis Wimmer Flora XXXI. 
393 (1848). 

Es sind drei Formen zu unterscheiden : 

A. subtriandra steht der S. fragilis sehr nahe. — S. subtridndra Neureich in 
Verb. ZBG. Wien I. 119 (1851). — S. superfragilis — amygdälina Kerner 
Niederösterr. Weid. 189 (1859). 

B. alopecur o'ides 3) hält etwa die Mitte zwischen den Erzeugern. — S. alo- 
pecuroides Tausch Ind. Hort. Canal. 1821. — S. speciösa Host Sal. 2, tab. 17 



t) Wohl nach Emanuel Thomas s. II. 1. S. 97 Fussn. 1. 

2) S. III. S. 764 Fussn. 3. 

3) Von äÄöjTcrji Fuchs und otiqd Schwanz, wegen der Form der Blüthenstände. 

14* 



212 Salicaceae. 

(1S28). — S. amygdalina-fragilis Wimm. Flora XXXI. 333 (1848) im engeren 
Sinuc — S. fragilis-triandra Wimm. Denkschr. Schles. Ges. 1853. 156. — 
Hierzu 

II. hypoleiical) (Borb. Fl. Bekes Com. 50. ÜBZ. XXXIII. 359 [1883]). 
Blätter Unterseite blaugrün. 
C. Knvätsii-'i stellt der S. amygdalina sehr nahe. — S. Kovatsii (8. subfragüia- 
amygdalina Kerner Niederösterr. Weid. 190 (lb59). 

(Skandinavien; Frankreicli ; Grossbritannien; Russland: in den 
Ostsee-Provinzen; Asien: Amurland.) j* 

Fragiles X Albae. 

1036. X 1038. S. frägilis X alba. h — h. Meist hoch. Zweige 
leicht abbrechend, braun oder gelb; junge Triebe mehr oder minder 
seidig behaart. Blätter breit lanzettlich oder lanzettlich, meist lang zu- 
gespitzt, in der Jugend meistens seidig behaart, später oberseits ganz 
kahl, unterseits mehr oder minder verkühlend, oberseits dunkelgrün, 
glänzend, unterseits matt, wenig heller, grau oder blaugrün, am Rande 
gesägt. Blüthenstände mit den Blättern erscheinend, an kurzen be- 
blätterten Zweigen endständig; schmal cylindrisch, et\va> lockerblüthig. 
Tragblätter häutig, länglich, gelblich, kahl oder etwas behaart. Staub- 
blätter zwei, frei, am unteren Ende behaart. Fruchtknoten kurz ge- 
stielt, kegelig, kahl; Griffel kurz; Narben seitwärts gebogen. Drüsen 
in den männlichen Bliithen zwei, in den weiblichen Blüthen meistens 
nur eine hintere. 

Im ganzen Gebiet; vielfach angepflanzt. 

S. alba-fragilis G. F. W. Mey. Fl. Hau. 499 (1849). Ritschi 
Fl. Pos. 206 (1850). — S. rubescens Schrank Baier. Fl. I. 226 (1789). 
— S. Russeliäna*) Willd. Spec. pl. IV. 2. 656 (1805). — 8. pendula 
Ser. Ess. Saul. Suisse 79 (1815) z. T. — S. montana Forb. Sal. Wob. 
19 (1829). — S. Ehrhartiana 4 ) (S. albo-Ehrhartiana) G. F. W. Meyer 
Chlor. Hann. 486 (18H6) z. T. — ' 8. alba var. rubens G. F. W. Meyer 
a. a. O. 487. — S. cMorocarpa Schur Enum. PI. Transs. 616 (1866). 

1) Von bftö unten (liier unterseits) und Ätvy.ö: -weiss. 

2) Nach Julius Koväts von Szent-Lelek, * 25. Sept. 1815 (A. v. Degen 
br.) f 22. Juni 1873 Budapest, um die Flora von Österreich und Ungarn hoch- 
verdient. Fr stammte aus Märos- Vasärhelj (Siebenbürgen), wo er Beine Jugend ver- 
lebte. 1835 — 50 verweilte er in Wien und gab dort die Ezsiccatenwerke Flora Ex- 
siccata vindobocensis und Plantae rar. imp. Austriae heraus. 1850 kehrte er als 
Custos am Fester National-Museum nach Ungarn zurück, docirte seit 1800 an der 
Universität und wurde 1863 zum Professor der Botanik ernannt, welches Amt er 
aber wegen eines unheilbaren Gehirnleidens (Aphasie) nicht antreten konnte. Eine 
von ihm 1858 in Gemeinschaft mit Samuel von Brassai, * 15. Juni 1797 (1800?) 
(A. v. Degen br.) Toroczkö (Ct. Torda) f 24. Juni 1 fe '. • 7 Klausenburg (Kolozsvar), 
zuletzt Director des Siebenbürgischen Museums daselbst, einem äusserst vielseitigen 
Gelehrten, angekündigte Flora Ungarns (in ung, Sprache) kam aus Klangel an Sub- 
BCribenten nicht zu Stande. F.. hat in Kanitz' Magy. NöV. Lapok X XII (1886 — 8) 
Bruchstücke seine- Manuscripts mitgetheilt. (Vgl- Kanitz Linnaea XXXIII. 595 
[195] und G07 /207J). 

3) S. VI. 1. S. 703 Fussn. 4 u. IV. S. 72 Fnssu. 2. 

4) S. II. 1. S. 12 Fussn. 3. 






Salix. 213 

— S. fragilis-alba Wimm. Denkschr. Schles. Ges. 1853. 156. Sal. 
Europ. 133 (1866). — S. fragilis var. sicula Strobl Flora LXIV. 430 
{1881). — S. fragilis b. britännica B. White Journ. of Bot. XXVII. 
266 (1889). 

Ist oft nur schwer von den Erzeugern zu unterscheiden. Sind neben Merk- 
malen der S. fragilis die jungen Zweige und Blätter behaart sowie die Griffel nur 
kurz, so ist immer auf die Beimischung von <S'. alba zu schliessen. 

Kommt namentlich in den drei Formen vor: 

A. excelsior Blätter später ganz kahl, unterseits blaugrün. — S. excelsior Host 
Sal. 8 tab. 28, 29 (1828). — S. superfragilis-alba Kerner Niederösterr. Weid. 
185 (1859). — S. viridis var. fragilior Anderss. Monogr. Sal. I. 44 (1863). 
— 5'. fragilis-alba b. glabra Wimm. Sal. Europ. 133 (1866). 

B. viridis Blätter zuletzt kahl, unterseits bleichgrün. — S. viridis Fries Nov. 
Fl. Suec. ed. 2. 2S3 (1828). — S. alba var. viridis Wahlenb. Fl. Suec. ed. 2. 
658 (1833). — S. gracilenta Tauch exsicc. 

C. palustris Blätter seidenhaarig bleibend. — S. palustris Host Sal. 7. t. 24, 
25 (1828). — S. subfragilis-alba Kerner Niederösterr. Weid. 186 (1859). — 
S. fragilis-alba E. vestita Wimm. Sal. Europ. 133 (1866). — <S. viridis var. 
albc'scens Anderss. Monogr. Sal. I. 44 (1863). 

(Dänemark; Skandinavische Halbinsel; Britische Inseln; Frank- 
reich; Serbien; Rumänien; Kaukasus.) ^1 

1036. X *t- S. fragilis X Babylonica. tl oder Tl. Zweige 
dünn, hängend, schmutzig grün oder braun, kahl, leicht abbrechend. 
Blätter lanzettlich oder schmal-lanzettlich, lang zugespitzt, in den Stiel 
verschmälert, am Rande fein gesägt, kahl, oberseits dunkelgrün, unter- 
seits blaugrün. Xebenblätter eiförmig, spitz oder breit oval, gesägt. 
Blüthenstände gleichzeitig mit den Blättern erscheinend, schmal lang 
cylindrisch, an mit schmal lanzettlichen Blättern besetzten Zweigen end- 
ständig, etwas hängend. Tragblätter länglich, häutig, gelb, am Rande 
gewimpert. Männliche Blüthenstände: Staubblätter 2, am Grnnde be- 
haart. 2 Drüsen (vordere und hintere). Weibliche Blüthenstände: 
Fruchtknoten kurz gestielt, aus eiförmigem Grunde verschmälert, kahl, 
Griffel kurz; Narben seitwärts gebogen, ausgerandet ; eine hintere Drüse, 
etwa halb so lang als der Stiel des Fruchtknotens. 

Steht etwa in der Mitte zwischen den beiden Erzeugern. Thüringen; 
Hessen; Baden; Oesterreich; Ungarn (?) und wohl auch noch an 
anderen Orten angepflanzt. 

S. babylonica X fragilis Clemencon in Herb. De Candolle nach 
Anderss. Monogr. Sal. I. 50 (1863). — S. blanda Anderss. a. a. O. 
(1863). — S. Petzoldii 1 ) der Gärten, 

Diese Weide ist von C lern 0119011 bei Hanau in Hessen entdeckt worden. 
Wird vielfach mit S. Babylonica und S. elegantissima verwechselt. Simonkai 
(Termesz. Füz. XII. 158 [1889]) stellt eine S. oligdtricha-) (Babylonica X excelsior) 



l) Nach Karl Friedrich Adolf Petzold, * 19. Januar 1815 Königswalde, 
Kr. Ost-Sternberg R.-Bez. Frankfurt a. O. f 10. August 1891 Blasewitz bei Dresden. 
1852 — 1878 Park-Inspector, von 1872 Park-Director in Muskau (R.Lauche brien. 
S. VI. 2. S. 135 Fussn. 3). 

-) Von öPUyoi wenig und &Qt$ Haar. 



214 Salicaceae. 

auf, die er als der S. blanda und S. Babylonica nahestehend bezeichnet. — Giirkc 
PI. Europ. II. 8 (1807) stellt diese Art sodann nach a. S. bla,7ida als b. S. oligo- 
tricha als Form zu S. babylonica X fragilis. S. cxcelsior gehört zu S. alba X fragilis, 
bei der die jungen Triebe und Blätter mehr oder minder seidig behaart sind und 
dieses Merkmal ist auch, wie Simonkai hervorhebt, bei seiner S. oligolricha vor- 
handen. Ob diese Weide nun ^tatsächlich S. Babylonica X excelsior, d. h. <S' fra- 
gilis X alba X Babylonica oder nur S. alba X fragilis ist, kann, weil kein 
Material vorliegt, nicht entschieden werden. Jedenfalls darf S. oligotricha wegen 
der Behaarung der jungen Triebe und Blätter nicht zu &. fragilis X Babylonica, 
die kable Triebe und Blätter hat, gestellt werden. 

Schneider (Illustr. Handb. Laubholzk. 34 [1904]) stellt S. pendulina Wende- 
roth Schrift. Gesell. Beförd. Naturwissensch. Marburg II. 6. 27 (1831) und S. ele- 
gantissima (s. S. 73) als Synonym zu S. fragilis X Babylonica, aber mit Unrecht. 
S. elegantissima hat nicht kahle, sondern theilweise behaarte Fruchtknoten und ist 
eine der S. fragilis nahestehende eigene Art. S. 'pendtdina ist zur Zeit nicht mehr 
lebend, auch nicht mehr in getrocknetem Material vorhanden, also nicht mebr genau 
festzustellen. Der Autor giebt jedoch in der nur unvollständigen Diagnose an, dass 
die Blätter vollkommen ganzrandig, die Fruchtknoten lang gestielt, höckerig, mit 
dicht aufliegenden, mit der Lupe leicht zu bemerkenden Haaren besetzt seien. 
Diese Merkmale schliessen eine Zugehörigkeit zu S. fragilis X Babylonica be- 
stimmt aus. 

(Frankreich.) ~\ 

C. 

Bastarde der Monadeniae. 

I. 
Choristandrae. 

a. JBr achystylae. 

Capreae. 

1041. X 1042. S. cinerea X caprea. fi Mittelhoher oder hoher 
Strauch mit meist dicken Aesten; junge Zweige und Knospen, kurz 
dicht grau behaart; ältere Zweige kahl, schmutzigbraun. Blätter ver- 
kehrt-eiförmig oder länglich verkehrt-eiförmig, am Grunde meist stark 
verschmälert, spitz, stumpf, seltener abgerundet, ungleich, meist wellig 
gesägt, in der Jugend wie bei S. cäprea dicht grau behaart, später 
oberseits spärlich behaart oder kahl, unterseits kurz grau behaart, ober- 
seits trübgrün, unterseits graugrün. Adernetz oberseits nur sehr wenig 
vertieft, unterseits stark hervortretend. Nebenblätter breit, halbherz- 
förmig, gesägt. Blüthenstände vor den Blättern erscheinend, fast sitzend, 
an sehr kurzen mit kleinen schuppenartigen Blättern, seltener mit kleinen 
Laubblättern besetzten Zweigen endständig, cylindrisck, dichtblüthig. 
Tragblätter oval, stumpf, an der oberen Hälfte schwarz-braun, dünn, 
lang, grau behaart. Staubblätter lang, dünn, kahl oder am Grunde 
etwas behaart. Fruchtknoten lang gestielt, aus eiförmigem Grunde 
kegelig verschmälert, spitz, dicht graubehaart. Griffel kurz, aber 
deutlich vorhanden. Narben schmal oval, getheilt, aufrecht oder ab- 
gehend. Eine hintere Drüse, kurz, oval, etwa l U so lang als der Stiel 
des Fruchtknotens. 



Salix. 215 

Ueberall mit den Erzeugern. 

S. caprea-cinerea Wimmer Flora XXXII. 43 (1849). — S.poly- 
mörpha Host Sal. 21 (1828) z. T. — S. Beichardtii 1 ) Kerner Nieder- 
österreich. Weiden 249 (1859). — S. cinerea X caprea Beck Fl. 
Nied.-Oest. 290 (1890). 

Es ist darauf zu achten, dass namentlich die jungen Blätter in Form und 
Behaarung denen der S. caprea sehr ähnlich sind, und dass die Narben meist durch 
ihre aufrechte Stellung auf S. caprea hinweisen. 

(Frankreich; auf den Britischen Inseln; Skandinavien; Russland.) 

* 

1041. X 1043. S. cinerea X grantlifölia. Tl. Breit, dichtästig, 
„spann rückig". Junge Zweige kurz dicht behaart, ältere Zweige kahl. 
Blätter verkehrt-eiförmig bis länglich, spitz, wellig gesägt, in der Jugend 
behaart, später oberseits ganz verkahlend, unterseits nur an den Nerven 
kurz behaart bleibend; oberseits trübgrün, unterseits graugrün. Neben- 
blätter halbnierenförmig, spitz, gesägt. Männliche Blüthen stände vor 
den Blättern erscheinend, fast sitzend, oder an kurzen, mit kleinen 
schuppenartigen Blättchen besetzten Zweigen endständig, oval. Trag- 
blätter lanzettlich, spitz, an der unteren Hälfte hellbraun, nach der 
Spitze zu dunkelbraun, behaart. Staubblätter am Grunde behaart. Drüse 
(eine hintere), oval, gestutzt. 

Württemberg?; Niederösterreich: Sulzberg bei Schwarzau; Tirol: 
Braunkirchen bei Innsbruck, zwischen Weissenstein und Aldein bei 
Bozen (1400 m), Sardagna -Wasserfall bei Trient??? (Dalla Torre 
u. Sarnthein Fl. Tirol VI. 2. 38 (1909). 

S. cinerea X grandifölia {8. scrobigera) Woloszczak in Oest. 
XXXVI. (1886). 74. — S. cinerea X appendiculata Dalla Torre u. 
Sarnthein Fl. Tir. VI. 2. 38 (1909.) 

1041. X 1044. S. cinerea X Silesiaca. Niedriger oder mittel- 
hoher f). Ein- und zweijährige Aeste kurz grau behaart, später kahl, 
schmutzig braun. Blätter verkehrt eiförmig, oder verkehrt-eiförmig- 
lanzettlich, spitz oder (die unteren an den Zweigen) an der Spitze 
abgerundet, nach dem Stiel zu stark verschmälert, spitz, am Rande un- 
deutlich buchtig oder ausgebissen gesägt, in der Jugend grau behaart, 
später verkahlend und nur an den Nerven kurz behaart bleibend, ober- 



l) Nach Heinrich Wilhelm Reichardt, *6. Apr. 1835 Iglau (Mähren) 
f 2. Aug. (Selbstmord) Mödling bei Wien, Custos am K. K. Hofmuseum und a. o. 
Professor an der Universität in Wien, Verf. zahlreicher, zum grossen Theil auf die 
Flora Oesterreichs sowie auf Kryptogamen, besonders Pilze bezüglicher Aufsätze. 
Von wichtigeren Arbeiten nennt G. v. Beck (DBG. III [1885] XVIII) Gefäss- 
bündelvertheilung im Stamme und Stipes der Farne« (Denkschr. Akad. Wien XVII. 
21 [1859]). Carl Clusius Naturg. der Schwämme Pannoniens (Festschr. ZBG. Wien 
145 [1876]). Flora der Insel St. Paul (ZBG. Wien XXI [1871] 3). Beiträge zur 
Flora der Hawaiischen Inseln (Sitzb. Akad. Wien LXXV. 1. 553 (1877) u. LXXVI. 
1. 721 (1878). Ausserdem bearbeitete er die niederen Kryptogamen der Novara- 
Expedition und die Hypericaceae der Flora Brasiliensis. Vgl. auch Urban Fl. Brasil. 
Fase. CXXX. 195. 



216 Salicaccae. 

seits trübgrün, Unterseite graugrün; Adernetz oberseits etwas vertieft, 
Unterseite Btark hervortretend. Nebenblätter halbnierenförmig, spitz ge- 
sagt Weibliche Blüthenstände (oft kurz) vor den Blättern erscheinend, 
an kurzen, mit schuppenartigen Blättern besetzten Zweigen endständig, 
cylindrisch oder kurz cylindrisch, am unteren Ende lockerblüthig. Trag- 
blätter schmal oval, stumpf, braun, nach der Spitze zu dunkler, spär- 
lich grau behaart. Fruchtknoten lang gestielt (Stiel etwa J / 2 s0 ^ an g 
als der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde lang verschmälert, grau 
behaart. Griffel kurz; Narben länglich, gespalten, spreizend. Drüse 
(eine hintere) schmal oval, gestutzt, etwa l /s so lang als der Stiel des 
Fruchtknotens. 

Schlesien: Riesengebirge; Reinerz. 

S. cinerea-silesiaca Wimmer Denkschr. Schles. Gesellsch. Vaterl. 
Kultur 164 (1853). — S. subcinerea Anderss. Monogr. Sah I. 67 
(1863). — S. silesiaca y. subcinerea Anderss. in DC. Prodr. XVI. 
2. 219 (1868). 

1041. X 1045. S. cinerea X aurita. Dichtästiger, sparriger h. 
Junge Zweige meistens kurz dicht grau behaart ; ältere kahl, schmutzig 
braun. Blätter breit verkehrt eiförmig oder länglich verkehrt eiförmig, 
spitz, oft mit gefalteter Spitze, nach dem Stiel zu meist stark ver- 
schmälert, wellig oder ungleich gesägt, in der Jugend grau behaart, 
später meistens fast ganz verkahlend, oberseits trübgrün, unterseits grau- 
grün; Adernetz oberseits mehr oder minder vertieft, runzelig, unterseits 
hervortretend. Nebenblätter halbnierenförmig oder breit eiförmig, spitz, 
gesägt. Blüthenstände vor den Blättern erscheinend, fast sitzend oder 
an sehr kurzen, mit kleinen schuppenartigen Blättern besetzten Zweigen 
endständig, die männlichen meist oval, die weiblichen kurz cylindrisch 
(wenig grösser als bei S. aurita), dichtblüthig. Tragblätter schmal 
oval, stumpf, an dem unteren Theil hell, nach der Spitze zu dunkel- 
braun, behaart. Staubblätter lang, dünn, am Grunde behaart. Frucht- 
knoten lang gestielt (Stiel etwa so lang als der Fruchtknoten), aus ei- 
förmigem Grunde kegelig verschmälert, dicht grau behaart; Griffel feh- 
lend oder sehr kurz. Narben meist kurz oval, geteilt, kopfig, mitunter 
hinger und spreizend. Drüse (eine hintere), kurz oval, gestutzt, etwa 
1 -i so lang als der Stiel des Fruchtknotens. 

Belgien; Deutschland; Schweiz; Ober- und Nieder-Oesterreich ; 
Böhmen ; Galizien ; Siebenbürgen. 

S. cinerea- aurita Wimmer Flora XXXI 329 (1848). — S. multi- 
nervis Doli Fl. Bad. 516 (1859). — S. lutescens Kerner Niederöster- 
reich. Weid. 253 (1859). 

Zwischen den Erzeugern Behr häufig und in den verschiedensten Formen vor- 
kommend. .Meist ist sie der <S\ cinerea weit ähnlicher als der 8. aurita. Von der 
S. cinerea weicht sie aber besonders ;ds durch die dünneren Zweige, die nach dem 
Grunde zu meist stark verschmälerten Blätter mit oft gefalteter Spitze und run- 
zeliger Aderfläche, die kleineren Blüthenstände, die kürzeren aber länger gestielten 
Fruchtknoten, die kürzeren, mitunter ganz fehlenden Griffel und die kürzeren, 
meistens kopfigen Narben. 



Salix. 217 

(Frankreich - r Britische Inseln; Skandinavien; mittleres Russland.) 

1041. X 1046. S. cinerea X depressa. h mit dünnen aufrecht 
abstehenden Aesten. Junge Zweige sehr kurz und dünn grau behaart, 
ältere Zweige kahl, braun. Blätter elliptisch, an beiden Enden gleich 
spitz (Spitze mitunter gefaltet) oder verkehrt eiförmig kurz zugespitzt, 
nach dem Stiel zu verschmälert, zerstreut ungleich klein gesägt, in der 
Jugend seidig grau behaart, später fast ganz kahl, oberseits trübgrün, 
Unterseite graugrün. Nervatur oberseits fast ganz glatt, nur wenig ver- 
tieft, Unterseite fein scharf hervortretend. Nebenblätter breit halbherz- 
förmig gesägt. Blüthenstände vor (oft kurz vor) den Blättern er- 
scheinend, an sehr kurzen mit kleinen Blättern besetzten Zweigen end- 
ständig, klein (nicht viel grösser als bei S. depressa), oval oder kurz 
cylindrisch, diehtblüthig. Tragblätter schmal oval, stumpf, hellbraun, 
an der Spitze dunkler, dünn grau behaart. Staubblätter am Grunde 
etwas behaart. Fruchtknoten lang gestielt (Stiel fast so lang als der 
Fruchtknoten), aus ovalem Grunde kegelig verschmälert, stumpf, dicht 
grau behaart. Griffel sehr kurz. Narben oval, geteilt, gabelig ge- 
spreizt. Hintere Drüse oval, gestutzt, etwa V* so lang als der Frucht- 
knotenstiel. 

Baden; Hamburg; Ostpreussen ; Posen; Galizien. 

S. cinerea X depressa Meinsh. Fl. Ingr. 320 (1878). — S. 
coerulcscens Doli Fl. Bad. 517 (1859). — S. cinerea X Uvida 
Brunner in Doli a. a. O. (1859). — S. aurita X Starkeana Patze 
nach Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 228. (?). (1868). 

Zwei vorliegende Exemplare von S, aurita X Starkeana Patze's gehören 
zweifellos zu S. aurita X depressa. 

(Russland: Gouv. St. Petersburg.) |*J 

1042. X 1043. S. cäprea X grandifölia. ti. Bei der grossen 
Aehnlichkeit der Erzeuger schwer kenntlich. Wenn aber die Blätter 
der S. caprea ähnlich sind, die Narben jedoch wie bei S. grandifölia 
gespreizt sind, oder wenn die Blätter der S. grandifölia ähnlich sind, 
die Narben aber wie bei der S. caprea aufrecht stehen, so ist mit Be- 
stimmtheit auf den Bastard zu schliessen. 

Süd-Deutschland: Württemberg?; Schweiz; Tirol; Ober- und Nieder- 
österreich. 

S. caprea - grandifölia Wimmer Sal. Europ. 201 (1866). — 
S. sphacelata Schleicher Cat. (1809) 22, nicht Smith, nach Gremli 
Excursionsfl. Schweiz, 7. Aufl. (1893) 375. — S. appendiculätü X 
caprea Dalla Torre u. Sarnthein Fl. Tirol VI. 2. 41 (1909). 

Hierzu zwei Formen : 

A. supergrandifolia. Steht der S. grandifölia näher, von welcher sie jedoch 
namentlich abweicht durch kürzere und dickere Blüthenstände. Besonders zu 
beachten ist, dass die Blätter in der unteren Hälfte verschmälert 
und spitz sind. — Niederösterreich; Tirol. — S. supergrandifolia X caprea 



218 Salicaceae. 

(S. altenudta ) Keiner Niederösterreich. Weiden 246 (1859). — S. dendroides ') 
Kerner Herb. Österreich. Weiden No. 68 (1805—1869). — S. subcaprea X 
qrandifolia Kerner a. :i. 0. — S. sub-caprca X append iculata Dalla Torre u. 
Sarnthein Fl. Tirol VI. 2, 41 (1909). 

B. subgran difolia: Steht der S. caprca näher, unterscheidet sich jedoch nament- 
lich von derselben durch die zahlreicheren Seitennerven und das engmaschige 
Adernetz der Blätter. Besonders zu beachten ist, dass die Blätter gross 
und breit, sowie am Grunde stumpf oder abgerundet sind. — 
Ober- und Niederösterreich; Tirol; Kärnten. — S. svbgrandi/olia X caprea 
(S. macrophylla'-)) Kerner Niederösterreich. Weiden 247 (1859). — S. super- 
<-njirea X grandi/olia Kerner Herb. Niederösterrcich. Weiden Nr. 69 (1865). 
— S. super-caprea X appendiculata Dalla Torre u. Sarnthein Fl. Tirol VI. 
2, 41 (1909). 

Aus dem Herb, nelveticum in Zürich liegt ein im Canton Tessin ge- 
sammeltes Blattexemplar vor, welches als: „S. grandifolia var. pubescens X 
caprea bezeichnet, von der S. caprea kaum zu unterscheiden ist. 

1042. X 1044. S. caprea X Silesiaca. Hoher |>. Junge Triebe 
grau behaart, ältere Zweige schmutzig braun, kahl. Blätter breit oval 
oder verkehrt eiförmig, oder länglich, nach dem Grunde zu verschmälert, 
spitz, selten stumpf, an der Spitze spitz oder kurz zugespitzt, ungleich 
undeutlich oder stärker scharf oder ausgebissen gesägt, in der Jugend 
grau seidig behaart, später oberseits fast kahl, nur an den Nerven kurz 
behaart, unterseits kurz weichhaarig, im Alter ganz verkahlend, ober- 
seits dunkelgrün, etwas glänzend, unterseits graugrün, matt; breit ge- 
spreizte Nervatur und Adernetz, oberseits sichtbar aber weder hervor- 
tretend noch vertieft, unterseits hervortretend. Knospen braun, kahl. 
Nebenblätter stark entwickelt, nierenförmig, spitz, gesägt. Blüthenstände 
vor den Blättern erscheinend ; männliche fast sitzend, am Grunde von 
kleinen grau seidig behaarten Blättern umgeben, oval oder länglich- 
oval, dichtblüthig. Tragblätter breit lanzettlich, stumpflich, nach der 
Spitze zu dunkelbraun, dünn behaart. Staubblätter zwei, lang, kahl, 
oder am Grunde spärlich behaart. Drüse (eine hintere), oval, gestutzt, 
Vs so lang als das Tragblatt; weibliche kurz oder etwas länger ge- 
stielt (Stiel mit kleinen lanzettlichen, seidig behaarten Blättchen), etwas 
lockerblüthig. Tragblätter etwas schmäler wie bei der männlichen Blüte. 
Fruchtknoten lang gestielt (Stiel fast so lang als der Fruchtknoten) aus 
eiförmigem Grunde lang, spitz verschmälert, grau behaart, selten fast 
kahl. Griffel kurz. Narben länglich oval, aufrecht oder gabelig. 
Drüse (eine hintere), oval, gestutzt, V* so laug a ls der Fruchtknotenstiel. 

Schlesien: auf dem Riesengebirge; auf den Karpaten in Galizien, 
Ungarn und Siebenbürgen. 

S. caprea X silesiaca Wimmer in Flora XXXII. (1849) 43. — 
S. subcaprea Anderss. Monogr. Sal. I (1864) 67. — S. silesiaca 
ß. subcaprea Anderss. in DC. Prodr. XVI. 3 (1868) 219. 

A. et G. Camus (Classif. et Monogr. Saul d'Europe II 54 (1905) stellen 
als Synonym zu .S'. caprea X silesiaca „S. capreaefdrmis Wimmer p. p. Wimnier 



1) öevÖQoeid/jg baumartig. 

2) Von fiav.QÖg lang, gross und (pvÄP^ov Blatt. 



Salix. 219 

et Kr. Coli. Nr. 195". Die W im mer'sche Bestimmung lautet jedoch; S. caprea 
X silesiaca §" (und darunter stehend) „capreaeformis", also soll „capreaeformis" 
nicht eine Art, sondern nur eine Form sein. 

(Bisher nur im Gebiete.) jljTj 

142. X 145. S. caprea X aurita. Mittelhoher oder hoher t). 
mit sparrigen Aesten ; junge Triebe kurz grau behaart ; ältere Zweige 
schmutzig braun, oft etwas glänzend, kahl. Blätter verkehrt eiförmig, 
verkehrt eiförmig lanzettlich, breit oval oder länglich, spitz, oft mit ge- 
falteter Spitze, selten stumpf, am Grunde spitz, selten stumpf, undeut- 
lich bogig, scharf oder ausgebissen gesägt, in der Jugend dicht grau 
seidig behaart, später oberseits kahl oder nur an den Nerven kurz be- 
haart, unterseits sehr kurz grau behaart, im Alter ganz verkahlend, 
oberseits trübgrün, unterseits grau. Nervatur und Adernetz oberseits 
etwas runzelig vertieft, selten glatt, unterseits die Nerven wie bei S. 
caprea breit gespreizt und unregelmässig gebogen, mit dem Adernetz 
deutlich, oft scharf hervortretend. Nebenblätter halbherzförmig, spitz, 
gesägt. Knospenschuppen braun oder röthlich braun, kahl oder fast 
kahl. Blüthenstände vor (oft kurz vor) den Blättern erscheinend, stark 
behaart; männliche fast sitzend oder an kurzen, mit kleinen lanzett- 
lichen seidig behaarten Blättern besetzten Zweigen endständig, oval oder 
länglich oval, dichtblüthig. Tragblätter breit lanzettlich, spitzlich, nach 
der Spitze zu dunkelbraun, dünn behaart und lang, dicht bebärtet. 
Staubblätter 2, lang, dünn, am Grunde spärlich behaart. Drüse (eine 
hintere) kurz eiförmig, gestutzt, etwa */* so ^ an g ^ s das Tragblatt; 
weibliche an kurzen oder mitunter etwas längeren, mit lanzettlichen, 
seidig behaarten Blättern besetzten Zweigen endständig, länglich oval 
oder kurz cylindrisch, mitunter etwas lockerblüthig. Tragblätter schmäler 
als bei den männlichen Blüthen. Fruchtknoten lang gestielt (Stiel etwa 
so lang als der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde lang verschmälert, 
grau behaart; Griffel fast fehlend. Narben oval, aufrecht. Drüse kurz 
eiförmig, etwa 1 U so lang als der Fruchtknotenstiel, 

Belgien; Deutschland: vielfach bei den Erzeugern; Schweiz; Nieder- 
österreich ; Mähren ; Galizien. 

S. caprea-aurita Wimmer in Denkschrift Schles. Gesellsch. Vaterl. 
Kultur 1853. 163. — S. capreola 1 ) Kerner br. n. Anderss. Monogr. 
Int. I. 79 (1863). — S. Caprea L. y. capreola Andersson DC. Prodr. 
XVI. 2. 223 (1868). — S. Caprea microphßa 2 ) Seringe Exs. Nr. 99, 
nach Anderss. a. a. O. — S. subaurita- caprea Kerner Herb. Sal. Nr. 
161, 162. 

(Frankreich; England; Skandinavische Halbinsel bis Finnland.) 

*1 

1041. X 1042. X 1045. S. cinerea X caprea X aurita. Mittel- 
hoher oder hoher, dichter sparriger \\. Junge Zweige dicht kurz, auch 



i) Deminutiv von caprea (s. S. 98 Fussn. 1). 
2) Von [iikqös klein und q>vAAov Blatt. 



220 Salicaceae. 

grau behaart; ältere Zweige kahl, braun. Knospen ungleich kurz grau 
behaart Blätter breit verkehrt eiförmig, oval oder verkehrt eiförmig 
lanzettlich, spitz oder sehr kurz zugespitzt, mitunter mit gefalteter Spitze, 
nach dem Stiel zu verschmälert und am Grunde spitz oder stumpf, 
unregelmässig buchtig oder ausgebissen gesägt, in der Jugend grau be- 
haart, spater oberseits fast kahl, unterseits kurz grau behaart, oberseits 
trübgrün, unterseits graugrün. Adernetz ähnlich wie bei S. caprea, 
oberseits fast glatt, unterseits hervortretend. Nebenblätter breit halb- 
nierenförmig, spitz gesägt. Blüthenstände vor den Blättern erscheinend, 
fast sitzend oder an sehr kurzen, mit kleinen schuppenartigen Blättern 
besetzten Zweigen endständig, aufrecht, dichtblüthig; männliche oval 
oder länglich oval. Tragblätter schmal oval, stumpf, an der oberen 
Hälfte dunkelbraun, meistens dicht grau behaart. Staubblätter lang. 
dünn, am Grunde meistens etwas behaart. Drüse kurz oval, gestutzt; 
weibliche Blüthenstände kurz cylindrisch. Tragblätter wie bei den 
männlichen. Fruchtknoten lang gestielt (Stiel bis 3 /* so lang als der 
Fruchtknoten, aus eiförmigem Grunde kegelig verschmälert, spitz, dicht 
grau behaart. Griffel sehr kurz. Narben oval, gespalten, meist auf- 
recht. Drüse (eine hintere) kurz oval, gestutzt, etwa '/* so lang als 
der Fruchtknotenstiel. 

Provinz Brandenburg; Lausitz; Thüringen; Bayern; Polen. 

S. {aurita X cinerea) X caprea Straehler D. B. M. XIV. 98 
(1896). — S. WoloszczaUi 1 ) Zalewski Kosmos V, VI. (1896). A.B. 
Z. XV. (1897). 13. 

Bemerkenswert ist bei diesem Bastard die anregelmässige Form der Blätter. 
Nicht nur, dass auf demselben Strauch die Blätter in der verschiedenartigsten, auf 
die Erzeuger hindeutenden Form vorkommen, sondern auch das einzelne Blatt Belbsl 
ist in den beiden Hälften meist auffällig verschieden gestaltet. Auf S. caprea 
weisen namentlich die helle seidige Behaarung und die breit gespreizte unregel- 
mässige Nervatur der Blätter, sowie die oft aufrechten Narben hin. 

1042. X 1044. X 1045. S. caprea X Silesiaca X aurita. 

Niedriger fi mit sparrigen Aesten. Zweige dunkelbraun. Blätter ver- 
kehrt eiförmig, spitz, Spitze meistens zurückgekrümmt, nach dem Stiel 
zu verschmälert, spitz, klein bogig gesägt, oberseits kahl, nur an den 
Nerven kurz behaart, dunkelgrün, unterseits kurz dicht hellgrau be- 
haart, später verkahlend, grau. Nebenblätter nierenförmig. Knospen- 
schuppen hellbraun, kahl. Blüthenstände (nur weibliche) an kurzen 
beblätterten Zweigen endständig, «cylindrisch, lockerblüthig. Tragblätter 
breit lanzettlich, stumpflich, an der Spitze dunkelbraun, behaart. Frucht- 
knoten lang gestielt, aus eiförmigem Grunde lang spitz verschmälert, 
schwach seidig behaart, zuletzt last kahl. Griffel sehr kurz. Narben 
oval, gespalten. Drüse (eine hintere) oval, gestutzt, etwa l ,± so lang 
als der Fruchtknotenstiel. 

Schlesien im Eulengebirge (1895 vom Oberförster Straehler 
entdeckt.) 



l) S. VI. 1. S. 182 Fussn. 2. W. lebt jetzt im Buhestande in "Wien. 



Salix. 221 

L. (aurita X süesiaea) X caprea Straehler D. B. M. XXIII. 
130 (1895). — S. Germanörum Rouy Rev. Bot. System, et Geograph. 
Bot, IL 170 (1904). — S. PaneMäna 1 ) Fritsch in Herb, et in Camus 
Refer. Cat. Hyb. Spont. Fl. Eur. (1898) nach Camus Classif. et 
Monogr. Saul. d'Europe II. 271 (1905) (?). 

1042. X 1046. S. caprea X depressa. \i. Aeste aufrecht 
gabelig. Junge Zweige kurz grau behaart, später kahl, braun. Blätter 
verkehrt eiförmig oder oblong (grösser als bei S. depressa), an beiden 
Enden spitz, oft mit gefalteter Spitze, ganzrandig oder schwach bogig 
gesägt, in der Jugend hellgrau seidenfilzig behaart, später oberseits fast 
kahl oder kahl, unterseits sehr kurz dicht grau behaart, später ver- 
kahlend, oberseits sattgrün, glänzend, glatt, unterseits graugrün, matt. 
Nervatur und Adernetz nur unterseits hervortretend, die Seitennerven 
wie bei S. caprea breit gespreizt und unregelmässig gebogen. Neben- 
blätter halb herzförmig, spitz, tief gesägt. Blüthenstände (nur weib- 
liche) kurz vor den Blättern erscheinend, an kurzen mit kleinen läng- 
lichen oder lanzettlichen Blättern besetzten Zweigen endständig, kurz 
cylindrisch, (grösser als bei S. depressa), lockerblüthig. Tragblätter 
klein ( 1 , , 2 so lang als der Fruchtknoten stiel), eiförmig, spitzlich, hell, 
an der Spitze braun, hellgrau bebärtet. Fruchtknoten lang gestielt, (bei 
den abgeblühten Blüthen ständen noch l /z so lang als der Frucht- 
knoten), aus eiförmigem Grunde sehr lang verschmälert, grau behaart; 
Griffel kurz. Narben oval, gespalten, gabelig. Drüse (eine hintere), 
oval, gestutzt, etwa 1 /ö so lang als der .Fruchtknotenstiel. 

Posen: bei Sytkowo (von Ritschi gesammelt.) 

S. caprea X depressa O. v. Seemen in A. u. G. Syn. IV. 
(1909). — S. caprea X Uvida Ritschi in Herb. (1854). — S. cine- 
räscens var. capreaejormis (Laestadius in Sched.) Anderss. Monogr. 
Sal. I 89 (1863). — S. caprea X cinerascens Kihlm. in Medd. Soc. 
Faun, et Fl. Fenn. XI 119 (1884). — S. psendo-caerulescens Rouy 
Rev. Bot. System, et Geogr. Bot. II 172 (1904). 

(Skandinavische Halbinsel; Finnland.) |*J 

1043. X 1045. S. graiulifrilia ;< aurita. \i. Sparrig. Junge Zweige 
kurz grau behaart; ältere Zweige kahl, braun. Knospen braun, kahl 
oder fast kahl. Blätter verkehrt eiförmig oder länglich, in der unteren 
Hälfte verschmälert, an der Spitze abgerundet mit kurzer Spitze, oder 
zugespitzt, am Rande klein scharf oder ausgebissen gesägt, in der 
Jugend dicht gelb-grau, zottig, behaart, später verkahlend, oberseits trüb 



i) Nach Jobann Panek * 13. Mai 1854 Brunn (br.). Bürgerschuldirektor 
in Hohensiadt (Mähren), welcher sich seit Jahren mit Salix beschäftigt; Verf. von : 
Weiden und Weideubastarde aus der Umgebung von Hohenstadt (ÖBZ. XLIV (1894) 
381. Verz. der bis jetzt in Mähren und Schlesien beobachteten Weiden und Weideu- 
bastarde VI. Bericht des Klubs f. Naturkunde der Sektion des Brünner Lehrer- 
vereins 1904. 



222 Salicaceae. 

dunkelgrün, Unterseite graugrün. Adernetz oberseits etwas vertieft, 
unterseits engmaschig, scharf netzig hervortretend. Nebenblätter halb 
herzförmig, gesägt. Weibliche Blüthenstände vor (oft kurz vor) den 
Blättern erscheinend, endständig an kurzen Zweigen, fast sitzend, am 
Grunde von kleinen, dicht behaarten, bald abfallenden Blättern um- 
geben, klein, kurz cylindrisch, dichtblüthig. Tragblätter lanzettlich 
spitz, dünn, lang grau behaart, hellbraun, an der Spitze dunkler. 
Fruchtknoten lang gestielt (Stiel so lang oder länger als der Frucht- 
knoten, grau behaart), schmal eiförmig, dicht grau behaart. Griffel sehr 
kurz oder ganz fehlend. Narben kurz oval, gespalten, kopfig. Drüse 
(eine hintere) kurz, oval, gestutzt nur 1 /ß — ','4 so lang als der Frucht- 
knotenstiel. 

Schweiz, Tirol, Nieder-Oesterreich. 

S. aurita X grandifolia (S. Umnögena *) Kerner Oesterr. Bot. 
Zeit. XIV. (1864) 187. — S. aurita X appendiculata Dalla Torre 
u. Sarnthein Fl. Tir. VI. 2. 39 (1909). 

Wim iu er (Sal. Europ. 67 [1866]), der diesen Bastard nur bei S. grandifolia 
erwähnt, sagt von ihm: „mihi S. grandifoliae nimis propinqua esse videtur"; da- 
gegen meint Andersson (in DC. Prodr. XII, 2, 218 [1868]): „a vera S. aurita 
vix distinguere valeo". — Nach dem vorliegenden reichlichen Material zeigen die 
Blätter mehr Aehnlichkeit mit S. aurita. 

1044. X 1045. S. Silesiaca X aurita. Niedriger oder mittel- 
hoher fj mit etwas sparrigen Aesten. Junge Triebe grau behaart; 
ältere Zweige kahl, meist rotbraun etwas glänzend. Blätter verkehrt 
eiförmig, oder verkehrt eiförmig-lanzettlich, spitz oder kurz zugespitzt, 
mitunter mit gefalteter Spitze, selten stumpf, am Grunde verschmälert, 
spitz, undeutlich oder scharf oder ausgebissen gesägt, in der Jugend 
grau behaart, später oberseits fast kahl, nur an den Nerven kurz be- 
haart, unterseits kurz grau behaart, im Alter auf beiden Seiten meistens 
ganz verkahlen d, oberseits trüb dunkelgrün, unterseits grau oder grau- 
grün. Nervatur und Adernetz oberseits etwas runzelig vertieft, unter- 
seits scharf hervortretend. Nebenblätter stark entwickelt, halbherz- 
oder nieren förmig, spitz, gesägt. Knospenschuppen braun oder röthlich, 
kahl oder fast kahl. Blüthenstände vor oder fast mit den Blättern er- 
scheinend, fast sitzend oder an kurzen mit kleinen lanzettlichen oder 
elliptischen, grauseidig behaarten Blättern besetzten Zweigen endständig; 
männliche länglich oval. Tragblätter lanzettlich, stumpf, an der Spitze 
dunkler braun, dünn behaart. Staubblätter 2, lang, dünn, am Grunde 
behaart. Drüse (eine hintere) oval, gestutzt, etwa x jz so lang als die 
Tragblätter. Weibliche Blüthenstände bis lang cylindrisch, selten läng- 
lich oval, mitunter etwas lockerblüthig. Tragblätter wie bei den männ- 
lichen. Fruchtknoten lang gestielt (Stiel so lang oder länger als der 
Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde verschmälert, stumpflich, grau 
behaart, selten kahl oder fast kahl. Griffel sehr kurz. Narben kurz, 



l) Von Atfivrj Sumpf, See und -yivrjg abstammend. |*| 



Salix. 223 

kopfig. Drüse (eine hintere) oval, gestutzt, etwa X U so lang als der 
Fruchtknotenstiel. 

Böhmen: Sudeten; Mähren; Karpaten; Galizien. 

S. aurita X silesiaca Wimmer in Flora XXXI (1848) 330. — 
S. stibaurita Anderss. Monogr. Sal. I (1864) 67. — S. silesiaca d. 
subaurita Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2 (1868) 219. — S. atri- 
chocärpa 1 ) Borbäs in Oesterr. Bot. Zeitschr. XLII. (1892) 146. — 
S. parcipila Rehmann u. Woloszczak Sched. Fl. Pol. Exs. (1893) 
Nr. 267. 

Borbäs bezeichnet seine S. atrichoearpa als S. super-aurita X Silesiaca. 

Behmann u. Wotoszczak bezeichnen ihre S. parcipila, die sie in Basiow- 
kani bei Lemberg in Galizien gefunden haben, als S. supersilesiaca X aurita = 
S. aurita X silesiaca latifolia Wimmer Sal. Europ. 209 (1866). 

Straehler (DBM. XV. (1397) 3 stellt den Bastard S. aurita X (rhombo- 
idalis) silesiaca auf, der durch Kreuzung der von ihm in Schlesien im Eulen- 
gebirge entdeckten S. silesiaca f. rhomboidalis (s. S. 110) mit S. aurita entstanden 
sein soll. 

(Nur im Gebiete.) jlTj 

1044. X 1046. S. Silesiaca X depressa. fi. Junge Zweige 
dünn, behaart und wie die Knospenschuppen, die Blattstiele und der 
unterste Teil des Mittelnerven der Blätter lebhaft purpurroth : ältere Zweige 
kahl. Blätter oft unregelmässig gefonnt, elliptisch, länger zugespitzt 
als bei S. caprea u. 8. depressa, am Grunde abgerundet; oberseits 
nur an der Mittelrippe behaart, sonst kahl, grün, unterseits am Mittel- 
nerven und den Seitennerven spärlich behaart, blassgrün. 

Im östlichen Theil Galiziens bei Oslawy in Pokutien (Wolo- 
szczak 1891). 

S. silesiaca X depressa O. v. Seemen in A. u. G. Syn. IV. 223 
(1909). — S. livida X silesiaca (S. Oslaviensis 2 ) Woloszczak in 
ÖBZ. XLI. (1891) 235. 

(Nur im Gebiete.) i*~\ 

1045. X 1046. S. aurita X depressa. Niedriger fi, mit kurzen, 
dünnen, sparrigen Aesten. Junge Zweige dünn, kurz grau behaart; 
ältere Zweige kahl, graubraun oder schmutzigbraun. Blätter verkehrt 
eiförmig, am Grunde meistens stark keilförmig verschmälert, spitz, 
selten stumpf, an der Spitze spitz oder sehr kurz zugespitzt, oft mit 
gefalteter Spitze, an der Spitze unregelmässig undeutlich bogig gesägt, 
oder unregelmässig stärker gesägt, in der Jugend dünn oder dichter 
graubehaart, später kahl oder nur auf beiden Blattseiten spärlich kurz 
behaart, oberseits trüb oder sattgrün, unterseits graugrün oder grau. Ner- 
vatur meistens engmaschig. Adernetz oberseits wenig hervortretend 
oder runzelig vertieft, unterseits später scharf hervortretend. Neben- 
blätter nierenförmig oder halbherzförmig, grob gesägt. Knospenschuppen 



1) Von aTQi%og uubehaart und KaQnög Frucht. 

2) Nach dem Fundort. 



221 Salicaceae. 

kahl oder nur spärlich kurz behaart. Blüthenstände vor den Blättern 
erscheinend, fast sitzend oder an sehr kurzen Zweigen endständig, am 
Grunde von kleinen länglichen dünn oder dichter behaarten Blättern 
unigeben, aufrecht, dichtblüthig, oval oder kurz cylindrisch; in den 
männlichen Tragblätter länglich, meistens stumpf, hell, nach der Spitze 
zu meistens etwas dunkler gefärbt, dünn hellgrau behaart und bebärtet. 
Staubblätter zwei, kahl oder am Grunde etwas behaart. Drüse (eine 
hintere) kurz, oval, gestutzt, etwa x /3 so lang als die Tragblätter. "Weib- 
liche Blüthenstände: Tragblätter wie bei den männlichen, etwa so lang 
als der Fruchtknotenstiel. Fruchtknoten lang gestielt (Stiel 2 /s bis 
ganz so lang als der Fruchtknoten) aus eiförmigem Grunde kegelig, 
stumpf, diclit grau oder hellgrau behaart. Griffel fast fehlend. Narben 
oval, gabelig aufrecht, oder köpf ig. Drüse (eine hintere) kurz, oval, 
gestutzt, etwa l \i so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Baden: bei Donaueschingen (Brunner). Provinz Brandenburg; 
Treptow bei Berlin (trotzdem hier S. dej)ressa nicht vorkommt O. 
v. Seemen); Posen: bei Sytkowo (Ritschi); Ostpreussen : Kummerau 
bei Königsberg (Patze); bei Lyck (Sanio); bei Tilsit (Heiden- 
reich); Galizien: bei Lemberg. 

8. aurita X depressa Sanio Herb. — S. aurita var. subJirida 
Fries Novit. Suec. Mant. I. 56 (1832). — S. livida-aurita Wimmer 
Denkschr. Schles. Gesellsch. Vaterl. Kultur (1853) 165. — S. liirscens 
Doli Fl. Grossherz. Baden IL 520 (1859). — S. Stariceana X aurita 
Patze Herb (1860). — S. einer äscens var. auritoides Anderss. Monogr. 
Sal. I 90 (?) 1863. — S. Patzei 1 ) Wimmer nach Anderss. Monogr. 
Sah I. 93 (1863). — S. sublivida Gurke PI. Europ. IL 12 (1897). 



i) Nach Karl August Patze * 2-1. Sept. 1808 Berlin f 24. Febr. 1892 
Königsberg i. Pr., Stadtrath, zuletzt Stadtältester daselbst, hochverdient um die Flora 
Preussens, vorzüglichem Weidonkenner, mit E. Meyer und L. Elkan Verfasser 
der vortrefflichen Flora der Provinz Prcussen. Königb. 1847 — 50. Auch ich ver- 
danke P. wertvolles Material. Als nomenclatorischea Curiosum erwähne ich, dass 
ausser unserer Weide und der noch zu erwähnenden S. Patzeana auf Antrag von 
Scharlok durch Beschluss der Versammlung des Preuss. Bot. V. in Osterode 1882 
eine Form von Fragaria viridis fr. Patzei benannt wurde, die aber schon vor der 
Veröffentlichung als identisch mit var. subpinnata (s. VI. 1. G55) erkannt wurde. 
(P<Hi. Königsb. XXIV. 70). Da dieser singulare Vorgang somit keine Folge hatte 
und wohl kaum Nachfolge finden wird, erübrigt sich die Frage, wer hier als Autor 
zu citiren gewesen wäre. Ueber Patzes Leben s. Abromeit PÖG. XXX III. 
131 [71]. 

Von den Mitarbeitern an der Flora der Provinz Preussen war Ernst Heinrich 
Friedrich .Meyer * 1. Jan. 1791 Hannover f 7. Aug. 1858 Königsberg, seit 1829 
Professor der Botanik und Direktor des Bot. Gartens daselbst, hochverdient als 
B^onograph, Pflanzengeograph und Historiker. Seine wichtigsten Schriften ausser 
.!■ i Flora sind: Synopsis Juncorum Gottingae 1S2_'. Synopsis Luzularum. Gott. 1823. 
Luzularum species Linnaea XXII, 333 (1849). De plantis Labradoricis Eips. 1830. 
Commentariorum de plautis Afrieae australioris quas collegit Ioannes Fnmciscus 
Drege (s. II. _'. 420 Fussn. 1) Lips. 1835 — 7. Preussens Pflanzengattungen Königsb. 
1839. Geschichte der Botanik. 4. Bände (unvollendet). Königsberg 1854 — 7. Louis 
Elkan, * 21. Nov. 1815 f 15. .Juni 1850 Königsberg (Abromeit br.), Arzt da- 
selbst, Verfasser der Dissertation Tentamen monogr. gen. Papaver Regioni. 1839. 

A. 



Salix. 225 

Hierzu die beiden Formen : 

A. Blüthenstände eiförmig, Fruchtknoten anliegend grau behaart. — S. livida X 
aurita a. julis brevibus ovalis Wimmer Denkschr. Schi. Gesellsch. Vaterl. Kultur 
105 (1853). — S. aurita var. sublivida Fries a. a. O. 

B. Blüthenstände länglich, Fruchtknoten weiss behaart. — S. livida X aurita b. 
julis oblongis [S. Patzei) Wimmer a. a. O. — S. sublivida ß. pseudo livida 
Zahn in Hallier-Wohlfarth-Brand-Kochs Syn. 2347 (1905). 

(Skandinavien; Finnland; Ostseeprovinzen; mittleres Russland.) |jf 
Capreae X Boseae. 

1041. X 1048. S. cinerea X myrtilloides ist von Beissner, Schelle 
u. Zabel (Handb. Laubholz-Benenn. 26 [1903]) ohne Diagnose und ohne jede weitere 
Angaben aufgeführt. 

1045. X 1047. S. aurita X myrtilloides. Niedriger fi mit 
kurzen dünnen, sparrigen Aesten ; junge Zweige: dünn, kurz, grau be- 
haart, ältere kahl, meist grau- oder rothbraun. Blätter oval oder läng- 
lich, mit kurzer Spitze oder allmählich zugespitzt, am Grunde abgerundet 
oder stumpf, selten spitz, am Rande unregelmässig schwach bogig oder 
unregelmässig entfernt, klein, selten stärker gesägt, in der Jugend violett 
überlaufen, dünn, kurz grau behaart, später nur spärlich behaart oder 
ganz kahl, oberseits sattgrün, unterseits grau- oder blaugrün; Nervatur 
und Adernetz oberseits kaum sichtbar oder etwas vertieft, unterseits 
meist stark hervortretend. Nebenblätter wenig entwickelt, meist schief 
eiförmig, gesägt. Knospenschuppen braun oder rothbraun, meist etwas 
kurz behaart. Männliche Blüthenstände kurz vor den Blättern er- 
scheinend, klein, kurz gestielt oder fast sitzend, am Grunde mit kleinen 
Blättern ; aufrecht, länglich oder kurz cylindrisch, etwas lockerblüthig. 
Tragblätter klein, oval, spitzlich, hell, an der Spitze dunkler, meist 
röthlich, dünn grau bebärtet. Staubblätter zwei, kahl oder am Grunde 
etwas behaart. Drüse (eine hintere) oval, gestutzt, etwa 1 /2 so lang als 
die Tragblätter. Weibliche Blüthenstände kurz vor oder mit den 
Blättern erscheinend, klein, meist länger gestielt (Stiel mit kleinen 
Blättern), aufrecht oder etwas seitwärts gebogen, oval oder kurz cylin- 
drisch, lockerblüthig. Tragblätter wie bei den männlichen, kaum so 
lang als der Fruchtknotenstiel. Fruchtknoten lang gestielt (Stiel x ji — 2 /3 
so lang als der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde lang aber nur 
wenig verschmälert, stumpf, dünn anliegend kurz behaart oder kahl, 
röthlich; Griffel sehr kurz. Narben kurz oval, ausgerandet, aufrecht, 
kopfig. Drüse (eine hintere) oval, gestutzt, etwa V* so lang als der 
Fruchtknotenstiel. 

Westpreussen und Ostpreussen mit den Erzeugern ; Schlesien auf 
den Mooren bei Friedland, auf der Heuscheuer, bei Oppeln. Bayern : 
Deininger Moos, Königsdorfer Filz; Südböhmen zw. Wittingau und 
Chlumetz (nach Celakovsky, s. S. 121); Galizien. 

S. aurita-myrtilloides Wimmer Flora XXXII (1849) 44. — S. atii- 
bigua ß. gldbrata Koch Syn. ed. 1. 653 (1838) ausser den Syno- 
nymen. — S. rugulosa Anderss. Monogr. Sal. I. 97 (1863). 

Asclierson u. Graebuer, Synopsis. IV. 15 



226 Balicaoeae. 

Hierzu gehören als Formen: 

A. onusta. Blätter Länglich, an beiden Emleu fast gleich mftsaig versohm&lert, 

spitz. — S. onusta Besser Enum. PI. Volhyn. 78 (1821). — S. vilnensis Gorski 
in Rclib. Ic. XI. 24 (1849). — S. sibirica Reichenb. a. a. O. nicht Pallas. 

B. Fi n in a rchica. Blätter oval mit sehr kurzer Spitze, am Grunde abgerundet 
oder stumpf. — S. finmarchica Fries Novit. Fl. Suec. Mant. prima 68 (1832), 
ui.ht Willd. — S. paludosa Hartm. Fl. Skand. ed. 3. II. 236 (1838). — 
S. myrtiloides b. finmarkika Maximowicz Primit. Fl. Amur. 244 (1859). 

(Skandinavien; Lappland; Finnland; Ingermanland; mittleres Russ- 
land; Volhynien; Mandschurei; Amurland.) [*_ 

1046. X 1047. 8. depressa X myrtilloides f). Ist bisher noch nicht in 
Mitteleuropa beobachtet; nur Skandinavien; Russland: in Lappland, Finnland, Gouv. 
St. Petersburg, Littauen. — S. depressa X myrtilloides O. v. Seenjen in A. u. (i. 
Syn. IV. 1909. — S. livida X myrtilloides Wimmer Denkschr. Schles. Gesellsch. 
Vaterland. Kult. 166 (1S53). — <S'. myrtilloides X vagans (S. hirtula) Anderes. 
Monogr. Sal. 100 (1863). — S. fusca var. Aurora (genninibns serieeis) Laestadiua 
in Herb. Ac. Holm, nach Wimmer Sal. Europ. 249 (1866). 

Argenteae. 

* S. petiolaris X sericea : in Nordamerica heimisch, in Mitteleuropa viel- 
fach angepflanzt. — <S. petiolaris X sericea Beissner, Schelle, Zabel Handb. Laub- 
holz-Beuenn. (,1903) 31- — S. petiolaris var. subsericea Anderss. Monogr. Sal. I 
(1863) 109. 

Capreae X Argenteae. 

1041. X 1048. S. cinerea X repens. Niedriger j) mit aufrechten, 
dünnen Aesten. Zweige in der Jugend kurz dicht grau behaart, später 
kahl. Blätter länglich, verkehrt eiförmig, verkehrt eiförmig lanzettlich, oder 
lanzettlich, an beiden Enden spitz, an der Spitze mitunter gefaltet, nach 
der Spitze zu klein scharf gesägt, in der Jugend heilgrau seidig filzig 
behaart, später oberseits fast ganz verkahlend, unterseits kurz seidig 
filzig behaart bleibend, oberseits trübgrün, unterseits graugrün. Nervatur 
oberseits nur wenig vertieft, unterseits scharf weiss hervortretend. Neben- 
blätter eiförmig oder eiförmig lanzettlich. Blüthenstände vor (oft kurz 
vor) den Blättern erscheinend, aufrecht, an kurzen mit kleinen Blättern 
besetzten Zweigen endständig; männliche klein, oval, dichtblüthig. 
Tragblätter lanzettlich spitz, an der Spitze dunkelbraun, dicht seidig 
bebärtet. Staubblätter 2, lang, dünn, am Grunde behaart. Drüse 
(hintere) schmal eiförmig, gestutzt. Weibliche Blüthenstände oval oder 
kurz cylindrisch, dichtblüthig. Tragblätter eiförmig, spitz, an der Spitze 
dunkelbraun, dicht seidig bebärtet. Fruchtknoten lang gestielt (Stiel 
etwa 2 /3 so lang als der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde kegelig 
verscb malert, dicht seidig behaart. Griffel kurz. Narben länglich, aus- 
gerandet, gabelig. Drüse (hintere) oval, an der Spitze gestutzt oder 
ausgerandet, J / 4 — 1 / 3 so l an £ a ^ s der Fruchtknotenstiel. 

Deutschland: Ostfriesische Insel Borkum ; Provinz Brandenburg; 
Lausitz; Schlesien; Ostpreussen bei Tilsit; Baden; Württemberg; 
Böhmen; Tirol: Seefeld 1180 m (Da IIa Torre u. Sarnthein Fl. 
Tirol VI. 2 38 [1909]); Steiermark: Aussee 700 m. 



Salix. 227 

S. repens X cinerea Wimmer in Denkschr. Schles. Gesell. Vater- 
land. Kult. (1853) 171. — S. subsericea Doli Fl. Bad. (1859) 517. 
— S- Sendtneri x ) Brügg. in Jahresb. Naturf. Ges. Graubünden XXIII 
u. XXIV (1880) 117, nur der Name. — S. cinerea X {repens) argentea 
Camus Classif. Saul. d'Europe et Monogr. Saul. France (1904) 335. 

(Frankreich; Grossbritannien; Skandinavien.) _*| 

1041. X 1045. X 1048. S. cinerea X aurita X repens. 

Meist niedriger oder mittelhoher \\, mit dünnen aufrechten Aesten. 
Junge Zweige kurz hellgrau behaart ; ältere Zweige kahl, braun. Knos- 
pen kurz dünn hellgrau behaart. Blätter verkehrt eiförmig-lanzettlich 
oder lanzettlich, nach dem Stiel zu verschmälert, an beiden Enden 
spitz, nach der Spitze zu scharf gesägt, nach dem Grunde zu ganz- 
randig, in der Jugend hellgrau seidig behaart, späterhin oberseits fast 
ganz verkahlend, unterseits kurz hellgrau seidig behaart, oberseits trüb- 
grün, unterseits graugrün. Nervatur oberseits nur wenig vertieft, unter- 
seits scharf hervortretend. Nebenblätter halbherzfürmig, spitz, gesägt. 
Blüthenstände vor den Blättern erscheinend, an sehr kurzen mit schup- 
penartigen Blättern besetzten Zweigen endständig, aufrecht; männliche 
länglich, dichtblüthig. Tragblätter eiförmig, stumpf, hellgrau behaart, 
an der Spitze dunkelbraun. Staubblätter 2, am Grunde behaart. Drüse 
(eine hintere) oval, gestutzt. Weibliche Blüthenstände cylindrisch, etwas 
lockerblüthig. Tragblätter wie bei den männlichen Blüthen ständen. 
Fruchtknoten gestielt (Stiel etwa 1 /2 so lang als der Fruchtknoten), 
aus eiförmigem Grunde kegelig verschmälert, spitz, hellgrau behaart. 
Griffel kurz. Narben oval, getheilt, gabelig. Drüse (hintere) oval, ge- 
stutzt, etwa 1 /3 so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Ostfriesische Insel Borkum. Provinz Brandenburg: Rüdersdorfer 
Kalkberge; Spremberg. Posen. 

S. aurita X cinerea X repens Straehler in Verhandl. Bot. Ver. 
Brandenb. XX 12 (1878). — S. Straehleri 2 ) O. v. Seemen in D. B. 
M. VII 33 (1889). 

In ihren Grössenabmessungen steht diese Weide zwischen S. aurita und S. 
cinerea; die seidige Behaarung der Blätter deutet namentlich auf S. repens. Auf 
den Rüdersdorfer Kalkbergen bei Berlin kommt diese Weide so zahlreich und in so 
ausgeglichener Form vor, dass sie als eine Charakterpflanze dieses Gebiets gelten 
kann. 

(Schweden.) I*| 



1) S. II. 1. S. 477 Fussn. 1. Die genaueren Daten sind * 13. Juni 1814 
München f 21. April 1859 Erlangen. 

2) Nach Adolf Straehler, * 10. Dec. 1829 Salzbrunn (Schi.) f 12. Febr. 
1897 Jauer, 1858 Revierförster, später Amts- Vorsteher in Görbersdorf bei Friedland 
in Schlesien, 1880 — 1889 fürstl. Oberförster in Theerkeute bei Wronke, verdient um 
die Flora von Schlesien und Posen (Phanerogamen- und Gefässkryptogamenflora von 
Görbersdorf Abh. BV. Brandenb. XIV. 19. Nachtr. XVII. 35 u. XIX. 30. Flora 
von Theerkeute im Kr. Czarnikau der Prov. Posen DBM. IX— XI [1891—3]), guter 
Kenner von Rosa und Salix (u. a. : Die Weiden Sprembergs Abh. Bot. V. Brand. 
XX (1878) 1. S. Schübe Ber. DBG. XV (1897) (41). 

15* 



228 Salicaceae. 

1041. X 1041. X 1045. X 1048. S. cinerea (aimta X 
cinerea X repens). Weicht von S. cinerea X aurita X repens durch 
die dickeren Aeste, die stärker grau behaarten Knospen, die mehr an 
S. cinerea erinnernde Form der Blätter und die breiteren nierenför- 
migen Nebenblätter ab. 

Provinz Brandenburg, auf den Rüdersdorfer Kalkbergen. 

S. cinerea X [aurita X cinerea X repens) O. v. Seemen in 
Herb. Mus. Bot. Berol. (1887) Nr. 535. — S. cinerea X Straehleri 
O. v. Seemen in A. u. G. Fl. Nordostd. Flaehl. 244 (1898). 

tü 

1042. X 1048. S. cäprea X repens. Niedriger oder mittelhoher 
h mit aufrechten Aesten. Junge Zweige kurz hellgrau behaart, ältere 
kahl, braun, etwas glänzend. Blätter verkehrt eiförmig, länglich oder 
lanzettlich, spitz (Spitze mitunter gefaltet), am Grunde spitz oder stumpf, 
ganzrandig oder unregelmässig klein gesägt, in der Jugend hellgrau 
seidig behaart, später oberseits fast kahl oder kahl, unterseits dicht kurz 
hellgrau seidig behaart, verkahlend, oberseits sattgrün, etwas glänzend, 
glatt, unterseits graugrün. Nervatur und Adernetz (ähnlich wie bei 
S. caprea), oberseits nur sehr wenig, unterseits dicker hervortretend. 
Nebenblätter schief eiförmig, spitz, gesägt. Knospenschuppen braun, 
kahl oder spärlich kurz behaart. Blüthen stände vor oder kurz vor den 
Blättern erscheinend, fast sitzend, oder an kurzen, mit kleinen läng- 
lichen spitzen seidig behaarten Blättern besetzten Zweigen endständig, 
kleiner als bei S. caprea; männliche oval oder länglich, dichtblüthig. 
Tragblätter länglich, spitz oder spitzlich, nach der Spitze zu dunkel- 
braun, dünn behaart und dicht lang hellgrau bebärtet. Staubblätter 
lang, dünn, am Grunde behaart. Drüse (eine hintere), schmal oval, ge- 
stutzt, etwa l /s so lang als das Tragblatt.. Weiblicher Blüthenstand 
kurz-cylindrisch oder cylindrisch, dichtblüthig. Tragblätter etwas breiter 
und dünner bebärtet als bei der männlichen Blüthe. Fruchtknoten 
lang gestielt (Stiel bis 2 /s so lang als der Fruchtknoten, aus eiförmigem 
Grunde verschmälert, spitz, dicht hellgrau seidig behaart. Griffel kurz. 
Narben oval, gespalten, aufrecht, geschlossen oder gabelig. Drüse (eine 
hintere) schmal oval, gestutzt, etwa l /s so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Deutschland: am Niederrhein bei Gastdonk ; auf der ostfriesischen 
Insel Borkum; Bremen; Hamburg; Provinz Brandenburg namentlich 
bei Driesen ; Schlesien bei Jannowitz; Posen bei Dombrowken; Ost- 
preussen bei Tilsit; Böhmen; Tirol; Gnadenwald bei Innsbruck. 

S. repens X caprea Lasch nach Wimmer in Denkschr. Scbles. 
Gesellseh. Vaterl. Kultur (1853) 170. — S. Lasclünna l ) Zahn in 
Hall.-Wohlf. Kochs Syn. 2346 (1905). — S. seändica 2 ) Rouy Rev. 
Bot. System, et Geogr. Bot. II. 172 (1904). 



'i S. VI_ 1. S. 642 Fussn. 3. 
'£) In Skandinavien beobachtet. 



Salix. 229 

Hierzu gehört : 
B. Dann Malis. "Weicht namentlich durch die laugen, breit lauzettlichen lang 
zugespitzten Blätter ab. — So in Ungarn: Insel Csepel (Borbäs). — S. caprea 
X rosmarinifdlia (S. danubiälis 1 ) Borbas Kert. 12 (1899). — S. angusti- 
folia X caprea A. et G. Camus Classif. et Monogr. Saul. d'Europe II. 200 
(1905). 

(Finnland; Skandinavien; Schottland [nach B. White Journ. Linn. 
Soc. XXVII (1891) 394].) *J 

1041. X 1042. X 1 045. X 1048. S. caprea X (cinerea X 
aurita X repens.) Unterscheidet sich von S. cinerea X aurita X 
repens namentlich durch den höheren Wuchs und die dickeren Zweige, 
die kahlen braunen Knospenschuppen, die in Form, Färbung und Ner- 
vatur an S. caprea erinnernden Blätter, die längeren und spitzeren 
Fruchtknoten und die ovalen, aufrechten Narben. 

Provinz Brandenburg, auf den Rüdersdorfer Kalkbergen bei Berlin. 

S. caprea X [aurita X cinerea X repens) O. v. Seemen in 
Sched. Herb. Mus. Bot. Berol. (1890) Nr. 415. — S. Aschersoniäna 2 ) 
O. v. Seemen Verh. B. V. Brandenb. XXXVI. 159 (1894). — S. 

caprea X Straehleri O. v. Seemen a. a. O. 1894.) 

1*1 

1043. X 1048. S. grandifölia X repens. Tl. Dünnästig. Junge 
Triebe und Knospen kurz grau behaart; ältere Zweige kahl, braun. 
Blätter etwa doppelt so gross als bei S. repens, lanzettlich, an beiden 
Enden spitz, an der Spitze mitunter gefaltet, ganzrandig oder sehr fein 
buchtig gesägt, in der Jugend oberseits spärlich, unterseits und am 
Bande dicht hellgrau behaart, später verkahlend, oberseits trübgrün, 
unterseits graugrün. Adernetz oberseits etwas vertieft, unterseits scharf 
hervortretend. Blüthenstände kurz vor den Blättern erscheinend, an 
langen, mit kleinen lanzettlichen, spitzen hellgrau behaarten Blättern 
besetzten Zweigen endständig, von der Grösse und Form wie bei S. 
repens, dichtblüthig Tragblätter lanzettlich, spitz, hell, an der Spitze 
dunkler braun, dünn, lang, hellgrau behaart. Staubblätter am Grunde 
behaart. Fruchtknoten lang gestielt (Stiel so lang als der Frucht- 
knoten, grau behaart), eiförmig, kegelig, grau behaart. Griffel sehr 
kurz. Narben kurz, geteilt, kopfig. Drüse (eine hintere), kurz oval- 
gestutzt, 1 , , 4 so lang als der Stiel des Fruchtknotens. 

Schweiz: im Jura am Lac de Joux; Mendli bei Appenzell 
(Buser!) 

S. grandifölia X repens Buser in Gremli Excursionsfl. Schweiz 

7. Aufl. 375 (1893). — 8. proteifölia*) Forbes Sal. Wob. 75 (1829). 

Andersson (Monogr. Sal. I. 118 (1804) und in PC. Proilr. XVI. 2. 239 
(1863) stellt S. protaeifolia (S. proteifölia) Forb. Sal. Wob. 75 zu S. aurita-repem, 
während sie Wimmer (Sal. Europ. 42 (1866) für S. Lapponum hält. 

l*J 

i) An der Donau (Dauubius) beobachtet. 

2) S. I. S. 287 Fussn. 2; II. 1. 352 Fussn. 1. 

3) Wegen der Vielgestaltigkeit der Blätter s. S. 136 Fussn. 1. 



230 Salicaceae. 

1045. X 1048. S. aurita X repens. Niedriger, dichtästiger f?, 
mit dünnen, niederliegenden oder abstehenden Aesten. Junge Zweige 
seidig oder kurz seidig-filzig behaart; ältere kahl, schmutzig braun. 
Blätter meistens kleiner als bei S. aurita, oval, länglich oder lanzett- 
lich, in der unteren Hälfte verschmälert, über der Mitte am breitesten, 
mit kurzer, oft gefalteter Spitze oder allmählich zugespitzt, selten ab- 
gerundet, am Grunde spitz oder stumpf; am Rande schwach bogig, 
meist nach der Spitze zu unregelmässig klein gesägt, in der Jugend 
hellgrau seidig oder seidig-filzig behaart, später oberseits schwach kurz 
seidig oder dicht seidig, fast filzig behaart, verkahlend, unterseits stärker 
behaart, oberseits sattgrün oder schmutziggrün, unterseits graugrün oder 
grau. Nervatur und Adernetz oberseits etwas vertieft, unterseits 
meistens scharf hervortretend. Seitennerven : gleichmässig gebogen, 
meistens nur am Rande verästelt. Nebenblätter wenig entwickelt, 
meistens schief herzförmig oder lanzettlich gesägt. Knospenschuppen : 
braun oder röthlichbraun, meist spärlich kurz behaart. Blüthenstände 
vor den Blättern erscheinend; männliche oval oder länglich, aufrecht, 
an kurzen Zweigen endständig oder fast sitzend, von kleinen eiförmigen, 
seidig behaarten Blättern umgeben, aufrecht, dichtblüthig. Tragblätter 
klein, eiförmig, spitz, oberwärts dunkel- oder schwarzbraun, lang hell- 
grau seidig bebärtet. Staubblätter am Grunde etwas behaart; Drüse 
(eine hintere) eiförmig, wenig gestutzt, etwa l U so lang wie die Trag- 
blätter. Weibliche Blüthenstände oval oder kurz cylindrisck, an kurzen, 
mitunter etwas längeren, mit kleinen eiförmigen, seidig behaarten Blättern 
besetzten Zweigen endständig, aufrecht oder etwas seitwärts gebogen, 
oft etwas lockerblüthig. Tragblätter wie bei den männlichen, kürzer 
als der Fruchtknotenstiel. Fruchtknoten langgestielt (Stiel etwa 2 /3 so 
lang als der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde lang verschmälert, 
spitz, dünn oder dicht grau seidig behaart. Griffel sehr kurz oder fast 
fehlend. Narben länglich, aufrecht gabelig. Drüse (eine hintere) ei- 
förmig, wenig gestutzt, etwa V* so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Im Gebiet überall mit den Erzeugern. 

S. aurita X repens Wimmer Fl. Schles. 446 (1840). — S. am- 
Ugua Ehrh. Beitr. VI. 103 (1791). — S. spathulata Willd. Spec. 
PI. IV. 700 (1805) z. T. — 8. uliginösa Seringe Saul. Suisse exsicc. 
1809. No. 60. — S. mutäbilis Schleicher Cat. Sal. Helv. 1 (1812). 

— S. versifolia Seringe Essai Saul. Suisse 40 (1815) nicht Wahlenb. 

— S. rttgösa micropfa'/Ua Seringe Essai Saul. Suisse 20 (1815). — 
8. lanata Hartig Lehrb. Forstl. Culturpü. 410 (1850) nicht L. — 
8. ci)icrco-ros'marinifölia Patze, Mey. u. Elk. Fl. Prov. Preuss. 142 
(1850) nach Wimmer Sal. Europ. 233 (1866). 

Zu «S. aurita X repens gehören als Formen: 
A. plicata. Blätter schmal elliptisch-lanzettlich, an beiden Enden spitz. 

So Ostfriesische Insel Borknm. Bei Hamburg. Prov. Brandenburg auf 
den Rüdersdorfer Kalkbergen. Schlesien. Ostpreusscn. Baden. Niederöster- 
reioh im Waldviertel (Kerner). Steiermark. 

S. plicata Fries Fl. Hailand. 148 (1817). — S. rosviarinifolia X aurita 
Wimmer in Fl. XXXI. 328 (1848). — S. repens X rosmarimfolia Wimmer 



Salix. 231 

Fl. Sehles. Nachtr. (1840) nach Winimer Sal. Europ. 234 (1866). — S. plicata 2. 
globösa Kerner Niederösterr. "Weiden 264 (1859). — S. aurita X repens f. longi- 
fo'lia Wimnier Sal. Europ. 234 (1866). — S. ambigua ß. plicata Änderss. in 
DC. Prodr. XVI. 2 (1868) 239. — S. angustifolia X aurita (S. KraSäniii) 
Hayek Fl. Steierru. I (1909) 160. — S. plicata 2. globosa (S. superrosmarini- 
folia-aurita) Kerner a. a. O. — Steht der S. rosmarinifolia näher. 

B. argentifolia. Blätter etwa doppelt so lang als breit, unterseits dicht seidig- 
filzig, oberseits deutlich behaart, Spitze meist leicht gefaltet. 

Bayern: bei Regensburg (Mayer), aber wohl auch sonst nicht selten vor- 
kommend. — Frankreich. 

S. aurita X repens ö. argentifolia Mayer Berichte Naturwisseusck. Verein 
Regensburg V. 85 (1898 — 1899). — S. repens var. argentea X aurita Mayer 
a. a. O. (1898 — 99). — S. aurita X argentea Camus Classif. Saul. d'Europe 
et Monogr. Saul. France (1904) 343. — 8. ambigua Ehrh. ß. maritima Camus 
in Bull. Soc. Bot. France I (1903) 385. — S. aurita X argentea ß. maritima 
Camus a. a. O. (1903). 

(Frankreich; Grossbritannien ; Dänemark; Skandinavien; Finnland; 
mittleres Russland.) *. 

1045. x 1048. x 1045? S. (aurita X repens) X aurita? von Heideu- 
reich (Fl. Prussiae orientalis exsicc.) in Ostpreussen bei Tilsit gesammelt; steht 
der S. aurita so nahe, dass sie wohl kaum von dieser Art unterschieden werden kann. 

1047. X 1048. S. depressa X repens. Niedriger f). mit dünnen 
Aesten. Junge Zweige kurz grau behaart; ältere kahl. Blätter meist 
nur wenig grösser als bei S. repens, länglich oder lanzettlich, meistens 
nach dem Grunde zu verschmälert, an beiden Enden spitz oder kurz 
zugespitzt, am Rande spärlich sehr fein gesägt, etwas zurückgebogen, 
in der Jugend oberseits dünn kurz, unterseits stärker seidig behaart, 
später oberseits kahl, unterseits kurz anliegend behaart und verkahlend ; 
oberseits satt- oder etwas trübgrün, unterseits grau- oder blaugrün. 
Nervatur und Adernetz oberseits nur wenig, unterseits stark aber fein 
hervortretend. Nebenblätter schief oval, spitz, gesägt. Knospenschuppen 
meist sehr kurz dünn grau behaart. Blüthenstände vor (öfter kurz vor) 
den Blättern erscheinend, an kurzen, mit kleinen länglichen oder lan- 
zettlichen, dünn seidig behaarten Blättern besetzten Zweigen endständig, 
aufrecht oder seitwärts gerichtet, etwas lockerblüthig, etwa so gross wie 
bei S. repens; männliche länglich oder kurz cyündrisch. Tragblätter 
lanzettlich, stumpf, hellbraun, an der Spitze meist etwas dunkler, dünn 
lang grau bebärtet. Staubblätter lang, dünn, kahl, oder am Grunde 
spärlich behaart. Drüse (eine hintere) kurz, eiförmig, gestutzt, etwa l /s 
so lang als die Tragblätter. Weibliche Blüthenstände meist dicker, 
oval oder kurz cylindrisch. Tragblätter wie bei der männlichen Blüthe, 
aber meist nach der Spitze zu dunkel- oder schwarzbraun, etwa so lang 
als der Fruchtknotenstiel. Fruchtknoten seitwärts abstehend, lang ge- 
stielt (Stiel etwa 2 jz so lang als der Fruchtknoten), aus eiförmigem 
Grunde lang verschmälert, anliegend grau behaart; Griffel kurz, etwa 
1 /g so lang als der Fruchtknoten; Narben länglich oval, zusammen - 



i) S. VI. 1. S. 826 Fasan. 3. K. ist am 14. Mai 1907 in Graz verstorben. 



232 Salicaceae. 

neigend, später gabelig. Drüse (eine hintere) kurz oval gestutzt, etwa 
Vö so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Prov. Posen bei Zlotnik (Ritschi); Ostpreussen bei Kummerau 
(Patze) und Tilsit (Heidenreich); Baden bei Pfohren (Brunner); 
Galizien. 

S. depressa X repens Skärm. in Bot. Not. 1 888. 1 28. — S. li- 
vida X repens Brunner nach Doli Fl. Grossh. Bad. II. 521 (1859). 

— S. stenöelados 1 ) Doli a. a. (). (1859). 

Hierzu gehört : 

S. depressa X repens B. rosmari nifolia. Ist ohne Diagnose aufgestellt; 
Material liegt nicht vor. — Ostgalizien bei Derewacz (Blocki). Finnland. — 
S. depressa x rosmarinifolia Meinshausen nach Trautvetter Euerem. Fl. Iloss. III. 
in Acta Eorti Petropol. IX. 1 (1884) 176. — S. livida X rosmarinifolia Blocki 
in DBM. X (1S92) 110. — S. rosmarinifolia X vagans Borg in Meddel. Soc. Faun. 
Fl. Fenn. XXII (1896) 52. 

(Skandinavien; Finnland; Ostseeprovinzen: Insel Oesel; St. Peters- 
burg (?)). |*J 

1045. x 1040. x 1048. S. aurita X depressa X repens. Heidenreich 
hat diesen Bastard 1S65 in Tilsit, Ostpreussen, in einem Garten künstlich gezüchtet 
und in weiblichen Exemplaren ausgegeben. Wildwachsend bisher nur in Schweden 
bei Uppsala gefunden (Floderus). 

S. aurita X repens X depressa Floderus in Herb. Sal. Scandin. exsiec. (1885). 

— S. (aurita X livida) X repens Heidenreich in Herb. (1805). Fl. Pruss. Oriental. 
exsiec. 

Koseae X Argenteae. 

1047. X 1048. S. myrtilloides X repens. Niedriger, dünn- 
astiger (/. Zweige braun oder rothbraun, kahl, etwas glänzend. Junge 
Triebe kurz grau behaart. Blätter klein, oval, länglich oder lanzettlich, 
spitz oder sehr kurz zugespitzt. Spitze mitunter gefaltet, am Grunde 
spitz oder stumpf, ganzrandig oder am Rande schwach ungleich buchtig, 
seltener spärlich schwach gezähnelt (Rand zurückgebogen); in der Jugend 
namentlich unterseits seidig behaart, später oberseits zerstreut, Unterseite 
dichter kurz seidig behaart, nach und nach ganz verkühlend, oberseits 
dunkel-, etwas trübgrün, etwas glänzend, unterseits blau- oder graugrün; 
Nervatur und Adernetz auf beiden Blattseiten mit dem Alter zunehmend 
scharf hervortretend. Nebenblätter wenig entwickelt, lanzettlich. Blüthen- 
stände (nur weibliche) an etwa ebenso langen, mit kleinen Blättern be- 
setzten Zweigen endständig, aufrecht, länglieh oder kurz cylindrisch, 
lockerblüthig. Tragblätter oval, an der Spitze abgerundet, so lang oder 
etwas kürzer als der Fruchtknotenstiel, gelb, mitunter nach der Spitze 
zu etwas dunkler, dünn hellgrau-wollig behaarl und bebärtet. Frucht- 
knoten gestielt (Stiel etwa 2 /z so lang als der Fruchtknoten, grau, 
kahl oder behaart), aus eiförmigem Grunde lang pfriemlich verschmälert, 
stumpflich, kahl oder dünn, unterwärts meist stärker behaart. Griffel 

l) Von orevog eng, schmal und y.Äüöog Zweit:. 



Salix. 233 

kurz. Narben kurz, getheilt, aufrecht, kopfig. Drüse eine hintere, 
oval, gestutzt, 1 \i — 1 /2 so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Prov. Posen bei Bartschin im Kreis Schubin. Westpreussen in 
den Kreisen Löbau, Bliesen, Kulm und Schwetz (H. Preuss in Ber. 
Westpreuss. Bot. Zool. Ver. 131 (1909). Bayern: München: Deininger 
Moor. Galizien. Bl. April, Mai. 

S. myrtilloides X repens Wimmer Flora XXXII. 46 (1849). 
— S. ßinmärchica 1 ) Willd. Berl. Baumz. ed. 2. 441 (1811). — 
S. fnsca var. aurora 2 ) Laest. in Sched. 1822 nach Andersen Sal. Läpp. 
69 (1845) u. Anderss. Monogr. Sal. I. 101 (1863). — S. fusca major 
Laest. in Sched. 1824 nach Anderss. Monogr. Sal. I. 101 (1863). — 
S. ambigua ß. gldbräta Koch Syn. ed. 1. 655 (1837). — S. aurora 2 ) 
Laest. nach Anderss. Monogr. Sal. I. 101 (18631. — S. aurita X myr- 
tilloides Abromeit 42. Jahresb. Preuss. Bot. Ver. (1903) in Schrift. 
PÖG. Königsberg XLV. 32 (1904). 

Aendert ab : 

A. liocarpa. Fruchtknoten kahl. — S. aurora a. leiocarpa Anderss. Monogr. 
Sal. I. 102 (1863). 

B. hebecärpa. Fruchtknoten behaart. — S. aurora b. hebecarpa Anderss. 
a. a. O. (1863). 

Hierzu gehören ferner : 
II. Pr eussiäna 3 ). Blätter kurz-elliptisch, nach der kurzen, zurückgebogenen 
Spitze zu deutlich gezähnelt. So in der Prov. Westpreussen im Kreise Löbau 
auf dem Weissenberger Hochmoor. — S. aurita X myrtilloides f. subtnyrlilloides 
(S. Preussiana) Abromeit a. a. O. (1004). — S. myrtilloides X repens f. sub- 
myrtilloides Abromeit 43. Jahresb. Preuss. Bot. Ver. (1904) in Schrift. PÖG. 
Königsberg XLVI (1905) 68. 
III. »S'. myrtilloides X repens f. rosmarinifolia Preuss. in 31. Bericht Westpreuss. 
Bot. Zool. Ver. 133 (1909). — Westpreussen im Kreise Schwetz auf dem 
Hochmoor bei Wilhelmsmark. 

(Skandinavien; Lappland; Russ. Littauen; Podolien.) 



1) In Finnmarken, dem nördlichsten Theile Norwegens, gefunden. 

'-) Ob nach dem Nordlicht (Aurora borealis) benannt? 

3) Nach dem Entdecker Hans Preuss, * 3. Aug. 1879 Bieberswalde Kr. 
Osterode (Ostpr.), 1899 Lehrer in Bordzichowo Kr. Pr. Stargard, 1901 in Steegen 
(Kr. Danziger Niederung), 1903 — 8 in Danzig (br.), verdient um die Flora von West- 
und Ostpreussen durch seine Bereisungen im Auftrage des Pieussischen Botani- 
schen Vereins und des Westpreussischen Botanisch-Zoolog. Vereins und mehrere 
Abhandlungen, u. a. Vegetationsverhältnisse der Frischen Nehrung westpr. Antheils 
Danzig 1906 und Vegetationsverhältnisse der Tuchler Heide (Jahrb. Westpr. Lehrer- 
Vereins f. Naturk. II III. 1908). Die Verf. der Synopsis verdanken ihm mehr- 
fach Material und schriftl. Mittheilungen. Gleichfalls verdient um die Flora der 
Provinzen West und Ostpreussen ist Professor Paul Rudolf P., * 12. Nov. 1861 
Thorn, seit 1903 Director der Neu-Guinea-Kompagnie Berlin (in Zehlendorf wohn- 
haft). Er bereiste für den Preuss. Bot. Verein 1882 deu Kreis Osterode, 1883 die 
Kreise Thorn und Culm. Später wendete er sich der Entomologie und der Colouial- 
Botauik zu; er verweilte 1886 — 8 in Sierra Leone, war 18S9 Mitglied der Expedition 
von Dr. Zintgraff; seit 1890 im Dienste des Auswärtigen Amtes erforschte er 
1891 das Kamerun-Gebirge und gründete in demselben Jahre den Versuchsgarten 
in Victoria-Kamerun, den er bis 1895 leitete. 1899 — 1900 bereiste er das tropische 
America, 1903 — 4 Ceylon, Java und Neu-Guinea (br. und Wer ist's 1906. 
Auch ihm verdanke ich werth volles Material. Ä.. 



231 Salicaceae. 

C. I. b. 

Bastarde der Meiostylae. 
Vi reff cent es. 

1049. X 1050. S. nigricans X phylicifölia. Niedriger oder 
mittelhoher j). mit meist aufrecht gabeligen Aesten. Junge Zweige dicht 
grau behaart ; altere Zweige kahl, braun. Blätter oval oder länglich, 
meist kurz zugespitzt, am Grunde spitz oder stumpf, am Rande un- 
gleich scharf oder kerbig gesägt, in der Jugend seidig grau behaart, 
später oberseits spärlich behaart oder kahl, unterseits dünn behaart oder 
kahl, oberseits dunkelgrün, etwas glänzend, unterseits heller oder grau- 
grün, matt. Nervatur und weitmaschiges Adernetz oberseits wenig, 
unterseits etwas stärker hervortretend. Nebenblätter stark entwickelt, 
halbherz- oder nierenförmig, spitz, gesägt. Knospenschuppen braun, 
dünn kurz behaart. Blüthenstände kurz vor den Blättern oder mit 
diesen erscheinend ; männliche an kurzen Zweigen endständig, fast 
sitzend, am Grunde von kleinen länglichen, dünn seidig behaarten 
Blättern umgeben, aufrecht oder etwas seitwärts gebogen, dichtblüthig. 
Tragblätter oval, stumpflich, nach der Spitze zu dunkelbraun oder 
röthlich, lang dünn grau bebärtet. Staubblätter lang, dünn, am Grunde 
behaart. Drüse (eine hintere) schmal eiförmig, etwa 1 /3 so lang als das 
Tragblatt. Weibliche Blüthenstände meist an etwas längeren, mit kleinen 
länglichen, dünn seidig behaarten Blättern besetzten Zweigen endständig, 
oval, kurz cylindrisch oder cylindrisch, dichtblüthig, aufrecht oder seit- 
wärts gebogen. Tragblätter wie bei der männlichen Blüthe, meist so 
lang als der Fruchtknoten stiel. Fruchtknoten gestielt (Stiel l /i — 2 3 
so lang als der Fruchtknoten), aus ovalem Grunde verschmälert, spitz, 
kahl oder mehr oder minder behaart. Griffel bis 1 /z so lang als der 
Fruchtknoten, an der Spitze oft etwas gespalten ; Narben oval, aus- 
gebildet, aufrecht, gabelig. Drüse (eine hintere) wie bei der männlichen 
Blüthe, etwa r 3 so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Meist nur in den Botanischen Gärten (namentlich zu Berlin und 
Breslau) und ausserdem mitunter angepflanzt z. B. in der Prov. Branden- 
burg bei Potsdam. Oesterreich: im Botanischen Garten in Wien. 

S. phylicifölia X nigricans Wimmer Denkschr. Schles. Gesellsch. 
Vaterland. Cultur 1853. 168. — S. tetrapla 1 ) Walker Ess. 408 (18??). 

— S. ramifüsca Forbes Sal. Wob. 53 (1829). — S. nigricans sub- 
phylicifolia („Laest.") Anders. Sal. Läpp. 60 (1845). — S. phylicifölia 
var. tetrapla Hart. Naturg. Forst! Culturpfl. Deutschi. 391 (1852). 

— S. nigricans X Weigeliäna Wimmer Sal. Europ. 217 (1866). 

— 8. bicolor X nigricans Gurke in Richter-Gürke PI. Europ. II. 
18 (1897). 

(England; Skandinavische Halbinsel; Finnland u. Ingermanland.) 

*l 



i) Von T£TQU7iÄov£ vierfach, sehr schlecht gebildet. 



Salix. 235 

1049. X 1051. S. nigricans X arbÜSCUla. Brügger (Jahresb. Naturf. 
Gesellsch. Graubündens XXIII. u. XXIV. 117 [1880] u. XXV. 105 [1882]) giebt 
diesen Bastard unter dem Namen S. Kraettliana^) als in der Schweiz auf der Lenzer- 
heide und im Ober-Engadin vorkommend an. Nach Buser (Jahresb. Naturf. Ge- 
sellseh. Graubündens LI. 163 [1909]) fehlen jedoch in dem Brügger'schen Material 
die Belege für den Standort Lenzerheide, während die Exemplare aus dem Ober- 
Engadin theils zu S. nigricans, theils zu S. arbuscula gehören. 

In England vorkommend, wird dieser Bastard von Linton (Journ. of Bot. 
XXIX. 214 [1891]) als „S. arbuscula X nigricans (S. Kraettliana Brügg.)" und 
in Skandinavien vorkommend, von Floderus (Bihang K. Svenska Vet. Akad. 
Handl. XVII. III. 9 [1891]) als S. nigricans X arbuscula aufgeführt. 

1050. X 1051. S. phylicifölia X arbuscula. Ist bisher in Mitteleuropa 
nicht beobachtet, nur in Eugland, Schweden und Lappland. 

S. arbuscula X phylicifölia Wimmer in Herb. — S. Dicksoniana%) Smith 
Engl. Fl. IV (1828) 19G, nach B. White in Journ. Liun. Soc. XXVII (1891) 412. 
— S. arbuscula X bicolor Gurke in Richter-Gürke PI. Eur. IL 19 (1897). 

Im Herbar des Botanischen Museums zu Dahlem-Berlin befinden sich zwei 
weibliche Exemplare aus dem Berliner Garten (1852) und eines aus dem Breslauer 
(1845), die von W immer als S. arbuscula X •phylicifölia bestimmt sind. Eines 
dieser Exemplare trug ursprünglich den Namen : „S. patens*, und ein anderes: „S. 
incarnäta* . 

Virescentes X Rigid ae. 

1049. X 1052. S. nigricans X hastata. Mittelhoher, kurz- 
ästiger [). Junge Zweige meist kurz dünn grau behaart, selten 
kahl; ältere Zweige kahl, braun, meist glänzend. Blätter oval, länglich 
oder lanzettlich, spitz, am Grunde spitz oder stumpf, ungleich dicht 
scharf gesägt, in der Jugend am Grunde und am Stiel kurz dünn 
behaart, sonst kahl, später ganz kahl, oberseits dunkelgrün glänzend, 
untersei ts heller grün. Nervatur und weitmaschiges Adernetz oberseits 
deutlich, unterseits stärker fein hervortretend. Nebenblätter stark ent- 
wickelt, schief herzförmig, spitz, gesägt. Knospenschuppen meist kastanien- 
braun, an der Spitze kurz grau behaart. Blüthenstände mit den 
Blättern erscheinend ; männliche fast sitzend, am Grunde von kleinen 
länglichen oder lanzettlichen, spärlich behaarten, klein gesägten Blättern 
umgeben, länglich oder kurz cylindrisch, aufrecht oder etwas seitwärts 
gebogen, dichtblüthig. Tragblätter länglich, stumpflich, dunkelbraun, 
am Grunde hell, spärlich grau behaart und bebärtet. Staubblätter 
lang, dünn, am Grunde etwas behaart. Drüse (eine hintere) oval, mit- 
unter an der Spitze etwas ausgerandet, etwa 1 js so lang als das Trag- 
blatt. Weibliche Blüthenstände an kurzen, kurz grau behaarten, mit 
kleinen Blättern wie bei den männlichen besetzten Zweigen endständig, 
aufrecht oder seitwärts gebogen, dichtblüthig. Tragblätter wie bei der 
männlichen Blüthe und an dem unteren Theil des Fruchtknotens 
heraufragend. Fruchtknoten gestielt (Stiel X J% so lang als der Frucht- 



1) Nach Johann Luzi Krättli, * 18. März 1812 Untervaz f 24. Februar 
1903 Bevers, Lehrer daselbst, um die Flora des Ober-Engadin verdient (Tarnuzzev 
briefl.), der nach Brügger a. a. O. diese Weide bereits 1853 bei Bevers im Ober- 
Engadin gesammelt hat. 

2) Nach James Dick so n s. VI. 2. S. 205 Fussn. 1. 



236 8alicacea< . 

knoten), aua eiförmigem Grande kegelig verschmälert, kahl; Griffel bis 
l /2 so lang als der Fruchtknoten, an der Spitze gespalten; Narben 
oval, getbeilt, aufrecht gabelig. Drüse (eine hintere) oval, gestutzt oder 
ausgerandet, ' j bo lang als der Fruchtknoten. 

Tirol und Vorarlberg. Für das von Brügge r in Jahresb. Naturf. 
Gesellsch. Graubünden s XXIII u. XXIV (1880) 117 angegebene Vor- 
kommen in der Schweiz im Ober-Engadin fehlen nach Bus er (Jahresb. 
Naturf. Gesellsch. Graubündens LI 166 [1909J) die Belege. 

S. nigricans X hastata Blytt Norges Flora IL 463 (1874). — 
S. Mielichhoferi 1 ) Sauter Flora XXXII (1849) 662. — S. punctata 
Sauter a. a. ()., nicht Wahlenberg. — S. gldbra var. Mielichhoferi 
Anderss. in DO. Prodr. XVI. 2. 260 (1868). — S. Blyttiäna 2 ) 
Anderss. nach Blytt Norges Fl. II. 463 (1874). 

Bezüglich der Abtrennung der S. Mielichhoferi von S. glabra und ihrer 
Deutung als <b'. nigricans X hastata siehe Seite 160 u. 161. 

Sauter (a. a. O. 663) führt zu seiner S. Mielichhoferi als Formen auf: 
*S'. lancifdlia, S. ßavesecns, S. odordta, S. rivuldris. 

(Skandinavien.) |#J 

1049. x f*. S. nigricans X cordata. S. cordata X nigricans Schroetter 
nach Beissner, Schelle, Zabel Handb. Laubholz-Bencnn. (1903) 35 wird ohne Be- 
schreibung aufgeführt. 

1049. X 1053. S. nigricans X ghibra. Fi. Niedrig, dickstämmig, 
der S. glabra sehr ähnlich, mit kurzen, wenig beblätterten Aesten. 
Junge Zweige behaart, ältere Zweige kahl, braun. Blätter oval oder 
elliptisch, spitz oder sehr kurz zugespitzt mit aufgesetzter Spitze, in der 
unteren Hälfte meist nach dem Stiel zu verschmälert, spitz, gesägt, in 
der Jugend unterseits an den Nerven behaart, später beiderseitig kahl, 
oberseits dunkelgrün, glänzend (jedoch weniger als bei S. glabra), unter- 
seits graugrün, beim Trocknen schwarz werdend. Nervatur und weit- 
maschiges Adernetz oberseits schwach, unterseits stärker hervortretend. 
Nebenblätter wenig entwickelt, klein, halbherzförmig. Knospenschuppen 
braun. Blüthenstände (nur weibliche bekannt) mit den Blättern er- 
scheinend, an kurzen Zweigen mit kleinen Blättern, meist seitwärts ge- 
bogen, cvlindrisch. Tragblätter oval, stumpf, gelb, spärlich behaart. 
Fruchtknoten gestielt, aus eiförmigem Grunde kegelig verschmälert, 
spitz, kahl. Griffel lang; Narben oval, gespalten, abstehend. Drüse 
(hintere) oval, gestutzt, l /z so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Nieder-Oesterreich, Kärnten, Tirol. 

S. glabra X nigricans [S. subgläbra) Kerner Niederösterr. Weiden 

237 (1859). — S. glabra a. crataegifölia Anderss. in DC. Prodr. 
XVI. 2. 259 (1868)' z. T. — S. glabra ß. subgläbra Anderss. a. a. O. 

S. glabra ß. crataegifölia Anderss. a. a. O. umfasst neben der in Italien vor- 
kommenden <S'. crataegifölia Bertoloni, die zu 8, nigricans zu stellen ist, eine unter 

i) S. II. 2. S. 178 Fussn. 1. 
8) S. II. 1. S. 159 Fussn. 3. 



Salix. 237 

diesem Namen in „Austritt* (Tirol) gesammelte Weide, welche jedoch zu S. nigri- 
cans X glabra gehört. (S. S. 135, 160 u. 161.) 

(Bisher nur im Gebiete.) |*| 

1049. X 1052. X 1053. S. nigricans x hastata X glabra. 
Niedriger oder mittelhoher dichtästiger t) mit schlanken Zweigen. Junge 
Zweige sehr kurz grau behaart; ältere Zweige kahl, braun. Blätter oval 
oder länglich, spitz, am Grunde spitz oder stumpf, am Rande unregel- 
mässig gesägt, in der Jugend kurz spärlich behaart, später kahl, ober- 
seits dunkelgrün, etwas glänzend, unterseits graugrün oder grau, matt. 
Nervatur oberseits wenig, unterseits deutlich fein hervortretend ; weit- 
maschiges Adernetz beiderseits wenig bemerkbar. Nebenblätter schief 
nierenförmig, gesägt. Knospenschuppen braun, nach der Spitze zu kurz 
behaart, später verkahlend. Blüthenstände (nur weibliche bekannt) an 
kurzen mit kleinen ovalen oder länglichen, fein gesägten, spärlich be- 
haarten oder kahlen Blättern besetzten Zweigen endständig, aufrecht, 
später etwas seitwärts gebogen, cylindrisch, dichtblüthig. Tragblätter 
oval, stumpf, hellbraun, nach der Spitze zu etwas dunkler, lang grau 
bebärtet, etwa so lang als der Fruchtknotenstiel. Fruchtknoten gestielt 
(Stiel etwa 2 /3 so lang als der Fruchtknoten), aus ovalem Grunde kegelig 
verschmälert, kahl; Griffel etwa 1 /4 so lang als der Fruchtknoten, an 
der Spitze oft gespalten ; Narben oval, getheilt, aufrecht gabelig. Drüse 
(eine hintere) eiförmig, gestutzt, etwa x j-i so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Tirol: am Sonnenwendjoch bei Jenbach (Kern er) und Rauchkofel 
bei Lienz (Dalla Torre u. Samt he in Fl. Tir. VI. 2. 40). 

S. glabra X hastata X nigricans A. u. J. Kerner Herb. Oesterr. 
Weiden VI. No. 63 (1869). — S. stenostächya 1 ) A. Kerner in ÖBZ. 
XIV (1864) 188. — S. glabra d. stenostächya Anderss. in DG. Prodr. 
XVI. 2. 260 (1868). 

Ist einer hohen S. glabra ähnlich. 

A. Kern er (ÖBZ. XIV [1864] 18S) hielt S. stenostächya für S. hastata 
X glabra oder hastata X nigricans, während in dem Herb. Oesterr. Weiden VI. 
No. 63 die Deutung S, glabra X hastata X nigricans ausgesprochen wurde. (S. S. 160.) 

1050. X 1052. S. phylieifolia X hastata. Niedriger, selten 
mittelhoher, dichter f) mit dünnen Aesten. Junge Zweige grau seidig 
behaart; ältere Zweige kahl, meistens dunkelbraun, etwas glänzend. 
Blätter oval, verkehrt-eiförmig oder länglich, spitz oder kurz zugespitzt, 
am Grunde spitz oder stumpf, am Rande ungleichmässig kerbig gesägt, 
in der Jugend lang dünn seidig behaart, später verkahlend und beider- 
seits ganz kahl, oberseits grün, glänzend, unterseits grau- oder blau- 
grün, matt; Nervatur und weitmaschiges Adernetz oberseits kaum her- 
vortretend, unterseits fein hervortretend. Nebenblätter schief eiförmig 
oder nierenförmig, gesägt. Knospenschuppen braun, nach der Spitze zu 
grau behaart, später kahl, glänzend. Blüthenstände (es liegen nur weib- 
liche vor) kurz vor oder mit den Blättern erscheinend, an kurzen Zweigen 



i) Von azevög eng, schmal und avä^vg Aehrc. 



238 Salicaceae. 

mit kleinen ovalen oder länglichen, dünn seidig behaarten oder kahlen 
Blättern, aufrecht, später etwas seitwärts gebogen, cylindrisch, dicht- 
blüthig. Tragblätter schmal länglich oder lanzettlich, stumpflich, hell- 
braun, nach der Spitze zu dunkler, dünn seidig behaart und bebärtet, 
bis an den unteren Theil des Fruchtknotens heraufragend. Frucht- 
knoten gestielt (Stiel fast halb so lang als der Fruchtknoten), aus ei- 
förmigem Grunde kegelig verschmälert, spitz, dünn oder dichter behaart. 
Griffel etwa y U so lang als der Fruchtknoten, mitunter an der Spitze 
etwas gespalten ; Narben schmal oval, ausgerandet oder getheilt, gabelig 
seitwärts gebogen. Drüse (eine hintere) oval, gestutzt, etwa V2 so lang 
als der Fruchtknotenstiel. 

Schweiz, Tirol. 

S. phylicifolia -hastata Wimmer Denkschr. Schles. Gesellsch. 
Vaterland. Kult. 1853. 168 z.T. — S. Hegetschweileri 1 ) Heer nach 
Hegetschweiler Fl. Schweiz 963 (1840). — S. Rhaetica Kerner Herb. 
Sal. No. 119. — S. hastata L. a, viridula Anderss. Monogr. Sal. I. 
173 (1963). — S. hastata X Weigeliana Wimmer Sal. Europ. 218 
(1866) z. T. — S. phylicifolia ~L. ß. Hegetschweileri Anderss. in DC. 
Prodr. XVI. 2. 242 (1868). — S. phylicifolia L. y. Bhaetica Anderss. 
a. a. O. 243. — S. bicolor X hastata Gurke in Richter-Gürke PI. 
Eur. IL 23 (1897). 

Bezüglich der Abtrennung der S. Hegetschweileri und S. Rhaetica von 
S, phylicifolia s. S. 143 u. 145. 

(Lappland, Ost-Sibirien.) j*J 

Virescentes X Rigidae. 

1049. x 1050. X 1052? S. nigricans X phylicifolia X hastata? Brügger 
(Jahrosb. Naturf. Gesellsch. Graubündens XXIII u. XXIV. 117 (1880) führt den 
Bastard S, Hegetschweileri X nigricans als in Graubüuden im Ober-Engadin und 
Medelserthal vorkommend, auf. Nach Buser (Jahresb. Naturf. Gesellsch. Grau- 
bündens LI. 166 [1909]) fehlen für den Standort Medelserthal die Belege, während 
die im Ober-Engadin gesammelten Exemplare theils zu S. nigricans, theils zu 
S. hastata gehören. 

1051. X 1052. S. arbuscula X hastata. Niedriger, kurzästiger 
f). Junge Zweige spärlich kurz behaart; ältere Zweige kahl, braun, etwas 
glänzend. Blätter länglich oder lanzettlich, nach dem Grunde zu etwas 
verschmälert, an beiden Enden spitz, am Rande ungleichmässig gesägt, 
in der Jugend spärlich seidig behaart oder kahl, später beiderseits kahl, 
oberseits grün, glänzend, unterseits heller oder graugrün, matt. Nervatur 
und Adernetz beiderseits fein hervortretend. Nebenblätter?. Knospen- 
schuppen braun, etwas behaart oder kahl. Blüthenstände mit den 
Blättern erscheinend, an etwa die Länge der Blüthenstände erreichen- 
den, mit kleinen Laubblättern besetzten Zweigen, aufrecht oder später 
etwas seitwärts gebogen, schmal cylindrisch, dichtblüthig, am Grunde 



l) S. II. 1. S. 191 Fussn. 1. Die genauen Daten sind * 14. Dec. 1789 Zürich 
f 6. Sept. 1839 Pfäffikon. 



Salix. 239 

lockerblüthig. Tragblätter lanzettlich, spitz, hellbraun, nach der Spitze 
zu dunkler, dünn lang bebärtet, fast so lang als der Fruchtknoten; 
Fruchtknoten kurz gestielt (Stiel etwa l /* so lang als der Fruchtknoten), 
aus eiförmigem Grunde kegelig verschmälert, spitz, grau behaart, Griffel 
etwa 1 /2 so lang als der Fruchtknoten, an der Spitze gabelig gespalten ; 
Narben oval, getheilt, gabelig. Drüse (eine hintere) eiförmig, gestutzt, 
etwas länger als der Fruchtknotenstiel. 

Oberbayern: Linkersalpe ca. 1600 m, Rauheck 2260 m (Born- 
müller 1895); Schweiz (Schinz Fl. Schweiz IL 56 [1905]); Tirol. 

S. hastata X arbuscula Floderus Bihang K. Sv. Vet. Akad. 
Handling. XVII. III. 45 (1891). — S. hastata y. subarbuscula Hart- 
man Handb. Skandin. Fl. 220 (1854). — S. combinäta Huter Ver. 
band. ZBG. Wien XLI (1891) 21. — S. algövwa 1 ) Bornmüller Mitth. 
Thür. Bot. Ver. N. F. VIII. 39 (1895). — S. Theobaldiäna 2 ) Brügger 
handschr. nach Killias in Jahresb. Naturf, Gesellsch. Graubündens XXXI 
(1886 — 1887) 167. — S hastata X Waldsteiniäna 3 ) Schinz u. Keller 
Fl. Schweiz 2. Aufl. II (1905) 56. — S. super-arbuscula X hastata 
Dalla Torre u. Sarnthein Fl. Tir. VI. 2. 43 (1909). — S. subarbuscula 
X hastata Brügger nach Buser Jahresb. Naturf. Gesellsch. Graubündens 
LI. 163 (1909). 

Die von Brügger (Jahresb. Naturf. Gesellsch. Graubündens XXIII. u. XXIV. 
117 [1880]) in der Schweiz: Ober-Engadin gesammelten Exemplare gehören nach 
Buser (Jahresb. Naturf. Gesellsch. Graubündens LI. 163 [1909]) zu S. arbuscula 
und „Subarbuscula X hastata" ist „sehr schöne Waldsteiniäna 11 . 

(Skandinavien.) hH 

1049. X 1051. X 1052. S. nigricans X arbuscula X hastata? S. (arbus- 
cula X hastata) X nigricans oder daphnoides X nigricans Brügger nach Buser 
(Jahresb. Naturf. Gesellsch. Graubündens LI. 163 [1909]) in der Schweiz am 
Beverser Inn gesammelt, ist nach Buser (a. a. O.) S. nigricans alpicola. 

Virescentes X Myrtosalix. 

1049. X 1054. S. nigricans X myrsinites. Niedriger oder 
mittelhoher \i ; junge Zweige grau behaart ; ältere Zweige dunkelbraun, 
oft glänzend behäutet. Blätter breit oval, oval oder länglich, spitz oder 
mit kurz aufgesetzter Spitze, am unteren Ende abgerundet oder stumpf, 
selten spitz, am Rande ungleich dicht gesägt, in der Jugend ungleich 
lang grau behaart, später nur an den Nerven spärlich behaart und ganz 
verkahlend, oberseits dunkelgrün glänzend, unterseits heller grün, beim 
Trocknen schwarz werdend; Nervatur und Adernetz oberseits scharf, 
unterseits noch stärker hervortretend. Nebenblätter eiförmig, spitz, ge- 
sägt. Knospenschuppen rothbraun, nach der Spitze zu kurz grau be- 
haart, später kahl, glänzend. Blüthenstände (es liegen nur weibliche 
vor) mit den Blättern erscheinend, an kurzen Zweigen (diese mitunter 



1) Algovia Allgäu. 

2) S. III. S. 86 Fussn. 1. 

3) S. IL 1. S. 418 Fussn. 1 ; IV. S. 148 Fussn. 3. 



240 Salicaceae. 

so lang als die Blüthenstände, mit länglichen, dicht klein gesägten, 
spärlich behaarten Blättern) aufrecht oder etwas seitwärts gebogen, oval, 
oder dick cylindrisch, mitunter etwas lockerblüthig. Tragblätter ver- 
kehrt-eiförmig, braun, an der Spitze etwas dunkler, dünn grau behaart 
und behaltet, an den Fruchtknoten heraufragend. Fruchtknoten gestielt 
(Stiel etwa */* so lang als der Fruchtknoten, aus eiförmigem Grunde 
lang verschmälert, kahl oder ungleich kurz behaart; Griffel etwa 1 /ö 
so lang als der Fruchtknoten, an der Spitze meist gespalten. Narben 
oval, getheilt, aufrecht gabelig. Drüse (eine hintere) breit oval, gestutzt, 
etwa V2 so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Schweiz: Wallis: im Bagnethal. 

S. mi/rsinites- nigricans Wimmer Sal. Europ. 227 (1866). — 
S. punctata Waidenberg Fl. Läpp. 269 (1812) z. T. — S. Mac 
Nabiana x ) Mac Gillivray Edinb. New. Phil. Journ. IX (1830) 335 (?). 
— S. myrsinitoides Fries Herb. Norm. Fase. 16. No. 62 (1864). — 
S. Wahienhergii 2 ) Anderss. in Bot. Notis. (1867) 115. 

Männliche Blüthenstände (nach W i m ni e r Sal. Europ. 228 [1806]): „elongati, 
graciles". 

Euander Sal. Seand. Exsicc. II. (190G) No. 62 — 78 unterscheidet die Formen: 
8ubmyrsinite8, median» und subnigricans. 

(England; Skandinavien; Lappland; Russland.) 

1050. X 1054. S. phylicifolia X myrsinites. In Mitteleuropa bisher nicht 
beobachtet, nur in England und Skandinavien. 

S. phylicifolia X myrsinites (S. Normänni'*) Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 
288 (1868). — S. notha Anders. Bot. Notis 1867. 114. — S. arbuscula polaris 
Laest. in Sched. nach Anderss. a. a. O. — S. bicolor X myrsinites Gurke in Richter- 
Gürke PI. Europ. II (1897) 34. 

S. nigricans X phylicifolia X myrsinites. Ist bisher nur in Skandinavien 
beobachtet. — S. myrsinites X nigricans X phylicifolia Euander Sal. Scand. Exsicc. 
II. No. SO— 82 (1906). 

1051. X 1054. S. arbuscula X myrsinites. k. Es liegt ein 
■weibliches Exemplar aus der Schweiz vor, das der S. myrsinites zwar 
sehr ähnlich ist, bei genauerer Untersuchung und Vergleichung mit 
Exemplaren der typischen S. myrsinites, die an demselben Fundort 
gesammelt sind, folgende Abweichungen zeigt: Die jungen Blätter sind 
heller, mehr freudig grün, dünn kurz seidig, nicht spärlich lang zottig 
behaart. Die weiblichen Blüthenstände erscheinen in der Form schlanker 



i) Nach William Mac Nab, * 1780 Dailly (Ayrshire) f 1. Dec. 1848 Edin- 
burgh, seit 1810 Curator des Botanischen Gartens daselbst, Verfasser werthvoller 
gärtnerischer Schriften. Noch grössere Verdienste, auch als Botaniker erwarb sich 
sein Solni und Nachfolger James, * 25. Apr. 1810 Richmond bei London f 19. Nov. 
1878 Edinburgh (Brittcn u. Boulger Journ. of Bot. XXV. 341). 

2) S. II. 2. S. 512 Fussn. 1. 

8) Nach Johannes Musaeus Norman, * 28. Oct. 1823 Asker bei Kristiania 
f 15. Jan. 190.'! Kristiania, 1860 — 76 Forstmeister in Tromsö (Lynge und Mur- 
beck br), besonders um die Flora des nördlichsten Norwegen (Finmarken) verdient. 



Salix. 241 

und weniger zottig behaart. Die Tragblätter sind breiter, an der Spitze 
dunkelbraun, nicht röthlich, kürzer dünn seidig bebärtet. Die Frucht- 
knoten sind grün, nicht röthlich, kurz fein seidig behaart. Die Griffel 
sind dünner, gelb, nicht roth. Die länglichen Narben sind verhältnis- 
mässig dicker, gespalten, aufrecht gabelig. 

Schweiz: Graubünden: Ofenpass-Gruppe (Brunies 1902). 

8. arbusmla X myrsinites Floderus Bih. K. Sv. Vet.-Akad. 
Handl. XVII. 47 (1891). — 8. serta B. White Journ. of Bot, XXVII. 
267 (1890). 

Bei einem der Exemplare von S. myrsinites vom ob. Fundort liegt ein älterer 
Blattzweig, bei welchem die Blätter durch die graugrüne Färbung der unteren Fläche, 
sowie durch das geringere Hervortreten der Nervatur und des Adernetzes ebenfalls 
auf eine Beimischung von S. arbuscula hinweisen. 

(England; Skandinavien.) *| 

Rigiclae X Myrtosalix. 

1052. X 1054. S. hastata X myrsinites. ft. Es liegt nur ein 
Blattexemplar aus Lappland vor. Floderus (Bihang K. Sv. Vet.- 
Akad. Handling. XVII. [1891] 46) giebt folgende Diagnose: „Auf 
Areskutan in der unteren Grauweidenregion findet sich von diesem 
Bastard ein weit verzweigter, kriechender Busch, der die Mehrzahl seiner 
Merkmale von 8. myrsinites hat, jedoch von ihr durch die dünnen, 
langgestreckten Zweige sowie die dünnen grösseren und breiteren, unter- 
seits bleich blaugrünen, mit hellerem Adernetz versehenen Blätter und 
die deutlich gestielten Kapseln abweicht, Durch diese Merkmale nähert 
sie sich der S. -hastata." 

Schweiz: Gemmi (Buser). Tirol: Padaster bei Trins (Dalla 
Torre u. Sarnthein Fl. Tir. VI. 2. 43). 

S. hastata X myrsinites Kihlm. in Medd. Soc. Faun, et Fl. 
Fenn. XIII. 249 (1886). — 8. semihastäta A. et G. Camus Classif. 
et Monogr. Saul. d'Europe IL 234 (1905). 

(Skandinavien; Kussland: Lappland, Finnland.) J*J 

C. I. a. X o. 

Bastarde der Brachystylae X Meiostylae. 

Capreae X Virescentes. 

1041. X 1049. S. cinerea X nigricans. Niedriger oder mittel- 
hoher ti mit sparrigen Aesten; junge Zweige kurz, oft filzig grau be- 
haart, ältere kahl, dunkelbraun. Blätter breit oval, verkehrt eiförmig 
oder breit lanzettlich, spitz, am Grunde spitz, stumpf oder abgerundet, 
bogig gesägt, in der Jugend dicht grau behaart, später oberseits fast 
kahl, unterseits an den Nerven behaart, oberseits dunkel trübgrün, etwas 
glänzend, unterseits etwas heller grün oder graugrün, matt, beim Trocknen 
schwärzlich werdend, Nervatur oberseits nur wenig vertieft, unterseits 
Mittelnerv und Seitennerven scharf hervortretend. Nebenblätter halb- 

Ascherson u. Gra ebner, Synopsis. IV. IG 



_' 1 2 Salicaccae. 

herzförmig, spitz, gesägt. Blüthenstände vor oder kurz vor den Blättern 
erscheinend, an kurzen mit kleinen Blättern besetzten Zweigen end- 
Btändig, dichtblüthig ; männliche oval oder kurz cylindrisch, Tragblätter 
breil lanzettlich, spitz, nach der Spitze zu dunkelbraun, dünn grau be- 
haart und behaltet. Staubblätter zwei, am Grunde behaart. Drüse (eine 
hintere) schmal eiförmig, gestutzt, an der Spitze etwa.- ausgerandet. 
Weibliche Blüthenstände cylindrisch. bis lang cylindrisch. Tragblätter 
schmäler als bei der männlichen Blüthe. Fruchtknoten langgestielt 
(Stiel bis so lang als der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde 
verschmälert, spitz, grau behaart; Griffel kurz oder bis l /a so lang als 
der Fruchtknoten; Narben länglich, ausgerandet, gabelig, spreizend. 
Drüse (eine hintere) schmal eiförmig, gestutzt, an der Spitze etwas aus- 
gerandet, bis r 2 so lang als der Frachtknotenstiel. 

Provinz Brandenburg (bei Berlin zahlreich), Ostpreussen (in Masuren, 
bei Tilsit zahlreich); Thüringen (H aussk nech t) ?; Württemberg: 
Schweiz (Sehinx u. Keller Fl. Schweiz 2. Aufl. IL 55 u. 56 [1907] 

m das Vorkommen dieses Bastards nicht an, es liegen jedoch Exem- 
plare aus Bern und Luzern von: Tirol bei Innsbruck und Meran? 

IIa Torre u. Samt he in Fl. Tir. VI. 2. 38 [1909]); Nieder- 
< ►esterreich. 

S. nigricans X cinerea Wimmer Denkschr. Schles. Gesell. Vater- 
land. Cult. 189 (1853). — S. strepida Forb. Sah Wob. No. 100 (1828). 
— S. vaudensis 1 ) Forb. Sah Wob. No. 117 (1828). — S. puherula 
Doli Fl. Bad. (1859) 518. — S. fallax Woloszczak Verh. ZBG. XXV 
(1875) 499. — S. Heimerli*) (S. supernigricans X cinerea) H. Braun 
BZ. XNXI (1881) 107. 

Woloszczak hat seiue S. fallax als S. supernigricans X purpurea bezeichnet, 
Beck (Fl. Nieder-Oesterr. 2^2 [1890]) hält sie jedoch ihr S. cinerea X nigricans. 

Camus (Classif. et Monogr. Baul. France II. 133 [1905]) führt neben der 
S. fallax noch „S, supernigricans-fallax 11. Braun Nachtr. p. 70" auf; in E.v.Halacsy 
u. H. Braun Nachtrüge zur Flora von Nieder-Oesterreicb 70 (1882) steht jedoch: 
n S, fallax [supernigricans X purpurea) Woloszczak". 

(Frankreich: Grossbritannien; Skandinavien; Russland: bei Libau 
(nach Lac k sehe witz), bei Moskau (nach Petunnikow.) *. 

1041. x 1042. x 1049? S. cinerea X caprea X nigricans? Unter dieser 
Bezeichnung befand sich in dem Salicetuuo des alten Botanischen Gartens zu Berlin 
«•in mittelhoher männlicher .Strauch, der in seinen Merkmalen jedoch nicht von einer 
breitblättrigen S. nigricans zu unterscheiden war. 

1041. X 1045. x 1" 19? S. cinerea X aurita X nigricans. («S. Virnariensix*)) 
Haussknecht in Herb. Dörfler Eerb. No. 3231 isl von Bornmüller bei Ober- 
weimar und Falkenberg in Thüringen gesammelt und erscheint in dieser Bestimmung 

durchaus fraglich. fiese Weide dürfte nichts anderes als eine S. cinerea sein. 

1041. x 1050. S. cinerea X phylieifolia Blytt in Meddel. Boc. pr. Fauna 



tud, Französischer Name für den Canton Waat. 
VI. i. 8. 263 Fussn. 1. 
B) Bei Weimar gesammelt. 



Salix. 243 

ei II. Fenn. XI (1885) 170. — S. Wardiana l) B. White Journ. Linn. Soc. XXVII 
(1890) 403. — S. pentandra X cinerea (S. altobracc'nsis-)) Coste Bull.de 1' Association 
Byron, pour l'echange des plautes VII. anuee (189f> — 1897) 10. No. 187. — S. bico- 
lo'r X cinerea Gurke PI. Europ. II (1897) 21. 

Ist nicht in Mitteleuropa beobachtet; nur in Frankreich, Grossbritannien und 
Skandinavien. 

1041. X 1042. X 1050. S. cinerea X caprea X phylicifolia. 

Hoher tl mit aufrechten, nur wenig spreizenden Aesten ; junge Zweige 
dicht kurz grau behaart; ältere Zweige kahl, schmutzig dunkelbraun; 
Knospen dunkelbraun, kahl. Blätter breit-oval oder verkehrt-eiförmig, 
nach dem Stiel zu stark verschmälert, oben zumeist spitz oder (bei 
den unteren Blättern) abgerundet, am Grunde spitz oder stumpf, schwach 
ungleich gesägt, in der Jugend kurz dünn grau behaart, später ganz 
verkahlend, oberseits trüb dunkelgrün, etwas glänzend, unterseits grau- 
grün, matt; Nervatur engmaschig, oberseits etwas vertieft, unterseits 
fein hervortretend. Nebenblätter halbherzförmig, spitz, gesägt. Blüthen- 
stände vor den Blättern erscheinend, an sehr kurzen Zweigen bis fast 
sitzend, mit kleinen schuppenartigen Blättern), aufrecht, dichtblüthig; 
männliche oval oder kurz cylindriscb, dick. Tragblätter oval, an der 
Spitze abgerundet, dunkelbraun, am Grunde heller, grau bebärtet. Staub- 
blätter 2, am Grunde behaart. Drüse (eine hintere) breit-oval. Weib- 
liche Blüthenstände dünner als die männlichen, meist kurz cylindriscb.. 
Tragblätter wie bei den männlichen Blüthen. Fruchtknoten langgestielt 
(Stiel etwa so lang wie der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde ver- 
schmälert, stumpf, dicht grau behaart. Griffel kurz; Narben schmal 
oval, ausgerandet, später spreizend. Drüse (eine hintere) eiförmig, ge- 
stutzt, etwa 1 /3 so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Provinz Brandenburg: Berlin im alten Botanischen Garten (weiblich) 
und Treptow (männlich). 

S. phylicifolia X cinerea X caprea White Journ. Linn. Soc. 
XXVII. 402 (1891). — S. tephroeärpa'*) (S. cinerea X laurina) 
Wimmer Abhand. Schles. Gesell. Vaterland. Cult. 1861. 128. — S. 
{caprea -\- Weiyeliana) -j- cinerea Wichura Bastardbefrucht. im 
Pflanzenr. 61 (1865). — S. bicolor X caprea X cinerea Gurke in 
Richter PL Europ. IL 21 (1897). — 8. ludibünda A. et G. Camus 
Classif. et Monogr. Saul. France II. 275 (1905). 

(Schottland: Dunkeid.) ~&\ 

1042. X 1049. S. caprea X nigricans. Mittelhoher oder hoher 
1/ mit sparrigen Aesten; junge Zweige kurz grau, mitunter filzig behaart; 



i) Nach James "Ward , * 1803? f 7. März 1873 in Manchester, der sich eifrig mit 
der Flora seiuer Heimat beschäftigte; er gab mit Lee fe ein Salicetum Britannicum 
exsiccatum heraus und veröffentlichte List of Richmond plants. Sein Herbarium 
befindet sich im Stonyhorst College. Vgl. Baker Journ. of Bot. XI (1873) 222 
(Britton u. Boulger Journ. of Bot. XXIX [1891]). 

2) Wohl nach dem Fundort Aubrac in Central-Frankreich. 

3 ) Von zecpQÖ: aschfarbig und y.ciQnög Frucht. 

16* 



244 Salioaeeae. 

ältere Zweige kahl, braun, etwas glänzend. Blätter breit-oval, verkehrt- 
eiförmig oder länglich, spitz, selten stumpf, am Grunde abgerundet 
oder stumpf, selten spitz, am Rande bogig oder unregelmässig klein 
oder stärker gesägt; in der Jugend grau seidig behaart, später ober- 
seite fast kahl oder ganz kahl, unterseits sehr kurz grau seidig behaart, 
später verkahlend, oberseits dunkelgrün, etwas glänzend, unterseits grau 
oder blaugrün, beim Trocknen schwärzlich werdend; Nervatur und Ader- 
netz oberseits etwas vertieft, unterseits hervoi tretend. Nebenblätter stark 
entwickelt, nierenförmig oder halbherzförmig, gekrümmt, gesägt. Knospen- 
schuppen braun, kahl oder sehr kurz zerstreut behaart. Blüthenstände 
kurz vor den Blättern erscheinend, an kurzen Zweigen mit kleinen läng- 
lichen, spitzen, dünn grau seidig behaarten Blättern, aufrecht, später 
seitwärts gekrümmt, dichtblüthig; männliche oval oder länglich-oval. 
Tragblätter länglich oder oval, stumpf, nach der Spitze zu dunkler 
braun, dünn grau seidig bebärtet. Staubblätter zwei, lang, dünn, am 
Grunde behaart. Drüse (eine hintere) breit oval, an der Spitze ge- 
stutzt oder ausgerandet, 1 /a so lang als die Tragblätter; weibliehe 
cylindrisch oder lang cylindrisch. Tragblätter lang, länglich, stumpflich, 
sonst wie bei der männlichen Blüthe. Fruchtknoten gestielt (Stiel etwa 
so lang als der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde kegelig, spitz, 
dünn oder ungleichmässig grau seidig behaart, oder theilweise kahl ; 
Griffel kurz, mitunter gespalten ; Narben länglich, aufrecht zusammen- 
neigend oder gabelig, Drüse wie bei der männlichen Blüthe, etwa Va 
so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Prov. Brandenburg: bei Berlin; Prov. Ostpreussen: bei Tilsit; 
Baden; Württemberg; Tirol: Hall, Povo (Da IIa Torre u. Sarnthein 
Fl. Tir. VI. 2. 39 [1909]); Ober-Oesterreich. 

S. caprea X nigricans (S. badensis) Doli Fl. Grossherz. Baden 
519 (1859). — S. latifölia Forbes Sah Wobur. No. 118 (1828). 

Brügger (Jahresb. Naturf. Gesell. Graubünden XXIII. u. XXIV. 117 [1880]) 
giebt das Vorkommen dieses Bastards in der Schweiz an: nach Unser (Jahresb. 
Naturf. Gesellschaft Graubiinden LI. 164 (1909) fehlen jedoch die Belege hierfür. 

(England; Skandinavien; Finnland.) *J 

1042. X 1050. S. caprea X phylicifolia. Mittelhoher oder 
hoher ft mit ausgebreiteten Aesten ; junge Zweige kurz dicht grau be- 
haart; ältere kahl, braun, etwas glänzend. Blätter breit-oval, verkehrt- 
eiförmig oder länglich, spitz, selten stumpf, am Grunde spitz, stumpf, 
selten abgerundet, ganzrandig oder zerstreut undeutlich klein gesägt, 
selten stärker gesägt, in der Jugend seidig hellgrau oder gelblich-grau 
behaart, später oberseits nur spärlich kurz behaart, verkahlend, unter- 
eeite dicht kurz grau seidig behaart, verkahlend, oberseits dunkelgrün, 
etwas glänzend, unterseits grau oder blaugrün, matt; Nervatur und 
Adernetz oberseits sehr wenig hervortretend, fast glatt, unterseits 
Nervatur scharf, Adernetz sehr wenig hervortretend. Nebenblätter wenig 
entwickelt, halbherzförmig, gekrümmt, spitz gesägt. Knospenschuppeu 
braun, kahl oder sehr kurz spärlich behaart. Blüthenstände fast mit 



Salix. 245 

den Blättern erscheinend, an sehr kurzen Zweigen bis fast sitzend, am 
Grunde mit kleinen länglichen, meist gelblichgrau seidig behaarten Blättern, 
aufrecht, später seitwärts gebogen, dichtblüthig ; männliche oval oder kurz 
cyli ndrisch. Tragblätter länglich, stumpf lieh, nach der Spitze zu dunkler, 
braun, dünn lang seidig hellgrau behaart und dichter bebärtet. Staub- 
blätter zwei, lang, dünn, am Grunde behaart. Drüse (eine hintere) ei- 
förmig, gestutzt, etwa x /z so lang als die Tragblätter. Weibliche Blüthen- 
Stände cylindrisch oder lang cylindrisch. Tragblätter wie bei der männ- 
lichen Blüthe. Fruchtknoten lang gestielt (Stiel fast so lang als der 
Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde kegelig verschmälert, hellgrau 
fast filzig behaart; Griffel kurz, etwa l /± so lang als der Fruchtknoten; 
Farben oval, ausgerandet, aufrecht, später gabelig. Drüse (eine hintere) 
wie bei der männlichen Blüthe, fast 1 / / 2 so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Sachsen bei Leipzig, Harz, Thüringen: Weimar; vielfach ange- 
pflanzt, namentlich auch bei Berlin. 

S. phylicifolia X caprea Wimmer Denkschr. Schles. Gesell. 
Vaterl. Cultur 1853. 167. — S. laurina Smith in Transact. Linn. 
Soc. VI. 122 (1802). — 8. phylicifolia ß. laurina Koch Syn. ed. 2. 
751 (1841). — S. caprea X Weigeliana Wimmer Sal. Europ. 215 
(1866). — 8. bicolor X caprea Gurke in Richter PI. Europ. VI. 21 
(1897). 

(England; Skandinavien; im nördlichen und mittleren Russland.) 

1042. X 1045. X 1050. S. caprea X aurita X phylicifolia. 

Hoher baumartiger \\ mit schlanken Aesten ; junge Zweige kurz grau 
behaart; ältere kahl, braun, etwas glänzend; Blätter an S. aurita er- 
innernd, verkehrt- eiförmig, spitz, selten an der Spitze abgerundet, am 
Grunde keilförmig verschmälert, spitz, ganzrandig oder ungleich klein 
gesägt, in der Jugend kurz fein grau behaart, später oberseits kahl, 
dunkelgrün, glänzend, unterseits dicht kurz grau behaart, später ver- 
kahlend und nur am Mittelnerven behaart bleibend, grau- oder blau- 
grün matt; Nervatur und Adernetz unterseits scharf hervortretend; 
Nebenblätter nieren- oder halbherzförmig, gesägt; Knospenschuppen 
braun, kahl oder sehr kurz behaart; Blüthenstände (nur weibliche) kurz 
vor den Blättern erscheinend, klein und an S. aurita erinnernd, an 
kurzen mit kleinen behaarten Blättern besetzten Zweigen endständig, 
kurz cylindrisch, dichtblüthig. Tragblätter länglich, stumpflich, nach 
der Spitze zu dunkelbraun, hellgrau seidig behaart und bebärtet. Frucht- 
knoten lang gestielt (Stiel etwa so lang als der Fruchtknoten), aus ei- 
förmigem Grunde lang spitz verschmälert , dicht hellgrau behaart ; 
Griffel sehr kurz; Narben kurz, oval, gespalten. Drüse (eine hintere) 
oval, gestutzt, etwa 1 U so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Thüringen: an der kleiuen Saale zwischen Pforta und Naumburg 
(E. Sagorski 1897). 

S. aurita X caprea X phylicifolia A. et G. Camus Classif. et 



21') Salicaceae. 

Monogr. Saul. d'Europe II. 275 (1905). — 8. aurita X lavrina 
\S. Schäteii 1 )) Sagorski DBM. XV. 314 (1897). 

104:;. x 1049? S. grandifolia x nigricans? Wird von Brügge r (Wild- 
wachsende Pflanzenbastarde in Jahresb. Naturf. Gesellsch. Graabönden XXIII. u. 
XXIV. 116 [1878 — 1880]) als in der Schweiz (Lenzerheide und Ursern') vor- 
kommend anter No. 281 aufgeführt; nach R. Baser (Jahresb. Naturf. Gesellsch. 
Graubünden LI. 166 [1909]) sind diese StandortsangabeD, sowie die bei Alvasehein 
1 leide jedoch ohne Helege geblieben. Im Ober-Eugacliu in Val Bever und bei Davos- 
Prauenkirch gesammelte Exemplare gehören nach Buser zu S. nigricans. 

1043. X 1051. S. grandifolia X arbuscula. Niedriger, dicht- 
ästiger |). Junge Triebe kurz grau behaart; ältere Zweige kahl, braun, 
glänzend. Blätter breit lanzettlich oder verkehrt eiförmig-lanzettlich, 
kurz zugespitzt, nach dem Stiel zu verschmälert, spitz, ungleich klein 
gesägt, in der Jugend dünn grau behaart, später verkahlend, obersei ts 
dunkelgrün, glänzend, unterseits graugrün, matt; Adernetz oberseits 
etwas vertieft, unterseits deutlich hervortretend. Blüthenstände mit den 
Blättern erscheinend, an kurzen, mit kleinen länglichen Blättern be- 
setzten, dicht behaarten Zweigen, kurz cylindrisch, dichtblüthig. Trag- 
blätter schmal oval, hell, an der Spitze dunkelbraun, dünn lang behaart. 
Staubblätter kahl oder am Grunde etwas behaart. Fruchtknoten gestielt 
(Stiel etwa tys so lang als der Fruchtknoten, behaart), aus eiförmigem 
Grunde kegelig, grau behaart; Griffel kurz, mitunter an der Spitze 
etwas gespalten, Narben oval oder länglich, getheilt, aufwärts gabelig. 
Drüse (eine hintere) kurz, oval, gestutzt, etwa l /s so lang als der Stiel 
des Fruchtknotens. 

Schweiz. Tirol. 

S. arbuscula X grandifolia (S. fruticulösa) Kerner ÖBZ. XIV 
(1864) 368. — S. detiimbens Schleicher Cat. III. 25 (1815), nach 
Buser in Gremli Excursionsfl. Schweiz 7. Aufl. 374 (1893). — S. bi- 
genera Huter exs. (1888). Camus Classif. Monogr. Saul. d'Europe II. 
220 (1905). — 8. arbuscula X appendicuJäta Huter a. a. O. (1888). 
— S. ramosissima Camus Classif. Saul. d'Europe Monogr. Saul. 
France I. 280 (1904). — S. grandifolia X Waldsteiniana Sohinz 
u. Keller Fl. Schweiz 2. Aufl. II. 56 (1905). — S. rhactica Kerner 
nach Huter ÖBZ. LVII (1907) 470. 

Es sind zwei Formen zu unterscheiden : 

A. laneeoldta (O. v. Seemen in gyn. IV. 246 [1909]). Blätter lanzettlich, au 
beiden Enden gleich verschmälert, länger zugespitzt. 

B. obovdta (O. v. Seemen a.a.O. [1909]). Blätter verkehrt-eiförmig, mit kurzer 

Spitze. 

1044. X 1050. S. Silesiaca X phylicifolia. h. Junge Triebe 
Bpärlich, sehr kurz grau behaart; ältere Zweige kahl, schmutzig- oder 



l) Nach Medieinalrath Joseph Ant.ui Sehatz, i: 31. Kai 1856 Kahlwies 
i Baden), Bezirksarzt in Villingen, verdient um die Flora Oberbadens, bewährtem 
Kenner der Gattung Salix. S. II. 2. S. 203 Fussn. 3. 



Salix. 217 

graubraun. Blätter etwa so gross wie bei S. Silesiaca, oval, an beiden 
Enden spitz, oder am Grunde stumpf, am Rande unregelmässig klein 
gesägt, in der Jugend spärlich, namentlich am Stiel und Unterseite an 
dem Mittelnerv kurz grau behaart, später ganz kahl, oberseits dunkel- 
grün, unterseits heller oder grau- oder blaugrün; Nervatur und weit- 
maschiges Adernetz oberseits kaum hervortretend, unterseits scharf her- 
vortretend. Nebenblätter wenig entwickelt, schmal halbherzförmig, spitz, 
gesägt. Knospenschuppen braun, kahl oder spärlich sehr kurz grau 
behaart. Blüthenstände (nur weibliche bekannt) mit den Blättern er- 
scheinend, an kurzen mit kleinen lanzettlichen Blättern besetzten Zweigen, 
cylindrisch, aufrecht, etwas lockerblüthig. Tragblätter länglich, stumpf, 
nur etwa so lang als der Fruchtknotenstiel, braun, nach der Spitze zu 
dunkler, dünn grau bebärtet. Fruchtknoten gestielt (Stiel etwa 2 /s so 
lang als der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde lang verschmälert, 
stumpflich, fast kahl oder sehr kurz grau behaart und später ver- 
kahlend ; Griffel kurz, etwa 1 /i so lang als der Fruchtknoten ; Narben 
länglich oval, ausgerandet, gabelig abstehend. Drüse (eine hintere) kurz, 
oval, gestutzt, etwa l /s so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Auf den Sudeten, der Tatra und den östlicheren Karpaten. 

S. phylieifolia X süesiaca Kotula Distr. PI. vasc. (1891). — 
S. SÜesiaca X hicolor Pax Jahresber. Schles. Gesellsch. Vat. Cult. 
LXI. 265 (1883). — S. Paxii 1 ) Woloszczak in ÖBZ. XLI. 233 (1891). 

1()45. X 1049. S. aurita X nigricans. Mittelhoher, dichter h 
mit kurzen, dünnen, sparrigen Aesten ; junge Zweige kurz grau behaart; 
ältere Zweige verkahlend, schmutzig-braun oder dunkel-rothbraun, mit- 
unter etwas glänzend. Blätter verkehrt-eiförmig, oval oder länglich, 
meist nach dem Grunde zu keilförmig verschmälert, spitz oder kurz zu- 
gespitzt, oben spitz oder stumpf, selten abgerundet, am Rande ungleich 
gesägt, in der Jugend dünn oder dicht grau behaart, später oberseits 
kahl oder mit kurzen Haaren bestreut, unterseits sehr kurz fast filzig 
behaart, selten kahl, im Alter ganz verkahlend, oberseits trüb dunkel- 
grün, mitunter etwas glänzend, unterseits graugrün oder grau, beim 
Trocknen schwarz werdend ; Nervatur und Adernetz oberseits meist etwas 
vertieft, unterseits scharf hervortretend. Nebenblätter meist stark ent- 
wickelt, schief nierenförmig gesägt. Knospenschuppen braun oder roth- 
braun, kahl oder spärlich sehr kurz behaart. Blüthenstände kurz vor 
den Blättern erscheinend; männliche an sehr kurzen mit kleinen läng- 



i) Nach Ferdinand Pax, * 26. Juli 1858 Königinhof (Böhmen), seit 1893 
Professor der Botanik an der Universität Breslau und Director des Botanischen 
Gartens daselbst, Verf. zahlreicher werthvoller Schriften über systematische Botanik, 
Morphologie, Pflanzengeographie und Palaeophytologie. Seine für uns wichtigsten 
Schriften sind: Allgemeine Morphologie der Pflanzen. Stuttgart 1890. Grandzüge 
der Pflanzenverbreitung in den Karpathen (Engler und Drude, die Veget. der Erde 
II, X) 2 Bände. Leipzig 1898. 1908. Für die Natürl. Pfl.familim bearbeitete P. 
eine Reihe wichtiger Familien, wie Cyperaccae, Iridaceae, Euphorbiaceae, Aceraccae, 
Primulaceae. Die Verf. der Synopsis verdanken ihm manche Mittheilnng. — G. 
verehrt in ihm seinen Lehrer, der ihn zuerst iu das Studium der Botanik einführte. 



248 



Salicaceae. 



liehen Blättern besetzten Zweigen, aufrecht, oval oder kurz, dick cylin- 
drisch, dichtblüthig. Tragblätter länglich, stumpflich, braun, nach der 
Spitze zu dunkelbraun, dünn oder dichter grau bebärtet. Staubblätter 
zwei, am Grunde behaart. Drüse (eine hintere) eiförmig, gestutzt, Vs 
so lang als das Tragblatt. Weibliche Blüthenstände an längeren mit 
länglichen Blättern besetzten Zweigen, aufrecht oder etwas seitwärt? 
gebogen, länglich oder kurz cylindrisch, dichtblüthig. Tragblätter lan- 
zetÜich, stumpflich, sonst wie bei der männlichen Blüthe. Frucht- 
knoten lang gestielt (Stiel 2 /3 so lang als der Fruchtknoten), aus ei- 
förmigem Grunde spitz verschmälert, dünn oder dicht grau behaart; 
Griffel kurz, etwa Vs so lang als der Fruchtknoten; Narben länglich, 
gespalten, aufrecht gabelig oder kopfig. Drüse (eine hintere) oval, stark 
gestutzt, mitunter ausgerandet, etwa ^jz so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Provinz Brandenburg bei Berlin ; Prov. Ostpreussen bei Tilsit ; 
Polen; Württemberg; Bayern; Schweiz. 

S. aurita X nigricans (S. conförmis Schleicher) Wimmer in 
Sched. (1849), im Herb. Willdenow No. 18235. — S. coriäcea (Schleicher) 
Forb. Sal. Wob. No. 112 (1829). — S. LapczynsU 1 ) Zalewski Kos- 
mos 328 (1896), vgl. ABZ. II (1897) 13. 

Bei einem im Herbar Willdenow als No. 18235 befindlichen weiblichen 
Exemplar von 8. conförmis Schleicher hat Wimmer die Bestimmung hinzugefügt: 
S. aurita X nigricans. S. conförmis Schleicher soll nach Seringe (Ess. Monogr. 
Saul. Suisse 19 [1815J) S. aurita sein (s.S. 112); das im Herbar Willdenow be- 
findliche Exemplar gehört aber entschieden nicht zu dieser Art, sondern ist, wie 
W immer ganz richtig bestimmt hat, S. aurita X nigricans. 

Die von Hegelmaier 1891 bei Hechiugen gesammelte und als S. glabra 
X aurita ausgegebene Weide ist S. aurita X nigricans (vgl. S. 159). 

Die Form S. aurita X supernigricans Schultz in Herb. Baenitz steht der 
S. nigricans näher. 

(Schottland; Skandinavien.) *J 

1045. X 1050. S. aurita X pliylicifolia. fj.. Ist bisher in Mitteleuropa wild- 
wachsend nicht beobachtet worden. — Beissner, Schelle u. Zabel (Handb. 
Laubh. -Benenn. 27 [1903]) führen sie unter den Namen S. majdlis Hort, und 
S. violdcea Hort, als in Gärten eultivirt auf. 

S. aurita X phylieifolia Sehmalhausen BZ. XXXII f. 571 (1875). — S. tuch- 
ficans B. White Journ. Linn. Soc. XXVII. 405 (1890). — 8. aurita X bicolor Gurke 
in Biehter-Giirke PI. Eur. II. 21 (1897). 

(Grossbritannien; Skandinavien; Bassland: in Finnland und Iugermauland.) 

1046. X 1049. S. depressa X nigricans. Niedriger oder 
mittelhoher \) mit dünnen aufrecht abstehenden Aesten; junge Zweige 
sehr kurz grau behaart, ältere kahl, braun, oft glänzend. Blätter läng- 
lich, meist nach dem Grunde zu etwas verschmälert, spitz oder kurz 
zugespitzt, oben spitz oder stumpf, am Rande unregelmässig klein bogig 
gesägt, in der Jugend oberseits kurz dünn, Unterseite stärker und am 
Stiel länger behaart, später mit kurzen seidigen Haaren bestreut und 

i) Nach Kasimir Lapoz y üski, * 16. März 1823 Kupiszki bei Wilna, f 14. Dec. 
1892 Warschau (Dybowski), hochverdient um die Flora Polens und Littauens, 
Verf. zahlreicher darauf bezüglicher Aufsätze. 



Salix. 249 

beiderseitig ganz verkahlend, oberseits dunkelgrün, nur wenig glänzend, 
unterseits grau- oder blaugrün ; Nervatur und Adernetz oberseits glatt 
oder etwas vertieft, unterseits hervortretend, gelbbraun. Nebenblätter 
stark entwickelt, halbherz- oder nierenförmig, spitz, gesägt. Knospen- 
schuppen gelbbraun, kahl oder spärlich kurz behaart. Blüthenstände 
(nur weibliche bekannt) an kurzen oder etwas längeren, V2 der Länge 
des Blüthenstandes erreichenden, mit kleinen, lanzettlichen, dünn seidig 
behaarten Blättern besetzten Zweigen endständig, aufrecht, später etwas 
seitwärts gerichtet, cylindrisch, dichtblüthig. Tragblätter länglich, stumpf, 
etwa so lang als der Fruchtknotenstiel, auf der oberen Hälfte schwarz- 
braun, lang dünn grau bebärtet. Fruchtknoten gestielt (Stiel bis 2 /a 
so lang als der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde lang in den 
Griffel verschmälert, ungleichmässig kurz grau behaart, oft auf dem 
unteren Theil kahl, selten ganz kahl; Griffel V3 so l arj g a ^ s der Frucht- 
knoten ; Narben oval, ausgerandet oder getheilt, aufrecht gabelig-kopfig. 
Drüse (eine hintere) eiförmig, stark gestutzt, etwa 1 I$ so lang als der 
Fruchtknotenstiel. 

Prov. Brandenburg: Berlin : bei Treptow (v. Seem en); Ostpreussen: 
bei Tilsit (Heidenreich); Baden: im Hüfinger Torfstich (Brunn er). 

S. depressa X nigricans O. v. Seemen in A. u. G. Syn. IV. 
248 (1909). — S. livida X nigricans Brunner in Doli Fl. Gross- 
herzogth. Baden 522 (1859). — S. mijrtoides Doli a. a. 0. (1859) nicht 
Hartm. — S. spadicea X livida K. Koch Dendrol. IL 568 (1872). 
— S. nigricans f. subglabra Schatz, in Schrift. Ver. Gesell. Natur- 
gesch. Baar VII 138 (1889), z. T. nach Zahn in Hallier-Wohlf. Koch's 
Svn. Deutsch. Schweiz. Fl. 2350 (1905), vgl. S. pseudoglabra Schatz 
ABZ. I (1895) 193 s. S. 138, 159. — S. pseudomyrtoides Zahn a. a. O. 

Ina Herbar "Winimer befindet sich als No. 105 ein weibliches Exemplar, 
welches Wim mer als: „aus Samen von einer Befruchtung von S. nigricans brachyjula 
von Königsberg mit S. livida rf 1u , bezeichnet hat. Mit diesem zweifellos sicheren 
Bastard S. depressa X nigricans stimmen die bei Berlin-Treptow von v. Seemen und 
bei Tilsit von Heiden reich gesammelten Exemplare überein. Das von Brunner 
in Baden gesammelte und von Doli (a. a. O.) als S. myrtoides bezeichnete Material 
scheint allerdings der S. nigricans näher zu stehen. 

(Russland: Ingermanland.) \*\ 

1046. X 1050. S. depressa X phylicifolia. Niedriger h mit 
aufrecht abstehenden, dünnen Aesten; junge Zweige nur sehr kurz und 
dünn grau behaart; ältere kahl, hellbraun, glänzend. Blätter länglich 
oder oval, kurz zugespitzt, nach dem Grunde zu meist etwas verschmälert, 
spitz, mitunter stumpf, am Rande ungleichmässig klein bogig gesägt, 
in der Jugend dünn seidig behaart, später ganz kahl, oberseits satt- 
grün, wenig glänzend, unterseits graugrün; Nervatur und weitmaschiges 
Adernetz oberseits glatt oder wenig hervortretend, unterseits fein hervor- 
tretend. Nebenblätter halbherz- oder nierenförmig, spitz, gesägt. Knospen- 
schuppen braun, glänzend. Blüthenstände (nur weibliche bekannt), kurz 
vor den Blättern erscheinend, an kurzen oder etwas längeren mit kleinen 
länglichen, dünn seidig behaarten Blättern besetzten Zweigen, aufrecht, 



250 Salicaceae. 

kurz cylindrisch, etwa- lockerblüthig. Tragblätter kürzer als der Frucht- 
knotenstiel, länglieh, stumpf, hell, an der Spitze etwas dunkler, dünn 
seidig behaltet; Fruchtknoten lang gestielt (Stiel etwa so lang als der 
Fruchtknoten), aus sehmal eiförmigem Grunde verschmälert, grau seidig 
behaart ; Griffel kurz; Narben sehmal, oval, ausgerandet, gabelig. Drüse 
(eine hintere) oval, stark gestutzt, etwa ' i so lang als der Frucht- 
knotenstiel. 

Berlin: im alten Botanischen Garten ein alter »Strauch. 

S. depressa X phylieifolia A. X. Lundström nach N. J. Scheutz 
PI. Vase. Jenisseenses in Kongl. Svenska Vetensk. Akad. Hau« 11. 
XX 11. 10. 206 (1888). — S. livida X Weigeliana Hort Bot. Berol. 
No. 233 (1874); in Herb. Mus. Bot. Berol. — S. Weigeliana var. 
humüis Wimmer nach Hort. Bot. Berol. a. a. O. — S. bicolor X de- 
pressa Meinshausen Fl. Ingr. 319 (1878). — S. silesiaea Rupr. nach 
Meinshausen a. a. O. nicht der übrigen Schriftsteller. — S. bicolor 
X livida Gurke in Richter-Gürke Fl. Europ. II. 21 (1897). — 
— S. Meinshauseni 1 ) Camus Classif. et Monogr. Saul. d'Europe II 
(1905) 163. 

Im Ilorl). Mus. Bot. Berol. befinden sich vier seit 1874 in dem alten Berliner 
Botanischen Garten gesammelte weibliche Exemplare S. livida X Weigeliana, von 
welchen das 1874 gesammelte mit einem Zettel versehen ist: ,/S. humilis Wühl, 
nach W immer S. Weigeliana var. humilis; ist sicher S. livida X Weigeliana.* 
Diese Bestimmung ist entschieden zutreffend. 

(Russland: Finnland, Ingermanland; Sibirien: am Jenissei.) {_# 

1046. X 1051. S. depressa X arbuSCUla. Bisher in Mitteleuropa nicht 
beobachtet. 

S. depressa X arbusada O. v. Seemen in A. u. G. Syn. IV. 250 (1909). — 
S. vaejans X arbweula Iilvtt Norg. Fl. II. 159 (1874). — S. Moeana*) anderes. 
nach Blytt a. a. < >. (1874). — 8. arbuscula X livida Gurke in Richter-Gürke PI. 
Kur. [I. 22 (1897). 

(Norwegen.) 

Capreae X Bigidae. 

1041. X 1052? S. cinerea X hastäta? (Lange Ilaaudb. Danske Fl. 3 Udg. 
737 [1864]). — S. Boutignyäna*) A. et G. Camus Classif. Saul. d'Europe et Monogr. 
Saul. France 336 (1904). 



i) Nach Karl Friedrich Meinshausen. * 2. 14. Mai 1819 Riga t 20. No- 
vial». 2. Dec. 1899 St. Petersburg, bis 1896 Conservator am Museum der Kaiserl. 
Akademie der Wissenschaften daselbst, verdient um die Flora von St. Petersburg 
und Russisch-Lappland, welches er 1839 mit A. Schrenk (s. [. S. 201 Fussd. 3) 
bereiste; 1840—1844 bereiste er mit demselben Südwest-Sibirien, die Dsuugarei 
bis zum Alatau und den Süd-Ural. Verf. von Flora Ingrica St. Petersb. 1878 und 
der Abhandlungen Die Sparganien Russlands Bull. Soc. Nat. Moscou Nouv. Ser. III 
(1889) 167 (1890) und Das Genus Sparganium Bull. A.c. St. Pet. X. S. IV (XXXVI) 
No. I. 21. Vgl. Klinge in Act. Hort. Petr. Will. II. No. 2. 1900. 

H) Nach Niels Green Moe, * 20. Jan. L812 Modum f IG. Sept. 1892 Kristiania, 
Obergärtner am Botanischen Garten daselbst, um die Flora Norwegens verdient 
(Lynge br.). 

ich dem Entdecker Boutigny. 



Salix. 251 

Ist beobachtet in Frankreich: Foret de Bragousse (Boutigny) und Däne- 
mark: im nördlichen Jütland (■/.. B. bei Broust, Fjerritslev). 

1041. X 1053. S. cinerea X glabra (Zabel nach Beissner, Schelle u. Zabel 
Handb. Laubholz- Benennungen 27 [1903]). 

Am Comer-See. 

Ist obue Diagnose angegeben. Exemplare liegen nicht vor. 

1042. X 1052. S. cäprea X hastäta (Floderus Bih. Sv. Vet. Akad. Handl. 
XYIII. Afd. III. No. 1. 28 [1891]). 

Ist bisher nicht in Mitteleuropa, sondern nur in Schweden (Jemtland) be- 
obachtet. 

1043. X 1052. S. grandifölia X hastäta. h. Junge Triebe 
sehr kurz, dünn behaart; Aeste kahl, dunkelbraun. Blätter oval oder 
länglich, an beiden Enden spitz, an der Spitze oft gefaltet, am Rande 
gesägt, in der Jugend sehr kurz dünn grau behaart, später kahl, ober- 
seits freudig grün, etwas glänzend, unterseits graugrün, matt; Adernetz 
weitmaschig, oberseits wenig, unterseits scharf hervortretend. Neben- 
blätter stark entwickelt, halbherzförmig, spitz, gesägt. Weibliche Blüthen- 
stände mit den Blättern erscheinend, an kurzen beblätterten Zweigen 
endständig, seitwärts gekrümmt, cylindrisch. Tragblätter eiförmig, spitz, 
an der Spitze dunkler braun, lang behaart. Fruchtknoten gestielt (Stiel 
etwa l /s so lang als der Fruchtknoten, kurz behaart), aus eiförmigem 
Grunde lang kegelig verschmälert, kurz, dünn grau behaart; Griffel 
kurz, etwa 1 /4 so lang als der Fruchtknoten, an der Spitze gespalten ; 
Narben kurz, ausgerandet. Drüse (eine hintere) oval, gestutzt, etwa l /z 
bis V2 so lang als der Stiel des Fruchtknotens. 

Schweiz: Engadin, Gemmi ; Tirol: Sexten im Pusterthale. 

S. grandifölia X haslata Buser exs. (1881) No. 7 und in Gremli 
Excursionsfl. Schweiz, 7. Aufl. 375 (1893). — S. cerasifölia var. 
pilosa Schleicher Cat. Sal. 1 (1807) nach Buser a.a.O. — S. Pustoriae 1 ) 
Rouy in Rev. Botan. System. Geogr. Botan. 2. Jahrg. No. 23. 174 
(1904). — S. Pustäriae (S. appendiculata X hastäta) Dalla Torre 
u. Sarnthein Fl. Tirol, VI. 2. 41 (1909). 

Dalla Torre u. Sarnthein fügen (a a. O.) hinzu: „Zwar bemerkt Zahn 
inWohlfarth 2 p. 2337 : „die ans Tirol von Huter und Treffer als grandi- 
fölia X hastäta vertheilten Exemplare möchten wir nach den uns vorliegenden 
Blüthenexemplaren als zu S. jihylicifolia gehörig ansehen*. Indessen ist doch an- 
zunehmen, dass dem Namensautor richtige Exemplare vorgelegen haben. Mir liegt 
ein von Buser 12. VII. 1881 im Ober- Engadin gesammeltes weibliches Exemplar 
vor, welches grosse Aehnlichkcit mit S. hastäta zeigt und kein auf S. phylieifolia 
hindeutendes Merkmal erkennen lässt. 

(Bisher nur im Gebiete.) jlTj 

1043. X 1053. S. grandifölia X glabra. li. Blätter verkehrt- 
eiförmig, sehr kurz zugespitzt, am Rande gesägt, kahl, oberseits grün, 
glänzend, unterseits graugrün. Blüthenstände (nur weibliche bekannt) 
an kurzen mit kleinen Blättern besetzten Zweigen endständig, aufrecht 



!) Nach dem Tiroler Fundorte benannt. 



252 



Salicaceae. 



oder seitwärts gebogen, schmal cylin drisch, lock erblü th ig. 
Tragblätter schmal verkehrt-eiförmig, stumpf, gelbbraun, häutig, spärlich 
behaart. Fruchtknoten kurz (?) gestielt, aus eiförmigem Grunde kurz 
kegelig, stumpf, spärlich ungleich behaart; Griffel kurz; Narben kurz, 
gespalten, aufrecht. Drüse (eine hintere) kurz, etwa 1 /s so lang als 
der Fruchtknotenstiel. 

Tirol: Achenthai. 

S. glabra X granüifolia (S. laxiflora) A. u. J. Kerner Herb. 
Sal. No. 96 (1867). — S. glabra y. laxiflora Andersson in DC. 
Prodr. XVI. 2. 259 (1868). — S. glabra X appendiculata Dalla 
Torre u. Sarnthein Fl. Tir. VI. 2. 41 (1909). 

Hierher gehört wohl auch S. silesiaca X glabra YVinimer in Herb, (siehe 
S. Silesiaca X glabra S. 253). 

(Bisher nur im Gebiete.) [*"j 

1044. X 1052. S. Silesiaca X hastata. Niedriger fj, mit kurzen 
sparrigen Aesten ; junge Triebe kurz grau behaart; ältere Zweige kahl, 
braun. Blätter etwa so gross wie bei S. Silesiaca, verkehrt-eiförmig, 
oval oder länglich, spitz, am Grunde spitz oder seltener stumpf, am 
Rande un regelmässig, oft grob gesägt, in der Jugend unterseits un- 
gleich dünn behaart, oberseits meist nur am Mittelnerven behaart, später 
ganz kahl, oberseits dunkelgrün, nur wenig glänzend, unterseits heller, 
grau- oder blaugrün, matt; Nervatur und Adernetz oberseits etwas 
hervortretend, unterseits scharf hervortretend. Nebenblätter nieren- 
förmig, grob gesägt. Blüthenstände (nur weibliche bekannt) mit den 
Blättern erscheinend, an kurzen mit kleinen länglichen Blättern be- 
setzten Zweigen endständig, aufrecht, später etwas seitwärts gebogen, 
kurz cylindrisch oder cylindrisch, zuerst dichtblüthig, später locker- 
blüthig. Tragblätter länglich, stumpflich, dünnhäutig, braun, mit dünnen, 
später gekräuselten hellgrauen Haaren dicht und lang bebärtet. Frucht- 
knoten gestielt (Stiel etwa l /a so lang als der Fruchtknoten), aus ei- 
förmigem Grunde verschmälert, kahl, nur selten behaart; Griffel kurz, 
etwa 1 /e so lang als der Fruchtknoten oder auch länger; Narben läng- 
lich, ausgerandet, aufrecht oder gabelig. Drüse (eine hintere) oval, ge- 
stutzt, etwa V> so l an g a l s der Fruchtknoten. 

Auf den Sudeten in Schlesien und Mähren ; auf den Karpaten : 
llodnaer Alpen, 2020 m (Pax). 

S. hastata X silesiaca Wimmer Jahresb. Schles. Gesellsch. Vaterl. 
Cult. 1846. 85. — S. chloröphana 1 ) Anderes. Monogr. Sal. I. 178 
(1863). — S. Goepperti*) Anderes, a. a. 0. 68 (1863). 

1) Von yXcoQÖg grün und (paivo) ich erscheine. 

2) Nach 'Heinrich Robert Goeppert, * 25. Juli 1800 Sprottau f 18. Mai 
1884 Breslau, seit 1831 Professor der Median, seit 1852 der Botanik und Director 
dos Botanischen Gartens daselbst, um den er sich grosse Verdienste erwarb. G. war 
einer der vielseitigsten Gelehrten, nicht nur auf botanischem Gebiet. Von bleibender 
Bedeutung sind besonders- seine zahlreichen Abhandlungen über fossile Pflanzen. 
Die Landeskunde, auch die Flora Schlesiens verdankt ihm manchen wichtigen Bei- 
trag. Auch ich bin ihm für mannigfache Belehrung und Förderung zu innigem 
Dank verpflichtet. Vgl. u. a. Ascherson Ber. DBG. II. 180. A. 



Salix. 253 

Hierzu die beiden Formen : 

A. liocdrpa (leiocarpa Auderss. a. a. O. 178 [1863]). Fruchtknoten kahl. 

B. hebecdrpa (Anderss. a. a. O. 178 [1863]). Fruchtknoten behaart. 

(Bisher nur im Gebiete.) nTj 

1044. X 1053? S. Silesiaca X glabra? fr. Junge Zweige sehr 
kurz und dünn grau behaart, ältere kahl, braun. Blätter verkehrt-ei- 
förmig oder oval, spitz, oft mit gefalteter Spitze, am Grunde stumpf, 
selten spitz, am Rande ungleich flach gesägt, in der Jugend kurz sehr 
dünn grau behaart (Stiel stärker behaart), später kahl, oberseits dunkel- 
grün, etwas glänzend, unterseits heller, etwas graugrün, matt; Nervatur 
und Adernetz oberseits schwach fein hervortretend, unterseits stärker 
hervortretend. Nebenblätter wenig entwickelt, eiförmig, spitz. Blüthen- 
stande (nur weibliche bekannt) mit den Blättern erscheinend, an kurzen 
mit kleinen ovalen, sehr kurz und dünn behaarten Blättern besetzten 
Zweigen endständig, seitwärts gebogen, cylindrisch, etwas lockerblüthig. 
Tragblätter oval, spitzlich, etwa so lang als der Fruchtknotenstiel, braun, 
an der Spitze etwas dunkler, spärlich grau bebärtet. Fruchtknoten ge- 
stielt (Stiel etwa Va so lang als der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde 
verschmälert, kurz dünn grau behaart; Griffel kurz; Narben kurz, oval, 
kopfig. Drüse (eine hintere) oval gestutzt, etwa 1 /3 so lang als der 
Fruchtknotenstiel. 

Salzburg (Funck). 

S. silesiaca X glabra Wimmer in Herb. 

Im Herbar Wimmer befindet sich ein Exemplar, das aus einem grossen, sehr 
gut erhaltenen Zweige mit vollständig entwickelten Blättern und einem weiblichen 
Blüthenstande besteht und von Wimmer 1849 mit der Bestimmung versehen ist: 
„Steht in der Mitte zwischen S. silesiaca hebecarpa und S. glabra Scop." Darin, 
dass S. silesiaca in Salzburg nicht vorkommt, läge allerdings kein Grund, dass 
auch ein Bastard von dieser Weide daselbst nicht vorkommen könne (siehe A. Kerner: 
Niederösterreichische Weiden 4 [1859J) ; die Blätter wie auch die Blüthenstande 
deuten aber weit mehr auf S. grandifolia als auf S. Silesiaca hin. Somit dürfte 
diese Weide auch nicht S. Silesiaca X glabra, sondern S. grandifolia X glabra sein. 

1045. X 1052? S. aurita X hastäta? ft. Junge Zweige dünn 
kurz grau behaart; ältere Zweige kahl, dunkel rothbraun, etwas glänzend. 
Blätter so gross wie bei S. aurita, verkehrt-eiförmig, in der unteren 
Hälfte keilförmig verschmälert, kurz zugespitzt, am Grunde spitz, am 
Rande schwach ungleich bogig oder unregelmässig klein gesägt, in der 
Jugend ungleich kurz grau behaart, später oberseits fast ganz ver- 
kahlend, nur mit kurzen grauen Haaren bestreut, unterseits namentlich 
an der Nervatur stärker behaart, oberseits schmutzig dunkelgrün, unter- 
seits etwas heller graugrün. Nebenblätter schief-nierenförmig, gesägt. 

Mährisches Gesenke: Peterstein. 

S. aurita X hastata Wimmer in Herb. (?). 

In dem Herbar Wimmer befindet sich ein, nur aus einem Blattzweig be- 
stehendes Exemplar, mit der von Wimmer geschriebenen Bestimmung: „<S'. aurita- 



~S>[ Salicaceae. 

hastala'. Die Blätter deuten zweifellos auf &'. aurita hin. Zu einer zweifelßfreien 
Benrtbeilung reicht der Blattzweig jedoch nicht aus. 

(Bisher nur im Gebiete.) jljTj 

1045. X 1053?? S. aurita X glabra??. Im Herbar Aacherson befindet 

sieb ein am 25. Juni 1891 auf dem Hundsrücken in Hohenzollern unw, Hechingen 
von Hegelmaier gesammeltes und als S. glabra y. aurita ausgegebenes weibliches 
Exemplar, welches jedoch ebenso wenig ein Bastard der S. glabra Scop. ist, als 
ein anderes am 29. Mai 1891 von Hegelmaier an demselben Standort gesammeltes 
weibliches Exemplar, wie Hegelmaier glaubt, zu S. glabra gehört. l>ie ver- 
meintliche S. glabra ist S. nigricans (s. S. 159) und S. glabra X aurita ist S. aurita 
X nigricans (s. S. 248). 

Capreae X Virescentes X Rigidae. 

1043. X 1049. X 1052. 8. grandifölia X nigricans < hastata. 

1/. Junge Zweige theilweise behaart; ältere kahl, glänzend. Blätter (die 
unttrcn an den Zweigen) verkehrt-eiförmig, stumpf (die oberen an den 
Zweigen) länglieh, kurz zugespitzt, gesägt (Sägezähne oft drüsig), in der 
Jugend nach dem Rande zu kurz behaart und an dem Mittelnerven 
seidenhaarig, später kahl, oberseits grün, glänzend, untersei ts graugrün; 
Nervatur und Adernetz unterseits hervortretend. Nebenblätter halb- 
herzfürmig. Knospenschuppen theilweise kurz behaart. Blüthenstände 
(nur weibliche bekannt) mit den Blättern erscheinend, an kurzen be- 
blätterten Zweigen endständig, kurz cylindrisch, dichtblüthig. Trag- 
blätter länglich, meist stumpf, auf der oberen Hälfte schwarzbraun, 
dünn behaart. Fruchtknoten gestielt (Stiel etwa so lang als der Frucht- 
knoten), aus eiförmigem Grunde kegelig verschmälert, grau behaart; 
Griffel etwa 1 /a so lang als der Fruchtknoten ; Narben oval, gespalten. 
Drüse (eine hintere) kurz, 1 /3 so lang als der Fruchtknotenstiel, gestutzt. 

Tirol: Pusterthal bei Taufers im Ahrnthal, 1000 — 1400 m (Treffer 
1885). 

S. grandifolia X {nigricans X hastata) O. v. Seemen in A. 
u. G. Svn. IV. 251 (1909). — 8. appendiculata X Mielichhoferi 
(S. bifax) E. Woloszczak in ÖBZ. XXXVIII (1888) 225. — S. grandi- 
folia X Mielichhoferi Gurke in Richter-Gürke PI. Eur. II. 20 (1897). 
(Bisher nur im Gebiete.) j"*"j 

Capreae X Myrtosalix. 

1041. X 1054. S. cinerea X myrsiiiites. Niedriger, kriechen- 
der \i mit bogig aufsteigenden Aesten; junge Zweige kurz dicht behaart, 
ältere kahl, dunkelbraun. Blätter eiförmig-elliptisch, an beiden Enden 
spitz oder am Grunde abgerundet, klein gesägt, in der Jugend seidig 
behaart, später auch oberseits nicht ganz verkahlend, ober- 
seits lebhaft grün, etwas glänzend, unterseits nur wenig heller und matt; 
Adernetz engmaschig, oberseits wenig, unterseits fein und scharf hervor- 
tretend. Blüthenstände dick, dicht grau behaart, an kurzen mit kleinen 
Laubblättern besetzten Zweigen endständig; männliche oval, dichtblüthig. 



Salix. 255 

Tragblätter oval, stumpf, nach der Spitze zu dunkelbraun, dicht hell- 
grau bebärtet. Staubblätter 2, lang, am Grunde behaart; Staubbeutel 
oval, schwärzlich werdend. Drüse (eine hintere) länglich, gestutzt. 
Weibliche Blüthenstände kurz cylindrisch, gestielt? wie die männlichen, 
lockerblüthig. Tragblätter wie bei den männlichen. Fruchtknoten ge- 
stielt (Stiel etwa x ji so laug als der Fruchtknoten), aus eiförmigem 
Grunde kegelig verschmälert, dicht grau behaart; Griffel kurz; Narben 
länglich, gespalten. Drüse (eine hintere) länglich, gestutzt, etwa x \i so 
lang als der Fruchtknotenstiel. 

Tirol: Starzenwiesen in Innervillgraten, 1600 m (H. G ander). 

8. cinerea X myrsinites Li n ton Exs. Set of British Willows 
No. 92 (1894). — S. semimyrsinües A. et G. Camus Classif. et 
Monogr. Saul. d'Europe IL 139 (1905). — S. Hierönymi 1 ) Huter 
ÖBZ. LVII. 472 (1907). 

Die Blätter deuten auf S. myrsinites, die dicken, dicht grau behaarten Blüthen- 
stände auf S. cinerea hin. 

(England [Linton].) _*J 

1042. X 1054. S. cäprea X myrsinites (Linton Journ. of Bot. XXXII. 
201 [189-4 j) — S. Lintdni'Z) A. et G. Camus Classif. et Monogr. Saul. d'Europe 
II. 214 (1905) ist nicht in Mitteleuropa, sondern nur in Schottland beobachtet 
v. orden. 

1044. X 1054. S. Silesiaea X myrsinites. fr. Junge Zweige 
behaart; ältere Zweige kahl. Blätter kurz gestielt, die unteren länglich, 
verkehrt-eiförmig, die oberen elliptisch, kurz zugespitzt, am Grunde ab- 
gerundet, am Bande zerstreut und oft unregelmässig gesägt, in der 
Jugend rothbraun, behaart, später fast kahl, oberseits grün, unterseits 
nur wenig heller, beim Trocknen etwas schwarz werdend; Seitennerven 
dichtstehend, 8 — 11 Paare, bogig nach dem Blattrande verlaufend. 
Nebenblätter klein, halbeiförmig. Knospen schuppen kurz behaart, später 
kahl, schmutzig -gelb oder olivenbraun. Blüthenstände (nur weibliche 
bekannt) mit den Blättern erscheinend, an ziemlich kurzen mit kleinen 
Blättern besetzten Zweigen endständig, cylindrisch, etwas lockerblüthig, 
dicht weiss behaart. Tragblätter länglich, verkehrt-eiförmig, stumpf oder 
epitzlich, an der Spitze schwärzlich, spärlich lang behaart. Fruchtknoten 
gestielt (Stielt 1 — 1,5 mm), aus eiförmigem Grunde kegelförmig, spär- 
lich behaart, später kahl; Griffel so lang oder etwas kürzer als der 
Fruchtknotenstiel; Narben kurz, gespalten, abstehend. Drüse (eine 
hintere) etwas kürzer als der Fruchtknotenstiel. 



i) Nach Hieronymus G-andcr, * 30. Sept. 1832 Lienz f 1. Jan. 1902 
Innichen, Cauonicus daselbst, verdient um die Flora des Pusterthals (Dali a Torre 
u. Sarnth. I. 368). 

2) Nach Rev. Edward Francis Linton, * IG. März 1848 Diddington (Huntiog- 
don) (br.), Pfarrer in Edmondsham bei Cranborne (Dorset), Kenner von Carex, S 
Rubus, Menia, Hieracium u.a., mit W. U. Linton Herausgeber von Sei of British 
Willows 1894—1897, und Set of British Hieracia und mit Anderen Set of British 
Bubi 1S93. 



256 Salicaceae. 

Tatra : Drechslerhäuschen. 

S. silesiaca X myrsinites Kotula Distr. Plant, vasc. Tatr. (1891). 

— S. Talrae {S. Jacquini X silesiaca) Woloszczak ÖBZ. XLL 

234 (1891). 

1045. X 1054. S. aurita X myrsinites. \\, Bisher in Mitteleuropa nicht 
beobachtet, sondern nur in Grossbritannien. — S. myrsinites X aurita (S. saxe- 
tanai)) White Journ. Linn. Soc. XXVII. 434 (1890). 

Capreae X Virescentes X Myrtosalix. 

1044. X 1049. X 1054. S. aurita X nigricans X myrsinites. jj, ist 

bisher nur in Schottland beobachtet. — 8. myrsinites X (aurita X nigricans) 
L'inton in Journ. of Bot. XXX. 3G0 (1892). — S. dmbigens Camus Classif. et Monogr. 
Saul. d'Europe II. 272 (1905). 

Roseae X Virescentes. 

1047. X 1049. S. myrtilloides X nigricans ist bisher nur in Russlaud 
(bei St. Petersburg) beobachtet. — S. myrtilloides X nigricans Schmalhausen BZ. 
XXXIII. 572 (1875). — 8. nigricans f. microphjlla Meinsb. Fl. Ingr. 318 (1878) 
nach Trautv. Increm. Fl. Phan. Ross. III. in Acta Horti Petropol. IX. I. 182 (1884). 

— S. semimtfrtilloides A. et G. Camus Classif. et Monogr. Saul. d'Europe II. 188 
(1905). 

1047. X 1051. S. myrtilloides X arbüscula (Beissner, Schelle und Zabel 
Handb. Laubholz-Benenu. 30 [1903]) als Gartenzögling ohne Beifügung einer Diagnose 
erwähnt. Material liegt nicht vor. 

Roseae X Rigid ae. 

1047. X 1052. S. myrtilloides X hastata ist bisher nur in Skandinavien (?), 
Russland (in Finnland und im arktischen Gebiet) und im arktischen Sibirien be- 
obachtet. 

S. myrtilloides X hastata Anderss. Monogr. Sal. I. 179 (1863). — S. hastdta 
var. inunddta Sehrenk Sib. Reis. Tundr. Samoj. II. 522 (1854). — S. hastata f. 
gracilescens Anderss. Monogr. Sal. I. 172 (1963) nach Blytt Norg. Fl. II. 436 ? 
(1874). — S. hastata f. subrosea Blytt a. a. (.). (1874) ?. 

Andersson's testirte S. Schrenkiana*) (Monogr. Sal. I. 179 [1863] z. T.) 
aus der Dsungarei gehört nicht hierher, sondern ist S. Regelt 3 ) Anderss. in DC. 
Prodr. XVI. 2. 309 (1868), zu welcher auch S. tenuijidis Ledeb. Fl. Alt. IV. 262 
(1833), die ebenfalls als *S'. Schrcnkiana ausgegeben worden ist, gehört (Regel Descrip- 
tiones Plant, nov. et minus cogn. VII. in Act. Horti Petrop. VI. 465 [1879]). 

Argenteae X Virescentes. 

1048. X 1049. S. repens X nigricans. Niedriger, dünnästiger 
t). Junge Zweige kurz grau behaart; ältere kahl, braun. Blätter kleiner 
als die der S. nigricans, länglich oder lanzettlich, an beiden Enden 
spitz, mitunter nach dem Stiel zu verschmälert, unregelmässig klein 
gesägt, am Rande etwas zurückgebogen, in der Jugend seidig grau be- 



i) saxetanus (= saxatilis), an felsigen Orten (saxetis) wachsend. 

3) S. I. S. 201 Fussn. 3. 

8) Nach E. von Regel S. VI. 1. S. 25 Fussn. 2. 



Saus. 257 

haart, später oberseits spärlich mit kurzen Seidenhaaren bestreut und 
ganz verkahlend, untersei ts dichter kurz seidig behaart, später gleich- 
falls verkahlend, oberseits trübgrün, etwas glänzend, unterseits etwas 
heller oder graugrün, matt; Nervatur und Adernetz oberseits deutlich 
fein hervortretend, unterseits schärfer hervortretend. Nebenblätter nur 
selten stärker entwickelt, lanzettlich, lang zugespitzt. Blüthenstände 
(nur weibliche bekannt) kurz vor den Blättern erscheinend, an kurzen, 
mit kleinen lanzettlichen, dünn seidig behaarten Blättern besetzten 
Zweigen endständig, kurz cylindrisch, nur wenig grösser als bei S. repens, 
aufrecht oder nur wenig seitwärts gekrümmt, dichtblüthig. Tragblätter 
länglich, stumpflich, bis auf den unteren Theil des Fruchtknotens her- 
aufreichend, nach der Spitze zu dunkler braun, arn Grunde hell, am 
Rande dünn grau behaltet. Fruchtknoten gestielt (Stiel bis 2 /s so lang 
als der Fruchtknoten, grau seidig behaart), aus eiförmigem Grunde 
kegelig verschmälert, spitz, dünn oder dicht grau seidig behaart; Griffel 
'/4 so lang als der Fruchtknoten ; Narben oval, ausgerandet, aufrecht 
gabelig. Drüse (eine hintere) schmal, oval, gestutzt, etwa 2 /s so lang 
als der Fruchtknotenstiel. 

Westpreussen : Kreis Seh wetz, bei Lubnase (Preuss Veget.-Verh. 
Tuch. Heide 77 [1908]). Ostpreussen: bei Tilsit (hier 1860 von 
Heidenreich entdeckt und viele Jahre hindurch beobachtet). Schweiz: 
am Katzensee. Tirol: bei Innsbruck, St. Michael im Gnadenwald. 
Bayern. 

S. nigricans X repens Heidenreich nach Anderss. in Monogr. 
Sal. I. 131 (1863) u. nach Wimmer Sal. Europ. 239 (1866). — S. nana 
Schleicher in Herb. Barbey-Boi ssier nach Camus Classif. et Monogr. 
Saul. d'Europe II. 183 (1905), nicht Schleicher Cat. Sal. Helv. (1807) 
(?). — S. felina 1 ) Buser in Magn. Fl. Sei. et Exsicc. No. 3854 (1895). 
— S. Heidenreichiäna 2 ) Zahn in Halber- Wohlf. Koch's Syn. 2328 
(1904). — S. Heidenreichii Rouy Rev. Bot. System, et Geograph. 
Bot, IL 180 (1904). — S. nigricans X rosmarinifölia Buser nach 
A. et E. G. Camus Classif. et Monogr. Saul. d'Europe IL 184 (1905). 

Andersson (Monogr. Sal. I. 131 [1863]) hielt S. nigricans X repens He i den - 
reich's für S. repens X livida = (S. stenoclados). 

A. et E. G. Camus a. a. O. trennen die von Heidenreich bei Tilsit ge- 
sammelte Weide als >S. nigricans X rosmarinifölia von S. repens X nigricans. 
Nach dem umfangreichen, von Heiden reich gesammelten vorliegenden Material 
kann diese Ansicht nicht gelten. Wir halten diese Weide vielmehr nach wie vor 
in Uebereinstimmung mit Heidenreich und Wimmer für S. nigricans X repens, 
beide Camus 'sehe Bastarde sind nur zwei Formen der S. repens X nigricans. 

(England; Skandinavien; [Italien?].) %\ 

1048. X 1050. S. repens X phylieifölia. Niedriger oder 
mittelhoher fj mit kurzen gabeligen Aesten ; junge Zweige kurz grau 
behaart, ältere Zweige kahl, braun, glänzend. Blätter länglich oder 



i) Nach dem Fundort, dem Katzensee (Lacus felinus) bei Zürich. 
2) S. I. S. 327 Fussn. 1 und VI. 1. S. 750 Fussn. 1. 

Ascherson u. Graebner, Synopsis. IV. 17 



258 Salicaceae. 

oval, mitunter in der unteren Hälfte verschmälert, spitz oder sehr kurz 
zugespitzt, mit gefalteter Spitze, am Grunde spitz oder stumpf, ganz- 
randig oder am Rande ungleich buchtig oder ungleich meist schwach 
gesägt, in der Jugend seidig behaart, später kahl, oberseits dunkelgrün, 
glänzend, unterseits grau- oder blaugrün; Nervatur und Adernetz ober- 
seits fein-, unterseits schärfer hervortretend. Nebenblätter wenig ent- 
wickelt, schief eiförmig, spitz, gesägt; Knospenschuppen braun, dünn 
kurz behaart, später kahl. Blüthenstände kurz vor den Blättern er- 
scheinend; männliche fast sitzend, am Grunde mit kleinen, länglichen, 
seidig behaarten Blättern umgeben, aufrecht, oval oder länglich, dicht- 
blüthig. Tragblätter schmal oval, stumpf, hellbraun, nach der Spitze 
zu etwas dunkler, sehr lang hellgrau seidig bebärtet. Staubblätter zwei, 
kahl oder am Grunde spärlich behaart. Drüse (eine hintere) schmal 
eiförmig, gestutzt, etwa 1 /a so lang als die Tragblätter; weibliche kurz 
gestielt (Stiel mit kleinen länglichen, dünn seidig behaarten Blättern), 
aufrecht, länglich oder kurz cylindrisch, dichtblüthig. Tragblätter wie 
bei den männlichen Blüthen. Fruchtknoten gestielt (Stiel etwa 1 h so 
lang als der Fruchtknoten, hellgrau behaart), aus schmal eiförmigem 
Grunde kegelig verschmälert, dicht hellgrau fast filzig behaart; Griffel 
etwa 1 /3 so lang als der Fruchtknoten, meist an der Spitze etwas ge- 
spalten; Narben ausgerandet gabelig, gebogen. Drüse (eine hintere) 
schmal oval, gestutzt, etwa l js so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Nur cultiviert, namentlich in den Botanischen Gärten, bekannt. 
Deutschland ; Oesterreich ; Schweiz. 

S. repens X phylicifolia Anderes. Monogr. Sal. I. 156 (1863). 
— S. SchraderiAna 1 ) Willd. Spec. pl. IV. 695 (1805). — S. discolor 
Schrader nach Willd. a. a. O. nicht Mühlenb. — S. hlcolor c. pubescens 
G. F. W. Meyer Chi. Hanov. 494 (1836). — S. bicolor der Gärten 
nicht Ehrh. — S. phylicifolia var. violäcea Hart. Forstl. Culturpfl. 
392 (1852) (s. S. 145.) — S. bicolor X repens Gurke in Richter- 
Gurke PI. Eur. IL 21 (1897). 

Andersson (in DC. Prodr. XVI. 2. 251 [1868]) unterscheidet die beiden 
Formen: 

A. minor (subre'pens). Blätter schmäler, dichter gesägt, dünn seidig behaart. 

B. major (subphylicifdlia), Blätter grösser und dünner, fast ganzrandig, oberseits 
freudiger grün, unterseits stärker blaugriin. 

(Angepflanzt?: England; Skandinavien.) *J 

1048. X 1049. X 1050. S. repens X nigricans X phylicifolia befand 
sich in dem Botanischen Garten zu Berlin (jetzt in Dahlem) als S. (bicolor X repens) 
X nigricans Hort. (S. Sehrader iana X spadiöea Hort.). 

A rgenteae X Riyidae. 

1048. X 1052. S. repens X hastäta isl bisher nur in Dänemark und auf 
der Skandinavischen Halbinsel beobachtet wurden. — S. hastaia X repens Lange 



l) S. II. 1. S. 628 Fussn. 2. Die genauen Daten sind * 1. Jan. 1767 
t 21. Oct. 1836. 



Salix. 259 

Haandb. Dansk. Fl. 4. Udg. 262 (1886). — S. Langedna ') Rouy Rev. Bot. Systernat. 
et Geogr. Bot. II. 180 (1904). 

* S. sei'icea X cordäta in Nordanierica beimisch , in Mitteleuropa an- 
gepflanzt. — iS. cordata X sericea Schneider Illustr. Handbuch Laubholzkunde 52 
(1904). — *S'. myricoides Mühlb. in Neue Schrift. Ges. Nat. Freunde Berlin IV. 
235 (1803) (?). — S. angustifdlia Pursh Fl. Am. Sept. II. 613? (1814). 



C. I. c. 

Bastarde der Dolichostylae. 
Viminales. 

1057. X 1058?? S. viniinälis X dasyclados?? (Wimmer Denkschr. Schles. 
Gesellsch. Vaterland. Cult. 160 [1853]) ist 8. stipuldris (s. S. 180). 

Lacksekewitz hat in seinem Herb. Salicum neben einer in Libau (Kur- 
land) eultivirten S. stipularis, auch an demselben Standort wildwachsende S. dasy- 
clados X viminälis ausgegeben. Diese Pflanze ist ihren Merkmalen nach eine schmal - 
blätterige Form der S. stipularis. 

S. longifdlia X viminälis (Heidenreich Fl. Boruss. Orient. Exsicc), am Meinel- 
strom bei Tilsit gefunden, ist nach einem vorliegenden Exemplar ebenfalls eine 
schmalblättrige Form der S. stipularis. (Beissner, Schelle, Zabel Handb. 
Laubholz-Benenn. 41 [1903] stellen die H ei denreich'sche Pflanze als Synonym 
zu S. dasyclados X purpurca angustifolia (??).) 

1057. X 1059. S. viminälis X Lappönum. Ist bisher nur in Schweden 
(Enander Fl. Suec. Exsicc. 1901 — 2) und in Russland (hier bei Moskau künstlich 
gezogen) beobachtet worden. Da im mittleren Russland S. viminälis durch S. Gmelini 
vertreten wird (nach Petunnikow Krit. Uebers. d. Moskauschen Fl. III. 26 [1898 
bis 1902]), so ist anzunehmen, dass der bei Moskau gezogene Bastard S. Gmelini 
X Lappönum ist. — S. lappönum X viminälis Schroeder Gard. Chron. XVIII. 
108 (1882). 

1058. X 1059. S. dasyclados X Lappönum. Hierzu : 

B. 8. Stipuldris X Lappönum? Seh roed er (Gard. Chron. XVIII. 108 
[1882]) stellt einen in Rnssland bei Moskau künstlich gezogenen Bastard S. lappönum 
X stipularis (ohne Beschreibung) als *S. Teplouchovi ') auf. Da die bei Moskau vor- 
kommende S. stipularis (Kaufmann nach Petunnikow Krit. Uebersicht der Moskau- 
schen Fl. III. 28 [1895 — 1902]) S. Gmelini ist, so müsste S. Teplouchovi S. Lap- 
pönum X Gmelini sein. Petunnikow (in Sched. 1894 — 95) hält sie jedoch, und 
wohl mit Recht, für S. aurita X Gmelini. 

Im Salicetum des alten Botanischen Gartens zu Berlin befand sich ein hoher 
männlicher Strauch, der als S. stipularis X Lappönum (S. Teplouchovi Schroeder) 
bestimmt war. Von wem (ob vielleicht z. T. von Wimmer?) diese Bestimmung her- 
rührte, Hess sich nicht feststellen, sie war aber entschieden falsch, die Weide ge- 
hörte ihren Merkmalen nach zu den Bastarden der S. nigricans und hatte mit der 
S. Teplouchovi nichts gemein. 



1) S. II. 1. S. 183 Fussn. 1 und VI. 1. S. 517 Fussn. 4. 

2) Nach Feodor Alexand ro witsch Teplouchow (ou getrennt!), * 1^45 
(Petunnikow br.) f 25. Apr. 1905 Ilinskoje Gouv. Perm, Gräflich Stroganow'schen 
Forstmeister daselbst, verdient um die Kenutniss der Gehölze Russlauds (bes. auch 
Salir) und die Flora des Ural-Gebirges. 



260 Salicaceae. 

Pruinosae X Vi min al es. 

1055. X 1057. S. (laplmoides X viminalis. Meist hoher \) 
mit aufrechten, schlanken Aesten; junge Zweige kurz dicht grau be- 
haart, ältere Zweige kahl, hellbraun oder olivenbraun. Blätter länglich, 
lanzettlich oder schmal lanzettlich, an beiden Enden spitz oder lang 
zugespitzt, ganzrandig oder unregelmässig klein gesägt (Rand etwas 
zurückgebogen), in der Jugend hellgrau seidig behaart, später oberseits 
kahl, unterseits fein kurz seidig behaart, oberseits dunkelgrün, unter- 
seits graugrün ; Nervatur und weitmaschiges Adernetz oberseits sehr 
wenig fein hervortretend, selten etwas vertieft, die Seitennerven sich 
breit von der Mittelrippe abzweigend. Nebenblätter schief eiförmig, 
spitz, gesägt. Knospen schuppen hellbraun, kurz dicht grau behaart. 
Blüthenstände vor den Blättern erscheinend; männliche an ganz kurzen 
Zweigen endständig, fast sitzend, am Grunde mit kleinen lanzettlicben, 
seidig behaarten Blättern, länglich oder kurz cylindrisch, aufrecht, dicht- 
blüthig. Tragblätter länglich, spitz, schwarzbraun, am Grunde hell, 
lang dicht grau bebärtet. Staubblätter zwei, lang, dünn, kahl. Drüse 
(eine hintere) schmal, fast lineal, gestutzt, fast 1 J2 so lang als die 
Tragblätter. Weibliche Blüthenstände kurz gestielt oder fast sitzend, 
am Grunde mit kleinen lanzettlichen, seidig behaarten Blättern; kurz 
bis lang cylindrisch, aufrecht, dichtblüthig. Tragblätter wie bei der 
männlichen Blüthe und bis zur Hälfte des Fruchtknotens heraufragend; 
Fruchtknoten kurz gestielt (Stiel etwa 1 /b so lang als der Fruchtknoten), 
aus ovalem Grunde verschmälert, spitz, dünn seidig behaart ; Griffel 1 j$ 
so lang als der Fruchtknoten ; Narben schmal, länglich, etwa so lang 
als der Griffel, aufrecht gabelig, mitunter bogig. Drüse (eine hintere) 
schmal, fast lineal, gestutzt, so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Bayern : Isarufer bei München. Niederösterreich : Donauinseln bei 
Krems. 

S. viminalis -f- daphnoides Wichura Bastardbefrucht. Pflanzen- 
reich 12 u. 70 (18G5). — S. digenea Kerner ÖBZ. XXIV. 204 (1874). 
— S. Gremliäna l ) Schwaiger nach G. Woerlein Phanerogamen- u. 
Gefäss- Kryptogamen-Fl. d. Münchener Thalebene in Ber. Bayer. Bot. 
Ges. z. Erf. der beim. Flora III. 140 (1893). 

(Russland: bei Libau [P. Lackschewitz 1907].) |*_ 

1056. X 1058? S. acutifölia X dasycladoS? Hierzu: 

B. S. acutifölia X 8tipuldris (Schroeder Garden. Chron. XVIII. 108 
[1882]) ist in Russland bei Moskau künstlich gezogen. Da die bei Moskau vor- 
kommende >S'. stipularis (Kaufmann nach Petunnikow Krit. Uebers. Moskaiisclun 
Fl. III. 28 [1895 — 1902]) S. Qmclini ist, so ist S. aculijolia X stipularis Schroeder 
wohl S. acutifölia X Omelini. 



i) s. VI. 1. S. 102 Fussn. 2. 



Salix. 261 

C. I. a. X c. 

Bastarde der Brachystylae X Dolichostylae. 
Capreae X Pruinosae. 

1041. X 1055. S. cinerea X daphnoides. h. Junge Zweige 
behaart, ältere kahl. Blätter lanzettlich, kurz oder länger zugespitzt, 
am Grunde spitz; scharf gesägt, in der Jugend grau behaart, später 
oberseits kurz zerstreut, unterseits an den Nerven behaart, oberseits 
dunkelgrün, etwas glänzend, unterseits grau, matt. Nebenblätter eiförmig. 
Blüthenstände ? 

Steiermark: zwischen St. Lorenzen an der Mur und St. Marein 
am Fusse des Gross-Zinken (Woloszczak 1876). 

S. cinerea X daphnoides (S. Mariana 1 )) Woloszczak ÖBZ. 
XXXVI. 226 (1888)? 

1041. X 1056. S. cinerea X acntifölia. Mittelhoher oder hoher 
f) mit aufrechten Aesten ; junge Zweige dicht kurz grau behaart, ältere 
kabl, braun, nicht blau bereift. Blätter länglich, verkehrt-eiförmig oder 
eiförmig-lanzettlich, spitz oder länger zugespitzt, in den Stiel verschmälert, 
nach dem Grunde zu schwach, nach der Spitze zu deutlicher gesägt, 
in der Jugend grau behaart, später oberseits kahl oder nur mit einzelnen 
Haaren bestreut, unterseits etwas stärker behaart oder auch kahl, ober- 
seits dunkel-, etwas graugrün, wenig glänzend, unterseits graugrün, matt; 
Adernetz oberseits fast unmerklich vertieft, unterseits deutlich fein her- 
vortretend. Nebenblätter eiförmig, spitz, gesägt; Knospen behaart. Blüthen- 
stände vor den Blättern erscheinend, oval oder kurz cylindrisch, dick, 
dichtblüthig, an kurzen, mit kleinen lanzettlichen behaarten Blättern 
besetzten Zweigen endständig. Tragblätter breit - lanzettlich , spitzlich, 
nach der Spitze zu dunkelbraun, lang dicht grau bebärtet. Staubblätter 
zwei, lang, kahl oder am Grunde etwas behaart. Fruchtknoten gestielt 
(Stiel etwa l \z so lang als der Fruchtknoten), aus ovalem Grunde kegelig 
verschmälert, nur am Grunde oder ganz spärlich behaart; Griffel kurz, 
dünn; Narben länglich-oval, gespalten, spreizend. Drüse (eine hintere) 
schmal oval, gestutzt, etwa X J2 so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Schlesien: Liegnitz (Figert). Berlin: im alten Botanischen Garten 
angepflanzt 

S. cinerea X acntifölia Figert in Jahres-Bericht Schles. Gesell. 
Vaterland. Cultur LXVI. 178 (1888). — S. cinerea X daphnoides 
var. acutifolia Gurke PI. Europ. II. 25 (1897). — S. cinerea X 
daphnoides B. angustifolia A. et G. Camus Classif. et Monogr. Saul. 
d'Europe II. 137 (1905). 

Im alten Botanischen Garten zu Berlin befindet sich ein hoher Strauch mit 
Uebergangsbildungen von einem Geschlecht zum audern (monstrosa). 

(Bisher nur im Gebiete.) |#| 



l) Nach dem Fundort Sanct-Marein. 



262 



Salicaeeae. 



1042. X 1055. S. caprea X daphnoides. Meist hoher oder 
baumartiger, dünnästiger h. Junge Zweige kurz grau behaart, ältere 
kahl, braun oder hellbraun, etwas glänzend. Blätter verkehrt-eiförmig, 
länglich-verkehrt-eiförmig oder länglich, kurz oder länger scharf zuge- 
spitzt, am Grunde spitz, seltener stumpf, ganzrandig oder klein bogig 
gesägt, selten stärker gesägt, in der Jugend fein grau seidig behaart, 
später oberseits ganz kahl, dunkelgrün, glänzend, unterseits kurz fein 
behaart, verkahlend, graugrün, matt; Nervatur und weitmaschiges Ader- 
netz oberseits fein hervortretend, unterseits stärker hervortretend. Neben- 
blätter wenig entwickelt, halbherzförmig, zugespitzt, gesägt; Knospen- 
schuppen meist hellbraun, kahl oder ungleichmässig sehr kurz grau 
behaart. Blüthenstände (nur weibliche bekannt) vor den Blättern er- 
scheinend, fast sitzend, am Grunde mit kleinen, länglichen, dicht grau 
seidig behaarten Blättern umgeben, aufrecht, mitunter etwas gekrümmt, 
dichtblüthig. Tragblätter länglich, spitzlich, nach der Spitze zu dunkel- 
braun, lang seidig bebärtet; Fruchtknoten gestielt (Stiel etwa */2 so lang 
als der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde lang spitz verschmälert, 
meist fast kahl oder unregelmässig dünn, kurz grau seidig, selten dichter 
behaart; Griffel kurz, etwa X U so lang als der Fruchtknoten; Narben 
länglich-oval, aufrecht, zusammenneigend. Drüse (eine hintere) schmal- 
oval, fast lineal, gestutzt, etwa 2 /a so lang als der Fruchtknoten stiel. 

S. caprea X daphnoides Kerner Verh. ZBG. Wien XI. 243 
(1861). 

Ist in folgenden Formen beobachtet: 

A. supcrcaprea. Steht der <S. caprea näher. Blätter breit, oberseits trübgrün, 
unterseits dichter hellgrau behaart. Blüthenstände dicker. Fruchtknoten grau- 
Beidig behaart. — Bayern: bei Regensburg. Schweiz: Aarau, Einsiedeln, 
Woscbnau. Tirol: Rum bei Innsbruck (nach Da IIa Torre u. Sarnthein 
Fl. Tirol VI. 2. 40 [1909]). Ober- und Nieder-Oesterreich. ■ — S. supereaprea 
X daphnoides (S. Cremensisl)) A. u. J. Kerner Herb. Oesterreich. AVeiden VIII 
(1869) No. 72. — S. subdaphnoides X caprea Kerner CBZ. XIV. 10 (1864). 
— »S'. conmixta Andersson briefl. an Körnicke nach Kerner a. a. O. (?). 

B. Hungärica. Etwa in der Mitte zwischen beiden Stammelten stehend. Blätter 
elliptisch, auch entwickelt, unterseits hellgrau behaart. Fruchtknoten kahl oder 
fasi kahl. — Ungarn. — S. daphnoides X caprea (S. hungärica) Kerner ÖBZ. 
XIV. 9 (1864). 

C. S. supe rdaph uoides. Steht der S. daphnoides näher; Blätter verhältnis- 
mässig länger und schmäler, über doppelt und dreimal so lang als breit, die 
entwickelten beiderseitig kahl; Blüthenstände schmäler; Fruchtknoten kahl oder 
ungleich spärlich behaart, kürzer gestielt (Stiel nur wenig länger als die Drüse). 

- Oesterreichisch-Schlesien : Tescheu (Kotula); Ober- und Nieder-Oesterreich; 
ausserdem iu Russland: Kurland bei Diinaholm (P. Lacks ch e wi tz). — 
8. superdaphnoides X caprea Kerner Verbandl. K. K. ZBG. Wien XI (1861) 
243. — S. ErdingeriZ) Kerner 1. o. — S. subcaprea X daphnoides Kerner 
Herb. Oesterreich. '\Veid. VIII (1869) No. 71. 

D. Fige r ti i ' ! ). Blätter länglich-eiförmig, am Grunde abgerundet, mit etwas vor- 
gezogener Spitze, oberseits sattgrün, kahl glänzend, unterseits seidig behaart, 



i) Im Kremsthal in Niederösterreich gefunden. 

2) S. Erdingeri Kerner: nach dem „eifrigen Weidenbeobachter C. Erdin ger" 
so benannt. 

3) S. II. 1. S. 422 Fussn. 1. 



Salix. 263 

später fast kahl oder kahl, blaugrün. Fruchtknoten sehr dünn behaart. — 
Schlesien: Liegnitz. — 5. caprea X pulchra Figert ABZ. I. 2 (1895). — 
S. caprea X daphnoides var. pulchra Gurke in Eichter-Giirke PI. Eur. II. 
24 (1897). — S. Figertii) A. et G. Camus Classif. et Monogr. Saul. d'Europe 
, IL 213 (1905). 

(Russland: Kurland.) \_*\ 

1042. X 1056. S. caprea X acutifölia. Hoher h mit aufrechten 
Aesten. Ist von S. caprea X daphnoides nur schwer zu unterscheiden. 
Ein Unterschied tritt nur darin hervor, dass die Zweige schlanker, die 
Blätter verhältnismässig länger, mehr allmählich und länger zugespitzt, 
sowie nach dem Grunde zu länger verschmälert und die Nebenblätter 
schmal eiförmig oder lanzettlich zugespitzt sind. In den Blüthenständen 
erscheinen die lanzettlichen lang zugespitzten Tragblätter schmäler und 
die Fruchtknoten länger gestielt (der Stiel ist etwa 2 ,k so lang als der 
Fruchtknoten und etwa dreimal so lang als die Drüse). 

Schlesien: bei Liegnitz (Figert 1886). 

S. acidifolia X caprea Floderus Saliees Scandinaviae (1883). 
— ■$. propinqua A. et G. Camus Classif. et Monogr. Saul. d'Europe 
IL 213 (1905). 

M. u. B. Floderus haben von diesem Bastard, der im Botanischen Garten 
zu Uppsala cultivirt wird, bereits 1883 Exemplare ausgegeben, mithin früher als 
Figert, der diesen Bastard 1886 bei Liegnitz gefunden und ausgegeben hat. 

(Schweden: Botanischer Garten zu Uppsala.) [*J 

1043. X 1055? S. grandifolia X daphnoides? Dünnästiger h. 
Junge Triebe kurz grau behaart; ältere Zweige kahl, braun, glänzend. 
Blätter oval oder länglich, an beiden Enden spitz, am Rande unregel- 
mässig klein gesägt, in der Jugend unterseits kurz dicht, oberseits kurz 
dünn grau behaart, später ganz verkahlend, oberseits dunkelgrün, etwas 
glänzend, unterseits graugrün, matt; Nervatur und Adernetz oberseits 
etwas vertieft, unterseits fein hervortretend. Blüthenstände (nur weib- 
liche bekannt) vor den Blättern erscheinend, an kurzen mit kleinen 
lanzettlichen Blättern besetzten Zweigen endständig, aufrecht, cylindrisch, 
dicht, am Grunde etwas lockerblüthig. Tragblätter oval, stumpflich, 
bis auf den unteren Theil des Fruchtknotens heraufreichend, hell, an 
der Spitze dunkler braun, dicht lang fein grau bebärtet. Fruchtknoten 
gestielt (Stiel 2 /s so lang als der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde 
kegelig, dünn anliegend grau behaart ; Griffel kurz, etwa 7* so lang als 
der Fruchtknoten ; Narben länglich-oval, gespalten, gabelig. Drüse (eine 
hintere) oval, gestutzt, etwa 1 /z so lang als der Fruchtknoten stiel. 

Wien: Botanischer Garten (von CK. Schneider No. 113 aus- 
gegeben). 

8. daphnoides X grandifolia C. K. Schneider Herb. No. 113 
(1903)? 



l) S. S. 262 Fussu. 3. 



264 Salicaceae. 

Die in der Schweiz: Val Rever im Ober-Engadin von Brügger gesammelte 
und als S. daphnoidea X grandifoha bestimmte Weide ist Dach R. B user (Jahresb. 
Natorf. Gescllsch. Granb. LI. 165 [1909]) S. nigricans. 

(Bisher nur im Gebiete.) |*| 

1044. X 1055? S. Silesiaca X daphnoides ? „ti mit blass 
citronengelber Innenrinde. Diesjährige Zweige oliv- oder schwärzlich- 
kastanienbraun, unterwärts kahl, oberwärts schwach filzig. Knospen 
gelblich, kurzhaarig oder verkahlend, die blüthenbringenden gedunsen- 
eiförmig, gekielt, kurz zugespitzt. Untere Blätter verkehrt-eiförmig, 
obere länglich-lanzettlich (an üppigen Trieben lanzettlich, denen der 
'S. caUiantha sehr ähnlich), in eine zuweilen sichelförmig gekrümmte 
Spitze allmählich verschmälert, am Grunde abgerundet oder keilförmig, 
in der Mitte oder wenig oberhalb derselben am breitesten, am Rande 
ungleich — fast wellig — gesägt, oberseits auf den gelblichen Mittel- 
nerven flockig, sonst glänzend grün, unterseits bleicher, verkahlend 
oder die oberen fast seidig grau behaart; Seitennerven 15 — 20. Neben- 
blätterklein, eiförmig, zugespitzt, kerbig gezähnt. Junge Blätter kastanien- 
braun-röthlich." 

Am Bache Wielki Hramitny unweit Hryniawa (Kreis Kolomyja 
in Ost-Galizien [Woloszczak 1887]). 

S. Zenöniae 1 ) (daphnoides X silesiaca) Woloszczak Drugiprzyczdo 
Flory Pokucia in Sprawozd Kom. fiz. Akad. Umiej^tn. Krak. XXII. 
195 [12] (1888). — S. Woloszczakii 2 ) daphnoides X caprea Zapal. 
Consp. Fl. Galic. crit. II. (1908) nach Wo*, briefl. (nicht S. WoJ. 

Zalewski s. S. 220). 

„Nähert sich in der Blattform einer langblätterigen <S. Silesiaca, die Blätter 
sind aber allmählicher zugespitzt und oberseits glänzend, die Nebenblätter klein 
und schmäler, Form und Farbe der Kuospen verschieden, endlich, was von grösster 
Bedeutung, die Innenrinde blass citronengelb. Bei Kerner's S. Hungarica (caprea 
X daphnoides) sind die Zweige dicker, die Blätter breiter, an der Spitze mehr 
plötzlich verschmälert, dünner, weniger gesägt und vor der Entfaltung matt rötblich. 
Die Bastarde der S. purjmrea mit S. caprea und Silesiaca unterscheiden sich hin- 
länglich durch am Grunde mehr keilförmig verschmälerte, dünnere Blätter. Die 
Bastarde der S. cinerea und S. aurüa mit S. daphnoides können nicht in Frage 
kommen, denn bei denen der S. cinerea sind die Blätter oberseits behaart, bei denen 
der S. aurüa die Knospen breiter und kleiner, die Blätter kleiner und unterhalb 
der Spitze am breitesten." 

Material dieser nur nach Blattzweigcn beschriebenen 'Weide liegt nicht vor. 
Wir mussteu uns daher begnügen, die lateinisch veröffentlichte Beschreibung wieder- 
zugeben. 

Argenteae X Pruinosae. 

1048. X 1055. S. repens X daphnoides. Niedriger oder mittel- 
hoher f) mit aufrecht gabeligen, dünnen Aesten; junge Zweige kurz 
dünn oder dicht grau behaart, ältere kahl, dunkelbraun. Blätter ellip- 

i) Nach Frau Zenonia Woloszczak geb. von Chmielewska, * 11. Dec. 1857 
Jaworöw bei PrzcmySl (Galizien), der Gattin von Prof. Eust. Woloszczak (s. VI. 1. 
S. 182 Fussn. 2; IV. S. 220 Fussn. 1. 

2) S Fussn. 1. 



Salix. 265 

tisch, länglich oder lanzettlich, meist kleiner als bei S. daphnoides, an 
beiden Enden fast gleich spitz (Rand etwas zurückgebogen, fein scharf 
gesägt), in der Jugend dünn oder dicht seidig behaart, später oberseits 
seidig bestreut oder ganz kahl, unterseits dünn oder dicht seidig behaart, 
oberseits dunkel-, etwas trübgrün, unterseits graugrün oder grau; Nervatur 
und Adernetz oberseits fein, unterseits schärfer hervortretend. Neben- 
blätter eiförmig oder lanzettlich, lang zugespitzt, gesägt. Knospen- 
schuppen braun, kurz grau behaart. Blüthenstände vor den Blättern 
erscheinend; männliche sitzend oder fast sitzend, am Grunde mit kleinen 
lanzettlichen, seidig behaarten Blättern umgeben, oval oder länglich, 
aufrecht, dichtblüthig. Tragblätter oval, stumpf, auf der oberen Hälfte 
schwarzbraun, am Grunde hell, lang, dicht seidig bebärtet. Staub- 
blätter zwei, kahl. Drüse (eine hintere) oval, gestutzt, fast rechteckig, 
V2 so lang als die Tragblätter. Weibliche Blüthenstände fast sitzend, 
am Grunde mit kleinen, seidig behaarten, lanzettlichen Blättern um- 
geben, länglich oder kurz cvlindrisch, dichtblüthig. Tragblätter etwas 
schmäler als bei der männlichen Blüthe, auf den unteren Theil des 
Fruchtknotens heraufreichend. Fruchtknoten gestielt (Stiel etwa 2 /s so 
lang als der Fruchtknoten), aus schmal eiförmigem Grunde kegelig ver- 
schmälert, spitz, kahl oder seidig behaart; Griffel x /s so lang als der 
Fruchtknoten; Narben länglich, ausgerandet, aufrecht gabelig. Drüse 
(eine hintere) wie bei der männlichen Blüthe, etwa V2 so lang als der 
Fruchtknotenstiel. 

Pommern: an der Ostsee bei Kolberg (Bolle 1863). Ostpreussen: 
bei Fischhausen (Patze). 

S. daphnoides X repens Wimmer Denkschrift Schles. Gesellsch. 
Vaterland. Cultur 1853. 155. — S. maritima Hartig Naturgesch. 
Forstl. Culturpfl. 574 (1852). — S. Patzeäna 1 ) Anderss. Monogr. 
Sal. I. 124 (1863). — S. daphnoides y. cinerea Patze in Sched. 
nach Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 240 (1868). 

Wimmer (Sal. Europ. 8 [1866]) unterscheidet zwei Formen : 1. foliis minori- 
bus: Blätter klein, oberseits kahl, unterseits spärlich behaart, grau. (Hierzustellen 
A. et E. G. Camus Classif. et Monogr. Saul. d'Europe II. 202 [1905]: S. acuti- 
folia [daphnoides] X repens Figert in Sched. [siehe S. repens X acutifolia unten].) 
— 2. foliis majoribus : Blätter grösser, oberseits seidig bestreut , unterseits dicht 
seidig filzig behaart. Zu dieser Form gehört die von Bolle in den Strandwaldungen 
bei Kolberg gefundene Pflanze {S. daphnoides X argentea-repens Bolle Verh. Bot. 
Vereins Prov. Brandenh. V. f. 1863. 186 [1864]). 

(Skandinavien [angepflanzt]; Russland: in Livland [Lackschewitz].) 

E 

1048. X 1056? S. repens X acutifolia? von E. Figert (nach schrift- 
licher Mittheilung) in Schlesien iin Kreise Lüben am Bahnhof Vorderheide gesammelt, 
aber nicht beschrieben. Material liegt hier nicht vor. 

S. acutifolia X repens E. Figert in Herb, (briefl.). — S. acutifolia (daphnoides) 
X repens Figert in Herb, nach A. et G. Camus Classif. et Monogr. Saul. d'Europe 
II. 202 (1905). 



i) S. S. 223 Fussn. 1. 



21 K i Salicaceae. 

A. u. K. G. Camus (Classif. et Monogr. Saul. d'Europe II. 202 [190.".]) stellen 
diese!) Bastard zu >S'. daphnoidea X repena f. porvifolia, die wohl gleich f. Joliis 
minoribua Wimmer ist (s. S. repens X daphnoidea oben). 

Capreae X Vi m i nale s. 

1041. X 1057. S. cinerea X viminalis. Mittelhoher oder hoher, 
mitunter baumartiger f) mit aufrechten zähen Aesten ; junge Zweige kurz 
filzig grau behaart, ältere kahl, schmutzig braun. Knospen schmutzig 
braun, kurz grau behaart. Blätter eiförmig, eiförmig-lanzettlich oder 
lanzettlich, spitz oder länger zugespitzt, am Grunde spitz oder stumpf, 
selten abgerundet, am Rande unregelmässig bogig oder bogig klein ge- 
sägt, selten regelmässig scharf gesägt, in der Jugend seidig filzig hell- 
grau behaart, später oberseits fast kahl, Unterseite kurz grau seidenfilzig 
bleibend, oberseits dunkel, trüb- (etwas grau-) grün, Unterseite grau ; 
Adernetz oberseits vertieft, fast runzelig, Unterseite mit dem Mittel- 
nerven und den breit gespreizten Seitennerven scharf hervortretend. 
Nebenblätter wenig entwickelt, schief eiförmig, spitz, gesägt. Blüthen- 
stände vor den Blättern erscheinend, an sehr kurzen Zweigen endständig, 
fast sitzend, am Grunde mit kleinen lanzettlichen, dicht behaarten 
Blättern umgeben, aufrecht, dichtblüthig; männliche oval. Tragblätter 
oval, spitzlich, nach der Spitze zu dunkelbraun, dünn lang grau be- 
haart und dichter bebärtet. Staubblätter zwei, sehr lang, dünn, am 
Grunde etwas behaart. Drüse (eine hintere) lang, schmal-eiförmig, etwa 
V2 so lang als das Tragblatt. Weibliche Blüthenstände kurz cylindrisch 
oder cylindrisch. Tragblätter lanzettlich, schmäler als bei der männ- 
lichen Blüthe, sonst wie bei dieser. Fruchtknoten gestielt (Stiel bis */3 
so lang als der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde verschmälert, 
spitzlich, grau behaart; Griffel kurz, bis 1 U so lang als der Frucht- 
knoten ; Narben oval oder schmal-lineal, bis etwa so lang als der 
Fruchtknoten stiel, gabelig seitwärts gebogen. Drüse (eine hintere) wie 
bei der männlichen Blüthe, bis fast so lang oder etwas länger als der 
Fruchtknotenstiel. 

Belgien. Deutschland. Böhmen. Schweiz. Tirol? (von Dalla 
Torre u. Sarnthein Fl. Tir. [1909] nicht angegeben). Kärnten. 
Ungarn. Siebenbürgen. Galizien. 

8. viminalis X cinerea Wimmer in Flora XXXI. 313 (1848). — 
S. holosericea 1 ) Koch u. Ziz Catal. Palat. (1814) nicht Willd. — 
S. mol/issima („Smith") Koch Comment. (1828) 28 z. T. — S. acumi- 
näta („Smith") Koch Comment. (1828) 30 z. T. — S. lonqifölia Host 
Sal. 19 (1828) z. T. — S. ferruginea Forb. Sal. Wob.' 255 t. 128 
(1829). — S. geminuta Forb. a. a. O. 257 t. 129 (1829). — 8. 
Smithiäna 2 ) Forb. a. a. O. 265 (1829) nicht Willd. — S. lanciföUa 
Doli Fl. Bad. 512 (1859). — S. stipuläris, („Smith") Anderss. in DC. 



l) Bastardwort aus 8Äog ganz und sericeus, seidenhaarig. 

8) S. I. S. 201 Fussn. 1. Die genauen Daten sind * 2. Dec. 1759 + 17. März 
1828 Norwich (Norfolk). Die Sammlungen Smith 'a (mit Einschluss des Li nne*' sehen 
Herbars) gingen nach seinem Tode durch Kauf in den Besitz der Linuean Society über. 



Salix. 267 

Prodr. XVI. 2. 266 (1868) z. T. — S. Smithiana ß. velütina Anderes, 
a. a. O. 268 (1868). — S. rugösa Leef. in Lond. Cat. ed. 8. 1293 
(1886). — S. Grenieri 1 ) Corbiere Nouvelle Fl. Normand. 529 (1893), 
nach Camus Classif. Saul. d'Europe et Monogr. Saul. France (1904) 315. 
Hierzu die Formen : 

A. Canthiäna-). Blätter verkehrt-eiförmig, lanzettlich. Drüse etwa V 2 solang 
als der Fruchtknoteustiel. Steht der S. cinerea näher. — S. subviminalis 
X cinerea (S. Canthiana) Kerner Niederösterreich. Weid. 218 (1859). 

B. n i t e n s. Blätter lanzettlich. Drüse so lang oder fast so lang als der Frucht- 
knotenstiel. — S. nitens Gren. et Godr. Fl. France II. 131 (1855). 

C. Zedlitzi äna 3). Blätter länglich-lanzettlich. Drüse so lang oder fast so lang 
als der Fruchtknoteustiel. — S. Zedlitziana Kerner a. a. O. 217 (1859). 

D. holo sericea -t). Blätter lanzettlich, lang zugespitzt, dicht scharf gesägt; 
Griffel 1 /b so lang als der Fruchtknoten. Narben lineal, so lang als der Griffel. 

— S. hohsericea Willd. Berl. Bautnz. 158 (1796). — S. Micheliäna^) Forb. 
Sah Wob. 267 (1829). — S. velütina Schrad. nach Koch Syn. ed. 1. 650 (1837). 

— S. triandra X cinerea G. F. W. Meyer Fl. Hanov. exe. 506 (1849). 

(Frankreich; Grossbritannien; Dänemark; Skandinavien; Russ- 
land; Rumänien?; Turkestan ; Sibirien; Amur-Gebiet.) j# 

Hierher : 

(1041. X 1047.) X 1041. S. (cinerea X vimmälis) X cinerea. 
Gleicht einer schmal- und langblätterigen S. cinerea, weicht jedoch in 
den Blüthen von dieser Art wesentlich ab : die 2 Staubblätter sind am 
Grunde fast kahl; die fein seidig grau behaarten Fruchtknoten sind 
kürzer gestielt (Stiel etwa nur */* so lang als der Fruchtknoten); der 
Griffel ist länger und etwa ebenso lang als der Fruchtknotenstiel; die 
Narben sind schmal, länglich-lineal, ausgerandet, seitwärts gebogen ; die 
eine (hintere) Drüse ist schmäler und länger, schmal länglich-eiförmig, 
fast pfriemlich, bei den männlichen Blüthen etwa fast 1 J2 so lang als 
die Tragblätter, bei den weiblichen Blüthen länger als der halbe Frucht- 
knotenstiel. 

Ostpreussen : bei Tilsit am Memelstrom. 

S. (cinerea X viminalis) X cinerea Heidenreich in Herb. Borussiae 
orientalis exsicc. — S. iteräta A. et G. Camus Classif. et Monogr. 
Saul. d'Europe II. 264 (1905). 

1041. X 1058. S. cinerea X dasyclados (Lackschewitz Herb. Sal. [1907]. 
— S. acummata X cinerea Petunnikow in Herb. [1894]) ist bisher nur in Russ- 
land bei Libau und Moskau beobachtet. 

1041. X 1059. S. cinerea X Lapnönuin (Wimmer Flora XXXII. 46 
[1849]. — S. cancscens Fries Novit. Fl. Suec. Mant. I. 58 [1832] z. T. — S. ca- 

1) S. VI. 1. S. 70 Fussn. 1. 

2) Nach dem Fundort Kanth in Schlesien benannt. 

3) Nach dem Fundort Zedlitz bei Breslau benannt. 

4) S. S. 266 Fussn. 1. 

5) Forbes erhielt die Weide unter diesem Namen von der Royal Horti- 
cultural Society in London; über ihren Ursprung ist uach C. Kocli (II. 1. 551) 
weiter nichts bekannt; wir wissen daher nicht ob sie nach P. A. Michel i (IL 1. 
S. 150 Fussn. 1) oder nach P. Michel (IL 1. S. 600 Fussn. 2) oder nach wem 
sonst benannt ist. 



268 Salicaceae. 

nescens Laestadidna *) Fries Bot. Not. 183 [1840]. — S. cinerea-llmosa Laest. in 
Anders. Sal. Lappon. 29 [1845]. — S. grisescens Anders, in Bot. Not. 112 [1SG7J. 
— S. Laestadiana var. opaca f. subcinerea Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 278 
[1868]) ist bisher nur in Schottland, Skandinavien, Russland (Finnland und In- 
gernianland) beobachtet worden. 

Wahrend des Druckes geht der Bastard uns aus dem Gebiete zu, wir lassen 
daher die Beschreibung noch folgen : 

Niedriger bis mittelhoher h mit sparrigen Aesten; junge Zweige 
grau behaart, ältere kahl, schmutzig dunkelbraun. Blätter länglich oder 
verkehrt-eiförmig, nach dem Stiel zu stark verschmälert, spitz oder ab- 
gerundet, mit kurz aufgesetzter Spitze, am Grunde spitz oder stumpflich ; 
ganzrandig oder unregelmässig flach bogig gesägt, in der Jugend dicht 
grau, meist seidig behaart, später oberseits kurz dünn grau behaart, 
trüb dunkelgrün, unterseits stärker, bis kurz filzig grau behaart, grau- 
grün oder grau ; Nervatur und Adernetz oberseits wenig hervortretend 
oder vertieft, meist glatt, unterseits deutlich hervortretend. Nebenblätter 
meist wenig entwickelt, halbherzförmig, eicheiförmig gekrümmt, gesägt. 
Knospenschuppen braun, kurz grau behaart. Blüthenstände vor den 
Blättern erscheinend, an kurzen Zweigen oder sitzend, am Grunde mit 
kleinen lanzettlichen, dicht grau behaarten Blättern ; aufrecht, kurz 
cylindrisch oder cylindrisch, dichtblüthig; bei den männlichen Trag- 
blätter länglich, stumpflich, an der Spitze braun, am Grunde hell, grau 
bebärtet. Staubblätter 2, kurz, dünn, am Grunde spärlich behaart. 
Drüse (eine hintere) schmal oval, stark gestutzt, etwa Va so lang als 
das Tragblatt. Bei den weiblichen Blüthenständen Tragblätter wie bei 
der männlichen Blüthe und fast bis auf die Hälfte des Fruchtknotens 
heraufragend. Fruchtknoten gestielt (Stiel bis 1 /3 so lang als der Frucht- 
knoten), aus ovalem Grunde lang verschmälert, grau bis filzig grau be- 
haart; Griffel bis 1 jz so lang als der Fruchtknoten; Narben länglich, 
gespatten, aufrecht gabelig. Drüse (eine hintere) wie bei der männlichen 
Blüthe und bis 2 /a so lang als der Fruchtknoten. 

O.-tpreussen : Kreis Lötzen auf dem Hochmoor bei Spiergsten 
(H. Gross 1909). 

Material liegt nur unvollständig vor. 

1042. X 1057. S. eäprea X viminalis. Meist hoher \\ mit 
aufrechten langen Aesten; junge Zweige kurz grau behaart, ältere kahl, 
braun oder gelbbraun. Blätter gross, eiförmig, verkehrt-eiförmig, läng- 
lich-lanzettlich oder schmal-lanzettlich, spitz oder meist lang zugespitzt, 
am Grunde spitz, selten stumpf, am Rande unregelmässig bogig oder 
schwach bogig gesägt, selten stärker gesägt, in der Jugend grau dicht 
seidig behaart, später unterseits kurz grau seidig behaart, verkahlend, 
oberseits spärlich behaart oder kahl, oberseits dunkel, etwas trübgrün, 
unterseits graugrün oder grau; Nervatur und Adernetz oberseits etwas 



') Nach Lars Levi Lacstadius, * 10. Jan. 1800 Arjeploug (Lappland) 
f 21. Febr. 1861 Pajala (Norrbotteu), seit 1848 Pastor daselbst, 1825—48 in Kare- 
-uando, um die Flora des schwedischen Lapplands hochverdient (Murbeck br.). 



Salix. 269 

vertieft, Unterseite der Mittelnerv und die breit spreizenden Seitennerven 
scharf hervortretend. Nebenblätter halbherzförmig, spitz, gesägt, seit- 
wärts gekrümmt. Knospenschuppen braun, sehr kurz behaart oder kahl. 
Blüthenstände vor den Blättern erscheinend, an sehr kurzen Zweigen 
endständig, oft fast sitzend, am Grunde mit kleinen lanzettlichen, lang 
grau seidig behaarten Blättern, aufrecht oder etwas gekrümmt, dicht- 
blüthig; männliche dick, oval oder kurz cylindrisch; Tragblätter lan- 
zettlich, stumpflich, auf der oberen Hälfte dunkelbraun, lang dünn grau 
behaart und bebärtet; Staubblätter zwei, lang, dünn, kahl oder am 
Grunde nur spärlich behaart; Drüse (eine hintere) schmal-oval, gestutzt, 
etwa */* so lang als das Tragblatt. Weibliche Blüthenstände cylindrisch 
oder lang-cylindrisch. Tragblätter oval, stumpf, sonst wie bei der 
männlichen Blüthe. Fruchtknoten kurz gestielt (Stiel bis 1 , / 3 so lang 
als der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde kegelig verschmälert, an- 
liegend seidig grau behaart; Griffel kurz oder bis 1 U so lang als der 
Fruchtknoten ; Narben länglich-oval oder lineal, aufrecht zusammen- 
neigend oder seitwärts gebogen. Drüse (eine hintere) schmal-oval, ge- 
stutzt, V2 bis so lang oder etwas länger als der Fruchtknotenstiel. 

Holland und Belgien. Deutschland. Böhmen. Schweiz; (nicht in 
Tirol, nach Da IIa Torre u. Sarnthein Fl. Tir. VI. 2. 37 [19G9J). 
Ober- und Niederösterreich. Galizien. Vielfach bei den Erzeugern und 
auch häufig angepflanzt, namentlich als Korb- und Bandweide in 
Weidenhegern. 

S. viminalis X caprea Wimmer Fl. Schles. Nachtrag. 60 (1845). 
— S. moJlissima Smith Fl. Brit.III. 1070 z. T. — S. Smithtäna x ) Willd. 
Enurn. Hort. Berol. IL 1008 (1809). — S. acuminäta („Smith") Koch 
Comment. 30 (1828) z. T. — 8. longifölia Host Sal. z. T. (1828). — 
S. lanceoläta Fries Novit. Fl. Suec. Mant. I. 61 (1832). — S. affinis 
Gren. et Godr. Fl. Fr. III. 132 (1855). — S. holosericea Gaudin Fl. 
Helv. VI. 243 (1830) nicht Willd. — S. stipuläris („Smith") Anderss. 
in DC. Prodr. XVI. 2 (1868) 266 z. T. — S. opäca Anders, in Herb. 
Hort. Petrop., in Schmidt Reisen im Amur-Lande, in Mem. Ac. Imp. 
Sc. St. Petersb. Ser. VII t, XII. 172 (1868) ?. 

In den beiden Formen: 
A. latifölia. Blätter länglich oder noch breiter. — S. caprea X viminalis ß. lati- 
folia Wimmer Denkschi'. Schles. Gesellsch. Vaterl. Cultur 1853. 160. — Hierzu 
gehören: 

I. cap reif ormis: eiförmig-länglich; Griffel und Narben kurz; Drüse etwa 
halb so lang als der Fruchtknotenstiel. — S. capreaef ormis (S. subviminaliz- 
Caprea) Keiner a. a. O. 117 (1859). — <S. viminalis- Caprea c. capreaeformis 
Wimmer a. a. O (1849). — S. affinis var. capreij "ormis Gren. et Godr. Fl. 
Fr. III. 133 (1855). 

II. Neisseäna-). Blätter eiförmig-lanzettlich; Griffel und Narben lang; Drüse 
fast so lang als der Fruchtknotenstiel. — S. Neisseäna (S. subviminalis- 
Caprea) Kerner Niederösterreich. Weid. 217 (1859). — S. viminalis-Caprea 
a. intermedia Wimmer in Fl. XXXII. 42 (1849) nicht Host. 



1) S. S. 266 Fussn. 2. 

2) Bei Neisse in Schlesien gefunden. 



270 



Salicaceae. 



III. seric ans. Blätter länglich oder eiförmig-lanzettlich; Griffel und Narben 
laug; Drüse so lang als der Fruchtknotenstiel. — S. sericans Tausch PI. 
Sei. nach Kerner a. a. O. 2 IG (1859). — S. riminalis-Caprea b. acuminata 
YVimmer Flora XXXII. 42 (1849). — S. viminalis-Caprea Kerner a. a. O. 
216 (1859). 

B. angustif&lia. Blätter lanzettlich oder noch schmaler. — S. caprea X vimi- 
nalis ß. angustifolia Wimmer Deukschr. Schles. Gesell. Vaterl. Cultur 1853. 
160. — Hierzu gehören: 

I. Vra tislaviana '). Blätter länglich-lanzettlich, laug verschmälert. Griffel 
und Narben lang; Drüse so lang als der Fruchtknotenstiel. — S. Vratislaviana 

(S. sttperviiiunalis-Caprca) Keiner a. a. O. 216 (1859). 

II. Hostii'-). Blätter lineal-lanzettlich, lang verschmälert. Fruchtknoten kurz 
gestielt; Drüse länger als der Fruchtknotenstiel. — S. Hostii (S. super- 
viminalis-Caprea) Keruer a. a. O. 216 (1859) z. T. 

Die im östlichen Nachbargebiet, in Russland, vorkommende Abart der 
S. viminalis, S. Gmclini (S. S. 174) bildet mit S. caprea den Bastard 
S. Gmclini X caprea Teplouchow. <S'. Kauffmanni'i) Teplouchow. £. acumi- 
nata Koch z. T. S. viminalis Kauffmann nach Petunnikow Kritische Ueber- 
sicht der Moskanschen Flora III (1895 — 1902). S. caprea X st'tpularü 
Schröder Garden. Chron. XVIII. 108 (1882). 

(Frankreich; Grossbritannien; Dänemark; Skandinavien; westliches 
und mittleres Russland ; Sibirien ; Centralasien ; Japan.) *. 

1041. X 1042. X 1057. S. cinerea X (caprea X viminalis) (S. [caprea 
X viminalis] X cinerea Wichura Die Bastardbildungen im Pflanzenreich 60 [1865]) 
ist S. daayclados (s. S. 178). 

<S'. caprea X cinerea X viminalis Uloth nach R-ouy Rev. Bot. System, et 
Geogr. Bot. II (1904) 173. — S. Ulothii *) Rouy a. a. O. ist fraglich. Eine Diagnose 
ist nicht veröffentlicht und Herbarmaterial liegt ebenfalls nicht vor. 

1042. X 1057. X 1042. S. caprea X viminalis X caprea. 
Ist der S. caprea sehr ähnlich, aber die Zweige sind schlanker und 
dünner; die Blätter sind grösser, oval, die oberen lanzettlich, an beiden 
Enden spitz, unterseits feiner seidig behaart; die vor den Blättern er- 
scheinenden weiblichen Blüthenstände sind kleiner, kurz cylindrisch ; 
die Fruchtknoten sind kürzer gestielt (Stiel nur fast halb so lang als 
der Fruchtknoten); der Griffel ist kurz, aber doch länger, etwa 1 /ö so 
lang als der Fruchtknoten ; die Narben sind schmal-lineal, gespalten, 
zuerst aufrecht zusammenneigend, später schlängelnd gespreizt; die Drüse 
(hintere) ist schmal-oval, gestutzt, halb so lang als der Frnchtknotenstiel. 



1) Bei Breslau (Vratislavia) gefunden. ^ 

2) S. II. 1. S. 35 Fussn. 1. Die genauen Daten sind * 6. Dec. 1761 Fiume 
f 13. Jan. 1834 Schönnbrnnn bei Wien. 

3) Nach Xikolai Kauffmann, * 8.20. Febr. 1834 f 15./27. Dec. 1870 
Moskau, seit 1860 Professor der Botanik an der Universität daselbst, Verf. der 
werthvollen MoCKOBCKat «frjIOpa (Moskauer Flora Moskw.i. 

•i) Nach Wilhelm Uloth, »13. Mar/. 1833 Marburg j 23. Jan. 1895 Darm- 
stadt, Ober-Medicinalratb und 6eit 1884 Docent der Pharmakognosie an der Techni- 
schen Hochschule daselbst (H. Schcnck br.), früher Chemiker in Nauheim, Ver- 
fasser mehrerer werthvoller botanischer Aufsätze, um die Flora Hessens, besonders 
auch der Kenntnis der Kryptogamen verdient. Sein Hessisches Herbar befindet sich 
wie das des am 14. März 1908 verstorbenen Ed. Metzler (s. II. 2. S % 431 Fussn. 2) 
im Botanischen Institut der dortigen Hochschule. 



Salix. 271 

Ostpreussen : an der Memel bei Tilsit. 

S. (Caprea X viminalis) X Caprea Heidenreich in Herb.; Fl. 
Borussiae orientalis exsicc. (1873). — S. Caprea X sericans Schatz 
nach A. et G. Camus Classif. et Monogr. Saul. d'Europe IL 264 (1905). 
— S. heteromörpha x ) A. et G. Camus 1. c. 

Der Bastard wurde bereits von Wichura künstlich gezogen. 

(Nur im Gebiete.) j*J 

1042. X 1058. S. caprea X dasyclados. Hoher f) , der der S. dasyclados 
sehr ähnlich ist und deshalb auch mit dieser Weide oft verwechselt wird. Die 
Blätter sind bei S. caprea X dasyclados jedoch verhältnismässig kürzer und breiter; 
die weiblichen Blüthenstände erscheinen etwas später, kurz vor den Blättern; 
der Fruchtknoten ist nicht sitzend, sondern gestielt (Stiel etwa 1 lz so 
lang als der Fruchtknoten) ; der Griffel ist kürzer, etwa nur 1 3 so lang als der be- 
haarte Fruchtknoten, und die Narben sind ebenfalls kürzer, schmal länglich, ge- 
spalten, zunächst aufrecht zusammenueigend, später gabelig spreizend. 

ist wildwachsend und einheimisch nur in Grossbritannien (vgl. indes unten) 
nachgewiesen. Jm Gebiet, ebenso wie ausserhalb desselben in Frankreich, Skan- 
dinavien und Bussland kommt dieser Bastard häufig angepflanzt, namentlich in 
Botanischen Gärten, vor. 

S. Caprea X dasyclados Wimmer in Denkschr. Schles. Gesellsch. Vaterland. 
Cultur (1853) 163? — S. acuminata Smith Fl. Brit. III. 1068 (1804) z. T. — 
S. conffera Sonder in Herb. Henschel nach Wimmer in Denkschr. Schles. Gesellsch. 
Vaterland. Cultur 1163 (1853). — S. Calodendron*) Wimmer Sah Europ. 187 
(1866). — S. Smithiana („Willd.") y. acuminata („Smith") Anderss. in DC. Prodr. 
XVI. 2. 268 (1868) z T. — S. Caprea X stipularis Sanio in Herb. 

Die von Wimmer gegebene Deutung, dass S. Calorlendron S. Caprea X dasy- 
clados sei, lässt sich wohl daraus erklären, dass S. Calodendron der S. dasyclados 
sehr ähnlich ist und die abweichenden Merkmale auf S. Caprea hinweisen, als that- 
sächlich erwiesen ist sie jedoch nicht zu betrachten. Da S. dasyclados in Gross- 
britannien nicht vorkommt, ist vielmehr anzunehmen, dass die dort einheimische 
S. calodendron Wiminer auch nicht ein Bastard von S. dasyclados Wimmer sein 
kann ; viel eher Märe anzunehmen, dass sie durch Vermischung der beiden in 
Grossbritannien einheimischen Arten S. stipularis und S. caprea entstanden sei. 

1042. X 1059. S. caprea X Lappönum. Mittelhoher, dick- 
ästiger h ; junge Zweige dicht kurz hellgrau fast filzig behaart, ältere 
kahl, dunkelbraun, glänzend. Blätter verkehrt-eiförmig, oval oder läng- 
lich-lanzettlich, an beiden Enden spitz, oder an der Spitze abgerundet 
oder stumpf, selten am .Grunde stumpf, am Rande schwach bogig, in 
der Jugend dicht hellgrau, fast filzig behaart, später oberseits fast kahl 
oder kahl, untersei ts kurz dicht hellgrau behaart, verkahlend, oberseits 
dunkel trübgrün, Unterseite graugrün, beiderseits nicht glänzend ; Ner- 
vatur und weitmaschiges Adernetz oberseits deutlich vertieft, Unterseite 
(Seitennerven breit spreizend) stark hervortretend. Nebenblätter? Knospen- 
schuppen braun, sehr kurz hellgrau behaart. Blüthenstände vor den 
Blättern erscheinend, an kurzen mit kleinen lanzettlichen, lang hellgrau 
behaarten Blättern besetzten Zweigen, aufrecht, dichtblüthig; männliche 
oval oder länglich-oval. Tragblätter lanzettlich, spitzlich, nach der Spitze 

1) Von i'iego; ein Anderer, verschieden und fioQ(pt) Gestalt. 

2) Von naÄög schön und divÖQov Baum. 



272 Salicaceae. 

zu dunkler braun, am Kunde hellgrau lang gebartet. Staubblätter zwei, 
lang, dünn, kahl. Drüse (hintere) schmal oval, fast lineal, gestutzt, 
l /s so lang als das Tragblatt. "Weibliche ßlüthenstände dick cylindrisch. 
Tragblätter wie bei der männlichen Blüthe, wenig länger als der Frucht- 
knotenstiel. Fruchtknoten gestielt (Stiel fast x jz so lang als der Frucht- 
knoten), aus eiförmigem Grunde lang spitz verschmälert, kurz dicht, fast 
filzig hellgrau behaart; Griffel massig lang, etwa */$ so lang als der 
Fruchtknoten; Narben dünn, lang, anfangs zusammenneigend, später 
gabelig spreizend. Drüse (eine hintere) wie bei der männlichen Blüthe, 
fast so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Schlesien: auf dem Riesengebirge am Kleinen Teich, 1200 m (Pax 
1 880). Ostpreussen : Kreis Lötzen bei Upalten (H. Gross). 

S. Caprea X Lapponum Wimmer Sal. Europ. 192 (1866). — 
S. limösa cineräscens Wahlenb. Fl. Suec. 663 (1826). — S. canescens 
Fries Novit. Fl. Suec. Mant. I. 58 (1832) z. T. — S. Caprea-Umosa 
Laest. in Anders. Sal. Läpp. 28 (1845). — S. Laestadiäna a. canes- 
cens Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 278 (1868). — S. Bottnica 1 ) 
Rouy Revue Bot. System, et Geogr. Bot. II. 173 (1904). 

And er sso n (in DC. Prodr. XVI. 2. 278 [1868]) stellt hierzu die beiden 
Formen auf : 

A. sub caprea der S. Lapponum näher stehend. 

B. sub lapponum der S. caprea niiher stehend. 

(Grossbritannien; Skandinavien; Russland: in Lappland; bei St- 
Petersburg [Schroeder Garden. Chron. XVIII. 108 (1882)].) *J 

1042. X 1059. X 1042. S. caprea X Lapponum X caprea?? Im alten 
Botanischen Garten in Berlin befand sich ein alter, hoher weiblicher |j unter dem 
Namen S. Laestadiäna X Caprea. Er hätte danach S. (caprea X Lapponum) X 
caprea sein müssen, zeigte jedoch weder ein auf S. caprea, nocli ein auf S. Lap- 
ponum hindeutendes Merkmal, sondern konnte nur für S. nigricans gehalten werden. 

1042. X 1057. X 1059. S. Caprea X viminälis X Lapponum?? Im 

alten Botanischen Garten zu Berlin befand sich ein alter, hoher, nicht blühender 
Strauch unter dem Namen S. Lapponum X Caprea X viminälis Schroeder (S. Teplou- 
chovi Schroeder). Die Blätter zeigten allerdings Merkmale von S. caprea und S. vimi- 
nälis, auf S. Lapponum deutete jedoch nichts hin. — S. Teplouchovi (Schroeder 
in Garden. Chron. XVIII. 108 [1882J) wird als ein künstlicher Bastard zwischen 
S. Lapponum und >S'. Mipularis bezeichnet; nach Petunnikow in Sched. ist S. 
Teplouchovi jedoch S. aurila X Gmelini (s. S. 259). 

1043. X 1059. S. grandifölia X Lapponum. Hierher: 

B. 8, grandifölia X Helvetica* Sparriger ft; junge Triebe 
kurz dicht zottig behaart; Aeste später kahl, schmutzig braun. Blätter 
länglich oder oval, an beiden Enden spitz, oder am Grunde stumpf, 
ganzrandig oder zerstreut schwach gesägt, in der Jugend entweder beider- 
seits dicht hellgrau zottig oder nur unterseits dicht hellgrau zottig, ober- 
seits dünner behaart, später oberseits ganz, unterseits fast ganz ver- 
kahlend, oberseits trübgrün, unterseits graugrün ; Adernetz oberseits 

1) 8. II. 1. P. 294 Fussn. 1. 



Salix. 273 

etwas vertieft, unterseits, namentlich mit dem Mittel- und den Seiten- 
nerven scharf hervortretend. Blüthenstände (weibliche bekannt) mit 
den Blättern erscheinend, an kurzen, dicht hellgrau zottig behaarten, 
mit kleinen elliptischen, dicht hellgrau zottig behaarten Blättern be- 
setzten Zweigen, kurz cylindrisch, dichtblüthig. Tragblätter lanzettlich, 
stumpf, hell, an der Spitze dunkelbraun, auf den beiden Flächen dünn, 
am Rande dicht lang hellgrau behaart. Fruchtknoten gestielt (Stiel 
etwa x \z so lang als der Fruchtknoten, dicht hellgrau behaart), aus ei- 
förmigem Grunde kegelig, dicht hellgrau behaart; Griffel kurz; Narben 
länglich-oval, getheilt, aufrecht spreizend. Drüse (eine hintere) schmal- 
oval, gestutzt, etwa V 2 so lang als der Stiel des Fruchtknotens. 

Schweiz: St. Moritz, Dischma (Graubünden). Tirol: Trippachthal 
in Ahm 1900 — 2200 m, Bergeralp in Virgen (Dalla Torre u. Sarnt- 
hein Fl. Tirol VI. 2. II. 41 [1909]). 

S. grandifolia X Helvetica Treffer in Herb. Normale No. 3661 
(1896). — S. KheHi 1 ) Woloszczak in ÖBZ. XLVIII (1898) 223. — 
S. Rhaetica 2 ) Rouy in Rev. Bot. System, et Geogr. Bot. II. 174 (1904), 
nicht Kerner. — S. appendiculata X helvetica Dalla Torre u. Sarnthein 
Fl. Tirol VI. 2. 41 (1909). 

Die von Thomas in der Schweiz gesammelte S. aurita X Lapponum (Wimmer 
Sal. Europ. 194 [1866]) ist S. grandifolia X Helvetica (Gremli Excursionsfl. Schweiz 
7. Aufl. 375 [1893]). 

Nach Huter (ÖBZ. LVII [1907] 437) gehört hierzu auch die von Cottet 
als S. Schleichen Wimmer „Sommet de la Savoleores" Juni 1863 gesammelte Weide. 

(Bisher nur im Gebiet.) j^jTj 

1044. X 1057? S. Silesiaca X viminalis? t/. Junge Zweige 
dicht seidig glänzend behaart. Blätter lineal-lanzettlich, lang zugespitzt, 
am Grunde keilförmig, am Rande unregelmässig bogig oder kerbig gesägt, 
oberseits sattgrün, nur am Mittelnerven etwas behaart, unterseits grau- 
grün, dünn anliegend seidig glänzend behaart; Mittelnerv und 13 — 16 
Paare Seitennerven unterseits hervortretend, gelb. Nebenblätter aus halb- 
eiförmigem Grunde lang zugespitzt. Knospenschuppen dicht seidig be- 
haart; Blüthenstände? 

Galizien: Zakopane am Fusse der Tatra. 

S. silesiaca X viminalis B. Kotula Distr. Plant. Vase. (1891). — 
S. Kötulae 3 ) Woloszczak ÖBZ. XLI (1891) 234. 

i) S. VI. 1. S. 585 Fussn. 1. 

2) S. I. S. 229 Fussn. 1. 

3) Nach Boleslaw Kotula, * 27. Nov. 1849 Teschen f 19. Aug. 1898 (durch 
Sturz in eine Gletscherspalte) an der Geislerspitze im Ortlergebiet, 1875 — 88 Pro- 
fessor am Gymnasium in Przemysl (Galizien) ; er privatisierte dann in Petersdorf 
bei Wien und seit 1893 in Innsbruck. K. hat grosse Verdienste nm die Flora (und 
Käferfauna) Galiziens, über die er mehrere Aufsätze veröffentlichte; am bedeutendsten 
ist sein von der Akademie der Wiss. in Krakau 1889 — 90 herausgegebenes AVerk 
Distributio plantarum vasc. in montibus Tatricis. Sein Vater, Andreas K., * 8. Febr. 
1822 Grodziszcze (Oesterr.-Schles.) f 10. Oct. 1891 Teschen, k. k. Notar daselbst, 
war zwar in erster Linie Koleopterolog, hatte aber auch für Botanik grosses Interesse 
und besonders für die Weiden und ihre Bastarde (Woloszczak br.). 

Ascherson u. Graebnor, Synopsis. IV. 18 



274 Salicaceae. 

Dieser Bastard ist nur nach Blattzweigen aufgestellt. 

(Nur im Gebiet.) |*J 

1044. X 1059. S. Silesiaca X Lappönum. Meist niedriger, 
kurzästiger U. Junge Zweige kurz dünn grau behaart; ältere Zweige 
kahl, rothbraun, glänzend. Blätter verkehrt-eiförmig, oval oder länglich, 
spitz, am Grunde spitz oder stumpf, am Rande bogig oder unregel- 
mässig klein gesägt, in der Jugend dicht grau behaart, später oberseits 
kahl, Unterseite kurz grau behaart oder kahl, oberseits dunkelgrün, etwas 
glänzend, unterseits heller, graugrün oder grau; Nervatur und weit- 
maschiges Adernetz oberseits meist sehr wenig vertieft, unterseits scharf 
hervortretend. Nebenblätter wenig entwickelt, halbeiförmig oder halb- 
herzförmig, spitz, sichelförmig gebogen, gesägt. Knospenschuppen braun, 
spärlich kurz behaart oder kahl. Blüthenstände vor (öfter kurz vor) 
den Blättern erscheinend; männliche fast sitzend, am Grunde mit kleinen 
behaarten Blättern, aufrecht, länglich oder kurz cylindrisch, dichtblüthig. 
Tragblätter oval, stumpf, nach der Spitze zu dunkelbraun, lang dünn 
grau behaltet. Staubblätter zwei, kahl. Drüse (eine hintere) schmal- 
oval, stark gestutzt, etwa Va so lang als die Tragblätter. Weibliche 
Blüthenstände fast sitzend oder an sehr kurzen Zweigen, am Grunde 
mit kleinen behaarten Blättern, aufrecht, cylindrisch oder lang-cylindrisch, 
dichtblüthig. Tragblätter oval, an der Spitze breit abgerundet, auf der 
oberen Hälfte dunkelbraun, lang dünn grau bebärtet, auf den unteren 
Theil des Fruchtknotens heraufreichend. Fruchtknoten gestielt (Stiel 
etwa J /3 so lang als der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde lang 
oder kurz verschmälert, ganz oder theilweise grau behaart oder kahl; 
Griffel kurz; Narben länglich oder lang-lineal, ungetheilt oder gespalten. 
Drüse (eine hintere) schmal-oval, stark gestutzt, etwa 2 ,3 so lang als der 
Fruchtknotenstiel. 

Auf den Sudeten in Schlesien und Böhmen. 

S. silesiaca X lappönum Wimmer Flora XXXII. 44 (1849). 
— S. nepetißlia Presl Fl. Cech. (1819). — S. Tausehiäna 1 ) Sieb. 
Cat. (1821). — S. albipila, S. erythröphleba 2 ), S. muliiglandulösa, 
S. psilocärpa*), S. riphaea*), S. rupicola, S. sphenocärpa 5 ), S. sphenö- 
gyna 6 ), S. tomentosa Tausch in verschiedenen Exsicc. 

(Nur im Gebiet.) PQ 

1045. X 1057. S. aurita X viHlinälis. Mittelhoher oder hoher 
b mit aufrechten dünnen, ruthenförmigen Aesten ; junge Zweige kurz 
hellgrau seidig oder seidigfilzig behaart, ältere kahl, braun, meist glänzend. 






i) S. I. S. 34 Fussn. 2; die genaueren Daten sind * 29. Jan. 1793 Schloss 

Udritech bei Buchau (Böhmen) (Mai wähl 181) f 8. Sept. 1848 Prag. 

'-) Von iQV&QÖg roth nnd <j ?.ii<\ (pAeßög Ader. 

;1 ) Von ifjtAög kahl und ttaonög Frucht. 

4) S. II. 1. B. 402 Fussn. 1. 

:">) Von iT(f i\v Keil und HCLQUÖg. 

< ; ) Vnii a<i i' t r und yrvi] Weib, hier Fruchtknoten. 



Salix. 275 

Blätter etwa so gross wie bei S. viminalis, lanzettlich oder länglich, 
zugespitzt, nach dem Grunde zu meist etwas verschmälert, spitz oder 
stumpf, am Rande unregelmässig schwach bogig und unregelmässig 
klein gesägt, in der Jugend grau seidig oder seidigfilzig behaart, später 
oberseits zerstreut kurz behaart und ganz verkahlend, unterseits meist 
kurz grau seidig, fast filzig behaart, allmählich verkahlend, oberseits 
trübgrün, unterseits graugrün ; Nervatur und Adernetz oberseits etwas 
vertieft, unterseits grob hervortretend ; Seitennerven breit von der Mittel- 
rippe abgehend, unregelmässig gebogen und verzweigt. Nebenblätter 
schmal halbherzförmig, spitz oder sichelförmig, grob gesägt. Knospen- 
schuppen braun, kahl oder spärlich sehr kurz behaart. Blüthenstände 
meist kurz vor den Blättern erscheinend, etwa so gross wie bei S. aurita, 
kurz gestielt, am Grunde mit kleinen lanzettlichen, seidig behaarten 
Blättern, dichtblüthig; männliche oval oder länglich, selten kurz cylin- 
drisch, aufrecht. Tragblätter lanzettlich, spitzlich, braun, am Grunde 
hell, am Rande lang dünn grau bebärtet. Staubblätter zwei, lang, dünn, 
kahl oder am Grunde nur spärlich behaart. Drüse (eine hintere) schmal, 
länglich, gestutzt, etwa 1 /3 so lang als die Tragblätter. Weibliche Blüthen- 
stände cylindrisch, aufrecht oder etwas seitwärts gekrümmt. Tragblätter 
wie bei der männlichen Blüthe und bis auf den halben Fruchtknoten 
heraufragend. Fruchtknoten gestielt (Stiel V2 bis 2 /a so lang als der 
Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde kegelig spitz, dicht grau seidig 
behaart; Griffel kurz, etwa V* so lang als der Fruchtknoten. Narben 
länglich oder lang schmal-lineal, mitunter gespalten, aufrecht gabelig. 
Drüse (eine hintere) schmal länglich, gestutzt, etwa 2/3 so lang als der 
Fruchtknotenstiel. 

In Deutschland mit den Erzeugern. 

S. viminalis X aurita Wimmer in Flora XXXI. 313 (1848). 
— S. acuminäta Koch Comment. 30 (1828) z. T. — S. fruticösa 
Doli Fl. Grossherzogth. Baden II 515 (1859). — S. Smithiäna a. 
sericans Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 267 (1868). 

Hierzu gehört: S. aurita X Gmelini, ein in Russland im Garten der Petrowski- 
schen Akademie bei Moskau entstandener Bastard, den Schroeder (Garden. Chron. 
XVIII. 108 [1882]) irrthümlich für S. Lapponum X stipiddris hielt. — S. aurita 
X Gmetini (S. Teplouchovii) Teplouchow in Herb, nach Petunnikow (briefl.). 

(Frankreich; Grossbritannien; Skandinavien.) *J 

1041. X 1045. X 1057. S. (cinerea X aurita) X viminalis. 

Mittelhoher oder hoher \\; junge Zweige grau filzig behaart; ältere kahl, 
schmutzigbraun. Knospen braun, kurz behaart. Blätter an demselben 
Strauch in verschiedener Form, schmal bis breit-lanzettlich, oder ei- 
förmig, spitz, nach dem Grunde zu stark verschmälert, am Rande un- 
regelmässig bogig oder nach der Spitze zu gesägt, in der Jugend dicht 
grau seidig behaart, später oberseits nur zerstreut behaart oder kahl, 
unterseits grau filzig, oberseits schmutzig dunkel graugrün ; unterseits 
grau; Nervatur oberseits vertieft, etwas runzelig, unterseits scharf her- 
vortretend. Nebenblätter breit, halbherzförmig oder lanzettlich, lang 

18* 



27G Salicaceae. 

zugespitzt, gesägt. Blüthenstände vor den Blättern erscheinend, fast 
sitzend, am Grunde mit kleinen, schuppenartigen Blättern, klein, dicht- 
blüthig; männliche rundlich oder oval. Tragblätter schmal, oval, stumpf- 
lich, nach der Spitze zu dunkelbraun, dünn lang grau behaart. Staub- 
blätter zwei, lang, dünn, kahl. Drüse (eine hintere) schmal oval, ge- 
stützt. Weibliche Blüthenstände länglich cylindrisch. Tragblätter wie 
bei den männlichen Blüthen ständen. Fruchtknoten gestielt (Stiel etwa 
Vs so lang als der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde pfriemlich 
verschmälert, dicht seidig grau behaart; Griffel bis so lang als der 
Fruchtknotenstiel; Narben schmal länglich lineal, gespalten. Drüse 
(eine hintere) schmal oval, gestutzt, bis V» so lang als der Frucht- 
knotenstiel. 

Provinz Brandenburg: Rüdersdorfer Kalkberge. 

S. (aurita X cinerea) X viminalis (S. Hirtei) 1 ) Straehler in 
DBM. XIV (1896) 96. 

(Bisher nur im Gebiet.) ]_*] 

1045. X 1059. S. aurita X Lappönum. Niedriger fj mit auf- 
rechten, dünnen Aesten ; junge Zweige spärlich kurz grau behaart, ältere 
kahl, meist dunkelrothbraun, glänzend. Blätter verkehrt-eiförmig oder 
länglich, nach dem Grunde zu verschmälert, spitz oder kurz zugespitzt. 
mitunter mit gefalteter Spitze, am Grunde spitz, selten stumpf, am 
Rande unregelmässig schwach bogig oder klein gesägt, in der Jugend 
hellgrau, meist seidig filzig behaart, später oberseits kurz zerstreut be- 
haart, unterseits kurz dicht, meist filzig behaart, oberseits graugrün oder 
schmutziggrün, unterseits graugrün oder grau ; Nervatur und Adernetz 
oberseits vertieft; unterseits Mittel- und Seitennerven grob hervortretend. 
Nebenblätter wenig entwickelt, schmal halbherzförmig, spitz. Knospen- 
schuppen braun, kahl oder spärlich kurz behaart. Blüthenstände vor 
(oft kurz vor) den Blättern erscheinend, an kurzen mit kleinen läng- 
lichen oder lanzettlichen Blättern besetzten Zweigen, dichtblüthig ; männ- 
liche oval oder länglich, aufrecht oder seitwärts gebogen. Tragblätter 
lang, lanzettlich, stumpflich, nach der Spitze zu dunkelbraun, dünn 
lang gebartet; Staubblätter zwei, lang, dünn, kahl. Drüse (eine hintere) 
schmal, fast lineal, gestutzt, */3 so lang als die Tragblätter. Weibliche 
Blüthenstände oval oder cylindrisch, aufrecht oder seitwärts gebogen. 
Tr;igblätter wie bei der männlichen Blüthe, bis auf den halben Frucht- 
knoten heraufreichend. Fruchtknoten gestielt (Stiel etwa l /a so lang 
als der Fruchtknoten), aus ovalem Grunde lang verschmälert, grau 
seidig, oft filzig behaart; Griffel kurz ; Narben länglich oder fast lineal, 
ausgerandet oder gespalten, zuerst aufrecht, später gabelig seitwärts ge- 
bogen. Drüse (eine hintere) schmal eiförmig, gestutzt, etwa */ 2 s0 ^ an g 
als der Fruchtknotensliel. 



i) Nach dem Kuttlecker Georg Hirte, * 25. Mai 1862 Laudsberg a. W. (br.), 
Redacteur in Berlin, welcher mit Eifer in der Provinz Brandenburg botanisierte. 



Salix. 277 

Auf den Sudeten. Ostpreussen : Kreis Lötzen, Bruch bei Upalten 
und Spiergsten (H. Gross). 

S. lappomtm X aurita Wimmer Denkschr. Schles. Gesellsch. 
Vaterl. Cult. 1853. 166. — S. oMusifölia Willd. Spec. pl. IV. 705 
(1805). — S. canescens Fries Novit. Fl. Suec. Mant, I. 58 (1832) 
z. T. — S. auritalimösa Laestad. in Sched. nach Wimmer Sal. Europ. 
194 (1866), — S. compada Anderes. Bot. Notiser 1867. 112. — S. 
Laestadiäna ß. opaca 2 e subaurita Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 
278 (1868). 

(Grossbritannien; Skandinavien; Russland: in Finnland und Inger- 
manland [?].) *J 

1046. X 1057. S. depressa X viminalis. b. Junge Zweige 
sehr kurz dünn grau behaart, ältere kahl, braun. Blätter kürzer als 
bei S. vimindlis, länglich oder lanzettlich, nach dem Grunde zu ver- 
schmälert, an beiden Enden spitz, am Rande zerstreut klein gesägt, 
etwas zurückgebogen, in der Jugend namentlich unterseits hellgrau 
seidig behaart, später oberseits kahl, unterseits kurz anliegend hellgrau 
seidig behaart, oberseits etwas trübgrün, unterseits graugrün ; Nervatur 
und Adernetz oberseits etwas vertieft, unterseits Mittelrippe und Seiten- 
nerven stark hervortretend. Nebenblätter? Knospenschuppen hellbraun, 
sehr kurz grau behaart. Blüthenstände (nur männliche bekannt) an 
sehr kurzen Zweigen, am Grunde mit kleinen länglichen, dünn seidig 
behaarten Blättern, aufrecht, länglich, dichtblüthig. Tragblätter oval, 
stumpf, auf der oberen Hälfte dunkelbraun, am Grunde hell, lang grau 
seidig bebärtet. Staubblätter zwei, lang, dünn, am Grunde spärlich 
behaart. Drüse (eine hintere) schmal eiförmig, fast lineal, stark gestutzt, 
etwa '/* so lang als die Tragblätter. 

Ostpreussen: bei Tilsit (Hei den reich). 

S. vimindlis X depressa Lundström nach N. J. Scheutz PI. 
Vascal. Jenisseenses, in Kongl. Svenska Vetensk. Akadem. Handl. XXII. 
10. 206 (1888). — S. livida X viminalis Heidenreich in Herb. 
Wimmer (1866). 

(Sibirien : am Jenissei.) J_*J 

Capreae X Pruinosae X Viminales. 

1041. X 1056- X 1057. S. cinerea X acutifölia X viminalis. 
Hoher \\ mit aufrechten Aesten ; junge Zweige etwas weichhaarig, ältere 
kahl, dunkelbraun, etwas blau bereift. Blätter schmal elliptisch, lan- 
zettlich oder lineal lanzettlich, scharf zugespitzt, nach dem Stiel zu ver- 
schmälert, schwach kerbig oder scharf gesägt, in der Jugend dünn seidig 
behaart, später nur unterseits an den Nerven dünn behaart, sonst kahl, 
oberseits dunkelgrün, unterseits graugrün. Nebenblätter lanzettlich, 
scharf gesägt. Blüthenstände? 



278 Salicaceae. 

In Deutschland in Baumschulen cultivirt und von hier aus ver- 
breitet. 

S. acutifolia X (viniinalis X cinerea) Schneider Illustr. Handb. 
Laubholzk. 45 (1904). — S. SacharöwU 1 ) (S. stipuläris X acutifolia) 
Schroeder nach Diek Nachtr. I. 26 (1887). 

JRoseae X Viminales. 

1047. X 1059. S. myrtilloides X LappoMim. fj. Ist bisher nur in 
Skandinavien, Russland: Lappland, Finnland, Ingennanland, Littauen und Wolhynitu 
gefunden worden. 

S. Lapponwm X myrtilloides Wimmer Flora XXXII. 46 (1849). — S. versi- 
fo'lia Wahlenb. Fl. Lappon. 271 (1812). — S. fusca Fries Novit. Fl. Suec. Mant. I. 
09 (1832). — S. myrtoides Hartm. Handb. Skand. Fl. ed. 4. 322 (1838). — S. 
neglecta Gorski in Sched. nach Wimmer Sal. Europ. 251 (1866), nicht Cottet. 

^V;ihrelld des Druckes geht uns dieser Bastard aus dem Gebiete zu, wir lassen 
daher die Beschreibung folgen: 

Niedriger li mit dünnen, sparrigen Aesten ; junge Zweige mehr oder 
minder grau behaart; ältere Zweige kahl, braun, meist etwas glänzend 
und grau-häutig bezogen. Blätter kurz gestielt, länglich oder elliptisch, 
spitz, am Grunde abgerundet oder stumpf, selten spitz, ganzrandig, 
Rand etwas zurückgebogen, in der Jugend dünn bis dicht seidig grau 
behaart; später oberseits kahl oder fast kahl, trübgrün, unterseits mehr 
oder minder grau seidig zottig behaart, hellgrün oder graugrün ; Nervatur 
und Adernetz oberseits meist etwas vertieft oder glatt, unterseits stark 
hervortretend. Nebenblätter selten entwickelt, schmal eiförmig. Knospen- 
schuppen braun, dünn kurz grau behaart. Blüthenstände kurz vor oder 
mit den Blättern erscheinend, kurz gestielt, am Grunde mit kleinen 
länglichen, mehr oder minder grau seidig behaarten Blättern besetzt, 
aufrecht, kurz cylindrisch, dichtblüthig; bei den männlichen Tragblätter 
länglich, fast zungenförmig, stumpf, am Grunde hell, an der Spitze 
dunkelbraun, grau bebärtet. Staubblätter zwei, lang, dünn, kahl. Drüse 
(eine hintere) schmal eiförmig, stark gestutzt, etwa l h so lang als das 
Tragblatt. Bei den weiblichen Blüthenständen Tragblätter wie bei der 
männlichen Blüthe und nur wenig länger als der Fruchtknotenstiel. 
Fruchtknoten gestielt (Stiel bis 2 \z so lang als der Fruchtknoten), aus 
schmal ovalem Grunde verschmälert, stumpf oder spitz, dünn oder dicht 
grau behaart; Griffel kurz oder bis l /z so lang als der Fruchtknoten; 
Narben meist kurz, dick, tief ausgerandet, nach aufwärts gerichtet, 
seltener länglich, getheilt aufrecht gabelig. Drüse (eine hintere) wie bei 
der männlichen Blüthe und etwa tys so lang als der Fruchtknoten stiel. 

Ostpreussen : Kreis Sensburg : Hochmoor bei Heydebruch und 
Seibongen (H. Gross 1909). L* 

Material liegt nur unvollständig vor. 



i) Nach Sacharo w, Prof. der Geodäsie und später stellvertretender Director 
der Forst-Academie Petrowskoje-Rasurnowskoje bei Moskau (Petunnikow briefU. 



Salix. 279 

Argenteae X Viminales. 

1048. X 1057. S. repens X viminalis. Niedriger oder mittel- 
hoher \i mit langen dünnen aufrechten Aesten ; junge Zweige dünn oder 
dichter kurz grau behaart, ältere Zweige kahl, braun. Blätter länglich- 
lanzettlich, lanzettlich oder schmal-lanzettlich, meist kürzer als bei S. 
viminalis, an beiden Enden spitz, ganzrandig oder Rand unregelmässig 
schwach bogig, zurückgebogen, in der Jugend dicht seidig behaart, später 
oberseits kahl oder fast kahl, unterseits seidig behaart, oberseits trüb- 
grün, unterseits grau; Nervatur und Adernetz oberseits nicht hervor- 
tretend oder etwas vertieft, unterseits schwach hervortretend; Seiten- 
nerven meist breit gespreizt, von dem Mittelnerven abgezweigt und 
unregelmässig gebogen. Nebenblätter wenig entwickelt, schmal lanzett- 
lich. Knospen kurz grau behaart. Blüthenstände vor den Blättern 
erscheinend, sitzend oder fast sitzend, am Grunde mit kleinen lanzett- 
lichen, seidig behaarten Blättern, oval oder kurz cylindrisch, aufrecht, 
dichtblüthig ; bei den männlichen Tragblätter schmal oval, stumpf, auf 
der oberen Hälfte schwarzbraun, lang seidig bebärtet. Staubblätter zwei, 
lang, kahl. Drüse (eine hintere) lineal gestutzt, etwa 1 /a so lang als 
das Tragblatt. Bei den weiblichen Blüthen ständen Tragblätter etwas 
schmäler, braun, nach der Spitze zu dunkler, lang seidig bebärtet, bis 
an den halben Fruchtknoten heraufragend; Fruchtknoten gestielt (Stiel 
bis etwa 1 /3 so lang als der Fruchtknoten), aus ovalem Grunde kegelig 
verschmälert, seidig behaart; Griffel bis etwa V* s0 hang als der Frucht- 
knoten; Narben bis lang-lineal, gespalten, schlängelnd-bogig. Drüse 
(eine hintere) breit-lineal, gestutzt, etwa so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Nord- und Mitteldeutschland. Niederösterreich bei Moosbrunn. 

S. viminali-repens Wimmer Flora XXVIII. 439 (1845). — S. 
rosmarinifolia L. Sp. pl. ed. 1. 1020 (1753) z. T. (?) s. S. 127. — 
S. angustifölia Fries Nov. Fl. Suec. Mant. I. 65 (1832) nicht Willd. 
— S. Friesiäna 1 ) Anderss. Monogr. Sah I. 121 (1863). — S. vimi- 
nalis X rosmarinifolia Beck Fl. Nieder-Oesterr. I. 286 (1890). 

W immer (Sal. Europ. 242 [1866]) unterscheidet zwei Formen: 1. Blätter 
lanzettlich, dünn behaart ; Fruchtknoten gestielt ; Griffel kurz ; Narben fadenförmig, 
gespreizt. (Dieses ist die typische Form.) — 2. Blätter linear, dicht behaart; Frucht- 
knoten fast sitzend; Griffel sehr kurz; Narben kürzer, gabelig. (Diese Form ist von 
S. repens B. rosmarinifolia (s. S. 127) kaum zu uüterscheiden. 

(England; Skandinavien; Russland.) *. 

1048. X 1059. S. repens X Lappönum. Ist bisher nur in Schottland, 
Skandinavien und Russland beobachtet worden. 

S. Lappönum X repens Wimmer Sal. Europ. 241 (1866). — <S. limösa var. 
8ubversifolia Laestadius in Herb, nach Wimmer a. a. O. (1866). — S. Pithoensis 2) 
Rouy Rev. Bot. Systemat. et Geograph. Bot. II. 180 (1904). — S. subversifdlia 
A. et E. G. Camus Classif. et Monogr. Saul. d'Europe II. 203 (1905). 



i) S. I. S. 224 Fussn. 1. Die genauen Daten sind * 15. Aug. 1794 Femjö 
(Smäland) f 8. Febr. 1878 üpsala. 

ä) Nach dem Vorkommen in Piteä-Lappmarken (nürdl. Schweden). 



280 



Salicaceae. 



Hinzu gehört S. Lapponum X rosmarinifdlia Schmalhausen in BZ. XXXIII. 
574 (1875) aus Russland (Ingermanland). 

Während des Druckes geht uns dieser Bastard aus dem Gebiete zu, wir lassen 
daher die Beschreibung folgen : 

Niedriger fi mit kurzen, dünnen Aesten ; junge Zweige grau be- 
haart; ältere Zweige kahl, braun, meist etwas glänzend. Blätter kleiner 
als bei S. Lapponum, lanzettlich, länglich oder elliptisch, spitz, am 
Grunde spitz oder stumpf, selten abgerundet, ganzrandig oder nur zer- 
streut sehr klein gezähnt, Rand etwas zurückgebogen, in der Jugend 
grau seidig bis seidig zottig behaart, später oberseits mit dünnen Zotten- 
haaren sparsam besetzt, unterseits dicht grau seidig oder seidig zottig 
behaart, oberseits trübgrün, unterseits grau oder graugrün ; Nervatur 
und Adernetz oberseits glatt oder wenig vertieft, unterseits stark hervor- 
tretend. Nebenblätter wenig entwickelt, klein, eiförmig. Knospen- 
schuppen braun, grau behaart. Blüthenstände (nur weibliche liegen 
vor) vor (oft kurz vor) den Blättern erscheinend , fast sitzend oder 
sitzend, am Grunde mit kleinen lanzettlichen, grau seidig behaarten 
Blättern, kurz cylindrisch oder oval, dichtblüthig. Tragblätter oval, 
spitz oder abgerundet, dunkelbraun, am Grunde hell, lang dicht be- 
bärtet. Fruchtknoten gestielt (Stiel kurz oder bis 1 k so lang als der 
Fruchtknoten), aus ovalem Grunde verschmälert, spitz, grau seidig, bis 
filzig behaart; Griffel bis l /z so lang als der Fruchtknoten; Narben 
schmal, länglich, meist ungetheilt, aufrecht gabelig oder gebogen. Dräne 
(eine hintere) oval, stark gestutzt, 2 /3 bis ganz so lang als der Frucht- 
knotenstiel. 

Ostpreussen: Kreis Lötzen bei Spiergsten, Upalten und Widminnen; 
Kreis Sensburg bei Nikolaiken (H. Gross, 1908 u. 1909). *. 



Capreae X Argenteae X Viminales. 

1041. X 1048. X 1057. S. cinerea X repcns X viminalis. 
Niedriger, dichter \\, mit dünnen Aesten ; junge Zweige kurz dicht grau 
behaart, ältere kahl, schmutzigbraun. Blätter eiförmig-lanzettlich oder 
lanzettlich (etwa so lang wie bei S. viminalis), scharf zugespitzt, am 
unteren Ende spitz, am Rande schwach bucht ig, ganzrandig oder un- 
regelmässig zerstreut klein gesägt; in der Jugend dicht hellgrau seidig 
behaart, später oberseits fast kahl, unterseits dünn kurz seidig behaart, 
oberseits schmutzig trübgrün, etwas glänzend, unterseits graugrün; 
Nervatur oberseits etwas vertieft, unterseits scharf hervortretend. Neben- 
blätter halbherzförmig, zugespitzt, gesägt. Blüthenstände vor den Blättern 
erscheinend, an sehr kurzen mit kleinen lanzettlichen, behaarten Blatten) 
besetzten Zweigen, dichtblüthig; männliche oval. Tragblätter breit lan- 
zettlich, stumpf, nach der Spitze zu dunkler braun, lang dicht hellgrau 
bebärtet. Staubblätter zwei, lang, dünn, am Grunde fast kahl. Drüse 
(eine hintere) oval, gestutzt, etwa l /z so lang als die Tragblätter. Weib- 
liche Blüthenstände kurz cylindrisch. Tragblätter wie bei den männ- 
lichen. Fruchtknoten gestielt (Stiel etwa l lz so lang als der Frucht- 



Salix. 281 

knoten), aus schmal eiförmigem Grunde spitz verschmälert, grau seidig 
behaart ; Griffel etwa V* so l an g a ^ s üev Fruchtknoten ; Narben schmal 
lineal, etwa so lang als der Griffel, gespalten, seitwärts gekrümmt. 
Drüse (eine hintere) oval, gestutzt, etwa x \2 so lang als der Frucht- 
knotenstiel. 

Ostpreussen: bei Tilsit. 

S. cinerea X repens X viminalis Heidenreich ÖBZ. XIV (1864) 

17. — S. fastidiösa A. et G. Camus Classif. et Monogr. Saul. d'Europe 
II. 266 (1905). 

(Nur im Gebiet.) j*J 

1042. X 1048. X 1057. S. caprea X repens X viminalis. 

Mittelhoher \\ mit dünnen, aufrechten Aesten ; junge Zweige kurz dünn 
seidig grau behaart; ältere kahl, braun. Blätter schmäler als bei 8. caprea 
und kürzer als bei S. viminalis, länglich oder lanzettlich, meist an 
beiden Enden gleichmässig zugespitzt, am Rande schwach bogig oder 
ungleich klein scharf gesägt, in der Jugend oberseits dünn, unterseits 
dicht seidig grau behaart, späterhin oberseits ganz kahl, unterseits kurz 
seidig grau behaart, verkahlend, oberseits trüb dunkelgrün, etwas glänzend, 
unterseits grau oder blaugrün, matt; Nervatur und weitmaschiges Ader- 
netz oberseits etwas, unterseits schärfer hervortretend. Nebenblätter 
wenig entwickelt, lanzettlich, klein gesägt. Knospenschuppen braun oder 
röthlichbraun, sehr kurz ungleich grau behaart. Blüthenstände vor den 
Blättern erscheinend, an sehr kurzen Zweigen, am Grunde mit kleinen 
lanzettlichen, grau seidig behaarten Blättern, aufrecht, dichtblüthig; 
männliche oval oder kurz cylindrisch. Tragblätter lanzettlich, stumpf- 
lich, an der oberen Hälfte dunkler braun, lang dicht grau -bebärtet. 
Staubblätter zwei, lang, dünn, am Grunde behaart. Drüse (eine hintere) 
schmal oval, gestutzt, l /z so lang als die Tragblätter. Weibliche Blüthen- 
stände meist kurz cylindrisch, dichtblüthig. Tragblätter etwas breiter 
als bei der männlichen Blüthe, nur etwas länger als der Fruchtknoten- 
stiel. Fruchtknoten gestielt (Stiel etwa 2 /s so lang als der Frucht- 
knoten), aus eiförmigem Grunde kegelig spitz verschmälert, anliegend 
grau seidig behaart; Griffel kurz, etwa x /t so lang als der Fruchtknoten ; 
Narben schmal, länglich (länger als bei 8. caprea), gespalten, anfangs 
aufrecht, zusammenneigend, später gabelig. Drüse (eine hintere) schmal 
oval, gestutzt, etwa x /s so lang als der Fruchtknotenstiel. 
Ostpreussen: an der Memel bei Tilsit. 

S. Caprea X repens X viminalis Heidenreich ÖBZ. XIV (1864) 

18. — 8. turfösa A. et G. Camus Classif. et Monogr. Saul. d'Europe 
IL 267 (1905). 

(Bisher nur im Gebiete.) [*J 

1045. X 1047. X 1059? S.aurita X myrtilloides X Lappönum? 
In der Prov. Ostpreussen im Kreise Sensburg bei Heydebruch (1909) 
von H. Gross gesammelt. 



282 Salicaceae. 

S. aurita X Lapponum X myrtüloides? H. Gross in Herb. 
(1909). 

Es liegen nur zwei kleine Blüthenzweige vor, nach welchen eine auch nur 
annähernd sichere Diagnose nicht aufgestellt werden kann. 

1045. X 1048. X 1057. S. aurita X repens X viniinalis. 

Niedriger \\ mit dünnen Aesten ; junge Zweige grau seidig behaart; 
ältere kahl, braun. Blätter lanzettlich oder schmal lanzettlich, selten 
länglich, spitz oder länger zugespitzt, nach dem Grunde zu etwas ver- 
schmälert, spitz, am Rande unregelmässig bogig und spärlich sehr klein 
gesägt, in der Jugend grau seidig behaart, später unterseits kurz seidig 
behaart, oberseits spärlich seidig bestreut, ganz verkahlend, oberseits 
trübgrün, unterseits grau oder graugrün ; Nervatur und Adernetz ober- 
seits etwas vertieft, unterseits hervortretend. Nebenblätter schief lanzett- 
lich, lang zugespitzt, gesägt. Knospenschuppen braun, spärlich kurz 
grau behaart oder kahl. Blüthenstände kurz vor den Blättern erscheinend, 
an kurzen Zweigen mit kleinen lanzettlichen Blättern, aufrecht oder 
seitwärts gebogen, dichtblüthig, oval oder kurz cylindrisch; bei den 
männlichen Tragblätter lanzettlich, stumpflich, an der oberen Hälfte 
dunkelbraun, lang grau bebärtet. Staubblätter zwei, lang, dünn, kahl. 
Drüse (eine hintere) eiförmig, gestutzt, 7a so lang als das Tragblatt. 
Bei den weiblichen Blüthenständen Tragblätter zungenförmig, an der 
Spitze abgerundet und schwarzbraun, lang dünn bebärtet. Fruchtknoten 
gestielt (Stiel fast so lang als der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde 
kegelig, anliegend grau seidig behaart; Griffel kurz, etwa 1 /5 so lang 
als der Fruchtknoten ; Narben schmal länglich, etwa so lang als der 
Griffel, ausgerandet oder gespalten, gabelig-kopfig. Drüse (eine hintere) 
breit oval, sehr stark gestutzt, etwa 1 jz so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Prov. Brandenburg: bei Driesen (Lasch); Ostpreussen: bei Tilsit 
(Heiden reich). 

S. aurita X repens X viniinalis Heidenreich ÖBZ. XIV (1864) 
17. — S. dberrans Camus Classif. et Monogr. Saul. d'Europe II. 267 
(1905). 

Dieser Bastard macht den Eindruck einer zierlichen und schnialblätterigen 
S. aurita X vimiiialis. 

(Bisher nur im Gebiete.) |_*J 

1045. X 1048. X 1059. S. aurita X repens X Lapponum. 

b. In der Prov. Ostpreussen im Kreise Lötzen auf dem Bruch bei 
Widminnen (1908 ir. 1909) und auf dem Bruch bei Upalten (1908) 
von H. Gross gesammelt. 

S. (aurita X Lapponum) X repens H. Gross in Herb. (1908). 
— S. (aurita X repens) X Lapponum H. Gross a. a. O. 1908. 

Nach dem vorliegenden nur unvollständigen Material ist es nicht möglich, 
eine Diagnose zu geben. 

1046. X 1048. X 1057. S. depressa X repens X viniiinilis. 
h. Junge Zweige sehr kurz grau behaart; ältere kahl, schmutzig gelb- 



Salix. 283 

braun oder dunkelbraun. Blätter etwas kürzer als bei S. viminalis, 
lanzettlich, an beiden Enden gleichmässig zugespitzt oder nach dem 
Grunde zu stärker verschmälert, am Rande schwach unregelmässig bogig 
oder spärlich klein gesägt, etwas zurückgebogen, in der Jugend hellgrau 
seidig behaart, später oberseits ganz kahl, unterseits dünn fein seidig 
behaart, verkahlend, oberseits grün, etwas glänzend, unterseits grau- 
grün ; Nervatur und weitmaschiges Adernetz oberseits etwas hervor- 
tretend, unterseits Mittel- und Seitennerven scharf hervortretend. Neben- 
blätter? Knospen schuppen braun, fast kahl. Blüthen stände vor den 
Blättern erscheinend, an kurzen mit kleinen lanzettlichen, dünn seidig 
behaarten Blättern besetzten Zweigen, aufrecht, dichtblüthig; männliche 
oval oder länglich. Tragblätter länglich, stumpflich, auf der oberen 
Hälfte braun, am Grunde hell, lang dicht hellgrau bebärtet. Staubblätter 
zwei, lang, kahl. Drüse (eine hintere) oval, stark gestutzt, etwa V3 so 
lang als das Tragblatt. Weibliche Blüthenstände cylindrisch, etwa so 
gross wie bei S. viminalis. Tragblätter länglich, stumpf, bis an den 
unteren Theil des Fruchtknotens heraufreichend, sonst wie bei der männ- 
lichen Blüthe; Fruchtknoten gestielt (Stiel 1 lz so lang als der Frucht- 
knoten), aus eiförmigem Grunde kegelig verschmälert, dicht hellgrau 
seidig behaart ; Griffel kurz ; Narben lineal, länger als der Griffel, seit- 
wärts bogig abstehend. Drüse (eine hintere) schmal oval, stark gestutzt, 
etwa 2 / 3 so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Ostpreussen : bei Tilsit von Hei den reich aus weiblicher S. 
depressa X vepens und männlicher S. viminalis künstlich gezogen 
und dann angepflanzt. 

S. (depressa X repens) X viminalis O. v. Seemen in A. u. G. 
Syn. IV. 283 (1909). — S. (livida X repens) X viminalis Heiden- 
reich in Fl. Boruss. Orient, exsicc. und in Herb. Wimmer (1866). 

(Bisher nur im Gebiete.) {_*] 



C. I. b. X c. 

Bastarde der Meios tylae X Dolichostylae. 

Virescentes X Pruinosae. 

1049. X 1055. S. nigricans X daphnoides. Baumartiger t>. 
Zweige kahl, braun (zweijährige Zweige blau bereift). Blätter eiförmig- 
lanzettlich, an beiden Enden gleich spitz, gesägt, in der Jugend unter- 
seits seidig behaart, später beiderseitig ganz kahl, oberseits dunkelgrün, 
glänzend, unterseits blaugrün, matt. Blüthenstände (nur männliche be- 
kannt) kurz vor den Blättern erscheinend, kurz gestielt, oval. Trag- 
blätter oval, stumpf, nach der Spitze zu dunkler braun, lang bebärtet. 
Staubblätter zwei, am Grunde schwach behaart; Staubbeutel dunkler 
werdend. Drüse (eine hintere) schmal eiförmig. ■ 

Tirol: Innichen im Pusterthal (G an der). Schweiz (?). 



2^4 Salicaceao. 

S. daphnoides y nigricans (S. inticensis 1 )) Huter in ÖBZ. LVII 
(1907) 437. — S. pustariaca Huter ined. nach Dalla Torre u. Sarnt- 
hein Fl. Tirol VI. 2. 40 (1909). 

Ist in den Blattern und blaubereiften Zweigen mebr der S. daphnoides, in 
den ßlüthenständcn mehr der S. nigricans ähnlich. 

Nach R. Buser (in Gremli Neue Beitr. Fl. Schweiz IV [1887] 58 u. Jahresb. 
Naturf. Gesellsch. Graubünden LI [1909] 163) sind die von Brügger in Rhein- 
wald und Val Bever gesammelten und als S. daphnoides X nigricans bestimmten 
Exemplare S. nigricans. 

(Bisher nur im Gebiet.) [*J 

1049. X 1056? S. nigricans X acutifolia? Im Salicetum der Landwirt- 
schaftlichen Akademie zu Petrowskoje bei Moskau befindet sich eine weibliche Weide, 
die A Petunuikow möglicherweise für S. pruinosa X nigricans halt. Die Blätter 
sind verhältnismässig breiter als bei S. acutifolia, lassen aber kein auf S. nigricans 
hindeutendes Merkmal erkennen. Die weibliehen Blüthenstände zeigen, wenn sie 
auch verhältnismässig klein sind, lediglich die Merkmale der S. daphnoides. Ich 
möchte deshalb auch in Uebereinstimmung mit Lacksche w it z in Libau die Weide 
für S. daphnoides halten. 

1050. X 1055. S. phylieifölia X daphnoides. Ist bisher nur in Kuss- 
land : Estland und Ingermanlauil beobachtet. 

S. daphnoides-phylieifolia (S. macrorrht'/ncha-)) Auderss. Monogr. Sal. I. 155 
(1863). — S. KoernickeiZ) Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2 (1868) 263? — S. bicolor 
X daphnoides Gurke in Riehter-Gürke PI. Eur. II. 21 (1897). 

Lacksche wi tz (briefl.) hält Andersson's S. Koernickei für S. phylieifölia. 
Nacli einem vorliegenden männlichen Exempar zu urlheilen, steht die Weide der 
S. laurina (S. caprea X phylieifölia) sehr, nahe; ob auch eine Beimischung von 
8. daphnoides stattgefunden hat, lässt sich nicht feststellen; vgl. auch S. 288. 

1051. X 1055?? S. arbnSCula X daphnoides?? (Brügger Jahresb. Naturf. 
Gesellsch. Graubüudens XXV. 60 [1880 — 81]) ist als in der Schweiz im Ober- 
Engadin vorkommend angegeben, ist aber nach Buser (Jahresb. Naturf. Gesellsch. 
Graubündens LI. 162 [1909]) theils S. daphnoides, tbeils S. nigricans. 

Vir es cent es X Iiiyidae X Pruinosae. 

1050. X 1052. X 1055?? S. phylieifölia X hastäta X daphnoides?? 

— S. (hastata) Hegctschweilcri X daphnoides Brügger Jahresb. Naturf. Gesellsch. 
Graubündens XXV. 59 ( 1'8S0 — 81), in der Schweiz im Ober-Engadin gesammelt, ist 
nach Buser (Jahresb. Naturf. Gesellsch. Graubündens LI. 165 [1909]) S. hastata. 

Virescentes X Viminales. 

1049. X 1057. S. nigricans X viminalis. \\. Bisher nur in Russland: 
Ingermanland beobachtet. 

S. nigricans X viminalis Schmalhausen BZ. XXXIII. 573 (1875). — S. semi- 
nigricans A. et G. Camus (lassif. et Monogr. Saul. d'Europe II. 139 (1905). 

1049. X 1059. S. nigricans X Lapponuni. Bisher in England und 
Skandinavien beobachtet. 



') Nach dem Fundorte lnniehen. 

2) Von fiaxQÖg lang und (>i>y%og Rüssel. 

3) S. VI. 1. S. 735 Fussn. 1. K. ist am 16. Jan. 1908 in Bonn verstorben. 



Salix. 285 

S. Lapponum X nigricans Marshall Journ. of Bot. XXXI. (1893) 228. — 
S, Dalecdrlica l ) Rouy in Rev. Bot. Systemat. et Geograph. Bot. II. 181 (1904). 

1050. X 1057. S. phylicifolia X viminälis. |). Bisher iu Russland in 
Ingermanland und in Sibirien am Jenissei beobachtet. 

S. phylicifolia X viminälis Schmalhausen in BZ. XXXIII (1875) 572. — 
S. bicolor X viminälis Gurke in Richter-Gürke PI. Eur. II. 27 (1897). — S. semi- 
2)hi/liciföiia A. et G. Camus Classif. et Monogr. Saul. d'Europe II. 131 (1905). 

1050. X 1059. S. phylicifolia X Lapponum. Bisher nur in Frankreich, 
England und Skandinavien, Busslaud: bei Moskau. 

S. phylicifolia-Lapponum Wimmer Denkschr. Schles. Gesellsch. Vaterland. Cult. 
1853. 168. — S. bicolor X lapponum Gurke in Richter-Gürke PI. Europ. II. 30 
(1897). — S. Gillötii) A. et E. G. Camus Classif. Saul. d'Europe et Monogr. Saul. 
France 365 (1904). 

1050. X 1051. X 1059. S. phylicifolia X arbuscula X Lapponuiu. 

Ist bisher nur in Schweden beobachtet. 

S. Lapponum X Arbuscula X phylicifolia Floderus Bihang tili K. Sv. Vet.- 
Akad. Handl. XVII. III. 6 u. 41 (1891). — S. arbuscula X bicolor X Lapponum 
Gurke in Richter-Gürke PI. Europ. II (1897) 30. 

1051. X 1059. S. arbuscula X Lapponum. Ist bisher nur in England 
und Skandinavien beobachtet. 

S. Lapponum X Arbuscula B. White Journ. Linn. Soc. XXVII (1890) 430 
und Floderus Bihang K. Sv. Vet.-Akad. Handling. XVII. III 39 (1891), nicht 
Wimmer. — S. spuria der Skandinavischen Schriftsteller nicht Willd. — S. pseudo- 
spuria Rouy in Rev. Bot. Systemat. et Geograph. Bot. II (1904) 181. — S. Whiteana^) 
A. et G. Camus Classif. et Monogr. Saul. d'Europe II (1905) 239. 

Wim m er (Sah Europ. [1866] 264) stellt den Bastard S. Helvetica X arbus- 
cula irrthümlich unter der Bezeichnung 5. Lapponum X arbuscula (S. spuria) auf. 
Dieses hatte zur Folge, dass die späteren Schriftsteller den Namen S. spuria Schleicher 
auch für die in England und Skandinavien vorkommende S. Lapponum X arbuscula 
beibehielten, während er doch nur zu der in der Schweiz und Tirol vorkommenden 
S. Helvetica X arbuscula gehört. 

B. S. arbÜSCUla X Helvetica. Niedriger, kurzästiger f) ; 
junge Zweige kurz dünn grau behaart; ältere Zweige kahl, dunkelroth- 
braun, glänzend. Blätter oval, länglich oder lanzettlich, an beiden 
Enden spitz oder am Grunde stumpf, am Rande ungleichmässig klein 
gesägt, in der Jugend oberseits dünn, unterseits dicht fast filzig grau 
behaart, später oberseits nur spärlich kurz behaart oder ganz kahl, unter- 
seits sehr kurz grau seidig behaart bleibend, oberseits dunkelgrün, etwas 
glänzend, unterseits grau oder graugrün, matt; Nervatur und Adernetz 
oberseits gar nicht oder nur wenig fein hervortretend, unterseits fein 
hervortretend. Nebenblätter wenig entwickelt, schief eiförmig. Knospen- 
schuppen hellbraun, dünn kurz grau behaart. Blüthenstände (nur weib- 
liche bekannt) mit den Blättern erscheinend, an Zweigen, die bis 1 /3 



!) In der schwedischen Landschaft Dalarne (ein Bewohner Palekarl) gesammelt. 

2) S. VI. 1. S. 76 Fussn. 1. 

3) Nach Francis Buchanan White, * 20. März 1842 f 3. Dec. 1894 Perth 
(Schottland), Arzt daselbst. Verfasser der werth vollen Revision of the British Willows 
(Journ. Linn. Soc. Bot. XXVII. 333—457 [1890]). Seine Flora of Perthshire erschien 
erst 1898 (Britten u. Boulger in Journ. of Bot. XXXVII. 83). 



286 Salicaceae. 

so lang als der Blüthenstand sind, dicht grau behaart, mit länglichen 
oder ovalen kleinen Blättern, aufrecht, später etwas seitwärts gebogen, 
cylindrisch, dichtblüthig, am Grunde etwas locker. Tragblätter oval, 
stumpflich, hellbraun, an der Spitze nur wenig dunkler, grau behaart 
und bebärtet, bis fast zur Spitze des Fruchtknotens heraufragend. Frucht- 
knoten fast sitzend oder sitzend, aus eiförmigem Grunde kegelig, spitz, 
dicht grau behaart; Griffel etwa 1 /2 so lang als der Fruchtknoten; 
Narben länglich oval, gespalten, aufrecht gabelig. Drüse (eine hintere) 
lang oval, gestutzt, etwa Vs so lang als der Fruchtknoten. 

Schweiz bei den Erzeugern nicht selten. Tirol im Draugebiet, 
Nons- und Sulzberg. 

S. arbuscula X helvetica Gurke in Richter-Gurke PI. Eur. IL 
30 (1897). — S. spuria Willd. in Herb. No. 18234; in Schleicher 
Cat. Sah Helv. (1807) 2; Schleicher Exs. No. 861. — S. nivea sub- 
concolor Seringe Exs. Monogr. Saul. Suisse 5 4 (fälschlich 56) (1815). 
— 8. helvetica var. spuria Gaud. Fl. Helv. VI. 269 (1830). — 
S. Lapponum- Arbuscula Wimmer Sal. Europ. 264 (1866). — S. hel- 
vetica X myrsinites Kerner Herb. Sal. No. 83. — S. Waldsteiniana 
X Helvetica Buser in Gremli Neue Beiträge Fl. Schweiz IV. 77 
(1887) z. T. (?). — S. Pennina 1 ) Schleicher Herb, nach Zahn in 
Hallier-Wohll'arth Koch's Syn. 2355 (1905). 

Bezüglich S. spuria und S. Lapponum- Arbuscula siehe bei S. arbuscula X 
Lapponum, 

(Bisher nur im Gebiete.) j"^Tj 

Rigidae X Viminales. 

1052. X 1059. S. hastata X Lapponum f). Hierher: 

B. S. hastata X Helvetica. Niedriger Fi mit kurzen, ab- 
stehenden Aesten; junge Zweige kurz grau behaart, ältere Zweige kahl, 
meist dunkelbraun, glänzend. Blätter länglich, verkehrt-eiförmig oder 
oval, an beiden Enden spitz, ganzrandig oder zerstreut klein gesägt, in 
der Jugend lang seidig hellgrau behaart, später oberseits an den Nerven 
spärlich kurz behaart bleibend oder ganz verkahlend, unterseits sehr kurz 
hellgrau behaart bleibend, oberseits grün, etwas glänzend, unterseits grau= 
grün oder grau, matt; Nervatur und Adernetz oberseits nur sehr wenig ver- 
tieft oder hervortretend, unterseits deutlich hervortretend. Nebenblätter 
wenig entwickelt, schief eiförmig. Knospen braun, kurz dünn hellgrau 
behaart, später kahl. Blüthenstände mit den Blättern erscheinend ; 
männliche an kurzen Zweigen bis fast sitzend, am Grunde mit kleinen 
hellgrau seidig behaarten Blättern, aufrecht oder etwas seitwärts ge- 
bogen, oval oder länglich, dichtblüthig. Tragblätter länglich, spitz- 
lich, hellbraun, an der Spitze dunkler, lang seidig bebärtet. Staubblätter 
zwei, lang, dünn, kahl. Drüse (eine hintere) schmal oval gestutzt, etwa 
V2 so lang als die Tragblätter. Weibliche Blüthenstände an kurzen 



l) In den Penninischen Alpen (zwischen Wallis und Piemont) gefunden. 



Salix. 287 

mit kleinen länglichen, oberseits dünn, Unterseite stark seidig behaarten 
Blättern besetzten Zweigen, aufrecht oder später etwas seitwärts gebogen, 
cylindrisch, dichtblüthig. Tragblätter wie bei der männlichen Blüthe, 
bis an den halben Fruchtknoten heraufragend. Fruchtknoten fast 
sitzend, aus eiförmigem Grande kegelig verschmälert, hellgrau seidig 
behaart; Griffel etwa V* so lang als der Fruchtknoten ; Griffel schmal 
oval, gespalten, aufrecht gabelig. Drüse (eine hintere) schmal oval, ge- 
stutzt, auf den unteren Theil des Fruchtknotens heraufragend. 

Schweiz? Tirol. 

S. hastata X Helvetica (S. Huteri 1 )) Kerner ÖBZ. XVI (1866) 
370. — S. Waldsteiniana- Helvetica Buser in Gremli Neue Beitr. Fl. 
Schweiz IV. 77 (1887) z. T. (?). 

Hut er in Gremli Neue Beiträge Fl. d. Schweiz IV. 77 (1887) hält die in 
der Schweiz gesammelte S. Huteri für eine üppig entwickelte S. arbuscula- Hel- 
vetica, und Jaccard (Cat. Fl. Valais. in Neue Denkschrift. AUg. Schweizer-Ge- 
sellsch. für Gesamrnt-Naturwissensch. 1895. 330) hält sie gleichfalls für S. arbus- 
cula- Helvetica f. vegeta. — Nach Buser (Jahresb. Naturf. Gesellsch. Graubündens 
LI. 166 [1909]) gehört das in dem B rügger' sehen Herbar-Material befindliche 
Exemplar der S. hastata X Helvetica aus St. Moritz zu S. Helvetica, während für 
den von Brügger (Jahresb. Naturf. Gesellsch. Graubündens XXIII u. XXIV. 
117 [1879 — 80]) noch angegebenen Standort Bernhardin die Belege fehlen. 

Bus er (in Gremli a. a. O.) hält nicht nur die in der Schweiz als S. ha- 
stata X Helvetica gesammelte Weide für *S'. arbuscula X Helvetica, sondern will 
auch die in Tirol gefundene und von Kerner a. a. O. als S. Huteri aufgestellte 
Weide nur als S. Waldsteiniana- Helvetica gelten lassen. Exemplare aus der 
Schweiz liegen uns nicht vor, wir können uns deshalb auch nicht über diese Weide 
aus der Schweiz äussern. Wohl aber möchten wir hervorheben, dass die S. hastata 
X Helvetica (S. Huteri [Busen*)?]) Kerner aus Tirol der S. arbuscula X Helvetica 
(S. sjmria) zwar sehr ähnlich ist, aber doch namentlich in den weiblichen Blüthen- 
ständen deutliche Unterschiede zeigt. Die Tragblätter sind bei der S. spuria breiter 
und verhältnismässig länger, sie reichen fast auf die Spitze des Fruchtknotens her- 
auf; der Fruchtknoten ist kürzer und gedrungener; der Griffel länger, etwa V 2 so 
lang als der Fruchtknoten ; die hintere Drüse ebenfalls verhältnismässig länger, 
etwa l /z so lang als der Fruchtknoten. 

(Bisher nur im Gebiete.) piTj 

Myrtosalix X Viminales. 

1054. X 1059. S. myrsinites X Lapponuni. I«t bisher nur in England, 
Skandinavien und Russland : Lappland beobachtet worden. 

S. Lapponum-myrsinites (S. phaeophylla^)) Anderss.jn Bot. Not. (1867) 116. 

Hierzu gehört: 

B. S. myrsinites X Helvetica?? Der von Kerner (Herb. Sal. No. 83) 
als S. helvetica X myrsinites ausgegebene Bastard ist S. arbuscula X Helvetica 
(s. S. 285). 



1) S. I. S. 16 Fussn. 1 und III. S. 690 Fussn. 2. 

2) S. VI. 1. S. 383 Fussn. 1. Nach Dalla Torre u. Sarnth. I. 40 wurde 
B. am 2. Jan. 1867 in Genf geboren. Das sicherlich unrichtige Geburtsjahr (B. 
hat bereits 1881 auf der Schweizer Naturforscher- Vers, zu Aarau einen Vortrag ge- 
halten!) ist nach Casimir de Candolle (br.) in 1857 und der Geburtsort in 
Aarau zu berichtigen. 

3) Von cpaiög brauuroth und cpvÄÄov Blatt. 



Salicaceae. 



C. I. a. X b. X c. 

Bastarde der Br achystylae X Meiostylae 

X Dolichostylae. 

Capreae X Virescentes X Pruinosae. 

1042. X 1050. X 1055. S. cäprea X phylicifolia X daphnoides. S. 

Kocrnickeii) (Anderes, in DC. Prodr. XVI. 2. 263 [1868] wird von Beissner, 
Schelle, Zabel (Handb. Laubholz-Beuenn. 27 [1903] als S. daphnoides X lau- 
rina geführt. Andersson hatte diese seiner Zeit in Bussland bei Petersburg ge- 
sammelte Weide für zwischen S. phylicifolia (laurina) und S. daphnoides stehend 
gehalten, ohne zu einer bestimmten Entscheidung hierüber kommen zu können. Das 
vorliegende, aus dem Jahre 1858 stammende, nur dürftige Original-Material lässt 
mit Sicherheit lediglich erkennen, dass S. Koernickei der S. laurina (S. caprea X 
phylicifolia) sehr nahe steht; die Beimischung von S. daphnoides oder von einer 
andern Art lässt sich hingegen nicht feststellen. Vgl. auch S. 284. 



Capreae X Virescentes X Viminales. 

1041. X 1050. X 1057. S. cinerea X phylicifolia X viminalis (Schmal- 
hausen BZ. XXXIII. [1875] 573. — S. bicolor X cinerea X viminalis Gurke in 
Bichter-Gürke PI. Eur. IL 27 [1897]. — 5". hirsutophylla A. et G. Camus Classif. 
et Monogr. Said. d'Europe II. 270 [1905]) ist in Bussland: Ingermanland be- 
obachtet worden. 

1042. X 1050. X 1057. S. cäprea X phylicifolia X viminalis. Schmal- 
hausen in IVA. XXXIII (1875) 573. — S. bicolor X caprea X viminalis Gurke 
PI. Eur. II (1897) 27. — S. tomentella A. et G. Camus Classif. et. Monogr. Saul. 
d'Europe II (1905) 270. Ist bisher nur in Bussland: Ingermanland beobachte! 
worden. 

1043. X 1051. X 1059? S. grandifölia X arbüscula X Lapponnm? 

S. helvetica X arbüscula X grandifölia Buser nach Zahn (in Hallier-Wohlfarth 
Koch's Synopsis 2355 [1905]) soll von Buser in der Schweiz im Oberengadin ge- 
funden sein. Ohne Diagnose erwähnt. Material war nicht zu erhalten. 



C. IL 

Bastarde der Synandrae. 

a. 

Bastarde der Br achystylae. 

Purpur eae. 

1061. X 1062? S. purpürea X caesia? Soll nach Brügger (Jahresb. 
Naturf. Gesellsch. Graubündens XXV. 60 [1880—81]) in der Schweiz im Ober- 
Eagadin, am Inn bei der Au (1881) gefunden sein; ist jedoch nach Buser 
(Jahresb, Naturf. Gesellsch. Granbündcns LI. 164 [1909]) nur S. 'caesia var. an- 
gustifolia. — S. caesia X purpurca Brügger a. a. O. — S. subcacsia Brügger nach 
Buser a. a. O. 



i) S. S. 284 Fussn. 3 und VI. 1. S. 736 Fussn. 1. 



Salix. 289 

Incanae X Purpureae. 

1060. X 1061. S. incäna X purpürea. Mittelhoher oder hoher h 
mit aufrechten ruthenförmigen Aesten; junge Zweige hellgrau kurz seidig 
oder wollig behaart, ältere Zweige kahl, braun oder grünlich braun. 
Blätter lanzettlich oder fast lanzettlich, nach dem Grunde zu ver- 
schmälert, spitz oder lang zugespitzt, am Grunde spitz, unregelmässig 
klein scharf gesägt, nach dem Stiel zu ganzrandig (Rand zurückgebogen), 
in der Jugend hellgrau seidig wollig behaart, später oberseits kahl, 
unterseits sehr kurz seidig mehlig behaart oder ganz verkahlencl, ober- 
seits etwas trübgrün, unterseits grau oder graugrün; Nervatur und eng- 
maschiges Adernetz oberseits glatt oder wenig vertieft, unterseits fein 
hervortretend. Nebenblätter (?) meist fehlend. Knospenschuppen braun, 
kurz wollig behaart, später kahl ; männliche Blüthenstände vor den 
Blättern erscheinend, an sehr kurzen Zweigen, am Grunde mit kleinen 
lanzettlichen, dünn seidig behaarten Blättern, aufrecht, gekrümmt, schmal 
cvlindrisch, dichtblüthig. Tragblätter länglich stumpf oder gestutzt, 
hell, an der Spitze röthlichbraun oder dunkelbraun , dünn kurz be- 
bärtet. Staubblätter zwei, lang, dünn, ganz oder zum Theil verbunden, 
am Grunde behaart. Drüse (eine hintere) oval, gestutzt, etwa x /z so 
lang als das Tragblatt. Weibliche Blüthenstände wie die männlichen, 
aber Tragblatt fast bis zur Spitze des Fruchtknotens heraufragend ; 
Fruchtknoten sehr kurz gestielt, aus ovalem Grunde kurz kegelig, dünn 
seidig behaart. Griffel kurz; Narben kurz, oval, ausgerandet, aufrecht 
kopfig. Drüse nur wenig länger als der Fruchtknotenstiel. 

Tirol? (Dalla Torre u. Sarnthein Fl. Tirol VI. 2. 36 [1909]); 
Bayern; Nieder-Oesterreich; Kärnten (ob noch jetzt?); Bosnien; Oester- 
reichisch-Schlesien (hier 1846 von Wichura entdeckt). 

S. purpurea-incana Wimmer in Jahresb. Schles. Gesellsch. Vaterl. 
Cult. XXV (1847) 125. 

Die von Brügger bei Winterthur gesammelte Weide ist nach Buser (in 
Gremli Neue Beitr. FI. Schweiz IV. 60 [1887]) S. purpürea und für den von 
Brügge r angegebenen Standort Splügen am Rhein fehlen nach Buser (Jahresb. 
Naturf. Gesellsch. Graubünden LI [1909] 167) die Belege. 

Hierzu gehören als Formen : 

B. bifida steht der S. incana näher; Blätter auch nach der vollständigen Ent- 
wickelung unterseits mehlig behaart bleibend. — S. bifida Wulfen Fl. Norica 
phaner. 780 (1858). — S. superincano-purpurea Kerner Niederösterr. Weiden 
225 (1859). — S. bifida a. subincana Anderes, in DC. Prodr. XVI. 2. 305 

(1868). 

( '. Wie h ürae 1 ). Blätter bei ihrer vollständigen Entwicklung unterseits ganz ver- 
kahlencl. — S. Wichurae Pokorny Holzpflanz 2 n , t. 97 (1864) nicht Anderes. 
— S. bifida ß. subpurpurea Anderes, a. a. O. (1868.) 

(Griechenland [v. Heldreich Fl. Graeca Exs.].) jljTf 

i) S. VI. 1. S. 412 Füssn. 1. 
Ascherson u. Graebner, Synopsis. IV. 19 



200 Salicacene. 

C. I. X II. 

Bastarde der Chor ist andrae X Synandrae. 

Capreae X Incanae. 

1041. X 1060. S. cinerea X incana. Mittelhoher oder hoher fi; 
junge Zweige dicht kurz weiss grau behaart, ältere kahl, braun. Blätter 
länglich -lanzettlich oder lanzettlich, an beiden Enden spitz, ungleich 
scharf gesägt, in der Jugend kurz dicht weissgrau behaart, später ober- 
seits fast kahl oder kahl, Unterseite sehr kurz dicht grau behaart, ober- 
seits dunkelgrün, unterseits grau ; Nervatur oberseits etwas vertieft, Unter- 
seite hervortretend, gelblich. Nebenblätter halbherzförmig, spitz, gesägt. 
Knospen braun, spärlich kurz grau behaart. Blüthenstünde vor den 
Blättern erscheinend; männliche fast sitzend an ganz kurzen mit kleinen 
lanzettlichen Blättern besetzten Zweigen, oval oder kurz cvlindrisch, 
dichtblüthig. Tragblätter lanzettlich, stumpflich, hell- nach der Spitze 
zu dunkler braun, dünn lang grau behaart. »Staubblätter zwei, am 
Grunde etwas verbunden und behaart. Drüse (eine hintere) oval, ge- 
nutzt, etwa Vs s o lang als das Tragblatt; weibliche etwas später, an 
kurzen Zweigen (aber längeren als bei den männlichen), mit kleinen breit 
lanzettlichen Blättern, kurz cvlindrisch, dichtblüthig. Tragblätter etwas 
breiter und stumpfer als bei der männlichen Blüthe. Fruchtknoten lang 
gestielt (Stiel bis etwa so lang als der Fruchtknoten), aus schmal ei- 
förmigem Grunde kegelig verschmälert, ungleichmassig grau behaart ; 
Griffel kurz ; Narben kurz oval, ausgerandet. Drüse (eine hintere) oval, 
gestutzt, etwa 1 /3 so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Elsass?; Bayern; Tirol: Farbental bei Innsbruck, im Achental; 
Niederösterreich ; Galizien : Tatra. 

S. cinerea X incana (S. hircina) A. Kerner Verh. ZBG. Wien 
XIV (1864) 100. — S. capnoides A. u. J. Kerner Herb. Oesterr. 
Weid. (1865—1869) No. 83. — S. subcaprea X incana Dalla Torre 
u. Sarnthein Fl. Tir. VI. 2. 36 (1909). 

Gurke (PJ. Europ. 11.40 [1897]) stellt S. hircina Kerner, von Keiner ab- 
weichend, als P'orm zu S. caprea X incana. 

(Bisher nur im Gebiete.) \~\ 

1042. X 1060. S. caprea X incana. Hoher h mit dicken, 
aufrecht abstehenden Aesten; junge Zweige .-ehr kurz dicht, oft ungleich 
hellgrau, filzig behaart: ältere kahl, dunkel- oder gelbbraun. Blätter 
breiter als bei S. incana, länglich- verkehrt -eiförmig -lanzettlich oder 
lanzettlich, an beiden Enden spitz, nur selten am Grunde stumpf, am 
Rande in der Jugend zurückgebogen, ungleich bogig oder unregelmässig 
klein gesägt, anfangs oberseits dünn ungleich, unterseits dicht kurz 
hellgrau filzig behaart, später oberseits kahl oder fast kahl, unterseits 
sehr kurz grau filzig-mehlig behaart, oberseits trübgrün, ein wenig 
glänzend, unterseits grau, matt; Nervatur und Adernetz oberseits etwas 
vertieft, unterseits deutlich hervortretend. Nebenblätter wenig ent- 



Salix. 291 

wickelt, halbherzförmig, gesägt. Knospenschuppen hellbraun, kahl oder 
ungleich sehr kurz dicht hellgrau filzig behaart. Blüthenstände vor 
den Blättern erscheinend, an kurzen mit kleinen länglichen oder lan- 
zettlichen, spitzen, unterseits dicht hellgrau behaarten Blättern besetzten 
Zweigen, aufrecht oder seitwärts gekrümmt, dichtblüthig; männliche oval 
oder kurz cylindrisch, dick. Traglilätter länglich stumpf, nach der 
Spitze zu braun, lang dünn bebärtet. Staubblätter zwei, lang, am 
Grunde verbunden und behaart. Drüse (eine hintere) eiförmig, gestutzt, 
1 /a so lang als das Tragblatt. Weibliche Blüthenstände cylindrisch. 
Tragblätter wie bei der männlichen Blüthe. Fruchtknoten gestielt (Stiel 
V2 so lang als der Fruchtknoten) aus eiförmigem Grunde kegelig, hell- 
grau behaart; Griffel kurz; Narben länglich oval, gespalten, zunächst 
aufrecht zusammenneigend, später gabelig spreizend. Drüse (eine hintere), 
eiförmig, gestutzt V2 so lang als der Fruchtknoten. 

Schlesien; Baden; Schweiz; Dauphine; Tirol; Ober- und Nieder- 
österreich; Istrien; vielfach angepflanzt, so wohl auch in Belgien. 

S. mcanaCaprea Wimmer Flora XXXII. 46 (1849). — S. olei- 
fölia Vill. Hist. PI. Dauph. III. 784 (1789)? — S. Flüggeäna 1 ) Willd. 
Spec. pl. IV. 709 (1805). — S. Kanderiäna 2 ) Seringe Saul. Suisse (Exs.) 
(1808) No. 42. — S. longifölia Schleich. Cat. (1809)? — S. hoJo- 
sericea Seringe Saul. Suisse (Exs.) No. 70 (1814) nicht Willd. — 
S. holosericea gemmäta Seringe a. a. O. No. 71. — S. holosericea 
angustifölia Seringe a. a. O. No. 72. — S. lanceoUita Seringe Exs. 
Saul. Suisse 37 (1815); nicht Smith. — S. Seringeäna 3 ) Gaud. in 
Seringe a. a. O. — S. Smithiana var. obscura Gren. et Godr. Fl. 
Fr. III. 131 (1855). — S. gemmata Wimmer nach Anderss. in DC. 
Prodr. XVI. 2. 304 (1868). — S. canescens Willd. in Herb. No. 18174. 

(Frankreich; Spanien: auf den Pyrenäen.) ~\ 

1043. X 1060. S. grandifolia >< ineana. Bis 5 m hoher \\ 
mit aufrechten Aesten ; junge Triebe sehr kurz grau behaart, ältere 
Aeste kahl, dunkelbraun. Blätter lanzettlich oder schmal lineal-lan- 
zettlich, spitz, am Grunde spitz oder stumpf, dicht ausgebissen gesägt, 
in der Jugend kurz, grau zottig behaart, später oberseits fast ganz 
oder ganz verkahlend, unterseits sehr kurz grau mehlig behaart, ober- 
seits trübgrün, etwas glänzend, unterseits graugrün ; Mittelnerv oberseits 
weiss, unter ei ts gelbbraun; Seitennerven fast im rechten Winkel vom 
Mittelnerven sich abzweigend, oberseits ebenso wie das Adernetz etwas 
vertieft, unterseits deutlich hervortretend. Nebenblätter schmal halb- 
herzförmig, zugespitzt, gesägt. Knospen gelbbraun, sehr kurz, dünn 
grau behaart. Männliche Blüthenstände kurz vor den Blättern er- 
scheinend, aufrecht, an sehr kurzen Zweigen, am Grunde mit kleinen 
lanzettlichen, grau behaarten Blättern umgeben, oval oder kurz cylin- 

l) S. III. S. 319 Fussn. 2. 

-) Nach dem Fundort an der Ränder im Bern er Oberland. 

3) S. VI. 1. S. 186 Fussn. 3. 

19* 



292 Salicaceae. 

drisch, dichtblüthig. Tragblätter schmal oval, an der Spitze etwas schief 
gestutzt, gelb, am Grunde dunkler rothbraun, lang, fein grau behaart. 
Staubblätter zwei, am Grunde verbunden und behaart. Staubbeutel 
oval, gelb. Drüse (eine hintere) kurz, schmal, viereckig, an der Spitze 
gestutzt und etwas ausgerandet. Weibliche Blüthenstände kurz vor 
oder mit den Blättern erscheinend, aufrecht oder seitwärts gebogen, an 
kurzen mit kleinen lanzettlichen Blättern besetzten Zweigen, cylindrisch, 
dichtblüthig; Tragblätter schmal oval, spitz, gelb, nach der Spitze zu 
rothbraun, lang fein grau behaart; Fruchtknoten gestielt (Stiel 1 /i so 
lang als der Fruchtknoten, fein dünn grau behaart ; am ovalen Grunde 
verschmälert, spitz, fein dünn grau behaart; Griffel 1 U so lang als der 
Fruchtknoten; Narben schmal, länglich, etwa ebenso lang als der 
Griffel, getheilt, aufrecht gabelig. Drüse (eine hintere) schmal oval, an 
der Spitze gestutzt und etwas ausgerandet, etwa V3 so lang als der 
Stiel des Fruchtknotens. 

Schweiz; Tirol; Oberbayern: Berchtesgaden, Reichenhall ; Kärnten. 

S. grandifolia X incana Kerner Verb. ZBG. Wien XIV (1854) 
100. — S. subalpina Schleicher Cat. IV (1821) nach Gremli Ex- 
cursionsfl. Schweiz 7. Aufl. 375 (1893) nicht Forbes. — S. intermedia 
Rost Sal. (1828) p. 17 tab. 56 — 57. — S. cinerea X incana Wimmer 
in Denkschr. Schles. Gesellsch. Vaterl. Cult. (1853) 159. — S. ripäria 
X grandifolia A. Braun in Sched. (1869). — S. appendiculüta X 
incana Dalla Torre u. Sarnthein Fl. Tir. VI. 2. 36 (1909). 

Die von Wimmer in Denkschr. Schles. Gesellsch. Vaterl. Cult. (1853) 159 
nach Tausch gemachte Angabe, dass S. intermedia Host in Böhmen vorkommt, 
ist, wie schon Kerner Niederösterr. Weiden (1859) 225 nachgewiesen hat, nicht 
richtig. 

Dalla Torre u. Sarnthein 1. c. erwähnen, ohne Angabe einer näheren 
Beschreibung, das Vorkommen mehrerer abweichender Formen bei Trient , dar- 
unter S. super-incana X grandifolia, also einer der S. incana näher stehenden Form. 

Zu S. grandifolia X incana gehört als Form 

B. S. Oenipontana '>). Kerucr ÖBZ. XVI (1866) 339 hebt als die von S. inter- 
media Host trennenden Merkmale hervor: der Stiel des Fruchtknotens nach 
der Blüthe fünfmal länger als die Drüse; Griffel kurz; Drüse linsenförmig, 
Fruchtknoten ei-kegelförmig, 1,5 mm lang (bei S. intermedia 2,5 mm). Die 
mikroskopische Untersuch 11 iü: der weiblichen Blüthen eines Originalexemplars, 
Kern er Herb. Oesterr. Weid. (1869) No. 52, ergiebl jedoch folgende Merk- 
male: Stiel des Fruchtknotens halb so lang als dieser und zwei bis dreimal so 
hing als die schmal rechteckige, am oberen Fnde gestutzte und etwas aus- 
gerandete Drüse ; Fruchtknoten kürzer als bei S. intermedia, aus sehmal ovalem 
Grunde sehmal kegelförmig stumpf, dichter sran behaart als bei S. intermedia; 
Griffel ' 3 so lang als der Fruchtknoten und verhältnismässig etwas länger als 
bei S. intermedia; Narben schmal oval, getheilt, spreizend, verhältnismässig 
kürzer als bei S. intermedia. 

Schweiz, Tirol, Niederösterreich: Josophsherg. 

S. oenipontana A. u. .T. Kerner Herb. Oesterr. Weid. (1867) No. 52. — 
S. mbalpina Kerner in Oesterr. Botan. Zeitsohr. XVI (1866) 338 nicht Forbes. 
— S. snpergrandifolia X incana Kerner a, a, O. — S. incana X grandifolia 



t) Bei Innsbruck (Oenipontum) gefunden. 



Salix. 293 

A. u, J. Kerner Herb. Oesterr. Weid. (18G7) No. 52. — S. subgrandifolia 
X incana Kerner a. a. O. — S. appendiculala X incana Dalla Tone und Sarnt- 
hein Fl. Tirol VI. 2. 37 (1909). 

Kerner hat die in Oesterr. Bot. Zeitsehr. XVI (1. Nov. 1866) 338 auf- 
gestellte *S. subalpin« im Herb. Oesterr. Weid. (vor Feb. 1867) No. 52 selbst 
ohne neue Diagnose in S. oeniponlana umgetauft. Er fügt diesem Namen theils 
S. incana X grandifolia, Iheils S. subgrandifolia X incana binzu und setzt 
sich mithin mit der bei S. subalpina gegebenen Hinzufügung: S. supergrandi- 
folia X incana in Widerspruch. 

1044. X 1060? S. Silesiaca X incana? h. Junge Zweige be- 
haart. Blätter lineallanzettlich, nach beiden Enden zu gleichmässig all- 
mählich verschmälert, in der Mitte am breitesten, am Rande entfernt 
wellig gekerbt, in der Jugend behaart, braunrot, später oberseits ver- 
kahlend und schmutzig grün, unterseits locker mehlig weissgrau behaart; 
Mittelnerv dünn, nach dem Stiel zu allmählich dicker; Seitennerven 13 
bis 16 Paare, weitläufig, gebogen, einander nicht parallel. Nebenblätter 
halbherzförmig, zugespitzt. Knospenschuppen behaart. Blüthenstände 
unbekannt. 

Oesterreichisch-Schlesien : bei Ustron an der Weichsel (A. Kotula). 

S. Andreae 1 ) (S. incana X silesiaca) Woloszczak in ÖBZ. XLVIII. 
U898) 222. 

Ist nur nach Blattzweigen aufgestellt. 

(Nur im Gebiete.) |*J 

1045. X 1060. S. aurita X incana. Niedriger bis hoher h. 
mit aufrechten, ruthenförmigen Aesten ; junge Triebe kurz dicht grau be- 
haart; junge Zweige kurz dünn, grau behaart; ältere kahl, dunkel-, selten 
gelbbraun. Blätter länglich oder lanzettlich, nach dem Grunde zu ver- 
schmälert, an beiden Enden spitz, oder am Grunde stumpf, am Rande 
etwas zurückgerollt, unregelmässig klein gesägt, in der Jugend ober- 
seits dünn, unterseits dicht behaart, später oberseits spärlich kurz, unter- 
seits sehr kurz und dicht, fast mehlig-filzig hellgrau behaart, verkahlend, 
oberseits trübgrün, unterseits graugrün oder grau; Nervatur und dicht- 
maschiges Adernetz oberseits etwas vertieft, unterseits stark hervor- 
tretend, gelbbraun. Nebenblätter schief halbherzförmig, spitz, gesägt. 
Knospenschuppen gelbbraun, meist kurz dünn grau behaart. Blüthen- 
stände vor (oft kurz vor) den Blättern erscheinend, an kurzen, mit 
kleinen lanzettlichen oder länglichen Blättern besetzten Zweigen, auf- 
recht, meist etwas gekrümmt ; männliche cylindrisch. Tragblätter lan- 
zettlich, spitzlich oder an der Spitze abgerundet, hell, nach der Spitze 
zu braun, dünn bebärtet. Staubblätter zwei, am Grunde etwas ver- 
bunden und behaart. Drüse (eine hintere) breitoval, gestutzt, etwa nur 



l) Nach Andreas Kotula, K. K. Notar zu Teschen, einem ausgezeichneten 
Koleopterologen und mit Weidenbastarden gut vertrauten Botaniker. Sein Sohn 
Boleslaw, * 27. Nov. 1849 Teschen f wie S. 273 Fussn. 3 bemerkt 19. Aug. 1898 
in Folge eines Absturzes im Ortlergebiete. 



2iJ4 Salicaceae. 

1 i so lang als 'las Tragblatt Weibliche Blüthenstände meist dünn 
cylindrisch (ähnlich wie bei S. incana). Tragblätter lanzettlich, stumpf 
oder gestutzt, sonst wie bei der männlichen Blüthe. Fruchtknoten ge- 
stielt (Stiel bis fast V 2 s0 l an g a l s <-\er Fruchtknoten); aus eiförmigem 
Grunde lang verschmälert, stumpf, dicht oder dünn kurz grau behaart; 
Griffel kurz; Narben länglich, etwas kürzer als der Griffel, ausgerandet 
oder gespalten, aufrecht kopfig. Drüse (eine hintere) oval, stark ge- 
stutzt, Vä so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Württemberg. Oesterreichisch-Schlesien. Schweiz. Tirol. Oft in 
Gärten angepflanzt. 

S. incana X aurita Wimmer Flora XXXII. 43 (1849). — 
8. pätula Seringe Essai Monogr. Said. Suisse 11 (1815). — S. püllida 
Forb. Sal. Wob. 191, tab. 96 (1829). — S. oleaefölia Anderes, in 
DC. Prodr. XVI. 2. 304 (1868) nicht Vill. 

Die von Brügger in der Schweiz gesammelte S. aurita X incana ist bach 
Buser (Jahresb. Naturf. Gesellsch. Graubüuden LI. 163 [1909]) »5. grandifolia 
cincrascens. 

(Spanien; Frankreich.) ~\ 

Capreae X Purpureae. 

1041. X 1061. S. cinerea X purpürea. Mittelhoher bis hoher \\, 
mit meist aufrechten, seltener sparrigen Aesten ; junge Zweige dicht 
kurz grau fast filzig behaart, später kahl, braun oder gelblich. Blätter 
oval, verkehrt-eiförmig-lanzettlich oder lanzettlich (etwa so gross wie bei 
S. cinerea), spitz, am Grunde spitz oder stumpf, selten abgerundet, 
ungleich klein bogig oder scharf gesägt, in der Jugend dicht grau 
seidig behaart, später oberseits fast kahl oder kahl, unterseits kurz seidig 
behaart, verkahlend, oberseits schmutzig grün oder graulich grün, unter- 
seits grau oder blassgrün. Nervatur und dichtmaschiges Adernetz ober- 
seits etwas vertieft, unterseits scharf hervortretend. Nebenblätter halb- 
herzförmig, spitz, gesägt. Knospen braun, fast kald oder kahl. Blüthen- 
stände vor den Blättern erscheinend, fast sitzend oder an sehr kurzen 
Zweigen, am Grunde mit kleinen lanzettlichen, meist schuppenförmigen 
Blättern, aufrecht, dichtblüthig, kurz cylindrisch, meist nach der Spitze 
zu verschmälert (kleiner als bei S. cinerea). Tragblätter oval, spitz, 
nach der Spitze zu dunkelbraun, lang grau bebärtet. Staubblätter 
zwei, nicht ganz, sondern meist nur bis zur Hälfte verbunden, ganz 
am Grunde etwas behaart; Staubbeutel zuerst röthlich, dann gelb, 
später graulich. Fruchtknoten sehr kurz oder länger gestielt (Stiel bis 
Va so lang als der Fruchtknoten), eiförmig, kurz kegelig, dicht grau 
behaart; Griffel kurz, hinglich, ausgerandet, gabelig. Drüse (eine hintere) 
kurz breit oval, gestutzt, bei kurzen Fruchtknotenstielen so lang als 
dieser, bei längeren etwa nur 1 J3 so lang. 

Deutschland. Schweiz. Tirol. Nieder- Oesterreich. Böhmen. 
Midiren. Ungarn. Siebenbürgen. 



Salix. 295 

S. cinerea X purpurea Wimmer Fl. Schles. 2. Ausg. Nachtr. 477 
(1845). — 8. Pontederana 1 ) Willd. Spec. PI. IV. 661 (1805). 

S. fuscdta „Puish" nach Hort. Bot. Berol. ist nach Wimmer Sal. Europ. (1866) 
1G4 = S. cinerea X purpurea Wimmer's. Bei einem in dem Herb. Mus. Bot. Berol. 
befindlichen weiblichen Exemplar hat Wimmer eigenhändig hinzugefügt: „S. fnsca 
Pursh aus dem Berliner Garten, aus England." S. fuscata Pnrsh Fl. Am. Sept. II. 
612 (1814) ist eine Nordamericanische Weidenart, die gleich S. petiolaris s. S. 130 
ist; es liegt mithin bei der Bestimmung der S. fuscata aus dem Botanischen Garten 
zu Berlin wohl ein Irrthum vor. 

Hierzu gehören : 

A. sordida. Steht der S. cinerea näher. Blätter breiter, meist bogig gesägt; 
Nervatur unterseits schärfer hervortretend. Fruchtknoten länger gestielt. — 
S. sordida (S. subpurpurea X cinerea) Kerner Niederösterreich. Weid. 257 
(1859). — S. Pontederana y. sordida Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 312 
(1868). 

B. Rakosiäua'-). Steht der S. purpurea näher. Blätter schmäler, lanzettlich, 
fein scharf gesägt; unterseits mehr bläulichgrün; Nervatur unterseits schwächer 
hervortretend; Fruchtknoten kurz gestielt. — So namentlich in Ungarn. — 
S. Rahosiana (S. subeinerea X purpurea) Borbäs in ÖBZ. XXXIII (1883) 360. 

Camus (Classif. Sani. d'Europe et Monogr. Saul. France 279 [1904]) 
stellt als Form C. S. Lloydi*) = S. rugosa Loyd Fl. Ouest ed. 4 p. 318 auf (?), 
die in Frankreich vorkommt. 

(Frankreich; England; Dänemark; Skandinavien.) *J 

1042. X 1061. S. etiprea X purpurea. Hoher \i mit auf- 
rechten Aesten ; junge Zweige nur spärlich kurz grau behaart, ältere 
kahl, braun, glänzend. Blätter länglich, verkehrt-eiförmig-lanzettlich 
oder lanzettlich, spitz, nach dem Grunde zu verschmälert, spitz, selten 
stumpf, am Rande bogig, unregelmässig scharf gesägt, in der Jugend 
dünn seidig behaart, später beiderseits kahl, starr, oberseits dunkelgrün, 
glänzend, unterseits grau oder blaugrün, matt; Nervatur und Adernetz 
auf beiden Seiten fein hervortretend. Nebenblätter wenig entwickelt, 
lanzettlich oder schief eiförmig, spitz gesägt. Knospenschuppen braun, 
kahl. Blüthenstände vor den Blättern erscheinend, an kurzen Zweigen 
fast sitzend, am Grunde mit kleinen lanzettlichen oder länglichen, lang 
grau seidig behaarten Blättern, aufrecht, kleiner als bei S. caprea, 
etwas gekrümmt, dichtblüthig; männliche dick, oval oder kurz cylindrisch. 
Tragblätter länglich, stumpflich, auf der oberen Hälfte dunkelbraun, 
lang grau seidig bebärtet. Staubblätter zwei, am Grunde verbunden 
und etwas behaart. Drüse (eine hintere), schmal oval, gestutzt, etwa 
1 3 so lang als das Tragblatt. Weibliche Blüthenstände cylindrisch. 
Tragblätter wie bei den männlichen Blüthen. Fruchtknoten gestielt 
(Stiel etwa 1 /-2 so lang als der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde 
kegelig, dicht grau behaart; Griffel fast fehlend; Narben länglich aus- 
gerandet, aufrecht. Drüse (eine hintere) schmal oval, gestutzt, fast so 
lang als der Fruchtknotenstiel. 

i) S. II. 2. S. 411 Fussn. 1. 

-) Nach dem Fundort, dein Berge Räkoa bei Budapest. 

8) S. II. 1. S. 624 Fussn. 1. 



296 Salicaceae. 

Im mittleren und südlichen Deutschland. Schweiz. Tirol. Kärnten. 
Niederösterreich. Ungarn. Siebenhürgen. 

S. pur parva X Caprea Wimmer Flora XXXII. 41 (1849). — 
S. discolor Host Sal. 18. tab. 60, 61 (1828) nicht Wahlenb. — 
S. Wimmeriäna 1 ) Gren. u. Godr. Fl. Fr. III. 130 (1855). — S. 
Mauternensis 2 ) Kerner Verh. ZBG. Wien X. 261 (1860). — S. Poi/tv- 
</rr<t>r/< var. Greniertana 8 ) Anders*, in DC. Prodr. XVI. 2. 311 (18(58). 
— 8. Bapini*) Ayasse Bull. Soc. Bot. Fr. XXVI. 341 (1879). — 
S. syntriändra*) Beck Fl. Nied.-Oesterr. 293 (1890). 

Hierzu gehören : 

A. T ra u nsteine ri ß ). gteht der S. caprea näher. Junge Triebe sehr kurz dicht 
grau behaart. Blätter breiter, elliptisch oder verkehrt-eiförmig-elliptisch, an 
der Spitze mitunter gefaltet, in der Jugend oberseits dünn, unterseits dicht 
kurz grau behaart. — So in Tirol. — <$'. TraunMcineri Kerner nach Anderssoii 
in DC. Prodr. XVI. 2. 311 (1868). — &'. subpurpurea X caprea Kerner Fl. 
Exs. Austro-Hungar. 1469 Scheel. IV. 83 (1886). 

B. Stodc räna 7 ). Steht der S. caprea noch näher als vorige Abart. — So in 
Oberösterreich: im Hinterstoder. — S. Stoderana (S. supercaprea X purpurea) 
Dürrnb. Cat. Bot. Tausch vor. Wien 1894. 6. 

S. calliantha (Kerner Verh. ZBG. Wien XV. 43 [1865]), die von Kerner 

für S. Rubcaprea X purpurea gehalten und von Anders so n (in DC. Prodr. 

. XVI. 2. 311 [1868]) als Form zu S. Pontederana a. Greneriana gestellt wurde, 

ist nicht dieser Bastard, sondern S. daphnoides X purpurea, wie Andersson 

(a. a. O. 308) bereits richtig angegeben hatte. 

(Frankreich.) "jjTI 

1043. X 1061. S. grandifolia X purpurea. Bis 2 m hoher 
!/ mit aufrechten meist dünnen Zweigen; junge Triebe kurz grau 
behaart; Aeste später kahl, grün oder braun. Blätter nur in der 
Jugend behaart, später kahl, lanzettlich oder verkehrt -ei förmig -lanzett- 
lich, an beiden Enden spitz, am Rande fein scharf gesägt, nach dem 
Grunde zu ganzrandig; oberseits trübgrün, etwas glänzend, unterseits 
graugrün; Adernetz engmaschig, unterseits fein und scharf hervortretend. 
Nebenblätter lanzettlich oder schmal halbherzförmig, lang zugespitzt, 
gesägt. Blüthen stände kurz vor den Blättern erscheinend; männliche 
kurz cylindrisch oder oval, sehr kurz gestielt, am Grunde mit kleinen 
Blättern, dichtblüthig. Tragblätter oval, spitzlich, nach dem Grunde 
verschmälert, hell, an der Spitze schwarzbraun, dicht lang hellgrau be- 
bärtet. Staubblätter mehr oder minder, jedoch nie ganz verbunden, 
am Grunde behaart; Staubbeutel oval, rothlich, später gelb. Drüse 



i) S. II. 2. S. 93 Fussn. 1. 

••i) Nach dem Fundorte bei Maatern in Nieder-Oesterreich. 

3) S. III. S. 656 Fussn. 2; VI. 2. S. 70 Fussn. 1, S. 509 Fussn. 1. 

4) Nach Daniel Rapin, * 18. Oet. 1799 Payeme Waat) f 24 - A P ril 1882 
Genf (br. Mitth, Beines Sohnes durch Cas. De Ca nd olle). Verf. des empfehlens- 
werthen Guide du botaniste dana le canton du Vaud 2 ed Geneve. 

• t >) Von aüv- zusammen, rpt -drei- und är^Q Mann (Staubblatt). 

«) S. III. S. 695 Fussn. 2. 

<) Im Hinterstoder bei Steyr in Ober-Oesterreich gefunden. 






Salix. 297 

(eine hintere) oval, gestutzt, 1 /3 so lang als das Tragblatt. Weibliche 
Blüthenstände kurz cylindrisch (kürzer und schmäler als bei S. grancli- 
folia), an sehr kurzen mit kleinen Blättern besetzten Zweigen, dicht- 
blüthig. Tragblätter wie bei den männlichen. Fruchtknoten gestielt 
(Stiel bis halb so lang als der Fruchtknoten, grau behaart), aus ei- 
förmigem Grunde kurz kegelig, stumpf dicht hellgrau behaart; Griffel 
sehr kurz; Narben kurz, ausgerandet, köpf ig. Drüse (eine hintere) 
oval, gestutzt, etwa halb so lang als der Stiel des Fruchtknotens. 

S. purpurea X grandifolia Wimmer Jahresber. Schles. Gesellsch. 
Vaterl. Cultur XXX. 64 (1852). — S. neriifoUa Schleicher Cat. IV. 
26 (1821), nach Gremli Excursionsflora Schweiz 7. Aufl. 875 (1893). 
— S. pontederäna 1 ) Schleicher Cat. Sal. 1 (1807). — S. Pont ß. Neil- 
reichi 2 ) Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 311 (18G8). 

Es sind folgende 4 Formen beobachtet : 

A. Neilreichii -). Zweige gelbbraun, mit häutiger, glatter Rinde; Blätter ähn- 
lich wie bei einer schmalblättrigen S. grandifolia, allmählich zugespitzt, jedoch 
beim Trocknen schwärzlich werdend. Blüthenstände denen der S. purpurea 
ähnlich. — Tirol; Niederösterreich: bei Gaming am Oehler (Beck 292). — 
S. Neilreichii Kerner Niederösterr. Weid. 258 (1859). — S. subpurpurea 
X grandifolia Kerner 1. c. — S. subpurpurea X appendicnlaia Dalla Tone 
u. Sarnthein Fl. Tirol VI. 2. 35 (1909). 

B. Austriaca. Zweige grün oder braun, glänzend. Blätter denen der S. purpurea 
ähnlich, kürzer zugespitzt. Blüthenstände dicker, denen der S. grandifolia 
ähnlicher. — Centralalpeu : Mt. Cenis (Huguenin nach Keiner Niederösterr. 
Weid. [1859] 261); Schweiz; Dauphine; Tirol: Fassa (Ambrosi nach Kerner 
a. a. O. und Facchini nach Pariatore Fl. Ital. IV. 234 [1867]). — S. austriaca 
Host Sal. 19 tab. 64, 65 (1828). — S. superpurpurea X grandifolia Kerner 
Niederösterr. Weid. 259 (1859). — S. pontederäna Bertoloni Fl. Ital. X (1854) 
331. — S. pontederäna Pariatore Fl. Ital. IV 234 (1867). — S. subgrandi- 
folia X purpurea Kerner Herb. Oesterr. Weid. No. 76 (1869). — S. grandi- 
folia X purpurea Kerner Herb. Oesterr. Weid. No. 76 (1869). 

Kerner hat mithin der <S'. austriaca Host's drei verschiedene Deutungen 
gegeben : S, superpurpurea X grandifolia, S. subgrandifolia X purpurea und 
S. grandifolia X purpurea. Wenn bei der Benennung der Bastarde die Worte 
„sub und super" angewandt werden, so sollte dieses wenigstens in gleich- 
massiger Weise geschehen, da sonst dadurch nur Verwirrung herbeigeführt wird. 

C. sph ae roeephala 3 ). f) mit dicken, aufrechten Aesten. Blätter verkehrt- 
eiformig lanzettlich, am Rande dicht ausgebissen gesägt, mit unterseits stark 
hervortretendem Adernetz. Nebenblätter stark entwickelt, halbherzf'örmig, 
gesägt. Blüthenstände fast kugelförmig, dick. — Tirol : Zirl bei Inusbruck. 
Dalla Tone u. Sarnthein Fl. Tir. VI. 2. 35 (1909) gehen nach Camus 
Classif. et Monogr. Saul. d'Europe II (1905) 119 das Vorkommen der S. sphaero- 
cephala Kerner's in Fassa an ; wie aber bereits hier vorhin hervorgehoben 
worden ist, hat Kerner diese Weide aus Fassa ausdrücklich als zu S. austriaca 
gehörig bezeichnet; bei seiner S. sphaeroeephala hat er sie nicht erwähnt. — 
S. ■'■phaeroeephala Kerner ÖBZ. XIV. 240 (1864). — S. super grandifolia X 
purpurea Wimmer Herb. Sal. No. 140. — S. appendiculdta X purpurea Dalla 
Tone u. Sarnthein Fl. Tirol VI. 2. 35 (1909). 



i) S. II. S. 411 Fussn. 1. 

2) S. I. S. 231 Fussn. 1. Die genauen Daten sind : * 12. Dec. 1803 f 1. Juni 
1871 Wien. Vgl. Reissek ÖBZ. IX. 1. mit Mild Kanitz. Verh. BV. Braudenb. 
XIII. 159. 

3) Von ocpctlQa Kugel und necpaAri Kopf. 



298 



Salicaceac. 



D. in tercedens: Blätter elliptisch, an beiden Enden spitz; Blüthenstände oval. 
Griffel sehr kurz. Narben gespalten, seitwärts gebogen. — Niederösterreich: 
Föilbaumberg bei Gaming, auf dem Oehler. — S. intercedens Beck Fl. Nieder- 
Oesterr. I. 291 (1890). 

E. nerii f ol ia. — S. grandifolia - purpurea v. glaucu (S. ncriifolia Schleich.) 
II. Buser. nach Jaccard Cat. Fl. Valais. in Denkschr. Allg. Schweiz. Gesellsch. 

Natitrwiss. (1895) 330 (?). — Schweiz: Zermatt. 

(Nur im Gebiete.) [*"} 

1044. X 1061. S. Silesiaca X purpurea. Mittelhoher, selten 
baumartiger ft, mit aufrecht abstehenden, ruthenförmigen Aesten; junge 
Zweige kurz dünn grau behaart, ältere Zweige kahl, hell- oder dunkel- 
braun. Blätter grösser als bei S. purpurea, verkehrt -eiförmig, läng- 
lich oder breit lanzettlich, nach dem Stiel zu verschmälert, oben spitz, 
am Grunde spitz oder stumpf, am Rande unregelmässig gesägt, in 
der Jugend dünn seidig behaart, später oberseits kahl oder nur am 
Mittelnerven kurz dünn behaart, dunkelgrün und etwas glänzend, 
unterseits kahl oder sehr kurz dünn behaart, heller oder graugrün, 
matt; Nervatur und Adernetz oberseits fein, unterseits schärfer 
hervortretend. Nebenblätter wenig entwickelt, schief-eiförmig, spitz. 
Knospenschuppen kahl oder spärlich kurz behaart. Blüthenstände vor 
(oft kurz vor) den Blättern erscheinend; männliche an kurzen Zweigen 
oder fast sitzend, am Grunde mit kleinen seidig behaarten lanzettlichen 
oder länglichen Blättern, cylindriseh, aufrecht oder etwas gekrümmt, 
dichtblüthig. Tragblätter verkehrt-eiförmig, stumpflich, nach der Spitze 
zu schwarzbraun, dünn lang grau bebärtet. Staubblätter zwei, in der 
unteren Hälfte theilweise verbunden, am Grunde etwas behaart. Staub- 
beutel nach dem Verstäuben schwärzlich. Drüse (eine hintere) eiförmig, 
gestutzt, etwa 1 /3 so lang als das Tragblatt. Weibliche Blüthenstände 
an kurzen Zweigen, am Grunde mit kleinen lanzettlichen dünn seidig 
behaarten Blättern, meist dünn cylindriseh, aufrecht oder etwas ge- 
krümmt, dichtblüthig. Tragblätter oval oder schmal oval, stumpflich, 
sonst wie bei den männlichen Blüthen, an dem unteren Theil des Frucht- 
knotens heraufreichend. Fruchtknoten gestielt (Stiel etwa halb so lang 
als der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde kurz oder länger kegelig, 
stumpf oder spitz, dicht grau behaart oder spärlich behaart bis kahl; 
Griffel kurz; Narben länglich, meist gespalten, köpf ig. Drüse (eine 
hintere) eiförmig, gestutzt, V^— 2 /s so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Auf den Sudeten in Schlesien und Böhmen, sowie auf den Kar- 
paten in Galizien und Ungarn (?). 

S. silesiaca X purpurea Wimmer in Jahresb. Schles. Gesellsch. 
Vaterl. Cult. XXIV 185 (1846). — S. arborescens Hartig Forst! 
Culturpfl. (1850) 395 (?). — S. Sieyerti 1 ) Anderss. in DG Prodr. 
XVI. 2 (1868) 313. 



I) s. II. 2. S. 225 Fussn. 1. 



Salix. 299 

Als Formen sind aufgestellt von 

Andersso n a. a. O. 1. latifolia. Blätter verkehrt-eiförmig, nach dem Grunde 
zu verschmälert. — 2. angustifdlia. Blätter drei- oder viermal so lang als breit. — 
3. leioedrpa. Fruchtknoten kahl. 

Camus (Classif. et Monogr. Saul. d'Europc II. 113 [1905]). — a. pseudo- 
pontederana Blätter an beiden Euden fast gleich verschmälert. — ß. parasüesiaca. 
Am oberen Ende kurz zugespitzt, am Grunde verschmälert. 

(Nur im Gebiet.) \#\ 

1045. X 1061. S. aurita X purpiirea. Meist mittelhoher \i 
mit aufrecht abstehenden, mitunter gespreizten ruthenförmigen Aesten; 
junge Zweige dünn, meist spärlich kurz grau behaart; ältere kahl, 
gelb- oder rothbraun meist glänzend; Blätter länglich oder lanzett- 
lich, nach dem Grunde zu keilförmig verschmälert, spitz oder kurz 
zugespitzt, am Grunde spitz oder mitunter stumpf (Rand der oberen 
Blatthälfte fein gesägt), in der Jugend oberseits dünn, unterseits dichter, 
mitunter filzig kurz grau seidig behaart, später fast oder ganz ver- 
kahlend, oberseits grün oder trübgrün, unterseits graugrün oder grau, 
beim Trocknen meist schwarz werdend; Nervatur und Adernetz ober- 
seits meist etwas vertieft, unterseits scharf hervortretend. Neben- 
blätter schief oval oder länglich, spitz, gesägt. Knospenschuppen gelb- 
oder rothbraun, meist spärlich behaart. Blüthenstände vor den 
Blättern erscheinend, sitzend oder an sehr kurzen Zweigen, am Grunde 
mit kleinen länglichen oder lanzettlichen, seidig behaarten Blättern, auf- 
recht oder etwas abstehend, gekrümmt, in Grösse und Form ähnlich 
wie bei S. piirpurect ; männliche länglich oder kurz cylindrisch, dick. 
Tragblätter lanzettlich, stumpf lieh, am Grunde hell, auf der oberen 
Hälfte dunkel schwarzbraun, lang grau behaart und bebärtet. Staub- 
blätter zwei, lang, dünn, im unteren Theil verbunden, am Grunde be- 
haart; Staubbeutel nach der Bestäubung grau. Drüse (eine hintere) ei- 
förmig, gestutzt, etwa 1 /i so lang als das Tragblatt. Weibliche Blüthen- 
stände kurz oder mittellang cylindrisch. Tragblätter wie bei der männ- 
lichen Blüthe, bis auf die Mitte des Fruchtknotens heraufragend. Frucht- 
knoten gestielt (Stiel bis l \z so lang als der Fruchtknoten), aus eiför- 
migem Grunde kurz kegelig, dicht grau, oft seidig filzig behaart ; Griffel 
fast fehlend ; Narben kurz oval, ausgerandet oder getheilt, kopfig. Drüse 
(eine hintere) schmäler, eiförmig gestutzt, etwa V2 so lang als der Frucht- 
knotenstiel. 

Im Gebiet überall bei den Erzeugern. 

S. aiirita-jßurpurea Wimmer in Fl. Schles. 2. Aufl. Nachtr. (1845) 
478. — S. Kochiäna 1 ) Hartig Forstl. Culturpfl. 27 (1850) (?) nicht 
Trautv. — S. dichroa 2 ) Doli Fl. Grossherzogth. Baden II. 511 (1859). 
— S. Pontederana var. dichroa Anderss. in DC. Prodr. VI. 2 (1868) 
312. — S. semideeändra Lasch in Herb. Mus. Bot. Berol. 



i) S. I. S. 322 Fussn. 1. Die genauen Daten sind * 5. März 1771 Kusel 
(Bayerische Pfalz) f 4. November 1849 Erlangen. 
2) <H%Qoog {öi%QOVc,) zweifarbig. 



300 Salicaceae. 

Hierzu gehören: 

A. auritoides. Stellt in den Merkmalen der S. aurita näher. Die Blätter sind 
verhältnismässig etwas breiter, verkehrt-eiförmig-lanzettlich, oberseits trübgrün, 
kahl oder dünn behaart, mit vertieftem Adernetz, Unterseite grau, dicht filzig 
behaart. Blüthenstände aufrecht abstehend, kür/er. — 80 namentlich auf der 
Höhe des Böhmisch-Mährischen GebirgspJateaus (Kern er); Tirol: bei Inns- 
bruck (Dalla Torre u. Sarnthein). — S. auritoides (subpurpurea-aurita) 
Cerner Niederösterreich. Weiden 257 (1850). — S. super- aurita X purpurea 
Dalla Torre u. Sarnthein Fl. Tirol VI. 2. 34 (1909). 

B. Mürrii'). Steht in den Merkmalen der S. purpurea näher. Blätter sehr 
Bchwach behaart, beim Trocknen leichter schwarz werdend ; Nervatur und Ader- 
netz oberseits kaum bemerkbar vertieft. — So namentlich in Tirol bei Inns- 
bruck in der Zirler Klamm (Murr), Hallthal (? Dalla Torre u. Sarnthein). 
— S. Murrii (S. super purpurea X aurita) Woioszczak ÖBZ. XLVIII (1898) 223. 

C. Mä rchica '-'). Blätter meist sehr klein, vorherrschend rundlich oder verkehrt- 
eiförmig, kurz zugespitzt, mit gefalteter Spitze, am unteren Ende fast herz- 
förmig. — So in der Prov. Brandenburg auf den Zechower Bergen bei Lands- 
berg a. d. Warthe (Hirte). — S. marchica [S. aurila cordifolia X purpurea) 
Straehler in DBM. XIII. 17 (1895). 

(Frankreich. England.) ITI 

1044. X 1045. X 1061? S. cinerea X aurita X purpurea? Hoher (?) 
\l mit aufrechten dünnen Aesten; junge Zweige dünn grau seidig behaart; ältere 
kahl, braun, etwas glänzend. Blätter denen der S. aurita ähnlich, verkehrt-eiförmig, 
kurz zugespitzt, oft mit gefalteter Spitze, nach der Spitze zu stark verschmälert, 
spitz, am Rande unregelmässig scharf gesägt, in der Jugend dünn kurz grau seidig 
behaart, später kahl, oberseits dunkelgrün, unteraeits graugrün ; Nervatur und Ader- 
netz oberseits etwas vertieft, Unterseite fein hervortretend. Blüthenstände (nur weib- 
liche bekannt) vor den Blättern erscheinend, an kurzen, mit kleinen lanzettlichen, 
hellgrau seidig behaarten Blättern besetzten Zweigen, aufrecht, gekrümmt, nach 
Grösse und Form wie bei S. purpurea, schmal cylindiiseh, diohtblüthig. Tragblätter 
länglich, stumpf, bis auf den halben Fruchtknoten heraufreichend, hell, an der 
Spitze dunkelbraun, dünn grau behaltet. Fruchtknoten gestielt (Stiel l l* — 1 /8 so lang 
als der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde kegelig, stumpf; Griffel fast fehlend; 
Narben kurz, dick, ausgerandet, kopfig. Drüse (eine hintere) oval gestutzt, fast so 
lang als der Fruchtknotenstiel. 

Schlesien: bei Maltsch a. d. Oder (1899 C. Scholz). 

S. aurila X cinerea X purpurea Scholz in Sched. Fl. Silesiaca (1899) — 
S. confinis A. et G. Camus Classif. et Monogr. Saul. d'Europe II 268 (1905). 

Ein auf S. cinerea hindeutendes Merkmal ist nicht vorhanden. Diese Mehle 
ist deshalb nur für S. aurita X purpurea zu halten. 

1046. X 1061. 8. depressa x purpurea. Niedriger h mit 
aufrecht abstehenden dünnen Aesten; junge Zweige spärlich kurz seidig 
behaart oder kahl; ältere stets kahl, braun, etwas glänzend. Blätter 
länglich oder lanzettlich, nach dem Stiel zu verschmälert, spitz oder 
kurz zugespitzt, mitunter mit gefalteter Spitze, am Grunde spitz, am 
Rande ungleich klein gesägt, nach dem Blattgrunde zu ganzrandig, 
in der Jugend fein zerstreut seidig behaart, später kahl, oberseits satt- 
grün, etwas glänzend, Unterseite mattgrün oder blaugrün; Nervatur und 
Adernetz oberseits meist etwas hervortretend, unterseits fein und scharf 



1) Nach dem Entdecker s. VI. 1. S. 818 Fussn. 5. 
-) In der Mark (Marchia) Brandenburg gefunden. 



Salix. 301 

hervortretend. Nebenblätter schief eiförmig oder lanzettlich, spitz, ge- 
sägt. Knospenschuppen rothbraun, kahl. Blüthenstände (nur weibliche 
bekannt) vor den Blättern erscheinend, an kurzen, mit kleinen lanzett- 
lichen spärlich seidig behaarten Blättern besetzten Zweigen, aufrecht, 
dichtblüthig, cylindrisch, etwa von der Grösse wie bei S. purpnrea, oft 
etwas gekrümmt. Tragblätter länglich, spitzlich, an der Spitze braun, 
am Grunde heller, dünn grau bebärtet, auf den halben Fruchtknoten 
heraufragend. Fruchtknoten kurz gestielt (Stiel etwa X A so lang als 
der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde kegelig verschmälert, stumpf, 
dicht hellgrau seidig behaart; Griffel sehr kurz; Narben oval, getheilt, 
aufrecht gabelig. Drüse (eine hintere) schmal eiförmig, gestutzt, etwa 
so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Posen bei Sytkowo und Golecin (Ritschi 1851). 

S. depressa X purpurea Ritschi in Herb. Wimmer (1851). — 
S. livida X purpurea Ritschi briefl. nach Wimmer Denkschr. Schles. 
Geseüsch. Vaterl. Cult. (1853) 154. — S. Bitschlii 1 ) Wimmer in Herb. 
Wimmer und Krause Nr. 91. 

Wimmer (Sal. Europ. 170 [1866]) und Andersson (in DC. Prodr. XVI. 2. 
313 [1868]) haben den Namen mit Unrecht S. Hitschelii geschrieben. 

Andersson (a.a.O.) stellt die Formen auf: a. subvagans. Blätter verkehrt- 
eiförmig, schief zugespitzt. — ß. subpurptirea. Blätter spatelförmig-länglich, nach 
dem unteren Ende zu verschmälert, kurz zugespitzt. 

(Bisher nur im Gebiete.) j~iTj 

Roseae X Purpureae. 

1047. X 1061. S. myrtilloides X purpurea. Ist bisher nur im südlichen 
Sibirien und in der Mandschurei beobachtet. 

<S. purpurea X myrtilloides Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 314 (1868). — 
S. Kochiänai) Trautv. 'in Bull. Acad. St. Petersb. I (1836) 132 nicht Hartig. — 
5. Pontcdcrana*) Trautv. in Fl. Altaica IV (1833) 263 excl. synom. 

Argenteae X Incanae. 

1048. X 1060. S. repens X incäna. Mittelhoher \i mit auf- 
rechten Aesten; junge Zweige kurz dicht grau behaart; ältere Zweige 
kahl, dunkelbraun. Blätter lanzettlich, meist nach dem Grunde zu et- 
was verschmälert, an beiden Enden gleich spitz (Rand rückwärts ge- 
bogen), ganzrandig oder zerstreut klein gesägt, in der Jugend dicht hell- 
grau behaart, später oberseits fast kahl, unterseits hellgrau kurz mehlig- 
seidig behaart, oberseits trübgrün, unterseits graugrün oder grau; Ner- 
vatur und Adernetz oberseits etwas vertieft, unterseits wenig hervor- 
tretend. Nebenblätter fehlend oder nur wenig entwickelt. Knospen- 
schuppen rothbraun, kurz grau behaart. Blüthenstände kurz vor den 



i) S. II. 1. S. 488 Fussn. 1. Die genauen Daten sind * 3. December 1816 
Berlin f 18. August 1866 Posen. 

*) S. I. S. 322 Fussn. 1 und IV. S. 299 Fussn. 1. 
3) S. IL 2. S. 41 l Fussn. 1. 



302 Salicaceae. 

Blättern erscheinend, an kurzen mit kleinen lanzettlichen, dünn be- 
haarten und stärker bebärteten Blättern besetzten Zweigen, aufrecht, 
meist etwas gekrümmt, etwa so gross wie bei S. incuna, länglich 
oder kurz cylindrisch, dichtblüthig; beiden männlichen Blüthenständen : 
Tragblätter länglich, stumpf, hellbraun, an der Spitze dunkler, hellgrau 
behaart und lang bebärtet. Staubblätter zwei, am Grunde verbunden 
und etwas behaart, lang, dünn. Drüse (eine hintere) oval, gestutzt, 
etwa x /3 so lang als das Tragblatt. Bei den weiblichen Blüthenständen: 
Tragblätter wie bei der männlichen Blüthe, auf den unteren Theil des 
Fruchtknotens heraufragend. Fruchtknoten gestielt (Stiel etwa 1 ja so 
lang als der Fruchtknoten), aus ovalem Grunde, schmal kegelig ver- 
schmälert, stumpf, fein seidig behaart; Griffel etwa V* solang als der 
Fruchtknoten; Narben oval, getheilt, gabelig. Drüse (eine hintere) oval, 
gestutzt, mitunter ausgerandet oder gespalten, etwa l j% so lang als der 
Fruchtknotenstiel. 

Schweiz: Waat: Lac de Joux (Schmidely); Steiermark: Ramsan 
(Hayek). 

S. incana X repens Wimmer und Krause nach Wichura Ba- 
stardbefr. Pflanzenreich 59 (1865). — S. subalpina Forb. Sal. Wob. 
185 (1828). —8. Forbesiana 1 ) Anderes. Monogr. Sal. I. 117 (1863). 

Andersson a. a. O. führt zwar bei den .Bfpens- Hybriden S. repens X in- 
cana = S. Forbesiana auf, besehreibt dann aber S. 124 S. repens X incana als 
S. subalpina Forbes, ohne die Benennung S. Forbcsia7ia zu erwähnen. 

Argenteae X Purpureae. 

1048. X 1061. S. repens X Purpuren. Niedriger fi mit auf- 
rechten gabeligen dünnen Aesten ; junge Zweige kurz dünn grau be- 
haart, ältere Zweige kald, braun. Blätter länglich oder lanzettlich, meist 
nach dem Stiel zu verschmälert, spitz oder kurz zugespitzt, am Grunde 
spitz, selten stumpf (Rand nach der Spitze zu fein scharf gesägt, meist 
etwas rückwärts gebogen), in der Jugend fein seidig behaart, später ober- 
seits meist ganz kahl, unterseits oft fein seidig behaart, verkahlend, 
oberseits trübgrün, oft etwas glänzend, unterseits heller, grau- oder blau- 
grün, matt; Nervatur und engmaschiges Adernetz beiderseidig fein und 
scharf hervortretend. Nebenblätter meist fehlend oder sehr wenig ent- 
wickelt, schmal lanzettlich. Knospenschuppen braun, kurz grau be- 
haart. Blüthenstände kurz vor den Blättern erscheinend, sitzend oder 
an kurzen Zweigen, am Grunde mit kleinen lanzettlichen oder läng- 
lichen, fein behaarten Blättern, aufrecht oder etwas gebogen, länglich 
oder kurz cylindrisch, dichtblüthig; in den männlichen : Tragblätter ver- 
kehrteiförmig, stumpf, nach der Spitze zu schwarzbraun, am Grunde 
hell, lang dünnseidig grau bebärtet; Staubblätter 2, lang, dünn, mehr 
oder minder verbunden, am Grunde etwas behaart. Drüse (eine hintere) 
eiförmig, gestutzt, etwa ' i so lang als das Tragblatt. In den weib- 



1) S. VI. I. S. 703 Fussn. 4 nicht II. 2. S. 384 Fussn. 1 resp. III. 8. 433 
Fussn. 3. 



Salix. 303 

liehen : Tragblätter wie in den männlichen Blüthen und auf den un- 
teren Theil des Fruchtknotens heraufragend; Fruchtknoten gestielt (Stiel 
etwa V* so lang als der Fruchtknoten), am eiförmigem Grunde kegelig, 
stumpf, seidig behaart, selten kahl ; Griffel kurz, fast fehlend ; Narben 
oval, ausgerandet, kopfig. Drüse (eine hintere) eiförmig, gestutzt, fast 
so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Bei den Erzeugern; Deutschland, Böhmen, Mähren, Galizien, 
Polen, Niederösterreich, Schweiz, Tirol. 

S. repens X purpurea Wimmer Fl. Schles. 2. Ausg. Nachtr. 482 
(1845). — S. Doniana 1 ) Smith Engl. Fl. IV. 213 (1828). — S. parvi- 
flöra Host Sal. 14, tab. 49 (1828). — S. purpurea X rosmarini- 
fölia Beck Fl. Nieder-Oesterr. I. 288 (1890). 

Formen nach der Beschaffenheit der Blätter : 

A. latifdlia (Anderss. in DC. Prodr. XVI. 2. 316 [1868]). Blätter verkehrt- 
eiförmi<, r -lanzettlich, beiderseitig grün, dünn, kahl. 

B. linguldta (Anderss. a. a. O.). Blätter verkehrt-eiförmig-zungenförmig, nach 
dem Grunde zu lang verschmälert. 

C. linearis (Anderss. a. a. O.). Blätter linealisch- lanzettlich, lang zugespitzt. 

Nach der Bekleidung des Fruchtknotens : 

I. hebecdrpa (A. et E. G. Camus Classif. et Monogr. Saul. d'Europe II. 
287 [1905]). Fruchtknoten behaart, 

II. liocdrpa (lejocarpa Anderss. a, a. O.). Fruchtknoten kahl oder fast kahl. 
Hierzu gehört: 

S. repens X purpurea X purpurea. Strauch wie S. purpurea von hohem 
Wuchs; junge Blätter seidig behaart, Haare wie bei S. repens parallel dem Mittel- 
nerven; ältere Blätter fast wie bei S. purpurea, nur sehr wenig behaart; männliche 
Blüthenstäude etwas kleiner als bei S. purpurea; Staubblätter theilweise frei. 

Bayern : bei Regensburg. 

S. (repens X purpurea) X purpurea A. Mayer in Ber. Naturwissensch. Ver. 
Regensburg V. 88 (1898—1899). 

Ferner: 

S. andrnala Wolf in Fedde Repert. V. 22 (1908)? In Südrussland vorkommend, 
soll der S. repens X purpurea nahe stehen. 

(Frankreich; England.) "^"1 

Capreae X Argenteae X Purpureae. 

1045. X 1048. X 1061." S. aurita X repens X purpurea. 

b. Aeste aufrecht, dünn; junge Zweige kurz grau behaart; ältere kahl, 
braun, meist glänzend. Blätter länglich oder lanzettlich, nach bei- 
den Enden zu gleichmäßig allmählich zugespitzt, oder nach dem Grunde 
zu etwas verschmälert und an beiden Enden kurz zugespitzt (Rand an 
der oberen Hälfte des Blattes unregelmässig klein gesägt), in der Jugend 
oberseits dünn, unterseits stärker kurz seidig behaart, später oberseits 
fast oder ganz kahl, unterseits dünn fein behaart und an den Mittel- 
nerven meist auch behaart bleibend, oberseits trüberün, unterseits grau- 

i) Nach George Don, dem Vater s. VI. 1. S. 344 Fussn. 1. 



304 Salicaceae. 

grün; Nervatur und Adernetz oberseits etwas vertieft oder hervortretend, 
Unterseite stets fein hervortretend. Nebenblatter wenig entwickelt, schief 
lanzettlich, spitz. Blüthenstände (nur männliche bekannt) vor den Blät- 
tern erscheinend, an sehr kurzen Zweigen, am Grunde mit kleinen 
lanzettlichen, seidig behaarten Blättern, aufrecht, oval oder .länglich, 
dichtblüthig. Tragblätter oval, am Grunde stumpf oder abgerundet, 
dunkelschwarzbrauD, am Grunde hell, lang dicht seidig bebärtet, Staub- 
blätter zwei, im unteren Theil verbunden, am Grunde spärlich behaart. 
Drüse (eine hintere) schmal-eiförmig gestutzt, etwa V2 so lang als «bis 
Tragblatt. 

Prov. Brandenburg bei Driescn (Lasch); Schlesien: Breslau: bei 
Margareth (Wimmer); bei Lilien thal nur eultivirt. 

S. {aurita X repens) X purpurea Wimmer nach Wichura Ba- 
stardbefrucht. Pflanzenr. 60 (1865). — S. amhigua X purpurea 
Lasch in Herb. Wimmer Nr. 146b. — S. pseudo-Doniana Rouy in 
Rev. Bot. Systemat, et Geogr. Bot. IL 172 (1904). 

(Bisher nur im Gebiete.) [*J 

Vir es cent es X Incanae. 

1051. X 1060. S. arbüscula X incaiia. Kaum mittelhoher |). 
(ähnlich S. incana) mit aufrechten, schlanken Aesten ; junge Zweige 
dünn kurz seidig grau behaart; ältere Zweige dunkelbraun, glänzend. 
Blätter länglich, nach dem Grunde zu etwas verschmälert, an beiden 
Enden spitz, am Rande ungleichmässig fein scharf gesägt, etwas zu- 
rückgebogen, in der Jugend namentlich untersei ts hellgrau seidig be- 
haart, später oberseits kahl, Unterseite seidig mehlig behaart bleibend, 
oberseits lebhaft grün, etwas glänzend, Unterseite graugrün ; Nervatur 
und Adernetz oberseits etwas vertieft, Unterseite deutlich hervortretend. 
Nebenblätter'/ Knospenschuppen braun, kurz dünn grau behaart. Blüthen- 
stände (nur weibliche bekannt) mit den Blättern erscheinend, an kurzen 
mit kleinen, länglichen Laubblättern besetzten Zweigen aufrecht, schmal 
cylindrisch, etwas lockerblüthig. Tragblätter eiförmig, stumpf, häutig, 
dünn hellgrau wollig behaart und bebärtet, bis auf den halben Frucht- 
knoten heraufragend; Fruchtknoten kurz gestielt (Stiel hellgrau behaart), 
am schmal eiförmigem Grunde lang verschmälert, hellgrau kurz wollig 
behaart; Griffel 1 Ih so lang als der Fruchtknoten; Narben länglich 
schmal, getheilt, gabelig gebogen. Drüse (eine hintere) eiförmig, gestutzt, 
so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Schweiz: bei Arosa in Graubünden 1908 zwischen den Erzeugern 
(T h e 1 1 u n g). 

S. arbüscula X phylicifolia Thellung in Herb. — S. Thelh'mgii 1 ) 
<>. v. Seemen in A. u. G. Syn. IV. 304 (1909). 

(Nur im Gebiete.) |_*J 

i) Nach Albert Thellung, * 12. Mai 1881 Winterthur (br.), Assistent am 
Botanischen Museum der Universität u. Privatdocent in Zürich. T. hat sieh als guter 
Kenner der Schweizer Flora und der mittel* und südeuropäischeu Adventivfloren 
Verdienste erworben, ferner durch seine monographischen Studien über Lepidium 



Salix. 305 

Virescentes X Purpur eae. 

1049. X 1061. S. nigricans X purpürea. Meist mittelhoher 1/ 
mit aufrecht ejabeligen dünnen Aesten; junge Triebe kurz grau behaart; 
ältere Zweige kahl, dunkelbraun. Blätter länglich oder lanzettlich, meist 
in der unteren Hälfte nach dem Stiel zu verschmälert, spitz oder kurz 
zugespitzt, am Grunde spitz (Rand namentlich nach der Spitze zu un- 
gleich klein gesägt), in der Jugend oberseits dünn, unterseits dichter 
seidig behaart, später nur an den Nerven behaart und ganz verkahlend, 
oberseits dunkelgrün, etwas glänzend, unterseits graugrün oder grau, 
matt, beim Trocknen schwarz werdend ; Nervatur und Adernetz ober- 
seits garnicht oder nur sehr wenig hervortretend, unterseits fein hervor- 
tretend. Nebenblätter wenig entwickelt, schief eiförmig spitz. Knospen- 
schuppen braun, kurz behaart. Blüthenstände vor oder kurz vor 
den Blättern erscheinend, an sehr kurzen Zweigen fast sitzend, am 
Grunde mit kleinen lanzettlichen, dünn seidig behaarten Blättern, auf- 
recht, meist kurz cylindrisck (denen der S. purpurea ähnlich), etwas 
gekrümmt, dichtblüthig ; bei den männlichen Blüthenständen Trag- 
blätter oval, stumpf, schwarzbraun, nach dem Grunde zu hell, lang 
grau seidig bebärtet. Staubblätter zwei, mehr oder minder miteinander 
verbunden, lang, am Grunde etwas behaart; Staubbeutel schwarz werdend. 
Drüse (eine hintere) schmal oval, gestutzt, kaum 1 /2 so lang als das Trag- 
blatt. Bei den weiblichen Blüthenständen: Tragblätter wie bei den männ- 
lichen, aber schwächer bebärtet, auf den unteren Theil des Fruchtknotens 
heraufragend. Fruchtknoten gestielt (Stiel etwa V* so lang als der Frucht- 
knoten), aus eiförmigem Grunde lang verschmälert, spitz, seidig behaart; 
Griffel kurz, etwa *"/e so lang als der Fruchtknoten, am oberen Ende 
etwas gespalten. Narben oval, getheilt, gabelig-kopfig. Drüse (eine 
hintere) schmal oval, gestutzt, etwa 1 J2 so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Prov. Brandenburg. Posen. Schlesien. Württemberg. Niederöster- 
reich. Tirol. 

S. purpurea- nigricans Wimmer Denkschr. Schles. Gesellscb. 
Vaterland. Cult. 154 (1853). — 8. Guseniensis Wimm. Sal. Eur. 231 
(1866) ob 8. Grisoniensis 1 ) Forb. S. Wob. (1828)? — S. Vandensis 
Kerner Niederösterr. Weid. 263 (1859), nicht S. Vandensis 2 ) Forb. — 
S. styriaca Kerner in Sched. in Herb. Wimmer. — S. <lithi<t Anderss. 
in DC. Pfodr. XVI. 2. 314 (1868). — S. Beckeäna 3 ) Beck Fl. Nieder- 
Oesterr. 292 (1890). 

(Die Gattung Lepidium [L ] R. Br. Inaug.-Diss. Denkschr. allg. schw. Ges Naturw. 
XLI. 1. Zürich 190G); in die neuere Nomenclatur-Bewegung hat er mehrfach, 
z.T. mit Prof. H. Schinz (s. VI. 1. B. 149 Fu.s.sn. 1) eingegriffen. Die Verf. der 
Synopsis verdanken ihm manche werthvolle Mittheilung (so z. B. Vi. 2. 585). 

i) S. S. 133 Fussn. 4. Nach C. Koch (Dendrol. II 1. 569) ist Guseniensis 
im Berliner Garten entstandener Schreibfehler für Grisoniensis. 

-') S. S. 242 Fussn. 1. Nach Wimmer (Sal. Eur. 231) ist vandensis Schreib- 
Eehler für vandensis. 

3) Nach Friedrich Becke, * 31. Dec. 1855 in Prag, ord. Professor der 
Mineralogie an der Universität Wien, der früher eifrig botanisierte. Sein reiches 
Herbar besitzt G. Beck (briefl.). 

Ascliorson u. Graebner, Synopsis. IV. 20 



Salicaceae. 

In dem Herbar Wimmer befindet si«-li ein von Kerner gesammeltes und als 
„jS. Sii/riura mihi (-purpureo nigricans?)* bezeichnetes weibliches Exemplar, w< 
Wimmer (nacb einer Correctur zu Bchliessen) für S. purpurea X grandi/otia 
gehalten bat, Zu einer sicheren Bestimmung ist das Exemplar nicht vollständig 
genug, doch dürfte die Verbindung S. purpurea X nigricans eher als S. purpurea 
X grandifolia anzunehmen sein. 

Die von Wotoszezak (Verhandl. ZBG. Wien XXV [1875] 498) als S. super- 
nigricans X purpurea bezeichnete <S. jallax ist S. cinerea X nigricans (s. S. 242). 

(Bisher nur im Gebiete.) [*"} 

1049. X 1062. S. nigricans X oaesift. Niedriger h mit dünnen 
Aesten ; junge Zweige kurz dünn grau behaart, ältere kahl, dunkel- 
braun. Blätter verkehrt-eiförmig, länglich oder lanzettlich, Bpitz oder 
kurz zugespitzt, oft mit gefalteter Spitze, am Grunde spitz oder stumpf, 
fasl ganzrandig, oder entfernt unregelmässig gesägt, in der Jugend be- 
haart, später ganz kahl, oherseits dunkelgrün, mitunter etwas blaugrün, 
unterseits mehr oder minder blaugrün, an der Spitze grün (abgewischt), 
beim Trocknen schwarz werdend; Nervatur und Adernetz oherseits wenig, 
unterseits stärker hervortretend. Nebenblätter? Knospenschuppen braun, 
<\ünn grau behaart, Blüthenstände (nur weibliche bekannt) mit den 
Blättern erscheinend, an kurzen Zweigen, die etwa l /t so lang als die 
Blüthenstände und mit kleinen lanzettlichen Blättern besetzt sind, kurz 
cylindrisch, dLhtblüthig. Tragblätter eiförmig, stumpf, gelbbraun, an 
der Spitze dunkler, kurz und dünn behaart. Fruchtknoten gestielt 
(Stiel 1 /3 — V2 so lang als der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde 
kegelig, grau behaart oder kahl; Griffel 1 ^ — Va solang als der Frucht- 
knoten, an der Spitze gespalten. Narben oval, gespalten. Drüse (eine 
hintere) breitoval, gestutzt, V2 so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Schweiz: im Ober-Engadin bei Bevers und Sils (Buser 1881), 
Sila Maria im Fexthal (Landauer 1901); Sertig bei Davoa in Grau- 
bünden. 

8. caesia X nigricans (S. Heeriana) 1 ) Brügger in Jahresb. 
Naturf. Gesellsch. Graubündens XX11I und XXIV (1880) 117??? 
— S. Heerii 1 ) Brügger 1. c. XXV (1881) 104?:'? 

Die von Brügger (Jahresb. Naturf. Gesellsch. Graubündens XXIII u. XXIV 
[1 8.^0] 117 u. XXV [1H81J 104) angegebenen Standorte am Albnlapasa und bei 
Saniaden sind unrichtig. Wie liusei (Jahresb. Naturf. Gesellsch. Graubündens LI. 
164 [1909]) mittheilt, gehören die von diesen Standorten im Brügger'schen Berbar 
befindlichen Exemplare zu S. nigricans', auch die von Heer 1849 am Albula 
gesammelte Weide gehört hierzu. 

Als Abart ist hervorzuheben: 

I!. I iocarpa. Fruchtknoten kahl. — <S'. caesia X nigricans f. leiocarpa Bnser in 
Sched. (1881 bei sils gesammelt). — <S. Landauern) A. Mayer in AWA. VIII 
(1902) 74? 

(Bisher nur im Gebiete.) l~\ 



i) S. I. S. 229 Fussn. 1 : die genauen Daten sind * 31. Aug. 1809 Nieder- 
ützwyl (Ct. St. Gallen) f Sept. 1883 Lausanne. 
3) S. III. S. 644 Fussn. 3. 



Salix. 307 

1050. X 1061. S. phylicifölia X purpurea. Ist bisher nur in England 
beobachtet. 

S. phylicifölia X purpurea (S. secerneta) B. White nach Linton Journ. of 
Bot. XXXIV. 472 (1896). 

1051. X 1061. S. arbiiscula X purpurea. Mittelhoher \) mit 
dünnen, aufrechten Aesten ; junge Zweige spärlich kurz grau behaart, 
ältere Zweige kahl, dunkelbraun, etwas glänzend. Blätter länglich oder 
lanzettlich, nach dem Grunde zu verschmälert, an beiden Enden spitz, 
am Rande unregelmässig scharf gesägt, in der Jugend fein seidig be- 
haart, später kahl, oberseits sattgrün, etwas glänzend, unterseits heller 
grün oder graugrün, matt; Nervatur und Adernetz oberseits wenig, 
unterseits etwas stärker fein hervortretend. Nebenblätter wenig ent- 
wickelt, schief eiförmig. Knospenschuppen braun, dünn kurz behaait. 
Blüthenstände mit den Blättern erscheinend ; männliche an mitunter 
die Länge der Blüthenstände erreichenden, mit kleinen, fein seidig be- 
haarten Laubblättern besetzten Zweigen, aufrecht, später etwas seitwärts 
gebogen, länglich oder kurz cylindrisch, dichtblüthig. Tragblätter klein, 
oval, stumpf, hell, an der Spitze dunkler braun, dünn seidig bebärtet. 
Staubblätter 2, lang, dünn, am Grunde oft etwas verbunden und spär- 
lich behaart, Drüse (eine hintere) schmal eiförmig, gestutzt, etwa 1 J2 
so lang als das Tragblatt. Weibliche Blüthenstände an kurzen mit 
kleinen dünn seidig behaarten Laubblättern besetzten Zweigen, aufrecht, 
später etwas seitwärts gebogen, kurz cylindrisch, dichtblüthig; Trag- 
blätter etwas breiter oval, stumpf, hell, an der Spitze schwarzbraun, 
dünner bebärtet, nur auf den unteren Theil des Fruchtknotens herauf- 
ragend. Fruchtknoten fast sitzend, aus eiförmigem Grunde verschmälert, 
dicht grau seidig fast wollig behaart; Griffel kurz; Narben oval, ge- 
spalten, kopfig. Drüse (eine hintere) eiförmig, gestutzt, auf den unteren 
Theil des Fruchtknotens heraufreichend. 

Schweiz : am Fuss des Bodengletschers bei Zermatt (1888 R Buser); 
Ober-Engadin bei Bevers (von Brügger gefunden und für S. pur- 
purea X daphnoides gehalten, nach Bus er Jahresb. Naturf. Gesellsch. 
Graubündens LI. 162 und 165 [1909]). 

S. arluscula X purpurea {8. Busen 1 ) Favrat Bull. Soc. Vaud. 
Scienc. Natur. 3. XXV (1889 u. 1890) 52. 

(Bisher nur im Gebiete.) HH 

1051. X 1062. S. arbÜSCUla X caesia. Niedriger |) mit kurzen 
dünnen Aesten; junge Zweige kahl oder nur spärlich kurz behaait; 
ältere Zweige kahl, braun, meist glänzend grau bebärtet. Blätter oval, 
länglich oder lanzettlich, spitz oder kurz zugespitzt, am Grunde spitz 
oder mitunter stumpf, ganzrandig oder ungleichmässig klein scharf ge- 
sägt, später am Rande etwas zurückgebogen, kahl (nur mitunter in der 
Jugend spärlich seidig behaart), oberseits trüb- oder etwas graugrün, 
unterseits heller oder graugrün ; Nervatur und Adernetz beiderseitig fein 

i) Nach Robert Bus er s. VI. 1. S. 383 Fussn. 1 und IV. S. 287 Fussu. 2. 

20* 



308 Salicaceae. 

und scharf hervortretend. Nebenblätter? Knospenschuppen hellbraun 
oder rothbraun, dünn kurz behaart oder kahl. Blüthenstände (nur 
weibliche bekannt) mit den Blättern erscheinend, an kurzen, etwa 1 /z 
der Länge der Blüthen stände erreichenden, grau seidig behaarten, 
mit kleinen, theilweise dünn seidig behaarten Laubblättern besetzten 
Zweigen, aufrecht, mitunter etwas gekrümmt, klein, kurz cylindrisch, 
dichtblüthig. Tragblätter breit oval, stumpf, hell, an der Spitze dunkler 
braun, spärlich grau behaart und bebärtet, etwa auf 3 /± des Frucht- 
knotens heraufragend. Fruchtknoten fast sitzend, eiförmig kegelig, dicht 
seidig behaart; Griffel kurz, dick; Narben oval, dick, ausgerandet, köpf ig. 
Drüse (eine hintere) eiförmig, gestutzt, auf den unteren Theil (V*) des 
Fruchtknotens heraufragend. 

Dauphine: Col de 1' Arche (Thisebard in Herb. Mus. Paris nach 
Ca in us Classif. Saul. d'Europe et Monogr. Saul. France 364 [1904]) ; 
Schweiz: Ofenpass-Gruppe (Brunies 1902). (Die Exemplare aus Val 
Pisoc Sertig auf Davos und Champetsch [Campovasto] im Brügge lo- 
schen Herbar-Material gehören nach Buser in Jahresb. .Naturf. Ge- 
sellsch. Graubündens LI. 162 [1909] zu S. WaJdsteiniano). Tirol: 
im Pusterthal bei Taufers. 

S. caesia X arbuscüla Brügger in Jahresb. Naturf. Gesellsch. 
Graubündens XXIII. u. XXIV (1879—80) 117?? — S. Treferi 1 ) 
Huter Enum. PI. Exs. (1884). — S. caesia f. Trefferi Zahn in Hallier- 
Wohlfarth Kochs Syn. 2369 (1905). — S. arbusadoides Brügger in 
Jahresb. Naturf. Gesellsch. Graubündens XXIX. 156 (1886)?? nicht 
Anderss. 

(Bisher nur im Gebiete.) 

Uigidae X Incanae. 

*f X 1060. S. corüäta X incäna iu Herb. William R. Dudley, Salices 
Cayugenses No. 857. — Nordamerica. 

1053. X 1060. S. glabra X incana. Material von diesem Ba- 
stard liegt nicht vor. Der Entdecker desselben Handel-Mazzetti 
giebt folgende Beschreibung: 

„Frutex ca. 2 m altus. Bau tili l)iennes gl ab er r i m i. Folia exsiccando 
nigricantia, usqae ad 4 cm longa, oblongo-o vata, latitndine quadmplo 
longiora, ultra nicdiani partein latis&ima, inprimis versus apioem Bubobtosum 
crenulata, margine revoluta; supra glabra, subtus tomento Iaxissimo 
colorem a 1 b i d o-gl au cu m totius huiiinae perlncere sinente obtecta. Amenta 
(soluni ty nota) oblonga, eurvatnla, parce fructificantia. Squamae uniculores, 
siccac pallide bninneae. Gernien stipitatum, gl a be r ri m u m. u 

Niederösterreich, am Neuwald zwischen Ternitz und St. Aegyd 
auf Kalk: 600 m (Juin 1902, Handel-Mazzetti). 

S. glabra X incana (S. glaucorillösa) Handel-Mazzetti Verh. 
ZBG. Wien LI II. SOS (1903). 

(Bisher nur im Gebiete.) j"*] 

i) S. VI. 1. S. 800 Fnssn. 2. 



Salix. 309 

Rigidae X Purpur eae. 

1052. X 1062?? S. hastata X caesia?? Brügger (Jahresb. Naturf. 
Gesellsch. Graubündens XXIII u. XXIV. 117 [1879—80]) und XXIX. 158 [1884 
bis 1885]) hat diesen Bastard von folgenden Standorten in der Schweiz: Ober-Engadin 
und Sertig bei Davos augegeben. Nach Buser in Jahresb. Naturf. Gesellsch. Grau- 
bündens LI (1909) 164 fehlen für den Standort im OberEngadin jedoch die Belege, 
während die aus Sertig vorliegenden Exemplare theils zur S. Waldsteiniana, theils 
zur S. hastata gehören. 

&. caesia X hastata (S. Hugueni'ni ') Brügger in Jahresb. Naturf. Gesellsch. 
Graubündens XXIII u. XXIV. 117 (1879 — 80)? vgl. S. 321. — S. Davosidna*) 
Brügger in Jahresb. Naturf. Gesellsch. Graubündens XXIX. 158 (1884—85)? 

Brügger (Jahresb. Naturf. Gesellsch. Graubündens XXV. 104 [1880—81]) 
bezeichnet abweichend von seiner ersten Angabe S. Huguenini als „ Mittelform 
zwischen S. hastata L. (incl. Hegctschweileri) und *S'. caesia Vill." Seine S. Davosi- 
ana hält er für S. caesia X hastata f. subhastata. 

*f X 1061. S. cordäta X purpürea. In Beissner, Schelle, Zabel 
Handb. Laubholz-Benenn. 38 (1903) ist nur der Name ohne Beschreibung aufgeführt. 

In Gärten cultivirt. 

S. cordata X purpürea Beissner, Schelle, Zabel a. a. O. (1903). — S. nigra 
boredlis der Gärten nach Beissner, Schelle, Zabel a. a. O. (1903). 

*f X 1062. S. cordäta X caesia. Schneider (Illustr. Handb. Laub- 
holzk. I. 52 [1904]) führt diesen Bastard 30 X 59 irrthümlich als S. cordata X 
purpürea und fügt nur hinzu, dass derselbe nacb Zabel in der Cultur entstanden 
sein soll. 

Pruinosae X Incanae. 

1055. X 1060. 8. daphnoides X incäna. Hoher \i oder baum- 
artig, mit aufrecht- abstehenden Aesten ; junge Zweige kurz dicht grau 
behaart; ältere Zweige kahl, hellbraun oder dunkelbraun, oft blau be- 
reift. Blätter lanzettlich oder schmal-lanzettlich, oft nach dem Grunde 
zu verschmälert, an beiden Enden spitz, selten am Grunde stumpf, am 
Rande unregelmässig sehr fein scharf gesägt, etwas zurückgebogen, in 
der Jugend hellgrau dicht seidig behaart, später oberseits nur am Mittel- 
nerven kurz behaart und Unterseite auf der ganzen Fläche sehr kurz 
seidig (ähnlich wie bei S. incanä) behaart, im Alter beiderseits ganz 
verkahlend, oberseits saftgrün, etwas glänzend, unterseits grau oder grau- 
grün; Nervatur und weitmaschiges Adernetz oberseits schwach und fein 
hervortretend, glatt oder etwas vertieft, unterseits scharf hervortretend, 
Seitennerven breit gespreizt. Nebenblätter wenig entwickelt, lanzettlich, 
spitz, gesägt. Knospenschuppen hellbraun, kurz dicht grau behaart. 
Blüthenstände vor den Blättern erscheinend; männliche an ganz kurzen 
Zweigen, fast sitzend, am Grunde mit lanzettlichen, dünn seidig be- 
haarten Blättern, kurz cylindrisch, aufrecht, etwas gekrümmt, dicht- 
blüthig. Tragblätter oval, stumpf, mitunter an der Spitze ausgerandet, 
auf der unteren Hälfte hell, auf der oberen Hälfte dunkler braun, 
dünn grau bebärtet. Staubblätter 2, lang, dünn am Grunde etwas ver- 

1) Nach Gustav Huguenin, * 17. Juli 1841 Krauchthal (Ct. Bern); (briefl.), 
Professor in Luzern, um die Schweizer Flora verdient. 
a ) Nach dein Fundort Davos in Graubünden. 



310 Balicaceae. 

bunden, kahl («1er am Grunde spärlich behaart. Drüse (eine hintere) 
schmal oval, gestutzt, fast rechteckig, etwa l /s 90 lang als das Trag- 
blatt. Weibliche Blütbenstande schmäler und etwas länger cylindrisch, 
sonst wie die männlichen, aber Tragblätter bis auf Z U des Fruchtknotens 
heraufreichend. Fruchtknoten kurz gestielt (Stiel etwa 1 U so lang als der 
Fruchtknoten, spärlich behaart); aus schmal eiförmigem Grunde ver- 
schmälert, spitz, kahl. Griffel 1 ,4 so lang als der Fruchtknoten; Narben 
schmal oval, aufrecht gabelig, später bogig. Drüse (eine hintere) etwa 
so lang als der Fruchtknotenstiel. 

Bei den Erzeugern nicht selten. Baden. Württemberg. Bayern. 
Dauphine. Savoyen. Schweiz. Tirol. Nieder-Oesterreich. 

S. daphnoides X ineana (S. Wimmeri 1 )) Kerner in Verh. ZBG. 
Wien IL (51 (1852). — S. Reuteri*) Moritzi Schweiz. Fl. 459 (1847). 
— S. fissa? Reuter Suppl. Mor. Pfl. Graub. nach Moritzi a. a. O. 

(Bisher nur im Gebiete.) \~\ 

Pruinosae X Purpureae. 

1055. X 1061. S. daphnoides X Purpuren, r? mit aufrechten 
zähen Aesten ; junge Triebe kurz dünn grau behaart ; ältere Zweige kahl, 
hell- oder dunkelbraun. Blätter (wenig kleiner als bei S. daphnoides) 
lanzettlich, scharf zugespitzt, am Grunde spitz oder stumpf, am Rande 
ungleichmässig gesägt, in der Jugend gelblich grau behaart, später ober- 
seits ganz kahl, unterseits kurz fein seidig behaart und ganz verkahlend, 
oberseits dunkelgrün, glänzend, unterseits graugrün oder grau, matt ; 
Nervatur und engmaschiges Adernetz oberseits wenig, unterseits stärker 
scharf hervortretend. Nebenblätter wenig entwickelt, lanzettlich, spitz. 
Knospenschuppen braun, kahl. Blütbenstande vor den Blättern er- 
scheinend, sitzend, am Grunde mit kleinen lanzettlichen, seidig behaarten 
Blättern; männliche oval oder kurz cylindrisch, aufrecht, etwas ge- 
krümmt, dichtblüthig. Tragblätter länglich, stumpf, auf der oberen 
Hälfte schwarzbraun, am Grunde hell, dicht lang hellgrau bebau ei 
Staubblätter 2, am Grunde etwas verbunden und spärlich behaart 
Drüse (eine hintere) schmal eiförmig gestutzt, etwa ' s so lang als das 
Tragblatt Weibliche Blütbenstande cylindrisch, aufrecht, etwas ge- 
krümmt, dichtblüthig. Tragblätter breit oval, an der Spitze abgerundet, 
schwarzbraun, am Grunde hell, am Rande lang dicht hellgrau beharret. 
Fruchtknoten fast sitzend, aus ovalem Grunde spitz verschmälert, am 
Grunde nur sehr spärlich behaart; Griffel etwa 1 lz so lang als der 
Fruchtknoten; Narben oval, aufrecht gabelig. Drüse (eine hintere) 
oval, gestutzt, auf den unteren Theil des Fruchtknotens heraufragend. 



i) S. IT. 2. S. 93 Fussn. 1. Dil' genauen Daten sind: Christian Friedrieb 
Heinrich Wimmer, ' 30. October 1803 f 12. März 1888. Von seinen Schriften 
sind noch hinzuzufügen Nachtrag zur 2. Ausg. der Flora von Schlesien 1845. Dritte 
Bearbeitung derselben 1-57 Vgl. Colin 45 Jahresber. Schles. Ges. 126. 

-') s. 11. l. s. 172 Fussn. 1, S. 535 Fussn. 1. 



Salix. 311 

Schlesien: in Dittmannsdorf , Kreis Waidenburg (Straehler); 
Bayern (Erdner). Schweiz: bei Genf (der von Brügger Jahresb. 
Naturf. Gesellsch. Graubündens XXV. 59 [1880—81] als im Ober- 
Engadin am Beverin vorkommend angegebene Bastard ist nach Buser 
in Jahresb. Naturf. Gesellsch. Graubündens LI (1909) 165 8. arbus- 
Gula X purpurea = S. Buseri Favrat). Tirol: früher bei Rum bei 
Innsbruck, jetzt eingegangen (Dalla Torre u. Sarnthein Fl. Tir. 
VI. 2 35 [1909]). Nieder-Oesterreich: bei Wien. 

S. äaphnoides X purpurea A. u. J. Kerner Herbar. Oesterr. 
Weiden (1867) No. 73. — S. ealliantha 1 ) (S. subcaprea X pur- 
purea) A. Kerner Verh. ZBG. Wien XV (1865) 44. — S. purpurea 
X pomeranica Straehler in Herb. 1888. 

Die Beschreibung der männlichen Blüthenstäude ist nach einem von Kerner 
ausgegebenen Exemplar aufgestellt, die der weiblichen nach einem von Straehler 
in Dittmannsdorf in Schlesien gesammelten, welches augenscheinlich der S. daphnoides 
sehr nahe steht. 

Kern er hatte die S. ealliantha zuerst in Verhand. ZBG. Wien XV (18(55) 
44 als S. subcaprea X purynirea aufgestellt und berichtigte diese Deutung alsdann 
in dem von ihm herausgegebenen Herbar Oesterreichischer Weiden in S. daphnoides 
X purpurea. 

(Sibirien : Chabarowska Kiew.) |~| 

105G. X 1061? S. acutifölia X purpurea? Ist vonFigert in Schlesien 
gesammelt und ohne Beschreibung ausgegeben. — Material liegt nicht vor. 

S. acutifölia X purpurea Figert in Herb, nach A. et E. G. Camus Classif. 
et Monogr. Saul. d'Europe II. 121 (1905)? — S. paracalliantha'') A. et E. G. Camus 
a. a. O. (1905). 

Vi min al es X Incanae. 

1057. X ^060. S. viminälis X incana. Hoher \\ mit auf- 
rechten, ruthenförmigen Aesten ; junge Zweige kurz grau behaart; ältere 
Zweige kahl, gelb oder rothbraun. Blätter schmal lanzettlich, lang zu- 
gespitzt, am Grunde spitz, am Rande unregelmässig sehr klein gesägt, 
rückwärtsgebogen, in der Jugend hellgrau seidig behaart, später ober- 
seits nur mit einzelnen kurzen Haaren bestreut und ganz verkahlend, 
unterseits hellgrau sehr kurz dicht seidig fast mehlig behaart, oberseits 
dunkel-trübgrün, unterseits grau oder graugrün; Nervatur und Ader- 
netz oberseits etwas vertieft, unterseits deutlich hervortretend. Blüthen- 
stände (nur männliche bekannt) vor den Blättern erscheinend, fast 
sitzend, am Grunde mit kleinen lanzetllichen, seidig behaarten Blättern, 
oval, aufrecht, etwas gekrümmt, dichtblüthig. Tragblätter schmal oval, 
stumpf, am Grunde hell, an der Spitze dunkelbraun, dünn seidig be- 
haltet. Staubblätter 2, lang, dünn, am Grunde etwas verbunden und 
etwas behaart. Drüse (eine hintere) schmal, fast lineal, gestutzt. 

Nieder-Oesterreich: Donauinsel bei Krems. Nicht in Baden bei 
Hüfingen (nach Zahn in Hallier-Wohlfarth Koch's Syn. 2378 [1905]). 



1 ) Von ndÄAog Schönheit und ävd-og Blume. 

2 ) Von TiaQa neben und ealliantha. 



312 Salicaceac. 

S. vimincUi-incana (S. Kerneri 1 ) Erdinger Verh. ZBG. Wien 
XV. 77 (1865). 

(Bisher nur im Gebiete.) HT\ 

1059. X 1060. S. Lapponuiu X incana. Hierzu gehört 

B. S. Helvetica X incthia. Ist von Buser ohne Beschreibung erwähnt. 
Material lies;t nicht vor. 

Schweiz: Lac de Joux?, Bex? (Gremli Excursionsfl. Schweiz 7. Aufl. 375 
[1893]). 

S. Helvetica X incana Buser nach Gremli a. a. O. (1893). — S. gnaphaloides 
Schleicher Cat. (1805). — S. incana y. lasioca'rpa Gaudin Fl. Helv. VI. 230 (1830). 
— <S*. Lappdnum forma foliis lineari-lanceolatis Anderes, in DC. Prodr. XVI. 2. 
276 (1868). 

Im Herbar des Königl. Bot. Museunis zu Berlin befindet sich ein von Ausser- 
dorf er in Virgen in Tirol gesammeltes und ursprünglich als S. Helvetica be- 
stimmtes männliches Exemplar, bei welchen) die Staubblätter theilweise verbunden 
sind Auf Grund dieses abweichenden Merkmals ist die Bestimmung nachträglich 
in S. incana X Helvetica umgeändert worden (vou wem?). Da die Weide allen 
übrigen Merkmalen nach als eine typische S. Helvetica erscheint, so ist dieselbe 
wohl als S. Helvetica f. cladostemma anzusehen. 

Viminales X Purpureae. 

1057. X 1061. S. viminälis X purpürea. Mittelhoher bis 
hoher mitunter baumartiger 1/ mit aufrechten, schlanken, zähen Aesten ; 
junge Zweige kurz grau behaart, ältere kahl, gelbbraun oder grünlich 
braun. Blätter lanzettlich oder schmal lanzettlich, meist nach dem 
Grunde zu verschmälert, spitz oder lang zugespitzt, am Grunde spitz, 
selten stumpf, am Rande unregelmässig buchtig und klein gesägt, nach 
dem Stiel zu ganzrandig (Rand etwas zurückgebogen), in der Jugend 
seidig behaart, später oberseits dünn kurz seidig behaart oder ganz 
kahl, untersei ts dichter seidig behaart, später verkahlend, oberseits trüb- 
grün, Unterseite heller grün oder graugrün; Nervatur und Adernetz 
oberseits sehr wenig hervortretend oder etwas vertieft, unterseits fein 
hervortretend, Seitennerven breit gespreizt. Nebenblätter schmal lanzett- 
lich, lang zugespitzt. Knospensehuppen braun, kurz grau behaart. 
Blüthenstände vor oder kurz vor den Blättern erscheinend, sitzend oder 
an sehr kurzen Zweigen, am Grunde mit kleinen lanzettlichen, seidig 
behaarten Blättern ; männliche länglich oder kurz cylindrisch, aufrecht, 
meist etwas gekrümmt, dichtblüthig. Tragblätter oval oder länglich, 
stumpflich, am Grunde hell, nach der Spitze zu dunkelbraun oder roth- 
braun, seidig bebärtet. Staubblätter lang, dünn, am Grunde mehr oder 
minder verbunden, kahl oder am Grunde spärlich behaart; Staubbeutel 
grau werdend. Drüse (eine hintere) schmal oval, fast lineal, gestutzt, 
1 k so lang als das Tragblatt. Weibliche Blüthenstände cylindrisch, 
aufrecht, meist etwas gekrümmt, dichtblüthig. Tragblätter länglich oder 
lanzettlich, stumpflich, am Grunde hell, nach der Spitze zu dunkel- 



i) Nach A. von Kerner s. VI. 1. S. 202 Fussn. 2. Hofrath Joseph Kerner, 
der Mitherausgeber des Herbariums Oesterr. Weiden f 10. November 1906 Salzburg. 



Salix. 313 

braun oder rothbraun, seidig bebärtet, bis zum halben Fruchtknoten 
heraufragend ; Fruchtknoten fast sitzend oder sitzend, aus eiförmigem 
Grunde kurz kegelig, seidig behaart; Griffel meist 1 J3 so lang als der 
Fruchtknoten; Narben länglich oval oder lang fast lineal, ausgerandet 
oder gespalten, aufrecht gabelig oder bogig seitwärts gekrümmt. Drüse 
(eine hintere) schmal oval, fast lineal, gestutzt, bis auf x Jz des Frucht- 
knotens heraufragend. 

Wild im ganzen Gebiet bei den Erzeugern, ausserdem als eine der 
besten Korbweiden vielfach in Weidenhegern angepflanzt. 

8. viminalis-purpurea Wimmer Fl. Schles. Nachtr. 476 (1845). 
— S. Helix L. Sp. PI. ed. 1. 1017 (1753)? 1 ). — 8. rubra Huds. Fl. 
Angl. 364 (1762). — S. fissa Hoffm. Hist. Sal. 61 (1787). — S. oli- 
väcea Thuill. Fl. Paris ed. 2. 514 (1799). — S. membranäcea Thuill. 
a. a. O. 515 (1799). — 8. mollissima Wahlenb. Fl. Carp. 317 (1814) 
nicht Ehrh. — S. Ußircäta Chevall. Fl. Paris IL 357 (1827). — 
S. cöncolor Host Sal. 10 (1828). - S. Hofmanniana 2 ) Tausch PI. 
Sei. nach Kerner Niederösterr. Weid. 220 (1859). — S. Baumgarteniäna 3 ) 
Schur Enum. PI. Transsilv. 618 (1866). — S. linearis Turcz. nach 
Herder Acta Horti Petrop. XI. 454 (1891). — 8. purpurea b. longi- 
föJia Dippel Handb. Laubholzk. II. 236 (1892). — 8. suaveolens 
Fisch, nach Korshinsky Acta Horti Petrop. XII. 190 (1892)? — S. 
rubriförmis Tourlet Bull. Soc. Bot, France L. 311 (1903)? — S. mixta 
Korshinsky nach Komarow Acta Horti Petrop. XXII. 28 (1904). — 
8. tenuis, S. fuscata Tausch nach A. et E. G. Camus Classif. Saul. 
d'Europe et Monogr. Saul. France 269 (1904). — S. Onites 4 ), S. stigma- 
töphora 5 ), S. oligodon% S. niericlionäJis Gandog. Sal. Nov. No. 29, 
30, 31, 32, 33 nach A. et E. G. Camus a. a. O. 
Als Formen sind hervorzuheben : 
A. Forbyana'). Blätter lanzettlich, spitz oder kurz zugespitzt, unter der Spitze 
am breitesten, meist auch unterseits nur wenig behaart. — *S'. viminalis X pur- 
purea c. Forbyana Wimmer Flora XXXI. 312 (1848). — S. Forbiana Smith 
Engl. Fl. IV. 191 (1828). — S. rubra ß. purpureoides Gren. et Godr. Fl. 
France III. 129 (1855). — S. heliciflöra Tauseh PI. Select. Exs. nach Kerner 
Niederösterr. Weid. 222 (1859). — S. subviminalis-purpurea Kerner a. a. O. 
221 (1859). 



i) Bezüglich der Zugehörigkeit der 8. Helix zur S. purpurea oder zur S. virni- 
nalia X purpurea s. S. 194 — 197. 

-) Nach Eduard Hofmann, * 23. Aug. 1802 Schmiedeberg bei Saaz (Böhmen) 
f 27. Nov. 1S75 Prag, früher Pharmaceut, später Arzt am Spital der Elisabethinerinnen 
daselbst, der bei Prag botanisirte (Maiwald 181 und br.). Die von Wirumer a. a. <> 
angewendete Schreibweise Hoffmanniana ist also unrichtig. 

») S. II. 1. S. 437 Fussn. 4. Die genauen Daten sind * 7. April 17G5 f 
29. December 1843. 

4 ) Die Bedeutung dieses Namens kennen wir nicht; dring ist ein schon bei 
Nikandros erscheinender Name für eine Origanum-Art. 

5 ) Von ozlypa Narbe und -<poQog tragend. 

6) Von öAiyoL wenige und ööovg Zahn. 

7) Nach dem Rev. Joseph Forby, der diese Form bei Finham in Norfolk 
entdeckte. Bekannter ist sein Bruder Robert, * 1759? Stoke Ferry f 20. Dec. 
1825 Finham, Pfarrer daselbst, um die dortige Flora verdient (B ritten u. Boulger 
Journ. of Bot. XXVI. 373). 



B14 Salicaceae. 

B. elaeagnif61ia. Blätter schmal lanzettlicb, in der Jugend beiderseitig seidig 
behaart. Bpäter unterseita dichl kurz seidig behaart, oberseita dünn behaart und 
verkahlend. — S. viminalis X purpurea B. elaeagnifolia O. v. Seemen in A. u. 
G. Syn. IV. 314 (1909). — S. elaeagnifolia Tausch PI. Select. Exs. — S. rubra 
ß. serifca Koch Syn. cd. 1. 647 (1837). — 6'. rubra a. viminaloides Gren. 
et (Jodr. Fl. France III. 129 (1855). — S. sup&rviminalis-purpurea Kerne: 
Niederösterr. Weiden 219 (1859). — S. rimiiialis-purpiirea c. sericca Wimmer 
Pal. Europ. 174 (1866). — S. rubra a- elaeagnifolia Zahn in Hallier-Wohlfarth 
Koch's Syn. 2369 (1905). 

C. angus tissi in a. Blätter schmal lineal, lang zugespitzt. — S. viminalis-pur- 
purea c. angustissima Wimmer Sal. Europ. 174 (1866). — S. rubra b. angusfi- 
fdlia Tausch PI. Select. Ezs. nach Wimmer a. a. O. 

S. viminalis-purpurea d. macrostigma ') Wimmer a. a. O. ist nach Ausweis 
eines der in Wim in er u. Krause: Herb. Salicum als No. 123 befindlichen 
Exemplare (weibliches) *S'. amygdalina X vvminalis. 

(Italien; Spanien; Frankreich; Belgien; England; Dänemark; 
Skandinavische Halbinsel; mittleres und südliches Russland; Rumänien (?); 
Kroatien; Slavonien ; Kaukasus; Mittelasien bei Samarland; Baikalien ; 
Dahurien; Amurland; Mandschurei.) * 

1058. X 1061. S. (lasy ciados X purpurea. Mittelhoher oder 
hoher f) mit aufrechten, ruthenförmigen, zähen Aesten; junge Zweige 
kurz grau behaart; ältere Zweige kahl, dunkelbraun oder grünlich braun. 
Blätter länglich oder lanzettlich, nach dem Stiel zu etwas verschmälert, 
spitz oder lang zugespitzt, am Grunde spitz, unregelmässig fein gesägt. 
nach dem Stiel zu g